Es war der Tag nach der Rede-Schlacht – aber die Opposition lässt Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (39, CSU) keine Ruhe!
Ganz so, als sei davon auszugehen gewesen, dass nach dem großen Schlagabtausch über die Doktorarbeit des Ministers alle zur Tagesordnung übergehen und die Opposition die Regierung auch mal lobt.
Über die gestrige Parlamentsdebatte zur Aussetzung der Wehrpflicht schreibt Paul Ronzheimer, “Bild”-Experte fürVerhöhnung:
Dann spricht SPD-Chef Sigmar Gabriel (51)! Er will nicht über die Wehrpflicht reden.
Ob Gabriel wollte oder nicht: er hat.
Mehr als zehn Minuten sprach Gabriel zum Thema, wie man bei YouTube sehen und im Sitzungsprotokoll nachlesen kann.
Er lobte die Aussetzung der Wehrpflicht, die die SPD schon 2007 gefordert hätte; warf dem Minister vor, auf Kosten der Sicherheit der Soldaten sparen zu wollen; vermisste ein Konzept, das über “wolkige Formulierungen” hinausgeht; kritisierte die Ansage “No risk, no fun”, die Angela Merkel gegenüber Kommandeuren gemacht hatte; zitierte Bundeswehrkreise, die sich besorgt über die geplante Reform geäußert hatten; forderte zu Guttenberg auf, die Reform so lange zu verschieben, bis der wisse, “wie Sie das machen wollen”.
Erst dann wandte sich Gabriel an die Bundeskanzlerin und bat sie: “Muten Sie uns und der Bundeswehr und sich und unserem Land dieses unwürdige Schauspiel, das wir seit Wochen mit Ihrem Verteidigungsminister erleben, nicht länger zu!”
Ronzheimer berichtet:
Der SPD-Chef spottet über Guttenberg: “Jeder weiß, dass wir es mit einem Hochstapler zu tun haben.” Und fügt hinzu: “Vielleicht stellt ja mal jemand einen Strafantrag …”
Die Sitzungsleitung hat Bundestagspräsident Norbert Lammert (62, CDU). Aber einen Ordnungsruf gibt es wie am Vortag nicht.
Offenbar hätte sich Ronzheimer solche Ordnungsrufe an beiden Tagen gewünscht. Doch dieser zweite Absatz ist aus mehreren Gründen interessant: Zum einen suggeriert “Bild”, Lammert (im Gegensatz zu Guttenberg keinFreundderZeitung) habe die Sitzungen am Vortag geleitet, was er nicht hatte. Zum anderen stammt die Feststellung, dass es am Mittwoch keine Ordnungsrufe gegeben habe, aus Gabriels Rede selbst:
Es gab keinen Ordnungsruf des Präsidenten, nicht einmal Tumulte oder allzu laute Proteste auf Ihrer Seite, als hier zum ersten Mal in der Geschichte des Parlaments ein amtierender Minister mehrfach von Abgeordneten Lügner, Hochstapler und Betrüger genannt wurde. (…)
Es gab keine große Aufregung bei Ihnen und keinen Ordnungsruf. Frau Bundeskanzlerin, was glauben Sie wohl, warum das so war? Weil jeder hier im Haus wusste, dass das Tatsachenbehauptungen sind.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].
1. “Alles andere als Helden” (fr-online.de, Willi Germund)
Willi Germund über die Freilassung der im Iran festgehaltenen “Bild-am-Sonntag”-Journalisten Jens Koch und Marcus Hellwig: “In Ländern wie Birma oder Iran ist es oft nahezu unmöglich, ein Journalistenvisum zu erhalten. Aber alle Journalisten wissen – oder sollten sich zumindest darüber im Klaren sein: Wer in solchen Staaten mit einem Touristenvisum einreist, bewegt sich auf schwankendem Boden. Denn wer auffällt, gerät wie die beiden Springer-Reporter schnell in Teufels Küche.” Siehe dazu auch “Bei aller Freude” von Ulrike Simon.
2. “Döpfners Entschuldigungsbrief an die iranische Justiz” (sueddeutsche.de, Marc Felix Serrao) Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Axel-Springer-Verlags, schreibt an Sadegh Laridschani, Chef des iranischen Justizsystems: “Wir bedauern es zutiefst, dass Herr Hellwig und Herr Koch ohne die korrekten Visa in die Islamische Republik Iran eingereist sind und ihre journalistische Arbeit dort ohne die notwendige Akkreditierung aufgenommen haben.”
3. “Guttenberg verhöhnt das Leistungsprinzip” (zeit.de, Meike Fries)
Meike Fries kommentiert den Plagiatfall Guttenberg: “Nähmen sich Schüler und Studenten Guttenberg großflächig zum Vorbild, würde sich Kanzlerin Merkels immer wieder ausgerufene Bildungsrepublik in eine verdummte Gesellschaft verwandeln.” Siehe dazu auch “Vgl. auch Guttenberg 2009” (faz.net, Jürgen Kaube).
5. “Kaufen für die Müllhalde” (youtube.com, Video, 74:52 Minuten)
Glühbirnen, Drucker, iPods, Strumpfhosen könnten eine lange Lebensdauer haben, doch sie gehen geplant kaputt. Ein arte-Film über Geplante Obsoleszenz: “Ethik zählt nichts mehr in einer Businesswelt, die nur eins im Sinn hat: Den häufigen Neukauf.”
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1. “Fähnchen im Wind” (tagesspiegel.de, Karin Schädler)
Journalisten ägyptischer Staatsmedien sind nun plötzlich auf der Seite der Regimekritiker, was von vielen als Heuchelei angesehen wird: “‘Ich weiß nicht, wie wir ihnen jemals wieder vertrauen sollten’, sagt Al-Mashad. ’48 Stunden’ sei eines der schlimmsten Propagandaprogramme des überwundenen Regimes gewesen.”
2. “Herrscht Berlusconi durch seine Sender?” (zeit.de, Roberto Saviano)
Birgit Schönau notiert und übersetzt, was Roberto Saviano über das Fernsehen in Italien zu sagen hat. “Die Realitätsflucht ist das vorderste Ziel des italienischen Fernsehens, seine Daseinsberechtigung. Es bietet uns dümmliche Witze, schwachsinnige Streitereien, Politiker oder Familienangehörige, die miteinander raufen wie in einem Zirkus.”
3. “Tschüss FAZ und SZ” (blog.xwolf.de, Wolfgang Wiese)
Wolfgang Wiese hält das Vorgehen von FAZ und SZ gegen die Website Commentarist.de für “nicht allein irrational, sondern nahezu selbstmörderisch”. “Ein Text, der keinerlei Referenz bekommt und der nicht zitiert wird, wird nicht nur in der Wissenschaft als unwichtig, falsch oder qualitativ gering angesehen, man wird auch von Suchmaschinen in der Relevanzbewertung bestraft.”
4. “Das Glück der Karrierefrau” (taz.de, Georg Seesslen)
Wie sind deutsche Frauen “im Idealtraum des deutschen Fernsehens” zu sehen? Sie “erben sehr regelmäßig irgendwo in wuuuunderschöner Landschaft ein feines, kleines Unternehmen, verlieben sich dort in pflegeleichten, arbeitstüchtigen Naturburschen oder finden zurück zur wahren, zur Jugendliebe. Bei der sexualökonomischen Lebensplanung zeigen sie, dass sie aus den Fehlern mit den Loser-Schnarchsäcken daheim gelernt haben, und verbinden perfekt und patent guten Sex mit sozialem Aufstieg. Zwischendurch darf geheult und gelacht werden. Aber nicht zu viel.”
5. “Guttenberg Roadkill” (wissenslogs.de, Anatol Stefanowitsch)
Anatol Stefanowitsch, mehrfacher Doktorvater, fragt sich, ob er in Fachaufsätzen (oder Blogbeiträgen) ein Plagiat begangen habe: “Was mir so auf keinen Fall passieren kann, ist die unabsichtliche Übernahme ganzer Absätze oder gar ganzer Seiten, wie das in Guttenbergs Dissertation und in den Hausarbeiten des Plagiats beschuldigter Studierender der Fall ist.”
Es gibt im deutschen Kulturbetrieb (neben Mario Barth und der Band Revolverheld) kaum ein weicheres Ziel für Kritiker als Til Schweiger.
Das muss einen Rezensenten natürlich nicht davon abhalten, trotzdem draufzuhauen. So wie Jan Füchtjohann in der “Süddeutschen Zeitung”: Nachdem er sich zwei Absätze lang daran abgearbeitet hat, dass Schweiger in der Talkshow von Markus Lanz Sexualstraftätern ihre Menschenrechte absprechen wollte (und damit erwartbarerweise zum Lieblingvon“Bild”avancierte), geht Füchtjohann mit Schweigers neuestem Film ins Gericht.
Stattdessen geht es dann um einen Drehbuchautor, der, netter Einfall, Til heißt und in einem Loft in Berlin wohnt, wo er ganz viel Sex mit hübschen Frauen hat. Plötzlich steht seine acht Jahre alte Tochter vor der Tür, von der er bis dahin noch gar nichts wusste. Das führt natürlich zu allerlei lustigen Verwicklungen. Ach ja, “Kokowääh” ist Kindersprache für “Coq au vin”, das einzige Gericht, das Til kochen kann.
Den “netten Einfall” könnte man auch als kleinen Ausfall des Rezensenten bezeichnen, denn Til Schweigers Filmfigur heißt nicht “Til”, sondern “Henry”.
Das geht auch aus dem Trailer hervor:
… so wie auch alle anderen Szenen, die Füchtjohann in seiner Filmkritik beschreibt:
Nur leider sieht der Film über weite Strecken aus wie ein Werbespot für Joghurt, Bausparen oder Kaffee-Pads: Menschen bewerfen sich im Gegenlicht mit Daunenfedern, laufen auf einer sonnigen Wiese hintereinander her, oder sitzen lachend mit einem Laptop auf dem Sofa.
Wenn Füchtjohann sich also tatsächlich den ganzen Film angesehen haben sollte und nicht nur den Trailer, so wäre das zumindest nicht nötig gewesen.
Nur: Es gibt im US-Senat keinen Senator dieses Namens (Liste) und folglich auch keine Wähler. Der betrunkene Senator Dave Tillis ist eine Erfindung des satirischen “Onion News Network” (Video). Eine Quelle, die blick.ch treuherzig angibt:
Im letzten Absatz kommen dem Verfasser der Meldung sogar selbst Zweifel an der Story. Sie wird aber deshalb nicht begraben oder klar als fiktiv bezeichnet. Sondern mit einem Achselzucken veröffentlicht.
Auch Kommentare, die auf die fiktive Quelle verweisen, werden freigeschaltet. Denn es ist blick.ch ja egal, wie es wirklich ist.
Mit Dank an Christoph E.
Nachtrag, 15. Februar: Blick.ch hat den letzten Absatz des Artikels überarbeitet. Im Einführungstext wurden “Wähler” und “US-Senator” in Anführungszeichen gesetzt.
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1. “Prozessjournalismus und Ägypten: Deutschsprachige Onlinemedien enttäuschen” (datenjournalist.de, Lorenz Matzat)
Lorenz Matzat vergleicht die Ägypten-Berichterstattung von “Spiegel Online” und “Welt Online” mit englischsprachigen Angeboten. Und findet keinen einzigen Link auf Quellen ausserhalb ihres eigenen Angebots. “Soziale Medienkanäle, wie Twitter, YouTube oder Flickr werden gänzlich ignoriert. Nur klassische Nachrichtenagenturen und etablierte Sender wie die BBC gelten als verlässliche Quellen.”
(Anmerkung, 9:55 Uhr: Wegen Serverproblemen auf datenjournalist.de verweist der Link derzeit auf onlinejournalismus.de.)
2. “Copy&Paste Journalismus” (reticon.de, Martin Ragg)
Martin Ragg zeigt auf, wie eine Pressemitteilung der Zeitschrift “Forschung & Lehre” Eingang in die Online-Portale findet. “Ich habe ja nichts gegen das Weiterverbreiten von Nachrichten – aber die meisten erwecken hier den Anschein als finde dort ‘redaktionelle Arbeit’ statt. Gebt den Rechnern noch etwas Zeit, dann macht das ein Algorithmus.”
4. “Tagesanzeiger klaut Bilder von iFrick.ch” (ifrick.ch, Jean-Claude Frick)
Tagesanzeiger.ch verwendet ein Bild von Jean-Claude Frick, ohne die Quelle anzugeben oder vorher anzufragen. “Witzigerweise passt das Bild gar nicht zum Inhalt, da es im Artikel um das Original weisse iPhone 4 geht, welches ja anders aussieht als meines.”
5. “Zweiklassen-Anonymisierung bei ‘Österreich’ und ‘Krone'” (kobuk.at, Hans Kirchmeyr)
“Krone” und “Österreich” wenden im gleichen Artikel zwei verschiedene Arten der Anonymisierung an. Für Hans Kirchmeyr ist das weder mit Unwissenheit noch mit uneinheitlichen Vorgaben erklärbar. “Hier wird erkennbar unterteilt in schutzwürdige und weniger schutzwürdige Personen. Journalistische Willkür der grauslicheren Art.”
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1. “Abo-Kündigungen wegen Dschungelcamp-Titelseite” (blogs.taz.de/hausblog, Sebastian Heiser)
Die “taz” setzt einen Schwerpunkt auf das RTL-Dschungelcamp und verägert so erneut Leser: “Welcher TAZ-Leser interessiert sich für Rainer Langhans oder das blöde Dschungelcamp? Da kann ich mir gleich die BILD-Zeitung kaufen, die können Boulevard besser. Schade um den kostbaren, teuren (und sonst oft hervorragend genutzen) Platz auf der ersten Seite!”
4. “Lustig: Die Polizei klaut meine Texte!” (ende-der-maerchenstunde.de)
Eine Rezension von Kathrin Hartmann wird “geklaut, gekürzt” und mit einem anderen Namen versehen in einem Kurzbericht (PDF-Datei) der Polizeigewerkschaft GDP Rheinland-Pfalz veröffentlicht.
6. “Prank on a Belgian call center” (youtube.com, Video, 10 Minuten, mit englischen Untertiteln)
Die belgische Satiresendung “Basta” stellt frühmorgens einen mit einer Telefonnummer beschrifteten Container vor den Eingang eines Mobilfunkunternehmens.
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1. “Die große Schweigerin” (fr-online.de, Antonia Rados)
Fernsehjournalistin Antonia Rados zur Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr: “Wenn ich es dann einmal wage, nach dem Mittagsmenü eine harmlose Frage zu stellen, verfolgen mich die Presse-Offiziere mit misstrauischen Blicken. Als wolle ich den Soldaten zwischen Haupt- und Nachspeise Staatsgeheimnisse entlocken. Ich könnte den Taliban ja verraten, dass deutsche Brötchen keine Wurfgeschosse sind.”
2. “Holpriger Start für den Österreichischen Presserat” (diepresse.com, Anna-Maria Wallner)
Österreich hat einen neu gegründeten Presserat, der sich allerdings nur um Mitglieder kümmert. “Kritik an dem neu gegründeten Presserat löst in erster Linie die Verfahrensordnung aus, die nicht erlaubt, Entscheidungen gegen Nichtmitglieder zu veröffentlichen. Ebenfalls kritisch gesehen wird der Klagsverzicht: Wer sich an den Presserat wendet, schließt den ordentlichen Gerichtsweg aus.”
4. “Call In infiltriert” (fernsehkritik.tv, Video, insgesamt 48:14 Minuten)
Fernsehkritik.tv hat Teile des Videos, das ein Team der belgischen Satiresendung “Basta” zeigt, wie sie einen eigenen Moderator in eine Call-In-Sendung einschleusen, mit Untertiteln versehen (ab 10:50 Minuten).
5. “Man erzieht die Leute zu Dauerlaberern” (zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein kritisiert, dass die sogenannte “mündliche Mitarbeit” in der Notengebung mit 50 Prozent bewertet wird. “Die von unserem System diskriminierten schüchternen, zurückhaltenden oder zur Selbstdarstellung unbegabten Menschen können durchaus etwas leisten, sie sind oft recht intelligent. Sie sind nachdenklich. Bevor sie sprechen, denken sie nach, und wenn sie mit dem Denken fertig sind, ist es zu spät. Das ist ihr Problem.”
6. Interview mit Franz Josef Wagner (ardmediathek.de, Video, 29:56 Minuten)
“Bild”-Kolumnist Franz Josef Wagner erklärt, was zu seinen Gunsten vorliegt (ab 8:30 Minuten): “Ich kann fantastisch mit der deutschen Sprache umgehen (…) mal, und mal dann wieder nicht. Eine Kolumne ist mal schlecht, dann schäm ich mich auch zu Tode, mal gelingt eine. Ich bin schon froh, wenn eine glitzert und funkelt.” Zu seinen Ungunsten: “Es gibt Geschichten und Schlagzeilen, für die ich mich schämen muss.”
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1. “Wieder mal … alle Horoskope falsch” (blog.gwup.net, Bernd Harder)
Bernd Hader schreibt zum “Astro-Schock” auf der Titelseite von “Bild”: “Natürlich sind “alle Horoskope falsch”. (…) Denn bekanntermaßen betrachten Astronomen die realen Sternbilder am Himmel, während Astrologen ihre Horoskope am Schreibtisch erstellen und dafür nur die Tierkreiszeichen ins Kalkül ziehen.”
2. “Der deutsche Michael Moore” (begleitschreiben.twoday.net, Gregor Keuschnig)
Gregor Keuschnig kritisiert die ARD-Dokumentationen “Der Drückerkönig und die Politik” und “Die kik-Story” von Christoph Lütgert: “Sie klären nicht auf, sondern wedeln immer schon mit ihrem Urteil, welches von Anfang an feststeht. Sie installieren eine saubere Unterteilung der Welt und Gut und Böse. In diesem offenen Meinungsjournalismus liegt mir zu viel Entmündigung des Zuschauers.”
3. “Populistisch, nicht einmal selbstkritisch” (dradio.de, Helmut Böttiger)
Helmut Böttiger findet, die Literaturkritik müsse sich um den einzelnen Leser kümmern, nicht um das große Lesepublikum: “Die selbsternannten ‘Medienexperten’ sind das eigentliche Unheil, wenn über Literatur und Kunst verhandelt wird. Sie gehen allen Ernstes davon aus, dass ein trendiger Lifestyle- und Magazin-Journalismus alles abdecken könnte.”
4. “Mit Bildern Effekte erzielen” (blogs.taz.de/hausblog, Sebastian Heiser)
Die “taz” zeigt zu den aktuellen Konflikten in Tunesien das Bild eines Toten auf der Titelseite. Ausgehend von einer empörten Zuschrift einer Leserin und einer Antwort aus der taz-Fotoredaktion wird die Angemessenheit der Aktion im hauseigenen Blog kontrovers diskutiert.
6. “Wikipedia:Kuriositätenkabinett” (de.wikipedia.org)
Am Samstag wurde die Wikipedia zehn Jahre alt. Ein unterhaltsamer Einstieg ist das Kuriositätenkabinett. Wer einen Fehler findet, kann ihn korrigieren.