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Gemeinwohl, Widerstand im Journalismus, Staatstrojaner

1. Gemeinwohlorientierter Journalismus braucht Rechtssicherheit
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Markus Reuter kommentiert bei netzpolitik.org die fehlende Rechtssicherheit für gemeinwohlorientierten Journalismus. Die Bundesregierung wolle beispielsweise E-Sport als gemeinnützig anerkennen, nicht-kommerzieller Journalismus bleibe jedoch, trotz der Zusagen im Koalitionsvertrag der einstigen Ampel-Regierung, weiterhin rechtlich im Schwebezustand. Reuter kritisiert die unionsgeführte Regierung für mangelnden Gestaltungswillen und warnt, dass demokratische Medien gerade jetzt gezielte Unterstützung brauchen.

2. RSF verklagt BND wegen Staatstrojanern
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) klagt gegen den Einsatz von Staatstrojanern durch den Bundesnachrichtendienst: “Der Geheimdienst kann Journalisten heimlich per Trojaner überwachen, ohne dass der Betroffene hiervon jemals erfährt. Hiergegen gibt es in Deutschland keinen Rechtsschutz, wenn vom Betroffenen auch weiterhin Nachweise für eine Überwachung verlangt werden. Dies steht einem demokratischen Rechtsstaat schlecht zu Gesicht und verstößt gegen die Menschenrechte”, so Rechtsanwalt Niko Härting, der RSF vertritt.

3. Medien müssen nicht neutral sein – Wir brauchen Widerstand im Journalismus
(volksverpetzer.de, Matthias Meisner & Paul Starzmann)
Der “Volksverpetzer” veröffentlicht einen Auszug aus “Mut zum Unmut”, dem demnächst erscheinenden Buch von Matthias Meisner und Paul Starzmann. Der Text wirbt für mehr Widerstand im Journalismus und zeigt, wie rechte Gruppen Begriffe wie “alternativ” für eigene Zwecke vereinnahmen, während faktenbasierte Kritik als “aktivistisch” abgewertet werde. Meisner und Starzmann plädieren für einen Journalismus mit Haltung, der Missstände aufdeckt und sich nicht dem Ruf nach falscher Ausgewogenheit beugt.

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4. Geheimplan gegen Deutschland – Ein Nachspiel
(youtube.com, Schauspiel Köln & Correctiv, Video: 1:44:05 Stunden)
Das Schauspiel Köln hat die “Correctiv”-Recherche “Geheimplan gegen Deutschland” auf die Bühne geholt: “Wie kann man ‘Remigration’, den Tarnbegriff der völkischen Ideologie, übersetzen? Was stand in Potsdam tatsächlich auf der Agenda? Ging es tatsächlich um Pläne zur massenhaften Vertreibung von Menschen aus Deutschland?”

5. Wie umgehen mit Propaganda und Unwahrheiten?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 38:13 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um den Umgang mit politischen Interviews, in denen unbelegte Behauptungen und gezielte Falschinformationen verbreitet werden. DLF-Hörer Benjamin Bock spricht mit Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach und DLF-Hauptstadtkorrespondent Dirk-Oliver Heckmann über journalistische Verantwortung, Faktenchecks und die Frage, wie man Propaganda wirksam begegnet.

6. Aussicht auf Hollywood-Deal lässt Warner-Aktie hochspringen
(sueddeutsche.de)
Laut Berichten des “Wall Street Journal” und weiterer US-Medien prüfe die Mediengruppe Paramount Skydance, mit finanzieller Unterstützung von Milliardär Larry Ellison, eine Übernahme des deutlich größeren Konkurrenten Warner Bros. Discovery. Die Aussicht auf eine solche Fusion habe die Warner-Aktie um fast 30 Prozent steigen lassen. Ein Zusammenschluss der beiden Studios mit Marken wie HBO, DC, CNN und Paramount+ könnte die US-amerikanische Medienlandschaft grundlegend verändern.

KW 36/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. ProSiebenSat.1: Was die Übernahme durch den Berlusconi-Konzern bedeutet
(br.de, Linus Lühring, Audio: 26:29 Minuten)
In der aktuellen Folge von “BR24 Medien” geht es um die Übernahme von ProSiebenSat.1 durch den Berlusconi-Konzern MediaForEurope (MFE): “Wie kam es zur Übernahme und welche Macht wird MFE künftig haben? Warum hat ProSiebenSat.1 wirtschaftliche Schwierigkeiten und warum hat das den Einstieg erleichtert? Welche Pläne hat MFE und welche Rolle spielt Pier Silvio Berlusconi dabei, der Sohn des früheren italienischen Ministerpräsidenten und Medienmoguls Silvio Berlusconi”?

2. Macht bei Axel Springer bald KI die ganze Arbeit?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 29:46 Minuten)
Holger Klein hat sich mit dem Medienjournalisten Marvin Schade über die KI-Pläne des Axel-Springer-Verlags unterhalten. Springer habe seine Redaktionen auf das Prinzip “AI first” eingeschworen: Recherchen sollen mit Künstlicher Intelligenz beginnen, Artikel automatisch überprüft und optimiert werden. Klein und Schade diskutieren über die Chancen und Risiken dieser Strategie.

3. Digitalminister Wildberger: Kann er Deutschland modernisieren?
(youtube.com, Jelena Morgenstern, Video: 12:33 Minuten)
Das NDR-Medienmagazin “Zapp” hat sich angeschaut, wie Karsten Wildberger, Deutschlands erster Digitalminister, die Verwaltung modernisieren, die Abhängigkeit von US-Techfirmen verringern und die “Digitalwende” schaffen will. Kritiker würden bemängeln, dass Wildbergers Pläne unkonkret bleiben würden und er bisher zu wenig gesellschaftspolitische Visionen zeige. Zudem bestünden Zweifel wegen seiner Nähe zur Wirtschaft.

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4. Exxpress & Co.: Das Netzwerk hinter den Krawallportalen
(falter.at, Falter Radio, Raimund Löw & Lina Paultisch, Audio: 18:37 Minuten)
Im “Falter”-Podcast spricht Raimund Löw mit der Journalistin Ina Paulitsch über das rechte Medienprojekt “Nius” sowie die österreichische Website “Exxpress”. Recherchen würden zeigen, dass hinter den Plattformen ein Netzwerk rund um Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz stehe, mit konservativen Geldgebern aus Deutschland und Verbindungen zum ungarischen Orbán-Regime. “Nius” und “Exxpress” würden fragwürdige Inhalte verbreiten, parteinahe Meinungsumfragen veröffentlichen und offenbar das Ziel verfolgen, Diskurse nach rechts zu verschieben.

5. “Man spricht Deutsh” – Wie geht’s dem heimischen Film?
(ardaudiothek.de, Christoph Borgans & Michael Meyer, Audio: 18:17 Minuten)
Bei “Medien – Cross und Quer” unterhalten sich Christoph Borgans und Michael Meyer mit Michelle Müntefering von der “Produktionsallianz”, der Interessenvertretung der Produzentinnen und Produzenten von Film- und Fernsehwerken, über einen neuen Gesetzesentwurf zur Reform der Filmförderung. Dieser Entwurf sehe vor, dass etwa Streamingdienste stärker in deutsche Produktionen investieren müssen. Ziel sei es, mehr und bessere deutsche Filme und Serien zu ermöglichen.

6. FUNKs fragwürdiges Format – und warum ich plötzlich Thema war
(youtube.com, Sashka, Video: 27:24 Minuten)
YouTuberin “Sashka” beschwert sich in ihrem Video darüber, dass sie in einem öffentlich-rechtlich finanzierten “Funk”-Podcast aus ihrer Sicht unsachlich und persönlich kritisiert wurde. Einer der Vorwürfe gegen “Sashka” laute, sie richte ihre Kritik vor allem gegen Frauen und wolle Männern gefallen. Insgesamt wirft sie dem “Funk”-Format “Brave Mädchen” vor, emotional voreingenommen zu sein, oberflächlich zu recherchieren und publizistische Standards zu missachten.

Eklat um Donnepp Media Award, Kein selbstschießendes Auto, Privatsache

1. Donnepp Media Award wegen Antisemitismusvorwürfen aberkannt
(epd.de)
Im vergangenen Januar wurden die vom “Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises” gestifteten Donnepp Media Awards verliehen. Ein Preis ging an die Abiturientin Judith Scheytt, die sich unter anderem kritisch mit der deutschen Nahost-Berichterstattung beschäftigt. Nun sei Scheytt der Preis aberkannt worden. Ihr werde vorgeworfen, die Hamas-Rhetorik auszublenden und Israel pauschal Kriegsverbrechen vorzuwerfen. Scheytt hat dem auf Instagram widersprochen. Es sei “nicht die Aufgabe von Medienkritik, Verständnis für militärische Operationen zu zeigen.” Teile der Jury seien deutlich gegen die Aberkennung der Preises gewesen. Und auch die für ihren Medienjournalismus ausgezeichnete Mit-Preisträgerin Annika Schneider ist spürbar entsetzt: “Die Vereinsvertreter haben sich offensichtlich mit ihrer Arbeit und ihren Themen nicht ausreichend auseinandergesetzt, weder vor noch nach der Preisverleihung. Sonst hätten sie gewusst, dass die Auszeichnung Kritiker auf den Plan rufen wird – und sich dafür besser gewappnet. Sonst hätten sie verstanden, dass ihr Einknicken genau die Schieflage beweist, die Judith Scheytt immer wieder kritisiert.” Mit bemerkenswerter Konsequenz gibt Schneider nun ihren eigenen Preis zurück: “Ich möchte mich nicht für ‘guten Medienjournalismus’ auszeichnen lassen von einem Verein, der dessen Prinzipien selbst nicht einhält.” Sie werde Statue und Urkunde zurücksenden und die erhaltenen 5.000 Euro zurücküberweisen.

2. Nein, in China gibt es keine selbstschießenden Polizeiautos
(kobuk.at, Hans Kirchmeyr)
Medienberichte über selbstschießende Polizeiautos in China würden auf einer Fehlinformation beruhen, berichtet Hans Kirchmeyr bei “Kobuk”. Ein falsch übersetzter chinesischer Bericht habe ein Kamerasystem mit einem “Schießgerät” verwechselt, das sich bei genauerer Prüfung lediglich als Notruf- und Überwachungstechnik entpuppt habe. Die Falschmeldung habe sich ausschließlich im deutschsprachigen Raum verbreitet, ausgelöst durch ein irreführendes Video des Contentanbieters “KameraOne”.

3. X sieht kein Problem, wenn Nutzer SA-Parole verwenden
(t-online.de, Lars Wienand)
Elon Musks Plattform X weigere sich weiterhin, deutschen Behörden Nutzerdaten herauszugeben, selbst in strafrechtlich relevanten Fällen wie der Nutzung von NS-Parolen. Die Staatsanwaltschaft ermittele deshalb inzwischen gegen mehrere X-Manager wegen möglicher Strafvereitelung. Die Social-Media-Plattform berufe sich auf angebliche Verstöße gegen Europarecht und fordere, dass deutsche Ermittler stattdessen den langwierigen Weg über US-Rechtshilfeabkommen gehen sollen.

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4. Rechtspopulist soll nach Beleidigung von taz-Reporter zahlen
(taz.de)
Wie die “taz” berichtet, muss der rechtspopulistische YouTuber Anthony Lee 100 Euro zahlen, um einer Anklage wegen Beleidigung zu entgehen. In mehreren Videos habe Lee den “taz”-Redakteur Jost Maurin massiv beschimpft, darunter mit Ausdrücken wie “Arsch” und “Idiot”. Die Staatsanwaltschaft sehe darin einen strafbaren Angriff auf die Menschenwürde. Maurin werte die Entscheidung als Signal gegen rechte Demagogie.

5. RTL Group will für Sky-Übernahme vier Mio. Aktien zurückkaufen
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Die RTL Group plane, bis zu vier Millionen eigene Aktien zurückzukaufen, um eine “variable Kaufpreis-Komponente” für die Übernahme von Sky Deutschland abzusichern. Diese Komponente hänge vom künftigen Kurs der RTL-Aktie ab und könne bis zu 377 Millionen Euro betragen. Bertelsmann, Hauptaktionär der RTL Group, wolle dabei die Hälfte der angestrebten Aktien beisteuern.

6. Auch eine Promi-Hoch­zeit ist Pri­vat­sache
(lto.de, Hasso Suliak)
Der Bundesgerichtshof habe entschieden, dass Medien wie die “Bild”-Zeitung nicht identifizierend über nichtprominente Ehepartner von Prominenten berichten dürfen. Im konkreten Fall hatte der Ehemann von Ex-Model Nadja Auermann erfolgreich auf Anonymitätsschutz geklagt. Die Berichterstattung über seine Hochzeit mit Auermann habe seine Privatsphäre verletzt. Laut “Legal Tribune Online” stärke das Urteil den Persönlichkeitsschutz von Privatpersonen und dürfte künftige Promi-Berichterstattung in ähnlichen Fällen deutlich einschränken.

Gaza-Aktion, KI-Nachahmung verletzt Rechte, Zwangshaft für RTL-Bosse?

1. Hunderte Medien weltweit mobilisieren für Gaza
(reporter-ohne-grenzen.de)
Mehr als 250 Medien weltweit hätten sich an einer Aktion beteiligt, die von der Organisation Reporter ohne Grenzen und der Kampagnenbewegung Avaaz initiiert worden sei, um ein Zeichen gegen die gezielte Gewalt an Journalistinnen und Journalisten im Gazastreifen zu setzen. Medienhäuser hätten dazu ihre Titelseiten geschwärzt, schwarze Banner auf ihre Websites gesetzt oder Video- und Audio-Statements veröffentlicht. In Deutschland seien die “Frankfurter Rundschau”, “Der Freitag”, die “taz”, “nd”, “dis:orient” und Weltreporter.net dabei gewesen.

2. Wie Rechtsextreme mit KI-Bildern viral gehen
(belltower.news, Una Titz)
Rechtsextreme hätten ein virales Video einer Zwölfjährigen aus dem schottischen Dundee instrumentalisiert, um das Mädchen mithilfe von KI-Bildern zur Märtyrerfigur hochzustilisieren. Obwohl die Faktenlage deutlich komplexer sei, verbreiteten rechte Netzwerke gezielt eine rassistische Erzählung von einer “wehrhaften Tochter Europas” gegen einen angeblichen “fremden Bedroher”. Das “Mädchen mit dem Messer” diene als perfektes Beispiel für rechte Desinformationsstrategien im Zeitalter generativer KI.

3. Streit mit Produzentin: Nun droht der RTL-Führung Zwangshaft
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Die Journalistin und Filmemacherin Jana Bernhardt habe den Medienkonzern RTL erfolgreich auf Auskunft über Werbeeinnahmen verklagt, weil sie sich unfair entlohnt und in ihrer Urheberschaft übergangen fühle. Nachdem RTL vor Gericht unterlag, aber weiterhin die Offenlegung verweigere, habe Bernhardt nun “die Anordnung von Zwangshaft gegen die RTL-Geschäftsführung, namentlich Stephan Schmitter und Inga Leschek”, beantragt. RTL wolle das Urteil vor dem Bundesverfassungsgericht anfechten.

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4. KI-Nach­ah­mung ver­letzt das Recht an der eigenen Stimme
(lto.de)
Ein YouTuber habe mithilfe von Künstlicher Intelligenz die bekannte Stimme von Bruce-Willis-Synchronsprecher Manfred Lehmann nachgeahmt und ohne dessen Einwilligung in zwei Videos verwendet. Das Landgericht Berlin habe darin eine Verletzung von Lehmanns Persönlichkeitsrecht erkannt und den YouTuber zur Zahlung von insgesamt 4.000 Euro verurteilt. Das Gericht habe betont, die Zuschauer könnten fälschlich annehmen, Lehmann habe den politisch rechts einzuordnenden Inhalten zugestimmt, was dessen Ruf schädigen könne.

5. Das Amtsgeheimnis ist weg, es lebe die Informationsfreiheit!
(netzpolitik.org, Anna Biselli)
Österreich habe am 1. September ein Informationsfreiheitsgesetz eingeführt und damit das über einhundert Jahre alte Amtsgeheimnis abgeschafft. Behörden müssten nun wichtige Informationen von sich aus veröffentlichen oder auf Anfrage gebührenfrei herausgeben. Bürgerrechtsorganisationen wie das “Forum Informationsfreiheit” begrüßen das Gesetz, betonen jedoch, echte Transparenz entstehe erst durch engagierte Bürgerinnen und Bürger, einen Kulturwandel in der Verwaltung und unabhängige Kontrolle.

6. Der Trick mit dem Gimmick
(taz.de, Gaby Coldewey)
Anlässlich des 50. Geburtstags des “Yps”-Hefts erinnert sich Gaby Coldewey in der “taz” an ihre Kindheit mit der Mischung aus Wundertüte und Kindermagazin: “Da gab es Urzeitkrebse zum Selberzüchten, ein Schleuderkatapult oder eine ominöse ‘Wunder-Schrumpffolie mit Spezial-Malstift’. Ich hatte keine Ahnung, was das war, aber es klang aufregend, unbekannt, neu. Und deshalb wollte ich es haben.”

KW 35/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

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1. Was hat Döpfner mit Springer vor? Eine riskante Wette auf KI und Techbosse
(ardaudiothek.de, Jonathan Schulenburg & Nils Altland, Audio: 27:40 Minuten)
Bei “BR24 Medien” geht es um den eingeschlagenen KI-Kurs von Mathias Döpfner, dem Vorstandsvorsitzenden des Axel-Springer-Verlags, und die Frage, wie Springer Vorreiter beim KI-basierten Journalismus werden könnte. “Zapp”-Reporter Nils Altland ist skeptisch: “Anders als Mathias Döpfner glaube ich nicht, dass KI die Qualität der journalistischen Produkte verbessern wird. Vielleicht sehen das bei Axel Springer intern auch einige so. Aber Mathias Döpfner ist bei Springer so mächtig, dass er nicht mit viel Widerspruch rechnen muss.”

2. Lesen als Klassenfrage
(wdr.de, Audio: 8:17 Minuten)
Die Literaturwissenschaftlerin und Soziologin Caroline Amlinger spricht über neue Studien zum Leseverhalten in Deutschland und den USA. Demnach läsen besonders junge Männer, Menschen mit niedriger Bildung und Bewohner ländlicher Regionen kaum noch Bücher, während sich eine bildungsnahe “Reading Class” herausbilde, die Lesen als kulturelles Kapital nutze. Amlinger analysiert, warum Lesen für viele nicht mehr zum Alltag gehört, weshalb Hörbücher boomen, und welche Rolle finanzielle Anreize spielen könnten.

3. Wie Journalismus Vertrauen zurückgewinnen kann
(deutschlandfunkkultur.de, Christian Rabhansl, Audio: 21:22 Minuten)
In der Sendung “Lesart” spricht Christian Rabhansl mit zwei der drei Autorinnen beziehungsweise Autoren des Buches “Medien zwischen Macht und Ohnmacht” über die Ursachen des Vertrauensverlusts in den Journalismus. Nadia Zaboura und Rainer Nübel betonen, dass das Misstrauen nicht nur von der jungen Generation ausgehe, sondern auch mit dem Medienverhalten, der gesellschaftlichen Entfremdung und journalistischen Versäumnissen zusammenhänge. Sie fordern mehr Aufklärung über journalistische Arbeitsweisen, eine breitere Themen- und Gästeauswahl in Talkshows sowie einen Journalismus, der nicht nur Probleme benennt, sondern auch Lösungen diskutiert.

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4. Entpört euch! Politische Wut auf Social Media (und im Real Life) effizienter kanalisieren
(youtube.com, Hanna Klimpe, Video: 1:06:58 Stunden)
Die Kommunikationswissenschaftlerin Hanna Klimpe erklärt in ihrem Vortrag an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wie demokratische Empörung in den Sozialen Medien schnell zur ungewollten Verstärkung rechter Narrative führen kann. Anhand zahlreicher Beispiele und Studien zeigt sie, warum emotional geteilte Inhalte zwar für Sichtbarkeit sorgen, aber selten zu politischer Veränderung führen. Plattformlogiken, algorithmische Verstärkungen und performative Empörung untergrüben laut Klimpe die reale Handlungskraft. Sie plädiert für einen bewussteren Umgang mit digitalen Öffentlichkeiten und fordert mehr echte politische Beteiligung.

5. Warum rechte Podcasts so erfolgreich sind – Wolfgang M. Schmitt im Gespräch
(youtube.com, Matthias A. Narr, Video: 1:34:44 Stunden)
Im Gespräch mit Matthias A. Narr analysiert Film- und Medienkritiker Wolfgang M. Schmitt, warum rechte Podcasts derzeit besonders viel Resonanz erfahren. Es geht um apokalyptisches Denken, rhetorische Verführung und die Attraktivität vermeintlich ungeschminkter Meinungen. Schmitt erläutert, wie rechte Formate Gemeinschaft, Glaube und Identität inszenieren. Beide kritisieren eine zunehmende gesellschaftliche Entzweiung.

6. Warum Cutter am längeren Hebel gegen Content Creator sitzen
(youtube.com, Chan-jo Jun, Video: 28:24 Minuten)
Die Juristen Chan-jo Jun und Falk Reuter analysieren den öffentlich ausgetragenen Konflikt zwischen dem Streamer “Papaplatte” und dessen langjährigem Cutter. Themen, die dabei angesprochen werden, sind unter anderem ungeklärte Gewinnbeteiligungen, fehlende Verträge, das Urheberrecht und die Frage, ob mündliche Absprachen über Jahre hinweg bindend sind. Jun und Reuter erklären anschaulich, welche rechtlichen Aspekte bei gemeinsamer Contentproduktion zu beachten sind und warum es klug ist, kreative Kooperationen frühzeitig klar zu regeln, statt auf gut Glück zu improvisieren.

Skrupellose “Bild”-Chefin, Medialer Umgang mit CDU/CSU, Tod im Stream

1. So skrupellos ist die neue BILD-Chefin
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 30:42 Minuten)
In diesem Video beschäftigt sich Mats Schönauer mit Marion Horn, derzeit Vorsitzende der Chefredaktionen der “Bild”-Gruppe und damit verantwortlich für die publizistische und redaktionelle Leitung der größten Boulevardzeitung Deutschlands: “Marion Horn ist eine der mächtigsten Frauen Deutschlands – und eine der gefährlichsten. Denn unter ihrer Leitung als Chefredakteurin der BILD-Zeitung werden katastrophale Falschmeldungen verbreitet, Angst und Hass geschürt und der Ruf von unschuldigen Menschen zerstört.”
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

2. Der Umgang der Medien mit CDU und CSU
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers, Audio: 43:51 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Bedenken des DLF-Hörers Matthias, Medien würden nicht kritisch genug über die CDU und die CSU berichten. Mit dem Hörer diskutieren Katharina Hamberger aus dem DLF-Hauptstadtstudio, Politik- und Kommunikationswissenschaftlerin Paula Diehl und Michael Borgers aus der DLF-Medienredaktion “mediasres”.

3. Rekordzahl an Angriffen auf Journalisten
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) macht auf die besorgniserregende Situation für Medienschaffende in Serbien aufmerksam: “Wenn Journalistinnen und Reporter in Serbien im Schnitt alle zwei Tage Opfer körperlicher Gewalt werden, ist das ein Alarmsignal für ganz Europa. Deutschland trägt hier eine besondere Verantwortung: Als gewichtiges EU-Mitglied muss die Bundesregierung klarstellen, dass Serbiens Weg in die EU nur mit einem wirksamen Schutz der Pressefreiheit und anderer Grund- und Menschenrechte vereinbar ist”, so RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus.

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4. KI-Firma Anthropic beendet Streit mit Autoren über Urheberrecht
(handelsblatt.com)
In den USA sei erstmals ein Urheberrechtsstreit gegen ein KI-Unternehmen mit einem Vergleich beendet worden. Die Firma Anthropic (unter anderem mit dem Sprachmodell “Claude”) habe sich mit einer Autorengruppe geeinigt, die ihr vorgeworfen habe, Millionen raubkopierter Bücher zum Training ihres KI-Modells verwendet zu haben. Der Vergleich könne als Signal für ähnliche Verfahren gegen Firmen wie OpenAI, Microsoft oder Meta gewertet werden.

5. KI & Fake News: Wie künstliche Intelligenz gleichzeitig zur Gefahr und Lösung wird
(media-lab.de)
Künstliche Intelligenz (KI) ermöglicht die schnelle und täuschend echte Produktion von “Fake News”, was Desinformation glaubwürdiger und schwerer erkennbar macht. Gleichzeitig lassen sich KI-Technologien zur Aufdeckung und Bekämpfung dieser Falschinformationen einsetzen etwa durch automatisierte Analysewerkzeuge, Deepfake-Erkennung oder Faktenchecks. Für einen wirksamen Umgang brauche es laut “Media Lab Bayern” eine Kombination aus technischer Innovation, klarer Regulierung, journalistischer Verantwortung und gesellschaftlicher Medienkompetenz.

6. Tod im Stream
(taz.de, Rudolf Balmer)
Der französische Streamer Jean Pormanove (“JP”) sei nach einem zwölftägigen Livestream auf der Plattform Kick gestorben, in dem ihn zwei Begleiter vor laufender Kamera wiederholt gedemütigt, am Schlaf gehindert und geschlagen hätten. Eine erste Autopsie habe keine eindeutige Fremdeinwirkung ergeben, dennoch komme eine Untersuchung wegen Tötung ohne Vorsatz in Betracht. Die Behörden würden nun Sanktionen gegen den Streamingdienst prüfen.

Barschel-Foto, Jagd auf Fischer, Hörbuchsprecher in Gefahr

1. Israelische Armee tötet sechs weitere Journalisten
(reporter-ohne-grenzen.de)
Wie gestern in den “6 vor 9” berichtet, wurden bei einem Angriff der israelischen Armee auf eine Klinik im Gazastreifen mehrere Journalistinnen und Journalisten getötet. Nun meldet sich die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) zu Wort. Insgesamt seien in Gaza seit 2023 mehr als 200 Medienschaffende getötet worden. RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus fragt: “Sechs getötete Medienschaffende in zwei Tagen: Was muss noch passieren, damit die Bundesregierung sich endlich klar und deutlich von der Kriegsführung der israelischen Regierung distanziert?”

2. Warum Barschel-Fotograf Knauer mit einer Anzeige gegen PI-News erfolglos blieb
(kress.de, Henning Kornfeld)
Der ehemalige “Stern”-Reporter Sebastian Knauer habe das rechtspopulistische Blog “PI News” angezeigt, weil es sein berühmtes Foto von Uwe Barschel ohne Zustimmung genutzt habe. Die Staatsanwaltschaft Köln habe das Verfahren jedoch eingestellt, da die Verantwortlichen nicht zu ermitteln seien. Dies werde von Knauer angezweifelt. Der von “kress” dazu befragte Medienanwalt Sven Krüger hat eine Vermutung für das offenbar geringe Engagement der Staatsanwaltschaft: “Das scheint mir ein Beispiel dafür zu sein, dass die mangelnde Ausstattung der Justiz zumindest bei niedrigschwelligen Delikten zu inkonsequenter Strafverfolgung führt.”

3. Die völlig ungenierte Jagd auf die schwangere Helene Fischer, Teil 2
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Boris Rosenkranz prangert bei “Übermedien” die erneute Jagd der Boulevardredaktionen auf Helene Fischer an, allen voran durch “Bild”-Vizechefin Tanja May, die Fischers Schwangerschaft ohne deren Einverständnis öffentlich gemacht habe. Er zeigt, wie Klatschblätter und Paparazzi mit heimlich gemachten oder manipulierten Fotos arbeiten, spekulative und angstschürende Storys konstruieren und den Stars sogar an ihren privaten Wohnsitzen nachstellen.

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4. Wer schützt alle hinter der Kamera vor dem Bildschirm?
(dwdl.de, Simon Pycha)
Social Media könne oft in die Abhängigkeit führen. Auf vielen Plattformen werde das Problem als “Dopaminsucht” verhandelt und mit einfachen Tipps wie festen Handyzeiten, grauen Bildschirmfarben oder “Single Tasking” adressiert, wofür es allerdings wenig belastbare wissenschaftliche Grundlagen gebe. Simon Pycha fordert mit Blick auf Personen, die auch beruflich mit Sozialen Medien zu tun haben: “Für das inhaltlich getriebene Medium braucht es klare Grenzen. Private und berufliche Einflüsse müssen durch interne Richtlinien individuell in Einklang gebracht werden. Dafür sind eine gesunde Arbeitsumgebung und offene Kommunikation nötig. Schulungsangebote für Betroffene sind gut, zielgruppengerechte und attraktive Prävention für alle jedoch noch besser.”

5. Sport-Streaming: Zwischen Allianzen und Rechte-Offensiven
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Wie Petra Schwegler berichtet, befindet sich der Markt für Sportstreaming in starker Bewegung: “Die jüngsten Entwicklungen zeigen: Die Phase der wilden Expansion neigt sich dem Ende zu. Jetzt beginnt die strategische Konsolidierung – und die wird für Anbieter wie Zuschauer:innen gleichermaßen interessant. Ökonomisch treiben die Konkurrenz um Premiumrechte und die zunehmende Fragmentierung die Rechtepreise.”

6. Die Maschine übernimmt unsere Stimme
(taz.de, Jürgen Kalwa)
Hörbuchsprecher Jürgen Kalwa, schildert, wie rasant KI-Stimmen vorankommen und die Arbeit menschlicher Sprecherinnen und Sprecher bedrohen. Mittlerweile könnten echte Stimmen geklont und täuschend echt nachgebildet werden. Kalwa warnt vor ungeklärten Rechtsfragen, kritisiert Plattformen und Tools wie Audible, YouTube und ElevenLabs und lehnt Verträge ab, die weitreichende Nutzungsrechte an seiner Stimme verlangen. Obwohl der Hörbuchmarkt wachse, fürchtet er eine Flut seelenloser Massenware.

KW 34/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Springer-Chef Döpfner: Heikle Nähe zu Musk, Zuckerberg & Co
(youtube.com, Nils Altland & Nadia Kailouli & Paul Schwenn, Video: 22:18 Minuten)
Das “Zapp”-Gespräch mit Mathias Döpfner zeigt, wie der Springer-Chef den radikalen digitalen Umbau seines Verlags vorantreibt. Er arbeitet fast nur noch mit KI-Tools und dem Smartphone und sieht im digitalen Wandel große Chancen. Zugleich wird deutlich, dass er seit Jahren enge Kontakte zu Big-Tech-Größen wie Elon Musk und Mark Zuckerberg pflegt, obwohl deren Plattformen Springers Geschäftsmodell massiv unter Druck setzen. Kritisch bleibt die Frage, ob und wie Döpfner zwischen Innovation, Abhängigkeit und politischer Nähe zu Big Tech laviert, ohne Glaubwürdigkeit und demokratische Prinzipien zu gefährden.

2. Sensation! Die Macht des Boulevard
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 44:08 Minuten)
In der aktuellen Folge der “Medienversteher” sprechen Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer über den Boulevard-Journalismus. Es geht dabei um die Frage, warum schnelle Schlagzeilen und Geschichten über Stars so viele Menschen faszinieren, aber auch darum, wie Sensationslust, Übertreibungen und Verletzungen von Persönlichkeitsrechten das Vertrauen in Medien schwächen.

3. Sind Medien so divers wie die Gesellschaft?
(br.de, Nina Landhofer, Audio: 22:56 Minuten)
In der neuesten Ausgabe von “BR24 Medien” erörtert Nina Landhofer mit dem Aktivisten Raúl Krauthausen und der Medienwissenschaftlerin Christine Horz-Ishak, warum in Medienanstalten und Verlagen noch immer mehr Männer als Frauen arbeiten, Kolleginnen mit Migrationsgeschichte selten und Menschen mit Behinderung fast gar nicht zu finden sind.

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4. Der Fußball, die Medien und der Overload
(youtube.com, Christian Jakubetz, Video: 37:35 Minuten)
Im Podcast “Satzzeichen” spricht Christian Jakubetz mit Fußballkommentator Thomas Wagner über die Langeweile der Bundesliga, den “medialen Overload” und die Schattenseiten des Kommerz im Fußballgeschäft. Wagner berichtet, warum aus seiner Sicht viele Fans fußballmüde werden, welche Herausforderungen Reporter im Umgang mit Spielern haben und streut persönliche Anekdoten ein.

5. Spielerisch aktiv? Politisches Engagement und Gaming
(ardaudiothek.de, Michael Meyer & Kai Schmieding, Audio: 17:10 Minuten)
Gamer gelten oft als unpolitisch. Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung zeichne jedoch ein anderes Bild: Auch Vielspieler würden sich für Politik interessieren, sich in Bürgerinitiativen engagieren und ein hohes Vertrauen in die Demokratie zeigen. Ob damit das Klischee widerlegt ist, diskutieren Michael Meyer und Kai Schmieding mit Studienautor Joachim Rother.

6. Nastassja Kinski – Geschichte einer Befreiung
(arte.tv, Marie-Gabrielle Fabre, Video: 53:29 Minuten)
Die Arte-Doku zeichnet den Lebensweg der Schauspielerin Nastassja Kinski nach, die schon als Jugendliche von Wim Wenders entdeckt wurde und mit Roman Polańskis “Tess” sowie Wenders’ “Paris, Texas” Weltruhm erlangte. Es ist die “Geschichte einer Befreiung”: Immer wieder zog sich Kinski überraschend aus dem Filmgeschäft zurück, um sich von ihrer Herkunft und später ihren Rollenbildern zu lösen.

Klöckners taz-Nius-Vergleich, Posting von Täterbildern, Mainstream-Kanu

1. Wertschätzung für Nius-Finanzier Gotthardt?
(tagesschau.de, Juri Sonnenholzner)
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner steht wegen eines Auftritts beim Sommerempfang der CDU Koblenz in die Kritik, der auf dem Firmengelände des Unternehmers Frank Gotthardt stattfand. Gotthardt ist auch Finanzier des rechtsaußen stehenden Portals “Nius”. Wie tagesschau.de weiter meldet, habe sich Klöckner bei dem Empfang nicht zu der Kritik am Engagement des Koblenzer Unternehmers bei dem umstrittenen Medienportal, das von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt geleitet wird, geäußert. Sie habe aber andere bemerkenswerte Äußerungen getätigt, wie Eric Beres (SWR) und Lars Wienand (t-online.de) auf Bluesky berichten. So würden sich “taz” und “Nius” laut Klöckner “in Methodik nicht so sehr” unterscheiden, man müsse beide “ertragen”. Der “6-vor-9”-Kurator kommentiert ebenfalls auf Bluesky: “Wenn Julia Klöckner tatsächlich gesagt haben sollte, taz und das rechtsaußen stehende Hetzportal Nius unterschieden sich ‘in Methodik’ nicht so, ist das nicht nur faktisch falsch, sondern von atemberaubender Schamlosigkeit und beschmutzt in seinem Trumpismus Würde und Amt einer Bundestagspräsidentin.”
Dazu noch ein Hörtipp: Anke Petermann berichtet im Deutschlandfunk ausführlich von Klöckners Auftritt bei dem CDU-Sommerempfang (deutschlandfunk.de, Audio: 7:04 Minuten).

2. RSF: In Russland unerwünscht
(verdi.de)
Russland habe die NGO Reporter ohne Grenzen (RSF) zur “unerwünschten Organisation” erklärt. Die Zusammenarbeit mit RSF könne in Russland nun strafrechtliche Konsequenzen haben, obwohl die Organisation dort gar nicht präsent sei. Reporter ohne Grenzen habe angekündigt, sich trotz des Verbots weiter für die Pressefreiheit einzusetzen und gefährdete russische Journalistinnen und Journalisten, insbesondere im Exil, zu unterstützen.

3. Protest gegen Übernahme der britischen Zeitung “Telegraph”
(taz.de, Nicholas Potter)
Die geplante Übernahme der britischen Zeitung “The Telegraph” durch RedBird Capital stoße auf Kritik. Dem Investmentunternehmen werde eine Nähe zu chinesischen Staatsinteressen vorgeworfen. Organisationen, die sich für Menschenrechte und Pressefreiheit einsetzen, befürchten eine Gefährdung des Medienpluralismus und fordern eine unabhängige Prüfung der Einflussverhältnisse. RedBird bestreite jegliche chinesische Einflussnahme und wolle den “Telegraph” international ausbauen.

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4. Wann das Pos­ting von Täter­bil­dern strafbar ist
(lto.de, Anja Schmorl & Mustafa Enes Özcan)
Die Sängerin Liän habe einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff in einem Parkhaus gefilmt und das Video später bei TikTok und Instagram veröffentlicht. Rechtlich problematisch sei dabei vor allem die nachträgliche Veröffentlichung. Zwar sei das Filmen selbst nicht strafbar, doch das spätere Posten könnte gegen § 201a Abs. 2 StGB und § 33 KunstUrhG verstoßen.

5. Böhmermann vs. Britt: Der große Streit um “Schwer verliebt”
(dwdl.de, Christian Richter)
In der neuesten Ausgabe der “Telegeschichte(n)” erinnert Christian Richter an einen denkwürdigen TV-Moment: Als Jan Böhmermann 2012 in seiner Talkshow “Roche & Böhmermann” die Sat.1-Kuppelshow “Schwer verliebt” und deren Moderatorin Britt Hagedorn scharf kritisierte, seien seine Argumente unscharf, die Vorwürfe aber berechtigt gewesen. “Schwer verliebt” habe übergewichtige Teilnehmerinnen und Teilnehmer in klischeehaften, teils entwürdigenden Szenen gezeigt. Trotz gegenteiliger Aussagen des Senders sprächen viele Hinweise für eine bewusste Inszenierung zulasten der Kandidatinnen und Kandidaten.

6. Feiger Kulturkampf: DAS KANU DES MANITU – Kritik & Analyse
(youtube.com, Wolfgang M. Schmitt, Video: 14:07 Minuten)
Michael “Bully” Herbigs “Der Schuh des Manitu” gilt mit 11,7 Millionen Besucherinnen und Besuchern als der erfolgreichste deutsche Filme nach dem Zweiten Weltkrieg und lockte sogar mehr Personen in die Kinos als die ursprüngliche Karl-May-Verfilmung. Nun ist mit “Das Kanu des Manitu” Jahrzehnte später der Nachfolger in die Kinos gekommen. Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt hat ihn sich angeschaut. Sein Fazit: “Bully strebt mit diesem Film erneut den Mainstream des Mainstreams an, tut aber mitunter so, als sei dies ein widerständiger Akt.”

KW 33/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Florian Foos zu Interviews in Medien mit rechtsextremen Akteuren
(deutschlandfunk.de, Sebastian Wellendorf, Audio: 7:58 Minuten)
Das “British Journal of Political Science” hat eine Studie veröffentlicht, die zeige, dass britische Medien eindeutig zur Zustimmung zu rechten Aussagen beitrügen, vor allem wenn diese Aussagen in der Berichterstattung nicht hinterfragt würden. Sebastian Wellendorf spricht mit Florian Foos, Co-Autor der Studie. Es geht dabei um falsche Tatsachenbehauptungen in Interviews, aber auch um extremistische und demokratiefeindliche Aussagen – und dem Umgang von Journalistinnen und Journalisten damit, etwa durch kritisches Nachfragen oder Faktenchecks.

2. Gehen oder bleiben: Mein Leben nach Assads Sturz
(youtube.com, Sulaiman Tadmory, Video: 45:29 Minuten)
Der Reporter Sulaiman Tadmory floh vor über zehn Jahren aus Syrien und lebt heute als deutscher Staatsbürger in Hamburg. Nach dem Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024 kehrt Tadmory erstmals in seine Heimat zurück. Die “STRG_F”-Reportage begleitet seine Reise und greift die Debatte auf, ob und für wen eine Rückkehr nach Syrien nun möglich oder sogar verpflichtend sein könnte.

3. Einstieg in den freien Journalismus? Zehn Fragen, die man sich vorher stellen sollte
(freienpodcast.letscast.fm, Geraldine Friedrich & Françoise Hauser, Audio: 28:05 Minuten)
Der “Freien-Podcast” von Geraldine Friedrich und Françoise Hauser gibt Orientierung für alle, die in den freien Journalismus einsteigen wollen. In der aktuellen Folge geht es um zehn zentrale Fragen, die man sich vor dem Schritt in die Selbstständigkeit als Freier beziehungsweise Freie stellen sollte. Dazu gehören Überlegungen zur persönlichen Motivation, zur Auftragsakquise, zum Umgang mit Finanzen und zur Altersvorsorge.

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4. You Tube Kids und Co – wie kindgerecht ist Social Media?
(ardaudiothek.de, Katrin Aue & Michael Meyer, Audio: 16:50 Minuten)
In der aktuellen Folge von “Medien – Cross und Quer” unterhalten sich Katrin Aue und Michael Meyer mit Laura Erbe, Social-Media-Redakteurin beim Saarländischen Rundfunk, über die Frage, wie kindgerecht Soziale Medien tatsächlich sind. Am Beispiel der App “YouTube Kids” und anderen Plattformen schauen sie auf Chancen sowie auf Risiken und diskutieren darüber, welche Angebote sich für Kinder eignen und welche eher nicht.

5. Social Media-Verbot für Jugendliche und 100 Tage Digitalminister
(wdr.de, Anja Backhaus, Audio: 42:11 Minuten)
Das WDR5-Magazin “Töne, Texte, Bilder” bietet wieder einen vielfältigen Blick auf Medienthemen: Moderatorin Anja Backhaus spricht mit ihren Gästen über den Schutz Jugendlicher vor Sozialen Medien, die Tötung von Reportern in Gaza und die Digitalpolitik nach den ersten 100 Tagen der neuen Bundesregierung. Außerdem geht es um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Alltag und im Fernsehen sowie um Alltagsbeobachtungen im Korrespondenten-Tagebuch aus Prag.

6. Hollywoodgeflüster Podcast mit Detlef Bierstedt (u. a. George Clooney, Jonathan Frakes)
(youtube.com, Hollywoodgeflüster, Charles Rettinghaus, Video: 58:33 Minuten)
In der neuen Folge des Synchron-Podcasts “Hollywoodgeflüster” hat Charles Rettinghaus die deutsche Stimme von George Clooney und Jonathan Frakes zu Gast: Detlef Bierstedt. Das Gespräch der beiden behandelt den Alltag im Synchronstudio, den Wandel der Synchronbranche und die technischen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte. Bierstedt erzählt von persönlichen Höhepunkten seiner Karriere, erklärt, warum er heute nicht mehr aktiv synchronisiert, und gibt einen Einblick in die Arbeit hinter den Kulissen.

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