1. ZDF verteidigt Interview mit AfD-Spitzenkandidat in Kindernachrichten
(zeit.de)
Das ZDF habe die Ausstrahlung eines Interviews mit Ulrich Siegmund, dem AfD-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt, in der KiKa-Nachrichtensendung “logo!” verteidigt. Dem Sender sei vorgeworfen worden, dem Vertreter eines gesichert rechtsextremen Landesverbands eine Bühne in einem Kinderformat zu bieten. Redaktionsleiterin Constanze Knöchel habe die Vorhaltungen zurückgewiesen. Der öffentlich-rechtliche Auftrag verlange verlässliche Informationen, damit sich auch junge Menschen eine eigene Meinung bilden könnten.
2. Reichweite für Radikale: Wie Medienaktivisten die Pressefreiheit ausnutzen
(ardsounds.de, Johannes Leininger, Audio: 24:31 Minuten)
Bei “BR24 Medien” spricht Johannes Leininger mit Maik Fielitz vom Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena über die Rolle der Medienaktivisten im Wahlkampf der AfD und über die handfesten Vorteile, die sich manche von ihnen bei einem AfD-Wahlsieg erhoffen würden: “Weil Streamen recht prekär ist, versuchen Streamer, sich sehr nah an die AfD anzuschmiegen, weil man dadurch einerseits Medienpartnerschaften erwartet, aber auch in Sachsen-Anhalt eventuell zukünftige Jobs, die die AfD in diesem Sektor versprechen würde.”
3. Zwei Männer im “Blaulichtprozess” zu Haftstrafen verurteilt
(mdr.de)
Das Landgericht Dessau-Roßlau habe zwei Männer wegen mehrfacher Brandstiftung im Raum Bitterfeld-Wolfen zu Freiheitsstrafen verurteilt. Die Angeklagten hätten im Sommer 2025 vorsätzlich Brände an Gebäuden, Wäldern und Feldern gelegt und dabei Sachschäden im sechsstelligen Bereich verursacht. Als freie Pressefotografen hätten sie exklusive Blaulichtaufnahmen für Soziale Medien produzieren und an Redaktionen verkaufen wollen. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig.
4. Bernhard Pörksen warnt: “Zu viel Misstrauen unterspült unser Realitätsempfinden”
(fr.de, Lisa Berins)
Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen warnt im Interview davor, dass die Schwemme von synthetischen KI-Inhalten und Deepfakes eine “entfesselte Pseudo-Skepsis” befeuere. Wenn Bürgerinnen und Bürger aus Misstrauen potenziell alles für gefälscht halten, erodiere das Realitätsempfinden, was eine zentrale Ursache für die gesellschaftliche Gereiztheit darstelle. Gleichzeitig erschwere die von Digitalkonzernen forcierte Aufmerksamkeitsökonomie konzentriertes Zuhören und verletze die Grundlagen des demokratischen Dialogs.
5. Erst berichten, dann recherchieren: Der angebliche OP-Skandal um Bablers Vater
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Andrea Gutschi analysiert die Berichterstattung der österreichischen “Kleinen Zeitung” und nachziehender Medien rund um eine angebliche Bevorzugung des Vaters von Vizekanzler Andreas Babler bei einem Krankenhaustermin. Ausgehend von einer parlamentarischen FPÖ-Anfrage und anonymen Klinikquellen habe die Redaktion über eine vermeintlich ungerechtfertigte Begünstigung berichtet, ohne zuvor eine Stellungnahme des betroffenen Krankenhauses einzuholen. In der späteren Berichterstattung zu dem Fall lasse sich der Vorwurf nicht erhärten.
6. Vereinte Nationen stimmen auf Antrag Togos für Reform der Weltkarte
(spiegel.de)
Die UN-Generalversammlung habe mit großer Mehrheit eine Resolution verabschiedet, die eine schrittweise Abkehr von der traditionellen Mercator-Weltkarte einläute. Das von Togo eingebrachte Vorhaben “Correct the map” fordere weltweit Regierungen, Bildungseinrichtungen und Digitalkonzerne dazu auf, flächentreue Alternativen wie die Equal-Earth-Projektion zu nutzen. Dahinter stecke der Wunsch, die gravierenden Größenverzerrungen, insbesondere die systematische optische Verkleinerung des afrikanischen Kontinents, auf Weltkarten zu beheben. Als einziger Staat hätten die USA gegen den Beschluss votiert.
