1. Journalist in Gaza bei israelischem Drohnenangriff getötet
(taz.de)
Der Fernsehsender Al Jazeera berichte, dass sein Mitarbeiter Mohammed Wascheha bei einem israelischen Drohnenangriff auf Waschehas Auto in Gaza-Stadt getötet worden sei. Der Sender verurteile den Angriff als vorsätzliches und gezieltes Verbrechen, das der Einschüchterung von Journalistinnen und Journalisten diene. Die Organisation Reporter ohne Grenzen habe die Tötung ebenfalls scharf kritisiert. Eine Stellungnahme der israelischen Armee habe zunächst nicht vorgelegen.
2. Wer falsch berichtet, muss auch in fremden Archiven aufräumen
(lto.de)
Der Bundesgerichtshof (BGH) habe im Streit zwischen Helene Fischer und der “Bild”-Redaktion entschieden, dass ein Verlag falsche Berichterstattung nicht nur auf den eigenen Seiten beseitigen müsse, sondern auch auf die Löschung von Kopien und Archivversionen hinwirken müsse. Anlass sei eine unzutreffende Meldung aus dem Jahr 2022 gewesen, wonach Fischer ihr Kind per Hausgeburt zur Welt gebracht habe. Für eigenständige Folgeberichte anderer Medien trage der ursprünglich berichtende Verlag nach Auffassung des BGH jedoch keine Verantwortung.
3. Wenn wir unsichtbar werden
(journalist.de, Leif Kramp & Stephan Weichert)
Nicht die Künstliche Intelligenz selbst bedrohe den Journalismus, sondern vor allem ungeklärte Verantwortlichkeiten, fehlende Strategien und ein Mangel an Transparenz in den Redaktionen, meinen Leif Kramp und Stephan Weichert in ihrem Essay: “In der Praxis wissen viele Journalisten nicht, ob der Einsatz von KI erwartet, toleriert oder sanktioniert wird. Es ist skurril: KI wird zugleich eingefordert und tabuisiert.”
4. Ungarn wählt: Kippt Orbáns Medienmacht?
(ardsounds.de, Linus Lüring, Audio: 24:46 Minuten)
Anlässlich der bevorstehenden Wahlen in Ungarn stelle sich die Frage: “Was bedeutet der massive staatliche Einfluss auf Medien für Öffentlichkeit, politische Debatte und die Chancen neuer Kräfte wie Péter Magyar und seine Partei Tisza? Könnte das ‘System Orbán’ kippen?” Darüber spricht Linus Lüring bei “BR24 Medien” mit dem langjährigen ARD-Korrespondenten für Südosteuropa Stephan Ozsváth, dem Journalisten Ákos Tóth sowie Gábor Polyák, Medienrechtler und Mitgründer des Watchdogs “Mérték”.
5. Wie berichten ukrainische Medien über den EU-Beitrittsprozess?
(de.ejo-online.eu, Oleksandra Yaroshenko)
Oleksandra Yaroshenko kommt zu dem Ergebnis, dass führende ukrainische Medien den EU-Beitrittsprozess überwiegend positiv und proeuropäisch darstellen. Auf Basis einer Analyse von 200 Artikeln zeige sich, dass die EU vor allem als normativer, institutioneller und regulierender Rahmen wahrgenommen werde. Die Kritik richte sich dabei meist nicht gegen die europäische Integration an sich, sondern gegen Bürokratie, Langsamkeit und institutionelle Blockaden innerhalb der EU.
6. Peru: Investigativ, kritisch, gefährdet
(verdi.de, Knut Henkel)
Knut Henkel berichtet über das peruanische Magazin “Ojo Público”. Das Investigativmedium sei stark von internationaler NGO-Finanzierung abhängig und dadurch unmittelbar von einem neuen Gesetz betroffen. Dahinter stehe der Wunsch der Politik, zivilgesellschaftliche Organisationen stärker kontrollieren zu können. Hinzu komme eine wachsende Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten in Peru, weshalb Beobachter vor einer weiteren Gefährdung der demokratischen Strukturen warnen würden.



