Böhmermann macht Schluss, SZ-Verleger vergleichen sich, VW

1. Weißes Haus verwehrt Journalisten von MS NOW, CNN und Politico den Zugang
(spiegel.de)
US-Präsident Donald Trump habe Reportern von MS NOW (ehemals MSNBC), CNN und „Politico“ den Zutritt zum Weißen Haus untersagt und deren Presseausweise einziehen lassen. Trump werfe den Medien vor, Falschmeldungen über seine Regierung zu verbreiten, und habe angekündigt, weitere Medienhäuser auszuschließen. Die betroffenen Redaktionen sowie die White House Correspondents’ Association hätten den Schritt als rechtswidrigen Angriff auf den ersten Verfassungszusatz und das Recht der Bevölkerung auf unabhängige Information verurteilt.
Weiterer Lesetipp: Gemeint sind wir alle: „Nach Druck aus den USA stellt das Tech-Kollektiv Autistici/Inventati seinen Dienst ein. Damit verschwindet auch der Blog unserer Autorin.“ (taz.de, Anne Roth)


2. Jan Böhmermann macht Schluss mit dem “ZDF Magazin Royale”
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Nach dann 187 Ausgaben beende Jan Böhmermann sein “ZDF Magazin Royale” am 18. Dezember, um Raum für ein neues wöchentliches Showkonzept zu schaffen. Außerdem sei eine für Anfang 2027 geplante Tour des in der Sendung mitwirkenden Rundfunk-Tanzorchesters Ehrenfeld abgesagt worden. Das ZDF befinde sich laut Programmdirektorin Nadine Bilke in Gesprächen über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Böhmermann ab Sommer 2027. Vorerst laufe der Vertrag zum Jahresende aus.

3. Medien müssen Zugang zu VW-Werksgelände erhalten
(djv.de, Alexander Schaub)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) protestiert gegen die Entscheidung des Volkswagen-Konzernvorstands, Journalistinnen und Journalisten den Zutritt zum Wolfsburger Werksgelände beim bundesweiten Automobil-Aktionstag am heutigen Montag zu verwehren. Laut der Gewerkschaft IG Metall habe die Konzernführung selbst eine Pool-Lösung untersagt, was der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster als schwerwiegenden Eingriff in die freie Berichterstattung kritisiert. Angesichts der historischen Krise des Autobauers dürfe die Veranstaltung kein “Closed Shop” sein.

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4. SZ-Verlegerfamilie Friedmann: Millionenschwerer Vergleich nach AZ-Insolvenz
(kress.de, Wolfgang Messner)
Die Verlegerfamilie Friedmann, Miteigentümer des Süddeutschen Verlags, habe sich nach einem jahrelangen Rechtsstreit auf einen 15-Millionen-Euro-Vergleich geeinigt, um Ansprüche aus der Pleite der Münchner „Abendzeitung“ aus dem Jahr 2014 beizulegen. Hintergrund seien Patronatserklärungen gewesen, für deren Verbindlichkeiten die Erben laut Land- und Oberlandesgericht München trotz formaler Befristung nachträglich haften müssten. Ein vollständiger Abschluss des Verfahrens werde nicht vor Ende 2026 erwartet.

5. Rammstein-Betrüger soll Missbrauchsaffäre der Band für Spendenaufruf genutzt haben
(morgenpost.de, Andreas Gandzior)
Vor dem Amtsgericht Tiergarten müsse sich ein 48-jähriger Mann wegen Betrugs verantworten. Er soll die Vorwürfe gegen Rammstein-Sänger Till Lindemann im Juni 2023 ausgenutzt haben, um unter dem Motto “Hilfe für Rammstein Anwalts-Opfer” online Spenden zu sammeln. Unter dem falschen Vorwand, einer angeblich abgemahnten Frau den juristischen Beistand gegen die Band zu finanzieren, seien über 10.000 Euro zusammengekommen, die der Angeklagte laut Amtsanwaltschaft jedoch für private Zwecke veruntreut habe.

6. Wie Tiktok die sozialen Medien aufmischte
(n-tv.de)
Zum zehnjährigen Bestehen der chinesischen Ursprungs-App Douyin blicken ntv.de und die dpa auf den beispiellosen Siegeszug von TikTok zurück. Entscheidend für den Erfolg sei nicht das Videoformat, sondern der Bruch mit dem klassischen “Social Graph” gewesen: Statt Inhalte gefolgter Profile kuratiere ein hochsensibler Algorithmus anhand der Verweildauer in Millisekunden einen hyperpersonalisierten “Interest Graph”, den US-Konzerne mit Instagram Reels und YouTube Shorts rasch kopiert hätten. Das Unternehmen hinter TikTok stehe jedoch aus den unterschiedlichsten Gründen unter dauerhaftem Regulierungsdruck.