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KW 26/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Armut in den Medien: Betroffene wehren sich gegen Klischees
(ndr.de, Zapp Medienmagazin, Isabel Schneider, Video: 16:01 Minuten)
Viele Menschen, die von Armut betroffen sind, fühlen sich in Medien klischeehaft und stigmatisierend dargestellt. Die Berichterstattung erfolge oft von oben herab statt auf Augenhöhe. “Zapp” hat sich mit Betroffenen getroffen, die sich gegen all zu stereotype mediale Bilder wehren.

2. 70 Jahre BILD-Zeitung – Zwischen Boulevard und Hetze
(ardaudiothek.de, Rainer Volk, Audio: 28:55 Minuten)
Die “Bild”-Zeitung hat vor wenigen Tagen ihren 70. Geburtstag gefeiert. Bei SWR2 geht es um die Entstehungsgeschichte des Blatts, die Probleme in der Vergangenheit und die derzeitige Situation. Als Experte kommt Volker Lilienthal zu Wort, der “Bild” über einen längeren Zeitraum beobachtet hat. An dieser Stelle auch ein Hinweis in eigener Sache – nämlich auf das empfehlenswerte Buch meiner BILDblog-Kollegen Moritz Tschermak und Mats Schönauer: BILDblog hat ein Buch geschrieben.

3. Wie Markus Lanz vom RTL-Boulevard-Journalisten zum deutschen Polit-Talk-König wurde
(omr.com, Philipp Westermeyer, Audio: 1:28:05 Stunden)
In der 500. Folge des “OMR”-Podcasts begrüßt Philipp Westermeyer den ZDF-Moderator Markus Lanz (dessen Podcast mit Richard David Precht von ZDF und “OMR” produziert wird). In dem Gespräch geht es unter anderem um Lanz’ Werdegang, seine Arbeit als Polit-Talker sowie die Fragen, was er mit seiner Produktionsfirma macht und wie er auf den Klimawandel blickt.

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4. Exiljournalismus: Wie umgehen mit Fluchterfahrungen und Trauma?
(br.de, Jasmin Brock, Audio: 28:40 Minuten)
Beim “MedienMagazin” des Bayerischen Rundfunks geht es um Journalistinnen und Journalisten, die aus Kriegs- und Krisengebieten nach Deutschland flüchten: “Wie verarbeiten sie oft traumatische Fluchterfahrungen, wie gehen sie damit um, dass sie Familienangehörige und KollegInnen zurücklassen mussten? Was hilft ihnen, in deutschen Medien anzukommen, Arbeit zu finden, mit der Sprache umzugehen?”

5. Warum ist Social Media hilfreich für diversen Journalismus, Kemi Fatoba?
(newsfluence.podigee.io, Eva-Maria Schmidt & Jennifer Panse, Audio: 27:32 Minuten)
Die Kommunikationswissenschaftlerin Kemi Fatoba ist Mitgründerin des Magazins “Daddy”, eine in Berlin ansässige Publikation, “die Themen wie Rassismus, Sexismus, Homophobie und Diskriminierung durch eine humorvolle Brille betrachtet”. Im “Newsfluence”-Podcast geht es darum, wie Soziale Medien, User-generated content und Merchandising beim Aufbau einer Community hilfreich sein können.

6. Hat Olaf Scholz ein Problem mit Journalisten?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 14:21 Minuten)
Auf dem zurückliegenden G7-Gipfel in Elmau hat sich Bundeskanzler Olaf Scholz gegenüber einer Journalistin auf eine Weise verhalten, die von vielen kritisiert wurde. Holger Klein hat sich mit Scholz-Kennner Mark Schieritz über den Kanzler und dessen Verhältnis zu den Medien unterhalten: “Hat sich Scholz’ Kommunikation in den vergangenen Jahren verändert? Was bedeutet diese ‘Scholzigkeit’ für die politische Kultur? Und ist schlechte politische Kommunikation auch gleich schlechte Politik?”

Klimakommunikation, Distanzierung von “Konkret”, “Cards of Qatar”

1. Journalismus in der Klimakrise – Einmischen, aber richtig
(riffreporter.de, Christopher Schrader)
“Über das Klima zu kommunizieren, kann schwierig und frustrierend sein. Gerade Journalist:innen müssen dabei einige Regeln neu lernen. Zum Beispiel sollten sie überdenken, was sie mit angeblich nackten Fakten und gedankenloser Neutralität anrichten.” Zum Erscheinen des “Handbuchs zur Klimakommunikation” fasst Christopher Schrader in einer persönlichen Analyse zusammen, wie guter Klimajournalismus aussehen könnte.

2. Öffentliche Distanzierung von linkem Magazin “Konkret”
(sueddeutsche.de, Johannes Korsche)
In einer öffentlichen Erklärung haben 17 Autorinnen und Autoren angekündigt, künftig nicht mehr mit dem Magazin “Konkret” zusammenarbeiten zu wollen: “Für uns, Autorinnen und Autoren von Konkret, ist mit dem redaktionellen Kurs zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eine rote Linie überschritten. Wir wollen und können nicht weiter in einer Zeitschrift publizieren, die sich in dieser Frage in die Nachbarschaft der AfD, des völkischen Flügels der Linkspartei oder Jürgen Elsässers Compact, von Henry Kissinger, Klaus von Dohnanyi oder den Lobbyverbänden der deutschen Industrie begibt.”

3. “Bild”: Nagelsmanns Freundin berichtet nicht mehr über Bayern
(dwdl.de, Alexander Krei)
Weil Julian Nagelsmann, Trainer des FC Bayern München, mit “Bild”-Reporterin Lena Wurzenberger verbandelt sei, werde diese nicht mehr, wie bisher, über Nagelsmanns Klub berichten. Alexander Krei kommentiert: “So nachvollziehbar der Schritt vor dem Hintergrund eines möglichen Interessenkonflikts auch sein mag, so kommt er durchaus überraschend, schließlich hatte Axel Springer im Falle der Journalistin Franca Lehfeldt noch vor wenigen Monaten anders entschieden.”

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4. Cards of Qatar
(cardsofqatar.11freunde.de)
Die im November anstehende Fußballweltmeisterschaft im autoritären arabischen Staat Katar dürfte das sportliche Medienereignis des Jahres werden, doch die Vorbereitungen zur Veranstaltung haben viel Leid und Tote gebracht. Das Fußballmagazin “11 Freunde” und das schwedische Portal “Blankspot” zeigen verstorbene Arbeitsmigranten als Sammelkarten: “Wir präsentieren die Bilder und Schicksale im Look offizieller Sammelkarten, um die Offiziellen daran zu erinnern, unter welch makabren Umständen dieses Turnier stattfindet. Die Hinterbliebenen sind damit einverstanden, sie wollen auf ihre Angehörigen und ihren Tod aufmerksam machen und hoffen darauf, nicht länger ignoriert zu werden. Die Mannschaften und die Verbände müssen diese Gesichter sehen und diese Geschichten lesen – und dann endlich handeln. Es wird allerhöchste Zeit.”

5. Immer wieder samstags
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Die Sonntagszeitungen “Welt am Sonntag” und “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” haben vor Monaten ihren Erscheinungstag auf Samstag vorgezogen. Markus Ehrenberg hat sich angeschaut, wie sich dieser Schritt auf die Blätter und deren Inhalte ausgewirkt hat.

6. BBC zahlt Entschädigung an Produzenten
(faz.net, Gina Thomas)
In Zusammenhang mit dem auf betrügerische Weise erschlichenen Diana-Interview des BBC-Reporters Martin Bashir zahlt die BBC eine Entschädigung von 50.000 Pfund an den damaligen Produzenten, der den Sender seinerzeit gewarnt hatte und daraufhin wegen angeblicher Illoyalität gefeuert wurde.

Metas Abtreibungs-Zensur, ZDF-Archiv, Entwicklung der TV-Nutzung

1. Meta zensiert Beiträge zu Abtreibungen
(netzpolitik.org, Rahel Lang)
Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA das bundesweite Recht auf Abtreibung aufgehoben hat, würden Instagram und Facebook Informationsseiten sperren und Hinweise löschen, wie ungewollt Schwangere an Abtreibungspillen kommen. Rahel Lang zitiert in ihrem Beitrag die Fotografin und Aktivistin Zoë Noble: “Meta macht sich dabei mitschuldig und sendet die Botschaft aus, dass Abtreibung etwas Illegales und potenziell Schädliches ist – genau die Botschaft, die Abtreibungsgegner seit Jahrzehnten gegen den Rest von uns einsetzen.”

2. So arrogant, das macht man nicht: Journalisten sind wütend auf Kanzler Scholz
(kress.de, Marc Bartl)
Auf der Abschluss-Pressekonferenz des G7-Gipfels im bayerischen Elmau wurde Bundeskanzler Olaf Scholz von einer Journalistin gefragt, ob er die von Deutschland versprochenen Sicherheitsgarantien für die Ukraine konkretisieren könne. Darauf entgegnete Scholz: “Ja, könnte ich”, grinste und schwieg. Dieses Verhalten wurde von vielen Medienschaffenden (dazu zählt auch der “6-vor-9”-Kurator) auf Twitter kritisiert. Marc Bartl hat einige der Reaktionen zusammengetragen.

3. ZDF öffnet sein Archiv nach kompletter Digitalisierung
(dwdl.de, Alexander Krei)
Das ZDF hat in den vergangenen Jahren große Teile seines Archivs digitalisiert, nun sind die ersten von rund 300.000 Programmstunden zugänglich gemacht worden: Alle 32 Folgen der von 1963 bis 1966 ausgestrahlten Interviewreihe “Zur Person” stehen in der Mediathek zum Abruf bereit. In der legendären Gesprächsreihe unterhielt sich der Journalist und Publizist Günter Gaus mit diversen Personen der Zeitgeschichte.

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4. Documenta 15 – Vom eigenen Wording erschlagen
(deutschlandfunk.de, Arno Orzessek, Audio: 3:39 Minuten)
Bei Antisemitismus-Vorwürfen sollten die Argumente besonders klug gewählt sein, so Arno Orzessek in seiner Deutschlandfunk-Glosse. Wie es nicht funktioniere, zeige aktuell die Documenta 15. Statt klarer Worte fänden die Verantwortlichen nur theoretische Phrasen. Orzesseks Fazit: “Offenbar bewirkt die theorie-verliebte Documenta genau das Gegenteil von dem, was sie wollte und sollte.”

5. Wird lineares Fernsehen bald aussterben?
(tagesspiegel.de, Miriam Rathje)
Einer neuen Studie (PDF) der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse über die Entwicklung der TV-Nutzung zufolge droht dem linearen Fernsehen, allen Unkenrufen zum Trotz, keineswegs das baldige Ende. Die Sache habe allerdings einen Haken, schreibt Miriam Rathje im “Tagesspiegel”: das Alter der Nutzerinnen und Nutzer. Rathje erklärt, wohin es die Jüngeren zieht – und das ist keineswegs das lineare Fernsehen.

6. sich entschuldigen
(journalist.de, Sebastian Pertsch & Udo Stiehl)
Sebastian Pertsch und Udo Stiehl werfen im Rahmen ihres Projekts “Floskelwolke” einen sprach- und medienkritischen Blick auf vielbenutzte Formulierungen. Diesmal geht es um die Entschuldigung: Kann man sich selbst entschuldigen? Oder nur um Entschuldigung bitten? Pertsch und Stiehl plädieren für die Bitte. Es gibt aber auch Vertreter der Gegenposition.

Absage für Scholz-Vorschlag, Sinnfluencer, “Content-Klau”

1. Absage erteilt
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband lehnt eine von Bundeskanzler Olaf Scholz vorgeschlagene Einmalzahlung für Beschäftigte im Medienbereich ab. Man sehe darin einen Eingriff in die Tarifautonomie von Gewerkschaften und Arbeitgebern sowie ein “Strohfeuer, das den Journalistinnen und Journalisten keinen dauerhaften Einkommenszuwachs beschert”.

2. Fynn Kliemann: Der will doch nur spielen!
(freitag.de, Ole Nymoen)
Beim “Freitag” fragt sich Ole Nymoen: “Ist [Fynn] Kliemann das schwarze Schaf der Gemeinde, oder nicht vielleicht doch repräsentativ für eine Influencer-Sphäre, die zwar Sinn stiften, aber gleichzeitig viel Geld verdienen will?” Sein etwas lakonisches Fazit: “Vielleicht hätte Kliemann von Anfang an ehrlich sein und sich in eine Reihe mit Bibi, Karl Ess und Xlaeta stellen sollen. Denn diese sind am Ende des Tages die ehrlicheren Werbestars – bei ihnen wird aus Gewinnabsicht und Konsumismus wenigstens kein Hehl gemacht.”

3. Ist Eisschnelllauf geiler als Kugelstoßen?
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Joachim Huber überlegt im “Tagesspiegel”, warum ein Sommersport-Event wie “Die Finals – Berlin 2022” vom vergangenen Wochenende schlechtere TV-Quoten erzielt als Fernsehwettkämpfe auf Schnee und Eis. Seine Erklärung: “ARD und ZDF haben mit dem Wintersport in Dauerschleife eine Fanbase gewonnen. In ihrer Gnadenlosigkeit haben sie sich das Publikum ‘zurechtgesendet'”.

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4. Crossmediales Newscenter (CNC) des rbb gestartet
(rbb24.de)
Der öffentlich-rechtliche Sender rbb eröffnet ein “Crossmediales Newscenter” (“CNC”): “Für das CNC im Fernsehzentrum des rbb waren ein kompletter Umbau und die Erneuerung der beiden Etagen mit insgesamt rund 2.400 Quadratmetern erforderlich. Zur Verfügung stehen rund 170 Arbeitsplätze, mehrere multifunktionale Schnitt- und Grafikarbeitsplätze, ein eigenes smartes News-Studio sowie verschiedene Besprechungsräume.”

5. Wie der Hungrige Hugo mit “Content-Klau” reich geworden ist
(youtube.com, Walulis Story, Video: 10:38 Minuten)
Der Youtuber Hungriger Hugo soll Tausende Euro mit Videos verdienen, in denen er Inhalte von Youtube-Größen wie MontanaBlack, Knossi, Trymacs oder Papaplatte ausschlachtet, mit Spezialeffekten versieht und neu arrangiert. Die derart Ausgeplünderten reagieren unterschiedlich darauf, oftmals sei es jedoch ein Win-Win-Geschäft, berichtet das Walulis-Team. Es hat auch bei einem Juristen nachgefragt, ob sich das Modell zur Nachahmung eignet.

6. Boris Becker klagt gegen Oliver Pocher
(spiegel.de)
Der ehemalige Tennis-Star Boris Becker hat den TV-Entertainer Oliver Pocher verklagt. Pocher hatte Becker hinters Licht geführt und ihm einen erfundenen “Fashion Brand Award 2020” verliehen. In den Sockel der Trophäe war Bargeld eingearbeitet, das Pocher unter dem Slogan “Make Boris rich again” zuvor eingesammelt hatte. Boris Becker verlange die Löschung des Beitrags und Schadensersatz. Ein Urteil am für den 26. Juli anberaumten Verhandlungstag sei unwahrscheinlich, so die Gerichtssprecherin.

Funkes Hellseh-Business, Assange-Berichterstattung, “Hype & Hustle”

1. Dank Soraya: Niemand kann so gut schlecht in die Zukunft sehen wie “Echo der Frau”
(uebermedien.de, Mats Schönauer)
Die Funke Mediengruppe hat für ihre Klatschblätter seit zwei Jahrzehnten eine “Hellseherin” am Start, die mit “durchwachsener Erfolgsbilanz” (Zitat eines Funke-Sprechers) zu beiderseitigem Vorteil in die Glaskugel schaut: Die Funke-Blätter bekommen Sensationsmeldungen, die “Hellseherin” möglichen Kundenzulauf. Mats Schönauer hat dem Verlag eine Reihe von Fragen geschickt und sich wegen einer Funke-Schlagzeile an den Deutschen Presserat gewandt. Die Reaktion des Funke-Imperiums fiel erstaunlich aus.

2. Gegen transfeindliche Medienberichte
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Mehrere Organisationen haben eine Petition gegen transfeindliche Medienberichterstattung gestartet: “Zunehmend werden Medienbeiträge veröffentlicht, in denen von ‘Trans* als Trend’, von angeblich unsicheren Frauenschutzräumen, von einer sogenannten ‘Trans*-Ideologie’ oder von ‘Mädchen, die keine Mädchen sein wollen’ die Rede ist. Diese Berichterstattungen gehen soweit, die Existenz von trans* Personen zur Debatte oder sogar in Frage zu stellen. Sie schüren Ängste und Hass gegenüber trans* Personen, ihrer rechtlichen Anerkennung und gesellschaftlichen Gleichstellung, indem diese als ‘gefährlich’ für die Mehrheitsbevölkerung dargestellt werden.”

3. Warum Julian Assange nur wenig Unterstützung erhält
(infosperber.ch, Rainer Stadler)
Im Fall von Julian Assange seien die Reaktionen aus der Medienwelt auffällig “lau”, die Solidarität sei äußerst schwach ausgefallen, findet Rainer Stadler. In seiner Analyse stellt er Überlegungen an, woran das liegen könnte.

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4. Pinar Atalay in der Hörbar Rust
(radioeins.de, Bettina Rust, Audio: 1:18:53 Stunden)
Die Journalistin Pinar Atalay moderierte viele Jahre die “Tagesthemen” im Ersten, bis sie im vergangenen Sommer zu RTL wechselte. Dort steht sie unter anderem für “RTL aktuell” und das neue Nachrichtenjournal “RTL Direkt” vor der Kamera. In der “Hörbar Rust” erzählt Atalay von ihrer Herkunft, den Umgang mit Interviewgästen und den aktuellen täglichen Herausforderungen in ihrem Job.

5. Wie Medien besser über Traumatisierendes berichten
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 34:15 Minuten)
“Wie können Medien über Missstände bei sensiblen Themen berichten, notwendige Informationen vermitteln und dennoch die Bedürfnisse von traumatisierten Menschen berücksichtigen?” Über diese Fragen diskutieren eine Deutschlandfunk-Hörerin, die Psychologie-Professorin Rita Rosner, Journalismus-Trainerin Fee Rojas und Stephan Beuting aus der Dlf-Medienredaktion.

6. Sie sind so frei
(sueddeutsche.de, Clara Meyer)
Im Doku-Podcast “Hype & Hustle – Die OnlyFans Revolution” (exklusiv bei Spotify) geht es um den Aufstieg der Monetarisierungsplattform OnlyFans, die vielen Sexarbeiterinnen und -arbeitern ein neues Geschäftsmodell bietet. Clara Meyer hat sich die sechs Folgen angehört. Ihr Fazit: “Hype & Hustle bietet das nötige Hintergrundwissen zu der Plattform, unterhaltsam und unaufgeregt aufbereitet.”

KW 25/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Die fatalen Folgen der Null-Covid-Strategie in China
(youtube.com, Weltspiegel, Daniel Satra, Video: 18:15 Minuten)
Daniel Satra ist seit drei Jahren ARD-Korrespondent in China und ist es gewohnt, bei seiner Arbeit auf Schritt und Tritt verfolgt und überwacht zu werden. Seit Chinas Zero-Covid-Politik haben sich die Arbeitsbedingungen für ihn noch einmal verschlechtert, und eine Drehreise gleicht eher einem Horrortrip: “Wir werden Zeugen, wenn seine Corona-Warn-App scheinbar willkürlich von Grün auf Gelb springt, obwohl er täglich mehrmals negativ getestet wurde. Wir erfahren, wie es ist, wenn der Reporter zwischen die Fronten von Provinzbehörden, Seuchenschutz und der Polizei gerät.” Absolute Sehempfehlung.

2. Ferngespräche: Schweiz
(ardaudiothek.de, Holger Klein, Audio: 56:05 Minuten)
Bei den radioeins-“Ferngesprächen” lässt Holger Klein Korrespondentinnen und Korrespondenten über ihre jeweilige Region zu Wort kommen. Diesmal hat er sich mit Kathrin Hondl zusammengeschaltet, die von Genf aus über die Vereinten Nationen, aber auch über Liechtenstein und die Schweiz berichtet.

3. Ich poste, also bin ich: Leben in der Influencer-Gesellschaft
(youtube.com, Yves Bossart, Video: 1:00:34 Stunden)
“Ältere Menschen haben noch nie von ihnen gehört, für jüngere sind sie Stars und Vorbilder: Influencer. Sie teilen ihr intimstes Leben und sammeln Follower, verdienen mit Produkthinweisen oft ein Vermögen. Woher kommt dieser narzisstische Exhibitionismus? Und was macht das mit der Gesellschaft?” In der “Sternstunde Philosophie” über die “Influencer-Gesellschaft” diskutiert Yves Bossart mit Anna Miller, Journalistin, Autorin und Aktivistin, sowie mit Wolfgang M. Schmitt, Youtuber, Podcaster und Autor.

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4. So kommt ihr an ein Recherchestipendium
(hinterdenzeilen.de, Tobias Hausdorf & Niklas Münch, Audio: 46:36 Minuten)
Bei “Hinter den Zeilen” geht es um Recherchestipendien von gemeinnützigen Stiftungen. Die Medienschaffenden Viktoria Morasch und Paul Hildebrandt teilen ihre Tipps und Erfahrungen. Außerdem meldet sich Corinna Cerruti zu Wort, die gerade das Fellowship “Vielfalt im Investigativjournalismus stärken” von den “Neuen deutschen Medienmacher*innen” in Kooperation mit dem “Netzwerk Recherche” durchlaufen hat (für Stipendieninteressierte: alle Adressen sind in einer kleinen Linksammlung auf der Seite zusammengefasst).

5. Der Fall Nannen
(sueddeutsche.de, Nadia Zaboura & Nils Minkmar, Audio: 40:22 Minuten)
In der aktuellen Folge von “quoted. der medienpodcast” beschäftigen sich Nadia Zaboura und Nils Minkmar mit dem legendären “Stern”-Gründer Henri Nannen und der Debatte um Nannens NS-Vergangenheit: “Warum spielt das Thema Nannen plötzlich wieder eine Rolle? Wie sieht er aus, der Umgang des Stern und anderer Medien mit der braunen Geschichte ihrer ehemaligen Protagonisten? Und wieso ist Erinnerung auch und gerade auf diesem Feld so wichtig?”

6. Fynn Kliemann – vom Influencer zum Schwurbler?
(spiegel.de, Marius Mestermann & Anton Rainer & Sebastian Maas, Audio: 29:21 Minuten)
Nach Enthüllungen über fragwürdige Geschäfte mit Corona-Masken und Kritik an seinem Geschäftsgebaren geht der Influencer Fynn Kliemann nun in die Offensive. Teile einer “woken linken Szene” und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks würden ihn angeblich zerstören wollen, weil er “nicht gespurt” habe. Der””Stimmenfang”-Podcast des “Spiegel” beschäftigt sich mit der Frage, was hinter dem Stimmungsumschwung samt Social-Media-Wutausbruch bei Kliemann steckt.

Nach Reichelt und #metoo, Social Media als Wahlhelfer, Clubhouse

1. Nach Reichelt und metoo: Hat sich “Bild” verändert?
(ndr.de, Katrin Kampling & Caroline Schmidt, Audio: 13:31 Minuten)
In Zusammenhang mit der Causa Julian Reichelt versprach der Springer-Konzern einen Kulturwandel bei “Bild”. Es folgten allerlei Absichtserklärungen, Stellungnahmen und ein neuer Verhaltenskodex, doch kann sich “Bild” überhaupt grundlegend ändern? Katrin Kampling und Caroline Schmidt haben sich für das Medienmagazin “Zapp” unter anderem mit einer ehemaligen Springer-Journalistin, einem Medienjournalisten, einem Juristen und einem Medienwissenschaftler getroffen und sie um ihre Einschätzungen gebeten.

2. Reportage über Hanau-Attentat gewinnt den “Stern-Preis”
(faz.net)
In Hamburg wurde der “Stern-Preis” verliehen, der bislang nach dem früheren “Stern”-Chefredakteur Henri Nannen benannt war (zu den Hintergründen der Umbenennung siehe unsere “6-vor-9”-Ausgabe vom 20. Juni). Ausgezeichnet wurden die Reportage “Die Hanau-Protokolle”, die Berichterstattung zum Fall Reichelt, ein Beitrag über Diskriminierung bei der Wohnungssuche, das Autorenteam des Dokumentarfilms “Slahi und seine Folterer” sowie der Dokumentarfilmer Stephan Lamby.
Weiterer Lesehinweis: Theodor-Wolff-Preis in Berlin verliehen (sueddeutsche.de).

3. “Für eine Story tun die alles”
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Wie werden Journalisten und Journalistinnen in Bestsellern dargestellt? Dieser Frage ist Frank Überall, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes, in einer aktuellen Studie nachgegangen. Joachim Huber fasst im “Tagesspiegel” die wichtigsten Erkenntnisse der Untersuchung zusammen.

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4. Der Schritt zum News Entrepreneur
(fachjournalist.de, Gunter Becker)
Immer wieder entwickeln Journalistinnen und Journalisten neue innovative Ideen, Formate oder Plattformen abseits der ausgetretenen Pfade. Journalistische Start-ups erfordern jedoch Arbeit, Know-how und Geld. Gunter Becker fasst die wichtigsten Anlaufstellen für Gründerinnen und Gründer zusammen und erklärt, was und wie im Einzelnen gefördert wird.

5. Ich habe 1,5 Jahre mit Clubhouse um meine Daten gekämpft
(futurezone.at, Barbara Wimmer)
Die Journalistin Barbara Wimmer wollte von der Talk-App Clubhouse wissen, welche Daten über sie dort gespeichert sind, und hat Anfang 2021 um Auskunft gebeten. Clubhouse habe sich zunächst geweigert, die Daten herauszurücken, und die Sache verzögert, bis Wimmer sich schließlich mit einer Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht wandte. Ihr Fazit: “Es wurde – wenn auch mit 1,5 Jahren Verzögerung – festgestellt, dass ein US-Dienst sich an EU-Regeln halten muss, wenn dieser diesen Markt nicht explizit ausschließt, indem die App nur lokal in den USA verfügbar gemacht wurde. Das ist eine gute Sache, denn es bedeutet, dass die Rechte europäischer Bürger*innen durchsetzbar sind, sobald der Markt – wenn auch ‘unabsichtlich’ – adressiert wird.”

6. YouTube und Whatsapp als Wahlhelfer
(deutschlandfunk.de, Samira El Ouassil)
In Brasilien stehen demnächst Präsidentschaftswahlen an. Deutschlandfunk-Kolumnistin Samira El Ouassil fühlt sich an die Trump-Ära erinnert: Amtsinhaber Jair Bolsonaro habe schon jetzt damit begonnen, die Legitimität des Wahlsystems infrage zu stellen und nutze dafür vor allem die Sozialen Medien.

TikTok belastet, Papierknappheit, Sinnlose Sendelizenzen?

1. Geleakte Mitschnitte belasten TikTok
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck & Alexander Fanta)
Das in China ansässige Unternehmen Bytedance, das die Social-Media-Videoportal TikTok betreibt, behauptet, unabhängig von den politischen Einflüssen des autoritären Regimes zu agieren. Doch “Buzzfeed News” vorliegende Informationen legen andere Schlüsse nah: “Für die Recherche hat Buzzfeed News geleakte Aufzeichnungen interner Meetings ausgewertet. Insgesamt gehe es um 14 Aussagen von neun verschiedenen TikTok-Angestellten. Demnach hat ein Mitglied der TikTok-Sicherheitsabteilung im September 2021 gesagt, China sehe ‘alles’. Eine andere Person habe von einem ‘Master Admin’ in Beijing gesprochen. Er habe ‘Zugang zu allem’.”

2. Sommer, Sonne, Spaß – und Waldbrände?
(deutschlandfunk.de, Michael Meyer, Audio: 5:23 Minuten)
Medien reagieren auf eine Hitzewelle oft mit positiv besetzten Bildern aus Freibädern, Parks und Eisdielen, selbst wenn es um Klimawandel und negative Folgen geht, beobachtet der Deutschlandfunk. Dass Nachrichtenredaktionen Hitzewellen visuell durchaus anders darstellen können, beweise zum Beispiel das niederländische “Algemeen Dagblad”: “Die Redaktion zeigte eine junge Familie, die an einem sonnigen Tag nicht für ein Eis Schlange steht, sondern zu Hause vor einem Ventilator – die Familie sah nicht sonderlich glücklich dabei aus.”

3. Mehr Druck auf Print: Probleme und Chancen
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Beim European Publishing Congress in Wien zeigte sich Burda-Vorstand Philipp Welte besorgt über die anhaltende Papierknappheit: “Viele Verlage wissen bis heute nicht, auf welchem Papier sie im dritten oder vierten Quartal ihre Zeitschriften drucken sollen.” Welte gehe davon aus, dass auf dem deutschen Markt jedes dritte gedruckte Medienangebot gefährdet sei, berichtet Petra Schwegler von dem Kongress.

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4. Kritik an Sozialpartnerschaft
(taz.de, Peter Nowak)
Die Gewerkschaftszeitung “Express” (Untertitel: “Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschafts­arbeit”) feiert ihr 60-jähriges Bestehen. In der neuen Arbeitswelt bleiben ihre Grundsätze hochaktuell, findet Peter Nowak.

5. Die Sendelizenz hat ihren Sinn verloren
(tagesspiegel.de, Hans Hege)
Anlässlich des 30. Geburtstags der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) kommentiert der einstige maab-Direktor Hans Hege: “Die frühere Sendelizenz, mit der Zuweisung knapper und damals besonders einflussreicher Kapazitäten verbunden, hat ihren Sinn verloren. Es gibt keinen sachlichen Grund mehr, warum audiovisuelle Medien eine Lizenz brauchen, statt wie schon lange bei der Presse und im Internet auf Lizenzfreiheit zu setzen. Eine Ausnahme ist noch UKW, aber in der Perspektive wird der Fernsehturm im Wesentlichen ein Baudenkmal und Aussichtspunkt sein.”

6. Neues vom Bildbetextungsbeauftragten: Bundeskanzler Scholzli
(noemix.wordpress.com, Michael Nöhrig)
Michael Nöhrig ist ratlos: “Wieso heißt der deutsche Bundeskanzler in Bildbetextungen eigentlich immer Olaf Scholzli?”

“European Newsroom”, Dokukratie, Kliemanns Wutrede

1. Wie dpa mit fragwürdigen Medien auf dem Balkan kooperiert
(netzpolitik.org, Alexander Fanta)
16 europäische Nachrichtenagenturen richten derzeit ein gemeinsames Büro in Brüssel ein, den “European Newsroom”. Eingefädelt habe das Großprojekt der dpa-Geschäftsführer Peter Kropsch. Was die Qualität der Inhalte steigern und zu “Kostensynergien” führen soll, wird von Experten und Expertinnen kritisiert, denn das Geld für den Newsroom stammt aus dem Budget der EU-Kommission für Öffentlichkeitsarbeit.

2. Wir präsentieren: Dokukratie
(fragdenstaat.de, Arne Semsrott & Stefan Wehrmeyer)
“Dokukratie”, das neue Recherchetool von “FragDenStaat” macht unter anderem Kleine Anfragen, Gutachten und Dokumente aus Untersuchungsausschüssen zentral durchsuchbar. “Dokukratie besteht aus zwei zentralen Elementen: Eine Website, über das alle Menschen zentral auf die gesammelten Dokumente zugreifen können, sowie ein offener Scraping-Hub, auf dem die Dokumente gesammelt werden.”

3. Warum ich nicht in die Ukraine gegangen bin
(journalist.de, Carsten Stormer)
Der freie Kriegsreporter Carsten Stormer fühlt sich schuldig, nicht in die Ukraine gereist zu sein. In früheren Zeiten sei er ohne Auftrag losgezogen, um vor Ort nach Geschichten zu suchen. Jetzt ahne er jedoch, was dabei herauskommen würde: “In der Ukraine würde ich bestenfalls nur an der Oberfläche kratzen. Für eine Berichterstattung, die Tiefe und Nähe erzeugt, Wissen und Kontext vermittelt, eine Entwicklung aufzeigt, fehlen mir schlicht die Mittel. Große internationale Medien stellen ihren Korrespondenten Sicherheitsberater zur Seite, meist Ex-Militärs, die die Gefahrenlage einschätzen, die Risiken abwägen können und zur Not eine Recherche abbrechen. Man muss einen Fahrer mit Ortskenntnis anstellen, einen Übersetzer bezahlen. Lokale Produzenten, die helfen, Geschichten zu finden, Gegend und Menschen kennen, die Landessprache beherrschen, Benzin, Lebensmittel und eine Übernachtungsmöglichkeit klarmachen. Das gesamte Team muss mit schusssicheren Westen und Helmen ausgestattet sein. Das alles kostet sehr viel Geld.”

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4. Russischer Dissident versteigert Nobelpreis-Medaille für Rekordpreis
(zeit.de)
Der russische Journalist und Putin-Kritiker Dmitri Muratow ist Mitgründer der mittlerweile zwangseingestellten Zeitung “Nowaja Gaseta” und Inhaber einer Nobelpreismedaille. Diese ließ er nun zugunsten ukrainischer Flüchtlingskinder versteigern. Der Erlös brach alle Rekorde: “Bei einer Auktion in New York erzielte die goldene Medaille einen Erlös von 103,5 Millionen Dollar – rund 98,5 Millionen Euro. Noch nie ist eine Nobelpreismedaille auch nur annähernd für eine solche hohe Summe versteigert worden.”

5. Birte Meier wechselt zu RTL
(sueddeutsche.de, Verena Mayer)
Birte Meier, langjährige Redakteurin des ZDF-Magazins “Frontal21”, wechselt mit den ebenfalls von “Frontal21” kommenden Manka Heise und Christian Esser zu RTL und wird dort nach Senderangaben eine “Investigativ-Unit” aufbauen. Meier hatte 2015 das ZDF wegen Lohnungleichheit verklagt. Das Verfahren lief über mehrere Instanzen, wurde jedoch abgewiesen. Dagegen wehre sich Meier nun vor dem Bundesverfassungsgericht.

6. Fynn Kliemann kritisiert “woke linke Szene”
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Der in die Kritik geratene Influencer Fynn Kliemann gab sich zwischenzeitlich reuig, holt nun aber zum Gegenangriff aus. In einer Wutrede auf Instagram beklagt er sich über “Teile der woken, linken Szene” und sieht sich im Zentrum düsterer Machenschaften: “Ich verstehe schon, ihr habt mich mit öffentlichen Geldern groß gemacht, dann habe ich nicht gespurt und genau mit den gleichen Geldern soll ich jetzt zerstört werden.”
Weiterer Lesetipp: Derweil treten neue Vorwürfe gegen Kliemann zutage: “Fynn Kliemann versteigerte digitale Kunstwerke für mehr als 200.000 Euro. Aber weil er sich nach Kontraste-Recherchen nicht an seine eigenen Auktionsbedingungen hielt, könnten ihm Schadensersatzforderungen drohen.” (tagesschau.de, Daniel Laufer)

Umgang mit Assange, Biotop in der Potse, Text-zu-Quatsch-Generatoren

1. Auslieferung: Warum sich Medien so schwer mit Julian Assange tun
(freitag.de, Wolfgang Michal)
Wikileaks-Gründer Julian Assange soll tatsächlich in die USA ausgeliefert werden. Eine Nachricht, die bei den großen Leitmedien in Deutschland auf erstaunlich wenig Interesse getroffen sei, wie Wolfgang Michal findet: “Warum engagieren sich die Presseverlage, die eine Zeit lang von Wikileaks profitierten und sich in Assanges Weltruhm sonnten, so wenig für ihren ehemaligen Partner? Was hält die ‘vierte Gewalt’ davon ab, ein Zeichen eindeutiger Solidarität zu setzen?”

2. Nannen-Preis heißt jetzt “Stern”
(faz.net)
Ein Rechercheteam des öffentlich-rechtlichen Jugendportals “funk” veröffentlichte im Mai ein Video, das sich mit Henri Nannen beschäftigt, dem Gründer, langjährigen Herausgeber und Chefredakteur des Magazins “Stern”. Dabei ging es insbesondere um Nannens Rolle in der Nazizeit. Wenige Tage später reagierte der aktuelle “Stern”-Chefredakteur mit einer Stellungnahme und versprach: “Wir werden der Sache auf den Grund gehen!” Nun hat das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr, zu dem der “Stern” gehört, mitgeteilt, den Nannen-Preis diese Woche als “Stern Preis” zu verleihen – um “die Debatte um Henri Nannens Vergangenheit zu entschärfen”.

3. Böhmermann, Kebekus und der Siegeszug der Public Impact Comedy
(dwdl.de, Peer Schader)
“Der vom Feuilleton einst gefürchtete ‘Hedonismus des Oberflächlichen’ ist (teilweise) durch eine Art Public Impact Comedy ersetzt worden, die Entertainment vorgaukelt – aber Hintergrund und Aufklärung transportiert.” In seiner neuen “DWDL”-Kolumne beschäftigt sich Peer Schader mit “Comedy, die jenseits ihres Unterhaltungsanspruchs fest an die eigene Wirkung glaubt”.

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4. Das Biotop in der Potse
(tagesspiegel.de, Rüdiger Schaper)
Das Berliner Stadtmagazin “tip” feiert dieses Jahr seinen 50. Geburtstag. Rüdiger Schaper war dort in den 1980er- und 1990er-Jahren Redakteur und freier Autor und erinnert sich zurück: “Berüchtigt waren die Produktionswochenenden. Der Umfang des Hefts lag bei 280 Seiten, und die Druckvorlagen mussten sonntags über die Transitautobahn auf den Weg nach Westdeutschland gebracht werden, wie das in jenen Jahren hieß. Layout und Alkohol, Schlussredaktion und Bier waren Synonyme. Das war im Tageszeitungsbetrieb damals nicht anders. Es wurde getrunken, geraucht und früh gestorben. Der Alkoholismus hat in der ‘Tip’-Belegschaft seine Opfer gefordert.”

5. Sollte Herkunft in TV und Radio hörbarer sein?
(deutschlandfunk.de, Pia Behme, Audio: 33:36 Minuten)
Muss es immer Hochdeutsch sein? Oder darf regionale Herkunft in TV und Radio hörbar sein? Sollten Medien mehr Dialekt zulassen? Oder geht das zu Lasten der Verständlichkeit? Darüber sprechen ein Deutschlandfunk-Hörer, der Linguist Jannis Androutsopoulos, Christoph Wittelsbürger vom Deutschlandfunk-Sprecherensemble und Pia Behme aus der Dlf-Medienredaktion.

6. Die Text-zu-Quatsch-Generatoren
(spiegel.de, Jörg Breithut)
Auf Twitter begegnen einem seit einigen Tagen künstlich generierte Neun-Bild-Kacheln mit allerlei surrealen Szenen, beispielsweise Darth Vader beim Rasenmähen. Jörg Breithut ordnet den Trend und die technologische Einwicklung dahinter ein. Die KI-Modelle seien mehr als reine Spaßmaschinen. Für Laien werde es immer leichter, Foto-Fakes zu erstellen, so ein von ihm befragter Informatikprofessor.

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