Suchergebnisse für ‘spiegel online’

Gaza-Zugang, ICE-Überwachung, Antisemitismus-Ansprechpartner

1. Oberstes Gericht muss Gaza-Zugang gestatten
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) fordert ungehinderten Zugang zum Gazastreifen für Journalistinnen und Journalisten: “Seit zwei Jahren blockiert Israel den Zugang von internationalen Medienschaffenden nach Gaza fast vollständig”, so RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus: “Wir fordern den Obersten Gerichtshof in Jerusalem auf, endlich grundlegende demokratische Prinzipien durchzusetzen. Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, Gaza nicht für internationale, israelische und palästinensische Medien zu öffnen.”

2. Felix Klein rät Medien zu Antisemitismus-Ansprechpartnern
(taz.de, Jannik Grimmbacher)
Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung Felix Klein habe vorgeschlagen, dass große Medien feste Ansprechpartner für Fragen rund um Antisemitismus einrichten sollen. Dafür sehe er den Verband Jüdischer Journalistinnen und Journalisten als möglichen Partner, der beraten, schulen und rechtliche Expertise liefern könne und künftig staatlich gefördert werde. Klein sei jedoch nicht unumstritten, schreibt Jannik Grimbacher in der “taz”: “In der Vergangenheit hat er seinen Auftrag, Antisemitismus entgegenzutreten, sehr großzügig interpretiert.”

3. Amerikanische Abschiebebehörde will Soziale Medien überwachen
(netzpolitik.org, Paula Clamor)
Die US-Behörde ICE wolle nach einer Etataufstockung Software beschaffen, die Soziale Medien auswertet und mit Regierungsdaten verknüpft, um Aufenthaltsorte von Menschen ohne gültige Papiere zu ermitteln. Das Programm solle laut Regierungsanfrage Hinweise wie Adressen, Arbeitsstellen oder Kontaktpersonen liefern. Zugleich rüste die Behörde technisch auf, etwa durch ein Palantir-System namens “ImmigrationOS”.

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4. Mehrheitseigner MFE tauscht Vorstand von ProSiebenSat.1 aus
(spiegel.de)
Der Aufsichtsrat von ProSiebenSat.1 habe auf Druck des neuen Mehrheitseigners, dem italienische Medienkonzern MediaForEurope, einen umfassenden Vorstandsumbau beschlossen. Zugleich sei ein weiteres Vorstandsmitglied zurückgetreten; die Position werde nicht nachbesetzt. Hintergrund seien Sparziele und die Transformation vom “linearen Broadcaster zum Streaminganbieter”. Ein weiterer Personalabbau werde erwartet. Das “Handelsblatt” habe im Februar von “grob 500 Stellen” gesprochen.

5. Worte, die verletzen: Wie afrikanische Medien über sexualisierte Gewalt berichten – und was sich ändern soll
(de.ejo-online.eu, Kemiso Wessie)
Laut Studien prägen afrikanische Medienberichte über sexualisierte Gewalt die öffentliche Wahrnehmung stark, enthalten jedoch oft Mythen und Sensationslust. Die Untersuchungen würden zugleich eine sehr hohe Betroffenheit von Frauen und Mädchen zeigen. Aktivistinnen wie Mbali Shongwe betonen, dass Medienschaffende und Polizei besser geschult werden müssten, damit Berichte und der Umgang mit dem Thema nicht retraumatisierend wirken, sondern die Würde der Betroffenen gewährleisten und Hilfe fördern.

6. Wie die Deutsche Welle weltweit ihre Zielgruppen erreicht
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 58:19 Minuten)
In seinem Podcast “This Is Media Now” spricht Lukas Schöne mit Yasmina Al-Gannabi, “Senior Audience Development Managerin” und “Social Media Security Officer” der Deutschen Welle, darüber, wie der deutsche Auslandssender weltweit seine Zielgruppen findet und bindet. Im Mittelpunkt stehen datengetriebene Ansätze wie Watchtime-Analysen, Interaktionsraten und Ausstiegsminuten sowie plattformabhängige Nutzungsmuster. Außerdem geht es um sichere und konstruktive Social-Media-Arbeit.

Giftschränke der Bundesregierung, Minister in Bedrängnis, “Das crazy”

1. Die Giftschränke der Bundesregierung
(abgeordnetenwatch.de, Martin Reyher)
Laut “Abgeordnetenwatch” habe die Bundesregierung in mehreren Fällen versucht, brisante Unterlagen etwa zu Nord Stream 2 oder Lobbykontakten zu BMW und Porsche zunächst zurückzuhalten oder gar nicht erst als “amtlich” zu registrieren. Martin Reyher zeigt auf, dass solche Dokumente häufig erst nach öffentlichem Druck oder Klagen auftauchen. Diese Praxis unterlaufe das Informationsfreiheitsgesetz und erschwere es Journalistinnen und Journalisten, Regierungshandeln kritisch zu hinterfragen. Wenn staatliche Stellen gezielt Informationen zurückhalten, sei unabhängige Recherche kaum noch möglich.

2. Staatsminister in Bedrängnis – Weidel schaltet Anwälte ein
(t-online.de, Annika Leister)
AfD-Chefin Alice Weidel habe Anwälte eingeschaltet, weil das Onlinemagazin “The European” sie zwischen 2017 und 2021 als Autorin von Texten aufführte, obwohl sie dafür weder geschrieben noch ihre Erlaubnis gegeben habe. “The European” gehöre zur Weimer Media Group, die von Wolfram Weimer gegründet wurde, der heute Kulturstaatsminister unter Kanzler Friedrich Merz ist und als dessen Vertrauter gilt. Die Plattform weise die Vorwürfe zurück und behaupte, es habe sich um “dokumentarische Publikation von Politikerreden” gehandelt. t-online.de-Hauptstadtreporterin Annika Leister kommentiert dies wie folgt: “So mit Reden in gehäufter Zahl, Pressemitteilungen und anderen Äußerungen von Politikern zu verfahren, war allerdings in der seriösen Medienlandschaft nie Usus.”

3. Chatbots fressen Klicks und Quellen auf
(netzpolitik.org, Tomas Rudl)
Laut Tomas Rudl verdrängen KI-gestützte Suchmaschinen wie die Google-KI zunehmend den klassischen Zugang zu Informationen und verringern damit den Traffic für journalistische Quellen drastisch. Studien würden zeigen, dass Nutzerinnen und Nutzer seltener auf verlinkte Quellen klicken. Das gefährde die Wirtschaftlichkeit von Medienhäusern und schränke die Vielfalt im Netz ein. Gleichzeitig gewännen Inhalte von Akteuren mit politischen oder wirtschaftlichen Interessen an Einfluss.

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4. Medienkrise in Österreich: Wer wird noch Korruption aufdecken?
(profil.at, Franziska Schwarz)
Der österreichische Journalismus stecke in einer tiefen Krise. Stellenabbau, sinkende Reichweiten und schlecht gesteuerte Förderungen hätten zu einem historischen Tiefstand bei den Beschäftigten geführt. Ursachen seien wegbrechende Werbeeinnahmen, eine Abo-Müdigkeit, der Aufstieg KI-gestützter Suchsysteme und eine Förderpolitik, die an der Realität vorbeigehe.

5. Medienethiker warnt vor Propaganda in alternativen Medien
(fr.de, Florian Leclerc)
Der Wiener Medienethiker Luis Paulitsch habe auf der Frankfurter Buchmesse vor der wachsenden Wirkung alternativer Medien gewarnt, die oft nicht journalistischen Standards folgen und gezielt Propaganda verbreiten würden. Er nennt Beispiele von rechts wie “Tichys Einblick”, “Compact” oder “Nius”, aber auch linke Formate wie “Konkret”, und betont, der Begriff “alternativ” sei politisch nicht eindeutig. Am Fall der verhinderten Wahl der Verfassungsrichterin Frauke Brosius-Gersdorf zeige sich, wie stark solche Medien Debatten beeinflussen können. Paulitsch fordert Politik und Zivilgesellschaft auf, bei Förderung und Kommunikation klar zwischen seriösem Journalismus und Stimmungsmache zu unterscheiden.

6. »Das crazy« ist Jugendwort des Jahres
(spiegel.de)
“Das crazy” ist zum Jugendwort des Jahres 2025 gewählt worden. Die Floskel, die genutzt werde, wenn man sprachlos sei oder keine echte Antwort geben wolle, habe sich knapp gegen “goonen” und “checkst du” durchgesetzt. Bei der anonymen Onlinewahl seien angeblich rund zwei Millionen Stimmen von 11- bis 20-Jährigen abgegeben worden. Seit 2020 dürfe ausschließlich diese Altersgruppe über das Jugendwort abstimmen (“Wir müssen uns darauf verlassen, dass die Teilnehmenden ihr Alter wahrheitsgemäß angeben”, so eine Sprecherin der von einem Verlag betriebenen Aktion).

Ausgewogenes Programm?, Visa weg, Journalismus ohne Chefetage

1. Gerichte müssen prüfen, ob das Pro­gramm aus­ge­wogen ist
(lto.de, Annelie Kaufmann)
In einer “überraschenden Entscheidung” habe das Bundesverwaltungsgericht geurteilt, dass der Rundfunkbeitrag verfassungswidrig sein kann, wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk kein ausreichend ausgewogenes und vielfältiges Programm bietet. Nun müsse der Bayerische Verwaltungsgerichtshof klären, ob es “hinreichende Anhaltspunkte für evidente und regelmäßige Defizite” im Programm der Öffentlich-Rechtlichen gibt. Das Gericht halte es nach dem bisherigen Vorbringen der Klägerin allerdings für “überaus zweifelhaft”, dass diese Erfolg haben wird. Annelie Kaufmann erläutert bei “Legal Tribune Online” (“LTO”) den Fall und die juristischen Hintergründe.
Weiterer Lesetipp: “LTO”-Chefredakteur Felix W. Zimmermann sieht in dem Urteil “ein Geschenk für den öff­ent­lich-recht­li­chen Rund­funk”. (lto.de)

2. USA streichen Visa wegen Kirk-Kommentaren – auch einem Deutschen
(spiegel.de)
Die US-Regierung habe sechs Ausländern, darunter einer Person aus Deutschland (Anmerkung des “6-vor-9”-Kurators: offenbar der Filmemacher und Autor Mario Sixtus), die Visa entzogen, weil sie in Sozialen Medien den Tod von Charlie Kirk kommentiert hatten, der vor einem Monat bei einer Campus-Veranstaltung erschossen wurde. Im Fall des Deutschen lautete der Kommentar: “Wenn Faschisten sterben, jammern Demokraten nicht.” Das US-Außenministerium habe die Maßnahme damit begründet, dass das Land nicht verpflichtet sei, Ausländer aufzunehmen, die US-Amerikanern den Tod wünschen, und gewarnt, gegen alle vorzugehen, die Charlie Kirks Tod “loben, rationalisieren oder verharmlosen”.

3. Krautreporter: Journalismus ohne Chefetage
(dfjv.de, Ulrike Bremm)
Ulrike Bremm hat sich mit Theresa Bäuerlein über die “Krautreporter” und deren von anderen Redaktionen abweichende interne Struktur unterhalten. Die beiden sprechen darüber, wie “Krautreporter” seit 2023 ohne Chefredaktion funktioniert, und wie Führungsaufgaben auf das Team verteilt sind. Bäuerlein erzählt von den Vorteilen wie geteilter Verantwortung und davon, dass jeder seine Stärken einbringen könne. Sie spricht aber auch von Herausforderungen wie einem erhöhten Mental Load durch die vielen verschiedenen Rollen.

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4. Stephan Schmitter: “Kooperation ist ein Must-have”
(medientage.de, Petra Schwegler)
Stephan Schmitter, seit Januar 2024 CEO von RTL Deutschland, spricht im Interview mit Petra Schwegler über die Zukunft der Medienbranche, die sich laut Schmitter in einem “Dreikampf zwischen Content, Tech und Engagement” befinde, sowie über RTLs Strategie mit breiten Erlösmodellen, Partnerschaften und massiven Investitionen ins Streaming. Ein zentrales Thema ist außerdem die geplante Übernahme von Sky Deutschland.

5. Neue ChatGPT-App holt tote Promis zurück – zum Entsetzen ihrer Familien
(stern.de, Malte Mansholt)
Die neue Video-KI-App Sora von OpenAI ermögliche es Nutzern, mit wenigen Worten KI-Videos zu erstellen. Dazu zähle auch das Darstellen verstorbener Prominenter, was zu einer Flut von manipulierten Videos mit Personen wie Robin Williams oder Martin Luther King geführt habe. Die Angehörigen seien entsetzt, da die Verstorbenen in den Videos wie “digitale Handpuppen” dargestellt würden, die oft rassistische, provokante oder völlig untypische Dinge sagen. OpenAI habe zwar signalisiert, dass Angehörige “kürzlich Verstorbener” künftig eine Sperrung beantragen können, das Unternehmen wolle aber nicht vollständig auf die Funktion verzichten.
Weiterer Lesetipp: Kulturausschuss wünscht sich Label für KI-Nutzung bei Büchern: Der Vorsitzende des Kultur- und Medienausschusses im Bundestag, Sven Lehmann (Grüne), schlage ein Transparenzlabel für Bücher vor, das offenlegen soll, ob und in welchem Umfang Künstliche Intelligenz bei der Entstehung genutzt wurde. Hintergrund sei, dass ganze Berufszweige wie Übersetzung, Lektorat oder Covergestaltung durch die rasante KI-Entwicklung wegfallen könnten, und die Buchbranche massiv unter Druck stehe. (zeit.de)

6. Fast eine Tonne taz
(taz.de, Bernd Müllender)
Ein “taz”-Leser aus Marburg habe dem Internationalen Zeitungsmuseum in Aachen seine komplette “taz”-Sammlung geschenkt. Von der ersten Nullnummer 1978 bis heute seien dies insgesamt 13.133 Exemplare, die zusammen fast eine Tonne wiegen und 60 Regalmeter füllen. Das Museum sammele seit 1962 historische Zeitungen aus aller Welt und bewahre auch besondere Ausgaben wie die erste deutsche Nachkriegszeitung oder Blätter aus Nordkorea.

Mächtige Medienmänner, Kampagne gegen Verlagspreis, Podcasts

1. Wie reiche Männer Meinung kaufen
(youtube.com, Jan Böhmermann, Video: 19:11 Minuten)
Jan Böhmermann beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe seines “ZDF Magazin Royale” mit drei mächtigen Medienmännern: “Was man dafür braucht? Viel Geld, eine Handvoll gesunden Unternehmer-Spirit und natürlich das richtige Personal, das schon zuvor mit Bravour gezeigt hat, wie man Meinungen abseits des öden Mainstreams hübsch aufbereitet.” Er startet mit Holger Friedrich und dessen Berliner Verlag und leitet dann zu Frank Gotthardt mit dessen Beteiligungen an rechtslastigen Portalen über. Am Schluss wird ein noch mächtigerer Dritter angeteasert, doch die Folge bricht mit dem Verweis auf die angeblich abgelaufene Sendezeit ab.

2. Kampagne gegen Deutschen Verlagspreis : “Nius” versus Wolfram Weimer
(tagesspiegel.de, Gerrit Bartels)
Die rechte Onlineseite “Nius” habe versucht, eine Kampagne gegen den Deutschen Verlagspreis zu starten, indem sie behauptet habe, unter den 80 Preisträgern befänden sich “linksradikale Verlage” wie der Verbrecher Verlag oder die Edition Nautilus. “Nius” habe fünf Artikel zu dem Thema veröffentlicht und offenbar auf eine Intervention von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer gehofft, ähnlich wie im Fall des Rappers Chefket.

3. “Podcasts sind noch nicht zu Ende gelernt”
(medientage.de, Petra Schwegler)
Im Interview mit den Münchener Medientagen erklärt Maria Lorenz-Bokelberg, Gründerin der Podcast-Produktionsfirma Pool Artists, warum sie trotz mancher Grabgesänge weiter an das Hörformat glaubt. Ihr Appell: “Zieht Euch nicht alle zurück aus der Podcast-Branche! Erkundigt Euch ein bisschen, geht es im Zweifelsfall langsamer an – das ist gar kein Problem. Aber lasst uns nicht nervös machen von zwei, drei etwas lauteren Stimmen, die sich vielleicht verschätzt haben oder falsche Erwartungen hatten.”

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4. Ein inszenierter Skandal wird zur Hasswelle gegen die Zivilgesellschaft
(belltower.news, Robert Lüdecke)
“Apollo News”, ein rechts-alternatives Medienportal, habe eine Kampagne gegen die Amadeu Antonio Stiftung gestartet, nachdem eine Mitarbeiterin bei einer Veranstaltung über rechte Medien gesprochen habe. Dabei sei der Veranstaltungstitel “Rechten Medien auf die Tasten treten” bewusst als Gewaltaufruf gedeutet worden. Die Geschichte sei von anderen rechten Medien wie “Nius” und AfD-Politikern aufgegriffen und verbreitet worden, was zu einer Welle von Hassmails, Morddrohungen und antisemitischen Beleidigungen gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung geführt habe. Robert Lüdecke zeichnet den Ablauf der “orchestrierten Kampagne” bei “Belltower News”, das von der Amadeu Antonio Stiftung betrieben wird, nach.

5. Es geht los
(steady.page, Sebastian Esser)
In seinem Newsletter beschäftigt sich Sebastian Esser mit den Expansionsplänen des ChatGPT-Anbieters OpenAI und den damit verbundenen Risiken: “Was uns als Medien, aber besonders uns als User dabei sehr bewusst sein sollte: Was wir da machen, ist sehr gefährlich. OpenAI wird in irgendeiner Form seinen App-Partnern Zugriff auf Memory und Kontext seiner User gewähren. OpenAI weiß sehr viel über dich und mich, wenn wir die App benutzen. Dieses Wissen ist hochsensibel und sollte auf keinen Fall in falsche Hände fallen.”
Weiterer Lesehinweis: In ihrem Newsletter fragt Ingrid Brodnig: “Ist die Schmeichelei der KI ein Problem?” und warnt: “Auch wenn Menschen es tendenziell mögen, wenn sie bestätigt werden oder ihnen geschmeichelt wird, sollten wir diese Ausdrucksweise der KI-Chatbots sehr genau und kritisch beobachten.” (steady.page)

6. Wissen, was Fakt ist: CORRECTIV und GADMO starten in die zweite Phase
(correctiv.org)
Das “German-Austrian Digital Media Observatory” (GADMO), ein seit 2022 bestehendes Bündnis aus Faktencheck-Organisationen sowie Forschungseinrichtungen, starte unter dem neuen Motto “Wissen, was Fakt ist” in die zweite Projektphase. Neben der bereits aufgebauten Datenbank mit über 3.800 Faktenchecks im deutschsprachigen Raum wolle man künftig verstärkt investigative Recherchen, wissenschaftliche Analysen sowie Medienkompetenz-Angebote für Eltern und ältere Zielgruppen anbieten.

Big Brother Awards, Angriffe auf Wikipedia, Signal gegen Grok

1. Datenschützer verleihen Negativpreis an TikTok, Google und Dobrindt
(spiegel.de)
Die Big Brother Awards 2025, ein Negativpreis des Vereins Digitalcourage, gehen an Innenminister Alexander Dobrindt, Google sowie TikTok. Dobrindt werde für sein “Sicherheitspaket” mit Gesichtserkennung und Palantirs “Gotham” kritisiert, das aus Sicht der Jury Grundrechte gefährde und Daten Unbeteiligter erfasse. Google werde für den KI-Assistenten Gemini gerügt, TikTok für intransparente Algorithmen, problematische Datenübermittlungen und die Schaffung von Abhängigkeiten.

2. Wie Wikipedia sich in Kriegszeiten vor Informationsangriffen schützt
(de.ejo-online.eu, Oleksandra Yaroshenko)
Oleksandra Yaroshenko fasst die Ergebnisse einer Studie zusammen, die sich mit den Informationsangriffen auf Wikipedia im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine beschäftigt: “Insbesondere ergab die Studie, dass Artikel über den russisch-ukrainischen Krieg sowohl von pro-russischen als auch von pro-ukrainischen Accounts in hohem Maße destruktiv bearbeitet wurden. Pro-russische Redakteure versuchten, die Ukraine zu delegitimieren, während pro-ukrainische Redakteure die Niederlagen der russischen Truppen hervorheben wollten.”

3. LG Hamburg: xAI darf Unwahrheiten nicht als Fakten verbreiten
(heise.de, Falk Steiner)
Das Landgericht Hamburg habe per Einstweiliger Verfügung dem KI-Unternehmen xAI untersagt, dass dessen Chatbot Grok die falsche Behauptung verbreitet, der Verein Campact werde aus Steuermitteln finanziert. Das Gericht mache xAI für das Unterbinden solcher Unwahrheiten verantwortlich. (Die Verfügung sei jedoch nur eine Zwischenetappe. xAI könne dagegen vorgehen, und das Hauptsacheverfahren stehe noch aus.) Campact werte den Beschluss als wichtiges Signal gegen “Fake News”. Der Fall stehe exemplarisch für offene Haftungsfragen rund um Künstliche Intelligenz und Filtermechanismen.

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4. Kein Einigungswille beim rbb
(verdi.de)
Die Gewerkschaften DJV und Verdi verklagen den RBB, da seit über einem Jahr der Tarifvertrag für freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei dem öffentlich-rechtlichen Sender zwar ausverhandelt, aber nicht unterschrieben worden sei. “Mit der Klage gegen den rbb soll die Intendantin verpflichtet werden, den Tarifvertrag endlich zu unterzeichnen”, so eine Verdi-Vertreterin: “Bislang haben weder Protest noch Streiks auf der Seite des rbb für ein Einsehen gesorgt. Deshalb muss nun ein Gericht klar machen, dass ein Wortbruch Folgen hat.”

5. Vatikan warnt vor KI und Faschismus
(taz.de)
Papst Leo XIV. habe bei einem Treffen mit Nachrichtenagenturen im Vatikan seinen Appell zur Freilassung aller inhaftierten und festgehaltenen Journalistinnen und Journalisten wiederholt: “Journalismus darf nie als Straftat betrachtet werden; es ist ein Recht, das geschützt werden muss. Die freie Information ist ein Grundpfeiler der Gesellschaft, und deshalb sind wir aufgerufen, sie zu verteidigen und zu schützen.”

6. “Hart aber fair”-Tests: Louis Klamroth und der Tempel der Verdichtung
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader beschreibt, wie Moderator Louis Klamroth mit neuen Formaten wie “Press Play” und Ablegern von “Hart aber fair” jüngere Zielgruppen erreichen wolle, dabei aber oft auf Clip-Zapping, Spielereien und extreme Verdichtung setze. Schader kritisiert, dass diese Kurzformate Orientierung und Haltung vermissen lassen, ständig Namen und Konzepte wechseln und so eher Überforderung als Zugang erzeugen würden: “Vielleicht muss Klamroth mit seinen Gästen einfach mal raus aus dem Studio. Und Begegnungen mit echten Wähler:innen möglich machen. Nicht als Buzzerspiel, ohne künstliche Wohnzimmeratmosphäre, aber mit Struktur, Raum für Unvorhergesehenes – und Currywurst.”

Lindner geht zu Springer-Firma, KI-Suche, Franz Josef Wagner

1. Christian Lindner findet nach Politik-Aus mehrere neue Jobs
(n-tv.de)
Der frühere FDP-Chef und ehemalige Bundesfinanzminister Christian Lindner wechsele in die Wirtschaft und übernehme unter anderem eine Funktion beim digitalen Personaldienstleister Stepstone, einer gemeinsamen Firma des Private-Equity-Fonds KKR und der Axel Springer SE. Bei Bluesky kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Springer-Boss Döpfner hatte 2023 den ‘Bild’-Chef noch angewiesen: ‘Please Stärke die FDP!’ Nun landet Ex-FDP-Chef Christian Lindner bei einer Springer-Firma … Das ist der ‘freie Markt’, von dem die FDP immer so gerne redet: Ein Kartell aus Medienmacht und Politik, das seine Leute weich auffängt.”

2. Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ermög­licht keinen Zugang zu Kohl-Akten
(lto.de, Christoph J. Partsch)
Das Bundesverfassungsgericht habe die Verfassungsbeschwerde der Journalistin Gaby Weber zum Zugang zu von Helmut Kohl mitgenommenen Kanzlerakten ohne Begründung abgewiesen, obwohl es 2017 eine mögliche Wiederbeschaffungspflicht noch als offen bezeichnet habe. Der Jurist Christoph J. Partsch kritisiert in seinem Gastbeitrag bei “Legal Tribune Online”, dadurch würden Presse-, Forschungs- und Informationsfreiheit behindert und der Respekt vor Gerichten untergraben.

3. CDU-Frau mit bewegter Vergangenheit
(verdi.de, Peter Nowak)
Ein Interview der “Kontext:Wochenzeitung” habe die CDU-Politikerin Susanne Wetterich als frühere Maoistin erwähnt. Wetterich habe daraufhin versucht, per einstweiliger Verfügung die Löschung ihres Namens sowie einer identifizierenden Berichterstattung zu erreichen. Der Vorsitzende der Pressekammer am Landgericht Stuttgart habe jedoch erkennen lassen, den Argumenten nicht zu folgen, woraufhin Wetterich die einstweilige Verfügung zurückgezogen habe. Nun müsse sie die Kosten der Anwälte von “Kontext” tragen.

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4. Google startet KI-Suche in Deutschland
(spiegel.de)
Google habe seine Suche grundlegend überarbeitet und ab heute den sogenannten KI-Modus auch in Deutschland und weiteren europäischen Ländern eingeführt. Die klassische Trefferliste solle dabei durch direkt beantwortete Anfragen ersetzt werden, wobei Google die verwendeten Quellen verlinke. Der Konzern verspreche, dass Nutzerinnen und Nutzer beispielsweise komplexe Fragen stellen, Bilder analysieren oder per Spracheingabe suchen können.

5. Wann ist Medienjournalismus erfolgreich?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 28:25 Minuten)
Bei “Läuft”, dem Podcast von “epd medien” und Grimme-Institut, diskutiert Alexander Matzkeit mit den Medienjournalistinnen Annika Schneider (“Übermedien”) und Elli Ries (Podcast “X und Y”) über die Frage, woran sich der Erfolg von Medienjournalismus messen lässt. Zur Debatte stehen Kriterien wie Reichweite, gesellschaftliche Wirkung oder der Aufbau einer engagierten Community. Außerdem sprechen sie über die Bedeutung von Transparenz, Fehlerkultur und einer zugänglichen Sprache.

6. “Bild”-Kolumnist Franz Josef Wagner ist gestorben
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Der berühmt-berüchtigte “Bild”-Kolumnist Franz Josef Wagner ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Er habe seit 2001 die Kolumne “Post von Wagner” in “Bild” geschrieben, die letzte sei am 3. September erschienen und habe sich an den “lieben Kanzler Merz” gerichtet. Zuvor sei Wagner unter anderem Chefredakteur von “Bunte” und “B.Z.” gewesen und habe “Elle” sowie “Super Illu” mitentwickelt.

Kimmels Traumquoten, Kriege und Konflikte, Presserat rügt “PNP”

1. Jimmy Kimmel holt bei Comeback Traumquoten
(spiegel.de)
Jimmy Kimmels Comeback nach seiner kurzfristigen Absetzung durch den Sender ABC und auf Druck der US-Regierung habe mit über sechs Millionen Fernsehzuschauern und 26 Millionen Onlineviews Rekordwerte erzielt. In seiner emotionalen Eröffnungsrede habe Kimmel das Eingreifen der Trump-nahen Medienaufsicht FCC scharf kritisiert und Präsident Donald Trump vorgeworfen, politische Gegner mundtot machen zu wollen.
Weiterer Hörtipp, in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Der Kapitalismus hat die Meinungsfreiheit gerettet. Aber das ist keine gute Nachricht. Das ist eine Katastrophe! Disney hat nicht eingelenkt, weil sie plötzlich ihr demokratisches Gewissen entdeckt haben. Die haben nachgerechnet: Ein paar Prozent Kursverlust, das sind mal eben ein paar Milliarden Dollar Marktwert durch die Toilettenspülung.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:38 Minuten)

2. Ein Fall für die Aufsicht
(epd.de, René Martens)
René Martens hat sich den Vorgang um die Moderationsumbesetzung beim NDR/BR-Format “Klar” und die Rolle der einzelnen Akteure angeschaut: Politiker wie Carsten Linnemann und Markus Söder hätten mit unangemessenen Eingriffen in Programmfragen die Rundfunkfreiheit unterlaufen. Der NDR habe durch seine “schwierige Kommunikation” aber auch selbst zur Eskalation beigetragen. Nun inszeniere sich die betroffene Moderatorin Julia Ruhs als Kämpferin gegen angebliche Einschränkungen der Meinungsfreiheit.

3. “Niemand, der über Kriege und Konflikte berichtet, kommt ganz unversehrt zurück”
(dfjv.de, Ralf Falbe)
Der Journalist und Dokumentarfilmer Carsten Stormer berichtet seit Jahren aus Krisengebieten. Im Interview mit dem “Fachjournalist” spricht er offen über seine Erfahrungen mit posttraumatischem Stress sowie über die Herausforderungen des freiberuflichen Auslandsjournalismus. Stormer betont, wie wichtig sorgfältige Vorbereitung, lokale Kontakte und persönliche Resilienz für gefährliche Einsätze seien. Heute produziere er eigenständig Langzeitdokumentationen und sehe im Journalismus eine erfüllende, aber zunehmend schwierige Nische.

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4. Warum hat das nie­mand geprüft?
(lto.de, Tanja Podolski)
Der “Wetten, dass..?”-Wettkandidat Samuel Koch kämpfe vor Gericht darum, seinen schweren Unfall in der Sendung als Arbeitsunfall anerkennen zu lassen, sei damit aber bisher erfolglos geblieben. Das Bundessozialgericht habe den Fall nun an das Landessozialgericht (LSG) zurückverwiesen, weil eine bislang unbeachtete Norm möglicherweise doch einen Versicherungsschutz eröffnen könnte. Das LSG müsse nun klären, wie Kochs TV-Auftritt rechtlich genau einzuordnen ist und welche Rollen die Beteiligten im Wettteam hatten.

5. Rüge für die “Passauer Neue Presse”
(sueddeutsche.de, Aurelie von Blazekovic)
Der Deutsche Presserat habe die “Passauer Neue Presse” in einem zweiten Anlauf nun doch wegen eines Artikels über die Vermisstensuche nach Alexandra Föderl-Schmid gerügt. Die Zeitung habe die “SZ”-Journalistin mit Namen und Foto identifiziert und dabei spekuliert, sie könnte sich das Leben genommen haben. Dies sei zu einem Zeitpunkt erfolgt, als über Föderl-Schmids Zustand noch nichts bekannt gewesen sei.

6. Verbände fordern rasche Umsetzung der Investitionsverpflichtung
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Ein breites Bündnis aus Filmschaffenden und Branchenverbänden fordere Kulturstaatsminister Wolfram Weimer auf, die geplante Investitionsverpflichtung für Streamingdienste rasch gesetzlich umzusetzen. Es drohe der Abzug von Produktionen ins Ausland, die Verzögerung sei gefährlich für den Filmstandort Deutschland. Weimer spreche weiterhin von einer freiwilligen Selbstverpflichtung und dämpfe zugleich Hoffnungen auf umfassendere Produzentenrechte.

Sprachrohr der Konservativen?, Kimmel, Friedmann ausgeladen

1. Das Sprachrohr der Konservativen
(taz.de, Gilda Sahebi)
Die Entscheidung des NDR, die konservative Moderatorin Julia Ruhs aus dem Format “Klar” zu nehmen, ist auf massive Kritik von CDU-Politikern gestoßen. Dies werfe laut der Autorin Gilda Sahebi grundsätzliche Fragen zur Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf: “Der politische Wind weht konservativ. Spahn, Günther und Linnemann erklären, was sie erwarten. Und die öffentlich-rechtlichen Strukturen scheinen zu gehorchen.”

2. US-Sender ABC schickt Jimmy Kimmel wieder auf Sendung
(dwdl.de, Alexander Krei)
Nach massiver Kritik und einem Kurssturz an der Börse lasse der Medienkonzern Disney die zuvor abgesetzte Late-Night-Show “Jimmy Kimmel Live” ab dem heutigen Dienstag wieder laufen, wie “DWDL” unter Berufung auf den US-Sender ABC berichtet. Die kurzfristige Absetzung folgte auf Kimmels kritische Aussagen zum Mord am ultrarechten Aktivisten Charlie Kirk und sorgte für politischen Druck sowie Boykottaufrufe durch konservative Mediengruppen.

3. Michel Friedman offenbar aus Sorge vor rechten Protesten ausgeladen
(zeit.de)
Der jüdische Publizist Michel Friedman sei auf Weisung des Bürgermeisters von Klütz von einer geplanten Veranstaltung im Literaturhaus “Uwe Johnson” wieder ausgeladen worden. Hintergrund seien laut dem neuen Leiter des Hauses in Mecklenburg-Vorpommern Sorgen vor Protesten rechter Gruppen. Friedman selbst sei weiterhin an Auftritten in Ostdeutschland interessiert: “Ich bin bereit, aufdringlich zu sein”.

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4. Akteursvielfalt und Selbstreflexion in der Berichterstattung über den Gazakrieg – eine Inhaltsanalyse dreier deutscher Tageszeitungen
(de.ejo-online.eu)
Eine Inhaltsanalyse von 346 Artikeln der “Süddeutschen Zeitung”, “Welt” und “taz” zeige, dass israelische Akteure und Kriegsbetroffene in der Berichterstattung über den Gazakrieg deutlich häufiger zitiert worden seien als palästinensische. Besonders kritisch falle ins Gewicht, dass die Zivilbevölkerung aus dem Gazastreifen trotz deutlich höherer Opferzahlen medial stark unterrepräsentiert gewesen sei. Gleichzeitig fehle es weitgehend an journalistischer Selbstreflexion über eingeschränkte Arbeitsbedingungen oder eigene Perspektiven.

5. “Journalismus muss unbedingt selbstbewusster werden”
(journalist.de, Jan Freitag)
Im Interview mit dem “journlist” betont Kommunikationswissenschaftler Michael Brüggemann, dass Journalismus beim Thema Klimawandel klar, faktenbasiert und selbstbewusst kommunizieren müsse. Er plädiert für einen transformativen Journalismus, der nicht nur informiert, sondern gesellschaftlichen Wandel unterstützt und auf Missstände aufmerksam macht. Um Menschen wirksam zu erreichen, solle Journalismus außerdem verständlich bleiben und Desinformation aktiv entgegentreten.

6. Niederländische Disney-Parodie wird Internethit
(spiegel.de)
Der “Spiegel” macht auf ein Satirevideo des niederländischen Komikers Arjen Lubach aufmerksam, das nach der Absetzung von Jimmy Kimmels Late-Night-Show viral gegangen ist. In der Parodie zeigt Lubach bekannte Disney-Figuren in einer Welt, wie sie US-Präsident Donald Trump gefallen könnte: Zum Beispiel Aladdin, der von der Einwanderungsbehörde abgeführt wird, oder Bambi, dessen Mutter für transfreundliche Aussagen am Spieß landet.

Klöckners seltsames Spiel, Charlie Kirk, Mediale Gleichschaltung der USA

1. Zitat oder nicht? Klöckners seltsames Spiel mit Nius und taz
(kress.de, Markus Wiegand)
In seiner Kolumne geht Markus Wiegand der Frage nach, ob Bundestagspräsidentin Julia Klöckner wirklich “Nius” und “taz” verglichen hat. Klöckners Büro verweise nämlich auf Nachfrage auf deren Redemanuskript und erkläre, ein solcher Vergleich sei weder wörtlich gefallen noch gemeint gewesen. Doch t-online.de-Redakteur Lars Wienand halte an seiner Mitschrift von Klöckners Rede fest und biete sogar eine Audioaufnahme als Beleg an. Markus Wiegands Fazit: “Klöckner, immerhin mal Journalistin, behauptet einfach stinkfrech, dass das Zitat so gar nicht gefallen ist. Das ist ziemlich postfaktisch und für eine Bundestagspräsidentin unangemessen.”

2. Dunja Hayali hat Recht: So rechtsextrem & menschenfeindlich war Charlie Kirk
(volksverpetzer.de, Annika Brockschmidt)
In einem Gastbeitrag für den “Volksverpetzer” analysiert Annika Brockschmidt die Radikalisierung und Inszenierung des ermordeten TPUSA-Gründers Charlie Kirk. Dieser habe systematisch rassistische, sexistische und verschwörungsideologische Inhalte verbreitet und damit ein lukratives Empörungsmodell betrieben. Nach seiner Ermordung werde Kirk nun von Donald Trumps Umfeld und rechten Medien zum Märtyrer verklärt. ZDF-Moderatorin Dunja Hayali, die Kirk zutreffend als rechtsextrem eingeordnet habe, sehe sich unterdessen massiven Drohungen ausgesetzt.

3. Schokolade gegen den Backlash
(journalist.de, Leonie Sontheimer)
Leonie Sontheimer, freie Journalistin und Mitgründerin des “Netzwerk Klimajournalismus”, schildert ihre Erfahrungen im TikTok-Talentprogramm von Funk. Sie erzählt, wie schwer es sei, Klimathemen auf der Videoplattform durchzubringen, warum der Begriff “Klimawandel” Zuschauer koste und wieso sie trotzdem weitermache: “Klima auf TikTok zu vermitteln, ist schwer. Mit einer Einordnung von Merz’ Klimapolitik 2 Millionen Views zu erreichen, vielleicht unmöglich. Aufgeben ist aber keine Option.”

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4. TikTok-Übernahme vollendet die mediale Gleichschaltung der USA
(digitalpolitik.ghost.io, Markus Beckedahl)
Markus Beckedahl sieht in der nun bestätigten Übernahme des US-TikTok-Geschäfts durch ein Konsortium um Larry Ellison und Marc Andreessen eine gefährliche Entwicklung: “Das ist das Beste aus Pest und Cholera: Tech-Oligarchen bekommen die Daten und Kontrolle, aus China kommen die Algorithmen.” Für Beckedahl ist der Deal ein weiterer Schritt zur “medialen Gleichschaltung” in den USA.

5. Elon Musk steuerte sein Sprachmodell nach rechts
(infosperber.ch, Pascal Sigg)
Laut einer Recherche der “New York Times” (nur mit Account lesbar) entwickle Elon Musks Sprachmodell Grok zunehmend eine politische Schlagseite. Ein standardisierter Fragenkatalog habe gezeigt, dass sich Groks Antworten seit Mai 2025 deutlich nach rechts verschoben hätten, insbesondere bei wirtschafts- und staatspolitischen Themen. KI-Experte Oren Etzioni warne, Sprachmodelle seien “Marionetten”, deren Fäden im Verborgenen gezogen würden.

6. Trump will »New York Times« auf 15 Milliarden Dollar verklagen
(spiegel.de)
US-Präsident Donald Trump habe angekündigt, die “New York Times” wegen “Verleumdung und übler Nachrede” auf 15 Milliarden US-Dollar zu verklagen. Die Zeitung sei, so Trump auf seiner Plattform Truth Social, zu einem “regelrechten Sprachrohr der radikalen linken Demokratischen Partei” geworden und habe angeblich über ihn, seine Unternehmen sowie seine Familie gelogen. Kritiker sähen in Trumps Klagen gegen Medien einen Angriff auf die Pressefreiheit.

Rückzug, Rechte Meme-Subkulturen, Deutsche Angst vor Berlusconi

1. Dunja Hayali zieht sich vorerst aus Öffentlichkeit zurück
(taz.de)
ZDF-Moderatorin Dunja Hayali habe sich nach massiven Anfeindungen, Hassnachrichten und Todesdrohungen, ausgehend von rechten Onlinekreisen, vorübergehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Auslöser sei ihre Moderation im “heute journal” zur Ermordung des rechten US-Aktivisten Charlie Kirk gewesen. Diese sei in rechten Medien und auf Social Media bewusst aus dem Zusammenhang gerissen und skandalisiert worden.

2. Kein Visumsentzug gegen Kritiker
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband hat sich an Alan Meltzer gewandt, den derzeitigen Interimsbotschafter der USA in Berlin. Auslöser ist die Forderung des ehemaligen US-Botschafters Richard Grenell, den ZDF-Korrespondenten in Washington, Elmar Theveßen, wegen dessen angeblicher Linksradikalität aus den USA auszuweisen: “Solange sich Journalistinnen und Journalisten im Rahmen der Presse- und Meinungsfreiheit bewegen, gehören staatliche Zwangsmaßnahmen wie der Entzug des Visums nicht in das Arsenal freiheitlicher Demokratien. Bisher kennen wir solche Druckmittel nur von Autokratien und solchen Staaten, die in Deutschland gemeinhin als Bananenrepubliken bezeichnet werden”.
Weiterer Lesetipp: ZDF verteidigt Büroleiter Theveßen gegen US-Kritik: “Donald Trumps MAGA-Bewegung kritisiert den Washingtoner ZDF-Studioleiter Elmar Theveßen vehement. Er hatte dem extrem rechten Vize-Stabschef Trumps Nähe zur NS-Ideologie attestiert. Nun schaltet sich das ZDF ein.” (spiegel.de)

3. Groyper-Wars: Wenn rechte Meme-Subkulturen tödlich werden
(belltower.news, Kira Ayyadi)
Nach dem Mord an Charlie Kirk würden sich die Hinweise verdichten, dass der mutmaßliche Täter selbst aus rechten Online-Subkulturen stammt. Gravuren auf Patronenhülsen wie “OwO what’s this” würden auf eine toxische Mischung aus Gaming-Memes, Furry-Witzen und rechter Troll-Ästhetik deuten. Der Fall zeige laut “Belltower News”, wie sehr sich rechtsextreme Gewalt mit ironisch-codierter Internetkultur und Gamifizierung verbindet.
Weiterer Lesetipp: Hold my Kampfjet: “Krieg? Das geht auch in lustig! Denkt offenbar die Nato. Die hat das Jet2-Holiday-Meme genutzt, um auf Social-Media mit Kampffliegern anzugeben.” (taz.de, Anastasia Zejneli)

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4. Mythos Berlusconi: Die deutsche Angst vor Media for Europe
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Bei “DWDL” ordnet Timo Niemeier die Übernahme von ProSiebenSat.1 durch den italienischen Berlusconi-Konzern ein. Demnach sei MediaForEurope, unter Leitung von Pier Silvio Berlusconi, zwar in Deutschland mit Misstrauen empfangen worden, bislang aber nicht durch politische Einflussnahme aufgefallen. Anders als sein Vater, der frühere Ministerpräsident Italiens Silvio Berlusconi, habe Berlusconi junior keine politischen Ambitionen gezeigt und betreibe das Mediengeschäft in erster Linie als unternehmerisches Projekt.

5. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern mehr Aufmerksamkeit für den Globalen Süden
(de.ejo-online.eu, Ladislaus Ludescher)
Ladislaus Ludescher zeigt, dass Länder des Globalen Südens trotz ihres weltweiten Gewichts in deutschsprachigen Leitmedien kaum vorkommen. Oft liege ihr Anteil an der Berichterstattung unter zehn Prozent. Selbst schwerwiegende humanitäre Krisen wie in der Region Tigray oder im Sudan fänden kaum Beachtung. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie 150 Organisationen würden daher in einem Appell mehr mediale Sichtbarkeit für den Globalen Süden fordern.

6. US-Regierung verkündet TikTok-Einigung mit China, nennt aber keine Details
(spiegel.de)
Es soll eine Einigung der USA mit China im Streit um die Videoplattform TikTok geben. Nach Angaben von US-Finanzminister Scott Bessent sei ein Rahmenplan erarbeitet worden, der den Übergang des US-Geschäfts von TikTok an ein US-amerikanisches Unternehmen ermöglichen soll. Details würden allerdings nicht genannt. Auch ein möglicher Käufer bleibe bislang unklar. US-Präsident Donald Trump habe den Deal auf seiner Plattform Truth Social angedeutet und ein Gespräch mit Chinas Staatschef Xi Jinping für Freitag angekündigt.

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