„Buzzfeed“, Medienhuren, Mehrwert

1. „Die Homepage ist nicht mehr so wichtig“: „Mr. BuzzFeed“ Scott Lamb im Interview
(t3n.de, Carsten Christian)
Seit annähernd zehn Jahren gibt es „Buzzfeed“, eine bunte Mischung aus Blog, Nachrichtenticker und Online-Magazin voller Bilder und Videos und sogenannter „Listicles“. Mittlerweile hat die Seite nach eigenen Angaben mehr als 200 Millionen Leser. Im Interview mit „t3n“ erklärt Scott Lamb (Vice President International), was den Erfolg der Seite ausmacht und was sich andere Publisher von „Buzzfeed“ abschauen können.

2. Missverständnis oder mangelnde Recherche?
(ndr.de, Janina Kalle)
Da ist wohl etwas schief gegangen: Ein „Spiegel“-Reporter hat eine Flüchtlingsunterkunft in Hamburg-Harvestehude besucht und später von Mobbing aus religiösen Gründen berichtet. Dabei hat es sich anscheinend nur um einen relativ profanen Streit um die Nutzung des Badezimmers gehandelt. Die Heimleitung zeige sich jedenfalls überrascht von den Mobbing-Vorwürfen, die Pressesprecherin sehe in dem Ganzen ein Missverständnis.

3. Cheatsheet: Programmierlose ddj tools
(datentaeter.de)
Marie-Louise Timcke studiert Datenjournalismus in Dortmund und ist Leiterin von „Journocode“, ein Projekt rund um „journalistisches Programmieren“. Auf einem „Cheatsheet“ hat sie die nützlichsten Tools für Datenjournalisten zusammengestellt: von Recherche und Analyse bis hin zur grafischen Aufbereitung.

4. Gemischtes Doppel #5: Medienhuren
(ostpol.de, Inga Pylypchuk)
In Deutschland wird Medien oft der Kampfbegriff „Lügenpresse“ entgegengeschleudert, in der Ukraine werden Journalistinnen und Journalisten oft als „Medienhuren“ beschimpft. Anlass sei das Verhalten der TV-Redakteurin Marija Stoljarowa gewesen: Während einer Live-Sendung zum Gedenken an die Toten der Maidan-Revolution im vergangenen Winter sei plötzlich der Regieton eingespielt worden und man hätte hören können, wie Stoljarowa einen Kollegen aufforderte, „endlich diese Scheiße auszuschalten“. Seitdem macht der Hashtag „#Medienhure“ die Runde, und alle Journalisten, die mit ihrer Tätigkeit angeblich der Ukraine schaden, werden entsprechend beschimpft. „Alle Presse-Vertreter können jetzt #Medienhuren werden, genauso wie sie in Deutschland #Lügenpresse wurden. Auch unabhängige Medien und investigative Korruptionsbekämpfer werden damit abgestempelt. Dabei ist eine weitere Gemeinsamkeit nicht zu übersehen: Diejenigen, die eine journalistische Verschwörung wittern, gehören in der Ukraine wie in Deutschland meist zum rechten Lager.“

5. Ich habe da einen Wunsch
(facebook.com, Dennis Horn)
Der Journalist Dennis Horn würde gerne den Begriff „Mehrwert“ begraben. Wenn es bei Radio und Fernsehen um Online und Social Media ginge, würde stets ein anzustrebender „Mehrwert“ ins Spiel gebracht. Dabei sei es einer dieser Begriffe, mit denen die Medien sich selbst in die Tasche lügen würden. „‚Mehrwert‘ verhindert, die Stärken der jeweiligen Kanäle auszuspielen. Die wichtigste Frage ist: Was erwarten unsere Nutzer in einem neuen Kanal von uns? Was erwarten sie, wenn sie unser lineares Programm einschalten? Was erwarten sie, wenn sie unsere Website besuchen? Was erwarten sie, wenn sie unserer Facebook-Seite ein ‚Gefällt mir‘ spendieren? Was erwarten sie, wenn sie unseren YouTube-Kanal abonnieren? Was erwarten sie, wenn sie uns bei Snapchat folgen? Nicht die Frage, ob der eine Kanal einen Mehrwert für den anderen hat, ist entscheidend — sondern ob ein neuer Kanal eine sinnvolle Ergänzung meiner Medienmarke ist und sie entsprechend stärken kann.“

6. Bedingt reformierbar
(sueddeutsche.de, Hans Hoff & Katharina Riehl)
Die Gebührenzahler investieren eine Menge Geld in die Öffentlich-Rechtlichen. Nun hat der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer gefordert, ARD und ZDF zusammenzulegen. Hans Hoff und Katharina Riehl ordnen das Ganze ein.