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Alter Mann? Alter Hut!

Dieses Internet… Über irgendetwas lacht es ja eigentlich immer. Laut Bild.de zurzeit darüber:

Daüber lacht das Internet Mann will aus Alko-Tester trinken

Das von Bild.de eingebundene YouTube-Video ist zwar wirklich lustig. Ziemlich albern ist allerdings diese Behauptung:

Die unfreiwillig komische Alkoholkontrolle entwickelt sich zum Youtube-Renner.

Ja, genauso wie der Verrückte Frosch sich langsam zum Klingelton-Renner entwickelt und Super Mario Bros. auf dem NES zum beliebten Videospiel avanciert.

Das Video existiert schon seit mindestens zweieinhalb Jahren und hat sich – schon lange bevor Bild.de darüber schrieb – unter anderem mithilfe des “Failblogs” zum YouTube-Renner mit inzwischen knapp 4,5 Millionen Views entwickelt. Durch weitere Uploads kommen noch einige Millionen mehr dazu. Selbst die Variante, die Bild.de anbietet und die aktuell bei rund 30.000 Views liegt, wurde bereits im März 2010 auf YouTube hochgeladen.

Insofern schließen wir uns einem der zahlreichen Kommentatoren des bei Bild.de eingebetteten YouTube-Videos an:

Die Bild ist der eigentliche Lacher an der Sache.....Verkaufen ein uraltes Video, dass wohl schon jeder kennt als aktuellen Internetrenner. Hammer :D

Mit Dank an Conny S., Dennis, FreSch und Tobias F.

Die Meute, Vampirismus, BlaBlaMeter

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Die Meute – Macht und Ohnmacht der Medien”
(youtube.com, Video, 88 Minuten)
Der sehenswerte Film “Die Meute” von Herlinde Koelbl über die Politiker und Journalisten in Berlin wird zehn Jahre alt, siehe dazu auch umblaetterer.de. Unter den vielen bekannten Gesichtern von Journalisten auch Kai Diekmann, Chefredakteur “Bild”: “Ich denke schon manchmal, dass wir aufpassen müssen, dass uns das Maß nicht verloren geht.”

2. “Konfliktsensitiv twittern”
(training.dw-world.de, Steffen Leidel)
Die Krawalle in Großbritannien bei Twitter: Steffen Leidel schreibt über “Falschmeldungen und Gerüchte, die sich via Re-Tweets wie ein Lauffeuer verbreiten und nach unzähligen Re-Tweets als Fakten gehandelt werden. So war unter dem hashtag #riot von brennenden Geschäften und abgefackelten Tankstellen zu lesen. Das Problem: die Infos stimmten schlicht nicht. Das bringt selbst Leute ins Grübeln, von denen man eher Jubelgesänge auf die neuen Technologien gewohnt ist.”

3. “Instant-Angst mit Schauderlust”
(sueddeutsche.de, Heribert Prantl)
Heribert Prantl konstatiert “einen deutschen Katastrophen-Vampirismus. Er nutzt Unglücke, Attentate und Verbrechen, die anderswo in der Welt passieren, um sie sogleich für die politische Debatte in Deutschland zu verwerten. Das ist nicht unbedingt immer verwerflich, aber rasend egozentrisch.”

4. Interview mit Oliver Stör
(basicthinking.de, Christian Wolf)
Oliver Stör hört mit dem Bloggen auf, nachdem er “innerhalb von weniger als einem Jahr dreimal anwaltliche Schreiben” erhalten hatte. “Bisher hat mich das Ganze etwa 1800 Euro gekostet. Die Forderung nach Schadenersatz ist aber noch offen. Da können nochmal über 1000 Euro dazukommen.”

5. “Internettool entlarvt Schwafeleien”
(wissen.dradio.de, Pascal Fischer, Audio, 8 Minuten)
Pascal Fischer redet mit Bernd Wurm, dem Programmierer des BlaBlaMeters. Höre dazu auch dieses Gespräch.

6. “Was ich während der Arbeit im Internet mache”
(graphitti-blog.de, katja)

AFP, AP, Bild.de  etc.

Ja, mir san mit’m Panzer da

Politiker würden fast alles tun, um in die Medien zu kommen. Und die Medien lieben außergewöhnliche Politikerfotos: Helmut Kohl mit wechselnden Tieren am Wolfgangsee, George W. Bush auf dem Flugzeugträger, Karl-Theodor zu Guttenberg am Times Square.

Den Namen Arturas Zuokas werden sich wohl auch in Zukunft die Wenigsten merken können, aber das Bild, wie der Bürgermeister der litauischen Hauptstadt Vilnius im Panzerwagen über einen falsch geparkten Mercedes fährt, das geht jetzt um die Welt und wird in Erinnerung bleiben.

Bild.de schreibt dazu:

Um zu beweisen, dass er es ernst meint, griff der Politiker zur Brachialmethode.

Vor geladenen Medienvertretern walzte das Stadtoberhaupt höchstpersönlich mit einem russischen Panzer eine auf einem Radweg abgestellte Luxuslimousine platt.

Im dazugehörigen Video beschreibt der Off-Sprecher die Szenerie so:

Zurück bleibt ein schrottreifer Benz und ein Besitzer, der dieses Schicksal offensichtlich nicht fassen kann. Zur Belehrung seines Bürgermeisters kann der Mann mit Goldkette nur entschuldigend nicken.

Die gute Nachricht für Bild.de zuerst: Arturas Zuokas ist tatsächlich mit einem Panzer über einen Mercedes gefahren. Das würde aber wohl auch in Litauen den Straftatbestand der Sachbeschädigung erfüllen.

Die Hintergründe der Aktion stellen sich – und damit zur schlechten Nachricht für Bild.de – dann auch ein bisschen anders dar, wie AFP schreibt:

Ein Schauspieler, der die Rolle des Autobesitzers spielte, bekam von Zuokas anschließend eine Lektion verpasst und schaute angemessen bedröppelt drein.

Das Auto wurde extra für den Stunt gebraucht gekauft, teilte das Rathaus mit.

Die außergewöhnliche Aktion wurde gemeinsam mit den Machern der schwedischen Fernsehsendung “99 Dinge, die man tun muss, bevor man stirbt” entwickelt, die im Oktober ausgestrahlt werden soll.

(Übersetzung von uns.)

Die meisten anderen Medien haben irgendwie verstanden, dass die Szene gestellt war, aber sie zeigen ein Foto, das offensichtlich nachbearbeitet wurde:

Fotomontage, von AFP verbreitet.

Zoukas saß nämlich nicht alleine im Panzer, wie das Video beweist:

Die Pressestelle der Stadt Vilnius hat den Herrn im blauen Hemd einfach aus dem Bild retuschiert — und das ziemlich schlecht:

Schlechte Fotomontage der Pressestelle der Stadt Vilnius.

Die weltweite Verbreitung des Bildes übernahmen dann Nachrichtenagenturen wie AFP und AP.

Mit Dank an Diekmann, John Doe und Fal H.

Spiegel Online, Konrad Duden, 6 vor 9

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Der Copy-and-Paste-‘Journalismus’ bei ‘Spiegel Online'”
(blog.handelsblatt.com/handelsblog, Olaf Storbeck)
Olaf Storbeck schildert, wie “Spiegel Online” einen Artikel aus der “Handelsblatt”- Printausgabe “nur ein bisschen redigiert” ins eigene Angebot übernimmt (Gegenüberstellung). Inzwischen hat sich der Chefredakteur von “Spiegel Online” entschuldigt, dem Autor wurde “ein angemessenes Zweitverwertungshonorar angewiesen”. Zur Diskussion ein Vorschlag von Detlef Gürtler: “Im langfristigen Überlebensinteresse der Branche wäre es deshalb ratsamer, einen Prozess der Selbstkontrolle einzuleiten: ein vom Verlegerverband initiiertes und finanziertes MediaPlag zum Beispiel.”

2. “Patricia Riekel und das System Bunte”
(meedia.de, ga)
Georg Altrogge analysiert die Methoden der Zeitschrift “Bunte” und ihrer Chefredakteurin Patricia Riekel. “Es ist ein barockes Medien-Königreich, das da mit den Jahren in München entstanden ist, mit einer absolutistischen Herrscherin an der Spitze, einem eigenen Promi-Hofstaat und ganz vielen Mundschenken und Spesen-Rittern darunter.”

3. “TV Station Takes Four-Year-Old Child’s Quote Out of Context”
(mije.org, Bob Butler, englisch)
Wie ein US-TV-Sender eine Aussage eines vierjährigen Jungen nicht vollständig wiedergibt. Mehr dazu in diesem Video (youtube.com, 1:43 Minuten).

4. “‘Partner’ von Sommermagazin bevorzugt bedient”
(qualitaet-und-vielfalt-sichern.de, 18. Juli)
Die Zusammenarbeit zwischen Inserenten und Inhalt auf den “Seiten für Urlauber und Einheimische” in der “Ostsee-Zeitung” und den “Lübecker Nachrichten”: “Wie das Modell im Detail funktioniert, erklärt das ‘Tourismuszentrum Mecklenburgische Ostseeküste’ selbst auf seiner Homepage. Vermieter, die jeden Tag mindestens zehn Zeitungen abnehmen, könnten diese Exemplare zum halben Preis beziehen. Und öffentliche Veranstaltungen wie Feste, Konzerte oder Märkte würden ‘…dann im Veranstaltungskalender der Sommerredaktion kostenfrei veröffentlicht'”.

5. “Recht auf Unbelehrbarkeit”
(dradio.de, Marcus Pindur)
Peter Schneider bittet anlässlich des 100. Todestags von Konrad Duden darum, sich doch anzusehen, “wie unsere großen Geister – Goethe, Schiller und die klassischen deutschen Autoren, die nun wirklich Weltliteratur geschaffen haben”, geschrieben haben: “In den frühen Briefen von Schiller zum Beispiel an seine Frau, habe ich entdeckt, dass der manchmal im selben Satz das selbe Wort in zwei verschiedenen Rechtschreibungen benutzt. (…) Die wussten ganz genau: Was sie da schreiben, das wird verstanden.”

6. “Bildblog-Links: fünf Jahre 6vor9”
(meedia.de, Marc Reichwein)
In eigener Sache: Diese Rubrik feiert heute den 5. Geburtstag! Mein Dank hier, weitere Texte zu “6 vor 9” und die Links der allerersten Ausgabe von 2006 sind auf journalist.de zu lesen.

Schon wieder Milchmädchen verschwunden!

Thomas Hinrichs, zweiter Chefredakteur von “ARD aktuell” hatte uns gestern noch erklärt, wie die “Tagesschau” mit inhaltlichen Fehlern umgeht. Er sagte dazu, dass Fehler natürlich immer passieren können, sich die Redaktion aber natürlich größte Mühe gebe, dass ihr keine unterliefen.

So gesehen hat die Redaktion von “ARD aktuell” offenbar eine Pechsträhne. Denn auch die gestrige Ausgabe der “Tagesthemen” musste im Archiv auf tagesschau.de gekürzt werden:

Hinweis: Der Beitrag "Ratingagentur Moody

Der Beitrag hatte behauptet, die Schuldenobergrenze der USA sei bei “14,3 Milliarden Dollar” erreicht. In Wahrheit liegt die Staatsverschuldung der USA derzeit bei 14,3 Billionen Dollar.

Womöglich wollte da jemand den klassischen Fehler vermeiden, das englische “billion” (Milliarde) mit dem deutschen “Billion” zu übersetzen — und hat dann einfach die deutsche “Billion” mit “Milliarde” “übersetzt”. Im Englischen belaufen sich die Staatsschulden der USA derweil auf “14.3 trillion dollars”.

Mit Dank an Klaus Sch. und Niels.

Vom Umgang mit Verschüttete-Milch-Mädchen

Der Bundesfinanzhof entschied gestern, dass die Kosten für Zivilprozesse zukünftig steuerlich absetzbar sind, wenn die Klage eine Aussicht auf Erfolg hatte. Der Betrag, der steuerlich geltend gemacht werden kann, wird gestaffelt.

Die “Tagesschau”, die in ihrer gestrigen 20-Uhr-Ausgabe über die Entscheidung berichtete, illustrierte diese Staffelung mit diesem Fallbeispiel:

Ein Unverheirateter mit einem Jahreseinkommen von 70.000 Euro (Zivilprozesse werden offenbar vorwiegend von Besserverdienern geführt) müsse 7% selbst tragen, erklärt die Sprecherin. “Also 10.000 Euro.”

Das ist natürlich Quatsch: 7% von 70.000 Euro sind 4.900 Euro.

Das müssen sie auch irgendwann bei der “Tagesschau” bemerkt haben, weswegen die Szene mit der Beispielrechnung aus dem Video auf tagesschau.de einfach herausgeschnitten wurde. Unter dem Videofenster steht der kleine Hinweis:

Hinweis: Der Beitrag zur Meldung “Urteil zu Zivilklagen” wurde korrigiert.

Die Sendung auf tagesschau.de ist deshalb 27 Sekunden kürzer als die im Fernsehen ausgestrahlte Fassung, die aber noch bei YouTube zu sehen ist. Inklusive der falschen Rechnung:

Thomas Hinrichs, zweiter Chefredakteur von “ARD aktuell” sagte uns auf Anfrage, die Redaktion befinde sich in solchen Fällen in einem Dilemma: Einerseits sollten die Beiträge im Archiv auf tagesschau.de fehlerfrei sein, andererseits sei es bei Videos sehr viel schwieriger als bei Texten, Fehler so transparent zu korrigieren, wie es die Redaktion selbst wolle. Da das “Tagesschau”-Archiv als historisches Dokument keine Fehler enthalten solle, habe man sich deshalb für die Praxis entschieden, den Fehler herauszuschneiden, und mit einem schriftlichen Hinweis auf die Bearbeitung hinzuweisen.

Mit Dank an Nils, Stefan, Sebastian L., Clemens B. und Alexander B.

Nachtrag, 20.10 Uhr: Die “Tagesschau” hat die gestrige Sendung aus ihrem YouTube-Kanal entfernt.

Wer die fehlerhafte Stelle noch einmal als Video sehen will, kann das hier tun:

dapd, Hugh Grant, c’t

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “bitte haben sie verständnis dafür, dass wir sie abmahnen mussten”
(wirres.net, Felix Schwenzel)
Felix Schwenzel kommentiert eine von der Nachrichtenagentur dapd in Auftrag gegebene Abmahnung in der Höhe von 445 Euro, die, wie der Pressesprecher inzwischen einräumen musste, nicht gerechtfertigt ist. “was soll man von einem fahrradverleih halten, der willkürlich ausgewählte fahrradfahrer auf der strasse des diebstahls bezichtigt und von grossen, muskelbepackten männern bedrohen lässt, die guten argumenten oder einer sachlichen diskussion nicht zugänglich sind?”

2. “Lügen aus dem gefälschten Fernsehleben”
(ndr.de, Video, 5:53 Minuten)
“Zapp” über “modernes Bauerntheater” im Privatfernsehen: “So läuft das heute bei ‘Mieten, Kaufen, Wohnen’: Inszenierter Dreh, gestellte Location, bestellte Dialoge.”

3. “Hugh Grant: How I exposed hacking”
(bbc.co.uk, Video, 4:21 Minuten, englisch)
Schauspieler Hugh Grant und Ex-Boulevardreporter Paul McMullen diskutieren über die Methoden der britischen Tabloids. Siehe dazu auch “The bugger, bugged” (newstatesman.com, 12. April, englisch).

4. “Wer hat da seine Finger im Spiel gehabt?”
(mediensalat.info, Ralf Marder)
Mittelfinger oder Handyfoto? Ralf Marder betrachtet ein Foto einer Bildergalerie zur Fußball-WM auf abendzeitung-muenchen.de.

5. “Auf gepackten Kisten”
(heise.de/ct, Jo Bager)
Die Redaktion der Computerzeitschrift “c’t” zieht um: “Wer weiß, ob man das gut geschriebene Perl-Manual von 2002 nicht noch einmal benötigt? Und vielleicht kann man die fünf Jahre alte Grafikkarte ja noch irgendwie verbauen?”

6. “The Problem With YouTube Partys”
(xkcd.com, englisch)

Nico Rosberg, Pink, Frankreich, Brandenburg

6 vor 9

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1. “Es gab eine gravierende Fehlinterpretation”
(nicorosberg.com)
Formel1-Rennfahrer Nico Rosberg stellt eine Abschrift eines Interviews online, das wegen einer Aussage zur Fußball-WM der Frauen für Aufregung gesorgt hatte.

2. “Important Note From P!nk”
(pinkspage.com, englisch)
US-Sängerin Pink schreibt über Paparazzi: “Why are celebrities/public figures having to seek restraining orders to keep strange grown men with still and video cameras from sitting perched outside of their children’s pre-schools and elementary schools, preying on little innocent kids? (…) To anyone out there that buys a magazine, or goes onto a website to look at pictures of other people’s children, may you at least think for a second about what you may inadvertently be supporting.”

3. “It’s not permission to be sloppy”
(guardian.co.uk, Frédéric Filloux, englisch)
Frédéric Filloux vergleicht journalistische Standards: “French journalists are not genetically worse than others. It’s their culture; they are simply poorly trained and managed.” Über die prekäre Situation von Journalisten in Frankreich berichtet auch die Sendung “Kontext” des Schweizer Radios (Audio, Margrit Hillmann, 27:30 Minuten).

4. “Bauchnabel”
(kontextwochenzeitung.de, Willi Germund)
In der Auslandsberichterstattung deutscher Medien gehe es immer weniger um das Ausland und immer mehr um Deutschland, beklagt Willi Germund.

5. “Einmal DDR-Blatt, immer DDR-Blatt?”
(moz.de, Dietrich Schröder)
Für die “Märkische Oderzeitung” bespricht Dietrich Schröder das Gutachten “Personelle und institutionelle Übergange im Bereich der brandenburgischen Medienlandschaft” von Ariane Mohl (öffentliche Diskussion der Enquete-Kommission des Brandenburger Landtags am 1. Juli). Der letzte Satz lautet: “Kein differenzierter Umgang mit der Geschichte.”

6. “Die Leiden des stöhnenden Porno-Beat”
(20min.ch, A. Hirschberg)
Ein auf YouTube vielfach verbreiteter Casting-Auftritt einer Pornovideo-Audio-Synchronisation belastet das Leben eines Ostschweizers schwer. Gegen die Aufnahme vorgehen kann er nicht, da er die Rechte daran abgetreten hat. “Wenn alle seine Geschichte kennen, wird er weniger interessant, glaubt er. Die Leute werden ihn dann endlich wieder in Ruhe lassen – vielleicht.”

Papier, WWF, Frauenfußball

6 vor 9

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1. “Ich habe sie so lange bearbeitet, bis sie ‘Ja’ sagten”
(einestages.spiegel.de, Hanno Krusken)
Hanno Krusken erinnert sich an seine Zeit als Fotograf für die Illustrierte “Quick”. “Der Brotjob bestand im Aufspüren menschlicher Schicksale. Und wenn es keine dramatischen Ereignisse gab, musste sich die Redaktion etwas einfallen lassen – etwa mit einer Anzeige in der Lokalzeitung, in der sie ‘Kindermütter’; ‘Eltern, die ihr Kind verloren haben’ oder sonst wie anders Betroffene suchte, deren Erlebnisse sie zu Sammelgeschichten zusammenfasste und dann einen ‘Trend’ deklarierte.”

2. “Betonierung des status quo”
(perlentaucher.de, Thierry Chervel)
Thierry Chervel kommentiert die Klage deutscher Printverlage gegen die “Tagesschau”-App: “Sie versuchen im Moment des Verschwimmens der Gattungsgrenzen zwischen den Medien ihren vormaligen Status zu zementieren. (…) Das eigentlich Absurde an den öffentlich-rechtlichen Anstalten sind jedenfalls nicht die Tagesschau-Apps. Die politischen Aufgaben sind viel tiefgreifender. Das Problem ist das Festhalten an Strukturen, die vor dreißig jahren noch Sinn gehabt haben mögen.”

3. “Das Hoffen auf die ewige Kraft des Papiers”
(netzwertig.com, Martin Weigert)
Zeitungs- und Zeitschriftenmacher neigen dazu, die technische Entwicklung zu ignorieren und Print zu romantisieren. “Irgendwann werden bis auf einige wenige Sammler alle Konsumenten über die Pro-Print-Argumente aus der Zeit des digitalen Wandels schmunzeln.”

4. “Die verflixten 7”
(journalist.de, Ernst-Marcus Thomas)
Sieben Tipps für eine lebendige Radiomoderation, die ohne abgestandene Formulierungen und unpassende Adjektive auskommt.

5. “Der Pakt mit dem Panda: Was uns der WWF verschweigt”
(mediathek.daserste.de, Video, 43 Minuten)
Eine WDR-Reportage beleuchtet die Zusammenarbeit des WWF mit der Bank HSBC und Palmölherstellern: “Warum kooperiert der WWF mit Unternehmen, die die Natur zerstören?” Eine Entgegnung findet sich auf wwf.de, ein Interview mit dem Autor des Films, Wilfried Huismann, auf radiobremen.de (Audio, 7 Minuten).

6. “sportstudio-Classics: Die Anfänge des Frauenfußballs”
(youtube.com, Video, 3:27 Minuten)
Das Thema Frauenfußball im Sportstudio von 1970 mit dem Moderator Wim Thoelke.

Real Madrid, Gottschalk, Prinz Charles

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. Ein Cyber-Märchen
(spox.com, Fatih Demireli)
Die medientaugliche Erfolgsgeschichte des 17-jährigen Fußballspielers Serdar Mete Coban, der schon für Galatasaray Istanbul, Inter Mailand und West Ham United gespielt hat und nun nach Real Madrid wechseln soll, hat einen Haken: Es gibt ihn nicht.

2. Warum Gottschalks letzte Sendung nicht die letzte ist
(dwdl.de, Alexander Krei)
Moderiert Thomas Gottschalk am kommenden Samstag zum letzten Mal “Wetten dass…?”, wie Bild.de und andere schreiben? Das ZDF versucht seit Monaten vergeblich, diesen Irrtum aus der Welt zu schaffen.

3. Wer ist diese Frau?
(klatschkritik.de, Antje Tiefenthal)
Ein Gruppenfoto von schönen, jungen, reichen Frauen auf der Kunst-Biennale in Venedig fasziniert “Bild”, “Bunte” und “Gala” — aber wen es eigentlich zeigt, wissen sie nicht.

4. Corrections and clarifications
(guardian.co.uk)
Eine Richtigstellung aus dem britischen Königshaus: “The Prince of Wales does not employ and has never employed an aide to squeeze his toothpaste for him. This is a myth without any basis in factual accuracy.”

5. Uebermorgen.TV: Content-Farmen
(elektrischer-reporter.de, Video)
Mario Sixtus zeigt in einer düsteren Vision, wie industriell produzierte Texte in Zukunft das Internet überwältigen könnten.

6. Wulst
(damaschke.de, Giesbert Damaschke)
Stammt das Zitat “Kunst kommt von Können, nicht von Wollen, sonst hieße es Wullst” wirklich von Karl Kraus (oder Friedrich Nietzsche, Karl Valentin, Joseph Goebbels)?

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