Lokaljournalismus, NZZ am Sonntag, BTX

1. „Karl Marx, übernehmen Sie!“
(juliane-wiedemeier.de)
Juliane Wiedemeier notiert, dass Lokaljournalisten eigentlich gar keinen verzichtbaren Lokaljournalismus machen wollen – es dann aber oft doch tun: „Doch warum erstellen nun Journalisten Produkte, die sie offenbar selbst schrecklich finden? Zwei einfache Gründe: Sie haben keine Zeit, aber Angst.“

2. „Mein persönlicher Daten-GAU“
(medienwoche.ch, Nik Niethammer)
Das Googlemail-Konto von Journalist Nik Niethammer wird von den USA aus geknackt: „Dieser Angriff hat mich in meinen Grundfesten erschüttert. Ich fühle mich wie ausgesperrt aus dem eigenen Haus. Stehe vor der Tür und da drinnen macht sich jemand an meinen persönlichen Sachen zu schaffen.“

3. „Von der Seifenoper zur Kunstform“
(drama-blog.de, Thilo Röscheisen)
„Das goldene Zeitalter der Fernsehserie hat erst begonnen“, glaubt Thilo Röscheisen. „Nur durch die einzigartige wirtschaftliche Dynamik des amerikanischen Kabelfernsehmarktes konnte der Zuschauer wieder zum Kunden und die Serie wieder zum Produkt werden, das der sich aussucht. Erst die künstlerische Befreiung von der Diktatur der Quote hat zum neuen goldenen Zeitalter des Fernsehens geführt – und findet deshalb auch nach wie vor weitgehend abseits des klassischen linearen Fernsehens statt, dessen Abhängigkeit von der Quote durch stetig sinkende Marktanteile eher noch größer wird.“

4. „Die aufgedrängte Kostenloskultur: Zahlen wollen, aber nicht zahlen können?“
(blog.zdf.de/hyperland, Torsten Dewi)
Torsten Dewi beklagt eine „aufgedrängte Kostenloskultur“ und erinnert sich dabei an den Bildschirmtext: „Bei BTX gab es seit 1980 oben in der rechten Ecke einen kleinen Zähler mit den angefallenen Kosten. Wollte man eine kostenpflichtige Seite ansurfen, wurde der vom Anbieter dafür verlangte Preis transparent angezeigt – ‚ja oder nein?‘ war die einzige Entscheidung, die man als Leser treffen musste.“

5. „The readers‘ editor on… pro-Russia trolling below the line on Ukraine stories“
(theguardian.com, Chris Elliott, englisch)
Chris Elliott, Leserredakteur beim „Guardian“, thematisiert die Flut von Leserkommentaren zum Ukraine-Konflikt, die eine Position pro russische Regierung einnehmen: „In fairness there is no conclusive evidence about who is behind the trolling, although Guardian moderators, who deal with 40,000 comments a day, believe there is an orchestrated campaign.“

6. „Mercedes-Beilage mit redaktionellem Anstrich“
(infosperber.ch, Urs P. Gasche)
Bezahlte Werbung und redaktioneller Inhalt in der „NZZ am Sonntag“.