Maltas China-Connection, Lührssens seltsame AfD-Mission, Atom-Kind

1. Journalistin war mysteriöser China-Connection auf der Spur
(deutschlandfunk.de, Nina Magoley & Isabelle Klein, Audio: 8:43 Minuten)
Die Journalistin Daphne Caruana Galizia hatte sich mit ihren Berichten über Korruption und Geldwäsche von maltesischen Politikern einige Feinde gemacht. Als die mutige Investigativreporterin 2017 mit einer Autobombe getötet wurde, löste dies weltweit Betroffenheit aus. Der maltesischen Regierung gelang es bislang kaum, die genauen Hintergründe des Verbrechens aufzuklären. Man ahnt warum: Ein internationales Team hat Galizias Recherchen wieder aufgenommen und entdeckt, dass sie offenbar Betrügereien hochrangiger maltesischer Politiker auf der Spur gewesen war – inklusive Verbindungen nach China.

2. Hinrich Lührssen verläuft sich auf Unterwanderpfad in die AfD
(uebermedien.de, Sebastian Heidelberger)
Der Journalist Hinrich Lührssen versorgte jahrelang vor allem die Redaktionen von “buten un binnen” (Radio Bremen) und “Stern TV” (RTL) mit lustigen Einspielfilmchen. Im Sommer 2018 stieg Lührssen bei der Bremer AfD ein und war dort sogar Mitglied im Landesvorstand. Nun legt er ein Buch vor, in dem er behauptet, er sei in “geheimer Mission” unterwegs gewesen, als Journalist. Daran bestehen jedoch erhebliche Zweifel. Sebastian Heidelberger hat sich die Sache näher angeschaut. Es ist eine Geschichte voller Widersprüche und Merkwürdigkeiten.

3. RTL plant Format für Klimaberichterstattung – Austausch mit Initiative “Klima vor acht”
(rnd.de)
Die Initiative “Klima vor acht” hatte lange bei der ARD für eine regelmäßige Sendung zur Klimakrise geworben, konnte jedoch bei der Gegenseite, abgesehen von ein paar gefälligen Äußerungen, nichts erreichen. Nun hat RTL reagiert: Zusammen mit dem Verein plane man Ideen für eine Sendung, die Produktion liege in den Händen von RTL.
Weiterer Lesehinweis: Die Pressemitteilung der RTL Mediengruppe Deutschland.

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4. 188 Seiten guter Geschmack
(sueddeutsche.de, Franz Kotteder)
Der Burda-Konzern hat mit dem französischen Restaurantführer “Gault&Millau” einen Lizenzdeal geschlossen und will die Marke über alle denkbaren Kanäle verwerten. Erstes Ergebnis der Kooperation: Die neue Zeitschrift “Gault&Millau”, deren erste Ausgabe gerade erschienen ist. Franz Kotteder hält das Magazin für vielversprechend. Die Mischung sei gelungen, wenn auch mit Abstrichen: “Beim Porträt der Artischocke liegt der Verdacht nahe, dass Wikipedia umfänglich geplündert wurde, um sämtliche Fakten, Zitate und fun facts zu beschaffen – ob man das alles wirklich wissen will, ist fraglich.”

5. “Die Situation vieler Sender ist prekär, teilweise existenzbedrohend”
(medienpolitik.net, Helmut Hartung)
Olaf Hopp ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk und Geschäftsführer von Radio Energy. Im Interview spricht er über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die privaten Radiosender: “Während die Öffentlich-Rechtlichen durch den Rundfunkbeitrag abgesichert sind, haben die Privaten mit massiven Werbeausfällen zu kämpfen. Weitere Maßnahmen von Seiten der Politik sind dringend vonnöten, um das duale System in Deutschland zu schützen und die Medienvielfalt in ihrer jetzigen Form zu erhalten.”

6. Kind twittert von US-Atombehörden-Account
(spiegel.de)
Am Wochenende erschien auf dem Twitter-Account der US-Atombehörde ein rätselhafter Tweet. Fast hätte man denken können, ein Kleinkind hätte die Gewalt über den Atom-Account erlangt und mit tapsigen Fingern irgendwelche Tasten gedrückt. Spoiler: Es war so.