Die Macher von “RP Online”, dem Webauftritt der “Rheinischen Post” und Marktführer bei den Online-Portalen regionaler Tageszeitungen, lassen keine Zweifel daran, was sie vom sogenannten “Balconing” halten: Ein “Urlaubswahnsinn” sei es, sich vom Balkon, Fenster oder Dach eines Hotels in den Swimming Pool zu stürzen, ein “gefährliches Spiel”, ein “gefährlicher Trend”.
Wer dennoch so waghalsig, lebensmüde oder schlicht bekloppt ist, diesen Unfug nachzumachen, ist gut beraten, wenn er sich dabei filmen lässt und das Video auf YouTube stellt. Denn vielleicht zeigt “RP Online” seinen Lesern schon bald den zweiten Teil seines Videos “Irre Balkon-Springer auf Mallorca”, in dem die waghalsigsten, lebensmüdesten oder schlicht beklopptesten Sprünge in Hotelpools teils in Zeitlupenwiederholung zu sehen sind:
Mit Dank an Höpp.
Nachtrag, 26. August: Unser Leser Matthias M. weist uns darauf hin, dass Bild.de bereits Mitte August über den “gefährlichen Urlaubsspaß” berichtete — natürlich ebenfalls mit Video.
Regelmäßig ist Bild.de in den vergangenen Wochen und Monaten dadurch aufgefallen, Videoclips von Internetplattformen wie YouTube herunterzuladen und auf der eigenen Website zu veröffentlichen. Das hat den Vorteil, dass man kurze Clips mit Wiederholungen, Zeitlupen und teilnahmslosen Off-Kommentaren verlängern und mit der davor geschalteten Werbung (sog. Pre-Roll-Werbung) auch noch Geld verdienen kann.
Weil aber selbst die eifrigsten Redakteure nicht das ganze Internet im Blick haben können, sind “Bild” und Bild.de vor kurzem auf eine neue Idee gekommen: Den “BILD-Leser-Scout”.
Schicken Sie alles, was Ihnen spannend, neu oder originell erscheint, an uns. Wird aus Ihrer Anregung eine Geschichte in BILD, gibt’s dafür 20 Euro Honorar!
Schon am ersten Tag bekam Bild.de “zwei Hinweise auf tolle Videos im Netz”:
BILD-Leser-Scout Markus T. fand das 1. Interview dem “DJ der guten Laune”.
(Anonymisierung von uns.)
Erstaunlich, dass Bild.de das Video nicht selbst entdeckt hat — stammt es doch vom gleichen YouTube-Nutzer wie der inzwischen legendäre Auftritt des DJs, den Bild.de kurz zuvor “gefunden” hatte (BILDblog berichtete).
Auch Leser-Scout Horst W. wurde belohnt: Er hatte “sehr witzige” Fußball-Videos “aufgespürt”.
“So einen Elfmeter haben Sie noch nie gesehen”, verkündet der Offsprecher stolz und hat damit natürlich Recht — es sei denn, man war seit April 2008 zufällig mal auf Bild.de und kennt das Video vom Eigentor nach einem Elfmeter deshalb schon.
Da die Axel Springer AG, zu der “Bild” und Bild.de gehören, sich ja bekanntlich seit längerem dafür einsetzt, die Urheberrechte im Internet besser zu schützen, haben wir ihrem Sprecher einige Fragen geschickt:
Werden die Urheber der Videos vorher von Bild.de um Erlaubnis gebeten und anschließend am Gewinn durch die Pre-Roll-Werbung beteiligt?
Falls nicht: Wie passt dieses Vorgehen zur Forderung der Axel Springer AG nach mehr Respekt vor dem Urheberrecht?
Wie würde Bild.de reagieren, wenn Videoclips von Bild.de heruntergeladen und auf anderen kommerziellen Seiten wiederveröffentlicht würden?
Im Zusammenhang mit Urheberrechten ist häufig vom “Diebstahl geistigen Eigentums” die Rede. Wäre die “BILD-Leser-Scout”-Aktion dann nicht analog dazu Hehlerei?
Unsere Anfrage stammt vom 21. Juli. Irgendwie haben wir nicht das Gefühl, noch eine Antwort zu bekommen.
Mit Dank auch an United und Ellen L.
Nachtrag/Korrektur: Auf unserem Screenshot war zunächst der Name des “Leser-Scouts” zu lesen, den wir im Text abgekürzt hatten. Das war natürlich dämlich. Entschuldigung!
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].
1. “Griechenlands Medien” (sueddeutsche.de, Kai Strittmatter)
Kai Strittmatter stellt den griechischen Medien ein miserables Zeugnis aus. “Die meisten griechischen TV-Sender und Zeitungen gehören Firmen, die gleichzeitig in der Schifffahrt, im Bausektor, in der Telekommunikation, in der Pharma- oder Ölindustrie tätig sind. Sie existieren, um den Interessen dieser Firmen zu dienen.”
2. “WDR hält Wallraff-Film unter Verschluss” (spiegel.de, Vorabmeldung)
Der WDR schneidet angeblich juristisch heikle Szenen aus dem Film “Informationen aus dem Hinterland”, die Günter Wallraff als Hans Esser bei “Bild” zeigen. Während der Springer-Verlag juristische Schritte dementiert, hält Wallraff das Vorgehen für einen klaren “Fall von Selbstzensur”.
3. “Die jungen Milden vom Kleinformat” (diepresse.com, Rosemarie Schwaiger)
Rosemarie Schwaiger sieht das führende Boulevardblatt Österreichs, die “Kronen Zeitung”, nach dem Tod von Hans Dichand bereits deutlich verändert und fragt, ob sich eine “Revolution in Richtung Normalität” anbahne: “Kann der heimische Durchschnittsphilanthrop schon bald ohne schlechtes Gewissen das Kleinformat lesen?”
4. “Britische Zeitung behauptet Rockstar plane Amoklauf-Spiel” (onlinewelten.com, Tobias Ritter)
Eine bemerkenswert ausführliche Gegendarstellung und Entschuldigung veröffentlicht der “Daily Star” nach einer Geschichte über ein nichtexistierendes Videospiel. Onlinewelten.com übersetzt: “Wir haben keinen Versuch unternommen, die Geschichte auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, bevor wir sie veröffentlicht haben, (…). Wir haben nun eingesehen, dass es niemals Pläne von Rockstar Games gab, einen solchen Titel zu veröffentlichen, und dass die Geschichte offensichtlich falsch war.”
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].
1. Interview mit Antje Tiefenthal (meedia.de, Stefan Winterbauer)
“Medienkritiker befassen sich eher mit Tageszeitungen oder TV-Formaten”, sagt Klatschkritik-Bloggerin Antje Tiefenthal, die das Segment der Klatschmagazine für weitgehend unbeobachtet hält. “Man gibt viel Geld aus für diese Magazine, in der Hoffnung ein glaubwürdiges Produkt zu bekommen und wenn man ein bisschen genauer hinschaut, entdeckt man, das ist alles nicht so.”
2. “Es gibt keine Presse mehr” (blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Christian Jakubetz hält die Einschätzung von Michael Hanfeld, die Online-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender würden das “Ende der freien Presse und die Herrschaft des Staatsjournalismus” bedeuten, für “so maßlos überzogen, dass es keiner weiteren Erwähnung wert wäre, stünde es nicht ausgerechnet in der FAZ”. Tatsächlich könne man nicht mehr abgrenzen: “Es gibt keinen Rundfunk mehr, der nur noch Rundfunk macht. Und es gibt keine Presse mehr, die nur noch Presse macht.”
Bild.de hat mal wieder ein Video im Internet geklautgefunden:
Ein Mann fällt hinten vom Cabrio und der Bild.de-Sprecher sagt in seiner unnachahmlich knödeligen Art:
Lustiger WM-Autokorso-Tollpatsch nach dem Deutschland-Sieg im Spiel um Platz 3.
Erstaunlich, dass es nach dem Spiel, das am vergangenen Samstag gegen 22.20 Uhr endete, in Hamburg noch taghell war, oder?
Nein. Denn das Video entstand – natürlich – nicht nach dem Spiel um Platz 3, sondern ein Woche zuvor nach dem deutschen Viertelfinal-Sieg gegen Argentinien, der bereits um kurz vor 18 Uhr in trockenen Tüchern war.
Und natürlich zeigt das “irre Video-Fundstück” nicht erst “jetzt”, “was beim Auto-Korso im Siegesrausch so alles schief gehen kann”: Seit dem 8. Juli – zwei Tage vor dem Spiel um Platz 3 – kann man das Video bereits auf Facebook bewundern und kommentieren.
Nachtrag, 17. Juli: Bild.de hat den Off-Kommentar neu einsprechen lassen. Jetzt ist korrekt vom “Viertelfinal-Sieg gegen Argentinien” die Rede.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].
1. “Fünf führende Wirtschaftsforschungsinstitute vs. Oktopus Paul” (mwinkelmann.de, Matthias Winkelmann)
Matthias Winkelmann analysiert die Trefferquote der von den Medien immer wieder vermeldeten Konjunkturprognosen. Er empfiehlt, die bestehenden Modelle nicht zu verbessern: “Dies wird seit 40 Jahren probiert, ist aber eben aussichtslos. Die Empfehlung lautet: hört einfach auf!”
2. “Textkritikkritik, halbschwul” (dugehstniemalsallein.de, nolookpass)
Nolookpass verteidigt Alexander Osang gegenüber der Kritik von Philipp Köster: “Osang hat gewiss nicht vergessen, Becker nach Belegen zu fragen, er hat es vermutlich nicht gewollt. Es ging ihm in dem Essay weder um harte Nachrichtenrecherche noch die Frage, was denn nun Privatsache von Nationalspielern sein sollte.” Philipp Köster antwortet in den Kommentaren.
3. Interview mit Paul Steiger (focus.de, Leif Kramp und Stephan Weichert)
Paul Steiger sieht keinen Grund, warum spendenfinanzierter Journalismus nicht auch in Deutschland funktionieren sollte: “Die Wirtschaftskrise hat zwar einige Vermögen dezimiert, aber als ich das letzte Mal nachgeschaut habe, gab es immer noch etliche Milliardäre in Deutschland.”
4. “Die Zukunft des Abos” (dondahlmann.de)
Don Dahlmann über die konkreten Auswirkungen von “restriktiven Einzelabos”, die Bezahlmauern mit sich bringen: “Ich bekomme als Gegenleistung für meine gezahlten Abo-Gebühren einen Zugang, den ich, so sagen es die meisten AGBs, mit keiner anderen Person teilen darf. Theoretisch nicht mal mit meiner Frau oder meinen Kindern. Natürlich kann ich meiner Familie mein Passwort weitergeben, aber rechtlich gesehen darf ich es nicht, weil ich für die Weitergabe meiner Login-Daten verantwortlich bin. Stellt der Verlag mehrere, gleichzeitige Zugriffe unter meinem Login fest, kann er den Zugang sperren lassen.”
6. “WELT KOMPAKT checkt den Dresscode im Hause Springer” (youtube.com, Video, 1:53 Minuten)
“Welt Kompakt”-Mitarbeiter Florian Wichert erzählt, wie er darauf hingewiesen wurde, am Arbeitsplatz keine kurzen Hosen und keine Flip-Flops zu tragen.
Wenn etwas “der Mega-Hit bei YouTube” ist, ist das für Bild.de ein willkommener Anlass, das Video über Umwege bei YouTube herunterzuladen und – ergänzt um ein paar langweilige Off-Kommentare – auf den eigenen Server zu stellen. Und mit der Werbung, die man davor schalten kann, verdient Bild.de mit den Inhalten anderer Leute auch noch Geld. (Wir erinnern uns: “Gesetzgeber und Regierung auf nationaler wie internationaler Ebene sollten die geistige Wertschöpfung von Urhebern und Werkmittlern besser schützen.”)
Jetzt also hat Bild.de den “DJ der guten Laune” entdeckt, der seit ein paar Wochen die Internetnutzer begeistert:
Ein Hochzeitsgast filmte, wie er zum Sound des französischen Star-Musikers David Guetta begeistert mitgeht und vor Freude ausflippt. Der Clip landete bei YouTube. Seitdem haben ihn über eine Million Menschen weltweit gesehen.
Na ja, im Moment liegen die Zuschauerzahlen des Clips immer noch unter der halben Million:
Und selbst wenn man die Zuschauerzahlen der ganzen Wieder-Uploads mitrechnet, übertreibt Bild.de immer noch — was offenbar auch auf die Leser abfärbt.
So kommentiert ein Leser über das Video, das am 14. Juni online ging:
Wer gestern Abend das Endspiel um die Fußballweltmeisterschaft im deutschen Fernsehen sah, hat diese Bilder vor dem Spiel nicht zu Gesicht bekommen:
Der Katalane “Jimmy Jump”, den die Medien einen “Flitzer” nennen, obwohl er bei seinen Störaktionen immer sehr angezogen ist, hatte es trotz der enormen Sicherheitsvorkehrungen mal wieder geschafft, die Weltbühne zu betreten — oder zumindest den Rasen der Soccer City in Johannesburg.
Aber was wollte er da?
Am 11. Juli wollte Marquet auch dem WM-Pokal eine rote Mütze überstülpen. Ohne Erfolg: Knapp einen Meter vor dem Podest mit der goldenen Trophäe wurde er von einem halben Dutzend Sicherheitskräften überwältigt.
… schreibt dpa und übersieht dabei ein bisschen, dass die Mütze ja durchaus auf dem Pokal gelandet ist.
Vor dem Anpfiff wollte er dem WM-Pokal ein Mützchen überziehen.
Sein norwegisch-spanischer Berater erzählte in der norwegischen Zeitung “VG”, dass der Pokal gar nicht das erste Ziel von Jimmy Jump gewesen sei. Die rote katalanische Barretina, die über den WM-Pokal zu stülpen versuchte, sei eigentlich als Geschenk für Nelson Mandela gedacht gewesen.
Und Bild.de? Nun, da wussten die Mitarbeiter mal wieder besser Bescheid als alle anderen:
PS: Interessant, dass Bild.de in der Bildergalerie “Kult-Flitzer wollte WM-Pokal klauen” durchaus auf das Vorhaben Jumps eingeht, dem Pokal eine Barretina (die Bild.de konsequent “Barrentina” nennt) aufsetzen zu wollen.
Mit Dank an Frederick M., Jens N., The Roach und Max.
Nachtrag, 14.45 Uhr: In einem Video der Nachrichtenagentur AP (zu sehen u.a. bei stern.de) behauptet der schläfrige Sprecher gar, genau wie Jump hätten auch die holländischen Fans den WM-Pokal “so gerne mit nach hause genommen”.
Mit seinem heftigen Foul an Michael Ballack am 15. Mai im Finale des englischen Fußball-Pokals machte sich Kevin-Prince Boateng nicht gerade beliebt in Deutschland. Immerhin verletzte er den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft dabei so schwer, dass er nicht an der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika teilnehmen konnte. Schnell war angesichts dieser Verletzung auch vergessen, dass Ballack selbst zuvor in der 32. Spielminute bereits wegen einer Tätlichkeit gegen Boateng mit Rot vom Platz hätte gehen müssen.
Und so verwundert es auch nicht, dass die “Bild”-Leute — und auch andere Medien (BILDblog berichtete) — in den folgenden Tagen nicht gerade zimperlich mit dem 23-jährigen Deutsch-Ghanaer umsprangen. Statt von Kevin-Prince war nur noch die Rede vom “Kaputt-Treter”, “Ballack-Treter”, “Brutalo-Treter” oder “Übel-Treter” Boateng. Folgende Worte geben die Stimmung treffend wieder:
ER ist seit acht Tagen der meistgehasste Mann im deutschen Fußball. Die Szene hat sich eingebrannt.
Eingebrannt hat sich diese Szene vor allem bei den Sportredakteuren von “Bild”. Denn während man die Wortwahl der ersten Meldungen vielleicht noch als Revanchefoul auffassen kann, hat die ständige Nachtreterei in der WM-Berichterstattung von “Bild” und “Bild.de” schon penetrante Züge angenommen — zumal Boateng auch in 345 WM-Minuten für die ghanaische Nationalmannschaft noch keine einzige gelbe Karte erhalten hat.
Nach dem Vorrundenspiel gegen Serbien hieß es:
Ausgerechnet Ballack-Treter Kevin-Prince Boateng (23) feierte seinen ersten WM-Sieg. Der Mann, der unseren Kapitän Michael Ballack im englischen Cup-Finale kaputtgetreten hatte, war einer der großen Sieger beim Duell unserer Gruppengegner. (“Serbien – Ghana 0:1 – Ballack-Treter feiert ersten Sieg”)
Vor dem Spiel gegen Australien:
Mittelfeld-Stratege und Ballack-Treter Kevin-Prince Boateng kann mit Ghana die Tabellenführung in der Gruppe D übernehmen. (“Ghana mit Treter Boateng auf Platz 1?”)
Vor dem Spiel gegen Deutschland:
Erst hat Kevin-Prince Boateng (23) mit einem üblen Foul Michael Ballack (33) um die WM gebracht, dann tönt er auch noch in Südafrika gegen Deutschland. (“Boateng lacht Deutschland aus!”)
Selbst nachdem sich Boateng im Spiel gegen die USA selbst am Oberschenkel verletzt hat, konnte man sich bei “Bild” nicht zurückhalten:
Vielleicht sind Ihnen die neuen orange-grünen Schaltflächen unter den Einträgen aufgefallen: Seit einigen Tagen kann man BILDblog flattrn.
Der für solche Internet-Angebote typisch vokalarme Begriff kommt vom englischen to flatter: schmeicheln. Hinter “Flattr” steht der Versuch, ein System zu entwickeln, mit dem Menschen Internet-Angebote, die ihnen gefallen, finanziell unterstützen können — ohne jedesmal die Kreditkarte zücken oder größere Geldbeträge ausgeben zu müssen. Das zentrale Prinzip ist die Freiwilligkeit: Die Angebote bleiben kostenlos und verschwinden nicht hinter sogenannten Bezahlschranken.
Und so funktioniert’s: Man meldet sich bei “Flattr” an und legt fest, wie viel Geld man im Monat für gute Online-Beiträge ausgeben möchte. (Zur Zeit ist das Angebot noch in einer Probephase, in der man eine Einladung braucht oder sich um eine Warteliste setzen lassen muss — das soll aber inzwischen schnell gehen.)
Dann klickt man jedesmal, wenn einem etwas gut gefällt und sich ein Flattr-Knopf in der Nähe befindet, darauf. Am Ende des Monats wird dann das Budget, das man selbst bestimmt hat, unter den Dingen aufgeteilt, die man geflattrt hat. Wenn jemand zum Beispiel einen Betrag von 10 Euro im Monat festgelegt hat und 100 Sachen flattrt, ist jeder dieser Klicks zehn Cent wert. Zehn Prozent des Betrages geht an “Flattr” selbst.
Hinter all dem steckt natürlich die Hoffnung, dass viele kleine und kleinste Spenden auf diese Weise nennenswerte Summen für Produzenten von guten und beliebten Inhalten ergeben.
In Deutschland testen außer einer Vielzahl großer und kleiner Blogs auch die Internetseiten der “taz” und der Wochenzeitung “Freitag” Flattr. Und nun auch wir.