Suchergebnisse für ‘youtube’

Audio-Photoshop, Sieg der Anstalt, Somuncus Wutattacke

1. O-Töne aus der Maschine? Adobes „Project VoCo“ könnte Radiowelt auf den Kopf stellen
(blmplus.de, Sandra Mueller)
Softwareriese Adobe arbeitet an einem Programm, das die einen begeistert und die anderen entsetzt. Noch ist “VoCo” nur ein Projekt, doch bald schon soll es als eine Art Photoshop für Audio auf den Markt kommen. Es sind viele Einsatzmöglichkeiten denkbar: Computerstimmen könnten zum Beispiel Radionachrichten vorlesen. Doch es geht auch anders: Mit der Software kann man einen Text auch mit der Stimme der Kanzlerin vorlesen lassen. Und schnell wird klar, dass Radiomacher bald in Erklärungsnöte hinsichtlich der Echtheit ihrer Aufnahmen geraten könnten. Laut einer Umfrage wünschen sich daher viele Befragte Transparenzregeln oder fordern sogar einen vollständigen Verzicht auf die neue Technologie.

2. “Zeit”-Journalisten scheitern mit Klage gegen ZDF-Satire
(spiegel.de)
Im Jahr 2014 ging es in der ZDF-Satiresendung “Die Anstalt” um die Frage der Unabhängigkeit von Journalisten beim Thema Sicherheitspolitik. Dabei wurden die Namen von zwei Journalisten ins Spiel gebracht: “Zeit”-Herausgeber Josef Joffe sei Mitglied, Vorstand oder Beirat in acht transatlantischen Organisationen, “Zeit”-Journalist Jochen Bittner Mitglied in drei entsprechenden Thinktanks. Dagegen hatten sich die beiden Journalisten mit einstweiligen Verfügungen und Unterlassungsklagen gewehrt. Nun hat der BGH zu Gunsten der “Anstalt” entschieden: Die Angaben zu den Interessenkonflikten der wegen unstreitiger Mitgliedschaften in Lobbyorganisationen würden grundsätzlich stimmen. Die Aussage, dass es “Verbindungen zwischen den Klägern und in der Sendung genannten Organisationen” gäbe, sei zutreffend.

3. Unter Verdacht (1)
(zeit.de, Thomas Fischer)
Nichts gerate im Strafverfahren so leicht und endgültig verloren wie die Unschuld. Wer schuldig sei und wer nicht, würden Justiz, Medien und Öffentlichkeit oft anders sehen, so BGH-Richter Thomas Fischer in seiner Kolumne “Fischer im Recht”. Es geht um drei konkrete Fälle von Anfangsverdacht, Betrugsverdacht und Migrationsverdacht, aber auch die abstrakten Rechtsbegriffe. Nicht mal so nebenbei zu lesen, aber eine wie immer lohnende, da klüger machende Lektüre mit Unterhaltungskomponente.

4. „Lügenpresse“ all’italiana
(de.ejo-online.eu, Heiner Hug)
Der italienische Politiker, Komiker, politischer Kabarettist und Schauspieler Beppe Grillo macht mal wieder von sich reden. Der Initiator der Bewegung “MoVimento 5 Stelle” (deutsch: Fünf-Sterne-Bewegung) will einen „Volksgerichtshof“ schaffen. Dieser soll aus Bürgerinnen und Bürgern bestehen, die Zeitungsartikel und Fernsehberichte auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen. Dies sei insofern verwunderlich, so der Autor Heiner Hug, da Grillo selbst ein bloggender Hitzkopf und Populist: “Und was er da fast täglich von sich gibt und behauptet, erfüllt die Kriterien „postfaktisch“ und „Fake News“ oft bei weitem. Zudem publiziert er – nachweisbar – Meldungen, die Putins Trolle verfassen.”

5. Nach Wutattacke im Interview: WDR-Mitarbeiterin geht wegen Beleidigung gegen Kabarettist Serdar Somuncu vor
(meedia.de, Marvin Schade)
Der für seine direkte und unverblümt bis ruppige Art bekannte Kabarettist Serdar Somuncu soll Ende 2015 in einem Interview den Sendern vorgeworfen haben, ihn und seine Programme zu zensieren und in beleidigender Weise eine konkrete Redakteurin genannt haben. Diese habe nun erst Kenntnis von dem Videomitschnitt und den Äußerungen Somuncus über sie erhalten und wolle, mit Unterstützung ihres Arbeitgebers, dem WDR, wegen schwerer Beleidigung gegen Somuncu vorgehen.

6. So schauen die Fans die Handball-WM
(haz.de)
Die heute beginnende Handball-WM ist in gewisser Weise ein Novum: Erstmals soll eine sportliche Großveranstaltung in Deutschland nur von einem Sponsor im Internet gezeigt werden. Die “Haz” erklärt, wie es zu der merkwürdigen Situation kam und verrät wie und wo man die Spiele sehen kann.
Alternative für Kulturliebhaber: Ab 18.30 Uhr kann man live via Youtube bei der Einweihung der Elbphilharmonie und dem Eröffnungskonzert dabei sein. Das Besondere: Es soll einen spektakulären 360°-Livestream geben!

Kann nicht wenigstens einmal auch jemand an die Kinder denken?

Clickbait ist nervig. Clickbait auf Kosten von Kindern ist grässlich. Clickbait auf Kosten von Kindern, denen vielleicht etwas zustoßen könnte, wobei man als Leser erst erfährt, ob dem Kind nun was passiert ist oder nicht, wenn man auf den Artikel oder das Video klickt — das ist dann Bild.de:

Soviel schon mal jetzt: Es ging gut. Nix passiert. Der Junge ist wieder bei seiner Mutter.

Die Geschichte geht in Kurzform so: Ein Vierjähriger lief an der Leitplanke einer Autobahn in China entlang. Dabei wurde er, in seiner auffälligen orangenen Jacke, von einer Überwachungskamera gefilmt. Die Polizei kam, nahm den Jungen mit, suchte seine Familie und fand sie schließlich. Viel mehr Infos liefert Bild.de dann auch nicht in dem 50-Sekunden-Video.

Dass gar nichts passiert ist, hätte die Redaktion natürlich auch direkt in der Teaseroptik auf der Startseite schreiben können. Aber dann hätten die Leute ja nicht wie blöd geklickt.

Das Video ist schon ein paar Tage alt, es stammt von Mitte Dezember. Vorgestern haben die Mitarbeiter von Bild.de dann die nächsten Aufnahmen einer chinesischen Überwachungskamera entdeckt, in denen es wieder um ein kleines Kind geht und mit denen man wieder wunderbar Klicks generieren kann:

Auch hier die wichtigste Info vorweg: Ja, das Kind wurde zwar von einem Lkw überrollt, ihm ist aber nichts Schlimmes passiert.

Die Szene, in der der Lkw über den Jungen auf dem Dreirad fährt, präsentierte Bild.de auf der Startseite in GIF-Dauerschleife. Das dazugehörige Video zeigt das Unglück aus zwei verschiedenen Perspektiven. Die Redaktion säuselt noch schnell, dass “mehrere Schutzengel am Werk” gewesen sein müssen. Dann ist der 42-Sekunden-Clip auch schon wieder rum.

Klicks abgegriffen, Job erledigt, weiter zum nächsten Unglück.

Mit Dank an @der_rosenkranz für den Screenshot!

*Die Überschrift bezieht sich übrigens hierauf (Video, 0:04 Minuten).

Problematisches Googlegeld, Superverlag Facebook, Amerikas Puls

1. Warum Google kein Partner für Journalisten sein kann
(medium.com, Lorenz Matzat)
Google schüttet im Rahmen des Medien-Innovationsfonds “Digital News Initiative” (DNI) eine Summe von 150 Millionen Euro an Verlage und Journalisten aus. Geld, das man laut Lorenz Matzat nicht annehmen sollte: “Ein im publizistischen Sektor so mächtiges Unternehmen kann meiner Meinung nach aus journalistischer Sicht kein Partner sein. Es kann vielmehr nur Gegenstand von Berichterstattung sein. Ein Journalist oder ein journalistisches Medium kann Google nur mit der nötigen kritischen Distanz gegenübertreten, sonst wird man von seiner Anziehungskraft auf die ein oder andere Weise vereinnahmt.”

2. US-Medien nach der Wahl: “Weniger prognostizieren, mehr verstehen”
(sueddeutsche.de, Johannes Kuhn)
In der amerikanischen Radiosendung “On The Media” geht es unter anderem darum, welchen Erzählmustern Medien folgen und welche Mythen sie verbreiten, welche Gefahren Presse- und Meinungsfreiheit drohen und welche Rolle Technologie im Medienwandel spielt. Die “SZ” hat mit Moderatorin Brooke Gladstone über die Erkenntnisse aus dem US-Wahlkampfberichterstattung gesprochen: “Vielleicht sollten wir mehr Reporter rausschicken. Aber es ist schwer, den Puls Amerikas zu fühlen: Alles ist am Ende anekdotisch, du kannst ‘die Wahrheit’ nicht finden, weil du nicht jeden Bürger interviewen oder eine Umfrage mit ihm machen kannst. Vielleicht kommen wir aber langfristig dahin, dass wir weniger prognostizieren und mehr verstehen.”

3. Journalisten können sich nicht nach Wutbürgern richten
(deutschlandradiokultur.de, Hans-Dieter Heimendahl)
Hans-Dieter Heimendahl, Leiter der Hauptabteilung Kultur des Deutschlandradios Kultur, geht nochmal auf die Entscheidung der “Tagesschau” ein, zunächst nicht über den Freiburger Mordfall zu berichten. Dies hatte vor ein paar Tagen zu einer Empörungswelle in den sozialen Medien geführt. “Wahrscheinlich haben sich auch schon vor dreißig Jahren Menschen über die Nachrichtenauswahl oder die Kommentare der Tagesschau aufgeregt. Aber sie konnten nur auf ihren privaten Tisch hauen. Heute können sie sofort in aller Öffentlichkeit ihrem Unmut Luft machen. Doch in Argumente hat sich die Wut durch die soziale Netzwerkerei noch nicht verwandelt. Und sie tut es auch nicht, wenn Hunderte oder gar Tausende die gleiche Wut haben.”

4. Wie die Medien Facebook zum Superverlag hochschreiben
(wolfgangmichal.de)
Was die Konkurrenz zu Facebook, YouTube und Co. anbelangt, befinden sich die Verleger in einem unlösbaren Dilemma: “Rechtlich und politisch wollen sie die Online-Plattformen dazu nötigen, Verlage zu werden, ökonomisch möchten sie genau das verhindern.”
Sollten aus den Internetplattformen Verlage werden, hätte dies für die Nutzer weitreichende Folgen, so Wolfgang Michal: “Sie werden durch die Verwandlung der Plattformen in Verlage zu Verlags-Mitarbeitern. Als Datenlieferanten, Blogger, Künstler, Werber, Journalisten etc. könnten sie für ihre Leistungen Geld, Beteiligung oder Mitsprache verlangen. Als Inhalte-Produzenten werden sie sich die Frage stellen, warum sie von den Plattformen so schlecht behandelt werden, warum sie für ihre Arbeit kein Honorar erhalten, warum sie ihre Rechte durch (rechtswidrige) Buy-Out-AGBs verschleudern müssen.”

5. Der Code der Neuen Rechten
(uebermedien.de, Michael Kraske)
Michael Kraske schreibt über den “Code der Neuen Rechten”. Etliche Redaktionen hätten bereits über das neurechte Netzwerk berichtet. Dennoch bliebe die Neue Rechte journalistisch schwer greifbar. Das Thema sei komplex, es brauche viel Erklärung, Akteure fänden sich parteiübergreifend.

6. “Wir vergraben uns in unseren Vorurteilen”
(zeit.de, Anant Agarwala)
Stanford-Professor Sam Wineburg hat eine Studie vorgelegt, die allerhand über die Internet-Leichtgläubigkeit von amerikanischen Schüler und Studenten zu Tage fördert. Diese würden oft nicht erkennen, ob Informationen wahr oder falsch sind. Doch nicht nur junge Leute seien von dieser speziellen Art von Leichtgläubigkeit betroffen. Eine weitere Studie, die 2017 publiziert werden soll, zeige ähnliche Ergebnisse für Akademiker mit Doktortitel: “Mit Bildung kommt Arroganz. Wir alle halten uns für viel schlauer, als wir sind, wenn es ums Internet geht.”

Für Sie geklickt (13)

Kurz vor dem Wochenende haben wir unserer Clickbait-Taskforce noch einmal losgeschickt, um nachzuschauen, was hinter den vollmundigen Ankündigungen in Teasern und verlockenden Schlagzeilen steckt. Durch diesen Einsatz können Sie Lebenszeit und Gehirnzellen sparen und sind trotzdem bestens informiert.

Heute: die vergangenen Tage bei der “Huffington Post”.

***


Schafen oder Aliens.

***


Yoga.

***


Seine Freundin fing plötzlich an zu schweben. Könnte aber auch nur ein Fake sein.

***


115.

***


Hinter ihr schwamm ein Hai.

***


Auf dem Zettel lädt das Restaurant alle obdachlosen und älteren Menschen zu einem Drei-Gänge-Menü ein, damit sie an Weihnachten nicht alleine essen müssen.

***


“Industrieschnee”, der entstehe, wenn Wasserdampf aus Schornsteinen von Industrieanlagen bei niedrigen Temperaturen aufsteigt.

***


Ein Meteorit ist in die Erdatmosphäre eingedrungen und verglüht.

***


“Weightless” von “Marconi Union”.

***


Starke Führungspersönlichkeiten.

***


1. “Du durftest nicht ins Internet, wenn Deine Mutter einen wichtigen Anruf erwartet hat.”
2. “Du hast die Telefonrechnung gesprengt, weil Du zu lange in Chatrooms unterwegs warst.”
3. “Das originale ‘Tamagotchi’ war ausverkauft, deshalb hast Du nur die Billigkopie bekommen.”
4. “Du hast einen Film aus der Videothek ausgeliehen und musstest ihn erstmal zurückspulen.”
5. “Dabei hattest Du doch gar keine Zeit, denn Du musstest den Film am Samstag vor 0 Uhr zurückgeben, sonst musstest Du die Leihgebühr bis Montag zahlen.”

… ach, schenken wir uns den Rest.

***


Hat Spaß gemacht, wäre aber nichts auf die Dauer.

***


Sie müssen bis zu 119 Euro zahlen, wenn sie in einem Auto rauchen, in dem auch Kinder sitzen.

***


Auf dem Foto sitzt ein Kojote neben dem Jungen. Der war aber nur per Photoshop eingefügt.

***


Ein anderer Junge plant dort einen Amoklauf. Ist allerdings nur ein Aufklärungsvideo.

***


1. “Sie denken schneller”.
2. “Bei Entscheidungen bewerten Linkshänder Informationen auf der linken Seite positiver”.
3. “In einigen Sportarten sind Linkshänder besser als Rechtshänder”.
4. “Die Gehirne von Linkshändern ordnen Gefühle auf andere Weise”.
5. “Linkshänder sind häufig die kreativeren Denker”.

***


Verkleidete Menschen.

***


Goldbarren und Münzen im Wert von 250.000 Euro.

***


Erst beängstigend, dann gut.

***


Beten.

***


Lieber zu Hause bleiben.

***


Na, warum wohl?!

***

Bitte. Keine Ursache.

Lob im Tarnanzug

Seit Anfang des Monats läuft die Youtube-Serie “Die Rekruten”, mit der die Bundeswehr versucht, junge Leute für sich und die Grundausbildung zu begeistern. Und das scheint ganz gut zu klappen — jedenfalls hat der zugehörige Kanal inzwischen mehr als 200.000 Abonnenten, einzelne Videos wurden bereits hunderttausendfach angeschaut. Ob sich die Youtube-Nutzer alle direkt bei der Bundeswehr bewerben, ist freilich eine andere Sache.

Und auch von Seiten der Medien gibt es positive Rückmeldungen. Also, von zwei Medien zumindest. Die hat die Bundeswehr jedenfalls auf ihre “Rekruten”-Webseite gestellt:

“Bild am Sonntag” — geschenkt.
Aber die “ARD”?

Es gibt dieses Zitat (“Geheimnis, Spannung, Abenteuer”) tatsächlich. Der Text, in dem man es nach kurzer Suche findet, ist im Blog des “ARD”-Hauptstadtstudios erschienen:

Interessanter als die drei Schlagworte, die die Bundeswehr als Lobpreisung daraus übernommen hat, ist allerdings das, was danach kommt:

Geheimnis, Spannung, Abenteuer — das ist der Sound der neuen Reality-Doku “Die Rekruten”. Wie der Vorspann einer angesagten amerikanischen Serie. Dabei geht es um etwas, was eigentlich so spannend gar nicht klingt: die Grundausbildung bei der Bundeswehr.

Und etwas weiter hinten im Beitrag heißt es:

Betten machen, früh aufstehen, Ausrüstung schleppen — natürlich wirkt das angesichts der knalligen Aufarbeitung in den Filmchen deutlich spannender als es in Wahrheit ist.

Und noch mal etwas weiter hinten:

Die Bundeswehr hat sich diese Reality-Doku übrigens einiges kosten lassen, nämlich 1,7 Millionen Euro. Dafür gab es schon Kritik.

Von all dem ist auf der Seite der Bundeswehr nichts zu lesen. Sie reißt ein paar Schlagworte aus dem Zusammenhang, wirft so den Tarnanzug über einen durchaus kritischen Beitrag des “ARD”-Hauptstadtstudio-Blogs und schmückt sich mit dem Endprodukt.

Mit Dank an Ole für den Hinweis!

Planetenschließung, Trump-Fehde, Kinder-Zeitschriften

1. Vorübergehend geschlossen
(planet-interview.de, Jakob Buhre)
“Planet Interview” hat mit Nikolaus Blome gesprochen, dem stellvertretenden Chefredakteur der BILD (aktuelles Buch: “Links oder rechts?”). Nun soll Blome große Teile seines Interviews nicht freigegeben haben. Betroffen seien 41% seiner Antworten. Dies wäre ein seltsames Gebaren, da Blome kritische Fragen bei anderer Gelegenheit als „essentiellen Bestandteil“ einer funktionierenden Demokratie bezeichnet hat. “Planet Interview” hat aus Protest gegen diesen Eingriff die Webseite für zwei Tage stillgelegt und zeigt nur das Interview. Inklusive der Fragen, deren Antworten von Blome nachträglich gestrichen worden seien.
Lesetipp: Wir haben dem Vorgang den Artikel Antworten auf kritische Fragen? Nicht mit Nikolaus Blome gewidmet und dort Blomes mutmaßliche Antworten mit Hilfe von Gedankenlesen und einer komplizierten mathematischen Formel (der sogenannten „Blome-Gleichung“) extrapoliert.

2. Pöbeln, klagen, drangsalieren
(spiegel.de, Marc Pitzke)
“Fox”-Moderatorin Megyn Kelly enthüllt in ihrer Autobiografie “Settle for More” erstmals die Hintergründe ihrer Fehde mit dem damaligen Präsidentschaftsbewerber Trump. Dieser hatte während des Wahlkampfs viele Journalisten bepöbelt und teilweise mit Prozessen überzogen. Auch Megyn Kelly bekam Morddrohungen von aufgeheizten Trump-Anhängern. Für Kelly wird sich die Sache wenigstens gerechnet haben: “Für ihre – bis nach der Wahl verzögerten – Enthüllungen kassierte sie einen Millionenvorschuss und fordert von Fox News nun angeblich 20 Millionen Dollar im Jahr für ihre Vertragsverlängerung, da sie alle hofieren.”

3. Die FPÖ und die blanke Niedertracht
(taz.de, Ralf Leonhard)
In Österreich wird Anfang Dezember erneut der Bundespräsident gewählt, entsprechend aufgeheizt ist die Stimmung im Land. Vor kurzem hat sich der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer vom boulevardesken Kanal “oe24.tv” für eine Homestory interviewen lassen, in der auch nach dem Beziehungsstatus der 13-jährigen Tochter gefragt wurde. Der Fernsehjournalist Martin Thür twitterte daraufhin: “Ich will nicht in einem Land leben, wo Kandidaten die Zimmer und das Liebesleben ihrer 13-jährigen Töchter offenbaren müssen, um zu gewinnen.” Ein von empörten Hofer-Anhängern initiierter Shitstorm war die Folge.

4. «Die Schweiz ist ein Land der Parallelwelten»
(tagesanzeiger.ch, Nicola Brusa & Beat Metzler)
Der “ARD”-Journalist Hans-Jürgen Maurus arbeitete von 1978 bis 2016 beim Radio, unter anderem als Auslandskorrespondent in Asien, Afrika und Amerika. Die letzten fünf Jahre war er Korrespondent in der Schweiz. Im Interview mit dem “Tagesanzeiger” geht es vor allem über sein Bild der Schweiz.

5. Niemand weiß, was jetzt passiert? Dann Schluss mit der Panikmache!
(perspective-daily.de, Frederik von Paepcke)
Auf dem Cover des aktuellen “Spiegel” rast ein überdimensionaler Trump-Kopf mit geöffnetem Mund und brennendem Kopf auf den Erdball zu. “Was soll das?”, fragt Frederik von Paepcke in seinem Kommentar zur Verantwortung der Medien und verlangt nach dem Schluss mit der Panikmache. Sein Vorschlag: “Entdecken wir konstruktive Tugenden wie Zuversicht, Respekt oder Kreativität neu. Überdenken wir unsere Kommunikation, üben wir uns in mehr Selbstreflexion.”

6. turi2 edition3: Sandra und Simon Peter, Chefredakteure bei Blue Ocean
(youtube.com, Video, 3:16 Minuten)
Sandra und Simon Peter sind, was den Output anbelangt, wahrscheinlich die fleißigsten Chefredakteure Deutschlands: Beim Stuttgarter Blue Ocean Verlag verantworten sie Dutzende von Kinder-Zeitschriften – mit 500 Ausgaben pro Jahr. Die Aufteilung ist dabei ganz klassisch: Sie macht die Mädchenhefte wie “Prinzessin Lilifee”, er die Jungsmagazine wie das “Playmobil-Magazin”.

Medienversagen, Mafia, Wakaliwood

1. Die US-Wahl, die Medien und ihre Vorhersagen (Links im Text)
(diverse)
In der Wahl von Donald Trump zum künftigen Präsidenten der USA sehen viele auch ein Versagen der Journalisten und ihrer Vorhersagen. Sascha Lobo schreibt in seiner Kolumne bei “Spiegel Online” vom Scheitern der Medien und Meinungsforscher “an den Mechanismen moderner Meinungsbildung” (“Wir müssen aus unseren Fehlern lernen. Sonst ist Trump unser kleinstes Problem”). Bei persoenlich.com sagt Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen, Trump sei der “grosse Profiteur einer veränderten Medienwelt” (“‘Trump hat von einer veränderten Medienwelt profitiert'”). Christian Jakubetz schreibt in seinem Blog von einer “bitteren Lektion” für “Journalisten, Medien und Social-Media-Enthusiasten” (“Eine Ohrfeige namens Trump”). Die Wahl von Donald Trump zeige, “wie sehr sich die Bürger von den klassischen Medien abgewandt haben — und andersherum”, so Julian Dörr bei sueddeutsche.de (“Trump und “Breitbart” triumphieren über das Establishment”). Joshua Benton analysiert bei “NiemanLab”, dass sowohl Journalisten als auch Facebook dazu beitrügen, dass sich die Gesellschaft in “two self-contained, never-overlapping sets of information” bewege (“The forces that drove this election’s media failure are likely to get worse”). Rasmus Kleis Nielsen denkt auf seiner Website darüber nach, was die Wahl für die Sozialwissenschaften bedeuten könnte (“‘A desk is a dangerous place from which to view the world.’ Social science and the 2016 elections”). Danah Boyd sagt klipp und klar “I blame the media” und kritisiert fehlende Selbstreflexion der Medien sowie ein mangelndes Verständnis der eigenen Schwächen (“Reality check: I blame the media.”). Jim Rutenberg und James Poniewozik fragen in der “New York Times”, ob sich die Medien von dieser Wahl wieder erholen können (“Can the Media Recover From This Election?”). Und Margaret Sullivan wirft den Journalisten in der “Washington Post” vor, dass sie nicht richtig hingehört und hingeschaut hätten (“The media didn’t want to believe Trump could win. So they looked the other way.”).

2. War das Volksverhetzung?
(faz.net, Michael Hanfeld)
Der Auftritt einer vollverschleierten Konvertitin in der Talkrunde von Anne Will am vergangenen Sonntag hat jetzt auch rechtliche Folgen — eine Rechtsanwältin aus Neuruppin soll Strafanzeige gestellt haben, “‘wegen aller in Frage kommenden Straftaten'”, schreibt Michael Handfeld. In einer Stellungnahme verteidigt “Anne Will”-Redaktionsleiter Andreas Schneider die Einladung der Frau: “Um das ganze Spektrum der Problematik abzubilden, die im Tatort [lief im Vorfeld der Sendung] angespielt wurde, war es Absicht der Redaktion, auch eine radikalisierte Person in die Gesprächsrunde zu laden.”

3. “Dort verkehren auch Politiker”
(taz.de, Ambros Waibel)
Gestern Abend lief beim “MDR” Ludwig Kendzias Reportage “Revier der Paten — Mafia in Mitteldeutschland” (Video, 29:45 Minuten). Im Interview mit der “taz” erklärt er, warum es schon rein rechtlich schwierig ist, über die Mafia zu berichten: “In Italien ist die nachgewiesene Zugehörigkeit zur Mafia strafbar. Das ist bei uns nicht so und macht es für Journalisten enorm schwierig, identifizierend zu berichten. Wir müssen uns aufs Allgemeine zurückziehen.”

4. O-Töne herstellen? Geht jetzt!
(radio-machen.de, Sandra Müller)
“Adobe”, die Firma, die auch Photoshop entwickelt hat, hat vor einigen Tagen Voco vorgestellt (Video, 7:20 Minuten). Damit kann man — kurz gesagt — am Computer durch die Eingabe oder das Löschen von Wörtern Sprachaufnahmen so verändern, dass ganz neue Aussagen entstehen. Sandra Müller warnt vor dieser “perfekten Audio-Manipulationsmaschine”.

5. Journalisten nicht ins Asylverfahren treiben
(reporter-ohne-grenzen.de)
Nachdem Michael Roth, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, in einem Interview mit der “Welt” verfolgten türkischen Journalisten Asyl in Deutschland in Aussicht gestellt hatte, kritisieren die “Reporter ohne Grenzen”, dass Roths Angebot an den Bedürfnissen der Betroffenen vorbeigehe: “Die weitaus meisten der türkischen Medienschaffenden, die sich mit der Bitte um Zuflucht in Deutschland an Reporter ohne Grenzen wenden, wollen weder politisches Asyl noch dauerhaft im Ausland bleiben. Ihnen geht es vielmehr um vorübergehende Zuflucht, bis sich die politische Situation in der Türkei beruhigt hat — und vor allem darum, ihre journalistische Arbeit fortzusetzen. Würden sie politisches Asyl beantragen, könnten sie jedoch während eines Verfahrens von ungewisser Dauer nur sehr schwer eine Arbeit aufnehmen und wären in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.”

6. Wakaliwood: Actionfilme aus Ugandas Slum
(ndr.de, Bastian Berbner, Video, 12:04 Minuten)
Isaac Nabwana braucht gerade mal ein Budget von 160 Dollar, um einen ganzen Spielfilm zu drehen. Nabwana ist Kameramann, Regisseur und die zentrale Person von Wakaliwood, Ugandas Film-Hotspot in Wakaliga. Bastian Berbner war im Slum in der Nähe der Hauptstadt Kampala dabei, als mit Hilfe von Kunstblut in Kondomen und Maschinengewehren aus Abwasserrohren ein neuer Actionfilm im typischen Wakaliwood-Stil entstanden ist.

D’oh!

Norbert Körzdörfer ist bei “Bild” für alles zuständig, was mit Prominenz zu tun hat. Und da die “Simpsons” in gewisser Weise ja auch Prominente sind, ist es nur folgerichtig, dass Körzdörfer das hier vor knapp zwei Stunden getwittert hat:

Dieses und ein weiteres Standbild aus einer “Simpsons”-Folge machten heute die große Social-Media-Runde. Der Clou: Die Macher der “Simpsons” sollen bereits 2000 gewusst haben, was 2015 in Wirklichkeit passiert ist …

… und damit könnten sie ja auch irgendwie gewusst haben, dass Donald Trump mal Präsident der USA wird.

Das ist alles so verrückt und lustig und unvorstellbar, dass zahlreiche Medien die Nummer ebenfalls aufgegriffen haben. Der Onlineableger der “NZZ” zu Beispiel …

… oder N24.de

… oder stern.de

… oder “Meedia”

… oder Blick.ch

… oder Handelsblatt.com

… oder Heute.at

… oder die “Appenzeller Zeitung”

… oder das “Liechtensteiner Volksblatt”:

Das Problem bei der Sache: Die Standbilder vom “Simpsons”-Donald-Trump stammen gar nicht aus dem Jahr 2000, sondern — genauso wie die Originalfotos von Trump — aus dem Jahr 2015. Es handelt sich um Szenen aus einer Sequenz namens “Trumptastic Voyage” der “Simpsons”-Staffel Nummer 25 und hat nichts mit seherischen Fähigkeiten der “Simpsons”-Macher zu tun.

Tatsächlich gab es im Jahr 2000 aber mal eine Vorhersage bei den “Simpsons”, dass Donald Trump eines Tages US-Präsident sein wird. In der Folge “Bart to the Future” blickt Bart Simpson in die Zukunft: Er ist ein ziemlicher Loser, seine Schwester Lisa US-Präsidentin. Und in einem Halbsatz spricht sie von ihrem Vorgänger Donald Trump.

Das alles ist übrigens nichts Neues: Snopes.com hat das Ganze bereits im September 2015 aufgeschrieben. Das hätten die ganzen Onlineportale und Norbert Körzdörfer durchaus rausfinden können.

Mit Dank an @vierzueinser, @macerarius und Sebastian für die Hinweise!

Nachtrag, 10. November: NZZ.ch hat den Fehler inzwischen transparent korrigiert und das entsprechende Foto ausgetauscht. N24.de hat ebenfalls reagiert und die Bildunterschrift angepasst, allerdings ohne Hinweis auf den früheren Fehler.

Monetarismus-Dilemma, Kalkofe-Kritik, Volksverhetzungsbutton

1. Zur Not auch ohne Print
(sueddeutsche.de, Viola Schenz)
“New York Times”-CEO Mark Thompson erklärt seine Strategie für die Zukunft des Medienunternehmens und die liegt (natürlich) im Digitalen. Die Zeitung hat wie fast alle anderen Medien mit einer sinkenden Druckauflage zu kämpfen, investiert jedoch konsequent in ihren Netzauftritt. Bis 2020 will Thompson die Digitaleinkünfte auf 800 Millionen Dollar verdoppeln.

2. Keine Angst vor dem Publikum
(de.ejo-online.eu, Marlis Prinzing)
Der Weltverband der Zeitungen (WDZV) hat Standpunkte von 78 Medienhäusern aus weltweit 46 Ländern zum Umgang mit Leserkommentaren erfasst. In vielen Redaktionen herrsche Furcht: “Schadet es dem Ruf der Zeitung, wenn Nutzer sich im Ton vergreifen? Wer haftet dann? Lohnt es sich überhaupt, in die Kommentar-Moderation zu investieren? Weil sie keine klaren Antworten sehen, ermöglicht jede fünfte keine Nutzerkommentare mehr oder leitet den Publikumsdiskurs von den eigenen Kanälen um auf Facebook und andere soziale Medien.” Prinzing rät dazu, den Draht zum Publikum nicht abreißen zu lassen und blickt auf Best-Practice-Beispiele wie die “New York Times” und “Dawn” aus Pakistan, die sich konsequent in die Diskussion einschalten.

3. So klischeehaft berichten Medien über Unternehmerinnen
(gruenderszene.de, Kim Richters)
Kim Richters weist auf eine neue Studie des Instituts für Mittelstandsforschung hin. Darin wurde untersucht, wie sich die Berichterstattung über Unternehmerinnen und Gründerinnen in den vergangenen Jahren veränderte. Ergebnis der Studie: Es wird immer noch zu selten über Frauen berichtet, obwohl diese ein Drittel aller Selbstständigen ausmachen. Und wenn dann über sie berichtet werde, dann oft klischeehaft und mit Bemerkungen über ihr Aussehen.

4. Ein §130-Button, aber schnell!
(taz.de, Roberto de Lapuente)
Facebook sei zum Tummelplatz für Rassisten geworden, so Roberto de Lapuente in seinem Debattenbeitrag auf “taz.de”. Lapuente fordert Konsequenzen auf verschiedenen Ebenen: Um das Melden von Hasskommentaren zu erleichtern, soll es gleich neben dem „Gefällt mir“-Button auch einen Volksverhetzungsbutton mit „§130“-Icon geben. Bei volksverhetzenden Kommentaren soll es eine Meldepflicht des Unternehmens an die Behörden geben. Und Facebook soll bei Beleidigungen oder Angriffen auf Privatpersonen zur Beweissicherung verpflichtet werden.
Nun denn, die Reaktion des Unternehmens auf derartige Vorschläge kann man sich wohl vorstellen.

5. Blocker und Keule
(medienwoche.ch, Anne-Friederike Heinrich)
Die Chefredakteurin der “Werbewoche” Anne-Friederike Heinrich beschäftigt sich mit dem Monetarismus-Dilemma der Medien: “Wie bringt man den mit Kostenlosmedien verwöhnten Nutzern bei, dass Journalismus etwas kostet? Mit sanftem Druck oder mit dem Holzhammer?”

6. oliver kalkofe ist gegen eigenwerbung
(wirres.net, Felix Schwenzel)
Felix Schwenzel äußert sich kritisch über einen Oliver-Kalkofe-Clip, in dem dieser die Youtuberin “Bibi” aufs Korn nimmt. Schwenzel wirft Kalkofe unter anderem Doppelmoral vor: “werbung machen für eigene produkte ist verachtenswert? kurz nach seiner bibi-nachäffung kann man im video sehen, wie kalkofe werbung für seine sendung auf dem premium-kanal tele5 macht, seine twitter- und facebook-kanäle anpreist und (seine „dummen“ fans?) dazu auffordert seinen youtubekanal zu abonnieren.” (Schwenzelsche Kleinschreibung im Original belassen)

Kriegsfotografie, Rekrutenclips, Sterbe-TV

1. Von den Straßen Aleppos
(faz.net, Miray Caliskan)
Der Syrer Hosam Katan wollte das Assad-Regime bekämpfen. Er hat dazu jedoch nicht die Waffe, sondern die Handykamera verwendet. Mit Erfolg: Seine Fotos mitten aus dem Bürgerkrieg wurden in den sozialen Medien verbreitet und von Nachrichtenagenturen gekauft. Der 22-jährige Katan ist mittlerweile aus Aleppo nach Deutschland geflohen und hat unlängst einen Workshop für Handyfotografie geleitet. Die “FAZ” hat mit dem geflüchteten Syrer gesprochen, dessen Ziel es ist, an der Universität von Hannover Fotojournalismus zu studieren. Und natürlich werden einige seiner Bilder aus Aleppo gezeigt.

2. Kolumnist und Legende in Haft
(taz.de, Ali Celikkan)
Die schlechten Nachrichten aus der Türkei reißen nicht ab. Nun wurde der 75-jährige “Cumhuriyet”-Kolumnist Hikmet Çetinkaya ins Gefängnis geworfen. Wegen angeblicher Unterstützung der Gülen-Bewegung. Ausgerechnet, denn Çetinkaya berichtet seit Jahrzehnten kritisch über die Gülen-Bewegung und wurde nach eigenen Angaben bereits 170 Mal von Gülenisten verklagt.

3. Bundeswehr verteidigt Web-Serie
(ndr.de)
Die Bundeswehr goes Youtube. Mit der Webserie “Die Rekruten” will man für sich und vor allem für Nachwuchs werben. Die Bundeswehr lässt sich die Filmchen 1,7 Millionen Euro kosten, die Kampagne zur Bewerbung der Clips soll noch einmal 6,2 Millionen Euro kosten. Da ist es fast zwangsläufig, dass die Frage gestellt wird, ob das Geld gut investiert ist.

4. Der fliegende Holländer im Presserecht
(carta.info, Uwe Jürgens)
Wenn es um presserechtliche Vorgänge geht, taucht immer wieder der Begriff des “fliegenden Gerichtsstands” auf. Uwe Jürgens hat einen ausführlichen und in die Tiefe gehenden Artikel über das umstrittene Phänomen verfasst, in dem er die verschiedenen Positionen vorstellt. Jürgens plädiert am Ende seines Beitrags für weniger Gerichtsstände (“Kompetenzsicherung durch Spezialisierung”) und zeigt auf, wie es die Nachbarn in der Schweiz und in Österreich gelöst haben.

5. Syrien, Aleppo. Irak, Mosul. Fragen über Fragen
(infosperber.ch, Urs P. Gasche)
Urs P. Gasche fühlt sich von den Medien schlecht informiert, was die Lage in Syrien anbelangt und hat eine Liste von 23 Fragen erstellt. “Auf alle diese Fragen gibt es keine schnellen Antworten. Wenn Krieg herrscht, sind Informationen ein Teil davon. Medien werden instrumentalisiert und manipuliert, subtil oder weniger subtil. Und zwar von allen Kriegsparteien. Deshalb wäre Zurückhaltung angesagt. Vorsichtiges Formulieren in neutraler Sprache und mit deutlichen Hinweisen auf ungesicherte Quellen.”

6. Warum das Fernsehen sterben wird
(wiwo.de, Oliver Schütte)
Oliver Schütte sieht das öffentlich-rechtliche Fernsehen in ernsthaften Schwierigkeiten: Anspruchsvolle Stoffe und Erzählweisen gebe es nur noch bei den Streamingdiensten. Die herkömmlichen Programmsender würden dagegen nur niveauloses Bügelfernsehen liefern. Schüttes Empfehlung bezüglich öffentlich-rechtlicher Zukunftsgestaltung: “Die Agenda 2025 von ARD und ZDF sollte ehrgeizige Ziele entwickeln, für die deutsche Zuschauer bereit sind, mehr als 200 Euro Rundfunkbeitrag im Jahr zu bezahlen. Nur so wird es den deutschen öffentlich-rechtlichen Sendern gelingen, international erfolgreiche Formate wie die anderer europäischer Sender („Sherlock“, „Downton Abbey“, „Borgen“ und „Gomorrha“ et cetera) zu produzieren. Andernfalls werden sich nur noch die Älteren nostalgisch an ARD und ZDF erinnern können, weil die Sender von der Bildfläche verschwunden sein werden.”

Blättern:  1 ... 88 89 90 ... 153