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Ein “Anzeigenartikel” macht PR für PR

Man kennt das ja: Spätestens dann, wenn in Ressorts von Zeitungen Begriffe wie “Sonderbeilage”, “Sonderveröffentlichungen” oder “Verlagsbeilage” drüberstehen, begibt man sich fast zwangsweise in eine journalistische Grauzone. Für viele Verlage sind diese “Sonderveröffentlichungen” gut laufende Umsatzbringer, die man insbesondere in Zeiten der Krise gut gebrauchen kann. Ziemlich heimlich hat sich dabei etwas eingeschlichen, was weder nach den Maßgaben des Deutschen Presserates noch seines Gegenstücks, des Deutschen PR-Rates, statthaft ist: die Kopplung von Anzeigenschaltungen mit der Veröffentlichung von PR-Texten. Konkret: Selbstverständlich fragen Unternehmen bzw. deren Agenturen gerne mal, was es denn im Falle einer Anzeigenschaltung noch als kleine redaktionellen Dreingabe gäbe. Manchmal läuft das Spiel auch so, dass die Kunden bei Auftragsvergabe freudig mitteilen, man habe da auch noch einen kleinen Text vorbereitet und die Redaktion freue sich doch bestimmt darüber, etwas weniger Arbeit zu haben. Natürlich stehen solche Geschäfte in keiner Anzeigenpreisliste und natürlich  gibt es auf dem Papier keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen Anzeigenschaltungen und redaktionellen Berichterstattung.

Wie so etwas dann in der Praxis funktioniert, sieht man ziemlich anschaulich an diesem Beispiel, bei dem einer der Akteure jemand ist, von dem man es eigentlich nicht erwartet: die “Frankfurter Allgemeine Zeitung”. Dort gibt es seit inzwischen über 300 Folgen eine Artikelserie zum schönen Thema “Qualifikation und Erfolg”, die unter der Rubrik “Unterricht/Weiterbildung/Seminare” läuft. Am 9. Mai informierte ein Artikel dort über die Vorzüge einer Ausbildung im PR-Bereich:

Man erfuhr in dem Artikel, dass “Öffentlichkeitsarbeit immer gefragter” werde und dass die “Arbeitschancen mit staatlichen Abschlüssen steigen” würden. Zu Wort kommt auch Ingo Reichardt, Chef eines gewissen “Communication College”, das auf der gegenüberliegenden Seite inseriert hat.

Er darf in den darauf folgenden Zeilen ausführlich dalegen, warum der Bedarf an PR-Fachleuten immer weiter steigt und man diesem Trend mit dem Erwerb eines so schönen Titels wie “Certified PR-Officer” (CPRO) begegnen könne.

Kurzum: Auf der linken Seite inseriert das “Communication College”, auf der rechten Seite erklärt der Geschäftsführer ebendieses Colleges, was an einem PR-Job so toll ist. Das ist rechtlich nicht zu beanstanden, merkwürdig ist es aber allemal.

Als Autor des Artikels firmiert Dr. Hans-Henning Kappel. Doch der räumt auf Anfrage des PR-Beraters Sascha Stoltenow ein, die Geschichte nicht selbst geschrieben zu haben — er verstehe von dem Thema so gut wie nichts. Die FAZ-Anzeigenabteilung allerdings konnte da helfen, mit einem vorgefertigten Text, den sie vom “Communication College” bekommen hatte und an den Autor weiterreichte.

So beginnt der Originaltext, der auch auf der Website des “Comunication College” zu finden ist, mit folgendem Absatz:

Sektglashalter, Hummerscherenknacker, Frühstücksdirektoren, Pressefritzen, PR-Trullas und PR-Fuzzies — PR-Profis müssen mit solchen Bezeichnungen leben — auch mit missgünstigen Bloggern.

In der FAZ heißt es:

Sektglashalter, Hummerscherenknacker, Frühstücksdirektoren, Pressefritzen, PR-Trullas und PR-Fuzzies — PR-Profis müssen mit solchen Bezeichnungen leben — auch mit missgünstigen Bloggern.

Auch der Rest der in der FAZ gedruckten Geschichte ist nahezu wortgetreu die Fassung, die das “Communication College” freundlicherweise zur Verfügung stellte.

Kappel übernahm die Texte, pappte sein Namensschildchen drauf — und fertig war der beinahe redaktionelle Beitrag der FAZ. Das räumt Kappel auch gegenüber dem “PR-Journal” ein.

Etwas Ehrenrühriges mag die FAZ hinter diesem Vorgehen nicht vermuten. Josef Krieg, Leiter der Unternehmenskommunikation, erläutert in einer offiziellen Stellungnahme:

Der Autor dieser Artikelserie Dr. Hans-Henning Kappel von der Johann-Wolfgang-Goethe Universität ist innerhalb des optisch abgegrenzten Anzeigenartikels klar und deutlich als Autor der Artikelserie erkennbar. Neben einer postalischen Anschrift sind auch Telefon, Telefax und Email-Adresse von ihm aufgeführt. Damit wird dem Leser unmissverständlich klar, dass es sich hier nicht um einen FAZ-Redakteur handelt. Auch die Optik dieser Veröffentlichungsreihe “Qualifikation & Erfolg” unterscheidet sich deutlich von Redaktionsteil hinsichtlich des Umbruches und der Typographie.

Man muss also davon ausgehen, dass ein Text, der nicht von einem FAZ-Redakteur stammt, automatisch möglicherweise ein PR-Text sein könnte? Und ein unterschiedlicher Umbruch und eine vom normalen Redaktionsstandard abweichende Typographie sind automatisch schon sichere Indikatoren dafür, dass es sich um einen PR-Beitrag handelt? Offen bleibt auch die Frage, warum ein Autor — selbst wenn er nicht FAZ-Redakteur ist — mit seinem Namen für eine Geschichte geradesteht, die eine nicht einmal schwach kaschierte 1:1-Übernahme eines Fremdtextes ist.

Und was ist eigentlich ein “Anzeigenartikel”?

Die naheliegendste Möglichkeit, den Leser nicht lange auf Rätseltour zu schicken, hat man inzwischen allerdings auch bei der FAZ erkannt:

Was bei dieser Artikelreihe “Qualifikation & Erfolg” sicherlich letztlich für die Klarheit gesorgt hätte, ist das fehlende Wort einer “Anzeigen-Sonderveröffentlichung” über der Seite. Diesen Hinweis wird es im Sinne der bei der FAZ praktizierten strikten Trennung zwischen Redaktions- und Anzeigenteil ab sofort geben.

Korruption, Zukunft, Twitter

1. Korruption bei Medienwächtern
(taz.de, Steffen Grimberg)
Steffen Grimberg berichtet über die Korruptionsaffäre bei der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien. Es geht um Kredite, die der unter Schleichwerbeverdacht stehende Sender Camp TV an den ehemaligen Vorsitzenden des Medienrates Klaus Kopka gegeben haben soll.

2. Die Zukunft der New York Times
(niemanlab.org, Zachary M. Seward, Video 6:42)
Das Nieman Journalism Lab besucht die New York Times und berichtet in einer fünfteiligen Serie von der Zeitung der Zukunft. Im ersten Teil der Serie wird die Research & Development Abteilung besucht. Besonders bemerkenswert: Die Qualität des Kaffees.

3. Twitter ist kein Dschungel
(madial.blogspot.com, Mathias Vettiger)
Mathias Vettiger antwortet auf den im Schweizer Tagesanzeiger erschienenen Artikel “Die Banalität des Bloggens”. Der Artikel sei zu stark auf das vermeintliche Chaos und Banalitäten fixiert und vergesse darüber, die vielfältigen Möglichkeiten die Twitter biete.

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Obama, Guttenberg, Steinbrück

1. Obama unterhält die US-Journalisten
(thecaucus.blogs.nytimes.com, Ashley Parker)
Mit Spannung wurde der erste Auftritt Barack Obamas beim alljährlichen White House Correspondents Dinner erwartet. Und neben einer humorvollen Rede und einigen Seitenhieben auf die Presse, verprach er den anwesenden Journalisten Unterstützung in der Wirtschaftskrise.

2. Medienliebling zu Guttenberg
(cicero.de, Michael Spreng)
Michael Spreng, der exzellent bloggende ehemalige Bild-Chef und Stoiber-Wahlkampfmanager, analysiert den rasanten Aufstieg des neuen deutschen Wirtschaftsministers zu Guttenberg zum Liebling der Medien.

3.Schweizer Zeitung zeigt Steinbrück als Nazi
(welt.de, Video 1:52 Minuten)
Die Redaktion der WELT hat den Nazi-Skandal um Peer Steinbrück aufgegriffen und schlägt im Video kreativere Formen des Steinbrück-Bashings vor. Alkoholismus, Humorlosigkeit, Spiessigkeit und schlechte Bärte der Deutschen seien viel geeignetere Angriffspunkte.

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3sat  

Colin Powell und die Atombombe

Vorab: Natürlich weiß die Menschheit inzwischen, dass der Irak-Krieg 2003 auch deswegen zustande kam, weil die USA mit (formulieren wir es mal vorsichtig) nicht ganz richtigen Tatsachenbehauptungen der Welt glauben machen wollten, der Irak sei im Besitz ganz fürchterlicher Dinge (oder aber zumindest ganz kurz davor, sie zu besitzen).

3sat geht da allerdings noch ein Stück weiter: In einem Beitrag der Sendung “Kulturzeit”, der die These aufstellt, eine Weltregierung könne womöglich die Probleme des Planeten lösen, heißt es über den Auftritt des damaligen US-Außenministers Colin Powell vor der UNO:

Schamlos behauptete er, der Irak besitze abschussbereite Atomwaffen.

Damit soll die These des Beitrags untermauert werden, dass Organisationen wie die UNO “hemmungslos hinters Licht geführt” werden, um Kriege anzetteln zu können (nachzulesen u.a. auch bei 3sat.de).

Was 3sat ihm da unterstellt, hat Powell bei seiner Rede vor der UNO am 5. Februar 2003 aber dann doch nicht getan. Powell sprach lediglich davon, dass der damalige Diktator entschlossen sei, sich Atomwaffen zu besorgen und dass er bei der Entwicklung solcher Waffen anscheinend verhältnismäßig weit fortgeschritten sei. Vom Besitz “abschussbereiter Atomwaffen” war in Powells ganzer Rede vor der UNO nicht die Rede.

Mit Dank an Henryk G.

Papst, Archive, Boris Becker

1. Der Papst und die jordanische Pressefreiheit
(www.andremarty.com, André Marty)
Der Papst besucht Jordanien als erste Station seiner Pilgerreise durch den Nahen Osten. Doch nur wenige Journalisten werden frei darüber berichten. Die überwältigende Mehrheit der jordanischen Journalisten “übt sich in Selbstzensur”.

2. Zeitungen veröffentlichen hunderte Jahre alte Artikel online
(nzz.ch, Heribert Seifert)
Heribert Seifert hat sich durch die Online-Archive verschiedenster Zeitungen geklickt und ist fasziniert. So berichtet die “TIMES” über die französische Revolution nur auf den hinteren Seiten. Wichtiger schienen damals Kleinanzeigen und Hofnachrichten zu sein.

3. Boris Becker gründet eigenes Web-TV-Portal
(www.sueddeutsche.de, Christopher Keil)
Boris Becker vermarktet Fotos und Videos künftig über ein eigenes Portal. Bild-Zeitung und RTL helfen dabei. Sogar ein Blog möchte der ehemalige Tennispieler schreiben und dort “persönlich Auskunft geben”. Bleibt abzuwarten, ob er tatsächlich selber bloggen wird.

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Guardian, BNO News, Markwort

1. Zu Besuch beim “Guardian”
(blog.handelsblatt.de/indiskretion, Thomas Knüwer)
Thomas Knüwer besucht den “Guardian” in London und ist angetan: “So werden Medienhäuser der Zukunft aussehen”. Vor allem die Audio- und Video-Infrastruktur des “Guardian” sei aussergewöhnlich gut ausgebaut.

2. Wie ein Niederländer etablierte Nachrichtenagenturen aufmischen will
(axel-springer-akademie.de, Thomas Wanhoff)
Michael van Poppel kennt wohl kaum jemand, sein Twitter-Dienst @breakingnews wird hingegen von 330.000 Abonennten gelesen. Und der gelernte Journalist plant Grosses: BNO News soll profitabel und zu einem vollwertigen Nachrichtendienst ausgebaut werden.

3. Uli Hoeness, Helmut Markwort und die Internet-Situation
(probek.net, Kai Lorentz)
Bayern-Manager Uli Hoeness spricht im “Sonntags-Stammtisch” des Bayrischen Rundfunks über die Gefahren des Internets und hätte wohl besser geschwiegen. Und Focus-Chef Helmut Markwort hält so ziemlich alle, die im Internet publizieren (und nicht für klassische Medien schreiben) für “Narren die an Klowände schreiben”.

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Bertelsmann, ".ch", HR

1. Interview mit Bertelsmann-Chef Ostrowski
(faz.net, Carsten Knop, Johannes Ritter, Holger Steltzner)
Mehrere hundert Millionen Euro möchte Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski mit dem grössten Kostensenkungsprogramm der Unternehmensgeschichte einsparen. Entscheidend für den Weg aus der Krise seien “gute und zugkräftige Marken und eine kluge Kombination aus traditionellen und digitalen Formen”. An ein flächendeckendes Bezahlsystem im Internet glaubt er hingegen nicht.

2. Schweizer Gratiszeitung “.ch” wird eingestellt
(persoenlich.ch, Stephan Wyss)
Die Gratiszeitung “.ch” wird mit sofortiger Wirkung eingestellt und erscheint schon heute nicht mehr. Verwaltungsratspräsident Ernst Buob erklärt im Interview: ”Was die Reichweite betrifft waren wir tatsächlich im Fahrplan. Hinter dem Plan zurück lagen wir aber beim Anzeigenumsatz.” Er gehe davon aus, “dass das Anzeigengeschäft sich im nächsten Jahr nicht erholen wird.”

3. HR stärkt Volksmusik und streicht Nachrichtensendungen
(taz.de, Klaus-Peter Klingelschmitt)
Der Hessische Rundfunk muss rund 16 Millionen Euro pro Jahr in den nächsten vier Jahren einsparen. Gründe seien sinkende Werbeerlöse sowie geringere Gebühreneinnahmen, so HR-Intendant Reitze. Gestrichen werden zwei Nachrichtenjournale, dafür sollen “Spielräume für innovative Programmideen” entstehen.

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Ein “Stern”, der keinen Namen trägt

Neulich sind die Kandidaten von “Deutschland sucht den Superstar” zusammen mit Fans in Köln mit einem Ausflugsdampfer gefahren. Sie trafen dabei auf Mark Medlock, der die RTL-Show vor zwei Jahren gewonnen hatte, sie darüber informierte, dass es nicht reiche, eine gute Stimme zu haben, und ihre öffentlichen Auseinandersetzungen mit den Worten “Das ist total die Kiddy-Scheiße” verurteilte.

Das Online-Angebot des “Stern” informiert seine Leser über diese bewegenden Ereignisse im Rahmen seiner aktuellen Berichterstattung über die Show in einem Filmbericht. Bemerkenswert daran ist, dass dieser Beitrag erstaunliche Ähnlichkeit mit einem Filmbericht hat, den das RTL-Magazin “Punkt 12” zu dem Thema angefertigt hatte:

Genau genommen unterscheidet sich die stern.de-Version (links oben) von der RTL-Version (rechts oben) nur durch das “Stern”-Logo, die Einblendungen und den Schluss:

Das ist schon ein erstaunliches Vorgehen: Man nimmt ein Eigen-PR-Filmchen von RTL, entfernt den Absender, bappt den eigenen Namen drauf und gibt es als Journalismus aus?

Der “DSDS”-Beitrag ist nicht der einzige RTL-Film auf stern.de. Das Internetangebot des “Stern” ist Kunde bei ContentFirst, einer Abteilung der RTL-Mediengruppe, die sich darauf spezialisiert hat, Beiträge der RTL-Sender weiterzuverkaufen. Zur Dienstleistung von ContentFirst gehört es, die Inhalte auf die Wünsche der Kunden zuzuschneidern. Für stern.de werden so zum Beispiel die RTL-Logos entfernt und durch “Stern”-Logos ersetzt.

Der Satz “im Auftrag von stern.de Digital TV” bedeutet also nicht, dass die Inhalte im Auftrag von stern.de produziert wurden, sondern nur, dass sie im Auftrag von stern.de so neu verpackt wurden, dass sie aussehen, als seien sie im Auftrag von stern.de produziert worden.

Digital-TV-Leiter Ralf Klassen sieht in dieser Umetikettierung von Bewegtbildern grundsätzlich kein Problem. Die Verwendung dieses “DSDS”-Beitrags aber sei ein “Versehen” gewesen, sagt er auf Nachfrage — der Produzent sei zu eng mit dem Inhalt verbunden: “Das war eine nicht gute Verwendung von RTL-Material.”

Das “DSDS”-Dampfer-Video hat stern.de jetzt entfernt.

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Widerruf einer Herz-OP

Vor zwölf Jahren hat sich Peter Alexander fast völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Der “Tagesspiegel” schrieb zu seinem 80. Geburtstag:

Alexander, der sein Leben lang die Öffentlichkeit unterhalten hat, hat keine Lust mehr auf Öffentlichkeit, und dabei ist er sogar konsequenter als Günther Jauch. Er hat nie Charity gemacht, hat sich nie wie andere Stars für irgendwelche Projekte eingesetzt, Tiere gerettet oder vor Landminen gewarnt. Er wolle keine politischen Anliegen vertreten, hat er mal zu seinem Biografen gesagt. Und vor allem: Alexander gibt keine Interviews mehr. “Ich habe meinen Beruf sehr ernst genommen, und genauso ernst werde ich meine Pension nehmen”, hat er einmal gesagt, und daran hält er sich auch.

Für viele Medien ist das nicht akzeptabel. Sie respektieren seinen Wunsch nicht, sein Privatleben privat zu leben. Und als im März Alexanders Tochter bei einem Unfall in Thailand ums Leben kam, war es für sie eine wunderbare Gelegenheit, mit dem früheren Entertainer noch einmal Auflage zu machen.

Die Tochter von Peter Alexander war selbst nicht prominent, sie war nur die Tochter von Peter Alexander, aber “Bild” und andere nahmen ihren Tod zum Anlass, in größter Aufmachung nicht nur ausführlich über die Umstände des Unfalls zu berichten, sondern auch über das Privatleben von Peter Alexander. Nach Angaben seiner Anwältin ist er gegen mehrere Dutzend Artikel, unter anderem in der Illustrierten “Bunte”, erfolgreich juristisch vorgegangen.

Die “Bild”-Autoren Robin Mühlebach und Daniel Kestenholz behaupteten zudem, “erfahren” zu haben, dass “der große Entertainer zur Zeit in einer Wiener Klinik liegt. Dort soll er sich in den nächsten Tagen einer Bypass-Operation unterziehen”.

Die Behauptung wurde von anderen Medien wie dem Online-Auftritt der Illustrierten “Gala” begierig übernommen. Eine Sprecherin Alexanders widersprach den Meldungen allerdings noch am selben Tag.

“Bild”-Leser erfuhren von dem Dementi nichts. Erst am vergangenen Samstag, sechs Wochen später, widerrief die Zeitung ihre Behauptung. Peter Alexander hat vor Gericht eine einstweilige Verfügung erwirkt, die “Bild” zwang, eine Gegendarstellung auf der Titelseite abzudrucken:

Biss, Zeitungsverträger, Killerspiele

1. “Zeitungsverträger: Verleger drücken ihre Löhne”

(youtube.com, Video, 5:30 Minuten, teilweise Dialekt)

Die Löhne in der Printbranche werden gesenkt. Unter den Betroffenen sind die, die so oder so schon wenig verdienen, dabei aber mitten in der Nacht und bei jedem Wetter zuverlässig sein müssen: Die Zeitungsverträger.

2. “Keine Informationsfreiheit zur Schulqualität”

(recherche-info.de, Sebastian Heiser)

Sebastian Heiser beantragte in Berlin unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz “Einblick in alle bisher erstellten Schulinspektionsberichte”. Das wurde abgelehnt, unter anderem, weil “personenbezogene Daten von Lehrern zu schützen” seien.

3. “Prima leben dank Hartz IV?”

(notatio.blogspot.com, Kurt)

Ein langer Blogeintrag über die Fernsehpräsenz der Familie Fesselmann aus Essen: “Der angebliche Langzeitarbeitslose Wilfried Fesselmann ist in Wirklichkeit offenbar ein versierter Langzeitarbeitslosendarsteller, der sich über Auftragsmangel in der Vergangenheit nicht beklagen konnte, war er doch – nebst Familie – bereits vor Jahren mehrfach in der Rolle als armer aber im Grunde glücklicher ALG2 Empfänger im Fernsehen zu bewundern.”

4. “Killerspiele – Gegendarstellung”

(youtube.com, Video, 9:58 Minuten)

Eine aufwändig produziertes Video räumt mit einigen von Medien und Politik verbreiteten Fehlinformationen über “Killerspiele” auf.

5. Biss verkaufen in München

(sueddeutsche.de, Video, 3:37 Minuten)

BISS, Bürger in sozialen Schwierigkeiten, ist eine Zeitschrift aus München. Ein Portrait eines Verkäufers des Magazins.

6. “Human landscapes from above”

(boston.com/bigpicture, Bilder)

Menschliche Landschaften von oben, die neuste der vielen gelungenen Bildergalerien von The Big Picture.

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