Archiv für Dezember, 2023

KW 51/23: Hör- und Gucktipps zu Weihnachten und zum Jahresende

Hurra, Feiertage – und damit viel Zeit zum Hören und Sehen! Zum Jahresende präsentieren wir Euch noch einmal eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

All unseren Leserinnen und Lesern, Unterstützerinnen und Unterstützern wünschen wir frohe Weihnachten, ein paar schöne, ruhige Tage und einen guten Start ins neue Jahr. Wir sehen uns hier 2024 wieder.

Die nächste Folge “6 vor 9” kommt am Montag, 8. Januar 2024.

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1. Der König von TikTok
(ardaudiothek.de, Audio: acht Folgen zwischen 24 und 37 Minuten)
Dieser achtteilige Podcast dreht sich um eine schillernde Medienfigur, die verschiedene TV-Sender mit allerlei dubiosen Angeboten betrieb und immer wieder ins Visier von Aufsichtsbehörden und Justiz geriet: Thomas G. Hornauer. Zuletzt machte er als “Königliche Heiligkeit”, angeblicher Doktor der Philosophie und Trash-Promi auch auf TikTok von sich reden. Emeli Glaser und ihr Team sind dem Phänomen auf ebenso informative wie unterhaltsame Weise auf den Grund gegangen.
Weiterer, wenn auch ernsterer Gucktipp in Sachen TikTok: Krieg auf TikTok: Die geheime Arbeit der Content Moderatoren (ndr.de, Severin Pehlke, Video: 15:12 Minuten).

2. Kriegsberichterstattung: Warum? Wo? Wie?
(sicherheitspod.de, Thomas Wiegold & Rike Franke & Frank Sauer & Carlo Masala, Audio: 1:46:51 Stunden)
In der aktuellen Folge von “Sicherheitshalber”, dem “Podcast zur Sicherheitspolitik”, ist Frederik Pleitgen zu Gast, der für den US-Sender CNN aus den Krisen- und Kriegsgebieten der Welt berichtet: Warum gibt es in Zeiten des Internets überhaupt noch traditionelle Fernseh-Kriegsberichterstattung? Wie entscheidet CNN, wo berichtet wird? Und wie sorgt Pleitgen für seine eigene Sicherheit?

3. Traumberuf Influencerin?
(arte.tv, Video: 30:03 Minuten)
Die Arte-Doku beleuchtet das Leben von Influencerinnen und die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind. Es geht dabei um Themen wie Druck, Selbstoptimierung und die Auswirkungen der ständigen Vergleiche mit perfekten Online-Persönlichkeiten: “Warum geht es eigentlich so viel um Aussehen, Fitness und Mode? Rolle rückwärts in die 50er-Jahre? Und was macht es mit den jungen Frauen, die sich rund um die Uhr mit scheinbar perfekten Superfrauen vergleichen?”
Weiterer Hörtipp: Influencer-Marketing – Authentizität als Geschäftsmodell (swr.de, Sofie Czilwik, Audio: 28:58 Minuten).

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4. Nicht nur Stillstand und Rückschritt: Vielfalt in den Medien 2023
(sueddeutsche.de, Nils Minkmar & Nadia Zaboura, Audio: 36:43 Minuten)
“Flucht, Migration, Integration: Was läuft besser in der Berichterstattung über die Einwanderungsgesellschaft – und bei welchen Themen könnte es besser sein?” Darüber diskutieren Nadia Zaboura und Nils Minkmar im Medienpodcast “quoted” mit ihrem Gast Elena Kountidou, Geschäftsführerin der Organisation Neue deutsche Medienmacher:innen.
Weiterer Hörtipp: Im Medienpodcast “M” spricht Medienwissenschaftler Björn Staschen mit Danilo Höpfner über Diversität im Journalismus und die Frage, was sich aus seiner Sicht ändern muss: Journalismus von Polohemden (verdi.de, Audio: 25:41 Minuten).

5. Elon Musk: Last Week Tonight with John Oliver
(youtube.com, John Oliver, Video: 31:02 Minuten)
Ausnahmsweise ein englischsprachiger Tipp: Bei “Last Week Tonight” knöpft sich John Oliver den Tech-Milliardär und Twitter-Eigentümer Elon Musk vor, und das ist gleichermaßen informativ, komisch und entlarvend.
Dazu ein passender Hörtipp in eigener Sache: Auch im großen Jahresrückblick des “Haken-dran”-Podcasts ging es um die High- beziehungsweise Lowlights des Elon Musk im zurückliegenden Jahr: JENGAAAAA! – und der große Jahresrückblick 2023 (mit Lorenz Meyer) (spotify.com, Gavin Karlmeier, Audio: 1:14:55 Stunden).

6. Über Übermedien: Was war das für ein Jahr – und was passiert nächstes?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 48:36 Minuten)
Weitere mediale Jahresrückblicke gefällig? Bei “Übermedien” hat sich Holger Klein mit den “Übermedien”-Gründern Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz über das zurückliegende Jahr unterhalten. Es geht dabei um die wichtigsten Recherchen und weitere Medienthemen 2023, aber auch um die anstehenden Änderungen im Hause “Übermedien” im neuen Jahr. Beim Jahresrückblick von “BR24 Medien” stehen vier Themen im Fokus: Künstliche Intelligenz, die Zukunft des Journalismus, das Verhältnis zwischen Staat und Medien sowie Kriegsberichterstattung (br.de, Nina Landhofer, Audio: 54:26 Minuten). Beim “Breitband”-Jahresrückblick von Deutschlandfunk Kultur geht es unter anderem um Microblogging, Investigativpodcasts und Netzpolitik (deutschlandfunkkultur.de, Vera Linß & Marcus Richter & Gavin Karlmeier & Marcus Engert & Anna Biselli & Marie Zinkann, Audio: 44:57 Minuten). Und natürlich darf am Ende des Jahres der Jahresrückblick von “Fernsehen für alle” nicht fehlen mit den “Top Ten TV-Momenten 2023”: “In einer Mischung aus dem RTL-Jahresrückblick mit Günther Jauch, einer beliebigen Rankingshow mit Sonja Zietlow und der Ultimativen Chartshow heben wir besondere Leistungen im Bereich ‘Beste Unterhaltung TV’ hervor und loben, was es zu loben gibt, und lachen aus, was es auszulachen gibt.” (fernsehenfueralle.podigee.io, Dennis Müller & Natalie, Audio: 1:36:37 Stunden)

Faktenlose Polemik, Ende der PiS-Propaganda, Kevin reich zu Haus

1. Faktenlose Polemik bei Exxpress zum Thema Schneefall und Klimawandel
(kobuk.at, Corinna Crestani)
Corinna Crestani kritisiert bei “Kobuk” einen Artikel des österreichischen “Exxpress”, der den Klimawandel im Zusammenhang mit Schneefällen diskutiert. Crestani wirft der “Exxpress”-Redaktion vor, ohne wissenschaftliche Grundlage zu argumentieren und Expertenmeinungen zu ignorieren oder falsch darzustellen. Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel würden falsch interpretiert oder verzerrt wiedergegeben.

2. Ende der PiS-Propaganda
(taz.de, Gabriele Lesser)
Wie Gabriele Lesser in der “taz” berichtet, müsse sich die rechte PiS-Partei in Polen, die in den vergangenen Jahren die öffentlich-rechtlichen Medien zu Propagandazwecken umgebaut habe, von ihrem Hauptsender TVP trennen. Die neue Mitte-Links-Regierung, die im Oktober gewählt wurde, habe sich zum Ziel gesetzt, Objektivität und Ausgewogenheit im Rundfunk wiederherzustellen. Dies könnte massive Auswirkungen auf die PiS haben, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Kommunal-, Regional- und Europawahlen, da die Partei ihre Medienmacht und damit ihren Einfluss auf die öffentliche Meinung verliere.

3. 16. Goldener Günter: Die medialen Peinlichkeiten des Jahres 2023
(dwdl.de, Thomas Lückerath & Timo Niemeier)
Die Redaktion des Medienmagazins “DWDL” kürt regelmäßig die Peinlichkeiten des vergangenen Medienjahres mit einem Negativpreis: dem “Goldenen Günter”. Hintergrund der seit 2008 vergebenen Auszeichnung sei eine Aussage des damaligen ARD-Programmdirektors Günter Struve. Dieser habe eine Sendung mit der Künstlerin Lady Bitch Ray als “ziemlich ui-jui-jui” bezeichnet. Die Auswahl an Peinlichkeiten ist in diesem Jahr besonders groß und reicht von der Idee, Michael Wendler zurück ins TV-Geschäft zu holen, über das mit Künstlicher Intelligenz gefakte Michael-Schumacher-“Interview” der “Aktuellen” bis hin zu den schwurbelnden Aussagen von Richard David Precht im ZDF-Podcast “Lanz & Precht”.

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4. Uns fehlen noch 225.903 Euro!
(netzpolitik.org)
netzpolitik.org versteht sich als “Medium für digitale Freiheitsrechte”. Die Redaktion beschäftigt sich unter anderem mit staatlicher Überwachung, Open-Source-Software, Telekommunikationsgesetzen sowie kreativem Gemeingut und einer freien Wissensgesellschaft. Das Angebot von netzpolitik.org finanziert sich fast vollständig aus Spenden der Leserinnen und Leser. Zum Ende des Jahres wird das Geld knapp und die Redaktionen bittet um Unterstützung.

5. MDR-Fernsehen: Umschau am 12.12.2023
(mdr.de)
Gestern haben wir in den “6 vor 9” einen Artikel des “Volksverpetzers” empfohlen, in dem Gunnar Hamann einen Beitrag des MDR hinterfragt, mit dem sich der öffentlich-rechtliche Sender aus seiner Sicht zum Sprachrohr der “Querdenken”-Bewegung gemacht hat. Der MDR hat nun eine Richtigstellung veröffentlicht, in der er einräumt, dass die “publizistischen Sorgfaltskriterien” nicht eingehalten wurden. Man habe die Sendung bereits “depubliziert”.

6. So reich sind die McCallisters – und sieben weitere schräge Fakten über den Film
(spiegel.de)
Im deutschen Fernsehen haben sich zu Weihnachten gewisse Traditionen herausgebildet. Dann holen die Sender die immer gleichen Filme aus dem Schrank, seien es “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel”, “Sissi”, der Actionklassiker “Stirb langsam” oder der Weihnachtsfilm “Kevin allein zu Haus” aus den 90er-Jahren. Die “New York Times” ist nun der Frage nachgegangen, wie reich Kevins Filmfamilie wirklich ist, und der “Spiegel” hat das Thema aufgegriffen. Außerdem gibt es sieben weitere unterhaltsame Fun Facts für alle, die beim rituellen Fernsehgenuss mit Hintergrundwissen glänzen wollen.

X warnt vor Tesla-Kritik, Genderverbot, Sprachrohr

1. X warnt vor Links zu Tesla-kritischen Presseberichten
(spiegel.de)
Links zu Artikeln der schwedischen Zeitung “Aftonbladet”, die sich kritisch mit Elon Musks Unternehmen Tesla beschäftigen, werden von Elon Musks Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter) offenbar mit einem Warnhinweis versehen, der den Nutzerinnen und Nutzern suggeriert, dass diese Links potenziell unsicher seien. Die betroffenen Artikel enthalten kritische Inhalte über den Autobauer Tesla, insbesondere zu Themen wie Kinderarbeit im Zusammenhang mit Zulieferern. X wurde bereits in der Vergangenheit dafür kritisiert, Links aus Eigeninteresse zu manipulieren.
Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins sprach der “6-vor-9”-Kurator über die geleakten Dokumente, nach denen es bei X die Anweisung gebe, toxische Inhalte auf der Plattform zu belassen, und über die Maßnahmen der EU gegen all das: Was ist los mit Elon Musk, X und der EU? (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:15 Minuten)

2. Insolvenzverwalter sucht neue Eigentümer für “Meedia” & Co.
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie “DWDL” berichtet, scheint eine Zukunft für die Fachtitel “Meedia”, “Blickpunkt Film” und “Musikwoche” nach dem Antrag ihres Verlags auf Insolvenz in Eigenverwaltung grundsätzlich möglich. Der zuständige Insolvenzverwalter habe angekündigt, dass diese Titel nach grundlegenden Sanierungsmaßnahmen weitergeführt werden könnten, was jedoch “deutliche Personalanpassungen, eine Neuausrichtung der Unternehmensstrategie und die Einstellung nicht rentabler Teilbereiche” einschließe.

3. HR hält Genderverbot für verfassungswidrig
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Hessische Rundfunk (HR) hat sich gegen das von der neuen Koalition aus CDU und SPD in Hessen geplante Genderverbot ausgesprochen und es als verfassungswidrig und als Verstoß gegen die Rundfunkfreiheit bezeichnet. Der Vorsitzende des HR-Rundfunkrats, Harald Freiling, betont, es sei nicht Aufgabe der Politik, inhaltliche Vorgaben für den Rundfunk zu machen, denn Staatsferne und Rundfunkfreiheit seien Grundwerte. Der Deutsche Journalisten-Verband unterstützt diese Position.

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4. MDR als Sprachrohr von “Querdenken” – Die ganze Geschichte
(volksverpetzer.de, Gunnar Hamann)
Beim “Volksverpetzer” hinterfragt Gunnar Hamann einen Beitrag des MDR, mit dem sich der öffentlich-rechtliche Sender aus seiner Sicht zum Sprachrohr der “Querdenken”-Bewegung gemacht habe: “In seiner Aufmachung ist dieser wie ein Krimi aufgebaut. Dabei ist der eigentliche ‘Krimi’ die Recherche dazu: Von einfachen Widersprüchen und Fragen zu und bei den Beteiligten angefangen, bis hin zur Löschung des Beitrags am vergangenen Sonntag.”

5. Redaktionen und Berichterstattung: weniger divers als die Gesellschaft
(de.ejo-online.eu)
Die Reuters-Studie “Race and leadership in the news media 2023” zeige, dass in den Führungsetagen großer Medienhäuser weltweit nur 23 Prozent der Positionen von People of Color besetzt sind, obwohl diese 44 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. In Deutschland gebe es in den untersuchten Medienunternehmen keine Führungspositionen, die von People of Color besetzt sind. Dies führe zu einer eingeschränkten Meinungsvielfalt und beeinträchtige sowohl die journalistische Qualität als auch die gesellschaftliche und politische Teilhabe.

6. Journalismus
(urheber.info)
Das “IU Mag”, das Magazin der Initiative Urheberrecht, widmet sich in jeder Ausgabe einer bestimmten Branche und beleuchtet deren spezifische Herausforderungen im Kontext des Urheberrechts. Die kostenlos verfügbare Ausgabe Nummer 8 des Magazins (PDF) widmet sich dem Journalismus und untersucht, inwieweit generative Künstliche Intelligenz die Verlässlichkeit von Texten, Bildern und Filmen in diesem Bereich beeinflusst.

Glaubwürdigkeit, Der Sängerkreis des NDR, Inklusiver Journalismus

1. WDR rechnet 2024 mit deutlichem Minus, RBB mit leichtem Plus
(dwdl.de, Manuel Weis)
Wie “DWDL” berichtet, plant der WDR für das Jahr 2024 mit einem Defizit von 112,7 Millionen Euro, das durch einen Griff in vorhandene Rücklagen ausgeglichen werden soll. Der RBB hingegen rechne dank umfangreicher Sparmaßnahmen mit einem leichten Plus von 3,8 Millionen Euro. Beide öffentlich-rechtlichen Sender würden einen ausgeglichenen Haushalt für die laufende Beitragsperiode 2021 bis 2024 anstreben.

2. In Krisenzeiten besonders gefragt
(tagesschau.de, Philipp Jahn)
Laut einer Studie im Auftrag des WDR halten vier von fünf Menschen das Informationsangebot der Medien in Deutschland für gut oder sehr gut. Allerdings sei das Vertrauen in Medien insgesamt gesunken. Die öffentlich-rechtlichen Radio- und TV-Sender sowie Tageszeitungen gälten als glaubwürdiger als beispielsweise private Sender oder Online-Angebote von Zeitungen und Zeitschriften.

3. Philipp Peyman Engel wird Chefredakteur des Jahres 2023
(spiegel.de)
Philipp Peyman Engel, seit September Chefredakteur der “Jüdischen Allgemeinen”, wurde vom “Medium Magazin” zum Chefredakteur des Jahres 2023 gewählt. Die ARD-Korrespondentin Ina Ruck erhielt den Hauptpreis als “Journalistin des Jahres”, der ZDF-Journalist Claus Kleber wurde für sein Lebenswerk geehrt.

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4. Journalismus für alle
(kontextwochenzeitung.de, Theresa Horbacher)
Theresa Horbacher berichtet in der “Kontextwochenzeitung” über “Einfach Heidelberg”, eine inklusive Redaktion, die Journalismus für Menschen mit Behinderungen zugänglich macht. Horbacher beschreibt, wie das Projekt komplexe Inhalte in leichter Sprache aufbereite und damit einen wichtigen Beitrag zur Barrierefreiheit im Informationssektor leiste. Ihr Fazit: “Wie so oft sind es auch in Sachen Inklusion die kleinen, unabhängigen Projekte, die die Medienbranche voranbringen.”

5. Gundula Gause wieder wohlauf
(zdf.de)
Gundula Gause, Co-Moderatorin des “heute journals”, hatte am Montagabend während der laufenden Live-Sendung einen Schwächeanfall, der aber kein Grund zur Sorge sei, wie sie noch in der Nacht an ihre Kolleginnen und Kollegen gemailt habe: “Entwarnung. Bin wieder zu Hause. Schlimmeres kann ausgeschlossen werden”.

6. Do They Know It’s Kulturwandel Time im NDR?
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Beim NDR wurde zur Verbesserung des Betriebsklimas ein “Kulturkreis” gegründet, der nun ein Lied auf sich selbst und den Intendanten Joachim Knuth einstudiert und veröffentlicht hat. Der Song rufe die unterschiedlichsten Reaktionen hervor, wie Stefan Niggemeier kommentiert: “Böse Menschen meinen, die singenden Kulturwandler im weihnachtlichen Gewand müssten Geiseln von Joachim Knuth sein, anders ließe sich das gar nicht erklären. Das widerspricht aber natürlich eklatant der Besinnlichkeit der Jahreszeit und der Gutgemeintheit des Ganzen.”

EU-Kommission vs. X, Grimme Online Award gefährdet, Willy Brandt

1. EU-Kommission eröffnet Verfahren gegen X wegen Falschinformationen
(zeit.de)
Die Europäische Kommission hat ein förmliches Verfahren gegen X (ehemals Twitter) wegen der Verbreitung falscher Informationen und illegaler Inhalte eingeleitet. Sie untersuche auch, ob die blauen Haken auf der Plattform, die inzwischen über ein Abonnementmodell erworben werden können, irreführend sind. Darüber hinaus wurde X bereits wegen der Verbreitung von Falschinformationen im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Israel und der Hamas verwarnt.
Zu X ein weiterer Lesetipp: Leak: Leugnung des Holocaust und mehr darf auf X/Twitter nicht gelöscht werden: “Interne Handbücher belegen, was offensichtlich ist: Eine irische Zeitung hat herausgefunden, welche Inhalte bei X/Twitter nicht mehr gelöscht werden müssen.” (heise.de, Martin Holland)

2. Sparmaßnahmen treffen den Grimme Online Award
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier berichtet bei “DWDL” über Sparmaßnahmen des Grimme-Instituts, die auch den Grimme Online Award beträfen. Dies gehe aus einer Stellungnahme der Grimme-Belegschaft hervor, die “DWDL” vorliege. Es sei davon auszugehen, dass der Wettbewerb und die Preisverleihung im kommenden Jahr nicht wie gewohnt stattfinden können. Zudem sei geplant, die Bereiche Grimme-Forschung und Grimme-Medienbildung komplett aufzugeben. Man blicke “mit großer Sorge in die Zukunft”.

3. Bahar Aslan auch beim OVG erfolg­reich
(lto.de)
“Legal Tribune Online” berichtet, dass das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht den Widerruf des Lehrauftrags der Dozentin Bahar Aslan an der Polizei-Hochschule NRW für rechtswidrig erklärt hat. Diese Entscheidung bestätigt ein früheres Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen, welches bereits festgestellt hatte, dass die Entlassung Aslans nach einem polizeikritischen Tweet unrechtmäßig war.
Transparenzhinweis: Der “6-vor-9”-Kurator hatte sich im Mai dieses Jahres zusammen mit vielen anderen in einem offenen Brief mit Aslan solidarisiert.

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4. Zwischen Politik und Publizistik
(taz.de, Christian Walther)
Christian Walther zeichnet in seinem Beitrag die journalistische Laufbahn Willy Brandts nach, beginnend mit dessen Kindheit als Kinderreporter in Lübeck über Brandts journalistische Tätigkeit im Exil und in Berlin bis hin zum Wechsel in die Berufspolitik. Walther beleuchtet Brandts Beitrag zum politischen Journalismus, insbesondere dessen Rolle in der Kampagne für den Friedensnobelpreis für Carl von Ossietzky und die Berichterstattung über den Spanischen Bürgerkrieg und den ersten der Nürnberger Prozesse.

5. Ein Rundfunk für alle
(epd.de, Joachim Knuth)
NDR-Intendant Joachim Knuth diskutiert in einem Gastbeitrag für epd Medien die aktuellen Herausforderungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland. Knuth betont dabei die Bedeutung von authentischen und sorgfältig recherchierten Informationen in Zeiten von Informationskomplexität und Desinformation sowie die Rolle des Rundfunks bei der Daseinsvorsorge und Meinungsbildung.

6. Die Top-Klickbringer der Schweizer Medien
(persoenlich.com, Christian Beck)
Christian Beck fasst die meistgeklickten Themen der Schweizer Medien im Jahr 2023 zusammen. Der Ukraine-Krieg war durchgehend ein Hauptthema, das in verschiedenen Medien und Medienhäusern wie Tamedia, “NZZ”, CH Media, “Blick”, “20 Minuten” und SRF hohe Klickzahlen erzielte. Neben dem Krieg waren auch nationale Ereignisse wie der Bergsturz in Brienz, Sportereignisse und prominente Persönlichkeiten wie Prinz Harry und Roger Federer von großem Interesse für die Leserschaft.

“Torial” überlebt, Neuer RBB-Staatsvertrag, Cyborg Axel Springer

1. Torial überlebt vorerst
(taz.de, Lotte Laloire)
Wie die “taz” berichtet, wurde die Plattform “Torial”, ein LinkedIn-ähnliches Netzwerk für Medienschaffende, das eigentlich vor dem Aus stand, durch eine Spende von 50.000 Euro vorerst gerettet. Zu verdanken sei dies wohl einer IT-Unternehmerin, die anonym bleiben wolle und nicht aus dem Journalismus komme. Die Plattform sei insbesondere für FLINTA-Personen (Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans und agender Personen) unverzichtbar. Unterdessen plane der Berufsverband “Freischreiber”, ein ähnliches Angebot für seine Mitglieder zu schaffen.

2. Berlin und Brandenburg beschließen neuen RBB-Staatsvertrag
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Die Landesparlamente von Berlin und Brandenburg haben dem neuen Staatsvertrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) zugestimmt, der Anfang 2024 in Kraft treten soll. Trotz der Kritik von RBB-Intendantin Ulrike Demmer, die Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit ihres Senders äußerte, enthalte der Vertrag Änderungen wie die vorgeschriebene Eröffnung eines neuen Regionalbüros. Auch von Seiten der Belegschaft gebe es Kritik – man befürchte den “Eingriff in unsere Programmautonomie”.

3. Wir brauchen Teams – und zwar generationsübergreifende
(journalist.de, Henriette Löwisch)
Henriette Löwisch, Leiterin der Deutschen Journalistenschule, schreibt über die Herausforderungen und Möglichkeiten, die sich aus der Zusammenarbeit zwischen erfahrenen Journalistinnen und Journalisten einerseits und digital versierten Nachwuchskräften andererseits ergeben: “In Zeiten des Fachkräftemangels könnte eine zukunftsgewandte Personalentwicklung beinhalten, jeweils eine Nachwuchskraft und ein älteres Redaktionsmitglied zusammenzuspannen, so dass sie sich eine Stelle teilen.”

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4. Axel Springer ist jetzt ein Cyborg
(verdi.de, Tina Groll)
Tina Groll, Redakteurin bei “Zeit Online” und Vorsitzende des Bundesvorstandes der Gewerkschaft Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union, kommentiert die Partnerschaft zwischen dem ChatGPT-Anbieter OpenAI und dem Axel-Springer-Konzern: “Axel Springer soll ein rein digitales Medienhaus werden, heißt es vom Konzern. So weit okay. Dass Konzernlenker Mathias Döpfner aber ankündigt, ‘die Möglichkeiten des durch KI gestärkten Journalismus ausloten – um Qualität, gesellschaftliche Relevanz und das Geschäftsmodell für Journalismus auf die nächste Stufe zu heben’ klingt eher wie eine Drohung als ein Versprechen.”

5. Verleger Jimmy Lai endlich freilassen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen fordert die sofortige Freilassung des Hongkonger Verlegers Jimmy Lai, dem wegen angeblicher Verstöße gegen ein von Peking erlassenes Sicherheitsgesetz eine lebenslange Haftstrafe droht. Lai ist bereits seit mehr als drei Jahren inhaftiert und wurde wegen seiner Teilnahme an Pro-Demokratie-Demonstrationen sowie wegen Betrugsvorwürfen verurteilt. Das Sicherheitsgesetz, das Journalistinnen und Journalisten weltweit betreffe, werde von den chinesischen Behörden zur Verfolgung von Medienschaffenden in Hongkong eingesetzt und habe zu einem Klima der Angst und zur Schließung mehrerer Medien geführt.

6. Kuchenskandal – Influencerin muss Millionenstrafe zahlen
(spiegel.de)
Chiara Ferragni, eine bekannte italienische Influencerin mit fast 30 Millionen Followern auf Instagram, müsse wegen “unlauterer Geschäftspraktiken” eine Strafe in Millionenhöhe zahlen. Ihre Unternehmen Fenice und TBS Crew hatten eine von ihr kreierte Pandoro-Torte vermarktet und dabei fälschlicherweise den Eindruck erweckt, ein Teil des Erlöses komme krebskranken Kindern zugute. Tatsächlich habe der Kuchenhersteller nur einen vorher festgelegten Betrag an ein Krankenhaus gespendet.

KW 50/23: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Hubert Seipel: Putins Mann in der ARD
(ardmediathek.de, Nils Altland & Peter Becker, Video: 13:13 Minuten)
Der Journalist und Dokumentarfilmer Hubert Seipel, bekannt für seine Bücher über und Interviews mit Wladimir Putin, soll nach Recherchen von ZDF und “Spiegel” 600.000 Euro aus Russland erhalten haben. Der NDR richtete daraufhin einen Untersuchungsausschuss ein, der Verlag Hoffmann und Campe nahm Seipels Bücher aus dem Handel. Nun hat sich auch das NDR-Medienmagazin “Zapp” des Falles angenommen.

2. Gaza-Krieg: Der Kampf um Reichweite und Narrative
(ndr.de, Hannes Kunz, Audio: 48:48 Minuten)
Im Nahostkrieg geht es auch um die Deutungshoheit in den Medien – in den klassischen wie in den Sozialen Medien. Wo wird manipuliert, wann werden Informationen verfälscht und wie sind die verbreiteten Opferzahlen zu bewerten? Darüber spricht Hannes Kunz mit dem Militärexperten Andreas Krieg vom King’s College London und mit Julio Segador, ARD-Korrespondent in Tel Aviv.

3. Wieso traut sich das deutsche Fernsehen so wenig?
(übermedien.de, Holger Klein, Audio: 18:21 Minuten)
Holger Klein will von Kathrin Hollmer wissen, wie sie das zurückliegende Fernsehjahr bewertet. Und Hollmer muss es wissen: Als Mitglied der Nominierungskommission des Grimme-Preises schaut sie schon von Amts wegen viele Filme und Serien. Besonders begeistert ist sie von den vergangenen Monaten nicht. Es sei ein “sehr verhaltenes Fernsehjahr” gewesen.

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4. Vertrauen in Medienmarken
(open.spotify.com, HSS Satzzeichen, Christian Jakubetz, Audio: 29:36 Minuten)
Bekannte Marken geben Verbraucherinnen und Verbrauchern Sicherheit. Doch gilt das auch für Medienmarken? Und wie steht es überhaupt um das Vertrauen in Medien? Wie beeinflusst ein neuer Name unser Vertrauen? Und genießen öffentlich-rechtliche Medien mehr Vertrauen als andere? Darüber spricht Christian Jakubetz mit seinem Gast Michael Fretschner, der an einer Hamburger Hochschule den Studiengang “Digital Marketing Management” leitet.

5. Ist das KI oder von dir? Journalismus im Wandel
(wdr.de, Lutz Hachmeister, Audio: 54:33 Minuten)
Was kann Künstliche Intelligenz (KI) leisten? Verändert KI die Gesellschaft? Oder ist alles nur ein Hype? Und welche Rolle spielen ökonomische Interessen? Darüber diskutiert Lutz Hachmeister mit dem freien Journalisten Hans-Jürgen Jakobs, der freien Wissenschaftsjournalistin und Autorin Manuela Lenzen und der Politik- und Kommunikationsberaterin Nadia Zaboura.

6. Die erste Regisseurin – Alice Guy
(geschichte.fm, Daniel Meßner & Richard Hemmer, Audio: 56:00 Minuten)
In “Geschichten aus der Geschichte” überraschen die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche mit historischen Kuriositäten, vergessenen Ereignissen und außergewöhnlichen Persönlichkeiten der Geschichte. In dieser Folge geht es um Alice Guy, die erste Regisseurin der Filmgeschichte. Guy war auch die erste Frau, die ein eigenes Filmstudio leitete. Im Laufe ihrer Karriere war sie für mehr als 1.000 Filme verantwortlich.

Jahresbilanz, Hinweisgeberschutz unzureichend, Reporter:innen-Preis

1. Weniger Getötete trotz der Tragödie in Gaza
(reporter-ohne-grenzen.de)
Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen sind dieses Jahr 45 Journalisten und Journalistinnen in Verbindung mit ihrer Arbeit getötet worden – die niedrigste Zahl seit 2002, “trotz der Tragödie in Gaza”, wo mindestens 17 Medienschaffende starben. Über die Hälfte dieser Todesfälle habe sich in Kriegsgebieten ereignet. Außerdem seien derzeit weltweit 521 Journalistinnen und Journalisten willkürlich inhaftiert, was einem Rückgang von etwa acht Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche, aber immer noch auf einem hohen Niveau liege. Weitere Informationen liefert die Jahresbilanz der Pressefreiheit (PDF).

2. Reporter:innen-Preis 2023
(reporter-forum.de)
Das Reporter:innen-Forum hat kürzlich seinen begehrten Preis verliehen. 109 Arbeiten waren in diesem Jahr für den Reporter:innen-Preis nominiert, zwölf davon hat die Jury ausgezeichnet. Download-Empfehlung: Der kostenlose 121-seitige Reader (PDF) mit allen prämierten Texten (die sich sonst meist hinter Paywalls befinden).

3. Abschlusserklärung: Per Gesetz jetzt alles besser? Mitnichten!
(whistleblower-net.de, Kosmar Zittel)
Das Whistleblower-Netzwerk kritisiert das deutsche Hinweisgeberschutzgesetz als unzureichenden Schutz für Whistleblower. Die Organisation weist darauf hin, dass das Gesetz gravierende Mängel wie einen eingeschränkten Anwendungsbereich und einen unzureichenden Schutz bei Offenlegung habe, wodurch viele Whistleblower ungeschützt bleiben würden. Das Netzwerk fordert eine Ausweitung des Schutzbereichs sowie umfassendere Entschädigungs- und Unterstützungsleistungen, um Whistleblower besser vor Repressalien zu schützen und sie bei der Bewältigung der persönlichen Folgen zu unterstützen.

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4. Metas neues Netzwerk Threads ist jetzt auch in Deutschland verfügbar
(spiegel.de)
Es hatte sich angedeutet, jetzt ist es so weit: Threads, das neue Soziale Netzwerk des Facebook- und Instagram-Mutterkonzerns Meta, ist nun auch in Deutschland verfügbar, nachdem es in den USA und anderen Ländern bereits große Nutzerzahlen erreicht hatte. Threads bietet kurze Textbeiträge, unterstützt aber auch Links, Fotos und Videos. Die Nutzerinnen und Nutzer können sich mit ihren Instagram-Zugangsdaten einloggen. Meta passe sich mit Threads an die Datenschutzgesetze der EU an und plane, die App mit anderen Diensten wie Mastodon interoperabel zu machen, was die Interaktionen und die Reichweite erhöhen könnte.

5. Gefälschte “Hitler-Tagesbücher” ans Bundesarchiv übergeben
(dwdl.de, Alexander Krei)
Wie “DWDL” berichtet, wurden die gefälschten “Hitler-Tagebücher”, die in den 1980er-Jahren einen großen Medienskandal rund um den “Stern” auslösten, von Bertelsmann an das Bundesarchiv übergeben. Michael Hollmann, Präsident des Bundesarchivs, habe dies wie folgt kommentiert: “Die gefälschten ‘Hitler-Tagebücher’ hatten in den 1980er Jahren das gefährliche Potenzial, die brutalen Verbrechen des Nationalsozialismus zu verharmlosen. Es ist gut, dass die Zeugnisse dieses schwierigen Kapitels bundesrepublikanischer Nachkriegsgeschichte nun im Bundesarchiv gesichert und im Kontext der authentischen Quellen als Fälschungen kenntlich gemacht werden können.”

6. Startschuss für Projekt “Think Twice”: Video-Tipps gegen Falschinformationen im Netz
(presseportal.de, dpa)
Das Projekt “Think Twice” der Deutschen Presse-Agentur (dpa) will nach eigenen Angaben Jugendliche für den Umgang mit Falschmeldungen im Internet sensibilisieren. Über Social-Media-Kanäle wie Instagram und TikTok sollen Videoclips verbreitet werden, die Tipps zur Medienkompetenz vermitteln. Das von der EU geförderte Projekt laufe bis Ende September 2025 und umfasse auch begleitende Unterrichtsmaterialien sowie Workshops und die Möglichkeit für Jugendliche, eigene Inhalte zu erstellen.

Hausdurchsuchung bei Fotografen, Neue Plattform, SpringerGPT

1. Hausdurchsuchung bei Fotografen
(taz.de, Adefunmi Olanigan)
Die sächsische Polizei habe die Wohnung eines jungen Fotografen in Halle durchsucht, um Beweismaterial zu den Ausschreitungen am “Tag X” in Leipzig am 3. Juni dieses Jahres sicherzustellen. Der Fotograf, der an diesem Tag als Pressefotograf tätig war, habe sich zunächst geweigert, die Aufnahmen herauszugeben, woraufhin mehrere seiner Speichermedien beschlagnahmt worden seien. Der Deutsche Journalisten-Verband kritisiert dieses Vorgehen der Polizei, von Journalisten und Journalistinnen Bildmaterial zu verlangen, da es nicht Aufgabe von Journalisten sei, bei Ermittlungen zu helfen.

2. Neue Plattform, neues Glück?
(deutschlandfunk.de, Benedikt Schulz, Audio: 7:02 Minuten)
Am heutigen Donnerstag um 12 Uhr soll Metas Twitter-Alternative Threads in Europa starten. Was unterscheidet das Netzwerk von Bluesky, Mastodon und X (ehemals Twitter)? Und wird es sich durchsetzen? Darüber spricht Benedikt Schulz mit dem Digitaljournalisten und Podcaster Gavin Karlmeier. Dessen Einschätzung: “Threads ist gekommen, um zu bleiben.”
Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins hat der “6-vor-9”-Kurator seine Einschätzungen zum Start von Threads gegeben (radioeins.de, Audio: 5:03 Minuten).

3. Axel Springer und OpenAI gehen globale Partnerschaft ein
(spiegel.de)
Der Axel-Springer-Konzern und der ChatGPT-Entwickler OpenAI haben eine globale Partnerschaft angekündigt. Künftig sollen ChatGPT-Nutzer weltweit auf Zusammenfassungen ausgewählter Nachrichteninhalte der Springer-Medienmarken (unter anderem “Bild” und “Welt”) zugreifen können, auch auf kostenpflichtige Inhalte, wobei die Antworten des Chatbots Quellenangaben und Links zu vollständigen Artikeln enthalten sollen, um Transparenz und weiterführende Informationen zu bieten (ein bemerkenswerter Schritt, wenn man bedenkt, dass bei Springer angeblich bereits viele Arbeitsplätze mit der Begründung abgebaut wurden, sie würden durch Künstliche Intelligenz ersetzt).

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4. Gebt behinderten Menschen die Show-Bühne, anstatt sie zu bewundern und zu bemitleiden!
(uebermedien.de, Andrea Schöne)
Andrea Schöne kritisiert in ihrem “Übermedien”-Artikel die Darstellung von Menschen mit Behinderung in Medien und fordert, ihnen mehr Bühnenpräsenz zu geben, statt sie zu bemitleiden oder zu bewundern. Schöne verweist auf Beispiele aus dem Fernsehen, in denen behinderte Menschen oft als Bittsteller bei Spendengalas inszeniert oder ihre Krankheiten vor Publikum diskutiert würden. Die letzte Ausgabe von “Wetten, dass ..?” sei aus ihrer Sicht ein besonders gutes Beispiel dafür, was man alles falsch machen kann.

5. Vom Stadtschreier zum Reporter-Slam: Journalismus auf der Bühne
(fachjournalist.de, Gunter Becker)
Live-Journalismus erlebt mit Formaten wie den “Reporter-Slams” und journalistischen Theaterveranstaltungen derzeit eine Renaissance. Die Präsentation journalistischer Inhalte vor Publikum, eine Tradition, die ihre Wurzeln im mittelalterlichen England hat, bietet neue Wege, der Informationsmüdigkeit der Menschen und dem Bedeutungsverlust traditioneller Medien zu begegnen. Der Beitrag von Gunter Becker zeigt, wie diese innovativen Ansätze das Verhältnis zwischen Journalistinnen und Journalisten auf der einen Seite und dem Publikum auf der anderen neu definieren und journalistische Themen auf kreative Weise präsentieren.

6. Editors Picks GIJN 2023
(netzwerkrecherche.org, Sarah Ulrich)
Das Netzwerk Recherche stellt die bemerkenswertesten investigativen Journalismusprojekte des Jahres 2023 vor, die vom Global Investigative Journalism Network ausgewählt wurden. Die Projekte decken ein breites Themenspektrum ab, darunter Machtmissbrauch, Umweltprobleme und politische Intrigen. Sie veranschaulichen die wachsende Bedeutung des kollaborativen Journalismus und die Vielfalt der investigativen Methoden und Ansätze, darunter Undercover-Recherchen, Datenjournalismus und multimediale Erzähltechniken.

Gute und Schlechte Nachrichten, SWR-Kleiderordnung, Klimaplattform

1. Staatliche Vorschriften jetzt kostenfrei zugänglich
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Die Transparenzinitiative “FragDenStaat” hat das Gemeinsame Ministerialblatt (GMBl), eine wichtige Quelle für staatliche Vorschriften und Bekanntmachungen, kostenlos online zugänglich gemacht. Die Veröffentlichung von 2.713 Ausgaben des GMBl, die normalerweise von einem privaten Verlag kostenpflichtig angeboten werden, sei ein Schritt zur Förderung des öffentlichen Zugangs zu amtlichen Dokumenten.

2. Harenberg stellt buchreport zum Verkauf und Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens
(buchreport.de)
Der Harenberg Verlag hat sein Kernprodukt, die Fachzeitschrift “buchreport”, zum Verkauf angeboten und gleichzeitig Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der Verlag sei direkt und indirekt von den finanziellen Schwierigkeiten der gesamten Busch-Glatz-Gruppe, zu der er gehört, betroffen. Außerhalb der Buchbranche dürfte der Verlag den meisten durch die “Spiegel”-Bestsellerliste bekannt sein, für deren Erstellung er verantwortlich ist beziehungsweise bald gewesen sein wird.

3. Erlaubt ist, was nicht stört
(taz.de, Lara Ritter)
Der öffentlich-rechtliche Südwestrundfunk (SWR) plane die Einführung einer geschlechtsspezifischen Kleiderordnung für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was bei nicht-binären Menschen wie Janboris Rätz auf Kritik stößt. Rätz hat die eigene queere Identität vor der Kamera bisher durch das Tragen von kräftig farbigem Nagellack betont. Der Entwurf des SWR-Styleguides schließe sichtbar lackierte Fingernägel allerdings aus und beschränke sich auf dezente Farben, was Rätz als diskriminierend empfinde. Der SWR betone, dass es sich um einen Entwurf handele, und zeige sich offen für Feedback.

Bildblog unterstuetzen

4. Plattform für Klimajournalismus lanciert
(persoenlich.com, Michèle Widmer)
Wie Michèle Widmer berichtet, soll im Frühling 2024 eine neue Plattform für Klimajournalismus namens “Neue Zukunft” an den Start gehen. Das Online-Magazin werde sich auf eine solidarische und kritische Auseinandersetzung mit der Klimagerechtigkeitsbewegung konzentrieren und plane, monatliche Inhalte in verschiedenen Formaten wie Videos, Podcasts oder Texten zu veröffentlichen. Die Finanzierung des Projekts sei noch offen, wobei Werbung als Finanzierungsquelle ausgeschlossen werde.

5. Warum wir uns gute Nachrichten wünschen und schlechte (oder keine) Nachrichten lesen
(de.ejo-online.eu, Marcus Kreutler)
“Gerade zur Weihnachtszeit nach einem Jahr voller Krisen möchten Redaktionen ihrem Publikum vielleicht verstärkt hoffnungsfrohe Geschichten anbieten. Doch es bleibt die Frage: Kommt das an?” Marcus Kreutler schaut sich das Phänomen an, dass viele Menschen sich zwar positive Nachrichten wünschen, aber tendenziell eher negative Nachrichten konsumieren.

6. Netflix veröffentlicht Nutzungs-Zahlen für Tausende Titel
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Nachdem Netflix lange ein Geheimnis um seine Zahlen gemacht hat, veröffentlicht der Streamingdienst nun halbjährlich detaillierte Nutzungszahlen für Tausende von Titeln. Der erste Bericht beleuchtet den Erfolg verschiedener Serien und Filme, wobei, wie Uwe Mantel bei “DWDL” betont, die Metrik der gestreamten Stunden nicht direkt den Erfolg eines Titels widerspiegele, da Serien mit vielen Episoden bevorzugt würden.

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