“Spiegel”-Titelseite, ZDF textet weniger, “Neinhorn” sagt Nein zu KI

1. Feigheit vor dem Feind
(taz.de, Ambros Waibel)
Ambros Waibel verteidigt in seinem Kommentar die vieldiskutierte Titelseite des “Spiegel”, auf der der AfD-Kandidat für Sachsen-Anhalt Ulrich Siegmund als “gefährlichster Mann Deutschlands” bezeichnet wird, gegen breite Kritik aus Politik und Journalismus. Die Zuspitzung sei eine notwendige und treffende Einordnung der realen demokratischen Bedrohung durch die Partei vor den anstehenden Wahlen: “Der Spiegel hat seinen Job gemacht. Wenn das alle oder zumindest ein paar mehr von sich sagen könnten, wir stünden besser da.”

2. Was der Stopp des französischen Social-Media-Verbots bedeutet
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Der französische Verfassungsrat habe das von Präsident Emmanuel Macron initiierte Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren auf den letzten Metern gestoppt. Das geplante Gesetz sei als unverhältnismäßig gerügt, die fehlenden Datenschutzvorkehrungen bei Alterskontrollen seien moniert worden. Rechtsexperten würden die Signalwirkung für europäische Nachbarländer betonen und auf den Konflikt mit dem Digital Services Act der EU verweisen.

3. Springers KI-Schleuder will keine KI-Bilder mehr verwenden
(uebermedien.de, Lisa Kräher)
Die Nachrichtenplattform “Upday” des Axel-Springer-Verlags habe die vollständige Löschung und künftige Vermeidung aller KI-generierten Bilder angekündigt. Anlass seien gravierende Qualitätsmängel wie unbelegte Textübernahmen von öffentlich-rechtlichen Sendern sowie irreführende, synthetisch erzeugte Symbolbilder von realen Schauplätzen und Persönlichkeiten. Der Fall offenbare erhebliche Lücken in den versprochenen menschlichen Kontroll- und Factchecking-Prozessen bei “Upday”.

Bildblog unterstuetzen

4. Comedy im deutschen Fernsehen: Öffentlich-rechtlich oder tot?
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Bei “DWDL” analysiert Thomas Lückerath den drastischen Bedeutungsverlust von Comedyformaten im deutschen Privatfernsehen. Als Hauptursachen nennt er die Abwanderung des Publikums zu kurzen Social-Media-Formaten, hohe Studio- und Produktionskosten sowie das unternehmerische Risiko bei Personality-Formaten: “Bei Skandalen um einzelne Personen ist damit meist die ganze Produktion gestorben. In Zeiten von vorab produzierten Staffeln, waren damit in der Vergangenheit schon in einigen Fällen gleich gerne mehrere Stunden Material für die Tonne produziert.”

5. ZDF textet nur noch in Ausnahmefällen
(verdi.de, Volker Nünning)
Als Reaktion auf die verschärften staatsvertraglichen Regelungen zum Verbot der Presseähnlichkeit habe das ZDF eine eigene Video-Einheit innerhalb der Hauptredaktion Aktuelles aufgebaut. Da Onlinetexte der öffentlich-rechtlichen Sender grundsätzlich an einen aktuellen Sendungsbezug gekoppelt sein müssten, setze das ZDF auf seiner Plattform “ZDFheute” sowie beim Kinderkanal KiKa künftig schwerpunktmäßig auf Bewegtbild.

6. Carlsen Verlag kämpft für das »Neinhorn« gegen ChatGPT
(spiegel.de)
Der Carlsen Verlag, der Autor Marc-Uwe Kling sowie die Illustratorin Astrid Henn hätten eine Urheberrechtsklage gegen den KI-Entwickler OpenAI eingereicht. Sie werfen dem Unternehmen vor, die Kinderbuchreihe “Das Neinhorn” ohne Erlaubnis zum Training seiner Sprach- und Bildmodelle genutzt zu haben. ChatGPT erstelle auf einfache Anfragen hin nahezu identische Geschichten und Zeichnungen und liefere sogar druckreife Vorlagen inklusive Umschlaggestaltung und Verlagslogo.