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Bühne für Hetze, Rechtsradikalismus verniedlicht, Geklaute Inhalte

1. NIUS: Eine Bühne für rechte Hetze
(verdi.de, Günter Herkel)
Günter Herkel beschreibt in seinem Artikel, wie das rechte Online-Portal “Nius” unter Leitung von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt systematisch Kampagnen, Desinformation und rechte Narrative verbreite. Finanziert von Unternehmer Frank Gotthardt, nutze “Nius” seine Reichweite für Diffamierungen und kooperiere dabei eng mit politisch nahestehenden Plattformen wie dem österreichischem “eXXpress”.

2. Nach dem Vicky-Leandros-Konzert: SPIEGEL verniedlicht Thurn und Taxis’ Rechtsradikalismus
(nollendorfblog.de, Johannes Kram)
In seinem Beitrag kritisiert Johannes Kram, dass der “Spiegel” die aus seiner Sicht rechtsradikalen Positionen von Gloria von Thurn und Taxis verharmlose und sie lediglich als “konservativ” oder “rechtsnah” darstelle. Kram verweist auf Thurn und Taxis’ Aussagen zu Homosexualität, Migration, Klima und ihre engen Verbindungen zu international bekannten rechtsradikalen Akteuren. Er fordert von Redaktionen eine klarere und ehrliche Benennung solcher Ansichten und warnt davor, rechtsradikale Ideologie unter dem Deckmantel von Exzentrik oder Konservatismus zu verniedlichen.

3. Die Coldplay-“Kiss Cam” hält auch österreichischen Medien den Spiegel vor
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Andrea Gutschi analysiert am Beispiel des Skandals rund um eine “Kiss Cam” bei einem Konzert der Band Coldplay, wie klassische Medien in Österreich ungeprüft Inhalte und Spekulationen aus Sozialen Netzwerken übernehmen und damit Persönlichkeitsrechte verletzen. Selbst intime Details von zuvor unbekannten Personen würden publik gemacht, oft auf Basis zweifelhafter Quellen oder unbestätigter Behauptungen. Gutschi fordert in diesem Zusammenhang mehr mediale Selbstreflexion.

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4. Von den Schlechtesten lernen
(taz.de, Marc Tawadrous)
Der Influencer “Marcant” nutze Soziale Medien, um Jugendliche aus rechtsextremen Kreisen herauszuholen. Dabei orientiere er sich bewusst an der technischen Vorgehensweise rechter Influencer, um auf Augenhöhe dagegenhalten und demokratische Werte vermitteln zu können. Mit seiner Community und der gezielten Weiterverbreitung seiner Inhalte erreiche “Marcant” Millionen Leute und zeige, wie Aufklärung im Internet funktionieren kann.

5. Das Geschäft mit geklauten Social-Media-Inhalten
(dwdl.de, Simon Pycha)
Simon Pycha beschreibt, wie auf Plattformen wie TikTok und Instagram systematisch Inhalte großer Medienmarken kopiert und unter falschem Namen verbreitet werden. Die Fälscher würden Logos entfernen oder visuelle Effekte verwenden, um die automatische Urheberrechtserkennung zu umgehen. Pycha fordert Medienunternehmen auf, ihre Inhalte besser zu kennzeichnen und aktiv gegen die Fakes vorzugehen.

6. Meta muss mir 250 Euro zahlen – dir auch?
(netzpolitik.org, Martin Schwarzbeck)
Martin Schwarzbeck berichtet, dass Millionen Menschen in Deutschland Anspruch auf Schadensersatz vom Social-Media-Konzern Meta hätten, weil ihre Daten durch ein Facebook-Leck öffentlich geworden seien. Er erzählt über seinen eigenen Fall, in dem ihm das Landgericht Berlin 250  Euro zugesprochen habe. Zudem erklärt Schwarzbeck, wie man sich kostenlos einer Sammelklage anschließen kann, bei der der Verbraucherzentrale Bundesverband bis zu 600  Euro pro Person erstreiten möchte.

Gedanken aus Kyjiw, Vom Hungertod bedroht, Regierung auf Facebook

1. Kriegssommer 2025 – Gedanken aus Kyjiw
(journalist.de, Vassili Golod)
Vassili Golod berichtet als ARD-Korrespondent aus Kyjiw über die Bedrohung durch den russischen Angriffskrieg und die alltägliche Situation in der Ukraine. In seinem Beitrag für den “journalist” kritisiert er, dass die Propaganda des Kreml in westlichen Medien oft ungefiltert weitergegeben werde. Golod fordert, den Krieg nicht abstrakt abzuhandeln, sondern die betroffenen Menschen und deren Geschichten sichtbar zu machen.

2. “Wir weigern uns, mit anzusehen, wie sie sterben”
(taz.de, Leon Holly)
Wegen der israelischen Blockade und der Zerstörung Gazas sei nicht nur die Zivilbevölkerung vom Hungertod bedroht, sondern auch Journalisten der Agence France-Presse (AFP). Die Gewerkschaft der französischen Nachrichtenagentur habe einen entsprechenden Hilferuf abgesetzt: “Seit der Gründung der AFP im August 1944 haben wir Journalisten in ­Konflikten verloren, wir haben Verletzte und Gefangene in unseren Reihen gehabt, aber niemand von uns erinnert sich, einen Kollegen verhungern haben zu sehen.”

3. Neuer Job für Patricia Schlesinger: Haste mal ‘ne Krise?
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Patricia Schlesinger, die frühere, geschasste Intendantin des RBB, arbeite künftig als Beraterin für Krisen- und Führungskommunikation bei einem Berliner Unternehmen. Für “Tagesspiegel”-Redakteur Joachim Huber ist das ein PR-Coup mit Chuzpe. In seiner Glosse schreibt er: “Das ist so verblüffend wie bestechend. Schlesinger hat sich selbst und den RBB mit ihrer außer Maß und Mitte geratenen Intendanz tief in die Krise befördert.”

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4. Bundesregierung darf Facebook-Seiten weiterbetreiben
(spiegel.de)
Das Verwaltungsgericht Köln habe entschieden, dass die Bundesregierung ihre Facebook-Seiten weiterhin betreiben dürfe, obwohl der Bundesdatenschutzbeauftragte dies wegen datenschutzrechtlicher Bedenken untersagt hatte. Das Gericht sehe die Verantwortung für die Verwendung von Cookies allein beim Facebook-Mutterkonzern Meta, nicht bei den Behörden, die Fanpages nutzen. Ob die Datenschutzbehörde gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen wird, sei bislang offen.

5. Meta will sich nicht verpflichten
(verdi.de)
Die EU habe einen freiwilligen Verhaltenskodex für Anbieter generativer KI-Modelle veröffentlicht, der Transparenz, Urheberrechtsschutz und Sicherheitsmaßnahmen fördern soll. Der Social-Media-Konzern Meta habe bereits abgelehnt: “Wir haben den Code of Practice der EU sorgfältig geprüft und Meta wird ihn nicht unterzeichnen.”

6. Neue Details über Peter Lustig
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 11:32 Minuten)
Auch wenn es einige Medien immer wieder behaupten: Peter Lustig, der 2016 verstorbene Hauptdarsteller der ZDF-Kinderserie “Löwenzahn”, war kein Kinderhasser. Zu diesem Ergebnis kam Mats Schönauer bereits in seinem nach wie vor lesenswerten Beitrag hier im BILDblog und später bei Youtube. Jetzt sah sich Schönauer gezwungen, das Thema noch einmal aufzugreifen.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

Sommerinterview, Tarifeinigung, Trump vs. Murdoch

1. Polizei ermittelt nach Störung des ARD-Sommerinterviews
(dwdl.de, Alexander Krei)
Während des ARD-Sommerinterviews mit AfD-Chefin Alice Weidel kam es zu einer lautstarken Störung durch eine Protestaktion, hinter der offenbar das “Zentrum für politische Schönheit” stand. Die Polizei habe Ermittlungen wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz eingeleitet. Die AfD fordere eine Wiederholung des Interviews unter ungestörten Bedingungen, obwohl Weidel sich vor Ort für eine Fortsetzung entschieden habe.

2. RSF warnt vor politischer Einflussnahme
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen warnt in einem aktuellen Bericht (PDF) vor zunehmender politischer Einflussnahme auf öffentlich-rechtliche Medien in Europa, besonders in Ländern wie Ungarn, der Slowakei und Italien. Auch wenn der Schutz vor direkter Einflussnahme in Deutschland vergleichsweise hoch sei, gebe es Reformbedarf. Dies gelte insbesondere bei der Besetzung von Führungspositionen und der Wahrung journalistischer Unabhängigkeit.

3. Vom Freund zum Feind: Trumps rigoroser Kampf gegen Murdoch
(rnd.de, Karl Doemens)
US-Korrespondent Karl Doemens ordnet den Kampf zwischen Donald Trump und seinem einstigen Unterstützer und Freund, dem Medienmogul Rupert Murdoch, ein. Nachdem Murdochs “Wall Street Journal” einen “schlüpfrigen Brief an Sexualstraftäter Jeffrey Epstein” veröffentlicht hatte, der von Trump stammen soll, hat dieser die Zeitung und ihren Eigentümer wegen angeblicher Verleumdung auf insgesamt 20 Milliarden US-Dollar Schadensersatz verklagt.
Weiterer Lesetipp: Der Streit wird nun auch auf anderer Ebene ausgetragen: Trump schließt »Wall Street Journal« von Reise nach Schottland aus (spiegel.de).

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4. Tarifeinigung bei Tageszeitungen
(verdi.de)
Nach bundesweiten Streiks haben sich die Gewerkschaft Verdi und der Zeitungsverlegerverband BDZV auf einen neuen Tarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure bei Tageszeitungen geeinigt. Die Absprache sehe Gehaltssteigerungen in drei Stufen bis 2027 vor, mit durchschnittlich 10,5 Prozent mehr Lohn. Für Volontäre und Berufseinsteigerinnen lägen die Zuwächse sogar bei bis zu 16 Prozent. Die Einigung gelte rückwirkend ab Januar 2025.

5. “Wir müssen die Armutsverwaltung abbauen”
(taz.de, Esther Geisslinger)
Im Interview mit der “taz” spricht Jo Tein, Mitgründer des Obdachlosenmagazins “Hempels”, über die Entwicklung des Projekts, die veränderte Obdachlosenszene und die Notwendigkeit, mehr Originalstimmen armutsbetroffener Menschen sichtbar zu machen. Tein fordert ein bedingungsloses Grundeinkommen und kritisiert die Bürokratie beim sozialen Wohnungsbau. Zudem warnt er vor wachsender Politikverdrossenheit und fordert mehr politische Aufmerksamkeit für Menschen in prekären Lebenslagen.

6. Auf die Fresse. Aber mit Fakten
(journalist.de, Jan Freitag)
Im Interview mit dem “journalist” spricht Marie Lina Smyrek über ihren YouTube-Kanal “smypathisch”, in dem sie bewusst journalistische Konventionen breche, um mit konfrontativem Humor und guter Recherche junge Zielgruppen auf Social Media zu erreichen. Smyrek beschreibt, wie sie Unterhaltung und Erkenntnisgewinn verbindet, sich zwischen Journalismus und Comedy verortet und mit den Reaktionen auf ihre Arbeit umgeht.

KW 29/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Welche Verantwortung tragen Medien beim Angriff auf Frauke Brosius-Gersdorf?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 28:52 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast unterhält sich Holger Klein mit der Journalistin Ingrid Brodnig über die vorerst geplatzte Wahl einer Bundesverfassungsrichterin. Sie blicken dabei auf die journalistische Begleitung durch die deutschen Medien: “Wie sollten sie mit dem Fall Brosius-Gersdorf umgehen, um sich nicht vor einen Karren spannen zu lassen? Und was können sie künftig tun, um nicht auf rechte Desinformationskampagnen reinzufallen?”
Weiterer Hörtipp: Markus Lanz und Richard David Precht sprechen in ihrem Podcast ebenfalls über das Thema: Wie die Juristin Brosius-Gersdorf zur medialen Zielscheibe wurde (Audio: 54:10 Minuten).

2. Frauenfußball auf allen Kanälen – Wie läuft die Berichterstattung?
(ardaudiothek.de, Katrin Aue & Stefan Eising, Audio: 17:16 Minuten)
Katrin Aue und Stefan Eising sprechen bei “Medien – Cross und Quer” mit Marcus Bölz, Professor für Sportkommunikation, über die Berichterstattung zur aktuell laufenden Fußballeuropameisterschaft der Frauen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welches Maß an medialer Aufmerksamkeit angemessen ist. ARD und ZDF übertrügen beispielsweise alle Spiele, andere Medien wie kicker.de seien bei dem Thema hingegen deutlich zurückhaltender.

3. RTL kauft Sky – Was steckt hinter dem Mega-Deal?
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 27:45 Minuten)
Bei “BR24 Medien” diskutiert Jonathan Schulenburg mit Torsten Zarges vom Branchendienst “DWDL” über die möglichen Folgen der geplanten Sky-Übernahme durch RTL: “Was bedeutet dieser Mega-Deal für die Medienlandschaft in Deutschland? Welche Auswirkungen hat er auf die Kunden und Mitarbeiter der Sender? Welche Chancen und Risiken hat dieser Zusammenschluss?”

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4. Hubertus Koch: “Journalismus auf Social Media: Enttäuschung, Ermüdung oder große Chancen?”
(youtube.com, Lisa-Maria Röhling, Video: 1:16:26 Stunden)
Die Universität Bremen hat gemeinsam mit Radio Bremen und dem Bremer Presse-Club zu einem Mediengespräch eingeladen, bei dem Moderatorin Lisa-Maria Röhling und der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Christian Schwarzenegger mit dem Journalisten und Filmemacher Hubertus Koch gesprochen haben. Thema ist die Rolle von Social Media im Journalismus und speziell die Frage, ob Soziale Netzwerke heutzutage noch als sinnvolle Informationsquelle dienen können. Koch bringt dabei seine eigenen Erfahrungen und Perspektiven aus seiner Arbeit auf YouTube und auf anderen Social-Media-Kanälen ein.

5. Letzte Ausgabe? Warum 2025 zum Wendepunkt für Print werden könnte
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 29:43 Minuten)
Im Podcast “Satzzeichen” spricht Gastgeber Christian Jakubetz mit den Medienwissenschaftlern Christopher Buschow und Markus Kaiser über die Zukunft der gedruckten Tageszeitungen, die 2025 vor einem historischen Wendepunkt stehen könnten. Die drei denken darüber nach, warum Printmedien mit sinkenden Abozahlen und wirtschaftlichem Druck zu kämpfen haben, und fragen, ob Lokalzeitungen künftig stärker als Community-Bildner und weniger als reine Inhaltelieferanten funktionieren sollten.

6. Wenn man in den Deutschaufsatz rhetorische Figuren einbauen soll
(instagram.com, Alex Grantl, Video: 2 Minuten)
Zum Schluss noch etwas Entspannendes: Grantls geniale Galerie gelungener Gedanken-Girlanden, geliefert von Deutschlands dynamischer Dichtkunst-Diva und pointenverliebten Profi-Poetin Hanni Hüsch (ARD).

FAQ zum Tarifstreit, Cyberangriff auf “Nius”, Betrug mit Fake-Profilen

1. Streik: Worum es im Konflikt zwischen Journalisten und Verlegern geht
(sueddeutsche.de, Caspar Busse & Oliver Klasen & Angelika Slavik)
Zwischen den Journalistengewerkschaften und den Zeitungsverlegern wird erbittert um neue Tarife gerungen. Mittlerweile wird sogar gestreikt, auch bei der “Süddeutschen Zeitung”. In diesem Frage-Antwort-Beitrag erklären Redakteurinnen und Redakteure der “SZ”, worüber genau gestritten wird und wo die Argumentationslinien verlaufen. Interessant: Es gibt auch einen Einblick in die Gehälter von Medienschaffenden bei Tageszeitungen, je nach Berufserfahrung.
Weiterer Lesetipp: Bei taz.de berichtet Alice von Lenthe ebenfalls über den Streik bei der “Süddeutschen”: Wenn der Stift ruht.

2. Cyberangriff auf nius.de: mutmaßlich Nutzerdaten veröffentlicht
(heise.de, Dirk Knop)
Das vom ehemaligen “Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt geleitete Nachrichtenportal “Nius” sei Opfer eines Cyberangriffs geworden. Dabei seien Artikelüberschriften manipuliert und mutmaßlich Daten von rund 5.700 Abonnentinnen und Abonnenten veröffentlicht worden. Unter den veröffentlichten Daten befänden sich Vor- und Nachnamen, E-Mail-Adressen, verkürzte beziehungsweise pseudonymisierte Kreditkarten- oder Kontodaten sowie Informationen zum gewählten Abonnement-Typ.

3. Betrug mit Fake-Profilen: Wie Influencer um ihre Identität kämpfen
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
Matthias Schwarzer berichtet darüber, dass viele Influencer, darunter Ariana alias “Vegetario” und Marie Hoffmann, massiv mit Fake-Profilen zu kämpfen hätten. Die betroffenen Plattformen wie TikTok, Facebook oder YouTube würden oft kaum oder gar nicht auf Beschwerden der Betroffenen reagieren. Der Rechtsanwalt Chan-jo Jun versuche nun, gerichtlich gegen TikTok vorzugehen, um die Plattform zur Entfernung der gefälschten Profile zu zwingen.

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4. Deut­sche Gerichte sind unzu­ständig
(lto.de)
“Legal Tribune Online” schreibt über ein bemerkenswertes Urteil: Demnach seien deutsche Gerichte nicht zuständig, wenn Nutzerinnen oder Nutzer die Plattform X wegen der Löschung antisemitischer Inhalte verklagen möchten, da das Unternehmen seinen Sitz in Irland hat. Laut dem Kammergericht Berlin können nur Verbraucherinnen und Verbraucher ausnahmsweise in Deutschland klagen. Die beiden Klägerinnen in dem konkreten Fall hätten jedoch nicht hinreichend nachweisen können, dass sie als Verbraucherinnen gehandelt haben.

5. Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für gemeinwohlorientierte Medien in den nächsten Jahren – Stichwort Wettbewerb und Finanzierung?
(npj.news)
In der Rubrik “3 Fragen, 3 Antworten” äußert sich der Publizist und Medienberater Uwe Kammann zu den größten Herausforderungen gemeinwohlorientierter Medien. Es sei schwierig, eigene Plattformen im globalen Wettbewerb zu etablieren, da finanzstarke kommerzielle Anbieter den Markt zunehmend dominieren. In puncto Medienkritik ist Kammann eher pessimistisch. Seine Erfahrung als Direktor des Grimme-Instituts habe ihm gezeigt, dass substanzielle Medienkritik oft an den Eigeninteressen der etablierten Akteure scheitere.

6. Eine Megachurch für Deutschland?
(belltower.news, Nephthys Morgenstern)
In diesem Beitrag geht es um Johannes Hartl, den reichweitenstärksten christlichen Influencer Deutschlands und Gründer des neocharismatischen “Gebetshauses Augsburg”. Kritiker würfen ihm vor, einen rechten und konservativen Kulturkampf zu befördern, indem er Akteuren eine Bühne gebe, die gegen “Genderismus”, Feminismus oder LGBTQ-Themen agitieren. Obwohl Hartl auf YouTube eher zurückhaltend wirke, verbreite er auch dort kontroverse Inhalte.

Holger Friedrich, Dauer-Talkgast Karl Lauterbach, Conni muss was erklären

1. Der System­sprenger
(taz.de, Nicholas Potter)
Nicholas Potter schreibt in der “taz” kritisch über Holger Friedrich, den Verleger der “Berliner Zeitung”. Friedrich stelle seine Zeitung nach außen als vielfältig und diskursoffen dar, trete intern aber autoritär auf und greife massiv in die redaktionelle Arbeit ein. Laut ehemaligen und aktuellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sorge Friedrichs Führungsstil für große Unzufriedenheit, Kündigungen und ein Klima der Angst. Ihm werde zudem vorgeworfen, mit Russland, China und anderen autoritären Regimen zu sympathisieren und die Zeitung politisch in eine fragwürdige Richtung zu lenken.
Nachtrag: Die “Berliner Zeitung” hat die Antworten von Holger Friedrich auf die “taz”-Fragen (PDF) online gestellt.

2. Auch eine Frau war besonders gefragt: Karl Lauterbach ist häufigster Talkshow-Gast der letzten zehn Jahre
(tagesspiegel.de)
Karl Lauterbach sei laut einer Analyse des “Spiegel” (nur mit Abo lesbar) der am häufigsten eingeladene Talkshowgast im öffentlich-rechtlichen Fernsehen der vergangenen zehn Jahre gewesen, gefolgt von den Journalisten Elmar Theveßen und Robin Alexander. Frauen seien insgesamt stark unterrepräsentiert. Die meist eingeladene Talkgästin sei Sahra Wagenknecht auf Platz acht. Lauterbachs Spitzenposition erkläre sich vor allem durch seine Präsenz während der Corona-Pandemie.

3. Musks Start-up entschuldigt sich für Grok-Posts
(spiegel.de)
Elon Musks KI-Start-up xAI habe dafür um Entschuldigung gebeten, dass sein Chatbot Grok antisemitische und rechtsextreme Aussagen wie etwa eine Hitler-Verherrlichung verbreitet hatte. Das Unternehmen habe erklärt, dass Grok aufgrund einer Software-Überarbeitung und falscher Programmierung fehlerhaft agiert und dabei extremistische Inhalte unkritisch wiedergegeben habe.

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4. Musk-Anwälte sagen, Twitter muss dicht machen, wenn Volksverpetzer gewinnt
(volksverpetzer.de, Thomas Laschyk)
Die Redaktion des “Volksverpetzer” schreibt, sie verklage die lange als Twitter bekannte Plattform X. Der Grund: Illegale Inhalte wie strafrechtlich relevante Fake-Accounts seien trotz Aufforderung nicht konsequent von X entfernt worden. Die Anwälte der Social-Media-Plattform würden argumentieren, dass die Durchsetzung geltenden Rechts so aufwendig sei, dass X seinen Betrieb einstellen müsste, sollte “Volksverpetzer” den Prozess gewinnen. Thomas Laschyk vom “Volksverpetzer” hält diese Argumentation für absurd und kommentiert: “Wenn eine Plattform wie Twitter allerdings wirklich nur bestehen kann, solange sie Hass und strafrechtliche Inhalte verbreiten darf, dann mag es sogar ein Gewinn sein, wenn sie verschwindet.”
Dazu noch ein Videotipp: “Volksverpetzer”-Anwalt Chan-jo Jun kommentiert den Fall: X droht mit Schließung bei Verurteilung (youtube.com, Video: 1:31 Minuten).

5. E-Mail-Irrsinn bei Gmail: Google verdreht Worte
(t-online.de, Lars Wienand)
Google hat offenbar ein technisches Problem mit seinem E-Mail-Dienst Gmail, das dazu führe, dass E-Mails unabsichtlich verändert und sinnentstellend neu übersetzt werden. Der Fehler entstehe vermutlich dadurch, dass Googles Künstliche Intelligenz aufgrund englischsprachiger Hintergrunddaten im E-Mail-Quellcode Texte fälschlich erneut übersetzt. Davon betroffen seien weltweit Millionen Gmail-Nutzer, denen absurde und fehlerhafte Inhalte angezeigt würden, unter anderem von Newslettern.

6. Carlsen Verlag präzisiert Umgang mit Memes
(orf.at)
Der Carlsen Verlag hatte angekündigt, dass er rechtlich gegen die im Internet weit verbreiteten Conni-Memes vorgehen wolle. Nach einiger Kritik stellt der Verlag nun klar, dass es ihm nicht grundsätzlich um alle Conni-Memes gehe, sondern dass er ausschließlich solche entfernen lassen wolle, die menschenverachtend, rassistisch, gewaltverherrlichend, pornografisch sind oder zu kommerziellen Zwecken genutzt werden. Carlsen betont, dass man sich damit nicht bereichern möchte, sondern lediglich die Rechte der Urheberinnen und Urheber schützen wolle.

KW 28/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. “Fake News im Sommerloch-Kreml-Propaganda auf Hochtouren?”
(ardaudiothek.de, Katja Hackmann & Thomas Bimesdörfer, Audio: 15:48 Minuten)
Bei “Medien – Cross und Quer” ist Anton Himmelspach, Redakteur und Geschäftsführer des unabhängigen Onlinemagazins “dekoder”, zu Gast. In dem Gespräch geht es um die zunehmenden KI-Fakes aus dem russischen Umfeld: “Droht jetzt eine neue Dimension der Falschmeldungen? Was genau wollen die russischen Propagandaportale erreichen? Und werden ihre Methoden mit Hilfe der künstlichen Intelligenz immer raffinierter?”

2. SLAPPs, Compact und Geheimplan-Recherche: Justus von Daniels zu Pressefreiheit
(spotify.com, Janina Zillekens-McFadden, Audio: 33:09 Minuten)
Janina Zillekens-McFadden spricht bei “Grundgesetzlich”, dem Podcast der Gesellschaft für Freiheitsrechte, mit Justus von Daniels, Chefredakteur von “Correctiv”. Sie unterhalten sich über die Pressefreiheit und die zunehmenden Angriffe darauf. Dabei geht es um strategische Klagen, sogenannte SLAPPs, mit denen Unternehmen Medienschaffende einschüchtern wollen. Außerdem diskutierten sie über die “Correctiv”-Recherche “Geheimplan gegen Deutschland” sowie über ein Urteil zum rechtsextremen Magazin “Compact”.

3. Killt KI die Reichweite unabhängiger Medien?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 30:02 Minuten)
“Wie wird die KI-Ära unabhängige Medien verändern? Auf welche Ausspielwege können, müssen sie jetzt setzen?” Über diese und weitere damit in Zusammenhang stehende Fragen hat Holger Klein mit Sebastian Esser gesprochen, dem Geschäftsführer der Mitgliedschaftsplattform Steady sowie Mitgründer und Herausgeber von “Krautreporter”. Ein angemessen nachdenkliches Gespräch, das keine Patentrezepte, aber gute Gedanken liefert.
(Offenlegung: Wir vom BILDblog nutzen Steady für unsere Mitgliedschaften.)

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4. KI als Werkzeug für den Journalismus
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 27:06 Minuten)
Und noch einmal das Thema Künstliche Intelligenz: In seinem Podcast “Satzzeichen” spricht Christian Jakubetz mit Jim Sengl, Leiter des KI-Kompetenzzentrums für Medien in Bayern, darüber, wie KI sinnvoll im Journalismus eingesetzt werden kann. Sengl betont, dass die Künstliche Intelligenz Journalistinnen und Journalisten unterstützen, aber nicht ersetzen sollte. Außerdem erklärt er, warum kreative Prozesse durch KI ergänzt werden sollten, anstatt sie vollständig auszulagern. Die beiden diskutieren darüber, inwiefern Vertrauen, Verantwortung und Vielfalt in der KI-gestützten Medienarbeit entscheidend sind.

5. AI-Training; AfD bei Demokratisierung und Chinesische Autos mit Raubkopien
(youtube.com, Chan-jo Jun, Video: 30:05 Minuten)
Rechtsanwalt Chan-jo Jun berichtet über aktuelle rechtliche Probleme beim KI-Training mit urheberrechtlich geschützten Inhalten und fordert klare gesetzliche Regeln, um Urheberinnen und Urheber fair an Gewinnen zu beteiligen. Zudem spricht er über laufende Prozesse gegen Fake-Accounts auf Social-Media-Plattformen wie TikTok und X.

6. Mastodon statt Tech-Monopole: Wie öffentlich-rechtliche Medien das Fediverse für sich nutzen können
(youtube.com, Stefan Pfeiffer & Lars Basche, Video: 42:18 Minuten)
Beim Videopodcast “9vor9” ist Leonhard Dobusch zu Gast. Er spricht mit den Hosts Stefan Pfeiffer und Lars Basche über das Fediverse, ein dezentrales Soziales Netzwerk, das auf offenen Standards basiert. Dobusch erläutert, warum öffentlich-rechtliche Medienhäuser wie ARD und ZDF eine wichtige Rolle bei der Demokratisierung digitaler Kommunikation spielen könnten. Außerdem geht es um die Frage, wie digitale Souveränität politisch relevanter wird und warum der Aufbau offener digitaler Räume gerade jetzt entscheidend ist.

Groks Hitler-Verherrlichung, Rügen für “Bild”-Medien, Dokus auf Ego-Trip

1. Hitler-Verherrlichung durch Grok – EU will Elon Musks Chatbot ins Visier nehmen
(spiegel.de)
Nach antisemitischen und Hitler-verherrlichenden Aussagen des Chatbots Grok auf der Plattform X prüft die EU-Kommission mögliche Konsequenzen. Die Grok-Beiträge gälten als Teil der laufenden Ermittlungen gegen X wegen unzureichender Moderation verbotener Inhalte. Die Künstliche Intelligenz wurde von Elon Musks Firma xAI entwickelt und ist bereits mehrfach durch problematische Aussagen aufgefallen.
Weiterer Lesetipp: Shoah-Leugnung auf X: Plattform findet Schlupfloch vor dem Kammergericht Berlin (hateaid.org)

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2. EU muss Israel-Abkommen aussetzen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Gemeinsam mit über 180 internationalen Organisationen fordert Reporter ohne Grenzen die Aussetzung des Assoziierungsabkommens zwischen der Europäischen Union und Israel. Hintergrund seien “die massiven Menschenrechtsverletzungen durch das israelische Militär im Gazastreifen, darunter gezielte Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten.”

3. Rügen für Verletzungen des Persönlichkeits­schutzes
(presserat.de)
Der Deutsche Presserat hat in seiner aktuellen Sitzung acht öffentliche Rügen ausgesprochen. Allein Bild.de und “Bild am Sonntag” sind für sechs massive Verstöße gegen den Pressekodex gerügt worden (hinzu kommt noch eine Rüge für das Springer-Blatt “B.Z.”), unter anderem wegen unangemessener Gewaltdarstellung, Verstößen gegen den Opferschutz, Falschbehauptungen und vorverurteilender Berichterstattung. Diese Häufung zeigt einmal mehr die traurige Dominanz der “Bild”-Medien im Negativranking presseethischer Fehltritte.

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4. Türkei: Regierung schaltet TV-Sender ab
(verdi.de)
In der Türkei sei der oppositionelle Fernsehsender Sözcü TV von der Medienaufsicht Rtük gesperrt worden, nachdem er über die Verhaftung des Erdoğan-Herausforderers Ekrem İmamoğlu berichtet hatte. Auch andere kritische Sender wie Halk TV seien von Repressionen betroffen. Beobachter sehen darin eine zunehmende Repressionswelle gegen Medien, Opposition und Kulturschaffende.

5. KI-Fakes mit Promi-Ärzten
(youtube.com, “Zapp”, Video: 2:58 Minuten)
Das NDR-Medienmagazin “Zapp” berichtet in einem kurzen Clip über gefälschte Werbevideos, in denen mit KI-generierten Deepfakes von bekannten Experten wie Christian Drosten oder Matthias Riedel für das angeblich heilende Produkt “Shilajit” geworben wird. Die Videos würden massenhaft auf Plattformen wie Facebook und Instagram verbreitet und durch professionelle Aufmachung Glaubwürdigkeit vortäuschen. Die Plattformbetreiber würden bislang jedoch nur unzureichend gegen solche Fälschungen vorgehen.

6. Eitel oder innovativ: Doku-Formate auf dem Ego-Trip?
(ardaudiothek.de, Michael Meyer & Kai Schmieding, Audio: 17:01 Minuten)
Im Podcast “Medien – Cross und Quer” sprechen Michael Meyer und Kai Schmieding mit dem Medienwissenschaftler Janis Brinkmann über moderne Doku- und Reportageformate. Im Fokus steht die Frage, ob die zunehmende Selbstdarstellung von Reporterinnen und Reportern vor der Kamera die Glaubwürdigkeit erhöht oder eher eitel wirkt. Brinkmann hat dazu eine Untersuchung für die Otto-Brenner-Stiftung durchgeführt.

KW 27/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

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1. Compact bleibt: Warum auch Rechtsextreme Schutz genießen
(ndr.de, Alexandra Bauer, Video: 23:25 Minuten)
Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass das rechtsextreme “Compact”-Magazin weiter erscheinen darf. Das Urteil werfe die grundsätzliche Frage auf, warum der demokratische Rechtsstaat auch solche Medien schützen muss, die ihn selbst bekämpfen. “Zapp”-Autorin Alexandra Bauer war beim Prozess dabei und hat auch mit den Mann hinter dem Magazin gesprochen.

2. Vom Geist der Freiheit bis zur Spionage: 75 Jahre Radio Free Europe – war’s das?
(ardaudiothek.de, BR24 Medien, Nina Landhofer, Audio: 28:51 Minuten)
Die aktuelle Ausgabe von “BR24 Medien” widmet sich dem Jubiläum von Radio Free Europe, das vor 75 Jahren zum ersten Mal gesendet habe, aber nun aufgrund von Donald Trumps geplanten Kürzungen ums Überleben kämpfe. Ein ehemaliger Redakteur und eine Korrespondentin sprechen über die bewegte Geschichte des US-Senders: von Spionage und Attentaten während des Kalten Krieges bis hin zu seiner heutigen Bedeutung für die Berichterstattung über Krisengebiete wie die Ukraine und den Iran.

3. Journalismus in Bürgerhand: Neue Wege für mehr Medienvertrauen
(dfjv.de, Lena Bussmann, Audio: 15:14 Minuten)
Lena Bussmann spricht mit Judith Kretzschmar, Kommunikationswissenschaftlerin an der Universität Leipzig, über das sinkende Medienvertrauen in Sachsen und über Kretzschmars Forschungsprojekt “Bürger machen Journalismus”. In dem Gespräch geht es um die Gründe für die Entfremdung zwischen Publikum und Medien. Außerdem erklärt Kretzschmar, wie ihr Projekt Menschen durch eigene journalistische Arbeit wieder näher an Medien heranführen will.

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4. Einblicke in journalistisches Arbeiten
(youtube.com, Ann-Kathrin Hipp & Felix Hackenbruch & Inga Hofmann & Sebastian Leber, Video: 1:17:47 Stunden)
Unter dem Motto “Tagesspiegel macht Schule” will die Berliner Zeitungsredaktion Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Medien stärken und ihre Zivilcourage fördern. In dem Mitschnitt einer Veranstaltung erzählen Ann-Kathrin Hipp (Ressortleiterin “Tagesspiegel Checkpoint”), Felix Hackenbruch (politischer Korrespondent im Hauptstadtbüro), Inga Hofmann (Sport-Redakteurin) und Sebastian Leber (Reporter und Autor) von ihrem jeweiligen Redaktionsalltag. Außerdem beantworten sie Fragen der Schülerinnen und Schüler.

5. Die Zukunft des Hörens
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 35:08 Minuten)
Beim “Satzzeichen”-Podcast spricht Gastgeber Christian Jakubetz mit Till Krause, Professor für Medien und Kommunikation, über die Zukunft des Hörens: “Es geht um asynchronen Medienkonsum, den Reiz von True-Crime-Formaten, das wachsende Vertrauen in Podcast-Stimmen und um die Frage, ob Personalisierung die gemeinsame gesellschaftliche Gesprächsgrundlage gefährdet.”

6. SPD Manifest, Trumps Geburtstagsparade, Bundestagsverwaltung vs. CSD
(lauerundwehner.de, Christopher Lauer & ChatGPT, 1:09:01 Stunden)
Christopher Lauer hat möglicherweise für einen historischen Moment in der Podcast-Produktion gesorgt, indem er einen hörbaren politischen Podcast mit ChatGPT als Gesprächspartner produziert hat. Zwar geht es hier inhaltlich nicht ausdrücklich um Medienthemen, aber es lohnt sich, in Lauers Produktion hineinzuhören und zu staunen, was in dieser Hinsicht mit Künstlicher Intelligenz bereits möglich ist.

Paramount kauft sich frei, Falscher Brutofen, Bäumefällen mit Laubsäge

1. Paramount zahlt 16 Millionen Dollar in Rechtsstreit mit Trump
(spiegel.de)
Der Medienkonzern Paramount habe sich mit Donald Trump auf eine Zahlung von 16 Millionen US-Dollar geeinigt, um einen Rechtsstreit über ein Interview in der Sendung “60 Minutes” mit Trumps einstiger Konkurrentin im Präsidentschaftswahlkampf Kamala Harris beizulegen. Obwohl Medienexperten die Klage als haltlos bewertet hätten, habe Paramount auf ein Gerichtsverfahren verzichtet – vermutlich, um die geplante Fusion mit dem Unterhaltungsunternehmen Skydance nicht zu gefährden.

2. War es früher wirklich heißer als heute?
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 4:22 Minuten)
Mats Schönauer wirft auf seinem YouTube-Kanal “Topfvollgold” regelmäßig einen kritischen Blick auf Boulevardpresse, YouTube und Social Media. In seinem aktuellen Video spricht er über eine reißerische Wetter-Meldung aus dem Archiv, die mal wieder die Runde macht: “’56 Grad! Ganz Deutschland ein Brutofen!’ Diese BILD-Schlagzeile aus dem Jahr 1957 wird gerade überall in den Sozialen Netzwerken geteilt – weil sie beweisen soll, dass es früher viel heißer war als heute. Allerdings steckt hinter der Schlagzeile etwas ganz anderes.”
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

3. Pressefreiheit: Wirtschaft und autoritäre Tendenzen machen Medien zu schaffen
(de.ejo-online.eu, Judith Odenthal)
Die Pressefreiheit stehe weltweit massiv unter Druck. Besonders betroffen seien Länder wie Afghanistan, Russland, Argentinien und die USA. Europa bleibe mit Staaten wie Norwegen an der Spitze des Rankings, während Länder wie China, Nordkorea und die palästinensischen Gebiete zu den gefährlichsten Orten für Journalistinnen und Journalisten zählen.

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4. Wie Bäumefällen mit einer Laubsäge
(taz.de, Daniél Kretschmar)
Dänemark plane, Deepfakes mithilfe des Urheberrechts zu bekämpfen. So sollen Menschen etwa die Löschung gefälschter Abbilder auf Plattformen verlangen können. Daniél Kretschmar hält das Urheberrecht jedoch für ungeeignet, um Persönlichkeitsrechte effektiv zu schützen, da es primär wirtschaftliche Interessen und nicht die individuelle Identität adressiere: “Hier wird also eine durchsetzungsschwache privatrechtliche Regelung geschaffen, deren Reichweite dazu auch noch ziemlich zweifelhaft ist.”

5. “Eine Besteuerung journalistischer Produkte mit Null Prozent”
(npj.news)
Anja Pasquay vom Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger warnt im Interviewformat “3 Fragen 3 Antworten”, dass eine staatlich anerkannte Gemeinnützigkeit im Journalismus zu Einflussnahme führen und einen wettbewerbsverzerrenden Zwei-Klassen-Journalismus schaffen könnte. Sie sieht darin eine Gefahr für die Medienvielfalt, da gemeinnützige Angebote durch Steuervorteile renditeorientierte Verlage verdrängen könnten. Für die Presseförderung in Deutschland wünscht sich Pasquay stattdessen eine Mehrwertsteuerbefreiung wie es beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Fall sei.

6. dju: Anti-SLAPP-Gesetz kommt – großer Schritt für die Pressefreiheit
(dju.verdi.de)
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in Verdi begrüßt den Gesetzentwurf gegen missbräuchliche Einschüchterungsklagen (SLAPPs) als überfälligen Schritt zum Schutz der Pressefreiheit. Sie betont, dass es dabei nicht nur um einzelne Medienschaffende, sondern um den Erhalt des demokratischen Diskurses gehe. Die Mediengewerkschaft wolle den Gesetzgebungsprozess weiterhin kritisch begleiten, denn “wer Pressefreiheit schützen will, muss dafür sorgen, dass kritische Stimmen nicht durch kostspielige Verfahren und juristische Einschüchterung zum Schweigen gebracht werden”.

7. Die Biller-Kontroverse: Ist die Depublikation des Meinungsartikels von Maxim Biller gerechtfertigt?
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:14 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die Depublizierung einer Kolumne von “Zeit”-Autor Maxim Billler: “Meinungsfreiheit braucht Grenzen, um zu funktionieren. Sie braucht den Respekt vor der Menschenwürde als Fundament. Maxim Biller hat diese Grenze überschritten. Die ZEIT hat das, wenn auch etwas spät, erkannt und korrigiert. Wer darin das Ende der Meinungsfreiheit sieht, hat nicht verstanden, was sie im Kern ausmacht.”

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