Suchergebnisse für ‘youtube’

Literaturkritik, Landlust, Spenden

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Wenn Berufliches und Privates verschwimmen”
(journalist.de, Svenja Siegert)
Svenja Siegert geht der Frage nach, wie Redakteure in sozialen Netzwerken publizieren sollen und wie nicht. Als Diskussionsbeispiel erwähnt wird dieser Tweet des stellvertretenden Chefredakteurs von “Welt Kompakt”, Frank Schmiechen.

2. Vernachlässigte Themen 2009
(nachrichtenaufklaerung.de)
Wie jedes Jahr kürt die Initiative Nachrichtenaufklärung die Top 10 der von Journalisten vernachlässigten Themen.

3. “Warum es dicke Bücher heute schwer haben”
(jungle-world.com, Jörg Sundermeier)
Jörg Sundermeier schreibt auf, wie er die hiesige Literaturkritik wahrnimmt. “Kaum ein Kritiker liest heutzutage noch all die Bücher, über die er schreibt, von A bis Z durch. Selten liest einer mit Muße, oftmals reicht die Zeit nur, um ein Buch querzulesen. Die Inhaltsangaben in diesen Kritiken sind reichlich dünn, oft sind sie nicht nur in Details falsch. Mitunter kann man Formulierungen identifizieren, die Hinweise darauf geben, von wem der Rezensent abgeschrieben hat. Kritik sucht man abseits von kessen Behauptungen zumeist vergebens.”

4. “Provinzkritiker”
(glanzundelend.de, Lothar Struck)
Lothar Struck macht sich anlässlich eines neuen Suhrkamp-Romans Gedanken über Rezensenten, die Bücher beschuldigen, provinziell zu sein: “Bemerkenswert nur, dass sie beispielsweise ihren amerikanischen Helden diesen sogenannten Provinzialismus nicht nur verzeihen, sondern ihn gar nicht erst zur Kenntnis zu nehmen scheinen (was vermutlich damit zu tun hat, dass für die in der Mehrzahl eher stubenhockenden Redakteure die USA per se als Großstadt durchgeht und wo die Anschauung fehlt, wird der Zwerg schnell zum Riesen).”

5. “Im Reich des Regenwurms – Landlust”
(blog.dummy-magazin.de, Oliver Gehrs)
“Dummy”-Chef Oliver Gehrs über die “publizistische Idee der Stunde”, den “Idiotismus des Landlebens”: “Eine ungeheure Sehnsucht nach dem einfachen Leben bricht sich da Bahn, wogegen ja nichts zu sagen wäre, wenn diese nicht mit ungeheuer einfachen Rezepten gestillt würde und sich diese Art von Leser alle zwei Monate auf das kognitive Niveau eines Kaktusses begibt.”

6. “Fehlende Transparenz bei Spenden”
(youtube.com, Video, 9:02 Minuten)
Das Medienmagazin “Zapp” beleuchtet die Kooperationspartner von “Bild” bei Spendengalas und prüft die Aussage “Jeder Cent kommt an”.

Musikmagazine, Bratpfannen, Taliban

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “How To Report The News”
(youtube.com, Video, 1:59 Minuten, englisch)
Charlie Brooker zeigt auf, wie ein zweiminütiger Standardbeitrag des TV-Newsjournalismus aussieht.

2. “Vom Umgang mit Leser-Kommentaren”
(dirkvongehlen.de)
Dirk von Gehlen wundert sich nicht über die Qualität der Kommentare auf den meisten Online-Portalen. “Die Integration der Leser-Kommentare lässt derzeit nicht den Eindruck entstehen, dass hier jemand wirklich an den Äußerungen der Leser interessiert sei.”

3. “Die neuen Herausgeber”
(konitzer.wordpress.com, Michael Konitzer)
Michael Konitzer fragt sich, warum “Produzenten von Bratpfannen (oder anderer hochwertigerer Konsumentenprodukte) nicht in Qualitätsjournalismus investieren” – es würden doch auch Medienunternehmen Wein, DVDs oder Bratpfannen verkaufen. “Warum sollen sie den Kontakt zu ihren Kunden nicht durch gut gemachte Medien – also Journalismus – zurück zu gewinnen versuchen?”

4. “Einerseits die Pest – und anderererseits auch: die Autorisierung von Interviews”
(interviewsfuehren.wordpress.com, Christian Thiele)
Christian Thiele erinnert daran, dass die “Autorisierung von Interviews, also deren Vorlage beim Interviewten vor Abdruck” nicht gesetzlich geregelt ist. Trotzdem ist sie Alltag in deutschen Redaktionen. “Für Interviewer, die dafür bezahlt werden, auch mal am Lack zu kratzen, auch mal einen Blick hinter die Kulissen einer Person zu erhaschen, ist die Autorisierung die Pest. Und für das Publikum auch.”

5. “Nudeln oder Currywurst”
(fr-online.de, Klaus Raab)
Schwierige Zeiten für Musikmagazine: “Der Axel-Springer-Verlag feierte soeben in einem Desinformationsschreiben die im vergangenen Jahr gestiegenen Auflagen. Seit Ende 1999 aber ist die Auflage des Musikexpress von 75.000 auf etwa 55.000 Exemplare gefallen, die des Rolling Stone von 85.000 auf knapp 54.000.”

6. “Zu Gast bei Feinden”
(zdf.de, Video, 15:51 Minuten)
Ein afghanischer Reporter war zehn Tage lang “mitten unter Taliban”. Ein Bericht des ZDF-Auslandsjournals.

Auflagenmanipulation, Pro7, Perlentaucher

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Die Auflagenlüge”
(hausblog.taz.de, Andreas Bull)
taz-Geschäftsführer Andreas Bull zur Auflagenmanipulation der Qualitätszeitungen: “(…) ausgefeilte Suchmaschinenoptimierung und Reichweiten vorgaukelnde click-monster sind derart übliche Verfahren des Selbstbetrugs geworden, dass, wer nicht daran teilnimmt, ähnlich blöd zu sein scheint, wie der Investmentbanker, der 2007 nicht mit Zertifik- und Derivaten handelte.”

2. “Im Netz der Ignoranten”
(ralfschwartz.typepad.com)
Ralf Schwartz schreibt eine Replik zum Artikel “Im Netz der Giganten” auf Spiegel Online.

3. “Geschmackloser ‘Fringe’-Trailer mit Bußgeld belegt”
(dwdl.de, Jochen Voß)
Die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten KJM ahndet die als Nachrichtensondersendung getarnten Werbetrailer für die Serie “Fringe” von Pro7 mit einem Bußgeld, dass sich “im Bereich um die 3.500 Euro” bewegen dürfte. Gegen Jugendschutzbestimmungen verstossen auch “Deutschland sucht den Superstar” und andere Sendungen.

4. “Musikjournalismus: Distanz? Recherche? Pah!”
(zeit.de, Jan Kühnemund)
Jan Kühnemund glaubt, der Rezensionsteil der meisten Musikzeitschriften sei “weniger Ausdruck von Meinungsbildung als vielmehr die Ausstellung der Redakteure Eitelkeit und Dokument des Ringens um Relevanz. Gut zu lesen ist das nie.”

5. “25 wunderbare deutsche Blogs abseits des Mainstreams”
(yuccatree.de, Jürgen Vielmeier)
“Wo widmen sich Autoren mit viel Hingabe ihrem Alltag oder einem speziellen Thema und werden doch viel zu selten gelesen? Wir stellen für den Anfang 25 Blogs vor – und hätten gerne noch viel mehr Vorschläge von euch!”

6. “Ihr Feiglinge!”
(zeit.de, Hilal Sezgin)
Hilal Sezgin wirft dem der breiten Öffentlichkeit eher unbekannten Dienst Perlentaucher.de vor, ein Meinungsmonopol zu betreiben, “das selbstreferenziell und gegen Kritik von außen so gut wie immun ist”. Zum Vorwurf der “feigen Anonymität” nehmen die Perlentaucher in ihrem Blog kurz Stellung.

Trigami, Deutsche Welle, Sloterdijk

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Wie viel Werbung steckt in einem Tag Pro7?”
(hauseundlars.de)
Hause und Lars messen, wie viel Werbung der Sender Pro7 während 24 Stunden sendet: “Am 16.01.2010 von 00:00:00 Uhr bis 23:59:59 Uhr wurden bei Pro7 Deutschland exakt 03h 40m und 06s Werbung oder Programmhinweise ausgestrahlt. Das laufende Programm wurde 52 mal unterbrochen.”

2. Trigami und die iPhone-App der “Süddeutschen Zeitung”
(upload-magazin.de/blog, Jan Tißler)
Jan Tißler bloggt über die Zusammenarbeit der “Süddeutschen Zeitung” mit Trigami. Daraufhin kündigt der Marketing-Verantwortliche Peter Bilz-Wohlgemuth in einem Kommentar die Beendigung der Zusammenarbeit mit Trigami “mit sofortiger Wirkung” an. Trigami selbst schreibt: “Wir als Trigami haben grossen Mist gebaut! Punkt.”

3. “Blogger der 100 Tage”
(heise.de/tp, Markus Kompa)
Markus Kompa schreibt ausführlich über die Blogaktivitäten von “Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann und stattet der “Bild”-Redaktion einen Besuch ab, wobei er “versehentlich seine ihm gerade geschenkte Diekmann-Tasse stehen” lässt.

4. “Ein Haufen Goldbären”
(taz.de, Marvin Oppong)
“Auffällig oft finden Produkte der Haribo GmbH & Co. KG (Bonn) Erwähnung im Programm der Deutschen Welle (ebenfalls Bonn). Purer Zufall oder Bönnscher Klüngel?”

5. Interview mit Jeff Jarvis
(focus.de, Leif Kramp und Stephan Weichert)
Jeff Jarvis zur Zukunft der Lokalzeitung: “Ich denke, eine lokale Zeitung muss sich radikal verändern und sich voll und ganz auf Lokalberichterstattung im besten Sinn konzentrieren. Es gibt keinen Grund, warum sie auch den Rest der Welt beackern müssten.”

6. Interview mit Peter Sloterdijk
(interviewsfuehren.wordpress.com, Video, 7:35 Minuten)
Christian Thiele spricht mit Philosophieprofessor Peter Sloterdijk über Interviews.

Trick oder Trick?

Es muss Freude geherrscht haben in der Bild.de-Redaktion, als jemand auf YouTube ein “irres Basketball-Video” fand, in dem nacheinander “vier Volltreffer von der Mittellinie” zu sehen sind:

Wurde dieses Video manipuliert oder nicht? Es lässt sich nicht mit 100-prozentiger Sicherheit feststellen. In den inzwischen über 500 Kommentaren zu dem Clip auf YouTube wird leidenschaftlich darüber gestritten. Die Person, die das Video online gestellt hat und nach eigenen Angaben aus dem Umfeld der gezeigten Kansas Jayhawks stammt, beteuert, dass alles echt sei.

Auffällig ist, dass offenbar von Anfang an vier Würfe geplant waren. So jubelt der Mann hinter der Kamera erst, als auch der vierte Wurf gelingt. Niemand wagt einen fünften Versuch.

Irritierend ist auch dieser Screenshot nach 27 Sekunden:

Basketball-Trickshot ohne Ball

Der Ball ist, nur für Sekundenbruchteile, nirgends zu sehen.

Zu unterscheiden, was echt und was nicht echt ist, wird schwieriger in Zukunft, für Laien und für Sportjournalisten. War es “die ganz große Kunst des Basketballs”, wie Bild.de die Aufnahmen einschätzt? Oder eher die ganz große Kunst der Videotechnik?

Videos von außergewöhnlichen Trickschüssen sind nämlich oft manipuliert. Wie das geht, zeigt der Filmemacher Jack Anderson in einem kurzen Video, das schon seit 2008 online ist:

Mit Dank an Bene F. und Jack Anderson.

Big Brother, Focus, Tierquälerei

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Big Brother, keiner braucht’s in Zeiten von Youporn”
(welt.de, Johanna Merhof)
Niemand brauche die RTL2-Sendung “Big Brother”, die so zynisch sei, dass es beinahe weh tue, meint Johanna Merhof: “Und das nicht etwa, weil die Show so skandalös ist, sondern weil sie so unfassbar billig produziert ist. Es passierte – nichts.”

2. “Focus: Generalüberholung unter altem Chef”
(sueddeutsche.de, Hans-Jürgen Jakobs)
Der neue “Focus”-Chefredakteur Wolfram Weimer darf das Blatt noch nicht von Helmut Marktwort übernehmen, die geplante Neuausrichtung soll aber so aussehen: “Er will das Magazin Focus, das in Politik und Wirtschaft wegen seines bemühten Verbraucherjournalismus nur müde belächelt wird, zum ernstzunehmenden Debattenheft machen. Das Kunststück soll mit bekannten Fremdautoren gelingen.”

3. “Kritik an Merkels Führungsstil: Warum erst jetzt?”
(carta.info, Andreas Griess)
Andreas Griess fragt sich, warum die Medien erst jetzt, in der neuen Koalition, eine Führungsschwäche von Bundeskanzlerin Angela Merkel feststellen.

4. Interview mit Gabriele Fischer
(innovativ-in.de, Elita Wiegand)
Über “Unternehmer, die gerne in brand eins über sich lesen würden”, sagt Chefredakteurin Gabriele Fischer: “Es gibt einige Unternehmen, die das gerne wollten und dann anschließend fassungslos darüber waren, dass ihnen kritische Fragen gestellt wurden.”

5. “Der ‘Spiegel’ geht googeln”
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
“Es gab mal eine Zeit, die Älteren werden sich erinnern, in der Deutschland als Land der Technik und der Innovation galt. ‘Made in Germany’ war eine Auszeichnung und verkaufte Produkte weltweit. Deutschland, das setzten viele auf dem Globus gleich mit ‘Fortschritt’. Heute ist in Deutschland Fortschritt dagegen pfuibah.”

6. “Tierquälerei bei Wiesenhof? Wie Hühner leiden müssen”
(youtube.com, Video, 6:16 Minuten)
Der “Report Mainz” berichtet über die Tierhaltung in einem Betrieb der PHW-Gruppe, für deren Marke Wiesenhof Dieter Bohlen Werbung macht. Inzwischen hat Wiesenhof Strafanzeige gegen die “Betreiberin der Elterntierfarm in Twistringen” und auch gegen die Tierrechtsorganisation PETA gestellt.

Bild  

Diekmanns irre Pipi-Schlagzeile

Eine an seiner Brille befestigte Kamera filmte für einen Tag die Aktivitäten des “Bild”-Chefredakteurs Kai Diekmann mit. Das Resultat dieses “Kai-Diekmann-Experiments” wurde den Lesern von kaidiekmann.de in drei Teilen an den Weihnachtstagen dargebracht.

Bemerkenswert ist, dass Diekmann offenbar einen ganzen Tag durchsteht, ohne einmal aufs Klo zu gehen. Das dürfte zwar kaum der Wahrheit entsprechen, ist aber näher dran an korrekter Wahrnehmung als das, was “Bild” über die “Pipi-Pause” von Jens Lehmann, dem Torwart des VfB Stuttgart, schreibt.

Während die “Bild”-Redaktion darüber berät, was genau Lehmann in einer vom Fernsehen eingefangenen Szene tut, ist Diekmann noch skeptisch (Teil 1, ab 34:30 Minuten):

Der pinkelt doch nicht gegen einen Kamerakarton dort in die Ecke! Bei aller Liebe: Das glaub ich nicht!

Zu einer Titel-Schlagzeile wollen die “Bild”-Leute die unklare Situation aber dennoch machen. Diekmann sinniert über die Ideen im Raum nach: “Pipi-Rätsel”? Doch das ist nicht gut genug. Weitere Ideen werden formuliert. Dann sagt Diekmann (Teil 2, ab 5:30 Minuten):

“Lehmanns lustige Pipi-Pause”

Und kommt schon im nächsten Satz auf:

“Lehmanns irre Pipi-Pause”

Dabei bleibt es auch.

Lehmanns irre Pipi-Pause

Total irre. So irre wie viele andere “Bild”-Schlagzeilen auch.

Was Lehmann da gemacht hat, wollte vermutlich eh nie jemand so ganz genau wissen. Dem Johannes B. Kerner aber, der gerne aufklärt, was niemand wissen will, erzählte Lehmann gut eine Woche später, er habe lediglich den verrutschten Tiefschutz neu gerichtet.

Kluge, Degeto, Pullover

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. Interview mit Alexander Kluge
(freitag.de)
Teile der “Freitag”-Redaktion sprechen mit Alexander Kluge über das Feuilleton-Thema der Stunde, die Verarbeitung der Datenmasse. Das per Skype geführte Gespräch wurde aus mehreren Blickwinkeln gefilmt und auf dem Haussender von Kluge zusammengeschnitten (dctp.tv, Video, 55:45 Minuten)

2. “Schützt meine Leistung!”
(print-wuergt.de, Michalis Pantelouris)
Michalis Pantelouris zur Verankerung des Leistungsschutzrechts im Koalitionsvertrag: “Dass die Verlage – mit der kleinen Ausnahme des Heise-Verlages – das Thema in ihren eigenen Blättern totschweigen hat meiner Meinung nach viel damit zu tun, dass ihre Position argumentativ einfach nicht vertretbar ist, wenn man das Geschwurbel weglässt.”

3. “Da fehlt dann nur noch das Baströckchen”
(sueddeutsche.de, Michael Bitala)
Eine Kritik an einer Degeto-Produktion der ARD, die “verstörend niveaulos”, “schlechter als Privatfernsehen”, “ein Albtraum” ist: “Da landet Christine Neubauer, die erfahren hat, dass ihr Vater viel länger in Namibia lebte, als es ihr die Mutter gesagt hat, auf einem verstaubten Flughafen. Sie blickt auf die Landebahn und sagt: Hier hat mein Vater gelebt. Ob er glücklich war? Ob ihr Vater hier, auf dem Asphalt, glücklich war? Wer lebt schon gerne auf einer heißen Flughafenpiste?”

4. “Wie Kenia online geht”
(youtube.com, Video, 3:06 Minuten)
Ein mit Satellitentechnik und Solarenergie betriebener “rural internet kiosk” soll der Landbevölkerung von Kenia Internetzugang bringen.

5. “Schnapp Dir den luxuriösen 10-vor-10-Pullover”
(bloggingtom.ch)
Blogging Tom erntet nach einem Auftritt in der Nachrichtensendung “10 vor 10” Kritik für seinen Pullover. Der “luxuriöse Pullover mit V-Ausschnitt” wird nun bei Ebay versteigert.

6. “… as every year”
(coffeeandtv.de, Lukas)
Wie jedes Jahr werden uns die Medien in den nächsten Tagen mit vorhersehbaren Beiträgen beglücken.

Blöde aller Länder, vereinigt euch!

Wenn eine Boulevardzeitung bei einer Boulevardzeitung abschreibt, die ihre Informationen aus einer Boulevardzeitung entnimmt, kann dabei nur Grütze herauskommen — Grütze, die inzwischen einen Großteil der Journalismus-Ersatz-Portale im Internet ausmacht.

So schreibt der Online-Ausleger von “Bild” unter Berufung auf den “Daily Mirror” (und der wiederum unter Berufung auf ein Blog der spanischen “20 Minutos”) über den Sänger der rumänischen Popband Jukebox, der bei einem Auftritt im rumänische Fernsehen sein Mikrofon falsch herum gehalten hat.

“Wie blöd ist das denn?”, fragt Bild.de und findet den Auftritt “einfach nur mega-peinlich”.

Ja ja, die Rumänen. Nur: Der Sänger kann nach mehr als 1000 Live-Konzerten mit Mikrofonen umgehen und hat sich einfach einen Spaß erlaubt, wie er der rumänischen Presse (leider auf rumänisch) erklärt hat. Das übrigens nicht zum ersten Mal: Bereits einige Wochen vor seinem Auftritt in der Sendung “Stele sub lupa” hielt er sich in einer Show des Fernsehsenders TVR1 das falsche Mikrofonende an den Mund.

Das “20 Minutos”-Blog hat inzwischen erkannt, dass seine Einschätzung des Auftritts vermutlich falsch war.

Und jetzt könnte man natürlich fragen: “Wie blöd ist Bild.de denn?” und den Daily Mirror einfach nur mega-peinlich finden … aber lassen wir das.

Den Sänger jedenfalls freut es: Nachdem unter anderem MSN sowie die “Sun” auf den Zug aufgesprungen sind, wurde sein Video schon über 700.000 Mal angeklickt.

Mit Dank an Andreas N.!

Brender, Buhrow, Simpsons

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Wie gaga ist ‘Bild’ Bremen denn?”
(taz.de, Benno Schirrmeister)
“Eine halbe Seite muss die Bremer Lokalausgabe der Bild für eine Gegendarstellung räumen – in 100-Punkt-Schrift, also 3,5 Zentimeter großen Buchstaben.”

2. “Selbstkontrolle: Der Presserat lebt wieder”
(diepresse.com)
Österreich hat wieder einen Presserat: “Der ‘Verein der Selbstkontrolle der österreichischen Presse’ soll künftig zwei Senate mit je sechs Journalistenmitgliedern stellen, ein siebentes rechtskundiges Mitglied hat den Vorsitz.”

3. Interview mit Michael Sohn
(zeit.de, Julia Mayer)
AP-Fotograf Michael Sohn: “Inzwischen habe ich das Gefühl, dass auch vermeintliche Paparazzi-Fotos inszeniert sind. Zum Beispiel die Bilder der Politiker, die während der Opelverhandlungen oben am Fenster des Kanzleramts standen. Damit schien man den Eindruck erwecken zu wollen: Wir arbeiten bis tief in die Nacht für euch.”

4. “Aufregung um Brender bleibt wohl ohne Folgen”
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Thomas Lückerath glaubt, dass der Fall Brender mit der Wahl von Peter Frey zum neuen ZDF-Chefredakteur “höchstwahrscheinlich und bedauernswerterweise beendet” ist. “Im Grunde also ist deshalb bei allen Beteiligten die antrainierte Empörung über die politische Konkurrenz deutlich größer als die Empörung über die Organisationsstruktur des ZDF.”

5. Interview mit Tom Buhrow
(cafeterra.de, Sabrina Gundert)
Tagesthemen-Moderator Tom Buhrow sagt, was ein Journalist haben muss: “Leidenschaft. Neugier. Liebe zur Sprache. (…) Weiterhin ist Sorgfalt bedeutsam. Es geht nicht darum, irgendwas in den Medien zu sehen, was einen fasziniert, und dann einfach mal was darüber zu schreiben. Gründliche Recherche muss sein.”

6. “Newspaper Headlines from The Simpsons”
(youtube.com, Video, 8:15 Minuten, englisch)
Eine Sammlung von Zeitungsschlagzeilen bei den Simpsons.

Blättern:  1 ... 127 128 129 ... 152