Wahlnacht, Giga-Framing, Rekord-Traffic wegen Corona & US-Wahl

1. Im Feuer der Desinformation
(zeit.de, Meike Laaff)
Schon Monate vor dem US-Wahltag hatten Facebook, Twitter, Youtube und andere Internetunternehmen Pläne zur Bekämpfung von Falschinformationen zur Wahl vorgelegt. “Zeit Online”-Redakteurin Meike Laaff hat sich in einer ersten Analyse angeschaut, wie gut das gelungen ist. Im Vergleich zu den vergangenen Präsidentschaftswahlen sei entschiedener eingegriffen worden, so ihr Fazit. In der gegenwärtigen Situation reiche dies jedoch nicht: “Informationsmanagement, Labels und Sperrungen in sozialen Netzwerken können nicht ad hoc die grundlegenden gesellschaftlichen Probleme lösen, die diese Wahl einmal mehr offenbart. Die USA sind tief gespalten. Das Feuer aus Falschinformationen, die den Wahltag im Netz begleitet haben, zeugt davon einmal mehr.”

2. Die lange Nacht der langen Gesichter: Ein Protokoll der Wahlnacht im Livefernsehen
(rnd.de, Imre Grimm)
Der Journalist Imre Grimm hat sich in einen Selbstversuch gestürzt und neun Stunden TV-Wahlberichterstattung konsumiert. In seinem Protokoll kann man verfolgen, wie er sich tapfer durch die Programme zappt.
Weitere Guckempfehlung: Das Medienmagazin “Zapp” war “Hinter den Kulissen der ARD-Wahlnacht zur US-Wahl” (youtube.com, Video: 6:51 Minuten).
Weitere Leseempfehlung: “Deutsche Medien übernahmen in der Wahlnacht nicht belegte Behauptungen von Trump. Was medial sonst noch falsch gelaufen ist.” Carolina Schwarz mit einer Medienschau zur US-Wahl (taz.de).

3. Hilfreiche Datenvisualisierungen im Überblick
(netzpolitik.org, Anna Biselli)
Wahlen sind traditionell die Stunde der Datenvisualisierungen. Zu den typischen Balken- und Säulendiagrammen kommen heutzutage eindrucksvolle und teilweise interaktive Zahlen-Präsentationen. Bei netzpolitik.org gibt es eine Zusammenstellung einiger besonders schöner, hilfreicher oder außergewöhnlicher Beispiele.

Bildblog unterstuetzen

4. “Gigafactory” – Wenn Medien Firmen-PR übernehmen
(deutschlandfunk.de, Annika Schneider, Audio: 2:22 Minuten)
Der Fahrzeughersteller Tesla errichtet derzeit in Brandenburg eine Fabrik, die er “Gigafactory” nennt. Medien sollten diesen Begriff nicht übernehmen, findet Deutschlandfunk-Journalistin Annika Schneider: “Dahinter steckt geschickte Firmen-PR: Eine ‘Gigafactory’, das ist kein einfaches Werk zur Herstellung von E-Fahrzeugen – der Anglizismus klingt nach einer Anlage riesigen Ausmaßes, in der hochmoderne Technologien zum Einsatz kommen. Genau deswegen ist der Begriff nicht neutral, sondern ein Euphemismus.”

5. Wie divers ist der ARD-Nachwuchs?
(journalist.de, Lynn Kraemer & Daniel Tautz & Nils Hagemann)
Wie divers ist der ARD-Nachwuchs? Das wollten zwei Volontäre und eine Volontärin erfahren und haben nach eigenen Angaben ihre 150 Kolleginnen und Kollegen bei der ARD, der Deutschen Welle und dem Deutschlandradio kontaktiert. 86 von ihnen konnten sie für eine Umfrage gewinnen. Die Journalismus-Auszubildenden der ARD seien den Angaben nach überwiegend weiblich, hätten studiert und würden mehrheitlich die Grünen wählen. Im “journalist” stellen die Studienverantwortlichen die Ergebnisse im Detail vor und ordnen sie ein.

6. Corona und US-Wahl sorgen für Rekord-Internetnutzung in Deutschland
(spiegel.de)
Der Frankfurter Internetknoten hat einen Rekord in Sachen Datenverkehr vermeldet. Der neue Höchstwert liege mehr als 40 Prozent über dem Vorjahr, normal sei ein Wachstum von zehn Prozent. Gründe seien die verstärkte Medien- und Datennutzung durch Streaming, Homeoffice und Homeschooling sowie das starke Interesse an der US-Wahl.