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Whistleblower, Papiersorgen, Digitaler Stimmenfang in Frankreich

1. Schutz noch unzureichend
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband ist unzufrieden mit den geplanten Regeln zum Whistleblowerschutz und spricht von einer “Medienverhinderungsvorschrift”. Der Gesetzgeber müsse nachbessern und den Spielraum, den die EU-Richtlinie lasse, in vollem Umfang zum Schutz von Whistleblowerinnen und Whistleblowern ausnutzen.
Weitere Informationen zu der aktuellen Diskussion gibt es bei netzpolitik.org und beim “Whistleblower-Netzwerk”.

2. “Existenzielle Gefahr für viele Zeitschriftentitel”
(medienpolitik.net, Helmut Hartung)
Die Zeitschriftenverleger in Deutschland haben sowieso schon mit dem digitalen Wandel zu kämpfen und jetzt kommen noch steigende Papier- und Energiekosten hinzu. Der Geschäftsführer des Medienverbands der freien Presse sorgt sich um seine Branche: “Im Zuge der aktuellen Papierpreisexplosion – wir sprechen von bis zu 150 Prozent – besteht das Risiko noch kurzfristigerer Einschnitte in die Zeitschriftenvielfalt.”

3. 20 Uhr-tagesschau mit Untertiteln auf Ukrainisch und Russisch
(blog.tagesschau.de, Juliane Leopold)
Seit gestern gibt es die 20-Uhr-Ausgabe der “Tagesschau” mit ukrainischen und russischen Untertiteln auf tagesschau.de, in der ARD-Mediathek sowie bei Youtube. Eine Übersicht der Angebote der ARD auf Ukrainisch und Russisch gibt es hier.

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4. Wie europäische Medien über die Olympischen Winterspiele 2022 berichtet haben
(de.ejo-online.eu)
Das “EJO”-Netzwerk hat untersucht, wie Medien in Deutschland, Großbritannien, Lettland, Polen, Tschechien und der Schweiz über die Olympischen Winterspiele 2022 berichtet haben. Im Fazit der Analyse werden die wichtigsten Erkenntnisse zu Inhalt und Struktur der Berichterstattung samt Stärken und Schwächen zusammengefasst.

5. Erdbeermilch und Astroturfing: Der digitale Stimmenfang in Frankreich
(uebermedien.de, Léonardo Kahn)
Am Wochenende steht in Frankreich die Präsidentschaftswahl an. Léonardo Kahn hat sich angeschaut, wie die Parteien und deren Spitzenvertreter in den Sozialen Medien agieren, welche Kommunikationsstrategie sie verfolgen und mit welchen Tricks sie arbeiten.

6. Trumps soziales Netzwerk hat Probleme
(faz.net, Fridtjof Küchenmann)
Als Twitter den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump von der Plattform verwies, war dies ein schwerer Schlag für Trump. Immerhin hatte er mehr als 80 Millionen Follower, die er täglich mit seinen Botschaften versorgte. Nach seinem Ausschluss kündigte Trump die Entwicklung eines eigenen Netzwerks an. “Truth Social” ist mittlerweile in Betrieb, hat nach einem holprigen Start jedoch weiterhin Probleme.

Maks Levin, Podcast-Einheitsbrei, Junger Investigativjournalismus

1. Bekannter ukrainischer Fotograf und Dokumentarfilmer getötet
(spiegel.de)
Der seit dem 13. März vermisste ukrainische Fotograf Maks Levin wurde nun in einem Dorf nördlich von Kiew tot aufgefunden. Die Organisation Reporter ohne Grenzen schreibt bei Twitter über die “traurige Gewissheit”: “Er ist der sechste Journalist, der im Krieg in der Ukraine getötet wurde. Levin war unbewaffnet und trug eine Jacke mit der Aufschrift Presse.”

2. Wie sieht junger Investigativjournalismus aus?
(journalist.de, Annkathrin Weis)
Der “journalist” ist für seine ausführlichen Interviews mit Tiefgang bekannt. Aktuell bietet er ein lesenswertes Gespräch mit Isabell Beer, Investigativjournalistin, die sich in ihren Geschichten unter anderem mit Extremismus, Frauenhass, Missbrauch und Drogensucht auseinandersetzt. Beers Ansicht nach sei die jüngere Generation von Journalistinnen und Journalisten ganz anderen Gefahren ausgesetzt als die Generation davor: “Um unsere Arbeit zu promoten, sind viele von uns auf Twitter unterwegs und geben dort ihre Meinung ab, was ja auch durchaus sinnvoll ist. Aber wo man auch aneckt und es dazu führen kann, dass einem Leute nichts Gutes wollen. Früher gab es die Leserbriefe, bei denen man das Porto bezahlen musste. Aber einen Hasskommentar zu schreiben, ist kostenlos und wird noch viel zu selten verfolgt.”

3. Von True-Crime bis Geschichtspodcasts – geht die Experimentierfreude verloren?
(freitag.de, Benjamin Knödler)
Viele Verlage setzen bei ihren Podcast-Produktionen auf Bewährtes, schauen sich an, was bei den unabhängigen Podcastern und Podcasterinnen gut läuft und übernehmen deren Konzepte. Benjamin Knödler sieht in dieser Entwicklung eine Gefahr: “Die, die neue Dinge ausprobieren, die kleinen Formate, gehen im Zweifel irgendwann unter gegen die großen Medienhäuser. Am Ende droht der Einheitsbrei an ‘erprobten Formaten’. Genau deshalb sollten sich auch die großen Medienhäuser eine gewisse Experimentierlust bewahren.”

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4. Hat der Rechts­staat ver­sagt?
(lto.de, Lena Leffer & Stefan Hessel)
Nachdem vor Gericht gegen den Youtuber Rainer Winkler, besser bekannt als “Drachenlord”, ein vergleichsweise mildes Urteil erging, diskutieren Lena Leffer und Stefan Hessel die Frage, ob der Staat im Vorfeld mehr zu Winklers Schutz hätte beitragen müssen: “Im Fall Winkler hätte durch präventive polizeiliche Maßnahmen im digitalen Raum beispielsweise verhindert werden können, dass dieser erst in den sozialen Netzwerken und dann offline zur Zielscheibe wurde. Denkbar wären hier neben der frühzeitigen Identifizierung von Störern und damit verbundenen – gegebenenfalls digitalen – Gefährderansprachen insbesondere die Löschung von Aufrufen zu Hass und Gewalt im Netz im Rahmen der polizeilichen Gefahrenabwehr.”

5. Was ist los beim RBB?
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg & Kurt Sagatz)
Der RBB hat eh schon mit schlechten Quoten zu kämpfen, doch zu Ostern könnte sich die Situation des öffentlich-rechtlichen Senders noch weiter verschlechtern. Hunderte von freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Inhalte zu vielen TV-Sendungen und -Magazinen beisteuern, hätten für die Ferienzeit zur Aktion #wirsindnichtda aufgerufen. Markus Ehrenberg und Kurt Sagatz erklären die Hintergründe zur Protestaktion der Freien.

6. Die Folgen der Ohrfeige
(sueddeutsche.de, David Steinitz)
In Reaktion auf die von ihm ausgeteilte Ohrfeige bei der Oscar-Verleihung wurden zwei Filmproduktionen mit Will Smith, zumindest vorerst, gestoppt. Smith selbst trat aus der Oscar-Academy aus. David Steinitz spekuliert über weitere Konsequenzen: “Werden die Filmstudios bald wieder mit ihm arbeiten wollen? Glauben sie trotz (oder vielleicht ja sogar wegen) der Ohrfeige weiterhin an seine Boxoffice-Power? Oder lassen sie ihn zappeln oder gar ganz fallen?”

KW 10/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Ferngespräche: Südafrika
(radioeins.de, Holger Klein, Audio: 1:08:08 Stunden)
Die radioeins-Korrespondenteninterviews von Holger Klein sind ein steter Garant für Information und Unterhaltung. Diesmal erzählt Jana Genth aus ihrem südafrikanischen Berichtsgebiet, von kulinarischen Herausforderungen und den Klicklauten der Zulu-Sprache. Eine wunderbare und mitreißende Kombination aus ernsten und unterhaltsamen Themen.

2. Jens Schröder über Social Media und den Ukraine-Krieg.
(turi2clubraum.podigee.io, Aline von Drateln & Markus Trantow, Audio: 41:33 Minuten)
Im “turi2”-Podcast haben Aline von Drateln und Markus Trantow den “Daten-Dompteur” und “Zahlen-Zampano” Jens Schröder zu Gast. Schröder hat über eine Spanne von eintausend Ausgaben den täglichen #trending-Newsletter herausgegeben, der vor Kurzem als wöchentliches Format relauncht wurde. Im Gespräch geht es um die Themen der Woche, die Zahlenverliebtheit der Medienbranche und Schröders Lust am Daten-Sortieren.

3. Ein Dorf im Griff einer TV-Serie
(deutschlandfunkkultur.de, Heiner Kiesel , Audio: 29:40 Minuten)
Die Arztserie “Der Bergdoktor” spielt in der Tiroler Gemeinde Ellmau am Fuße des Wilden Kaisers. Das hat Folgen für die Popularität des Ortes: Seit das ZDF-Erfolgsformat dort gedreht wird, sind die Übernachtungszahlen explodiert und die Immobilienpreise gestiegen. Heiner Kiesel hat sich für eine Reportage nach Ellmau begeben und mit Besuchern, Einheimischen, dem Tourismusdirektor und dem echten Bergdoktor gesprochen. Der Touristiker ist begeistert, die Einheimischen sind teilweise frustriert: “Es ist für einen jungen Menschen fast nicht mehr möglich, sich etwas leisten zu können. Die Grundstückspreise explodieren, dadurch, dass einfach viele Deutsche hierherkommen und einen Zweitwohnsitz nehmen und uns verdrängen.”

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4. Untergraben Streamingdienste die Demokratie?
(ardaudiothek.de, Katja Weber, Audio: 52:31 Minuten)
Der Medien- und Kommunikationswissenschaftler Marcus S. Kleiner befürchtet, dass Streamingdienste demokratischen Prozessen eher entgegenwirken könnten: “Das On-Demand-Videostreaming ist für mich etwas, was sich Adorno und Horkheimer in der ‘Dialektik der Aufklärung’ nicht hätten träumen lassen. Die doppelte Ökonomie der Selbst-Manipulation, -Entmündigung und -Ausbeutung.” In seinem Vortrag erklärt Kleiner, wie Anbieter von Video-on-Demand-Diensten aus seiner Sicht die Demokratie unterminieren.

5. “Narcoland” & “Suisse Secrets”: Recherchen & Reportagen als Podcasts
(ohrensessel.podigee.io, Carina Schroeder & Sandro Schroeder, Audio: 1:29:40 Stunden)
Podcast-Experte Sandro Schroeder und Audio-Journalistin Carina Schroeder haben einen Podcast über Podcasts gestartet. Zu Beginn erzählen die beiden “Ohrensessler” hörbar begeistert von der Entstehungsgeschichte der “Ohrensessel”-Jingles. Danach geht es um zwei Produktionen, die Recherchen als Mini-Serien erzählen: “Narcoland” von der “Aachener Zeitung” und “Suisse Secrets” von der “SZ”. Schroeder und Schroeder besprechen die Stärken und Schwächen der beiden Audio-Serien und diskutieren die Frage, wie journalistische Podcasts umgesetzt sein sollten.

6. BILD TV: Schwach angefangen, stark nachgelassen
(youtube.com, Walulis Story – SWR, Video: 11:09 Minuten)
Trotz erheblicher Investitionen erreicht “Bild TV” nur miserable Einschaltquoten. Das könnte nach Ansicht des “Walulis”-Teams unter anderem an dem Doku-Überangebot liegen und an der Tatsache, dass dem Sender mit Julian Reichelt ein prominentes Gesicht abhanden gekommen ist: “Paul Ronzheimer und Johannes Boie versuchen diese Lücke vor der Kamera zu füllen. Aber warum BILD TV keine klare Zielgruppe hat und warum sie die Stärken der BILD-Zeitung nicht ins TV kriegen, erfahrt ihr in der Walulis Story.”

KW 09/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Krieg gegen die Ukraine – Wie berichten, was zeigen?
(br.de, Linus Lüring & Sissi Pitzer, Audio: 24:11 Minuten)
Es wird zunehmend schwieriger, über den Krieg Russlands gegen die Ukraine zu berichten. Im Medienmagazin des Bayerischen Rundfunks spricht Daniel Bouhs darüber, wie viele Reporter und Reporterinnen deutsche Medien in das Kriegsgebiet entsenden, und welche Probleme diese vor Ort haben. Außerdem geht es um die Verifikation von Bildern und Videos aus dem Kriegsgebiet und das EU-weite Verbot der russischen Staatsmedien.

2. Zwischen Professionalität und Emotion: Journalismus im Ukraine-Krieg
(deutschlandfunk.de, Stefan Fries, Audio: 38:02 Minuten)
Auch beim Deutschlandfunk geht es um die Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine: Wie behalten Journalistinnen und Journalisten den Überblick, welche Herausforderungen gibt es, wie schaffen sie den Spagat zwischen Hoffnung und Alarmismus, und welche Rolle spielen eigene Ängste? In “Nach Redaktionsschluss” diskutieren die freie Reporterin Rebecca Barth in der Ukraine, der ehemalige Moskau-Korrespondent des Deutschlandfunks (Dlf), Thielko Grieß, und die Medienwissenschaftlerin Marlis Prinzing von der Macromedia-Hochschule Köln mit Stefan Fries aus der Dlf-Medienredaktion.

3. Kriegsbilder auf TikTok, Seitenwechsel im Journalismus, Stalking mit Trackinggeräten
(deutschlandfunkkultur.de, Katja Bigalke & Marcus Richter, Audio: 34:47 Minuten)
In der aktuellen Ausgabe von “Breitband” sprechen Katja Bigalke und Marcus Richter über Kriegsbilder auf TikTok, Seitenwechsler im Politik-Journalismus und den Missbrauch von Ortungsgeräten wie Apples AirTag.

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4. Der Fall Gil Ofarim
(ndr.de, Kathrin Drehkopf, Video: 24:27 Minuten)
Im dritten und letzten Teil der “Zapp”-Serie “Verurteilt im Netz” geht es um den Fall von Gil Ofarim, der in den Sozialen Medien angab, in einem Leipziger Hotel antisemitisch diskriminiert worden zu sein, und die darauffolgende mediale Debatte. Die ersten beiden Folgen der Serie beschäftigten sich mit dem Fall Luke Mockridge und dem Fall Nemi El-Hassan (jeweils 25 Minuten).

5. Gespräch mit Dalia Antar
(anchor.fm, Lisabell Shewafera, Audio: 40:43 Minuten)
Bei “Inside Medien” ist diesmal Dalia Antar zu Gast. Sie arbeitet beim “heute journal” des ZDF als Redakteurin, Reporterin und Co-Chefin-vom-Dienst. Im Podcast gibt Antar unter anderem Auskunft zu folgenden Themen: Wie kann man sich den Arbeitsalltag als Redakteurin und Reporterin beim ZDF vorstellen? Wie ist das, in der aktuellen Berichterstattung zu arbeiten? Und wie komme ich an ein Praktikum in öffentlich-rechtlichen Medienhäusern?

6. Diener des Volkes
(arte.tv, Video: Serie mit 23 Folgen)
“Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, ehemaliger Schauspieler und Komiker, spielt in der Serie ‘Diener des Volkes’ die Rolle, die sein Leben veränderte: einen Geschichtslehrer, der über Nacht zum Präsidenten der Ukraine wird.” Arte zeigt in der Mediathek alle 23 Folgen in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Krieg in den Sozialen Medien, Zensur, Unruhe bei Verlegerverband

1. Russland zensiert Kriegsberichterstattung
(reporter-ohne-grenzen.de)
Der Kreml greift noch weiter in die Berichterstattung russischer Medien ein als sowieso schon und verbietet die Verwendung der Wörter “Krieg”, “Angriff” und “Invasion”. Erlaubt seien ausschließlich Informationen aus “offiziellen russischen Quellen” – damit ist das Verteidigungsministerium gemeint. “Schon vor dem Krieg wurden Journalistinnen und Reporter in Russland massiv an ihrer Arbeit gehindert”, so der Geschäftsführer der deutschen Reporter ohne Grenzen: “Nun ist der Informationskrieg in vollem Gange.”

2. Krieg in sozialen Medien
(socialmediawatchblog.de, Simon Hurtz)
Die aktuelle Ausgabe des “Social Media Watchblogs” zum Thema “Krieg in sozialen Medien” erscheint ausnahmsweise ohne Paywall: “Selten kam uns dieser Newsletter nebensächlicher vor als in diesen Tagen. Es gibt gerade so viele Dinge, die wichtiger sind, als neue TikTok-Features oder unsere Analysen. Trotzdem verschicken wir ein Briefing. Zum einen hilft uns das, nicht im Doomscrolling zu versinken. Zum anderen spielen Tech-Konzerne und Social Media in der Ukraine eine wichtige Rolle. Deshalb können wir vielleicht dazu beitragen, dass du einen kleinen Teil dieses fürchterlichen Kriegs besser verstehst.”

3. Hilfe für Journalist:innen in der Ukraine
(netzwerkrecherche.org, Günter Bartsch)
Das Netzwerk Recherche hat zusammen mit n-ost, FragDenStaat, Reporter ohne Grenzen und der “taz”-Panter-Stiftung eine Spendenaktion für ukrainische Medienschaffende gestartet: “Wir brauchen Eure Unterstützung, um überlebensnotwendige Schutz- und Notfallausrüstungen zu kaufen und unsere Kolleg:innen mit Unterkünften und psychologischer Betreuung zu versorgen.”

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4. MABB verhängt Zwangsgeld
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Der russische Staatssender RT DE wurde von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) wegen einer nicht bestehenden Sendelizenz mit einem Ausstrahlungsverbot belegt, an das er sich jedoch nicht hält. Nun stehe ein Zwangsgeld von 25.000 Euro im Raum, das immer wieder neu angesetzt werden könne. Die EU bereite unterdessen ein umfassendes Sendeverbot der russischen Staatsmedien vor.

5. YouTube, TikTok und Microsoft sperren RT
(spiegel.de)
Die Videoplattform Youtube sperre die Kanäle der russischen Staatssender RT und Sputnik europaweit. TikTok habe den Zugang russischer Staatsmedien zu seiner Plattform in der EU ebenfalls eingeschränkt, und Microsoft sowie Facebooks Mutterkonzern Meta hätten mit ähnlichen Beschränkungen reagiert. Nur Twitter wolle Nachrichten mit Verbindungen zu russischen, dem Staat nahestehenden Medien lediglich mit Warnhinweisen versehen.

6. Was ist nur bei den Verlegern los?
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Verlegerverband BDZV erlebt gerade unruhige Zeiten: Erst die Kontroverse um Verbandschef Mathias Döpfner, dann der Rücktritt des Vizepräsidenten, nun die Kündigungsdrohung eines Großverlags. Hendrik Zörner vom Deutschen Journalisten-Verband appelliert an den Verband: “Bitte lösen Sie schnellst möglich Ihre Personalprobleme an der Führungsspitze, damit Sie wieder Kapazitäten für das Wesentliche haben.” Gemeint seien damit zum Beispiel Gespräche über “die beschämend niedrigen Freien-Honorare” bei Zeitungen.

KW 08/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

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1. Das System Söring
(das-system-soering.podigee.io, Jana Bach & Lucia Knollhuber & Regina Lechner & Katharina Rahn, Audio: acht Folgen, bisher zwei verfügbar)
(Triggerwarnung: explizite körperliche und sexualisierte Gewalt. Die Produktion selbst empfiehlt den Podcast erst ab 18 Jahren.) Nach 33 Jahren Haft wegen zweifachen Mordes wird der Deutsche Jens Söring von den USA nach Deutschland ausgeliefert und dort wie ein Star empfangen. Seit seiner Rückkehr ist er Gast in Talkshows, Radiosendungen oder bekommt Platz in Printmedien. Der Podcast versteht sich selbst als eine “kritische Auseinandersetzung mit dem Kriminalfall und der Rezeption in den deutschen Medien.” Empfehlenswert, da informativ und spannend erzählt.
Weiterer Lesetipp: Für “Übermedien” hat der im Podcast befragte Jurist Andrew Hammel Anfang vergangenen Jahres 10 Gebote für bessere Berichte über amerikanische Strafprozesse aufgeschrieben.

2. Nemi El-Hassan: Wie die Antisemitismus-Debatte entgleiste
(youtube.com, ZAPP – Kathrin Drehkopf, Video: 25:35 Minuten)
Der TV-Journalistin Nemi El-Hassan wurde vor allem von Seiten der “Bild”-Zeitung Antisemitismus vorgeworfen. Die Diskussion kostete sie am Ende ihren Job beim WDR. “Zapp” hat den Fall untersucht, setzt den Schwerpunkt jedoch nicht auf die Klärung des Vorwurfs, sondern fragt: Wie konnte die Debatte so entgleisen? Welche Mechanismen in Sozialen Medien verhindern einen konstruktiven Dialog über das akute Thema Antisemitismus? Und welche Rolle spielen klassische Medien dabei?

3. Ep. 133: TikTok – das FDP-Kaninchenloch
(wohlstandfueralle.podigee.io, Wolfgang M. Schmitt & Ole Nymoen, Audio: 45:40 Minuten)
In der aktuellen Folge von “Wohlstand für Alle” sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über TikTok und das chinesische Internet-Technologie­unternehmen Bytedance: “TikTok wird vor allem durch einen Algorithmus kuratiert, der viel effizienter ist als die Algorithmen von Facebook oder YouTube: Das sorgt noch schneller für die Entstehung von Filterblasen und für immer mehr immer gleiche Inhalte. Die Creators werden damit gelockt, dass sie aus einem Fonds für ihre Videos bezahlt werden, doch das System ist in Wahrheit sehr ungerecht.” Unbedingte Hörempfehlung für alle, die beim Thema TikTok mitreden wollen.

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4. Diverser als ihr Ruf – Herausgeber Carsten Knop über die Arbeit der “FAZ”.
(turi2.de, Peter Turi, Audio: 48:42 Minuten)
Im neuen Podcast “turi2 Jobs – Arbeiten in der Kommunikation” ist Carsten Knop zu Gast, einer der Herausgeber der “FAZ”. Knop spricht über Diversität in der Redaktion, den Jobmarkt für Journalisten und Journalistinnen und die knifflige Konkurrenzsituation mit ARD und ZDF.

5. Ferngespräche: Japan
(radioeins.de, Holger Klein, Audio: 59:17 Minuten)
“Das radioeins Korrespondenteninterview mit Holger Klein” führt dieses Mal nach Japan. Von Tokio aus berichtet Kathrin Erdmann für die ARD über Japan, Nord- und Südkorea, Taiwan und Mikronesien. Im Gespräch geht es jedoch nur um Japan – unter anderem um unterschiedliche Mentalitäten, die Höflichkeitskultur des Landes und den Einfluss auf Erdmanns journalistische Arbeit.

6. Warum Til Schweiger immer noch nicht gecancelt wurde
(ardmediathek.de, Philipp Walulis, Video: 12:57 Minuten)
Til Schweiger verbreitet “Querdenker”-Theorien über das Coronavirus, doch ist Schweiger wirklich ein “Querdenker”? Und warum wirkt er uncancelbar? Darum geht es in der aktuellen “Walulis Story” – wie so oft mit etwas Florett und viel Keule.

KW 07/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie schwer ist es, aus China zu berichten?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 19:24 Minuten)
Die chinesische Regierung hat die Berichterstattung über die Olympischen Spiele in Peking rigide eingeschränkt. Medienschaffende dürfen sich nur in einer streng abgeschirmten “Bubble” bewegen und werden beobachtet und gelenkt. Im “Übermedien”-Podcast mit Holger Klein spricht Tamara Anthony, Leiterin des ARD-Studios Peking, darüber, “wie sie es trotzdem schafft, in der Berichterstattung über Olympia kritische Töne anzuschlagen, wie die Menschen in China auf sie als deutsche Journalistin reagieren und warum sich ausgerechnet in der Olympia-Blase manchmal ein eigentümliches Gefühl von Bewegungsfreiheit einstellt.”
Weiterer Hörtipp: Winterspiele in Peking – Sport oder Politikum?: “Isabel Sonnabend und Thomas Bimesdörfer sprechen mit den Mainzer Kommunikationswissenschaftlerinnen und Sportexpertinnen Christiana Schallhorn und Jessica Kuhnert über den Spagat zwischen Sportberichterstattung und Politik bei den Winterspielen in China.” (sr.de, Audio: 15:05 Minuten)

2. Mangelware Lokaljournalismus: Zu rar, um nah zu sein?
(deutschlandfunk.de, Anh Tran, Audio: 43:09 Minuten)
Der Deutschlandfunk (Dlf) diskutiert regelmäßig mit seinen Hörerinnen und Hörern. In der aktuellen Ausgabe dieser Gesprächsreihe macht sich ein Hörer Sorgen um die Lokalmedien in seiner Region: Von einst drei Lokalzeitungen sei nur noch eine übrig. Es diskutieren der Dlf-Hörer Berthold Geyer, Anna Sprockhoff, stellvertretende Chefredakteurin der “Märkischen Allgemeinen Zeitung”, und Anh Tran aus der Dlf-Medienredaktion.

3. Der Fall Luke Mockridge: #MeToo und die Grenzen der Justiz
(ndr.de, Kathrin Drehkopf, Video: 24:58 Minuten)
Beim Fall Luke Mockridge steht Aussage gegen Aussage. Die Staatsanwaltschaft ermittelte, stellte das Verfahren gegen den Comedian aber ein. In den Sozialen Medien forderten viele trotzdem “Konsequenzen für Luke”. Das Medienmagazin “Zapp” hat sich mit dem Fall befasst. Dabei geht es jedoch nicht um die Klärung der Schuldfrage: “Diese Frage kann und will auch ZAPP nicht klären. Wir wollen stattdessen wissen: Welche Rolle spielen Soziale Netzwerke bei der Debatte um die Vorwürfe? Inwiefern geben sie Opfern sexualisierter Gewalt eine Stimme? Wo verläuft die Grenze zur Verleumdung?”

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4. Ukraine – Russland: Medienkrieg auf beiden Seiten?
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 26:38 Minuten)
Im Medienmagazin des Bayerischen Rundfunks geht es um die Frage, ob es einen Medienkrieg zwischen Russland und der Ukraine gibt, um die Medienstrategie von Bundeskanzler Olaf Scholz, um das Für und Wider von staatlicher Medienförderung und um Videoreporterinnen in indischen Dörfern.

5. Die “Sonder”-Berlinale 2022
(deutschlandfunknova.de, Tom Westerholt & Anna Wollner, Audio: 42:15 Minuten)
“Halbvolle Filmpremieren, kaum Begegnungen, keine Empfänge, die Roten Teppiche verwaist und so isoliert wie die internationalen Filmjournalist*innen voneinander.” Die diesjährige Berlinale hat mit vorigen Berlinalen wenig zu tun. Tom Westerholt und Anna Wollner haben sich trotzdem dorthin begeben. Ihr Fazit: “Mehr Maskenball als Filmfest”.
Weiterer Lesetipp: Unter der Überschrift Berlinale 2022 – Kino ist nicht für alle da schreibt die “Filmlöwin”: “An dieser Stelle könnte eine Filmkritik zum Berlinale-Eröffnungsfilm stehen. Oder zu irgendeinem Berlinale-Film. Aber dem ist nicht so, denn ich kann dieses Jahr – wie viele andere Kolleg:innen – am Festival nicht teilnehmen. Stattdessen steht hier jetzt ein Text über meine Beweggründe und warum die Berlinale die Chance verpasst hat, die Pandemie als Sprungbrett in die Zukunft des Kinos zu nutzen.”

6. turi2 Clubraum: Peter Wittkamp über Springer, Twitter und Witze mit Haltung.
(youtube.com, Aline von Drateln & Markus Trantow, Audio: 44:38 Minuten)
Im “turi2 Clubraum” ist der Hauptautor der Online-Ausgabe der “heute show” zu Gast: Peter Wittkamp. Mit Moderatorin Aline von Drateln und “turi2”-Chefredakteur Markus Trantow spricht er über die Themen der Woche, zum Beispiel die jüngste Entwicklung der Causa Reichelt bei Springer. Es geht aber auch um die Vor- und Nachteile von Twitter-Likes und Wittkamps Umgang mit den Sozialen Medien.

KW 06/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Streitfall Kernenergie: Ein Kollegengespräch über Ausgewogenheit im DLF
(deutschlandfunk.de, Georg Ehring & Marco Bertolaso & Bettina Schmieding, Audio: 45:15 Minuten)
Wird im Deutschlandfunk (DLF) ausgewogen über das Streitthema Kernenergie berichtet? Georg Ehring, Leiter der DLF-Sendung “Umwelt und Verbraucher”, DLF-Nachrichtenchef Marco Bertolaso und Bettina Schmieding aus der DLF-Medienredaktion diskutieren mit Wiebke Rögener vom Institut für Wissenschaftsjournalismus der TU Dortmund.

2. #92: Daniel! Rosemann!
(podcastaeec30.podigee.io, Boll & Blasberg, Audio: 1:05:26 Stunden)
Wenn der TV-Experte, langjährige Medienmanager und einstige Senderchef von Tele 5 Kai Blasberg über das Medium Fernsehen spricht, ist das immer hörenswert. Das liegt auch daran, dass Blasberg schon in seinen aktiven Zeiten stets deutliche Worte fand und seiner Branche den Spiegel vorhielt. In der aktuellen Folge des Podcasts “Boll & Blasberg” ist nun Daniel Rosemann zu Gast, der bei Sat.1 und ProSieben die Geschäfte leitet. Ein Aufeinandertreffen geballter Privatfernseh-Kompetenz.

3. Ferngespräche: Marokko
(radioeins.de, Holger Klein, Audio: 53:45 Minuten)
Beim radioeins-Korrespondenteninterview hat sich Holger Klein mit der ARD-Korrespondentin Dunja Sadaqi unterhalten, die von Rabat aus über Nord- und Westafrika berichtet. Insgesamt umfasst ihr Berichtsgebiet 22 Länder, im Gespräch geht es jedoch im Wesentlichen um Sadaqis Schwerpunkt Marokko.

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4. Bitcoin-Influencer auf YouTube: Das Geschäft mit der Gier
(ndr.de, Video: 21:24 Minuten)
Bitcoin-Influencer machen auf Youtube Klicks und Kasse mit dem Traum vom schnellen Geld. “Zapp” hat dem Trend hinterherrecherchiert: “Wir fragen, wer hinter den Tipps und Tricks der Krypto-Influencer steckt. Und wie problematisch sind solche Kanäle auf YouTube?”

5. Stefan Niggemeier von Übermedien
(steady-growth-talks.podigee.io, Gabriel Yoran, Audio: 36:03 Minuten)
Stefan Niggemeier ist Mitgründer des medienkritischen Portals “Übermedien”. Bei der Finanzierung setzt er auf Mitgliedsbeiträge, deren Verwaltung der Dienstleister Steady übernimmt. Mit Steady-Gründer Gabriel Yoran spricht Niggemeier über seine Vermarktungsstrategie und “die Herausforderung, plötzlich nicht nur Journalist zu sein, sondern auch noch kräftig die Werbetrommel für sein eigenes Produkt rühren zu müssen”.
Dazu ein doppelter Transparenzhinweis: Stefan Niggemeier ist auch Mitgründer des BILDblog. Und wir hier beim BILDblog nutzen, wie “Übermedien”, auch die Dienste von Steady.

6. Internet im Snack-Format – warum TikTok so erfolgreich ist
(ardaudiothek.de, Christian Schiffer, Audio: 25:49 Minuten)
Das Videoportal TikTok soll weltweit bereits mehr als eine Milliarde Nutzerinnen und Nutzer haben, und auch in Deutschland ist die App äußerst beliebt. Die “Tagesschau” hat bei TikTok zum Beispiel mehr als 1,2 Millionen Fans. Aber was macht die Plattform so attraktiv? Christian Schiffer, Redakteur beim Bayerischen Rundfunk, hat es im Selbstversuch ausprobiert.

KW 05/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Radikal komisch – Die Macht der Satire
(ardmediathek.de, Alexander C. Stentzel & Lukas Mayer, Video, drei Folgen je 30 Minuten)
Welche Bedeutung hat politische Satire heute? Dieser Frage geht der Hessische Rundfunk in der dreiteiligen Serie “Radikal komisch” nach. In Folge 1 geht es um die Lust am Tabubruch, in Folge 2 heißt es: Alles ist Satire, und Folge 3 handelt von der Macht der Satire. Unterhaltend und informativ umgesetzt, mit vielen Szenegrößen und Satire-Promis.

2. Interview mit Kulturzeit zu Joe Rogan und Spotify
(youtube.com, Michael Seemann, Video: 7:12 Minuten)
In der 3sat-Sendung “Kulturzeit” kommentiert Michael Seemann die Kontroverse um den US-amerikanischen Podcaster Joe Rogan und Spotify. Rogan hatte über seinen Spotify-Podcast Falschinformationen zum Coronavirus und zu Impfungen verbreitet. Das ist von besonderer Relevanz, denn Rogan ist nicht irgendein Podcaster, sondern wird millionenfach gehört und wurde von Spotify exklusiv für stolze 100 Millionen Dollar verpflichtet.
Dazu auch ein Lesetipp: Warum sich Spotify aus der Affäre ziehen will (netzpolitik.org, Olaf Pallaske).

3. Ferngespräche: Kasachstan
(radioeins.de, Holger Klein, 53:05 Minuten)
Beim Korrespondenteninterview von radioeins ist Oliver Soos zu Gast, der eigentlich Reporter für Brandenburger Landespolitik beim rbb-Hörfunk und bei rbb24 ist, aber zufällig in Kasachstan zu Gast war, als dort die Unruhen im Januar 2022 stattfanden. Holger Klein hat Soos kurz vor dessen Rückkehr zu den Erlebnissen vor Ort und zur Situation im Land befragt.

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4. Stammgast Sven Schmidt: “Streaming-Startup von Axel Springer ist zum Scheitern verurteilt”
(omr.com, Philipp Westermeyer & Sven Schmidt, Audio: 31:12 Minuten)
Lange ist gerätselt worden, was Christian Seifert nach seinem Abschied als Chef der Deutschen Fußball Liga macht. Nun ist klar: Er plant mit Axel Springer einen Streamingdienst für Sportarten wie Handball, Eishockey oder Basketball – aber ohne Fußball. Philipp Westermeyer und Sven Schmidt analysieren die Pläne und deren Erfolgsaussichten. Außerdem sprechen sie darüber, warum der Sport-Streamingdienst DAZN seine Preise verdoppelt.

5. Radio als Volkspädagoge: Versucht der Deutschlandfunk seine Hörer zu erziehen?
(deutschlandfunk.de, Brigitte Baetz, Audio: 34:31 Minuten)
Deutschlandfunk-Hörer Manfred Schreiber hat sich beim Sender gemeldet. Er habe häufiger den Eindruck, dass ihm Medien, und vor allem der Deutschlandfunk (DLF), vorschreiben möchten, was er zu denken habe. Darauf hat ihn der Sender zum Gespräch eingeladen. In der Diskussionsrunde außerdem dabei: Karin Fischer, Leiterin Aktuelle Kultur im Deutschlandfunk, der Kommunikationswissenschaftler Martin Emmer von der FU Berlin und Brigitte Baetz aus der DLF-Medienredaktion.

6. Margret Albers: Initiative “Der besondere Kinderfilm”
(wiesoweshalbwarum.podigee.io, Thomas Hartmann, Audio: 1:20:05 Stunden)
Kindermedien-Podcaster Thomas Hartmann unterhält sich mit Margret Albers, der Projektleiterin der Initiative “Der besondere Kinderfilm”, einem Förderprogramm für originäre Kinderfilmstoffe. Im Gespräch geht es nicht nur um die komplexen Strukturen der Initiative, sondern auch um die Merkmale eines besonderen Kinderfilms, um kindliche Heldenreisen und um die Gemeinsamkeiten von Horror- und Kinderfilmen.

Der Fall Assange, Neue Meldepflicht, Harald Schmidts Kalkül

1. Der Fall Assange betrifft uns alle
(reporter-ohne-grenzen.de)
Reporter ohne Grenzen, der Deutsche Journalisten-Verband, die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di und das Netzwerk Recherche haben in einer Pressekonferenz an die deutsche Bundesregierung appelliert, dass diese sich dafür einsetzen soll, dass Julian Assange unverzüglich freikommt: “Das Verhalten Großbritanniens im Fall Assange ist eines Rechtsstaats nicht würdig. Über zwei Jahre konnten wir immer wieder im Gericht beobachten, dass das Verfahren nichts als eine politisch motivierte Farce ist. Die einzige Hoffnung auf eine Freilassung in absehbarer Zeit ist, dass die USA das Verfahren einstellen. Deshalb muss Bundeskanzler Scholz nächste Woche bei US-Präsident Biden darauf dringen, dass die Anklage fallengelassen wird”, so Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen.

2. Zum Umgang der Experten des Boulevards mit COVID-19
(blog.kulturwissenschaften.de, Maren Lickhardt)
Maren Lickhardt, Assistenzprofessorin für Neuere deutsche Literatur und Medien an der Uni Innsbruck, hat sich angeschaut, wie Boulevardmagazine mit dem Thema Covid-19 umgehen. Ihr Fazit: “Sobald die Zeitschriften ihren ersten Reflex, Laienmeinungen Prominenter zu thematisieren, überwunden haben, steht in diesen in keiner Weise in Frage, dass Mediziner:innen, Naturwissenschaftler:innen und Jurist:innen auf ihren jeweiligen Gebieten als maßgebliche Instanz anzuerkennen sind.”

3. Richterbund fordert mehr Staatsanwälte und Richter für Kampf gegen Hass im Netz
(rnd.de, Tobias Peter)
Ab heute müssen Soziale Netzwerke Verdachtsfälle von Straftaten an das Bundeskriminalamt (BKA) melden. Die Justiz sieht eine Lawine an Arbeit auf sich zukommen: Der Deutsche Richterbund erwartet aufgrund der neuen Meldepflicht rund 150.000 zusätzliche Strafverfahren pro Jahr. Für den damit verbundenen Mehraufwand brauche es Hunderte zusätzliche Staatsanwälte und Richter.
Weiterer Lesehinweis: Twitter klagt gegen BKA-Zentralstelle: “Das soziale Netzwerk will keine Daten von Onlinehetzern an das Bundeskriminalamt weitergeben müssen: Nach ‘Spiegel’-Informationen hat Twitter kurz vor einem wichtigen Stichtag Klage eingereicht.” (spiegel.de)

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4. “Es ist gar nicht so einfach, die Stimmungsbremse zu sein”
(dwdl.de, Alexander Krei)
Ulf Röller leitet das ZDF-Studio in Peking. Im Interview mit “DWDL” spricht er über die bevorstehenden Olympischen Spiele, die Arbeitsbedingungen in China und erzählt, wie es sich als deutscher Journalist im fernen Asien lebt.

5. Spotify will Hörer besser informieren
(faz.net)
Dem umstrittenen US-Comedian Joe Rogan wird vorgeworfen, in seinem Spotify-Podcast Falschinformationen über das Coronavirus und Impfungen zu verbreiten. Der kanadische Musiker Neil Young hatte als Reaktion seine gesamte Musik von der Streaming-Plattform entfernen lassen. Spotify hält an Rogan, den man zuvor für viele Millionen US-Dollar verpflichtet hatte, fest, arbeite nach eigener Aussage jedoch an einem “Hinweis”: “Wir arbeiten daran, jeder Podcast-Episode, die eine Diskussion über Covid-19 enthält, einen Inhaltshinweis hinzuzufügen”.

6. Harald Schmidt kann selbst nicht glauben, dass seine alten Spielchen noch funktionieren
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Harald Schmidt hat dem “Spiegel” ein Interview gegeben, bei dem man, wie so oft bei ihm, nicht weiß, was Ernst gemeint und was Schmidtsche Performance ist. Stefan Niggemeier kommentiert: “Immer wieder betont Schmidt im ‘Spiegel’-Interview, dass man keine seiner Aussagen für bare Münze nehmen kann. ‘Ich sage Sätze und gucke, was passiert.’ Für mich reduziert das erheblich den Reiz, seine Sätze zu lesen – und noch mehr, ihm Fragen zu stellen. Aber die ‘Spiegel’-Leute sind da schmerzfrei.” Niggemeiers Fazit: “Es ist bloße kalkulierte Aufmerksamkeitsökonomie, und dass dieses Kalkül aufgegangen ist, beweist die Existenz des Artikels.”

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