Morgen ist es soweit — BILDblog zum Angucken und Anfassen:
Dafür verlosen wir 3×2 Karten.
Schreibt uns einfach bis morgen früh um 10 Uhr eine Mail. Unter allen Einsendern wählen wir per Zufallsprinzip drei aus und melden uns bei den Gewinnern.
Hier noch einmal alle wichtigen Infos zum BILDblog-Abend im Überblick:
- Was gibt’s zu sehen?
Zuerst: “Seite Eins — Theaterstück für einen Mann und ein Smartphone” von Johannes Kram, in dem Ingolf Lück den Boulevardjournalisten Marco spielt. Ein lustiges, realistisches, erschreckendes Stück über die perfiden Methoden einer skrupellosen Zeitung.
(Fotos: Volker Zimmermann)Anschließend erzählen mehrere BILDblog-Autoren von ihrer Arbeit und beantworten Fragen der Zuschauer.
Und zum Schluss gibt’s Musik — von wem, geben wir noch bekannt.
Durch den Abend leitet “aspekte”-Moderator Jo Schück.
- Wann?
Am Dienstag, 3. Mai 2016, um 19:30 Uhr (Einlass ab 19:00 Uhr).
- Wo?
Im Heimathafen Neukölln.
(Karl-Marx-Straße 141, 12049 Berlin, U7-Haltestelle Karl-Marx-Straße) - Wie viel?
Die Karten für den Abend kosten 20 Euro (plus Vorverkaufsgebühr). Mit den Einnahmen wollen wir den künftigen Betrieb des BILDblogs sichern — ein Benefizabend in eigener Sache also.
Tickets gibt es hier …
… oder direkt beim Heimathafen Neukölln oder bei “Koka 36”. (Die Tickets werden auf den Namen des Käufers ausgestellt, können aber auch gerne verschenkt werden.) - Wer uns bei der Gelegenheit noch gleich etwas mehr unterstützen möchte, kann auch eines der limitierten Supporter-Tickets kaufen:
– für 50 Euro bekommen Sie einen weltexklusiven BILDblog-Jutebeutel obendrauf.
– für 200 Euro stehen wir Ihnen bei der Party persönlich Rede und Antwort. Die Getränke gehen natürlich auf uns.
– für 500 Euro laden wir Sie einen Tag nach der Veranstaltung zum Abendessen in unsere liebste Dönerbude in Neukölln ein.
Dafür einfach eine kurze Mail an [email protected] schreiben.
- Eine Facebook-Veranstaltung gibt’s auch, und zwar: hier.
- Mit freundlicher Unterstützung von:
6-vor-9-Special: Re:publica 2016, Tag 1
Hier sind sie nun, die sechs medienrelevanten Vorträge des ersten re:publica-Tags, die wir uns herausgepickt haben. Nach der Konferenz gibt es eine Liste mit allen genannten Vorträgen und (so vorhanden) den Videomitschnitten auf YouTube.
1. What’s next for Twitter and News?
(Mark Little)
Stage 7, Mo 12:15–12:45
“Nach zehn Jahren ist Twitter aus der Nachrichtenlandschaft kaum mehr wegzudenken. Trotzdem oder gerade deshalb wachsen die Ansprüchen der Analysten und Nutzer an den Kurznachrichtendienst. Mark Little, Twitters Vice President of Media in Europe and Africa, gibt einen Ausblick: “What’s next for Twitter and News?“. Als Jack Dorsey vor zehn Jahren den ersten Tweet verschickte, war keineswegs abzusehen, dass der Strom an Kurzbotschaften einmal auf rund 500 Millionen pro Tag anschwellen sollte. Etwa 320 Millionen Menschen weltweit nutzen heute Twitter mindestens einmal im Monat. Das soziale Netzwerk verbuchte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,2 Milliarden Dollar, hat jedoch mit den Ansprüchen der Analysten zu kämpfen.”
2. Commercial Content Moderation – die Müllabfuhr im Internet!
(Moritz Riesewieck)
Stage 2, Mo 12:45–13:15
“Täglich werden Millionen Bilder in die sozialen Netzwerke geladen, die wir nie zu Gesicht bekommen. Bilder von Gewalt und Pornographie, aber auch solche, die Facebook & Co schlicht als “unangemessen” einstufen. Gesichtet und aussortiert werden die Fotos und Videos von Billiglöhner/innen auf den Philippinen. Als Christen können die Philippinos westliche Moralvorstellungen gut einschätzen, denken die Konzerne. War es einmal Gott, der sich für die Sünder opfern wollte, so sind es heute philippinische “Content Moderators”. Posttraumatische Belastungsstörungen der Angestellten werden als Kollateralschaden eingepreist. Die Passionsgeschichte des Internetzeitalters? – Moritz Riesewieck und Sarah T. Roberts konzentrieren ihre Recherche und Forschung auf die neuen Formierungen von digitaler Arbeit und Produktion im postindustriellen Zeitalter.”
3. Slow media? Digitale Magazine als Gegengewicht zum Snackable-Content.
(Kati Krause)
Stage 7, Mo 12:45–13:15
“Im Internet kann es nie schnell genug gehen, niemals genug geben. Mehr Informationen aus immer mehr Quellen. Ungefiltert, von jedem. Dazwischen Katzenbilder.
Freunde von Freunden empfehlen, was wir lesen sollen, Algorithmen sortieren Inhalte nach Relevanz. Das Interessante geht niemals zu Ende: „10 Tricks, wie du noch mehr Informationen aufnehmen kannst.” Eine Nachricht nach der anderen wird überflogen, geteilt und in den meisten Fällen wieder vergessen. Dazwischen Katzenvideos. Mit Ruhe und Reflexion verbinden wir weiterhin Papier. Doch geht das nicht auch digital?”
4. The Making Of A Journalism Startup
(Christian Fahrenbach, Sebastian Horn, Lena Lammers, Frauke Lüpke-Narberhaus)
Media Cube, Mo 13:30–14:30
“Klingt eigentlich nicht gerade nach deutschen Verlagshäusern: Wir lassen junge Leute was Neues machen und geben Ihnen die Verantwortung dafür. Ist trotzdem so passiert und die Kritik in der Medien-Filterbubble zu den Launches war groß. Wir wollen darüber diskutieren, was bento, ze.tt und co. aus ihrem ersten Jahr gelernt haben. Wie kommen die Seiten beim breiten Publikum an? Wie ging es nach der Kritik vom Anfang weiter? Und: Braucht es überhaupt spezielle Nachrichten-Angebote für junge Leute?”
5. Facebook ist nicht nur Pediga-Hass – Vom Aktivieren der Zivilgesellschaft
(NN)
Lightning Talks 1, Mo 14:00–14:30
“Flüchtlinge und Vertriebene Herbst 2015: Auf einmal kam uns Onlinerinnen eine Aufgabe zu, mit der wir nicht gerechnet haben. Weil wir schon morgens auf dem Klo mehr kommunizieren als die meisten unserer Nachbarinnen über den ganzen Tag, waren wir im Vorteil. Wussten früher, was passiert, hatten früher die Informationen zusammen, haben früher erfahren, wie es andere vor uns gemacht haben, bei denen schon ein, zwei, viele Wochen vorher Vertriebene angekommen und in Hallen und Zelten untergebracht worden waren. Und auf einmal haben einige von uns Aufgaben übernommen, von denen sie vorher noch nie gehört haben. Waren Führungskräfte in der Zivilgesellschaft geworden und Leitungen im Ehrenamt. Viele von uns zum ersten Mal in ihrem Leben. Onlinerinnen kommt eine Schlüsselrolle im Bau der neuen Zivilgesellschaft zu, die wir annehmen müssen und ausfüllen können. (Bonustrack: Wer hätte das mit Facebook gedacht? Wahnsinn!)”
6. Wir müssen reden! Warum Rassismus im Netz noch immer Alltag ist
(NN)
Stage J, Mo 14:45–15:15
“Zehn Jahre re:publica und trotzdem ist im Netz nicht alles Glitzer, Flausch und Einhörner. Belästigungen, Beschimpfungen und in vielen fällen auch Bedrohungen sind für viele Menschen, die im Netz unterwegs sind, leider immer noch Alltag.
Durch die aktuellen Entwicklungen in der Welt, der zunehmenden Zahl von Menschen auf der Flucht, nimmt die Anzahl der rassistischen Äußerungen durch “besorgte Bürger*innen”, auch unter Klarnamen, massiv zu. Deshalb müssen wir JETZT darüber reden, wie wir mit Hass und Rassismus im Netz umgeben. Nur so kann das Internet zu einem Ort für alle werden.”
Außerdem interessant:
“Netzneutralität bis Recht auf Vergessen. wo steht die EU” (mit Günther Oettinger, Stage 7, 15.15 – 15.45 Uhr)
“Ist die Netzneutralität in Europa noch zu retten” (Stage 7, 16.00 – 17.00 Uhr)
“Digital Storytelling – Trends, Tools, Topics” (Stage T, 16.00 – 17.00 Uhr)
“Spreading Free Media Worldwide – Mobile Journalism” (Lightning Talks 1, 16.30 – 17.00 Uhr)
“Debattenkultur im Netz” (Media Cube, 18.39 – 19.00 Uhr)
“Jahresrückblick Social-Media-Recht” (Stage 6, 18.30 – 20.30 Uhr)
Und zum Schluss: “The Age of Trotzdem” (Stage 1, 19.45 – 20.45 Uhr. TIpp: Wer beim Sascha-Lobo-Vortrag nicht auf dem Fußboden sitzen will, sollte rechtzeitig erscheinen.)
Haha! Hihi! Hehe!
Danke an Hilbert W.
***
Danke an Stephan M.
***
Danke an Gregor H.
***
Danke an Matthias S.
***
Danke an Thomas.
6-vor-9-Special: Re:publica 2016, Tag 0 (Vorbereitung/Vorfreude)
Am Montag startet in Berlin zum zehnten Mal die re:publica, Europas größte Konferenz für Digitalkultur, Soziales und Internet oder wie es die Veranstalter ausdrücken: “Europe’s most exciting conference on internet and society”. Dieses Jahr sind 850 Speaker aus mehr als 60 Ländern dabei. An drei Tagen gibt es 500 Stunden Programm, man rechnet mit mehr als 7.000 Teilnehmern.
Hier nun eine Sonderausgabe der “6 vor 9”-Medienlinks von BILDblog. Zur Einstimmung und Konferenzplanung für all diejenigen, die heute nach Berlin aufbrechen oder schon da sind. Und als Übersicht für all die Daheimgebliebenen, die sich aus der Ferne für das Event interessieren. Gute Anreise, man sieht sich in Berlin!
1. re:publica | TEN: Unsere Empfehlungen für den 1. Tag
(netzpolitik.org, Jonas Klaus)
Die Redaktion von “Netzpolitik” hat sich das Programm angeschaut und die interessantesten Beiträgen des ersten Tages zusammengestellt. Natürlich aus netzpolitischer Sicht.
2. Hauptsache, sie singen am Ende nicht “Purple Rain”
(zeit.de, Patrick Beuth)
Die “Zeit” empfiehlt zehn Vorträge und Workshops, von Randall “XKCD” Munroe über Politik mit Big Data bis zu Satire gegen Terror. Unvollständig und streng subjektiv wie man betont.
3. Auf diese re:publica-Sessions freuen wir uns
(rp-online.de)
Auch das Team von “RP Online” ist vor Ort und wird im Zeitgeist-Blog von der re:publica berichten. Vorab hat jeder Redakteur seine persönliche Programmempfehlung abgegeben.
4. re:publica: Diese 10 Sessions solltet ihr euch rot im Kalender anstreichen [#rpTEN]
(Daniel Hüfner)
Die Redaktion von “t3n” (“Magazin für digitales Business”) verrät, welche Sessions man sich unbedingt rot im Kalender anstreichen sollte. Die Spanne reicht von “Der Vormarsch der Pseudo-Journalisten” mit Prof. Dr. Lutz Frühbrodt bis zu “The Age of Trotzdem” von Sascha Lobo.
5. Hinter den Kulissen von BILDblog
(bildblog.de)
Ihr habt am Dienstagabend noch nichts vor? BILDblog veranstaltet einen Benefizabend in eigener Sache. Es gibt ein Theaterstück mit Ingolf Lück, Anekdoten und Redaktionsinterna mit BILDblog-Gründer Stefan Niggemeier, dem jetzigen BILDblog-Chef Mats Schönauer und “6 vor 9”-Kurator Lorenz Meyer. Und Musik. (Ich bin befangen, dennoch: Das wird ne tolle Sache!)
6. Rahmenprogramm re:publica 2016 #rpten
(cortexdigital.de, Stefan Evertz)
Und wer nach all den Veranstaltungen immer noch Kraft und Energien hat: Neben der offiziellen Rahmenprogramm-Liste gibt es noch die inoffizielle Liste aller Side Events und Partys, sortiert nach Datum und Uhrzeit.
Jeder zehnte Journalist berichtet falsch über kriminelle Flüchtlinge
“So langsam lassen auch die Mainstreammedien die Katze aus dem Sack”, freute sich die AfD, als sie in der vergangenen Woche auf folgende Schlagzeile stieß:
(mopo.de)
Allerdings müssen wir die AfD enttäuschen: Die Katze aus dem Sack ist eine Ente.
In den Artikeln heißt es:
Mehr als zehn Prozent der im ersten Quartal in Hamburg ermittelten Straftäter sind Flüchtlinge. Das ergab die Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage des Bürgerschaftsabgeordneten Dennis Gladiator. “Erschreckend” nennt der CDU-Innenpolitiker die Zahl.
Exakt wurden 2252 der rund 21.000 in den ersten drei Monaten dieses Jahres ermittelten Tatverdächtigen als Flüchtlinge eingestuft. Die meisten durch sie begangenen Straftaten sind demnach Diebstähle, Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie Körperverletzungen.
Zwar geht die Zahl 2252 tatsächlich aus der Antwort des Hamburger Senats (PDF) hervor. Doch es geht dabei um Tatverdächtige, nicht um Täter. Es steht also gar nicht fest, wie viele davon wirklich eine Straftat begangen haben. Unklar bleibt auch, wie viele der Taten zum Beispiel bei Massenschlägereien in Unterkünften verübt wurden. Oder woher eigentlich die Gesamtzahl von 21.000 Verdächtigen kommt (aus der Antwort des Senats jedenfalls nicht).
Außerdem sind solche Quartalszahlen ohnehin nur mit sehr, sehr großer Vorsicht zu interpretieren, wie der Senat in seiner Antwort explizit betont:
Die PKS [Polizeiliche Kriminalstatistik] ist auf Jahresauswertungen ausgelegt. Innerhalb eines Berichtsjahres unterliegt der PKS-Datenbestand einer ständigen Pflege, zum Beispiel durch Hinzufügen von nachträglich ermittelten TV [Tatverdächtigen] oder der Herausnahme von Taten, die sich im Nachhinein nicht als Straftat erwiesen haben.
Zur begrenzten Aussagekraft unterjähriger Daten siehe im Übrigen Drs. 16/4616. Die Erfassung erfolgt unabhängig von der Tatzeit nach Abschluss aller kriminalpolizeilichen Ermittlungen eines Vorganges an die Staatsanwaltschaft.
Zur Beantwortung der Frage, wie viele Straftaten durch „Flüchtlinge“ im erfragten Zeitraum begangen worden sind, wäre eine händische Durchsicht sämtlicher Ermittlungs- und Handakten bei der Polizei erforderlich. Die Durchsicht von mehreren Zehntausend Vorgängen ist in der zur Beantwortung einer Parlamentarischen Anfrage zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich.
Auch in der Drucksache 16/4616 (PDF), auf die der Senat verweist, steht unmissverständlich:
Wegen der begrenzt aussagekräftigen Basis wird nochmals darauf hingewiesen, daß eine solche Betrachtungsweise zu sehr verzerrten Ergebnissen führen kann. Von daher ist insbesondere eine kleinteilige Darstellung (…) aus fachlichen Gesichtspunkten nicht hinreichend aussagekräftig.
Kurz gesagt: Die Zahlen sagen nichts aus. Erst recht nicht das, was “Mopo” & Co. in ihren Überschriften behaupten.
Auch Bild.de berichtet und wirft noch andere Zahlen in den Ring:
Dabei differenziert die Polizei nach Menschen mit laufendem Asylverfahren (1705 Tatverdächtige), Schutzberechtigte und Asylberechtigte (205 Tatverdächtige), Menschen, die trotz abgelehnten Asylantrags geduldet werden (261 Tatverdächtige) und Kontingentflüchtlinge (81 Tatverdächtige).
Nach Angaben des Einwohnerzentralamts leben in Hamburg derzeit 29 209 Menschen, auf die diese Kriterien zutreffen. Von ihnen wären also rund 7,7 Prozent straffällig geworden.
Die Schlussfolgerung ist aber auch falsch. Erstens lässt “Bild” außer Acht, dass bei den Tatverdächtigen durchaus Mehrfachnennungen möglich sind (eine Person wird verschiedener Taten verdächtigt). Und zweitens verweist der Sprecher der Hamburger Polizei im “Abendblatt” darauf, …
dass viele der erfassten Tatverdächtigen unter den Flüchtlingen nicht in Hamburg untergebracht sind. “Hamburg bietet als Metropole viele Tatgelegenheiten und ist deshalb für Straftäter attraktiv.” Das gelte aber auch für alle anderen Tatverdächtigen, die die Hamburger Polizei ermittele.
Aber wie das so ist: Die Zahlen sind in der Welt — und die Fremdenfeinde um ein Scheinargument reicher.
Mit Dank an Martin S.!
Hinter den Kulissen von BILDblog
Noch vier Tage, dann wir das BILDblog analog — jedenfalls für ein paar Stunden:
Disziplin Nummer zwei des modernen BILDblog-Dreikampfs an diesem Abend: Anekdoten und Redaktionsinterna aus zwölf Jahren Bloggerei. Dazu versammeln sich verschiedene BILDblogger aus unterschiedlichen Epochen, erzählen von ihrer Arbeit und antworten auf Fragen des Publikums:
- BILDblog-Gründer Stefan Niggemeier wird von der Anfangszeit und den ersten Jahren des Projekts erzählen: Wer war eigentlich “lupo”? Und warum ist es eine ganz blöde Idee, für ein Fotoshooting mit der “New York Times” auf einen Berg zu klettern?
- Der aktuelle BILDblog-Chef Mats Schönauer wird erklären, warum es die Seite nach zwölf Jahren mehr denn je braucht — und wie er es geschafft hat, aus Julian Reichelt so einen besonnenen Journalisten zu machen.
- Und “6 vor 9”-Kurator Lorenz Meyer spricht über die Qual des nächtlichen Linksammelns, die Qual der Wahl und die Qual des erneuten nächtlichen Linksammelns.
- Was gibt’s zu sehen?
Zuerst: “Seite Eins — Theaterstück für einen Mann und ein Smartphone” von Johannes Kram, in dem Ingolf Lück den Boulevardjournalisten Marco spielt. Ein lustiges, realistisches, erschreckendes Stück über die perfiden Methoden einer skrupellosen Zeitung.
(Fotos: Volker Zimmermann)Anschließend erzählen mehrere BILDblog-Autoren von ihrer Arbeit und beantworten Fragen der Zuschauer.
Und zum Schluss gibt’s Musik — von wem, geben wir noch bekannt.
- Wann?
Am Dienstag, 3. Mai 2016, um 19:30 Uhr (Einlass ab 19:00 Uhr).
- Wo?
Im Heimathafen Neukölln.
(Karl-Marx-Straße 141, 12049 Berlin, U7-Haltestelle Karl-Marx-Straße) - Wie viel?
Die Karten für den Abend kosten 20 Euro (plus Vorverkaufsgebühr). Mit den Einnahmen wollen wir den künftigen Betrieb des BILDblogs sichern — ein Benefizabend in eigener Sache also.
Tickets gibt es hier …
… oder direkt beim Heimathafen Neukölln oder bei “Koka 36”. (Die Tickets werden auf den Namen des Käufers ausgestellt, können aber auch gerne verschenkt werden.) - Wer uns bei der Gelegenheit noch gleich etwas mehr unterstützen möchte, kann auch eines der limitierten Supporter-Tickets kaufen:
– für 50 Euro bekommen Sie einen weltexklusiven BILDblog-Jutebeutel obendrauf.
– für 200 Euro stehen wir Ihnen bei der Party persönlich Rede und Antwort. Die Getränke gehen natürlich auf uns.
– für 500 Euro laden wir Sie einen Tag nach der Veranstaltung zum Abendessen in unsere liebste Dönerbude in Neukölln ein.
Dafür einfach eine kurze Mail an [email protected] schreiben.
- Eine Facebook-Veranstaltung gibt’s auch, und zwar: hier.
- Mit freundlicher Unterstützung von:
Hier noch einmal alle wichtigen Infos zum BILDblog-Abend im Überblick:
Durch den Abend leitet “aspekte”-Moderator Jo Schück.
Kuratorbuffet, Instantsuppe, Maskulismussalat
1. Kuratieren im Journalismus: Kontext ist King
(fachjournalist.de, Bernd Oswald)
“Links zu empfehlen und einzuordnen ist angesichts der enormen Informationsflut im Internet gerade wieder total in. Welche Arten des Kuratierens es gibt, was einen guten Kurator ausmacht und warum es sich lohnt, einer zu werden, erklärt Bernd Oswald.” Exakt mit diesen Worten ist der Beitrag meines Kurator-Kollegen Oswald (piqd.de) überschrieben, was ich in diesem Fall als perfekte Zusammenfassung des Beitrags stehen lassen möchte.
2. instant everywhere
(wirres.net, Felix Schwenzel)
Um Facebooks “Instant Articles” ranken sich viele Gerüchte und Missverständnisse und sogar Journalisten kommen manchmal ins Schleudern, wie Felix “Kleinschreibung” Schwenzel in seinem neuesten Beitrag erzählt. Schwenzel erklärt die Sache und verrät, warum er glaubt, dass sich die Instant Articles auch bald auf dem Desktop einnisten werden.
3. Pöbeln für die Männlichkeit
(sueddeutsche.de, Simon Hurtz)
“Süddeutsche Zeitung”-Autor Simon Hurtz hat sich ins Herz des Maskulismus begeben und mit einigen Vertretern der teilweise fanatischen Männerrechtler gesprochen, die Männer für systematisch benachteiligt halten. Die Maskulisten seien vor allem ein Online-Phänomen, der Austausch erfolge vor allem in Blogs, Foren und sozialen Netzwerken. Vielfach würden antifeministische oder frauenfeindliche Thesen aufgestellt, oft ergehe man sich in ordinären Pöbeleien.
4. Über die Gratisschreiberei
(michaelbittner.info)
Der Autor und Journalist Michael Bittner wird von einem kommerziellen Medium gefragt, ob er einen Text kostenlos zur Verfügung stellen würde. Natürlich sei freundliches Fragen nicht verwerflich, so Bittner, dennoch gerät er ins Grübeln: “Der finanzielle Unterschied zwischen Leserbriefschreiberei und freiem Journalismus schrumpft jedenfalls stetig, während freie Autoren gleichzeitig immer mehr Aufgaben übernehmen, die früher feste Redakteure erledigten. Vielleicht treten bald nur noch Menschen an die Öffentlichkeit, die sich das Schreiben als Hobby leisten können, weil sie vermögend sind oder anderswo sprudelnde Geldquellen erschlossen haben.”
5. Der Kampf geht weiter
(taz.de, Anne Fromm)
“taz”-Medienredakteurin Anne Fromm berichtet von den öffentlich ausgetragenen Konflikten innerhalb der linken Debattenzeitschrift “Analyse & Kritik (ak)”. Die Zeitschrift ist im Umbruch, ein Generationenwechsel steht an. Im März hätte die Hamburger Redaktion den Konflikt erstmals auf Facebook öffentlich gemacht. Seitdem hätte es regelmäßig Wasserstandsmeldungen gegeben und aktuell eine komplette Seite drei „zum Stand der Dinge bei ak“. Die Angelegenheit ist im wahrsten Sinne des Wortes prekär, denn das Projekt bedeutet viel Arbeit für wenig Geld.
6. Antwort von “Bochum and Leicester Friendship” an “Bild”
(facebook.com)
Ein “Bild”-Reporter fragt die Fußballfans der “Bochum and Leicester Friendship” für einen Beitrag an. Auch wenn, wie er augenzwinkernd hinzufügt, der VfL-Trainer ja nicht der größte “Bild”-Fan sei… Die städteübergreifende Fantruppe antwortet in einer Weise, die ihn vom Grundsatz eigentlich nicht hätte überraschen dürfen, es aber wahrscheinlich dennoch getan hat.
Verlegertreff, Schweizer Käse, Ruthe-Apell
1. “Jetzt hilft nur noch ein Nobelpreis”
(boersenblatt.net, Holger Heimann)
Unter dem Motto “Verlage (in) der Zukunft” haben sich drei Verleger Gedanken über die Planbarkeit des Erfolgs und das Bild von Verlagen in der Öffentlichkeit gemacht: Felicitas von Lovenberg, seit etwa 50 Tagen Verlegerin des Piper-Verlags, Hanser-Verleger Jo Lendle und Jonathan Beck vom Verlag C.H. Beck. Letzterer klagte: “In den letzten Jahren hat es eine ganze Reihe von Entscheidungen gegeben, die ein Bild von Verlagen als bloße Verwerter transportieren, die Manuskripte lediglich an Druckereien weitergeben und arme Autoren dazu zwingen, für sie ungünstige Verträge zu unterschreiben”. Was für ein Wunder möchte man hinterherrufen, wenn man liest, wie unsouverän die anwesende Kulturstaatsministerin mit der höchstrichterlichen Entscheidung umgeht, der nichterlaubten Selbstbedienung der Verlage an den VG-Wort-Einnahmen (Ministerdeutsch: “bewährte Praxis”) endlich ein Ende zu bereiten.
2. Niederländer sollen mit Kritik an Erdogan vorsichtig sein
(faz.net)
Der türkische Ministerpräsident weitet seine Zensurzone auf immer mehr Länder aus und wertet anscheinend soziale Netze aus. Nun hat der niederländische Außenminister Bert Koenders seine Landsleute zur Vorsicht ermahnt. Es gebe „keine Garantien“ für Niederländer, die sich etwa in sozialen Netzwerken kritisch zur türkischen Führung geäußert hätten und dann in die Türkei reisten, sagte Koenders bei einer Parlamentsdebatte am Dienstag.
3. Regelwerk mit Lücken an den entscheidenden Stellen
(de.ejo-online.eu, Silke Fürst & Mike Meißner)
Wie groß die Angst vor sinkenden Werbeerlösen in der Zeitungsbranche sein muss, kann man derzeit in der Schweiz sehen. Da fordert der Chef der “Basler Zeitung” die Anzeigenkunden auf, gegen missliebige Berichterstattung vorzugehen und verteidigt sogar einen Boykott: Inserierende Unternehmen müssten sich nicht „auf der Nase rumtanzen“ lassen. Und der Verlegerpräsident Lebrument verstieg sich in der “NZZ” sogar zu der Aussage, dass die saubere Trennung zwischen redaktionellem Teil und Werbung heute nicht mehr funktioniere und “Kompromisse” notwendig seien. Im Artikel kommen verschiedene Stimmen zu Wort, auch jene, die diese Aussagen problematisieren.
4. Wie man Leser verhohnepipelt
(bilanz.de, Wolf Schneider)
Journalistenlegende Wolf Schneider (u.a. Korrespondent der “Süddeutschen Zeitung” in Washington, Chefredakteur der “Welt”, Moderator der NDR-Talkshow, Gründer und Leiter der Henri-Nannen-Schule) meldet sich auch noch mit 90 regelmäßig zu Wort. In seinem neuen Artikel nimmt er einen Brockhaus-Eintrag auseinander und seziert ein verzwirbeltes Satzmonstrum aus der „Frankfurter Allgemeinen Woche“. Schneider macht Texte verständlicher, indem er sprachlichen Ballast abwirft und die Lesbarkeit verbessert. Das ist nicht nur für Journalisten interessant, sondern für jeden Schreibenden.
5. Ruthe zum Tag des geistigen Eigentums
(facebook.com/ruthe.de)
Cartoonist Ralph Ruthe gehört zu den meistbestohlenen Comic-Künstlern im Netz. Anlässlich des “Tags des geistigen Eigentums” schreibt er, mit welchen Übernahmen er leben kann und mit welchen nicht. Und er geht mit viel Geduld und Höflichkeit auf all die gängigen Argumente der Kopierbefürworter ein (“Das ist doch Werbung für dich!”).
6. “sanft & sorgfältig” jetzt bei Spotify | NDR
(Daniel Bouhs, Video, 7:35)
Hinter dem Erfolg einer Radiosendung steht auch immer ein Programmchef, der diese mitverantwortet. Im Fall von Deutschlands beliebtester Radiosendung “sanft & sorgfältig” mit Jan Böhmermann und Olli Schultz ist es RadioEins-Chef Robert Skuppin. Im Interview zum Wechsel von Böhmermann und Schulz zu Spotify erklärt er auf sympathisch gelassene Art, warum er auf den privaten Streamingdienst richtig sauer ist, auf Jan Böhmermann und Oli Schulz dagegen nicht.
Nazi-Skandal Reloaded
Vor knapp acht Jahren erschütterte ein Skandal die “Junge Union” — und die „Bild“-Zeitung.
Mitten im Machtkampf der CDU platzt jetzt eine weitere Bombe! Mindestens drei CDU-Mitglieder sollen in einen Hakenkreuz-Skandal verwickelt sein. Jetzt tauchte ein geheimes Videoband bei der CDU-Zentrale im Abgeordnetenhaus auf. (…)
Der Film zeigt die CDU-Mitglieder während einer Fahrt vor zwei Jahren: Sie haben ihre Oberkörper mit Hakenkreuzen beschmiert, schreien wüste Nazi-Parolen!
Das mit den beschmierten Oberkörpern ist, wie wir schon damals festgestellt haben, völliger Quatsch. „Bild“ hatte das Video vor der Veröffentlichung des Artikels gar nicht gesehen.
Dummen Nazi-Mist gibt es in dem Video, das 2005 auf einer Reise der “Schüler Union” in Riga entstanden ist, aber tatsächlich: Es zeigt mehrere junge, sichtlich alkoholisierte Männer, die sich zum Zeitvertreib wie in einer Talk-Show Fragen stellen. Irgendwann hält einer der Anwesenden kurz einen Sticker mit Hakenkreuz-Motiv vors Objektiv, den er an einem Rigaer Souvenirstand erworben hat; ein anderer findet es sichtlich lustig, mit rechten Parolen wie der Bekämpfung „des jüdischen Bolschewismus“ zu provozieren.
2008 wurde das Video dann der Berliner CDU zugespielt, kurz darauf berichteten „Bild“ und andere Medien (etwa der „Tagesspiegel“), es gab große Aufregung — und Konsequenzen: Die beteiligten Nachwuchspolitiker legten ihre Ämter nieder, traten aus der Partei aus, einer erstattete Selbstanzeige und bekam eine zweijährige Ämtersperre. Ihre politische Karriere war vorerst hinüber, vom öffentlichen Ansehen ganz zu schweigen.
Damit war das Thema erledigt, die Politiker hatten ihre Strafe bekommen.
Und wenn Sie sich fragen, warum wir heute, elf Jahre nach der Entstehung des Videos und acht Jahre nach der Berichterstattung darüber, plötzlich wieder damit ankommen — nun ja:
Das ist die „B.Z.“ von heute. Der Skandal ist der von damals.
Von mit Hakenkreuzen beschmierten Oberkörpern ist immerhin nichts mehr zu lesen, denn diesmal haben die Springer-Leute sich das Video sogar angeschaut, bevor sie darüber geschrieben haben, was im Grunde auch die einzige Neuigkeit ist.
Aber weil die beteiligten JU-Mitglieder inzwischen wieder in der Partei aktiv sind, haut die „B.Z.“ ihnen den Skandal einfach noch mal um die Ohren.
Das Blatt erwähnt zwar, dass die Sache elf Jahre her ist (die Männer kommen auch alle zu Wort und erklären, dass sie diesen „sehr, sehr dummen Fehler“ immer noch “zutiefst bereuen”), doch es klingt alles so, als käme die Sache erst jetzt an die Öffentlichkeit:
Sie sind in jungen Jahren schon weit gekommen: (…). Jetzt holt die drei Freunde mit CDU-Parteibuch die Vergangenheit des Jahres 2005 ein: ein Video von einer Reise der Schüler-Union nach Riga.
Jetzt ist ein Video aufgetaucht, das drei Unions-Fraktionäre bei einer Partei-Reise 2005 nach Riga zeigt: Hakenkreuze, Nazi-Parolen, Hass.
Das Video, das der B.Z. exklusiv vorliegt, kennen bislang nur führende CDU-Funktionäre.
Schwupps — Skandal wieder da.
(stern.de)
(news.de)
(oe24.at)
Auch die “Bild”-Zeitung berichtet wieder:
Dass sie schon vor acht Jahren darüber geschrieben hat und damals noch von beschmierten Oberkörpern die Rede war, erwähnt die Redaktion — Überraschung: nicht.
Mit Dank an Matthias M.
Journalismuswandel, Welt-Wandel, Gesetzeswandel
1. Vor Gericht stehen die Whistleblower
(tagesschau.de, Holger Romann)
Bis zu zehn Jahren Haft drohen den beiden Whistleblowern und dem Journalist, der die dubiosen Praktiken der Steueroase Luxemburg aufgedeckt hat, mit denen Großkonzerne sich um die Zahlung von Steuern drücken. Um Milliarden von Steuern… Statt grundlegende Reformen einzuleiten und endlich die Schlupflöcher im eigenen System zu schließen, macht man nun ausgerechnet jenen den Prozess, die den als “LuxLeaks” bekanntgewordenen Skandal damals ans Licht brachten.
2. Journalismus 2020 – was wird sich ändern?
(de.ejo-online.eu, Tina Bettels-Schwabbauer)
Die „Deutsche Gesellschaft Qualitätsjournalismus“ hat einige Branchenexperten gefragt, wie sie sich den Journalismus des Jahres 2020 vorstellen würden. Oft taucht der alleskönnende Universaljournalist auf, der auf sämtliche Plattformen zu Haus, mit allen Techniken vertraut ist. Und den die ebenfalls befragte Silke Burmester als „omnipotenten Großkotzbrocken, der alles wuppt und alles kann” bezeichnet: “…wir müssen so tun, als hätten wir elf andere Berufe auch noch gelernt. Den der Kamerafrau. Den der Cutterin. Der Toningenieurin. Der Fotografin. Der Grafikerin. Der Programmiererin. Der Webdesignerin. Der Moderatorin. Der Marketing-Expertin. Den der Social-Media-Managerin. Und den der Betriebswirtin – schließlich sollen ja auch die Zahlen stimmen.“
3. Allgemeine Verunsicherung
(taz.de, Jürn Kruse)
Die “Welt” will 50 Stellen abbauen. Die Firmenspitze setzt auf Einzelgespräche und Abfindungsangebote, doch bisher sind nach Informationen der “Taz” nur wenige Mitarbeiter darauf eingegangen. Laut einer Mail des Betriebsrats seien erst Aufhebungsverträge im Umfang von zehn Vollzeitstellen unterschrieben worden. Wenn sich nicht genügend “Freiwillige” finden, soll angeblich ein Sozialplan greifen und betriebsbedingt gekündigt werden.
4. Maas entschärft Pläne für Gerichts-TV
(faz.net)
Nach Protesten von Richterseite hat Bundesjustizminister Heiko Maas die Pläne zur direkten Film- und Tonübertragung aus Gerichtssälen entschärft. Die Richter hatten eine Youtube-isierung des Rechtswesens inklusive Video-Pranger befürchtet. Der neue Entwurf sieht nun laut “FAZ” vor, dass Urteilsverkündungen von Bundesgerichten im Fernsehen direkt übertragen werden dürfen – aber nur, wenn der Vorsitzende Richter einverstanden sei.
5. Wir sind dann mal so frei
(ndr.de, Daniel Schmidthäussler)
Etwa 18.000 sogenannte feste Freie arbeiten derzeit regelmäßig bei ARD, ZDF und Deutschlandradio. Nun fand in Berlin erstmals der zweitägige ARD-Freienkongress statt. Der Zusammenschluss von Interessenvertretungen für Freie in der ARD fordert in einer Resolution mehr Respekt und Rechte für Freie und “Schluss mit der Zwei-Klassen-Gesellschaft!”
6. Entsorgt (13): Flop 15 – Die seltsamsten Magazin-Cover des Frühjahrs
(kioskforscher.wordpress.com, Markus Böhm)
Eine Galerie des Grauens ist es, die Blogger und Journalist Markus Böhm da aus 15 seltsamen und teilweise verstörenden Magazin-Covern zusammengestellt hat.