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“Xinjiang Police Files”, Hilfe nachbessern, Influencer-Tee

1. Blick hinter die Kulissen: Wie liefen die Recherchen für Xinjiang Police Files?
(br.de, Lisa Weiß, Audio: 28:31 Minuten)
Lange schon hatten Beobachter von Menschenrechtsverletzungen an der ethnischen Minderheit der Uiguren im Norden Chinas berichtet. Nun gab es ein neues Dateleak, das erstmals anhand von Bildern das Ausmaß zeigt. Die “Xinjiang Police Files” wurden von verschiedenen deutschen und internationalen Medienpartnern gemeinschaftlich ausgewertet. Auch dabei: der Bayerische Rundfunk (BR). Wie kam die Redaktion zu den Informationen über die Straflager in Xinjiang? Wie prüft man, ob Daten und Fotos über verfolgte und inhaftierte Uiguren echt sind? Darüber spricht Lisa Weiß im BR-Medienmagazin mit Hakan Tanriverdi, Datenjournalist beim BR, und Astrid Freyeisen, BR-China-Expertin und viele Jahre ARD-Korrespondentin in Shanghai.

2. Hilfe nachbessern
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband fordert die Bundesregierung auf, die jüngst beschlossenen Hilfen für Journalistinnen und Journalisten aus Russland nachzubessern. Kritisiert wird vor allem die Voraussetzung, eine Bedrohungslage nachzuweisen: “Der geforderte Nachweis schließt alle Journalistinnen und Journalisten aus, die den Ukrainekrieg und die Repressionen durch den Kreml zwar ablehnen, aber ihre Opposition noch nicht durch Medienberichte öffentlich gemacht haben.”

3. Wie können Journalistinnen und Journalisten unter den Taliban noch arbeiten?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 34:05 Minuten)
“Vor dem Sieg der Taliban gab es in Afghanistan eine diverse Medienlandschaft. Jetzt müssen Nachrichtensprecherinnen im Fernsehen ihr Gesicht verschleiern, im Radio läuft keine Musik mehr, und es gelten vage, willkürliche Regeln, mit denen die Arbeit von Journalisten erschwert wird.” Der Journalist Emran Feroz war vor Kurzem wieder in Afghanistan und schildert im Gespräch mit Holger Klein, wie sich die Medienlandschaft und das Leben dort verändert haben.

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4. “Wir sind kritikfähig”
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Nach dem Abbruch eines Interviews durch den Fußballspieler Toni Kroos äußert sich nun ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann zu der Angelegenheit: Was ist richtig, was falsch gelaufen? Und sind derlei Befragungen unmittelbar nach Spielschluss wirklich ergiebig?
Weiterer Hörtipp: Auch beim Deutschlandfunk beschäftigt man sich noch einmal mit dem Thema. Sportredakteurin Jessica Sturmberg bezweifelt die Notwendigkeit von derlei Interviews: “Der Erkenntnisgewinn ist selten groß. Wir haben eher Anteil an einer Stimmung – und die Frage ist, ob wir das wirklich wollen.”

5. Burda meldet Rekord-Zahlen im Geschäftsjahr 2021
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Das Unternehmen Hubert Burda Media hat 2021 nach eigenen Angaben das beste Geschäftsjahr seiner Geschichte hingelegt. Der Umsatz sei um rund sechs Prozent auf nahezu drei Milliarden Euro gestiegen. Uwe Mantel hat einen genaueren Blick auf die Zahlen geworfen.

6. Ekel Eistee: So Dirty ist DirTea von Shirin David
(youtube.com, ZDF besseresser, Video: 17:34 Minuten)
Shirin David ist eine deutsche Rapperin, Webvideoproduzentin und seit einiger Zeit auch Eistee-Vermarkterin. “Wie hat die Instagram-Ikone es geschafft, dass ihre Drinks so populär werden? Was ist da überhaupt drin? Und wie schmecken die verschiedenen Eistee-Sorten?”, fragt das Team der “ZDF besseresser”. Mit der Vermarktung von derlei Produkten ist Shirin David übrigens nicht allein: Auch andere Rapper wie Capital Bra und Haftbefehl sind in den Supermarktregalen vertreten.

Selbstverzwergung, Gewalt gegen Journalisten, Verbrechen lohnt sich

1. Am Hufeisen aufgehängt
(taz.de, Bo Wehrheim)
Bo Wehrheim hat sich den aktuellen Bericht des Berliner Verfassungsschutzes angeschaut, der der steigenden Gewalt gegenüber Medienschaffenden ein Sonderkapitel widmet. Wehrheim ist unzufrieden mit der Einordnung und der Gewichtung der Fälle: “Der Verfassungsschutz beweist mit seiner Herangehensweise, dass er nicht geeignet ist, zum Schutz von Journalist_innen beizutragen. Er leistet in der Auseinandersetzung einen Bärendienst, indem er den Blick auf die Fakten verstellt.”

2. Verzerrt, übertrieben, umgedeutet – wie Russlands Fernsehen geschickt die Mär von «Wir sind die Guten» verbreitet
(nzz.ch, Inna Hartwich)
“Russische Staatsmedien erzählen von Barbaren in der Ukraine, die die friedliche Bevölkerung als menschliche Schilde missbrauchen würden – und viele in Russland sprechen solche Sätze voller Überzeugung nach. Warum?” Dieser Fragestellung versucht die in Moskau lebende freie Journalistin Inna Hartwich in der “Neuen Zürcher Zeitung” nachzugehen.

3. Leichtsinnig. Ärgerlich. Peinlich.
(t-online.de, David Digili)
Nach dem Champions-League-Sieg von Real Madrid gegen den FC Liverpool hat ein ZDF-Reporter den Fußballspieler Toni Kroos unter anderem gefragt, ob es für ihn überraschend sei, dass seine Mannschaft “doch ganz schön in Bedrängnis” geraten sei. Darauf polterte Kroos: “Du hattest jetzt 90 Minuten Zeit, dir vernünftige Fragen zu überlegen, ehrlich. Und jetzt stellst Du mir zwei solche Scheißfragen. Das finde ich Wahnsinn!” und stapfte wütend davon. Nun bedauert es der Sportreporter, den Fußballer nicht ausführlicher zu “positiven Emotionen” befragt zu haben. Ein falscher Ansatz, wie David Digili in seinem Kommentar schreibt: “Vorauseilender Gehorsam als Selbstverzwergung eines ganzen Berufsstands. Die immergleichen ‘Woran hat’s gelegen?’-Fragen mögen zuweilen uninspiriert wirken, sie sind aber Bestandteil gewissenhafter journalistischer Arbeit, deren oberste Gebote noch immer Distanz und Neutralität sind. Sein müssen. In unter Vereinsmitwirkung gedrehten Jubel-Dokus auf Streamingdiensten wird schon genug beklatscht und überhöht.”

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4. Vom Knast auf den roten Teppich
(uebermedien.de, Felix Jung)
Die boomenden True-Crime-Formate führen dazu, dass manche Straftäterin und mancher Straftäter nicht nur berühmt wird, sondern auch erhebliche Einnahmen generiert. Felix Jung zeigt anhand der Beispiele Anna Sorokin und Jens Söring, wie problematisch das Ganze ist. Sein Wunsch: “An einer öffentlichen Selbstdarstellung und Vermarktung, bisweilen gar einer Täter:innen-Opfer-Umkehr, sollten sich journalistische wie finktionale Produktionen nicht beteiligen. Die Zahl der True-Crime-Formate, die genau das tun, scheint aber zuzunehmen. Und mit ihr die Chance für verurteilte Straftäter, kräftig abzukassieren.”

5. Was macht eigentlich ein Sachbuch aus?
(deutschlandfunkkultur.de, Berit Glanz & Simon Sahner & Christine Watty, Audio: 44:41 Minuten)
Kurz vor der heutigen Verleihung (Livestream ab 18:00 Uhr) des Deutschen Sachbuchpreises schaut sich das Team von “Lakonisch Elegant” die Kategorie Sachbuch genauer an und stellen sich die Frage: “Was ist eigentlich ein Sachbuch?”

6. Warum bekommt Bibi’s Beauty Palace so viel Hass ab? Ich hab da eine These…
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
In seiner satirischen Kolumne “Über Leben in Deutschland” hat Imre Grimm die Trennung des Influencer-Paars Bibi und Julian Claaßen thematisiert und dabei nicht mit Spott und Verachtung gespart. Eben jenes kritisiert Thomas Knüwer: “Was glauben die Autorinnen und Autoren solcher Stücke zu erreichen? Dass eine jüngere Generation sich von InfluencerInnen ab- und sich ihnen zuwendet? Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass das Gegenteil passiert, weil eine Beschimpfung junger Prominenter gleichzeitig eine Beschimpfung von deren Publikum darstellt?” Imre Grimm antwortet wiederum auf Thomas Knüwers Text bei Twitter: “Ich teile Ihre These nicht, empfinde die Bezeichnung ‘Hass’ für eine fröhliche, harmlose Satire als lächerlich und führe Ihren Zorn auf mich auf Ihr langjähriges Frustverhältnis zu Regionalzeitungsverlagen zurück.”

Klum und Co. “menschlich hässlich”, Einschüchterung?, Getrennt

1. GNTM Exposed: Mi$$brauch, Lügen und Minderjährige
(youtube.com, Rezo, Video: 31:19 Minuten)
Der Youtuber Rezo hat die aktuellen Vorwürfe hinsichtlich “Germany’s Next Topmodel” (GNTM), etwa von Kayla, Alicia und Lijana, zum Anlass genommen, die Kritikpunkte zusammenzufassen und die ProSieben-Sendung einer Bewertung zu unterziehen. Seine Botschaft an Heidi Klum und das GNTM-Team: “Völlig unabhängig, wie mager Ihr seid oder was für freshe Lederjacken Ihr tragt: Ihr seid einfach menschlich hässlich.”

2. Schwere Vorwürfe gegen Kinderfotograf Lippoth
(sueddeutsche.de, Anna Ernst & Mareen Linnartz)
Ein deutscher Kinderfotograf mit internationalem Renommee soll sich über Jahrzehnte an mehreren seiner jungen Models vergangen haben, wie das “Zeit Magazin” unter Berufung auf zahlreiche Zeugen berichtet (nur mit Abo lesbar). Seit mehr als neun Monaten befinde sich der Fotograf in Untersuchungshaft, nun werde ihm der Prozess gemacht.

3. Wer @Tim_Roehn von der @welt kritisiert, muss mit Einschüchterungsversuchen rechnen.
(twitter.com, Matthias Meisner)
Tim Röhn, Chefreporter der “Welt”, hat dem Journalisten Matthias Meisner eine Unterlassungserklärung des Axel-Springer-Justiziariats zukommen lassen. Meisner ordnet diesen Vorgang in einem Twitter-Thread aus seiner Sicht ein, er spricht von einem “Einschüchterungsversuch” des “Welt”-Reporters. Tim Röhn wiederum antwortet bei Twitter: “Einschüchterung? Kritik? Weder noch.” Röhns Vorgehen wirft, neben Stilfragen, inhaltliche Fragen auf. Auch formal kann das Vorgehen kritisiert werden. Der IT-Anwalt Chan-jo Jun kommentiert auf Twitter: “Der Weg über einen unerfahrenen, aber günstigen Springer-Justitiar war für einen Chef-Reporter stümperhaft. Formale und materielle Fehler machen ihn und seinen Verlag selbst angreifbar und der parallele Disput auf Twitter ist juristisch schlecht abgestimmt und unüberlegt.”

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4. “Das hat mich schockiert”
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Die ehemalige “heute”-Moderatorin Petra Gerster ist für ihre genderbedingten Sprechpausen heftig kritisiert und beschimpft worden, was sie sehr schockiert habe. Joachim Huber kommentiert: “Die Kritikerinnen und Kritiker der Gendersprache übersehen gerne, dass der Gebrauch von Sprache individuell und universell ist. Sprache gehört allen und niemandem. Sprache, sensibel wie sie ist, kann nicht unter Gender-oder-nicht-Gender-Kuratel gestellt werden.”

5. Twitter zahlt 150 Millionen Dollar Strafe für Nutzertäuschung
(spiegel.de)
Twitter hat sich mit dem US-Justizministerium auf die Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 150 Millionen US-Dollar geeinigt. Das Unternehmen habe laut eigenen Angaben einige der zu Sicherheitszwecken bereitgestellten E-Mail-Adressen und Telefonnummern für Werbezwecke verwendet – “versehentlich”, wie es sagt.

6. Getrennt – und dem Internet entstiegen
(deutschlandfunk.de, Samira El Ouassil, Audio: 4:36 Minuten)
Das Youtube-Promi-Paar Bianca (“Bibi”) und Julian (“Julienco”) Claßen hat sich getrennt, was in den Sozialen Medien für viel Aufregung und Aufmerksamkeit sorgt. In ihrem Kommentar ordnet Samira El Ouassil den Fall medial ein: “Mit dem Influencer Rezo nahmen wir vielleicht am stärksten eine Politisierung der Influencer-Kultur war, mit Fynn Kliemann wurden vielen möglicherweise zum ersten Mal die Ausmaße einer Influencer-Ökonomie bewusst. Spätestens jetzt mit der Berichterstattung über die Trennung eines YouTube-Paares stellen wir fest: auch das Internet ist ein Boulevard.”

Zuckerberg angeklagt, “Top Gun 2”, Stigmatisierende Nachrichten

1. Jetzt ist Zuckerberg dran
(netzpolitik.org, Alexandra Conrad)
Der Datenskandal um die Firma Cambridge Analytica kostete Facebook 2019 fünf Milliarden US-Dollar. Nun klagt der Generalstaatsanwalt von Washington D.C. Facebooks Firmenchef Mark Zuckerberg an. “Um was geht es in dem aktuellen Prozess und wieso wird Zuckerberg erst jetzt angeklagt?” Alexandra Conrad hat für netzpolitik.org die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengetragen.

2. “Die Fakten müssen auf den Tisch”
(deutschlandfunk.de, Annika Schneider)
“Die Medien können die Klimakrise nicht lösen, aber es ist ihre Verantwortung, die Zusammenhänge zwischen menschlichem Handeln und den Folgen für Mensch, Natur, Wirtschaft und unsere Lebensweise wissenschaftlich fundiert, verständlich und in angemessenem Umfang darzustellen”, so der ZDF-Meteorologe Özden Terli in einem jüngst erschienenen Leitfaden. Terli plädiert dafür, nicht nur über das aktuelle Wettergeschehen, sondern auch über die Zusammenhänge mit dem Klimawandel zu berichten. Darüber spricht er im Interview mit dem Deutschlandfunk.

3. Affenpocken, voll schwul ey
(uebermedien.de, Frederik von Castell)
In der Berichterstattung zum Affenpockenvirus kam es zu Stigmatisierungen von homosexuellen Männern, kritisiert Frederik von Castell in seinem Kommentar. Eine bedeutende Rolle spiele dabei “Medizinkorrespondent” Christoph Specht, der Auftritte bei RTL und im ZDF hatte. Von Castell erklärt die tatsächliche Faktenlage und zeigt, wie es zu den stigmatisierenden Beiträgen und Nachrichten kam.

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4. Wo bleibt ein #medienmetoo, Juliane Löffler?
(druckausgleich.podigee.io, Annkathrin Weis & Luca Schmitt-Walz, Audio: 56:16 Minuten)
“Wir brauchen eine Debatte über Sexismus innerhalb der Medienbranche. Denn während wir über andere, korrupte oder missbräuchliche Systeme berichten und Machenschaften aufdecken, scheinen wir ausgerechnet die eigene Branche nicht ausreichend zu beachten. Woran liegt es, dass wir als Branche noch immer nicht an dem Punkt sind, solche Missstände und Fehlverhalten untereinander anzusprechen?” Darüber diskutieren Annkathrin Weis und Luca Schmitt-Walz mit Juliane Löffler, die maßgeblich an der Recherche zu den Machtmissbrauchsvorwürfen gegen den damaligen “Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt beteiligt war.

5. Newsletter Netzwerk Recherche, Nr. 209
(netzwerkrecherche.org, Annelie Naumann & Albrecht Ude)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für Journalistinnen und Journalisten aus dem Investigativbereich: der Newsletter des Netzwerk Recherche (nr). Die neueste Ausgabe liefert neben ein paar Worten zur Causa Kliemann einen aktuellen Überblick über Nachrichten, Veranstaltungen, Seminare, Stipendien und Preise. Außerdem gibt es Informationen zur alljährlichen nr-Jahreskonferenz, die am 30. September und 1. Oktober dieses Jahres in Hamburg stattfindet. Im Pressespiegel gibt es zudem wertvolle Lesetipps zu ausgesuchten Themen.

6. Top Gun 2: So trickst dich das US-Militär aus
(youtube.com, Walulis Story, Video: 11:04 Minuten)
Es hat bereits Tradition, dass Kriegsfilme aus Hollywood vom US-Militär unterstützt werden. Der diese Woche anlaufende Film “Top Gun 2” bildet da keine Ausnahme. Das Walulis-Team erklärt mit satirischen Mitteln, warum es sich dabei um ein Geschäft handelt, das auf Gegenseitigkeit beruht.

KW 20/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Germany’s next Topmodel – was passiert wirklich hinter den Kulissen?
(youtube.com, Lijana Kaggwa, Video: 28:14 Minuten)
Lijana Kaggwa, Ex-Kandidatin bei “Germany’s Next Topmodel”, hat ein Video veröffentlicht, in dem sie heftige Manipulationsvorwürfe gegen die ProSieben-Show erhebt: Die Produktionsfirma habe die Teilnehmerinnen über Monate isoliert, von der Außenwelt abgeschnitten, sie unter Zucker-Entzug gesetzt, sie gegeneinander ausgespielt und Konflikte herbeigeführt. Außerdem habe man bestimmten Teilnehmerinnen vor deren Laufsteg-Auftritten die Füße eingecremt, um Stolperszenen zu provozieren. ProSieben hat die Vorwürfe zurückgewiesen und prüft rechtliche Schritte.

2. Das Coronavirus-Update – Korinna Hennig
(viertausendhertz.de, Nicolas Semak, Audio: 1:05:45 Stunden)
Im “Elementarfragen”-Podcast erzählt die Wissenschaftsjournalistin und Moderatorin Korinna Hennig von ihrer Arbeit am “Coronavirus-Update”-Podcast des NDR. Dabei geht es um die Entstehung und Entwicklung des erfolgreichen Formats, die Arbeit mit dem Virologen Christian Dosten und der Virologin Sandra Ciesek und eventuelle Abschiedsgefühle.

3. Kann es sein, dass es Social Bots gar nicht gibt?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 21:00 Minuten)
Bei “Übermedien” unterhält sich Holger Klein mit dem Medieninformatiker Florian Gallwitz über sogenannte Social Bots. Dabei handelt es sich um Softwareroboter, die in Sozialen Netzwerken wie Menschen auftreten, liken, retweeten, kommentieren und posten. Gallwitz hält das Thema für eine Verschwörungserzählung, die leider auch von großen Medien verbreitet werde: “Wenn ich als Journalist mit so einer Story konfrontiert wäre, würde ich sofort sagen, zeigt mir doch mal ein oder zwei Bots.”

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4. Kommt mal runter!
(sueddeutsche.de, Nadia Zaboura und Nils Minkmar, Audio: 39:36 Minuten)
“Brauchen wir öffentlich-rechtliche Plattformen als Ersatz für private digitale Plattformen? Brauchen wir ein öffentlich-rechtliches Twitter?” In der neuesten Folge von “Quoted” diskutieren Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura und “SZ”-Autor Nils Minkmar mit ZDF-Fernsehratsmitglied Leonhard Dobusch über alternative Plattformen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

5. Aktivismus als Vorwurf
(hinterdenzeilen.de, Tobias Hausdorf & Niklas Münch, Audio: 50:12 Minuten)
“Dürfen Journalist*innen Parteimitglieder sein oder sich in Organisationen engagieren? Wo ist die Grenze zwischen Journalismus und Aktivismus? Diese Fragen stellt sich die Branche immer wieder. Doch über einen Aspekt wird selten gesprochen: Welchen Kolleg*innen sprechen wir manchmal blind Neutralität zu und welchen unterstellen wir vorschnell Aktivismus?” Darüber debattieren die “Hinter-den-Zeilen”-Macher Tobias Hausdorf und Niklas Münch mit der Journalistin und Filmemacherin Melina Borčak sowie der Klimajournalistin und Aktivistin Leonie Sontheimer.

6. Schock: Das denkt Deutschland über Meinungsforschung!
(youtube.com, ZDF Magazin Royal, Video: 21:30 Minuten)
Beim “ZDF Magazin Royale” beschäftigt sich Jan Böhmermann mit dem Thema Meinungsforschung: Wie sinnvoll sind Meinungsumfragen? Und wie seriös? Was hat es mit der Sonntagsfrage auf sich? Und wie kommen eigentlich all die Meinungsumfrage-Institute auf ihre Zahlen, die wir alle ständig in der Berichterstattung lesen und sehen können?

KW 17/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Sam Dubberley: “Kriegsverbrecher haben Angst vor der Wahrheit”
(zeit.de, Daniel Erk, Audio: 38:57 Minuten)
Sam Dubberley war früher Fernsehjournalist in Krisengebieten. Heute dokumentiert er für die Organisation Human Rights Watch Kriegsverbrechen. Im “Zeit-Online”-Podcast “Frisch an die Arbeit” erzählt Dubberley, wie er dabei vorgeht, und erklärt den Verifikationsprozess: “Wir suchen die Bilder und Videos über Telegram, TikTok und Twitter und sichten Satellitenbilder. Das hilft uns, Beweise zu sammeln, die zeigen: Dort könnte es Kriegsverbrechen in der Ukraine gegeben haben.”

2. Wie gehen Journalisten mit Einschüchterungsklagen um?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 21:11 Minuten)
SLAPP ist die englische Abkürzung für strategische Klagen gegen öffentliche Beteiligung (Strategic Lawsuits Against Public Participation). Sie dienen dazu, Medienschaffende sowie Aktivistinnen und Aktivisiten einzuschüchtern und von ihrer Arbeit abzuhalten. Uwe Ritzer, Investigativ-Reporter bei der “Süddeutschen Zeitung”, ist selbst Betroffener einer derartigen Klage, die mit der Forderung von 78 Millionen Euro Schadensersatz verbunden war. Im Gespräch mit Holger Klein erklärt Ritzer, was es bedeutet, über Jahre juristisch drangsaliert zu werden.

3. Journalist & Podcaster Khesrau Behroz im Gespräch
(youtube.com, Alex Berlin, Video: 45:33 Minuten)
In einem Werkstattgespräch spricht Khesrau Behroz, Journalist, Autor und Podcast-Produzent, mit Schülerinnen und Schülern eines Berliner Gymnasiums über die Bedeutung der Medien für die Demokratie sowie über aktuelle Themen wie “Fake News”. Behroz ist vielen Zuhörern und Zuhörerinnen durch “Cui Bono” bekannt, seinen Podcast über Ken Jebsen.

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4. Inside medien: Hakan Tanriverdi
(anchor.fm, Lisabell Shewafera, Audio: 58:36 Minuten)
Wie kann ich mir den Arbeitsalltag eines Investigativreporters vorstellen? Journalistenschule oder Volontariat – was ist die bessere Entscheidung? Und wie wichtig ist Talent für den Beruf? Im “Inside-Medien”-Podcast spricht Lisabell Shewafera mit Hakan Tanriverdi, der als Reporter für Cyber- und IT-Sicherheit beim Bayerischen Rundfunk arbeitet.

5. Lorenz Maroldt über “Checkpoint” und Community
(turi2.de, Peter Turi, Audio: 48:56 Minuten)
Als Lorenz Maroldt 2014 beim “Tagesspiegel” einen Newsletter (“Checkpoint”) einführen wollte, wurde dies mit einiger Skepsis aufgenommen. Mittlerweile ist daraus ein Erfolgsprodukt geworden, dem viele weitere Newsletter folgten. Im Gespräch mit Peter Turi erzählt Maroldt, worauf es dabei ankommt, wie er den Wechsel des langjährigen “Tagesspiegel”-Kolumnisten Harald Martenstein zur “Welt” empfunden hat und welche Tipps er jungen Menschen gibt, die in den Journalismus wollen.

6. Hörbar Rust: Sabine Rückert
(ardaudiothek.de, Bettina Rust: Audio: 1:24:24 Stunden)
In der “Hörbar Rust” ist Sabine Rückert zu Gast. Rückert ist stellvertretende Chefredakteurin der “Zeit”, Mitherausgeberin des Magazins “Die Zeit – Verbrechen” und erfolgreiche Macherin des dazugehörigen Podcasts. In dem Gespräch geht es um das “homerische Lachen”, Rückerts Familiengeschichte, schulische Traumata und ihre dreißig Jahre bei der “Zeit”. Sabine Rückerts Tipp an junge Leute: “Wenn Du Dein Leben planst: Tue etwas, wofür Du wirklich brennst, was Dich erfüllt mit Haut und Haaren”.

KW 18/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

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1. Fynn Kliemann: SCHEISSE bauen (DIY)
(youtube.com, ZDF Magazin Royal, Video: 27:54 Minuten)
Allroundtalent und Youtuber Fynn Kliemann ist irre vielseitig: Heimwerken, Immobilien sanieren, Malen, Musik machen, NFTs herausgeben – und am Anfang der Pandemie hat er sogar Corona-Masken organisiert. Zur letzteren Kliemann-Unternehmung liegen dem “ZDF Magazin Royale” brisante Dokumente und Informationen vor, die einige Fragen aufwerfen. In Reaktion darauf hat Kliemann auf Instagram eine Stellungnahme verlesen und dem “Spiegel” ein Interview gegeben (nur mit Abo lesbar): “Natürlich denkt man: Ey, wir verdienen hier Geld!” (spiegel.de, Jonas Leppin & Anton Rainer).
Weiterer Gucktipp: Der Rechtsanwalt Christian Solmecke unternimmt auf Youtube eine erste juristische Einordnung: Böhmermann vs. Fynn Kliemann (youtube.com, Video: 30:33 Minuten).

2. Wer ist Sandra? – Sandra Maischberger im Hotel Matze
(mitvergnuegen.com, Matze Hielscher, Audio: 2:35:07 Stunden)
In der aktuellen Ausgabe von “Hotel Matze” begrüßt Matze Hielscher die Journalistin, Fernsehmoderatorin, Produzentin und Autorin Sandra Maischberger: “Warum hatte sie es so eilig mit ihrer Fernsehkarriere und dem Erwachsenwerden? Welche Werte sind ihr wichtig? Ist sie Feministin? Ist sie Pazifistin? Ist sie konservativ? Warum teilt sie ihre Meinung nicht in der Öffentlichkeit? Warum macht sie das, was sie macht?”

3. Viele fühlen sich überrannt
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 34:00 Minuten)
Wie und wieviel sollten wir gendern? Darüber diskutieren ein Deutschlandfunk-Hörer, die Trainerin für geschlechtersensible Sprache Katja Vossenberg, Michael Neugebauer von der electronic media school Berlin und Stephan Beuting aus der Deutschlandfunk-Medienredaktion.

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4. Anika Heine: Kinderstark-Magazin
(wiesoweshalbwarum.podigee.io, Thomas Hartmann, Audio: 56:51 Minuten)
Thomas Hartmann ist Kulturwissenschaftler, Medienpädagoge und Musiker und als wissenschaftlich-pädagogischer Mitarbeiter am Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum beschäftigt. In der aktuellen Ausgabe seines Podcasts über Kindermedien spricht er mit Anika Heine über Deutschlands erste und einzige diversitätssensible Zeitschrift für Kinder: das “Kinderstark”-Magazin.

5. Wie steht’s um kulturelle Vielfalt in den Redaktionen?
(sueddeutsche.de, Nadia Zaboura & Nils Minkmar, Audio: 26:50 Minuten)
Nadia Zaboura und Nils Minkmar sprechen über kulturelle Vielfalt in Redaktionen und haben sich dazu Ferda Ataman, Journalistin und Vorsitzende der “Neuen deutschen Medienmacher*innen”, eingeladen.

6. Die Macht der Information
(zdf.de, Video: sechsteilige Serie zu je etwa 44 Minuten)
In der ZDF-Dokureihe “Lüge und Wahrheit” geht es um die Macht der Information: “Geht es um Macht, Geld oder Krieg stirbt die Wahrheit oft zuerst. Die Doku-Reihe erzählt, wie mit Lügen Geschichte gemacht wurde und welche Rolle die Medien bei Propaganda und Wahrheit gespielt haben.”

Österreichs Absturz, Qualitätssiegel, “GNTM” erfolgreicher denn je

1. Österreichs freie Presse in Gefahr
(taz.de, Ralf Leonhard)
In der neuen Pressefreiheits-Rangliste von “Reporter ohne Grenzen” stürzt Österreich von Platz 17 auf Platz 31 ab. Innerhalb der EU stünden nur Slowenien (54), Italien (58) und Ungarn (85) noch schlechter da. Ralf Leonhard fasst die Gründe für die unheilvolle Entwicklung in Österreich zusammen.

2. Die Wahrheit über das sensationelle “exklusive Foto” vom abgefangenen “Russen-Flieger”
(uebermedien.de, Frederik von Castell)
“Deutsche Eurofighter – bewaffnet mit Luft-Luft-Raketen – drängen einen Russen-Flieger ab. BILD liegt jetzt exklusiv ein Foto dieser Abfang-Aktion vor – aufgenommen aus einem der Eurofighter” krakeelte “Bild” im Netz und präsentierte stolz das dazugehörige Bild. Frederik von Castell ist der vermeintlichen Sensation für “Übermedien” nachgegangen.

3. “Unabhängige Berichterstattung steht nicht im Dienste einer Kriegspartei”
(fr.de, Katja Thorwarth)
“Machen die deutschen Medien derzeit bezüglich des Ukraine-Kriegs einen guten Job?” In der “Frankfurter Rundschau” spricht Katja Thorwarth mit dpa-Nachrichtenchef Froben Homburger über neutrale Kriegsberichterstattung, Framing und Propaganda in den Medien.

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4. “GNTM” ist erfolgreicher denn je – dank einer überlegten Strategie
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Heidi Klums Castingshow “Germany’s Next Topmodel” erfreut sich auch in der 17. Staffel großer Beliebtheit. Das liege auch daran, dass in der Unterhaltungsshow zusätzlich zur eh schon bestehenden Diversität Frauen um die 20 mit Frauen über 60 um den Titel konkurrieren, kommentiert Joachim Huber: “Die Werbebuchungen schauen sich gigantisch an, zuweilen ist es schwer, die Show zwischen den Spots zu finden. Bei ‘GNTM’ funktionieren die Aufmerksamkeits- wie die Eitelkeitsökonomie gleichermaßen. In der Perspektive professionellen, kommerziellen Fernsehens geht es kaum besser.”

5. Bundestagsabgeordnete fordern fraktionsübergreifend Assanges Freilassung
(spiegel.de)
Eine Gruppe von 37 Bundestagsabgeordneten von FDP, SPD, Grünen und der Linken fordert, die Auslieferung des WikiLeaks-Gründers Julian Assange von Großbritannien an die USA zu stoppen und hat sich mit einem offenen Brief an 24 Mitglieder des britischen Parlaments gewandt.

6. Ob Dr. Who oder Dr. Dre – Hauptsache Arzt!
(youtube.com, Walulis Story – SWR3, Video: 9:04 Minuten)
In der “Walulis Story” geht es aktuell um die angeblichen Qualitätssiegel für “Top-Mediziner” und andere Institutionen, die vom “Focus” vergeben werden – wobei man besser sagen müsste: verkauft werden.

KW 17/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

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1. Joyce Ilg, Kawusi & Mockrigde – Was muss Satire?
(zdf.de, Sarah Bosetti, Video: 9:14 Minuten)
Die Komiker Joyce Ilg und Faisal Kawusi haben auf Instagram Witze über K.o.-Tropfen gemacht, und Sarah Bosetti erklärt, warum das nicht lustig ist: “Wenn die beiden öffentlich Vergewaltigungs- oder Morddrohungs-Witze machen, dann vermitteln sie dadurch sehr vielen Menschen, dass das OK ist, und sehr vielen Betroffenen sexualisierter Gewalt vermitteln sie, dass ihr Leid lustig ist. Darunter sind sehr viele junge Menschen, darunter sind traumatisierte Menschen. Und drum herum ist eine Gesellschaft, die noch immer viel zu dicke ist mit ihrer guten Freundin Rape Culture.”

2. Influencer – Warum wir uns von ihnen beeinflussen lassen
(planet-wissen.de, Andrea Grießmann, Video: 58:14 Minuten)
“Planet Wissen” beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe mit Influencerinnen und Influencern: Wie beeinflussen sie unser Leben? Und was bedeutet es für sie selbst, permanent “auf Sendung” sein zu müssen? Dabei kommt auch das fragwürdige Geschäftsmodell mit “Kinder-Influencern” zur Sprache.

3. Verlieren wir den Kampf gegen Hate Speech?
(youtube.com, Walulis Story, Video: 10:42 Minuten)
Seit Jahren gibt es die verschiedensten Bemühungen gegen Hate Speech, auch von Seiten des Gesetzgebers. Doch hat sich die Lage verbessert? Das Walulis-Team wirft einen kritisch-satirischen Blick auf die Entwicklung bei den Sozialen Medien.

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4. Rechtspopulismus & die Verantwortung der Medien – im Gespräch
(grimme-lab.de)
Georg Restle hat sich in getrennten, je etwa fünfzehnminütigen Gesprächen mit drei Abgeordneten des nordrhein-westfälischen Landtags über “Rechtspopulismus und die Verantwortung der Medien” unterhalten: mit Stefan Engstfeld, Sprecher für Rechtspolitik der Grünen Landtagsfraktion, mit Andrea Stullich, medienpolitische Sprecherin der CDU, und mit Alexander Vogt, medienpolitischer Sprecher der SPD. Ein viertes Interview führte Restle mit Martin Rabanus, dem Vorsitzenden des Deutschen Volkshochschul-Verbands.

5. turi2clubraum: Isabell Beer
(youtube.com, turi2tv, Annkathrin Weis & Markus Trantow, Audio: 42:34 Minuten)
Markus Trantow und Annkathrin Weis haben sich die Investigativjournalistin Isabell Beer in den Podcast eingeladen: “Ähnlich wie ihr Vorbild Günter Wallraff recherchiert sie undercover, aber nicht in Fabrikhallen, sondern im Netz”. Unter falschem Profil begegne Beer bei ihren Recherchen unter anderem Voyeuristen und bekennenden Vergewaltigern – “und ist auch schon bedroht worden.”

6. Konzertveranstalter wollte Naidoo-Comeback
(zdf.de, Nina Behlendorf & Salwa Houmsi & Milan Panek & Nicolas Wildschutz, Video: 31:29 Minuten)
Der Sänger Xavier Naidoo hat vor wenigen Tagen ein dreiminütiges Entschuldigungsvideo veröffentlicht, in dem er sich von seinem eigenen Verhalten distanziert: “Ich habe mich Theorien, Sichtweisen und teilweise auch Gruppierungen geöffnet, von denen ich mich ohne Wenn und Aber distanziere und lossage. Ich war von Verschwörungserzählungen geblendet und habe sie nicht genug hinterfragt.” Wie glaubhaft ist seine Stellungnahme, und meint er es wirklich ernst? Nach Betrachten der “ZDFzoom”-Reportage kann man daran durchaus Zweifel haben.

Vergessene News, Europas Augen und Ohren, Flugzeugabsturz für Klicks?

1. Wir sind Europas Augen und Ohren
(taz.de, Katerina Sergatskova)
Die ukrainische Journalistin Katerina Sergatskova macht darauf aufmerksam, wie unterschiedlich die Arbeitsbedingungen für einheimische und ausländische Medienschaffende in der Ukraine seien. Nach der Invasion Russlands hätten sich lokale Journalistinnen und Journalisten in einer noch prekäreren Lage als sowieso schon befunden: “Schutzwesten und Helme besaßen die wenigsten, es fehlte an Erfahrung mit Sicherheitstrainings oder an grundlegenden Dingen wie einer Krankenversicherung. Mehr als 70 Medienhäuser mussten bereits aufgrund der militärischen Aus­einandersetzungen mit Russland oder aus wirtschaftlichen Gründen schließen.” Sergatskova wünscht sich mehr Sichtbarkeit für die ukrainische Perspektive, was konkret bedeute, mehr ukrainischen Berichterstattern und Berichterstatterinnen zuzuhören.

2. Samstags frei
(sueddeutsche.de, Lisa Oppermann)
Die Corona-Pandemie hat die gesamte Medienbranche getroffen, besonders schwer erwischt habe es jedoch die freiberuflichen Sport- und Kulturreporter, schreibt Lisa Oppermann. Sie hat sich bei Betroffenen umgehört, die sich mehr schlecht als recht durch die schweren Zeiten schlagen und teilweise auf Nebenjobs angewiesen sind.

3. Blick auf die Top Ten der vergessenen News
(verdi.de)
Alljährlich veröffentlicht die Initiative Nachrichtenaufklärung die “Top Ten der Vergessenen Nachrichten”. Dabei handele es sich um “Sachverhalte, die für die deutsche Öffentlichkeit relevant sind, über die aber bislang in Presse, Funk, Fernsehen und Internet kaum Debatten geführt werden”. Der Blick auf die aktuelle Themenliste lohnt – auch für alle außerhalb der Medienbranche.

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4. “Ich kann den sogenannten Juden nichts mehr glauben”
(tagesspiegel.de, Sebastian Leber)
Xavier Naidoo bittet um Entschuldigung. Aber wofür eigentlich? Und ist er jetzt rehabilitiert? Sebastian Leber ordnet Naidoos Entschuldigungsvideo ein und setzt es in Zusammenhang mit dessen zahlreichen Tabubrüchen und sonstigen Abscheulichkeiten.

5. Newsletter Netzwerk Recherche, Nr. 208, 22.04.2022
(netzwerkrecherche.org, Frederik Richter & Albrecht Ude)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für Journalistinnen und Journalisten aus dem Investigativbereich: der Newsletter des Netzwerk Recherche (nr). Die neueste Ausgabe liefert einen aktuellen Überblick über Nachrichten, Veranstaltungen, Seminare, Stipendien und Preise. Außerdem gibt es Informationen zur alljährlichen nr-Jahreskonferenz, die am 30. September und 1. Oktober dieses Jahres in Hamburg stattfindet. Im Pressespiegel gibt es zudem wertvolle Lesetipps zu ausgesuchten Themen.

6. US-Behörde wirft YouTuber absichtlichen Flugzeugabsturz vor
(spiegel.de)
Im Januar wiesen wir in den “6 vor 9” bereits auf einen bemerkenswerten Fall hin: Seinerzeit deutete vieles darauf hin, dass ein Youtuber aus den USA Ende November 2021 absichtlich einen Flugzeugabsturz herbeigeführt hatte, den er für ein spektakuläres Video wie einen Unfall aussehen lassen wollte (US-Behörden ermitteln nach Flugzeugabsturz von YouTuber, spiegel.de, Jörg Breithut). Nun hat die US-amerikanische Luftfahrtbehörde dem Youtuber offenbar mit sofortiger Wirkung seine Privatpilotenlizenz entzogen.

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