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Annahmeverweigerung, Weimers Wettern, Über Populisten berichten

1. Donnepp-Eklat auch bei Grimme Online Awards allgegenwärtig
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Bei der Verleihung der Grimme Online Awards hätten die Regisseure Moritz Riesewieck und Hans Block aus Protest gegen die Aberkennung des Donnepp Media Awards für die Aktivistin Judith Scheytt die Annahme ihres KI-Sonderpreises verweigert (Stream der Preisverleihung/Annahmeverweigerung). Çiğdem Uzunoğlu, Leiterin des Grimme-Instituts, habe erstmals einen “Fehler” des Vereins der Grimme-Freunde eingeräumt, der eigenständig die Jury-Entscheidung für Scheytt zurückgenommen habe. Uzunoğlu habe aber auch die formale Unabhängigkeit des Vereins vom Institut betont.

2. Neue Orte für Journalismus
(journalist.de, Alexander Streit)
Alexander von Streit kritisiert, dass Journalismus trotz digitaler Präsenz aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinde, und fordert ein “Media Rewilding”, also die bewusste Rückkehr in physische Räume wie Cafés, Theater und Kulturzentren. Erste Beispiele wie das Redaktionscafé von “Correctiv” in Gelsenkirchen oder journalistische Theaterinszenierungen würden zeigen, wie durch direkte Begegnungen wieder Vertrauen und Nähe zum Publikum aufgebaut werden können.

3. Wenn Wolfram Weimer wieder wettert
(taz.de, Steffen Grimberg)
In der “taz” hat Steffen Grimberg dem Kulturstaatsminister Wolfram Weimer eine Art offenen Brief zukommen lassen, in dem er Weimers Agitieren gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk thematisiert: “Ihr Plan geht leider auf. Mittlerweile sagen knapp 50 Prozent der Menschen, sie fühlten sich in ihrer Meinungsfreiheit eingeschränkt. Dabei ist der Meinungsdruck nur gefühlt. Die Meinungsfreiheit ist nicht eingeschränkt. Doch so wird es erlebt in den aufgeheizten Debatten. Die Sie mit Ihren beliebigen Echos noch befeuern.”

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4. Sophie von der Tann: Pressefreiheit im Gaza-Krieg stark eingeschränkt
(epd.de)
ARD-Nahost-Korrespondentin Sophie von der Tann habe bei einer Veranstaltung des Frankfurter Presseclubs die Abriegelung des Gaza-Streifens durch Israel als “massive Einschränkung der Pressefreiheit” bezeichnet, da Journalistinnen und Journalisten nicht eigenständig in das Gebiet gelangen könnten. Die Berichterstattung sei auf die gefährliche Arbeit lokaler Kräfte vor Ort angewiesen. “Die tragen das Fadenkreuz auf sich”, so die BR-Korrespondentin über die Kameraleute, Fotografen und weiteren Medienschaffenden vor Ort.

5. Kann man ausgewogen über Populisten berichten?
(deutschlandfunk.de, Brigitte Baetz, Audio: 38:51 Minuten)
Beim b° future festival für Journalismus und freien Dialog hat “mediasres”-Moderatorin Brigitte Baetz mit dem Politikwissenschaftler Philipp Adorf über den journalistischen Umgang mit Populisten debattiert. Im Zentrum des Gesprächs steht die Frage, wie Medien angemessen berichten können, wenn sich Populisten bewusst als Mediengegner inszenieren und gleichzeitig von dieser Konfrontation profitieren.

6. Gemeinsam unabhängigen Journalismus retten!
(riffreporter.de, Christiane Schulzki-Haddouti & Stefan Johannesberg)
Die Journalismus-Genossenschaft “RiffReporter” startet unter dem Motto “Gemeinsam unabhängigen Journalismus retten” ihre erste Crowdfunding-Kampagne, die noch bis zum 19. November laufe. Die mehrfach ausgezeichnete Plattform mit über 100 freien Journalistinnen und Journalisten wolle damit ihre werbefreie und unabhängige Berichterstattung zu Wissenschaft, Umwelt und Gesellschaft langfristig sichern.

Chatkontrolle bedroht Pressefreiheit, Nazimusikschwemme, Strittige Zahlen

1. Chatkontrolle bedroht Pressefreiheit
(djv.de, Ute Korinth)
Beim Deutschen Journalisten-Verband spricht sich Ute Korinth gegen die in Diskussion stehende Chatkontrolle aus: “Sollte die Chatkontrolle beschlossen werden, wäre das ein historischer Bruch – mit Konsequenzen weit über den Journalismus hinaus. Eine Demokratie, die private Kommunikation pauschal unter Verdacht stellt, stellt sich selbst infrage. Ein Nein zur Chatkontrolle wäre daher mehr als eine technische Entscheidung.”

2. Jawoll, mein Streamer
(taz.de, Johanna Schmidt)
Auf Spotify, YouTube und TikTok würden immer öfter KI-erzeugte Songs mit rechtsextremen Inhalten auftauchen, es sei eine “Nazimusikschwemme auf Streamingportalen” zu beobachten. Die Algorithmen der Plattformen würden dafür sorgen, dass diese Titel große Reichweiten erzielen und Nutzerinnen und Nutzer weitere ähnliche Inhalte angezeigt bekämen. Johanna Schmidt fordert, diese Musik und ihre Urheber klar als rechtsextrem zu benennen. Sie verweist dabei auf Theodor W. Adorno, der gesagt habe, dass Verschweigen keine Lösung sei.

3. Über Zahlen lässt sich nicht streiten. Oder doch?
(journalist.de, Kathi Preppner)
Beim “journalist” zeigt Kathi Preppner, wie sich drastische statistische Zahlen in der medialen Berichterstattung verfestigen und warum die Auftraggeber, die Fragestellungen und die Methoden von Studien stets kritisch geprüft werden müssen. Anhand von Beispielen aus den Bereichen Glücksspiel, Digitalwirtschaft, Gesundheit, Chemie und Tabak wird deutlich, wie Interessen, Framing und statistische Unsicherheiten Debatten und Politik beeinflussen können. Die von Preppners Gesprächspartnern genannten Tipps für Redaktionen: Kontext und Erhebungsdesign offenlegen, unabhängige Fachleute einbinden und im Zweifel auf die Nennung nicht belastbarer Studien verzichten.

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4. Fotojournalist im Einsatz getötet
(reporter-ohne-grenzen.de)
Wie die Organisation “Reporter ohne Grenzen” (RSF) meldet, wurde der 37-jährige französische Fotojournalist Anton Lallican bei einem Drohnenangriff Russlands in der Ukraine getötet, der ukrainische Fotograf Heorhij Iwantschenko wurde schwer verletzt. Lallicans “Tod muss vollständig und transparent aufgeklärt werden”, fordert RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus: “Journalistinnen und Journalisten in Kriegsgebieten – insbesondere in Hochrisikogebieten wie dem Donbass – müssen besser geschützt werden.”

5. Die Macht der Supermonopole
(verdi.de, Volker Nünning)
Volker Nünning beschreibt, wie bei der Medienregulierung EU- und Länderregeln ineinandergreifen und welche neuen Herausforderungen sich für die Staaten aus dem Vorrang des EU-Rechts ergeben. Zudem thematisiert er, wie Politik angesichts der Macht großer Plattformen und von Künstlicher Intelligenz künftig Meinungsvielfalt, Public-Value-Angebote und offenen Zugang sichern kann.

6. Umstrittene Journalistin Bari Weiss wird neue Chefin von CBS News
(spiegel.de)
Eine bemerkenswerte Personalie in der US-amerikanischen Medienlandschaft: Die umstrittene Journalistin und Kolumnistin Bari Weiss soll die neue Chefin des Senders CBS News werden, trotz fehlender Erfahrung im TV-Geschäft. Die Übernahme komme dennoch nicht überraschend: “David Ellison, CEO des Hollywoodriesen Paramount Skydance und Sohn des ‘Oracle’-Gründers und Trump-Vertrauten Larry Ellison, hatte schon seit Längerem mit Weiss über eine mögliche gemeinsame Arbeit gesprochen.”

7. Wandel der Medienwelt – das langsame Ende der gedruckten Zeitung
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:15 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator das langsame Ende der gedruckten Zeitung: “Die Printzeitung war und ist die perfekte Technologie. Keine Updates, keine Cookies, keine Akku-Warnung, keine nervigen Popup-Fenster. Du schlägst sie auf, sie funktioniert. Die User Experience und das Interface sind nach 400 Jahren Entwicklung unschlagbar. Und trotzdem ist sie tot. Während die ‘Süddeutsche’ – durchaus zu Recht – feiert, hat die ‘taz’ als erste den Mut, es öffentlich zuzugeben und sich dem Unvermeidlichen zu stellen.”

KW 40/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Der talentierte Mr. F.
(ardmediathek.de, Igor Plischke, Video: 1:17:25 Stunden)
In dieser Doku wird eine Geschichte erzählt, die eigentlich zu verrückt klingt, um wahr zu sein: Drei Jahre lang arbeiten die Berliner Filmstudenten Julius und Moritz an ihrem Animationsfilm “Butty”, mit dem sie den Sprung in die große Filmwelt schaffen wollen. Doch dann der große Schock: “Butty” kursiert bereits online unter einem anderen Namen, mit anderen Credits, zugeordnet einem Filmemacher aus den USA. Was folgt, ist eine mitreißende Spurensuche nach dem “talentierten Mr. F.”, der sich öffentlich mit fremden Federn schmückt. Der Film überzeugt dabei nicht nur mit seiner unglaublichen Story, sondern auch mit einem gelungenen Schnitt, einer klugen Regie, passender Musik- und Soundunterstützung und vor allem mit zwei sympathischen, hartnäckigen Protagonisten, die man einfach gern durch dieses absurde Abenteuer begleitet. Unbedingter Gucktipp!
Weiterer Hörtipp: Für “Übermedien” hat Holger Klein mit Regisseur Igor Plischke gesprochen: Wie lässt man einen Hochstapler auffliegen?: “Wie nähert man sich so einem Menschen? Und warum ist dieser Film so versöhnlich?” (uebermedien.de, Audio: 32:42 Minuten)

2. KI: Der Tod des Internets
(arte.tv, Mario Sixtus, Video: 51:31 Minuten)
In seiner Arte-Doku warnt der Filmemacher Mario Sixtus eindringlich vor der zunehmenden Vermüllung des digitalen Raums durch KI-generierte Inhalte. Er zeigt, wie automatisierte Systeme das Netz mit Desinformation, synthetischen Bildern und bedeutungslosem Content überschwemmen. Auf seiner Reise trifft Sixtus unter anderem auf den KI-Kritiker Cory Doctorow, eine Klick-Arbeiterin in Kenia und einen selbstgeklonten Podcaster in New York.

3. Social Media und BigTech: Gefährden sie unsere Demokratie?
(youtube.com, Helene Reiner & Dunja Hayali, Video: 41:14 Minuten)
Im “heute-journal”-Podcast des ZDF diskutieren die Journalistinnen Dunja Hayali und Helene Reiner mit dem Medienwissenschaftler Martin Andree über die Macht von Social Media und die Verantwortung großer Tech-Konzerne. Ausgehend von einem Shitstorm gegen Hayali aufgrund ihrer Moderation zum Tod des US-Aktivisten Charlie Kirk geht es um die Rolle von Plattformen bei Diskursverschiebungen, Desinformation und Hassrede.

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4. Nur gut für Vergleiche? Das Saarland in den Medien
(ardaudiothek.de, Thomas Bimesdörfer & Michael Meyer, Audio: 17:05 Minuten)
“Wenn Wälder brennen, wenn Öl auf dem Meer ausfließt oder Wasser ganze Landstriche überflutet, dann schlägt die Stunde des Saarlandes. Als Vergleichsgröße, zum Anschaulich machen der betroffenen Gebiete.” Thomas Bimesdörfer und Michael Meyer sprechen im Rahmen des Tags der Deutschen Einheit bei “Medien – Cross und Quer” mit dem Journalisten Michael Kuderna. Thema ist die überregionale Berichterstattung über das Saarland, jenseits seiner bloßen Instrumentalisierung als Maßeinheit.

5. Wenn Journalismus versagt – Fabian Goldmann über die Rolle der Medien im Krieg gegen Gaza
(youtube.com, Ignacio Rosaslanda, Video: 48:29 Minuten)
Ignacio Rosaslanda empfängt den Journalisten Fabian Goldmann in der Redaktion der “Jungen Welt” zum Gespräch über dessen Buchprojekt “Staats(räson)funk”. Darin analysiert Goldmann die deutsche Nahost-Berichterstattung seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Sein Fazit: Die großen Medien würden einseitig zugunsten der israelischen Regierung berichten, etwa durch selektive Quellenwahl, Sprache und fehlende Empathie für palästinensische Opfer.

6. Die komplett irre Geschichte hinter der Internet-Legende
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 20:19 Minuten)
Mats Schönauer hat sich mit der oft zu lesenden Behauptung, jeder Mensch verschlucke in seinem Leben im Schlaf acht Spinnen, beschäftigt: “In diesem Video erzähle ich die wilde Geschichte hinter dieser Urban Legend: Was die mysteriöse Journalistin Lisa Holst damit zu tun hat, was Experten dazu sagen und wie KI die Sache noch schlimmer macht.”
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

“Volksverpetzer” gegen Musk, TikTok-Deal, Medienmacht der Milliardäre

1. Volksverpetzer gegen Musk & X – das passierte vor Gericht!
(volksverpetzer.de, Thomas Laschyk)
Vor dem Landgericht Frankfurt wurde die erste mündliche Verhandlung im Verfahren “Volksverpetzer” gegen X/Twitter geführt. Dabei ging es um die Verpflichtung zur konsequenten Löschung rechtswidriger Fake-Accounts und Inhalte. X argumentiere, dies gefährde den Plattformbetrieb. Umstritten sei insbesondere, ob das eigene Meldeformular genügt und welche Pflichten sich aus dem NetzDG und dem DSA ergeben. Das für Ende Oktober erwartete Urteil könne wegweisend für Haftung und Meldeprozesse großer Plattformen in Deutschland werden, berichtet der “Volksverpetzer” in eigener Sache.

2. Trumps TikTok-Deal ist ein Geschenk an ihn selbst
(netzpolitik.org, Chris Köver)
Chris Köver kommentiert die Absicht von US-Präsident Donald Trump, TikTok in die Hände ihm nahestehender Milliardäre zu legen, die dadurch Zugriff auf App, Daten und Algorithmus erhalten würden. Das Ergebnis sei eine stärkere politische Einflussnahme und wachsende Medienkonzentration: “Für die in den USA einst so hochgehaltene Meinungsfreiheit und die Medienvielfalt verheißt das nichts Gutes. Der TikTok-Deal ist damit vor allem ein Geschenk von Trump an sich selbst.”

3. Frankreich: Die Medienmacht der rechten Milliardäre
(ardaudiothek.de, Linus Lüring, Audio: 24:17 Minuten)
“Wie verändern Milliardäre mit strategischen Übernahmen und Einfluss das Meinungsklima in Frankreich? Warum sind französische Mediengesetze hilflos gegenüber den Medienmonopolen? Welche Folgen hat die rechte Medienallianz für die Präsidentschaftswahl 2027?” Darüber spricht Linus Lüring mit der Korrespondentin Julia Borutta, die für die ARD aus Paris berichtet.

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4. Gefährliche Persönlichkeitsrechte
(taz.de, Bernhard Clasen)
Wie Bernhard Clasen in der “taz” berichtet, stoße ein ukrainische Gesetzesvorhaben zur Stärkung von Persönlichkeitsrechten auf breite Kritik, weil es weitreichende Gegendarstellungs- und Löschrechte inklusive De-Indexierung durch Suchmaschinen vorsehe. Besonders heikel seien Passagen, die Berichte ohne rechtskräftiges Urteil faktisch untersagen und das Schadenersatzrecht für “moralische Schäden” ausweiten könnten.

5. Newsletter Netzwerk Recherche 249
(netzwerkrecherche.org, Greta Linde)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einigen Worten von Christina Elmer, die erklärt, warum Datenrettung und ein überlegter KI-Einsatz für die Recherche immer wichtiger werden. Darüber hinaus gibt es einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

6. Ein Synchronsprecher wird durch KI ersetzt – und kämpft nun gegen Armut
(youtube.com, Poliana Baumgarten, Video: 10:21 Minuten)
In einem Videobeitrag der “Zeit” warnt der Krefelder Synchronsprecher Christoph Walter, dass KI-Stimmen seine Arbeit verdrängen und dabei sogar unerlaubte Stimmklone nutzen könnten. Er schildert starken Existenzdruck und kritisiert die Entmenschlichung durch große Tech-Konzerne sowie die ethischen Risiken entlang der KI-Produktion. Der Film zeigt auch Walters ehrenamtliches Engagement bei der Verteilung überschüssiger Lebensmittel.

KW 39/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Mut der Verzweiflung? Die taz wird digital
(sr-mediathek.de, Thomas Bimesdörfer & Michael Meyer, Audio: 26:09 Minuten)
Die “taz” stellt ab Mitte Oktober werktags auf eine rein digitale Variante um. Eine gedruckte Ausgabe gibt es dann nur noch am Wochenende. Bei “Medien – Cross und Quer” führen die Moderatoren Thomas Bimesdörfer und Michael Meyer ein Gespräch mit “taz”-Chefredakteurin Ulrike Winkelmann und Medienwissenschaftler Stephan Weichert über diesen nicht risikolosen Schritt.

2. Wer glaubt das? Der Reiz der Verschwörungstheorien
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 39:52 Minuten)
“Die Medienversteher” Markus Wolsiffer und Tanjev Schultz erörtern den “Reiz der Verschwörungstheorien” und die Grenze zwischen Skepsis und Erzählung. Dabei geht es auch um die schwierige Lage von Medien: “Medien stehen dabei unter besonderem Druck. Wer berichtet, macht die Theorie größer. Wer schweigt, lässt sie unkommentiert stehen. Ein Dilemma, das viele Redaktionen gut kennen.”

3. Was hilft gegen Hass im Netz?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 21:28 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast ist Simon Berlin zu Gast, einer der beiden Verantwortlichen des “Social Media Watchblog”. Mit Moderator Holger Klein unterhält er sich über eine Petition gegen Online-Hass, die TV-Moderatorin Ruth Moschner gestartet hat und die viel Zuspruch findet. Das “Social Media Watchblog” sieht vor allem in der in der Petition enthaltenen Forderung nach einem verpflichtenden Identifikationsnachweis für Social-Media-Konten Missbrauchspotenzial durch Datensammler und warnt von einem “Chilling effect”. Berlin spricht “über problematische Maßnahmen gegen Hass im Netz und erzählt, was in seinen Augen helfen könnte.”

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4. Amerika in den Tagen nach dem Attentat auf Charlie Kirk
(spotify.com, Christian Fahrenbach & Bastian Hartig, Audio: 50:29 Minuten)
Die beiden US-Korrespondenten Christian Fahrenbach und Bastian Hartig analysieren in ihrem Podcast “Bei Burger und Bier” die Folgen des Attentats auf Charlie Kirk für Medienfreiheit und Debattenkultur. Sie beschreiben, wie rechte Akteure den Fall nutzen, um Druck auf Journalistinnen und Journalisten, Unis und Firmen zu machen, und wie Namensnennungen und Listen die Meinungsfreiheit gefährden.

5. Wieviel Medienjournalismus steckt in Recherchepodcasts?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 28:02 Minuten)
Recherche-Podcasts nähern sich dem Medienjournalismus, erfüllen mit ihrer rückblickenden Erzählweise aber nicht automatisch dessen aufklärerische Maßstäbe. Unter anderem zu diesem Schluss kommen Lars Gräßer und Steffen Grütjen in ihrer Analyse bei epd medien. Alexander Matzkeit tauscht sich mit den beiden Autoren über deren Erkenntnisse aus.

6. Das Dorf im digitalen Abo – Mikrolokaler Journalismus mit “Spatz”
(spotify.com, Christiian Jakubetz, Audio: 30:42 Minuten)
Im “Satzzeichen”-Podcast spricht Christian Jakubetz mit Hannes Grasegger über “Spatz”, ein digitales Wochenmedium für mikrolokalen Journalismus in der Schweiz mit kurzen lokalen Texten und gemeinschaftlicher Prüfung vor Ort. Sie diskutieren über die Krise des Lokaljournalismus und fragen sich, warum Dorfnachrichten politisch zählen, wie Künstliche Intelligenz beim Filtern hilft und ob dieses Modell über die Schweiz hinaus trägt.

Bedenkliche Forderung, Gefährliche Nähe, Verkauf von TikTok

1. Petition gegen Online-Hass: Wichtiges Anliegen, bedenkliche Forderung
(socialmediawatchblog.de, Simon Berlin & Martin Fehrensen)
Die von TV-Moderatorin Ruth Moschner gestartete Petition gegen Online-Hass findet breite Unterstützung. Doch die darin enthaltene Forderung nach einem verpflichtenden Identifikationsnachweis für Social-Media-Konten stößt auf deutliche Kritik: Das “Social Media Watchblog” warnt vor einem “Chilling effect” sowie vor Missbrauchspotenzial durch Datensammler. Auch internationale Erfahrungen wie das gescheiterte südkoreanische Modell würden zeigen, dass eine Ausweispflicht mehr schade als nütze.

2. Gefährliche Nähe: Journalisten und der BND
(youtube.com, Lea Eichhorn, Video: 28:31 Minuten)
In der Vergangenheit hätten in Deutschland mehrere Journalisten heimlich mit dem Bundesnachrichtendienst (BND) zusammengearbeitet und unter anderem Informationen über Kollegen weitergegeben. Die “Zapp”-Reportage ist diesen Verbindungen nachgegangen, zeigt Fälle von Bespitzelung durch den BND und spricht mit betroffenen Reportern, Geheimdienstexperten und Investigativjournalisten.

3. “Berliner Zeitung” beantwortet “ZDF Magazin Royale”-Fragen öffentlich
(turi2.de, Tim Gieselmann)
Im Streit mit Jan Böhmermanns “ZDF Magazin Royale” hat die “Berliner Zeitung” einen Fragenkatalog der Böhmermann-Redaktion publik gemacht und öffentlich beantwortet. Die Zeitung wirft dem Moderator außerdem vor, mit seiner morgen startenden Ausstellung im Berliner Haus der Kulturen der Welt auch direkt von Steuergeldern zu profitieren und einen “Kreuzzug gegen unabhängige Medien” zu führen.

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4. “Wenn wir KI richtig einsetzen, erreichen wir mehr Menschen”
(medientage.de, Lisa Priller-Gebhardt)
Die Journalistin und “Chief AI Officer” der Deutschen Welle Marie Kilg spricht im Interview mit dem Blog der “Medientage München” über die Chancen und Ängste rund um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Medienhäusern. Sie warnt vor überzogenen Erwartungen und betont, dass KI menschliche Problemlösefähigkeiten nicht ersetzen könne. Redaktionen sollten laut Kilg stärker in eigene Datenkompetenz und sinnvolle KI-Anwendungen investieren.

5. ver.di: Union greift Rundfunkfreiheit an
(verdi.de)
Die Gewerkschaft Verdi wirft Politikern von CDU/CSU wie Carsten Linnemann, Markus Söder und Daniel Günther vor, mit ihrer Kritik am Moderationswechsel im NDR-Format “Klar” die Rundfunkfreiheit zu untergraben. Die aufgeheizte Debatte bedrohe inzwischen einzelne Beschäftigte wie Rundfunkrätin Sandra Goldschmidt und gefährde die redaktionelle Arbeitskultur.

6. Trump unterzeichnet Dekret für Verkauf von TikTok in den USA
(zeit.de)
US-Präsident Donald Trump habe per Dekret die Eckpunkte für die Abspaltung des US-Geschäfts von TikTok gebilligt. Dieser Teil der Videoplattform solle künftig vollständig US-amerikanisch betrieben werden, unter anderem mit Investoren wie Larry Ellison, Michael Dell und Rupert Murdoch. Kritiker würden politische Einflussnahme durch Trumps Umfeld befürchten und vor möglichen Einschränkungen der Meinungsfreiheit warnen.

Sprachrohr der Konservativen?, Kimmel, Friedmann ausgeladen

1. Das Sprachrohr der Konservativen
(taz.de, Gilda Sahebi)
Die Entscheidung des NDR, die konservative Moderatorin Julia Ruhs aus dem Format “Klar” zu nehmen, ist auf massive Kritik von CDU-Politikern gestoßen. Dies werfe laut der Autorin Gilda Sahebi grundsätzliche Fragen zur Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf: “Der politische Wind weht konservativ. Spahn, Günther und Linnemann erklären, was sie erwarten. Und die öffentlich-rechtlichen Strukturen scheinen zu gehorchen.”

2. US-Sender ABC schickt Jimmy Kimmel wieder auf Sendung
(dwdl.de, Alexander Krei)
Nach massiver Kritik und einem Kurssturz an der Börse lasse der Medienkonzern Disney die zuvor abgesetzte Late-Night-Show “Jimmy Kimmel Live” ab dem heutigen Dienstag wieder laufen, wie “DWDL” unter Berufung auf den US-Sender ABC berichtet. Die kurzfristige Absetzung folgte auf Kimmels kritische Aussagen zum Mord am ultrarechten Aktivisten Charlie Kirk und sorgte für politischen Druck sowie Boykottaufrufe durch konservative Mediengruppen.

3. Michel Friedman offenbar aus Sorge vor rechten Protesten ausgeladen
(zeit.de)
Der jüdische Publizist Michel Friedman sei auf Weisung des Bürgermeisters von Klütz von einer geplanten Veranstaltung im Literaturhaus “Uwe Johnson” wieder ausgeladen worden. Hintergrund seien laut dem neuen Leiter des Hauses in Mecklenburg-Vorpommern Sorgen vor Protesten rechter Gruppen. Friedman selbst sei weiterhin an Auftritten in Ostdeutschland interessiert: “Ich bin bereit, aufdringlich zu sein”.

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4. Akteursvielfalt und Selbstreflexion in der Berichterstattung über den Gazakrieg – eine Inhaltsanalyse dreier deutscher Tageszeitungen
(de.ejo-online.eu)
Eine Inhaltsanalyse von 346 Artikeln der “Süddeutschen Zeitung”, “Welt” und “taz” zeige, dass israelische Akteure und Kriegsbetroffene in der Berichterstattung über den Gazakrieg deutlich häufiger zitiert worden seien als palästinensische. Besonders kritisch falle ins Gewicht, dass die Zivilbevölkerung aus dem Gazastreifen trotz deutlich höherer Opferzahlen medial stark unterrepräsentiert gewesen sei. Gleichzeitig fehle es weitgehend an journalistischer Selbstreflexion über eingeschränkte Arbeitsbedingungen oder eigene Perspektiven.

5. “Journalismus muss unbedingt selbstbewusster werden”
(journalist.de, Jan Freitag)
Im Interview mit dem “journlist” betont Kommunikationswissenschaftler Michael Brüggemann, dass Journalismus beim Thema Klimawandel klar, faktenbasiert und selbstbewusst kommunizieren müsse. Er plädiert für einen transformativen Journalismus, der nicht nur informiert, sondern gesellschaftlichen Wandel unterstützt und auf Missstände aufmerksam macht. Um Menschen wirksam zu erreichen, solle Journalismus außerdem verständlich bleiben und Desinformation aktiv entgegentreten.

6. Niederländische Disney-Parodie wird Internethit
(spiegel.de)
Der “Spiegel” macht auf ein Satirevideo des niederländischen Komikers Arjen Lubach aufmerksam, das nach der Absetzung von Jimmy Kimmels Late-Night-Show viral gegangen ist. In der Parodie zeigt Lubach bekannte Disney-Figuren in einer Welt, wie sie US-Präsident Donald Trump gefallen könnte: Zum Beispiel Aladdin, der von der Einwanderungsbehörde abgeführt wird, oder Bambi, dessen Mutter für transfreundliche Aussagen am Spieß landet.

KW 38/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Haben rechte Takes den Mediendiskurs gekapert?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 23:55 Minuten)
Im Gespräch mit Holger Klein analysiert der Rechtsextremismus-Forscher Miro Dittrich die mediale Berichterstattung über das Attentat auf Charlie Kirk, der vielen Rechtsextremen als Vorbild gelte. Die beiden sprechen über die Fragen: “Warum versagen Medien immer wieder bei der Berichterstattung über diese Themen? Warum hat das alles mit Konservativismus nichts mehr zu tun? Und gibt es vergleichbare Figuren wie Charlie Kirk auch in Deutschland?”

2. Hayali, Theveßen, Kimmel: Wie bleiben Medien unabhängig?
(br.de, Nina Landhofer, Audio: 23:12 Minuten)
Nach dem Attentat auf Charlie Kirk habe sich die Debatte um Pressefreiheit auch in Deutschland verschärft. Journalistinnen und Journalisten wie Elmar Theveßen und Dunja Hayali seien ins Visier von Hasskampagnen geraten. Hayali habe sich nach massiven Drohungen sogar vorübergehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Nina Landhofer hat mit “Reporter ohne Grenzen” über mögliche Gefahren für die Pressefreiheit gesprochen. Social-Media-Experte Gavin Karlmeier geht der Frage nach, ob journalistische Versäumnisse extremen Narrativen Vorschub geleistet haben.

3. Martialische Medien – Wie berichten über Wehrpolitik?
(sr.de, Thomas Bimesdörfer & Stefan Eising, Audio: 20:44 Minuten)
In der Sendung “Medien – Cross und Quer” sprechen Thomas Bimesdörfer und Stefan Eising mit dem Verteidigungsexperten Uli Hauck aus dem ARD-Hauptstadtstudio über die Berichterstattung über die Wehrpolitik. Dabei geht es unter anderem um die sprachliche Sorgfalt, inhaltliche Schwerpunkte und journalistische Herausforderungen beim Thema Militär und Verteidigung.

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4. Hendrik Lünenborg: Was macht eigentlich ein Intendant?
(ardaudiothek.de, Daniel Kaiser, Audio: 45:55 Minuten)
Daniel Kaiser unterhält sich mit dem neuen NDR-Intendanten Hendrik Lünenborg über dessen persönlichen Werdegang, seine deutsch-niederländische Prägung und seine Motivation. Lünenborg erzählt von seinen journalistischen Anfängen, seinem Vorbild Tim aus “Tim und Struppi” und seinen ersten Erfahrungen in Hamburg. Als Intendant wolle er dafür sorgen, dass journalistische Unabhängigkeit gewahrt bleibt und der öffentlich-rechtliche Rundfunk das Vertrauen der Gesellschaft behalte.

5. Der Beitrag öffentlich-rechtlicher Medien zum gesellschaftlichen Zusammenhalt
(leibniz-hbi.de, Kristina Kobrow, Audio: 44:03 Mniuten)
Kristina Kobrow hat im “BredowCast” den Kommunikationswissenschaftler Jan-Hinrik Schmidt zu Gast. In ihrem Gespräch geht es um die Rolle öffentlich-rechtlicher Medien für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Hintergrund ist eine neue Studie von ARD, ZDF und Deutschlandradio, die untersucht, wie stark sich Menschen eingebunden fühlen und was sie von Medien erwarten.

6. Die Traumhaus-Masche & warum Influencer plötzlich Häuser “verlosen”
(youtube.com, Sashka, Video: 18:03 Minuten)
YouTuberin Sashka hat sich die derzeit auf Social Media massiv beworbenen “Traumhausverlosungen” genauer angeschaut, bei denen Influencer Häuser im Millionenwert als Gewinne anpreisen. Sie deckt auf, dass es sich dabei letztlich um staatlich lizenziertes Glücksspiel mit sehr geringen Gewinnchancen handele, das durch emotionale Inszenierung, Abo-Modelle und den Anschein von Wohltätigkeit verharmlost werde.
Weiterer Gucktipp: Zockt die Firma von Knossi ihre Fans ab?: “Knossi ist Mitgründer von Fanblast. Aber warum gibt es jetzt einen Beschluss vom Landgericht gegen Fanblast? Und was sagt Knossi dazu?” (youtube.com, Klengan, Video: 25:36 Minuten)

Abgrund überwinden, Kirk-Videos, Sollte Bundesregierung auf X bleiben?

1. Brainrot Morde oder wie man einen Abgrund überwindet
(beritmiriam.substack.com, Berit Glanz)
Berit Glanz analysiert die mediale Reaktion auf das Attentat an Charlie Kirk und kritisiert die oberflächliche Verklärung des rechtsradikalen Influencers als Märtyrer. Statt Kirks Rolle in der digitalen Radikalisierung einzuordnen, hätten viele etablierte Medien dessen Internetkarriere verharmlost und zentrale Codes der Internetkultur übersehen. Glanz fordert mehr digitale Kompetenz in Redaktionen, um die gesellschaftliche Wirkung von Memes, Online-Subkulturen und Radikalisierungsdynamiken kritisch zu verstehen.

2. So gehen die Plattformen mit expliziten Aufnahmen des Kirk-Attentats um
(spiegel.de)
(Triggerwarnung: In dem verlinkten Text “wird das Attentat auf Charlie Kirk aus mehreren Perspektiven beschrieben.”) Der “Spiegel” berichtet über eine Recherche des US-Techmagazins “The Verge” zur Verbreitung expliziter Videos nach dem Attentat auf Charlie Kirk. Die Analyse zeige, dass Plattformen wie X, TikTok, Instagram und YouTube trotz Richtlinien und Warnsystemen nur eingeschränkt in der Lage gewesen seien, gewaltvolle Inhalte zu stoppen. Der Fall mache deutlich, wie schwer es Sozialen Netzwerken falle, bei Breaking-News-Ereignissen eine wirksame Moderation sicherzustellen.

3. Früherer US-Botschafter fordert Visaentzug für ZDF-Journalist Theveßen
(zeit.de)
Richard Grenell, einst US-Botschafter in Deutschland, habe gefordert, dem ZDF-Korrespondenten Elmar Theveßen das US-Visum zu entziehen, da dieser laut Grenell zur Gewalt aufrufe und sich als “linksradikal” gebe. Anlass sei ein Podcast-Zitat, in dem Theveßen den Trump-Vertrauten Stephen Miller in eine ideologische Nähe zum Dritten Reich rücke. Die Attacke sei Teil einer breiteren Online-Kampagne, mit der Anhänger des getöteten Charlie Kirk derzeit gegen dessen Kritiker vorgehen.

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4. Nach Musks Aufruf zur Gewalt muss die Bundesregierung X verlassen
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Bei netzpolitik.org fordert Markus Reuter den sofortigen Rückzug der Bundesregierung und großer Medienhäuser von der Plattform X. Anlass ist ein öffentlicher Aufruf zur Gewalt durch Elon Musk, der auf einer Demonstration, organisiert von dem britischen Rechtsextremen Tommy Robinson, als zugeschalteter Redner auftrat und X zur Bühne für rechte Radikale mache. Reuter kritisiert das Festhalten an der Plattform als moralisch untragbar und warnt vor einer weiteren Normalisierung von Hass, Antisemitismus und Desinformation.

5. “Rolling Stone”-Verleger verklagt Google
(taz.de)
Der US-Verlag Penske Media, Herausgeber von “Rolling Stone” und “Variety”, habe Google wegen der Nutzung seiner Artikel in KI-Zusammenfassungen verklagt. Die sogenannte AI-Overviews-Funktion leite Nutzerinnen und Nutzer an den Originalseiten vorbei und schade so dem Anzeigengeschäft, heiße es in der Klage. Es sei der erste Fall, in dem ein großer US-Verlag rechtlich gegen Googles Umgang mit journalistischen Inhalten im KI-Zeitalter vorgeht.

6. Bundestag hebt Immunität von AfD-Abgeordnetem Stephan Brandner auf
(mdr.de)
Der Bundestag habe die Immunität des AfD-Abgeordneten Stephan Brandner aufgehoben, um Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Gera wegen Beleidigung zu ermöglichen. Brandner hatte die “Spiegel”-Journalistin Ann-Katrin Müller wiederholt als Faschistin bezeichnet und trotz gerichtlichem Verbot nicht damit aufgehört. Gegen ihn seien bereits Ordnungsgelder in Höhe von 50.000 Euro verhängt worden.

KW 37/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. 25 Jahre NSU: Das Versagen der Medien
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 1:05:21 Stunden)
In der aktuellen Folge der “Medienversteher” schauen Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer auf die NSU-Morde und die damit verbundene Berichterstattung zurück: “Warum folgten viele Redaktionen den Ermittlern so kritiklos? Wie kam es zu stereotypen Schlagworten wie ‘Döner-Morde’, die sich so hartnäckig hielten? Und warum hörte man die Stimmen der Betroffenen so selten?”

2. Wie berichtet man im Schatten des Kremls?
(taz.de, Anastasia Zejneli & Inna Hartwich, Audio: 28:37 Minuten)
Inna Hartwich spricht im “taz”-Podcast “Fernverbindung” mit Auslandsredakteurin Anastasia Zejneli über ihren Abschied aus Russland. Sie schildert, wie sich ihre journalistische Arbeit seit dem Beginn des Ukrainekriegs verändert hat, und welche Auswirkungen staatliche Kontrolle und zunehmendes Schweigen in der Bevölkerung auf ihre Recherchen hatten. Außerdem blickt sie in dem Gespräch auf eine Gesellschaft zurück, die sich immer weiter abschottet.

3. Gilda Sahebi über Polarisierung, Herrschaft & Spaltung der Gesellschaft
(youtube.com, Tilo Jung, Video: 2:33:59 Stunden)
Tilo Jung hat die Ärztin, Politikwissenschaftlerin, Journalistin und Autorin Gilda Sahebi zu Gast. In dem zweieinhalbstündigen Gespräch geht es um Sahebis ungewöhnlichen Werdegang und die derzeitigen gesellschaftlichen Probleme. Sahebi kritisiert unter anderem, dass Medien in Deutschland die Gefahr eines aufziehenden Autoritarismus nicht deutlich genug benennen und strukturelle Probleme wie Vermögensungleichheit zugunsten von Ablenkungsthemen wie Migration vernachlässigen.
Weiterer Hörtipp: Gilda Sahebi und Arne Semsrott (unter anderem “FragDenStaat”) haben den Politik-Podcast “Gilda con Arne” gestartet, in dem die beiden Themen der Woche besprechen. Zwangsläufig wird es dort auch um mediale Aspekte gehen.

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4. “Spotify für Journalismus” – ein Traum, der nie wahr wird?
(ardaudiothek.de, Linus Lüring, Audio: 26:12 Minuten)
Immer wieder wird über die Idee eines “Spotify für Journalismus” gesprochen, also eine Plattform mit einem Abo, das Zugriff auf viele Zeitungen, Magazine und journalistische Artikel bietet. Doch durchsetzen konnte sich die Idee bislang nicht. Warum eigentlich nicht? Darüber diskutiert Linus Lühring bei “BR24 Medien” mit Anne Ahlers vom Verlag Nürnberger Presse und Christian-Mathias Wellbrock, Medienökonom an der Hamburg Media School: “Wann würden Menschen für eine Journalismus-Flatrate zahlen? Bringen neue Abo-Modelle Verlage näher zusammen oder verschärfen sie den Wettbewerb?”

5. Der Generationenbruch in der Mediennutzung
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 29:08 Minuten)
Alexander Matzkeit spricht in seinem Podcast “Läuft” mit dem Medienwissenschaftler Konrad Scherfer über die Nachrichtennutzung junger Erwachsener. Scherfer stellt seine qualitative Studie mit Studierenden der TH Köln vor und erklärt, wie junge Menschen Informationen über Instagram, TikTok oder WhatsApp wahrnehmen. Dabei geht es um sein Drei-Säulen-Modell der Mediennutzung, die Bedeutung von Medienkompetenz und die Frage, wie sich der Journalismus neu aufstellen muss.

6. Wie italienisch wird ProSieben nach der Übernahme durch den Berlusconi-Konzern?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 16:08 Minuten)
In dem Gespräch von Holger Klein mit dem Medienjournalisten Timo Niemeier geht es um die Übernahme von ProSiebenSat.1 durch den italienischen Konzern MediaForEurope. Niemeier erläutert, was sich für Redaktion und Publikum ändern könnte und warum er trotz möglicher Einsparungen nicht mit italienischen Formaten im deutschen Programm rechnet. Im Zentrum steht die Frage, wie stark sich der Einfluss von Pier Silvio Berlusconi auf Inhalte und Struktur der Sendergruppe auswirken wird.

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