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KW 12/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Die Gräuel des Krieges
(br.de, Ingo Lierheimer, Audio: 24:05 Minuten)
Die aktuelle Ausgabe des BR-Medienmagazins beschäftigt sich mit dem Bericht der beiden AP-Reporter Mstyslav Chernov und Evgeniy Maloletka aus der belagerten ukrainischen Stadt Mariupol: “Wir haben uns in der Redaktion für diesen ungewöhnlichen Schritt entschieden, weil die Schilderung der beiden Kollegen so viel über die Bedeutung von Information, Nicht-Information und Desinformation aussagt.”

2. Ferngespräche: Russland
(ardaudiothek.de, Holger Klein, Audio: 47:25 Minuten)
Der Journalist Demian von Osten hat schon aus vielen Ländern berichtet. Seit 2018 ist er für die ARD als Fernsehkorrespondent in Moskau tätig und informiert von dort aus über das heutige Russland. Mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine hat sich viel für ihn und seine Berichterstattung geändert. Ein wie immer lohnenswertes Korrespondentengespräch.

3. Shitstorm statt Debatte: Wie Medien die Stimmung anheizen
(ndr.de, Hans Jakob Rausch, Video: 19:15 Minuten)
Im “Zapp”-Beitrag geht es um die Rolle, die Medien bei gesellschaftlichen Debatten spielen. Warum wird so stark polarisiert? Welche Bedeutung haben dabei die Sozialen Netzwerke? Und wie finden wir zurück zu einer besseren Streitkultur? Ein besonders eindrücklicher, weil demaskierender Moment des Films: Wie “Zapp”-Reporter Hans Jakob Rausch Roland Tichy von “Tichys Einblick” mit einem Artikel seines Magazins konfrontiert.

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4. Wie funktioniert guter Journalismus auf Instagram, Medienforscher Michael Graßl?
(wasmitmedien.de, Daniel Fiene & Sebastian Pähler, Audio: 1:09:48 Stunden)
Michael Graßl vom Lehrstuhl Journalistik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt hat zusammen mit Jonas Schützeneder das Buch “Journalismus und Instagram” herausgegeben. Bei “Was mit Medien” verrät Graßl, wie guter Journalismus auf Instagram funktionieren kann.

5. Immer noch “Das ganze Bild”? – 25 Jahre Phoenix
(sr.de, Thomas Bimesdörfer & Michael Meyer, Audio: 16:28 Minuten)
Der Fernsehsender Phoenix wird dieser Tage 25 Jahre alt. Aus Anlass des Programmjubiläums sprechen Thomas Bimesdörfer und Michael Meyer mit dem Kölner Medienjournalisten Alexander Krei über die Zukunft des Senders.

6. Wie wird eigentlich das ZDF überwacht und von wem?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 22:25 Minuten)
Leonhard Dobusch war einige Jahre Mitglied des ZDF-Fernsehrats, als Vertreter des Bereichs Internet. Nun hat er sich für die andere Kontrollinstanz des Senders beworben, den Verwaltungsrat. Holger Klein hat sich mit Dobusch darüber unterhalten, was ihn in den nächsten fünf Jahren in dem Germium erwartet: “Wer in 20 Minuten verstehen will, wie die Aufsicht des öffentlich-rechtlichen Senders funktioniert, erfährt es hier.”

“Lockdown-Macher” zulässig, Einschaltquoten, Habecks Instagram

1. Presserat weist Beschwerden gegen “Lockdown-Macher”-Artikel zurück
(sueddeutsche.de, Anna Ernst)
Gegen den vielfach kritisierten “Bild”-Artikel mit der Überschrift “Die Lockdown-Macher” gingen beim Deutschen Presserat zahlreiche Beschwerden ein. Presseratssprecherin Sonja Volkmann-Schluck hatte seinerzeit erklärt: “Die Beschwerdeführer kritisieren, es werde der falsche Eindruck erweckt, dass Wissenschaftler Corona-Maßnahmen beschließen, für die aber die Politik verantwortlich ist. Dies schüre Verschwörungstheorien und sei zudem ein Aufruf zur Hetze gegen Wissenschaftler.” Nun hat der Presserat alle Beschwerden gegen den “Bild”-Artikel vom 4. Dezember 2021 als “unbegründet” zurückgewiesen. Der Artikel sei “presseethisch zulässig”.

2. Bundesamt macht Anhörungsschreiben an Telegram öffentlich
(spiegel.de, Max Hoppenstedt)
Das deutsche Bundesamt für Justiz wollte im April 2021 dem Betreiber des Messengerdienstes Telegram zwei Anhörungsschreiben zukommen lassen und hat diese per Post an den Firmensitz in Dubai gesendet. Beide Zustellversuche, die jeweils durch die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate durchgeführt wurden, seien nach “Spiegel”-Informationen gescheitert. Nun habe das Bundesamt die Schreiben im Bundesanzeiger veröffentlichen lassen, womit sie als zugestellt gelten.

3. EU-Staaten einigen sich auf strengeres Digitalgesetz
(zeit.de)
Das neue EU-Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act) soll die Marktmacht der Internetkonzerne strenger regulieren und für faireren Wettbewerb sorgen: “Vor allem die US-Unternehmen Google, Amazon, Facebook und Apple dürften die Auswirkungen spüren. Diesen sogenannten Gatekeepern soll für ihre zentralen Dienste unter anderem verboten werden, eigene Produkte und Angebote bevorzugt gegenüber denen der Konkurrenz zu behandeln.”

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4. Mexiko: Fünf Jahre nach dem Mord an der Journalistin Miroslava Breach
(reporter-ohne-grenzen.de)
In Zusammenhang mit dem Mord an der mexikanischen Journalistin Miroslava Breach Velducea im Jahr 2017 erklärt Reporter ohne Grenzen: “Die mexikanischen Behörden haben die Krise der Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten im Land immer noch nicht in den Griff bekommen. Die mexikanische Regierung muss in Übereinstimmung mit ihren internationalen Verpflichtungen die volle Meinungsfreiheit garantieren und aufhören, Medienschaffende verbal zur Zielscheibe zu machen und zu kriminalisieren.”

5. TV-Einschaltquote: Heute zählen auch Klickzahlen
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers, Audio: 5:33 Minuten)
Lange Zeit galt bei der Beurteilung des Erfolgs von Fernsehformaten die Einschaltquote als Maß aller Dinge. Heutzutage kommen neue Parameter wie die Werte von Mediatheken und Online-Streaming hinzu, deren Aussagekraft jedoch mitunter zweifelhaft ist. Oft sei bereits entscheidend, dass ein Inhalt einfach nur angeklickt wurde, wie der Medienwissenschaftler Christian Richter ausführt: “Es spielt also keine Rolle, ob man die gesamte Folge gesehen hat, ob man die Hälfte gesehen hat oder ob man tatsächlich einfach nur mal angeklickt, aus Versehen reingerutscht ist, sich verklickt hat, das alles spielt keine Rolle.”

6. Habecks Instagram
(faz.net, Andrea Diener)
Wirtschaftsminister und Vize-Kanzler Robert Habeck hat in letzter Zeit auf Instagram verschiedene Erklärvideos zu Gas, Kohle und Öl veröffentlicht. Andrea Diener findet lobende Worte für Habecks Medienarbeit: “Ausgerechnet der Wirtschaftsminister, der sich Anfang 2019 noch mit einigem Getöse von Twitter und Facebook verabschiedet hatte, weil er es nicht für die richtige Form hielt, Debatten zu führen, läuft hier als Erklärer in eigener Sache zu Hochform auf.”

Hausdurchsuchungen, Wikipedia-Downloads, Geld verdienen

1. Hausdurchsuchungen wegen Hass im Netz
(tagesschau.de)
Im Rahmen eines Aktionstags gegen Hasspostings sind bundesweit mehr als 100 Wohnungen und Häuser durchsucht worden, wie das Bundeskriminalamt und die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft mitteilten. Das in dem verlinkten Beitrag eingebettete Video (1:25 Minuten) zeigt die Schärfe derartiger Hasspostings und belegt die Notwendigkeit, gegen sie vorzugehen.

2. “Die Russen machten Jagd auf uns”
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Für Journalisten und Journalistinnen wird es immer schwerer, aus der Ukraine zu berichten. Zuletzt seien zwei ukrainische Journalisten der Nachrichtenagentur AP von der ukrainischen Armee aufgefordert worden, die von russischen Truppen belagerte Stadt Mariupol zu verlassen. Markus Ehrenberg hat sich umgehört, wieviele Reporterinnen und Reporter sich überhaupt noch im Kriegsgebiet aufhalten.

3. Menschen in Russland laden Wikipedia herunter – solange es noch geht
(netzpolitik.org, Tomas Rudl)
Während der russische Staat versucht, das Land immer stärker vom freien Internet abzuschotten, laden sich immer mehr russische Bürgerinnen und Bürger eine komplette Kopie der Wikipedia herunter. Das gehe aus den Downloadzahlen hervor: “Über 100.000 Mal wurde in der ersten Märzhälfte die 29 Gigabyte große russische Wikipedia-Ausgabe heruntergeladen, eine Steigerung von mehr als 4.000 Prozent, verglichen mit Zahlen aus dem Januar.”

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4. Lasst uns übers Geldverdienen reden!
(journalist.de, Simone Jost-Westendorf)
Simone Jost-Westendorf leitet das “Journalismus Lab” der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen. In einem Beitrag für den “journalist” schreibt sie, warum sich unternehmerisches Denken und Handeln für Medienschaffende lohnt: “Ein selbstbewusster Umgang mit Geld ist im Journalismus dringend notwendig und hilft all jenen, die im freien Wettbewerb mit ihren Innovationen zur Zukunftsfähigkeit des Journalismus beitragen.”

5. Newsletter Netzwerk Recherche, Nr. 207, 22.03.2022
(netzwerkrecherche.org, Cordula Meyer & Albrecht Ude)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für Journalistinnen und Journalisten aus dem Investigativbereich: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die neueste Ausgabe liefert einen aktuellen Überblick über Nachrichten, Veranstaltungen, Seminare, Stipendien und Preise. Und natürlich darf das Thema Ukraine nicht fehlen. Im Pressespiegel gibt es zudem wertvolle Lesetipps zu ausgesuchten Themen.

6. “Bild” startet Telegram-Kanal gegen Fake News
(meedia.de)
Zum Schluss noch eine Meldung, die wie ein kurioses Paradoxon klingt: “Bild” startet Telegram-Kanal gegen Fake News.

Russlands Twitter-Taktik, Sondersendungen, Ausgegruschelt

1. Wie Russland die Desinformationsregeln von Twitter umgeht
(netzpolitik.org, Olaf Pallaske)
Seit Anfang März sind die russischen Staatsmedien RT und Sputnik in der EU verboten. Doch wie eine Analyse des Magazins “The Conversation” zeigt, hat der Kreml neue Propaganda-Strategien entwickelt. Er verwendet Twitter-Accounts russischer Botschaften, Missionen und Kommissionen, um die eigene Kampagne fortzuführen: “In einer Analyse von 75 dieser Accounts stellten die Wissenschaftler:innen des Magazins fest, dass die Mehrheit ihrer Tweets falsche Informationen enthalten.”

2. Diese neuen Formate liefern News auf Ukrainisch
(meedia.de, Torben Heine)
Als Reaktion auf die auch in Deutschland eintreffenden ukrainischen Kriegsflüchtlinge etablieren sich auf den verschiedensten Kanälen neue Newsformate. Torben Heine stellt einige der Angebote vor, darunter der Instagram-Account “How to Deutschland”, das “Ukraine Update” von RTL und ntv sowie das ukrainischsprachige Magazin des “Kölner Stadt-Anzeigers”.

3. Fragen und Antworten für Journalisten
(reporter-ohne-grenzen.de)
Wie können Journalistinnen und Journalisten möglichst sicher über die Kämpfe in der Ukraine berichten? Welche Hilfestellungen gibt es für ukrainische Reporterinnen und Reporter? Welche Unterstützung brauchen russische Medienschaffende jetzt von der deutschen Politik? Antworten auf diese und weitere Fragen hat die Organisation Reporter ohne Grenzen in einem FAQ zusammengestellt.

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4. Wie sieht der Krieg im ukrainischen Fernsehen aus?
(faz.net, Harald Staun)
Harald Staun hat sich den Livestream des Nachrichtensenders Ukraine 24 angeschaut, der im Internet mit englischer Live-Synchronisation zu empfangen ist: “Wie sich dort, zum einen, der absolute Ausnahmezustand abbildet, in deprimierenden Berichten von der Front, in Interviews aus den Luftschutzkellern und in dröhnenden Ermutigungsclips rund um die Uhr, und andererseits die Routinen der Fernsehberichterstattung Normalität ausstrahlen, macht den ganzen Wahnsinn dieses Krieges auf besonders gespenstische Weise anschaulich.”

5. TV-Nachrichten im Ausnahmezustand: Spezial ist das neue Normal
(dwdl.de, Peer Schader)
Die Zeit des Kriegs in der Ukraine ist für viele deutsche Sender die Zeit der Sondersendungen. Peer Schader hat sich durch die verschiedenen Formate gezappt. Sein Fazit: “Ich kann mir gerade noch nicht vorstellen, wie das alles sein wird, wenn es irgendwann wieder weniger zu berichten gibt (falls das überhaupt realistisch ist). Aber bei einem bin ich mir sicher: Die Extraisierung der TV-Nachrichten wird noch eine ganze Weile nachwirken, bei Verantwortlichen und Berichterstattenden genau wie bei denen, die zusehen.”

6. StudiVZ und MeinVZ schmeißen ihre letzten Nutzer raus
(spiegel.de, Markus Böhm)
Schluss mit “Gruscheln”: Die Netzwerke StudiVZ und MeinVZ schließen nach einem lang hingezogenen Niedergang endgültig ihre Pforten. Wer noch alte Fotos oder Chatverläufe sichern will, habe noch bis zum 31. März dafür Zeit. Danach sollen alle Daten gelöscht werden.

KW 11/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Ukraine-Krieg: Mit Fakten gegen Fakes
(ndr.de, Zapp, Mandy Mülling, Video: 9:41 Minuten)
Der Krieg in der Ukraine wird auch medial ausgetragen. Für Lügen, Propaganda und Desinformation gibt es als Gegenmittel Faktenchecks, aber auch die können falsch sein – ob absichtlich oder unabsichtlich. Das Medienmagazin “Zapp” hat sich auf die Suche begeben: Wer kämpft in diesem Informationskrieg mit welchen Mitteln? Was ist authentisch, was nicht? Und wie lässt sich das herausfinden?

2. Wie viel Gefühl lässt Krisenberichterstattung zu?
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 38:28 Minuten)
Bei ihrer Krisenberichterstattung bemühen sich viele Redaktionen um Sachlichkeit, die von manchen als zu nüchtern empfunden wird. Ein Deutschlandfunk-Hörer wünscht sich beispielsweise, dass Journalistinnen und Journalisten neben der rationalen auch die emotionale Ebene bespielen. Darauf antworten der Medienpsychologe Frank Schwab, die Deutschlandfunk-Moderatorin Sandra Schulz und Stephan Beuting aus der Dlf-Medienredaktion.

3. Medien als Waffen? Wie sich Kriegsberichterstattung verändert hat
(sr2.de, Isabel Sonnabend und Michael Meyer, Audio: 18:32 Minuten)
Früher gab es zu Kriegszeiten nur wenig Informationen, heute gibt es allein durch Social-Media-Posts eine regelrechte Informationsschwemme. Doch sind wir dadurch auch wirklich besser informiert? Und wie manipuliert sind Bilder und Informationen des Krieges? Darüber sprechen Isabel Sonnabend und Michael Meyer mit dem Medienwissenschaftler Markus Krajewski von der Uni Basel.

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4. Der Geist von Horst Seehofer
(logbuch-netzpolitik.de, Linus Neumann & Tim Pritlove, Audio: 1:15:34 Stunden)
Bei “Logbuch:Netzpolitik” ist Arne Semsrott von der Transparenzinitiative “FragDenStaat” zu Besuch. Semsrott erzählt von den Bemühungen und Erfolgen, Behörden zu mehr Offenheit gegenüber Medien- und Bürgeranfragen zu bringen. Hörenswert und inspirierend zugleich, weil sich zeigt, welche tollen Erfolge durch das Engagement einiger weniger erreicht werden können.

5. Polarisierung und Journalismus
(journalistik.blogs.uni-hamburg.de, Jonathan Deupmann, Audio: 32:02 Minuten)
Im aktuellen Podcast der Journalistik und Kommunikationswissenschaften der Universität Hamburg geht es um Polarisierung und Journalismus: Wie kann Polarisierung gemessen werden? Was können Medienschaffende gegen diese Entwicklung tun? Und wann wird aus einer verbreiteten Meinungsverschiedenheit eine Spaltung der Gesellschaft? Dazu hat der kanadische Politikwissenschaftler Eric Merkley geforscht. Lassen sich die Erkenntnisse aus Nordamerika auf Deutschland übertragen?

6. Wie Bestseller den Buchmarkt prägen
(deutschlandfunkkultur.de, Christian Blees, Audio: 30:37 Minuten)
Rund zweieinhalb Millionen Bücher sind in Deutschland lieferbar und jedes Jahr kommen noch einmal circa 70.000 Neuerscheinungen dazu. Wer soll da den Überblick behalten? Ein wichtiges Tool für Buchhandel und Verlage sind die Bestsellerlisten. Doch wie kommen die zustande? Und können sie manipuliert werden? Eine empfehlenswerte halbe Stunde für alle, die hinter die Kulissen der Buchwelt schauen wollen.

Berichten aus dem Krieg, “How to Deutschland”, Retro-Trend

1. “Besser als dieses Framing Gut gegen Böse wäre eine friedensjournalistische Perspektive”
(uebermedien.de, Lisa Kräher)
“Die Ukraine wurde angegriffen, und das ist völkerrechtswidrig. Daher ist de jure und de facto die Ukraine das Opfer eines illegalen Angriffskrieges, für den es keine Rechtfertigung gibt. Trotzdem kann man hinterfragen, wie das medial inszeniert wird.” Lisa Kräher hat für “Übermedien” mit Florian Zollmann ein Interview geführt, der sich an der Universität von Newcastle unter anderem mit Kriegsberichterstattung und der Ökonomie der Medien und Propaganda beschäftigt.

2. MABB steigert auf 40 000 Euro
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Der russische Staatssender RT lässt sich von den 25.000 Euro Zwangsgeld nicht beeindrucken und sendet trotz fehlender Lizenz unverdrossen in Deutschland weiter. Nun hat die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) ein weiteres Zwangsgeld in Höhe von 40.000 Euro gegen RT DE festgesetzt.

3. Funk startet Info-Format auf Instagram für junge Ukraine-Geflüchtete
(meedia.de)
“How to Deutschland” nennt sich das neue Instagram-Format für junge Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine nach Deutschland fliehen beziehungsweise geflohen sind. Der Kanal gehört zu “funk”, dem Online-Angebot von ARD und ZDF, und bietet mehrsprachige Informationen (deutsch, englisch, ukrainisch) zu den Themen Unterbringung, Asylrecht und all dem, was für ein Leben in Deutschland sonst noch wissenswert ist.

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4. Retro-Trend im TV: “Etwas mediale Wärme von damals”
(blog.medientage.de, Susanne Herrmann)
“Wetten, dass ..?”, “TV total”, “Geh aufs Ganze”, “7 Tage, 7 Köpfe” und “Der Preis ist heiß”: Derzeit setzen viele TV-Sender auf die Wiederbelebung längst eingestellter Formate. Susanne Herrmann hat einen Fachmann gefragt, wie er die Retro-Welle einschätzt: Philipp Schulze, Chefredakteur von “TV Spielfilm”, “TV Today”, der Filmzeitschrift “Cinema” und des “SerienMagazin”. Sein erster Gedanke sei gewesen: “Och nö. Nicht schon wieder.”

5. Statistiken schlüssig schildern: Was grafische Statistiken verständlich und vertrauenswürdig macht
(de.ejo-online.eu, Sabrina H. Kessler & Miriam S. Cano Pardo & Servan Grüninger)
Wie sollten Corona-Statistiken aufbereitet werden, damit die Lesenden ihnen vertrauen? Was braucht es, damit Grafiken korrekt interpretiert werden? Mit diesen Fragen haben sich Forscherinnen und Forscher der Jungen Akademie Schweiz im Rahmen des interdisziplinären Projekts “Fake News on COVID-19” beschäftigt.

6. BBC entschädigt Dianas früheren Privatsekretär
(sueddeutsche.de)
Der frühere BBC-Reporter Martin Bashir hat 1995 Lady Diana mit gefälschten Dokumenten in ein Interview gelockt, das in Großbritannien seinerzeit von rund 23 Millionen Menschen verfolgt wurde. Nun hat die BBC bei Dianas damaligem Privatsekretär Patrick Jephson um Entschuldigug gebeten und eine “substanzielle Summe” an Schadenersatz gezahlt. Jephson wolle das Geld an ein Kinderhospiz in Wales spenden.

“Meduza”, Ross- statt Instagram, Jahresbericht des Presserats

1. “Alles hat sich dramatisch verändert”
(netzpolitik.org, Alexandra Conrad)
Die Internetzeitung “Meduza” zählte bis zu ihrer Sperrung Anfang März zu den letzten unabhängigen russischen Berichterstattern. Nun kämpft die Redaktion um das wirtschaftliche Überleben. Im Exil sei es nicht möglich, an die Gelder der 30.000, meist russischen Unterstützer und Unterstützerinnen zu gelangen. In Zusammenarbeit mit den deutschen “Krautreportern” hat man eine Rettungskampagne gestartet. netzpolitik.org hat mit “Meduza”-Kommunikationschefin Katerina Abramova über die Arbeit im Exil und die Zukunft des Portals gesprochen.

2. Traut euren Augen nicht! Im Krieg der Bilder ist praktisch alles möglich
(rnd.de, Imre Grimm)
“Noch nie hat ein moderner Krieg eine solche Flut an nicht nachprüfbaren Bildern produziert. Parallel zu den realen Gefechten und blutigen Kämpfen in zerschossenen Städten tobt bei Twitter, Instagram, Facebook und Tiktok eine digitale Schlacht um die Hirne und Herzen.” Imre Grimm erklärt, wer da gegen wen kämpft, mit welchen Tricks gearbeitet wird, und was man tun kann, um nicht auf die Manipulationen hereinzufallen.

3. “Rossgram” soll Russlands Instagram-Alternative werden
(spiegel.de)
Seit dem Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine haben die Behörden in Russland den Zugang zu Onlinemedien massiv eingeschränkt. Dies betrifft Nachrichtenseiten und regionale Portale, aber auch internationale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram. Nun wollen russische IT-Unternehmer eine Instagram-Alternative auf den Markt bringen.
Weiterer Lesehinweis: Moskau sperrt die BBC (sueddeutsche.de).

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4. Ukraine: Wegsehen mehrt das Unrecht
(deutschlandfunk.de, Marina Weisband, Audio: 4:49 Minuten)
Derzeit beherrscht der Krieg gegen die Ukraine die Berichterstattung, doch es ist zu befürchten, dass die Aufmerksamkeit von Medien und Öffentlichkeit mit der Zeit weniger wird. Es werde Zeit für eine neue Balance durch andere Formate und eine langfristige Begleitung wichtiger Themen, findet Deutschlandfunk-Kolumnistin Marina Weisband: “Jetzt, wo noch alle Augen auf dieses Land gerichtet sind, möchte ich bitten: wendet euch nicht ab, wenn Unrecht passiert. Seht hin. Wegsehen mehrt das Unrecht.”

5. Evangelische Journalistenschule in Berlin schließt
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Es hat sich lange angekündigt, nun ist es traurige Gewissheit: Die Evangelische Journalistenschule (EJS) schließt ihre Pforten. Bis zuletzt hatte der Freundeskreis der EJS mit einem neuen Konzept um den Fortbestand der Schule gekämpft, konnte den Aufsichtsrat jedoch nicht umstimmen.

6. Sorgfalt ist das Gebot der Stunde: Jahresbericht des Presserats
(presserat.de)
Der Deutsche Presserat hat seinen Jahresbericht veröffentlicht. Die Zahl der verteilten Rügen sei 2021 weiter gestiegen: “60-mal rügte der Presserat schwere Verstöße gegen den Pressekodex, im Jahr zuvor waren es noch 53 Rügen. Die meisten betrafen den Persönlichkeits- und Opferschutz nach Ziffer 8 sowie Schleichwerbung nach Ziffer 7 des Pressekodex.” In auffälliger Häufung wieder mal dabei: die Medien aus dem Hause Axel Springer. Fast die Hälfte aller Rügen bezieht sich auf “Bild”, “Bild am Sonntag” beziehungsweise Bild.de.

KW 10/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Ferngespräche: Südafrika
(radioeins.de, Holger Klein, Audio: 1:08:08 Stunden)
Die radioeins-Korrespondenteninterviews von Holger Klein sind ein steter Garant für Information und Unterhaltung. Diesmal erzählt Jana Genth aus ihrem südafrikanischen Berichtsgebiet, von kulinarischen Herausforderungen und den Klicklauten der Zulu-Sprache. Eine wunderbare und mitreißende Kombination aus ernsten und unterhaltsamen Themen.

2. Jens Schröder über Social Media und den Ukraine-Krieg.
(turi2clubraum.podigee.io, Aline von Drateln & Markus Trantow, Audio: 41:33 Minuten)
Im “turi2”-Podcast haben Aline von Drateln und Markus Trantow den “Daten-Dompteur” und “Zahlen-Zampano” Jens Schröder zu Gast. Schröder hat über eine Spanne von eintausend Ausgaben den täglichen #trending-Newsletter herausgegeben, der vor Kurzem als wöchentliches Format relauncht wurde. Im Gespräch geht es um die Themen der Woche, die Zahlenverliebtheit der Medienbranche und Schröders Lust am Daten-Sortieren.

3. Ein Dorf im Griff einer TV-Serie
(deutschlandfunkkultur.de, Heiner Kiesel , Audio: 29:40 Minuten)
Die Arztserie “Der Bergdoktor” spielt in der Tiroler Gemeinde Ellmau am Fuße des Wilden Kaisers. Das hat Folgen für die Popularität des Ortes: Seit das ZDF-Erfolgsformat dort gedreht wird, sind die Übernachtungszahlen explodiert und die Immobilienpreise gestiegen. Heiner Kiesel hat sich für eine Reportage nach Ellmau begeben und mit Besuchern, Einheimischen, dem Tourismusdirektor und dem echten Bergdoktor gesprochen. Der Touristiker ist begeistert, die Einheimischen sind teilweise frustriert: “Es ist für einen jungen Menschen fast nicht mehr möglich, sich etwas leisten zu können. Die Grundstückspreise explodieren, dadurch, dass einfach viele Deutsche hierherkommen und einen Zweitwohnsitz nehmen und uns verdrängen.”

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4. Untergraben Streamingdienste die Demokratie?
(ardaudiothek.de, Katja Weber, Audio: 52:31 Minuten)
Der Medien- und Kommunikationswissenschaftler Marcus S. Kleiner befürchtet, dass Streamingdienste demokratischen Prozessen eher entgegenwirken könnten: “Das On-Demand-Videostreaming ist für mich etwas, was sich Adorno und Horkheimer in der ‘Dialektik der Aufklärung’ nicht hätten träumen lassen. Die doppelte Ökonomie der Selbst-Manipulation, -Entmündigung und -Ausbeutung.” In seinem Vortrag erklärt Kleiner, wie Anbieter von Video-on-Demand-Diensten aus seiner Sicht die Demokratie unterminieren.

5. “Narcoland” & “Suisse Secrets”: Recherchen & Reportagen als Podcasts
(ohrensessel.podigee.io, Carina Schroeder & Sandro Schroeder, Audio: 1:29:40 Stunden)
Podcast-Experte Sandro Schroeder und Audio-Journalistin Carina Schroeder haben einen Podcast über Podcasts gestartet. Zu Beginn erzählen die beiden “Ohrensessler” hörbar begeistert von der Entstehungsgeschichte der “Ohrensessel”-Jingles. Danach geht es um zwei Produktionen, die Recherchen als Mini-Serien erzählen: “Narcoland” von der “Aachener Zeitung” und “Suisse Secrets” von der “SZ”. Schroeder und Schroeder besprechen die Stärken und Schwächen der beiden Audio-Serien und diskutieren die Frage, wie journalistische Podcasts umgesetzt sein sollten.

6. BILD TV: Schwach angefangen, stark nachgelassen
(youtube.com, Walulis Story – SWR, Video: 11:09 Minuten)
Trotz erheblicher Investitionen erreicht “Bild TV” nur miserable Einschaltquoten. Das könnte nach Ansicht des “Walulis”-Teams unter anderem an dem Doku-Überangebot liegen und an der Tatsache, dass dem Sender mit Julian Reichelt ein prominentes Gesicht abhanden gekommen ist: “Paul Ronzheimer und Johannes Boie versuchen diese Lücke vor der Kamera zu füllen. Aber warum BILD TV keine klare Zielgruppe hat und warum sie die Stärken der BILD-Zeitung nicht ins TV kriegen, erfahrt ihr in der Walulis Story.”

Neue Narrative der “Querdenker”, Umzug nach Riga, Informationskrieg

1. Mehr als einhundert Journalisten haben Land verlassen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Reporter ohne Grenzen appelliert an die Bundesregierung, russische Journalistinnen und Journalisten unbürokratisch aufzunehmen: “Durch seine drakonischen Zensurmaßnahmen hat der Kreml seit Beginn des Angriffs auf die Ukraine eine große Zahl unabhängiger Journalistinnen und Journalisten zur Flucht ins Ausland gezwungen. Die deutsche Bundesregierung, aber auch die Regierungen benachbarter Staaten müssen diese Medienschaffenden unbürokratisch aufnehmen und ihnen Schutz bieten.”

2. Pro-russische Propaganda: Die “Querdenken”-Szene findet neue Narrative
(deutschlandfunk.de, Pia Behme & Mirjam Kid, Audio: 6:59 Minuten)
Wie kommt es, dass die “Querdenker”-Szene so empfänglich für pro-russische Propaganda ist? Die Journalistin und Publizistin Ingrid Brodnig hat eine Vermutung: “Diese Szene braucht Anschlusserzählungen, über die man sich dann wieder aufregen kann. Da ist zum einen das Klima-Thema interessant. Aber auch Russland, weil ich da wieder eine Wahrheit gegen den Mainstream habe, die ich verbreiten kann. Es kann auch eine Überlebensstrategie für die Szene sein, sich neue Themen zu erarbeiten.”

3. Wie die Deutschen in den ersten Kriegstagen fernsahen
(rnd.de)
Die von den Fernsehsendern mit der Ermittlung der Einschaltquoten beauftragte AGF Videoforschung hat auf Anfrage der dpa den Fernsehkonsum in Deutschland in der ersten Kriegswoche im Vergleich zu den Vorwochen ausgewertet. Vor allem die Nachrichtensender hatten starken Zulauf, aber auch das Interesse an den Onlineangeboten und Sozialen Netzwerken war groß. ARD und ZDF hätten bei der jüngeren Zielgruppe punkten und deutlich zugelegen können.

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4. “Man muss die Risiken abwägen”
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Mathias Bölinger berichtet seit Anfang Januar für die Deutsche Welle aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Im Interview mit dem “Tagesspiegel” erzählt er von seiner schwierigen Arbeitssituation, von Einschränkungen, aber auch von der Unterstützung durch Bewohner und ukrainischen Staat.

5. DW: Berichterstattung künftig aus Lettland nach Schließung des Moskauer Studios
(dw.com)
Die Deutsche Welle (DW) verlegt ihren russischen Auslandsstandort von Moskau ins lettische Riga. Der Kreml hatte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der DW zuvor die Presseakkreditierungen entzogen. Intendant Peter Limbourg verspricht: “Wir werden weiterhin alles technisch und organisatorisch Mögliche tun, um unser Publikum in Russland und weltweit mit wichtigen Informationen zu versorgen. Wir setzen weiterhin auf eine unabhängige, objektive Berichterstattung. Auch wenn unser Internetauftritt und die meisten Sozialen Medien von der Regierung Putin in den vergangenen Tagen blockiert wurden, gibt es für interessierte Menschen in Russland vielfältige Wege der Zensurumgehung.”

6. “Wenn man nicht in diesem Fall Pro­pa­ganda ver­bietet, wann dann?”
(lto.de, Annelie Kaufmann)
Tobias Keber ist Professor für Medienrecht und Medienpolitik. Im Interview mit “Legal Tribune Online” erläutert er sein Verständnis eines “Informationskriegs” und erklärt, wie im Kriegsfall die Informations- und Meinungsfreiheit verloren gehen. Er bewertet auch die EU-Sanktionen gegen die russischen Staatsmedien “Russia Today” und “Sputnik”: “Als Medienrechtler sehe ich das kritisch, es ist schon eine sehr weitgehende Einschränkung der Informationsfreiheit, wenn ganze Sender verboten werden. Als Völkerrechtler halte ich es für richtig. Das Gewaltverbot ist der Kern der Nachkriegsordnung der internationalen Staatengemeinschaft. Der Einmarsch Russlands in die Ukraine ist ein so eklatanter Verstoß, wenn man nicht in diesem Fall den Völkerrechtbruch begleitende und ihn rechtfertigende Propaganda verbietet, wann dann?”

Putins Zensurgesetz, Initiativen für Pressefreiheit, Chinas Schlingerkurs

1. “Für Journalisten ein Berufsverbot und für Bürger ein Verbot, zu denken”
(tagesspiegel.de, Hannah Wagner)
Bereits vor den jüngsten Angriffen gegen die Ukraine war es in Russland nicht gut um die Pressefreiheit bestellt – das Land belegt Rang 150 von 180 im entsprechenden Index der Organisation Reporter ohne Grenzen. Doch nun wird alles noch einmal deutlich schlimmer: Nach Gefängnisandrohungen für angebliche “Falschinformationen” zum Krieg ziehen sich ausländische Sender aus dem Land zurück, und immer mehr kritische inländische Medien kapitulieren.

2. Die Angst Putins vor der Wahrheit
(faz.net, Berthold Kohler)
Auch die “FAZ” zieht ihre Korrespondentinnen und Korrespondenten aus Russland ab. Herausgeber Berthold Kohler kommentiert: “Ein Zeichen von Stärke ist Zensur nie. Die Maßnahmen enthüllen vielmehr, wie groß die Angst im Kreml vor der Wahrheit ist. Doch wird es selbst Putin nicht gelingen, sie zu unterdrücken. Auch unsere Korrespondenten werden weiter nach bestem Wissen und Gewissen über Russland berichten – von einem Ort aus, an dem sie frei sprechen und schreiben können, ohne dass ihnen Lagerhaft droht.”

3. “Ich möchte einfach nur arbeiten”
(zeit.de, Ekaterina Astafeva & Elizaveta Antonova)
“Ich bin geflohen, weil es gefährlich geworden ist, als Journalist in Russland zu arbeiten. Ich habe meinen Laptop, meinen Reisepass, meinen Ausweis, einige wichtige Papiere und ein paar Klamotten eingepackt und sonst nichts mitgenommen.” Die “Zeit” hat mit drei russischen Journalistinnen beziehungsweise Journalisten gesprochen, die ins Ausland geflüchtet sind und nicht wissen, wie es für sie weitergeht.

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4. Journalisten-Zentrum und TOR-Project: Initiativen für Pressefreiheit im Ukraine-Krieg
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers, Audio: 5:34 Minuten)
Der Deutschlandfunk berichtet über Initiativen, Medienschaffende in der Ukraine zu unterstützen und den Zugang zu unabhängiger Berichterstattung zu ermöglichen. Reporter ohne Grenzen unterstützt beispielsweise Journalistinnen und Journalisten, die aus dem Ukraine-Krieg berichten, mit Schutzausrüstung, einem Versicherungsschutz, Verschlüsselungstechnik oder auch schlicht mit Geld. Eine andere Initiative, die sich in ähnlicher Weise für in Not geratene Reporterinnen und Reporter und deren Familien in Kriegs- und Krisenregionen einsetzt, ist der Verein Journalisten helfen Journalisten.

5. Weltreporter fordert Unterstützung freier Korrespondent*innen in der Ukraine und Russland
(weltreporter.net)
Auch “Weltreporter”, das größte Netzwerk freier deutschsprachiger Auslandskorrespondenten und -korrespondentinnen, fordert mehr Schutz und Unterstützung für freie Medienschaffende, die aus dem Kriegsgebiet berichten: “Redaktionen drucken zwar die Texte freier Reporter*innen aus Kriegs- und Krisengebieten, drücken sich jedoch teils vor der Verantwortung für die Kolleg*innen.”

6. Der Schlingerkurs von Chinas Medien
(tagesschau.de, Eva Lamby-Schmitt)
Eva Lamby-Schmitt berichtet aus dem ARD-Studio Shanghai. Sie hat sich angeschaut, wie in den chinesischen Staatsmedien über Russlands Krieg gegen die Ukraine berichtet wird: “In offiziellen Statements versucht die chinesische Staats- und Parteiführung nach außen hin, ein möglichst neutrales Bild zu wahren. China positioniert sich nicht eindeutig und die Thesen sind widersprüchlich. Einerseits gesteht China Russland zu, die vermeintlichen Sicherheitsbedenken und die Bedrohung durch [die] Osterweiterung der NATO seien real. Andererseits betont China immer wieder, souveräne Staaten wie die Ukraine zu respektieren. Manche Beobachter sprechen bei dieser Haltung von einer pro-russischen Neutralität.”

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