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Nach Reichelt und #metoo, Social Media als Wahlhelfer, Clubhouse

1. Nach Reichelt und metoo: Hat sich “Bild” verändert?
(ndr.de, Katrin Kampling & Caroline Schmidt, Audio: 13:31 Minuten)
In Zusammenhang mit der Causa Julian Reichelt versprach der Springer-Konzern einen Kulturwandel bei “Bild”. Es folgten allerlei Absichtserklärungen, Stellungnahmen und ein neuer Verhaltenskodex, doch kann sich “Bild” überhaupt grundlegend ändern? Katrin Kampling und Caroline Schmidt haben sich für das Medienmagazin “Zapp” unter anderem mit einer ehemaligen Springer-Journalistin, einem Medienjournalisten, einem Juristen und einem Medienwissenschaftler getroffen und sie um ihre Einschätzungen gebeten.

2. Reportage über Hanau-Attentat gewinnt den “Stern-Preis”
(faz.net)
In Hamburg wurde der “Stern-Preis” verliehen, der bislang nach dem früheren “Stern”-Chefredakteur Henri Nannen benannt war (zu den Hintergründen der Umbenennung siehe unsere “6-vor-9”-Ausgabe vom 20. Juni). Ausgezeichnet wurden die Reportage “Die Hanau-Protokolle”, die Berichterstattung zum Fall Reichelt, ein Beitrag über Diskriminierung bei der Wohnungssuche, das Autorenteam des Dokumentarfilms “Slahi und seine Folterer” sowie der Dokumentarfilmer Stephan Lamby.
Weiterer Lesehinweis: Theodor-Wolff-Preis in Berlin verliehen (sueddeutsche.de).

3. “Für eine Story tun die alles”
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Wie werden Journalisten und Journalistinnen in Bestsellern dargestellt? Dieser Frage ist Frank Überall, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes, in einer aktuellen Studie nachgegangen. Joachim Huber fasst im “Tagesspiegel” die wichtigsten Erkenntnisse der Untersuchung zusammen.

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4. Der Schritt zum News Entrepreneur
(fachjournalist.de, Gunter Becker)
Immer wieder entwickeln Journalistinnen und Journalisten neue innovative Ideen, Formate oder Plattformen abseits der ausgetretenen Pfade. Journalistische Start-ups erfordern jedoch Arbeit, Know-how und Geld. Gunter Becker fasst die wichtigsten Anlaufstellen für Gründerinnen und Gründer zusammen und erklärt, was und wie im Einzelnen gefördert wird.

5. Ich habe 1,5 Jahre mit Clubhouse um meine Daten gekämpft
(futurezone.at, Barbara Wimmer)
Die Journalistin Barbara Wimmer wollte von der Talk-App Clubhouse wissen, welche Daten über sie dort gespeichert sind, und hat Anfang 2021 um Auskunft gebeten. Clubhouse habe sich zunächst geweigert, die Daten herauszurücken, und die Sache verzögert, bis Wimmer sich schließlich mit einer Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht wandte. Ihr Fazit: “Es wurde – wenn auch mit 1,5 Jahren Verzögerung – festgestellt, dass ein US-Dienst sich an EU-Regeln halten muss, wenn dieser diesen Markt nicht explizit ausschließt, indem die App nur lokal in den USA verfügbar gemacht wurde. Das ist eine gute Sache, denn es bedeutet, dass die Rechte europäischer Bürger*innen durchsetzbar sind, sobald der Markt – wenn auch ‘unabsichtlich’ – adressiert wird.”

6. YouTube und Whatsapp als Wahlhelfer
(deutschlandfunk.de, Samira El Ouassil)
In Brasilien stehen demnächst Präsidentschaftswahlen an. Deutschlandfunk-Kolumnistin Samira El Ouassil fühlt sich an die Trump-Ära erinnert: Amtsinhaber Jair Bolsonaro habe schon jetzt damit begonnen, die Legitimität des Wahlsystems infrage zu stellen und nutze dafür vor allem die Sozialen Medien.

KW 24/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Kriegsreporter Christoph Reuter
(youtube.com, Jung & Naiv, Tilo Jung, Video: 3:23:40 Stunden)
Christoph Reuter ist seit 2011 Auslandsreporter für den “Spiegel”. Er hat in den vergangenen Jahren aus den unterschiedlichsten Krisenregionen und Kampfgebieten wie Syrien, Afghanistan und der Ukraine berichtet. Im Gespräch mit Tilo Jung geht es um Reuters Werdegang, das Kriegsreporterdasein und die Frage, warum die Erinnerung an seine halbjährige Beschäftigung mit der deutschen Innenpolitik bei Reuter immer noch Grusel auslöst.

2. “Bauerfeind + Kuttner”: Podcasts, die nur labern wollen
(ohrensessel.podigee.io, Carina & Sandro Schroeder, Audio: 1:16:53 Stunden)
In der aktuellen Ausgabe vom Podcast-Podcast “Ohrensessel” geht es um das neue Gesprächsformat von Katrin Bauerfeind und Sarah Kuttner. Dabei arbeiten Carina und Sandro Schroeder einige allgemeine Phänomene heraus, die über den konkreten besprochenen Podcast hinausgehen: Vor- und Nachteile von Promi-Podcasts, die Tücken marketinggesteuerter Zweckgemeinschaften und die Probleme, die mit selbstgesprochener Werbung in Podcasts einhergehen.
Weiterer Hörtipp: Katrin Bauerfeind und Sarah Kuttner sind aktuell auch bei “Hotel Matze” zu hören.

3. Haltungsfragen – können Journalist*innen völlig neutral sein?
(youtube.com, re:publica, Pune Djalilevand, Video: 1:04:32 Stunden)
In wieweit darf beziehungsweise muss Haltung im Journalismus eine Rolle spielen? Darüber diskutierten auf der re:publica Marieke Reimann (Zweite Chefredakteurin des SWR), Matthias Deiß (stellvertretender Leiter des ARD-Hauptstadtstudios), Daniel Drepper (“Acting head of investigations” beim Rechercheverbund von NDR, WDR und “SZ”) sowie Ann-Katrin Müller aus dem Hauptstadtbüro des “Spiegel”.

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4. Warum Follower für Social-Media-Journalismus zahlen wollen und Werbungtreibende nicht
(horizont.net, Eva-Maria Schmidt, Audio: 35:21 Minuten)
Der Fernsehjournalist Daniel Bröckerhoff ist vielen noch als eines der beiden Gesichter des ZDF-Nachrichtenmagazins “heute+” bekannt. Inzwischen moderiert er unter anderem das Nachrichtenmagazin “NDR Info 21:45”. Er betreibt aber auch erfolgreich einige Social-Media-Kanäle – und darum geht es vornehmlich in der aktuellen Folge von “Newsfluence”, dem Podcast von “Horizont”. Tipp: Am Ende des Gesprächs verrät Bröckerhoff, mit welchen Tools er tagtäglich arbeitet.

5. Was wird nun aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Frankreich?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 16:03 Minuten)
Der französische Präsident Emmanuel Macron will die Rundfunkgebühr abschaffen, die jährlich immerhin etwa drei Milliarden Euro in die Kassen der öffentlich-rechtlichen TV- und Radiosender des Landes spült. Wie ist das einzuordnen? Was hat Macron vor? Und wie unterscheidet sich das französische vom deutschen Rundfunkmodell? Darüber spricht Holger Klein im mit dem Publizisten und Frankreich-Kenner Nils Minkmar.

6. Böhmannsland – in voller Länge
(zdf.de, ZDF Magazin Royale, Video: 27:59 Minuten)
Über längere Zeit haben Satiriker Jan Böhmermann und dessen Team vom “ZDF Magazin Royale” kurze Videos veröffentlicht, in denen sie das Leben im “Kliemannsland” nachgestellt haben, der Wirkungsstätte des Influencers Fynn Kliemann. Zum Abschied gibt es das “Böhmannsland” in einem Zusammenschnitt in voller Länge.

Nachrichtenmüde?, Unprofessioneller Interviewabbruch, Suchtmittel Tiktok

1. Müde von der Kriegsberichterstattung
(deutschlandfunk.de, Pia Behme)
Sascha Hölig vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung ist mitverantwortlich für den “Digital News Report 2022”, der den Deutschen ein tendenziell rückläufiges Nachrichteninteresse attestiert. Im Deutschlandfunk äußert sich Hölig zu den Gründen dieser Entwicklung: “Wir sehen schon seit mehreren Jahren, dass das starke Interesse an Nachrichten geringfügig abnimmt. Tendenziell sehen wir, dass Menschen eine gewisse Erschöpfung verspüren. Durch die Menge an Nachrichten und auch, weil sie in der Regel durchaus zu schlechter Laune führen.”

2. “Kroos war unprofessionell”
(journalist.de, Michael Schaffrath)
Der Kommunikationswissenschaftler Michael Schaffrath hat kein Verständnis für das Verhalten des Fußballers Toni Kroos, der sich im Anschluss an das Champions-League-Finale über die “Scheißfragen” des ZDF-Reportes Nils Kaben aufregte: “Aus dem kausalen Zusammenhang zwischen eigenem Salär und TV-Übertragungen lässt sich durchaus ableiten, dass es zum Jobprofil eines Profis gehören sollte, Live-Interviews zu geben und dabei kritische Fragen on air auszuhalten. Im Sinne der eigenen Vermarktung, aber auch mit Blick auf das Image des arbeitgebenden Vereins müsste der Interview-Abbruch von Kroos als Affront eingestuft werden – und nicht die journalistisch gebotenen Fragen von Kaben.”

3. TikTok: Mit diesen Tricks raubt die App unsere Zeit
(youtube.com, Zapp Medienmagazin – Daniel Frevel, Video: 11:17 Minuten)
Einem Bericht der Analysefirma data.ai zufolge sollen deutsche User und Userinnen mehr als 45 Minuten am Tag bei TikTok verbringen – und damit mehr Zeit als auf jeder anderen Social App. Das Medienmagazin “Zapp” hat Fragen: Woher kommt die Faszination für TikTok? Was passiert im Gehirn, wenn wir zum nächsten Video weiterswipen? Und mit welchen Tricks arbeitet das Unternehmen?

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4. Appell an Außenministerin Baerbock zur Freilassung von Julian Assange
(whistleblower-net.de)
Das “Whistleblower-Netzwerk” bittet Außenministerin Annalena Baerbock in einem offenen Brief, sich für die Freilassung von Wikileaks-Gründer Julian Assange einzusetzen: “Tragen Sie dazu bei, dass Meinungs- und Informationsfreiheit weder in seinem Fall noch bei dem anstehenden Gesetzesvorhaben auf der Strecke bleiben und Transparenz als Grundkonstante unserer Demokratie gestärkt wird.”

5. Ermittlungen gegen Influencer Kliemann
(tagesschau.de)
Wie die “Tagesschau” berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Stade Ermittlungen gegen den Influencer Fynn Kliemann aufgenommen. Hintergrund sind Enthüllungen des Satirikers Jan Böhmermann über fragwürdige Maskengeschäfte.

6. Es geht voran!
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Bei Sky heißt es plötzlich “Wow”, bei Facebook “Meta” und die “Abendschau” des rbb wird zur “RBB24 Abendschau”. Markus Ehrenberg hat sich angeschaut, wie Medienmarken in letzter Zeit versuchen, mit neuen Namen ein neues Image aufzubauen.

Chatkontrolle, Bewegung bei Bewegtbild, Harald Schmidt

1. Behörden entdecken zwei Leichen
(spiegel.de)
Seit über einer Woche werden der britische Journalist Dom Phillips und der Indigenen–Experten Bruno Pereira vermisst. Die beiden Männer sind zuvor für eine Recherche über Gewalt gegen Indigene ins brasilianische Amazonasgebiet aufgebrochen. Nun haben die brasiliansichen Behörden zwei Leichen entdeckt. Dass es sich dabei um Phillips und Pereira handelt, wurde bislang nicht von der Polizei bestätigt.

2. Warum die Chatkontrolle verhindert werden muss
(youtube.com, re:publica, Elina Eickstädt & Viktor Schlüter, Video: 8:00 Minuten)
“Die EU-Kommission möchte alle Kommunikation auf der Suche nach möglichen Mißbrauchsdarstellungen von Kindern durchleuchten lassen. Das kann das Ende der vertraulichen Kommunikation in ganz Europa bedeuten. Damit das nicht passiert, müssen wir uns verbünden.” Elina Eickstädt und Viktor Schlüter erklären in ihrem Vortrag bei der re:publica verständlich und nachvollziehbar, warum die von der EU-Kommission geplante Chatkontrolle nicht zielführend, sondern gefährlich ist.

3. Neue Jagd auf Journalisten
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband zeigt sich besorgt über neue Drangsalierungen kritischer Journalistinnen und Journalisten durch die türkische Regierung und fordert die sofortige Freilassung der zahlreichen inhaftierten Medienschaffenden: “Die Bundesregierung muss dem türkischen Präsidenten klar machen, dass die Jagd auf Journalisten kein Kavaliersdelikt ist.”

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4. Viel Bewegung im Bewegtbild-Markt
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Bei den Streaming-Anbietern hat das große Umsortieren begonnen. Petra Schwegler hat sich den Markt genauer angeschaut und stellt eine neue Phase des Wettbewerbs fest: “Die großen Marken passen unter Wettbewerbsdruck ihre Plattformen und Angebote an, die Werbefinanzierung wird angeschoben und die Handelnden im Segment werden positioniert.”

5. Sommer-Reihe: “Maus”-Schwerpunkt zum Klimaschutz
(dwdl.de, Alexander Krei)
Was im Erwachsenen-Programm der Öffentlich-Rechtlichen nach Ansicht vieler Kritiker zu kurz kommt, übernimmt nun eine Maus: die Klimaschutz-Berichterstattung. Ab dem 24. Juli soll es im Rahmen der “Sendung mit der Maus” einen wöchentlichen Klima-Schwerpunkt geben. Die Sendungen werden im Ersten und im Kika zu sehen sein.

6. Harald Schmidt: Wenn ich in Berlin zu tun habe, übernachte ich in Hannover
(berliner-zeitung.de, Max Florian Kühlem)
Max Florian Kühlem hat sich mit dem ehemaligen Late-Night-Talker Harald Schmidt in Köln ins Café gesetzt und mit ihm über Berlin, Sahra Wagenknecht und das “Robert-Habeck-Modul” gesprochen. Dabei geht es auch um Schmidts Sicht auf die Medien und seine medialen Provokationen.

#MeToo-Recherchen, Comeback der Showtreppe, “Fernsehgarten”

1. Juliane Löffler: #MeToo Recherchen
(youtube.com, Juliane Löffler, Video: 26:29 Minuten)
Investigativjournalistin Juliane Löffler hat viel zum Themenkomplex #MeToo recherchiert. Im Zuge dieser Recherchen seien ihr verschiedene, stets neu auftretende Hürden und Probleme aufgefallen. In acht Punkten fasst Löffler zusammen, warum es auch im Jahr 2022 schwierig sei, öffentlich über #MeToo zu sprechen und zu berichten. Äußerst sehenswert und lehrreich!

2. “Für mich fühlt sich das nicht verrückt an”
(andreaslesch.substack.com)
“Fast sein ganzes Berufsleben lang hat Marko Schumacher als Sportredakteur für die Stuttgarter Zeitung gearbeitet. Er berichtete vor allem über die Fußball-Nationalmannschaft und den VfB Stuttgart. Er war ein erstklassiger Schreiber – und ein sehr sympathischer Kollege. Wir haben einige Welt- und Europameisterschaften zusammen als Reporter erlebt. Und jetzt? Ist er 50, hat seinen Job gekündigt und macht mit seiner Frau Elke ein Café auf.” Andreas Lesch mit einem lesenswerten Gespräch über einen Abschied aus dem Mediengeschäft samt beruflichem Neuanfang.

3. Kriegsberichterstattung: “Der Diskurs ist derzeit total verengt”
(freitag.de, Philipp Fess)
Medienpädagogin Sabine Schiffer vom Institut für Medienverantwortung kritisiert den Umstand, dass sich manche Redaktionen, Journalistinnen und Journalisten oder Medienverbände zu Kriegszeiten auf eine Seite schlagen: “Ich bin erschüttert, wenn sich Journalistenverbände mit gelb-blauen Fahnen schmücken. Nicht, weil Solidarität mit denen, die in der Ukraine leiden, nicht angebracht ist – ich selbst habe gleich nach Kriegsbeginn angeboten, Menschen bei mir aufzunehmen. Aber Journalisten sind keine NGOs, sondern Leute, die alles ausleuchten müssen, ohne voreingenommen zu sein.”

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4. Unterstützung für Exilmedien
(verdi.de)
“Die Zeit”, “Zeit Online” und die Handelsblatt Media Group wollen die unabhängigen russischen Exilmedien “Meduza” und “7×7” sowie zusammen mit dem “Tagesspiegel” das ukrainische Medienhaus NV unterstützen. Weitere Informationen dazu in der Pressemitteilung der “Zeit”-Verlagsgruppe.

5. Showeinlage beim “Fernsehgarten” verärgert Zuschauer
(t-online.de)
Die ZDF-Sendung “Fernsehgarten” steht wegen unnötiger Umwelt- und Klimabelastungen in der Kritik. Zunächst monierten Zuschauerinnen und Zuschauer, dass Moderatorin Andrea Kiewel zu jeder Sendung von Tel Aviv nach Mainz und anschließend wieder zurück geflogen werde. Nun habe man während der Sendung als Showeinlage fünf Flugzeuge Botschaften in den Himmel schreiben lassen.

6. Comeback der Showtreppe: Das schönste Möbel der TV-Unterhaltung
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader freut sich über die Rückkehr eines Fernsehstudio-Klassikers: “Jetzt feiert die Showtreppe endlich ein Comeback in deutschen TV-Studios! Und das wird ja wohl auch allerhöchste Zeit. Weil kein anderes Möbelstück so sehr vom Glamour der Bewegtbildunterhaltung kündet wie sie.”

KW 23/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Klimakrise: Das lange Warten auf den Journalismus
(youtube.com, re:publica, Wolfgang Blau, Video: 24:12 Minuten)
Wolfgang Blau ist Mitgründer des neuen “Oxford Climate Journalism Network” und setzt sich dafür ein, dass Medien ihre Berichterstattung zur Klimakrise verbessern. In seinem Vortrag auf der re:publica erklärt der frühere “Zeit-Online”-Chefredakteur anhand praktischer Vorschläge und Beispiele, was Redaktionen und Medienschaffende dafür konkret tun können.

2. Medienmachende als Marke
(youtube.com, re:publica, Richard Gutjahr, Video: 45:59 Minuten)
Und noch ein Beitrag von der re:publica: Richard Gutjahr hat sich dort mit drei Personen aus der Medienbranche unterhalten, die es geschafft haben, sich als Marke zu etablieren: Eva Schulz, Tilo Jung und Iris Gavric. Wie sind die drei so erfolgreich geworden? Und sind sie selbst die Marke oder deren Formate?

3. Linus Neumann – Chatkontrolle oder digitale Notwehr?
(ardaudiothek.de, Jagoda Marinić, Audio: 1:49:15 Stunden)
Bei “Freiheit Deluxe”, einem Podcast des Hessischen Rundfunks und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, begrüßt Jagoda Marinić den Digital- und Netzpolitik-Experten Linus Neumann vom Chaos Computer Club. In dem Gespräch geht es unter anderem um Nerds und Hacker, die umstrittenen Pläne zur Chatkontrolle, die Vorzüge des dezentralen Netzwerks Mastodon und die Frage, wie die Internetplattformen unsere Freiheit unterlaufen.

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4. Strategiespirale mit Jan Schulte-Kellinghaus
(dennishorn.de, Audio: 47:05 Minuten)
Nach Stationen beim ZDF und NDR ist Jan Schulte-Kellinghaus nun als Programmdirektor des rbb tätig. Dennis Horn spricht mit ihm über “Boomer und Digitalkompetenz, alte und neue Erfolgskriterien und die Herausforderung, Dinge wegzulassen”. Den Medienwandel erlebt Schulte-Kellinghaus unmittelbar in der eigenen Familie: “Was mich am meisten beeinflusst hat, ist das Mediennutzungsverhalten meiner Tochter. Die ist 19 Jahre alt, und die guckt keine Filme mehr mit uns, die guckt auch kein Fernsehen mehr. Die hört auch kein Radio, obwohl wir sehr viel dafür getan haben, dass sie es tut.”

5. Das False-Balance-Dilemma
(youtube.com, Medientage Mitteldeutschland, Video: 59:50 Minuten)
Was können Redaktionen, Journalistinnen und Journalisten tun, um das Problem der False Balance zu überwinden und gleichzeitig ihrem journalistischen Handwerk gerecht zu werden? Wo liegt die Grenze zwischen Fakten und Meinung? Darüber diskutieren Jochen Bittner (Co-Leiter des Ressorts Streit bei der “Zeit”), Klaus Brinkbäumer (MDR-Programmdirektor), Kirsten von Hutten (Sprecherin des Deutschen Presserats) und Maren Urner (Professorin für Medienpsychologie an der HMKW Köln).

6. Schottergärten im Visier: Wenn Kies und Co. die Natur verdrängen
(youtube.com, Der Spiegel – Nicola Goethe & Miriam Carbe, Video: 31:37 Minuten)
Bei Facebook und Instagram, nun ja, erfreuen sich jeweils mehr als 100.000 Fans an den “Gärten des Grauens”. Damit sind Schottergärten von besonderer Trost- und Grünlosigkeit gemeint. Das Satire-Projekt hat einen ernsten Hintergrund, wie in dem Film von “Spiegel TV” schnell klar wird.

Streit um Recherche, Digitale Rhetorik, Durchökonomisierung

1. @DiePARTEI bietet via Statement Hilfe für Betroffene an – sie fordert darin aber auch, einen Satz aus der Recherche zu streichen
(twitter.com, Isabell Beer)
(Triggerwarnung: Schilderungen sexueller Gewalt.) Die Investigativreporterin Isabell Beer hatte in einer Recherche über Vorwürfe gegen einen Politiker der Spaßpartei “Die Partei” berichtet. Dieser soll über Jahre sexuelle Handlungen an Minderjährigen und jungen Frauen vorgenommen haben. Tausende Fotos und Videos davon seien gegen den Willen der Betroffenen im Internet gelandet. Die Partei habe seit Jahren von einigen der Aufnahmen gewusst und sich darüber lustig gemacht, so die Journalistin. Wie Beer nun bei Twitter schreibt, habe Die Partei sie aufgefordert, einen Satz aus ihrem Text zu löschen, und mit juristischen Schritten gedroht. Beer will der Forderung nicht nachkommen und kündigt eine weitere Berichterstattung an: “Liebe @DiePARTEI: Bevor ihr klagen oder korrekte Sätze streichen wollt, schaut euch doch in den eigenen Reihen genauer um. Vielleicht gibt es ja da Dinge oder Formulierungen, die Fragen aufwerfen. Wir haben jedenfalls ein paar und die folgen bald.”
Nachtrag: Nach Veröffentlichung dieser “6-vor-9”-Ausgabe schickte uns Die Partei folgenden Hinweis: “Die PARTEI stellt fest, dass es keine Aufforderung zur Löschung oder Streichung von Inhalten aus der Recherche gab. Der verantwortliche Herausgeber wurde lediglich dazu aufgefordert, eine Aussage in der Recherche zu berichtigen, die den fälschlichen Eindruck erweckt, Die PARTEI hätte Kenntnis von strafrechtlich relevanten Inhalten gehabt und sich über solche lustig gemacht.”

2. Wenn der Nebensatz verschwindet
(tagesspiegel.de, Norbert Schneider)
“Was läuft schief im Diskurs über den Ukrainekrieg, wie er von Politikern, Wissenschaftlern und vor allem auch von Journalisten geführt wird? Wie erklärt sich die hohe Temperatur, woher kommen die vergleichsweise scharfen Töne in der Diskussion, was ist der Grund für eine Verbissenheit, wie man sie sonst nur aus Religionskriegen kennt?” Norbert Schneider hat sich Gedanken über den Hang zur Polarisierung und Eskalation gemacht und erklärt, wie die derzeitige Aufmerksamkeitsökonomie funktioniert. Lesens- und nachdenkenswert!

3. Läuft die Durchökonomisierung journalistischer Inhalte heiß?
(journalist.de, Benjamin Piel)
“In einigen Verlagen ist etwas ins Rutschen geraten. Da wird in einer Runde über Themen gesprochen, die besonders gut ‘funktionieren’ (allein schon dieses Wort). Ein Mordfall habe viele ‘interessiert’, viele Abonnenten hätten ‘geklickt’ und die ‘Themenkarriere’ sei super gewesen, weil sie so viele ‘bei der Stange gehalten’ hätte.” Benjamin Piel, Chefredakteur des “Mindener Tageblatts”, hat eine lesenswerte Gegenrede auf die “Klickökonomiefixierung” und Durchökonomisierung journalistischer Inhalte verfasst.

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4. Auskunftsgesetz muss her
(djv.de, Hendrik Zörner)
Nach einer Klage des “Tagesspiegel” hat das Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg entschieden, dass die vertraulichen Presse-Hintergrundgespräche der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht mehr nachträglich offengelegt werden müssen, da Merkel nicht mehr im Amt sei. Dagegen protestiert der Deutsche Journalisten-Verband: “Der Tagesspiegel hat fünf Jahre vor dem Ausscheiden der Bundeskanzlerin aus dem Amt Klage erhoben, um jetzt vom Gericht gesagt zu bekommen: Ihr seid zu spät. Das ist absurd, vor allem, weil es zunächst hieß, die Angelegenheit sei nicht eilig.”

5. Urheberrechtsreform: Was bedeuten die Uploadfilter in den sozialen Medien für Journalisten?
(fachjournalist.de, Christian Solmecke)
Seit dem 1. August 2021 gilt in Deutschland das Urheberrechts-Diensteanbieter-Gesetz (UrhDaG), das den lange umkämpften Artikel 17 der EU-Urheberrechtsrichtlinie umsetzt (“Uploadfilter”). Rechtsanwalt Christian Solmecke, selbst erfolgreicher Youtuber, erklärt die derzeitige Rechtslage und benennt die noch bestehenden Unklarheiten.

6. True Crime, Selbsthilfe und Storytelling – wohin geht der Podcast-Trend?
(sr.de, Michael Meyer & Kai Schmieding , Audio: 20:24 Minuten)
Das Medium Podcast ist weiterhin auf Wachstumskurs. Immer mehr Anbieter mischen mit, immer mehr Formate entstehen. Bei “Medien – Cross und Quer” sprechen Kai Schmieding und Michael Meyer mit Schiwa Schlei, Programmchefin der WDR-Sender 1LIVE und Cosmo und eine der Podcast-Strateginnen in der ARD, über neue Podcasttrends.

KW 22/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Frank Thelens Aktien: Wie gefährlich ist seine Masche?
(youtube.com, Strg_F, Johannes Edelhoff & Timo Robben, Video: 29:39 Minuten)
Der aus der TV-Sendung “Höhle der Löwen” bekannte Investor Frank Thelen inszeniert sich als visionärer Unternehmer und preist auf seinen Social-Media-Kanälen seinen Publikumsfonds für Kleinanleger an. Die “Strg_F”-Redaktion hat sich Thelens Geschäftsgebaren näher angeschaut, und sagen wir es mal so: Die dort aufgeworfene Frage “Kann man Frank Thelen wirklich trauen?” scheint durchaus berechtigt zu sein.

2. Harald Schmidt im Café Brandstätter – Was darf Satire?
(youtube.com, Brandstaetter Verlag, Marlene Nowotny, Video: 44:02 Minuten)
“Könnte Thomas Bernhard heute noch seine Schimpftiraden veröffentlichen? Kann man mit Humor auf Femizide aufmerksam machen? Und war das Cover einer kürzlich erschienen Falter-Ausgabe gelungen oder doch sexistisch und geschmacklos?” Unter anderem über diese Fragen sprechen Late-Night-Urgestein Harald Schmidt, die Kabarettistin Tereza Hossa, die Medienanwältin Maria Windhager und die Journalistin Marlene Nowotny.

3. Steffen Klusmann: “Wir zahlen beim ‘Spiegel’ inzwischen normale Gehälter”
(abendblatt.de, Lars Haider, Audio: 48:46 Minuten)
Lars Haider, Chefredakteur des “Hamburger Abendblatts”, hat sich mit seinem Chefredakteurskollegen Steffen Klusmann vom “Spiegel” zum Gespräch zusammengesetzt. Es geht um Klusmanns Karriere, die Besonderheiten bei der Arbeit für das Nachrichtenmagazin, die Causa Claas Relotius, Klusmanns Sicht auf die Konkurrenz sowie um die Frage, warum das vergangene Jahr für den “Spiegel” so erfolgreich war.

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4. Daniel Bouhs über neue Projekte und alte Unbefangenheit
(youtube.com, Aline von Drateln & Björn Czieslik, Audio: 48:31 Minuten)
Der langjährige Medienjournalist Daniel Bouhs ist zum SWR gewechselt als “Redakteur mit besonderen Aufgaben” in der Landes­­sender­­direktion Rheinland-Pfalz. Im “turi2 clubraum” geht es um Bouhs’ neue berufliche Herausforderung, aber auch um Diversität in den Medien, den Ansturm auf das 9-Euro-Ticket und die Kommunikation von Robert Habeck.

5. Bares für Wahres – Digitalerlöse auf der Überholspur
(sr.de, Thomas Bimesdörfer & Michael Meyer, Audio: 16:16 Minuten)
Thomas Bimesdörfer und Michael Meyer haben sich Holger Kansky vom Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger in den Podcast eingeladen und sprechen mit ihm über die steigenden Erlöse und Abonnementzahlen im Netz: “Was sind die Ursachen für diesen digitalen Erfolg der Zeitungen, was verkauft sich besonders gut?”

6. Pianos are Never Animated Correctly… (SING)
(youtube.com, Amos Doll, Video: 46 Sekunden)
Zum Schluss der bislang kürzeste Gucktipp in dieser Rubrik: Amos Doll schaut sich regelmäßig Klavierszenen in Animationsfilmen an und spielt die jeweiligen Stücke anhand der von ihm beobachteten Fingerbewegungen nach. Sein Fazit lautet stets: “Pianos are Never Animated Correctly”.

Trans als Trigger, Strafanzeige gegen Russland, Mediale Groteske

1. Trans als Trigger: Wie die “Welt” den Kampf gegen lästige, obskure Minderheiten befeuert
(uebermedien.de, Johannes Kram)
Bei “Übermedien” setzt sich Johannes Kram kritisch mit einem Artikel der “Welt” auseinander, in dem “fünf Gastautoren, Biologen und Mediziner”, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine “bedrohliche Agenda” vorwerfen (ursprüngliche Überschrift bei Welt.de: “Wie ARD und ZDF unsere Kinder sexualisieren und umerziehen”). Kram kommentiert: “Trans als Trigger funktioniert, und deshalb wird auch die in der ‘Welt’ verbreitete, über das trans Thema aufgeladene Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk funktionieren. Auch das ist Desaster. Denn anders als die Verfasser*innen behaupten, zeigen die im Dossier zusammengetragenen Programm-Beispiele nicht die Übermacht ‘woker’ Themen, sondern wie selten Vielfalt dort tatsächlich stattfindet.”
Weiterer Lesetipp: “Welt” ermöglicht mit Transfeindlichkeit das Mainstreaming rechter Narrative (volksverpetzer.de, Annika Brockschmidt).

2. RSF reicht fünfte Strafanzeige gegen Russland ein
(reporter-ohne-grenzen.de)
Seit Beginn der russischen Invasion sind in der Ukraine laut Reporter ohne Grenzen (RSF) acht Medienschaffende getötet und 14 weitere verletzt worden. Die Organisation dokumentierte mehr als 50 Angriffe, die mehr als 120 Journalistinnen und Reporter betreffen. Für eine genauere Untersuchung hat RSF beim Internationalen Strafgerichtshof Strafanzeige gegen Russland eingereicht – bereits zum fünften Mal.
Weiterer Lesehinweis: Wie der Deutsche Journalisten-Verband mitteilt, zählt das International Press Institute 412 Angriffe auf die Pressefreiheit, die von Informationsverweigerung über Inhaftierungen bis zu Tötungen von Berichterstattern reichen.

3. Youtube & Co. können als Täter:innen haften
(netzpolitik.org, Tomas Rudl)
Internetplattformen müssen laut einem neuen Urteil des Bundesgerichtshofs unter bestimmten Bedingungen Schadensersatz für Urheberrechtsverletzungen leisten. Dies könne auch gelten, wenn die Urheberrechtsverletzungen von Dritten begangen wurden.

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4. Gesiegt haben Tiktok und Twitter
(faz.net, Nina Rehfeld)
In der juristischen Auseinandersetzung zwischen Johnny Depp und Amber Heard entschied die Jury, dass beide Seiten die jeweils andere verleumdet haben. Alles in allem dürfte jedoch Depp als Sieger des aufsehenerregenden Prozesses gesehen werden. Für “FAZ”-Korrespondentin Nina Rehfeld gibt es jedoch noch weitere Gewinner: “Gewonnen haben Netzwerke wie Tiktok und Twitter, auf denen Hohn und Spott und Desinformationen zu einem enormen Nutzerengagement führten; opportunistische Publikationen wie der ‘Daily Wire’, die mit Anti-Amber-Werbespots Nutzer auf ihre Seiten lockten; und die wachsende Horde von Desinformationshändlern im Netz, die einmal mehr fruchtbaren Boden für wilde Verschwörungstheorien fanden.”

5. Die Queen und ihr schwieriges Verhältnis zu den Medien
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Pia Behme, Audio: 6:20 Minuten )
“Das britische Königshaus stand schon immer im Blickfeld der Öffentlichkeit. Auch zum 70. Thronjubiläum von Elizabeth II. berichten Medien wieder. Dabei hat die Monarchin selbst diese Aufmerksamkeit nie gesucht.” Beim Deutschlandfunk geht es um eine Frau, “die oft fotografiert wurde, aber kaum über sich sprechen wollte”.

6. Mehr Medienvielfalt für Konstanz (PDF)
(karla-konstanz.de)
Die Fundingsumme ist erreicht: Nun kann in Konstanz ein neues lokaljournalistisches Projekt namens “karla” an den Start gehen: “Neben dem Aufbau eines digitalen Stadtmagazins wird karla auch partizipativ arbeiten und ein Medienbildungsprogramm anbieten, um Demokratie zu fördern und Teilhabe zu ermöglichen.”

Politische Vokabeln, Fernspäher Franz, Kliemanns Sammelaktion

1. Warum sich Medien mit Schlagwörtern der Politik oft schwertun
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Pia Behme, Audio: 6:39 Minuten)
Sollten Medien in ihrer Berichterstattung Begriffe wie “Sondervermögen” oder “Tankrabatt” unhinterfragt übernehmen? Darüber hat sich der Deutschlandfunk mit zwei Journalisten unterhalten. Vor allem “FAS”-Redakteur Oliver Georgi kritisiert die Übernahme und kann das auf mehreren Ebenen begründen. Georgi hatte sich in seinem Buch “Und täglich grüßt das Phrasenschwein” bereits vor einigen Jahren mit der Sprache der Politik auseinandergesetzt und hört deshalb vielleicht besonders genau hin.

2. Fernspäher Franz
(kontextwochenzeitung.de, Josef-Otto Freudenreich)
“Minister Thomas Strobl könnte über einen Artikel stürzen, dessen Autor niemand nennt, obwohl er eine bekannt schillernde Figur ist. Warum ist das so, warum gerade er?” Josef-Otto Freudenreich stellt bei “Kontext” den Journalisten Franz Feyder vor, dessen Artikel Baden-Württembergs Innenminister Strobl die Karriere kosten könnte. Zum Hintergrund siehe auch: Auch Journalist beschuldigt (taz.de, Christian Rath).

3. Machen!
(journalist.de, Michel Abdollahi)
Der preisgekrönte TV-Journalist (“Im Nazidorf”) und Moderator Michel Abdollahi erzählt beim “journalist”, warum er den Onlinekanal das “Vierte Deutsche Fernsehen” gegründet hat, warum es lohnen kann zu scheitern, und warum es seiner Ansicht nach in nahezu allen jungen Formaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an konservativen Stimmen fehlt.

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4. Investment in Fynn: Wie Influencer Kliemann rund 700.000 Euro in seinem Freundeskreis einsammelte
(correctiv.org, Gabriela Keller & Frederik Richter & Jonathan Sachse)
Der “Correctiv”-Redaktion liegen neue Details zum Geschäftsmodell des Influencers Fynn Kliemann vor, der unter anderem wegen seiner Masken-Geschäfte in die Kritik geraten war: “Nicht nur Caro Daur hat sich am Kliemannsland beteiligt. Bisher unbekannte E-Mails geben nun einen tieferen Einblick in die Geschäfte des Influencers: Sie legen nahe, dass mindestens 15 zum Teil prominente Personen den Kreativbauernhof unterstützt haben, darunter Joko Winterscheidt, Ina Müller und Severin Kantereit.”

5. ARD und ZDF bieten neue Tonspur “Klare Sprache” an
(tagesspiegel.de, Kurt Sagatz)
Das ZDF führt eine akustisch verbesserte Tonspur namens “Klare Sprache” ein. Der Sender wolle damit die Sprache deutlicher hervorheben und die Sprachverständlichkeit verbessern. Die ARD plane eine ähnliche Funktion. Kurt Sagatz erklärt, wie das Ganze funktioniert, und wie man die neue Tonspur aktiviert.

6. »Die Fernsehsender entscheiden, wann gespielt wird«
(spiegel.de)
Das Viertelfinale beim Tennisturnier French Open zwischen Rafael Nadal und Novak Đoković begann am Dienstagabend gegen 21 Uhr und endete um 1:15 Uhr am Mittwoch. Beide Spieler kritisierten die späte Terminierung, zeigten aber auch Verständnis: “Die Fernsehsender zahlen viel Geld, um diese späten Spiele zu haben. So macht das Turnier Geld und so machen auch die Spieler Geld”, so Rafael Nadal, der sich für die Zukunft eine “vernünftige Balance” zwischen allen Interessen wünscht.

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