Die Journalisten bei Axel Springer tragen grundsätzlich, auch im Falle besonderen Termindrucks, dafür Sorge, dass Interviews vom Gesprächspartner mündlich oder schriftlich autorisiert werden.
Das steht in den journalistischen Leitlinien, die sich der Springer-Verlag im August 2003 gegeben hat, und die damit auch für “Bild”-Mitarbeiter gelten.
Fleck auf der Lunge
Große Sorge um Dieter Hildebrandt
Dieter Hildebrandt, der vor zehn Jahren schon einmal an der Lunge erkrankt war, erlitt einen schlimmen Rückfall. … die erschreckende Diagnose: ein Fleck auf der Lunge! Hildebrandt … sagt: “Ich muß jetzt jeden Tag Kortisonbomben in Tablettenform nehmen. Dreimal am Tag, damit ich abends zwei Stunden bei den Auftritten durchstehe. Ob ich dann geheilt bin, ist fraglich. Danach muß ich wahrscheinlich ins Krankenhaus. Die schadhafte Stelle auf dem Lungenlappen muß gelasert werden.”
Nach dem Lesen des “BamS”-Artikels musste man den Eindruck haben, dass Hildebrandt mit dem Leben schon abgeschlossen hat — und ähnlich formulierten es viele andere Zeitungen, die die “Bild”-Geschichte ungeprüft übernahmen, “Spiegel Online” zum Beispiel unter der Überschrift “Warte jetzt auf mein Schicksal”.
Die gute Nachricht: Dieter Hildebrandt lebt. Und womöglich hat er nur eine Bronchitis. Im ZDF-Morgenmagazin sagte er, die “Bild”-Reporterin habe das Gespräch falsch wiedergegeben: “Aus dem Husten war ein Lungenkrebs geworden.” Er fügte hinzu: “So etwas nennt man also ein ‘Bild’-Zeitungs-Interview.” (Video hier.)
Aber vielleicht ist das unfair. Möglicherweise ist “BamS”-Autorin Martina Tabak auch nur durch die jahrelangen Anschuldigungen (“Tabak schuld an Lungenkrebs”) mental etwas angeschlagen.
Eine Gruppe von Deutschen hat in Bahrain einen russischen Spaceshuttle entdeckt, der dort unbeachtet in der arabischen Wüste vor sich hin lag. Es soll eine Sensation sein. Schön. Irgendwie ein Grund zur Freude.
Ganz besonders für die “Bild”-Zeitung, denn die drei Jungs, die so clever waren, dem Kronprinzen Scheich Salman bin Hamad al-Khalifa das Geheimnis zu entlocken, waren nicht irgendwelchen Deutschen, nein:
Jetzt haben BILD-Leser einen der russischen Raumgleiter in der arabischen Wüste gefunden!
Glückwunsch. Wohl dem Blatt, das so weitgereiste und geschickte Leser hat. Wer herausfinden will, wie diese Leute dazu kamen, mal eben so mit dem Kronprinzen zu plaudern (“Guten Tag, wir sind “Bild”-Leser und wollen Herrn Scheich Salman bin Hamad al-Khalifa sprechen, bitte”?), wird in dem “Bild”-Artikel allerdings nicht fündig. “Spiegel Online” jedoch hat dazu ein paar Antworten:
Ein Düsseldorfer TV-Team stieß bei Dreharbeiten zur Formel 1 in Bahrein zufällig auf das Gerücht vom russischen Spaceshuttle…
Genauer gesagt handelt es sich um die Firma von Chris G. Meier, der sonst für “Blitz”, “taff”, “RTL-Explosiv” etc. arbeitet.
Aber wer weiß, womöglich ist er auch “Bild”-Leser.
Danke an die BILDBlog-Leser Patrick C. und Simon R.
Nun weiß der aufmerksame “Bild”-Leser, dass Teaser wie “Wie bei Star Trek: Ja, wir können jetzt beamen” meistens bedeuten, dass wir (zumindest noch) nicht beamen können wie bei Star Trek. Und richtig: Am Ende des zugehörigen Artikels hat sich, wie üblich, die Aussage in eine Frage verwandelt:
Beamen wie in „Raumschiff Enterprise“. Wird dieser alte Science-Fiction-Traum jetzt endlich wahr?
Doch dazwischen verleiht “Bild” seiner Meldung mit der Angabe “wie das Fachmagazin ‘Nature’ berichtet” Seriösität. Vielleicht stimmt also wenigstens das Kleingedruckte?
Nö. “Bild” schreibt:
Mit Hilfe von Lichtteilchen (Photonen) transportierten die Forscher Datenmengen über eine Entfernung von mehr als 600 Meter über die Donau. Bei dem in der Fachwelt als Quanten-Teleportation bekannten Vorgang wurden … ohne Kabel oder Funk die in Photon A vorhandene Information wie von Geisterhand auf Photon B am anderen Donauufer übertragen.
Richtig ist: Von Datenmengen kann keine Rede sein und die Formulierung “ohne Kabel” stimmt nur, wenn man das 800 Meter lange Glasfaserkabel vernachlässigt, mit dem Sender und Empfänger verbunden waren und in dem das Experiment stattfand.
Das geglückte Teleportieren scheint trotzdem ein erstaunlicher wissenschaftlicher Durchbruch gewesen zu sein. Aber was die Möglichkeit angeht, dass der “Traum der Menschheit”, wie “Bild” schreibt, wahrwerden könnte: “Augen zu und Sekunden später auf Mallorca wieder aufwachen, vielleicht sogar an einem Südseestrand”, zitieren wir Spiegel Online:
Inzwischen haben Physiker gezeigt, dass dieses Verfahren nicht nur mit Lichtteilchen, sondern auch mit Atomen funktioniert – aber wohl niemals auf größere Gegenstände oder gar komplette Lebewesen angewandt werden kann.
Mist.
Mit sachdienlichen Hinweisen von Marc K. und anderen.
Am 5. August berichtete “Bild” im Zusammenhang mit der Diskussion um längere Arbeitszeiten Beunruhigendes:
Kommt das etwa bald für alle? Als erste Firma in Deutschland hat der Süßwaren-Hersteller Nappo die 60-Stunden-Woche eingeführt! Ab sofort lässt die Firma die 150 Mitarbeiter im Werk Krefeld regulär 40 Stunden pro Woche arbeiten. Darüber hinaus muss jeder Beschäftigte zusätzlich 20 Überstunden in der Woche machen. Zuschläge werden dafür nicht gezahlt. Die Branchen-Gewerkschaft NGG läuft Sturm gegen die irre langen Arbeitszeiten! Sprecherin Brigitte Bresser: „Was die Nappo-Geschäftsleitung da macht, ist gesetzeswidrig. Wir haben bereits das Amt für Arbeitsschutz eingeschaltet.“
Kein Wort in “Bild” davon, dass sich Belegschaft, Betriebsrat und Geschäftsführung so gut wie einvernehmlich auf den Deal geeignet hatten.
Tatsächlich habe sich NGG über einen “klaren Gesetzes- und Tarifbruch” beschwert. Dabei ging es allerdings darum, dass die Überstunden nur wie normale Arbeitsstunden vergütet werden sollten sowie gegen die Verteilung der 60 Stunden auf fünf statt, wie vorgeschrieben, sechs Tage in der Woche. Diese Umstände seien inzwischen geändert worden:
Schon am 4. August … fanden die Krefelder eine neue Abmachung, von der Betriebsrat und Geschäftsführung nunmehr beteuern, dass sie “sich im gesetzlichen und tariflichen Rahmen bewegt”. … Zu keinem Zeitpunkt also drehte sich der “Nappo-Skandal” um die Tatsache, dass 60 Stunden lang gearbeitet wurde, wie “Bild” suggerierte.
Die Überschrift des “Spiegel Online”-Artikels über den von “Bild” aufgedeckten “Skandal, der keiner war”: “Nappo und das Märchen von der 60-Stunden-Woche”.
Die “Bild”-Zeitung war stolz. Am Freitag meldete sie “exklusiv” unter der Überschrift: “Papst geißelt Feminismus”: “Papst Johannes Paul II. sagt dem weltweiten Feminismus den Kampf an!”
Diesmal war es wirklich eine Exklusiv-Meldung, eine weltweite sogar. Es lag aber nicht an den göttlichen Beziehungen der “Bild”-Reporter. “Bild” hatte nach Angaben der Katholischen Nachrichtenagentur KNA einfach als “einzige ausländische Zeitung in Rom” entgegen der journalistischen Gepflogenheiten “die Sperrfrist für die Berichterstattung über den Text gebrochen”.
Die “Bild”-Meldung war aber auch in anderer Hinsicht “exklusiv”: Ihr Zitat, der Vatikan werfe dem Feminismus vor, “die biologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau abzuschaffen” kommt im Text nicht vor. Der deutsche Radio-Vatikan-Chef Pater Eberhard von Gemmingen sagte, die Darstellung von “Bild” sei “völlig falsch”. Es gehe nicht um den Feminismus, sondern ausdrücklich um einen “gewissen Feminismus”, der Papst fordere u.a. die gesellschaftliche Aufwertung der Frau. “Ich glaube”, sagte von Gemmingen, “dass es das Gescheiteste wäre, gegen den ‘Spiegel’ und gegen die ‘Bild-Zeitung’ eine Einstweilige Verfügung zu beantragen!” Gegen den “Spiegel” auch? Aber ja. “Spiegel Online” hat die Meldung, wie üblich, erst einmal aus der “Bild”-Zeitung übernommen. Differenzierter wurde die Berichterstattung erst viel später.
Außer auf seine Auflage ist “Bild” ganzbesondersstolz darauf, die meistzitierte deutsche Zeitung zu sein. Und warum ist “Bild” die meistzitierte deutsche Zeitung? Weil sie so viele Exklusivmeldungen hat? Vielleicht. Vielleicht aber auch nur, weil alle anderen so blöd sind, bei ihr abzuschreiben. “Spiegel Online” zum Beispiel:
“Das Mittelfeld ist nicht kreativ genug. Wir haben keinen Häßler und Littbarski mehr. Und wir sind nicht mehr schnell genug”, sagte [Klinsmann] der “Bild”-Zeitung, “da kann nur Lahm mithalten. Das ist zu wenig. Da ist einiges versäumt worden, das korrigiert werden muss.”
Ja, all das stand in “Bild”. Aber erzählt hat es “Klinsi”, wie gesagt, vor knapp drei Wochen dem Sport-Informations-Dienst (sid). Bei dem ist auch der “Spiegel” Kunde. Obwohl er sich das Geld sparen könnte — er hat ja “Bild” abonniert.
“Benzinpreis hat in den Ferien fast Rekord-Hoch”, berichtete “Bild” am Samstag, und zwar “laut Infodienst EID”. Bei Reuters wird eine Meldung draus: “‘Bild’:Benzinpreise fast wieder auf Rekordhoch.” Im Text steht: “Die Benzinpreise in Deutschland liegen nach Informationen der ‘Bild’-Zeitung fast wieder auf Rekordniveau” bzw. dann im zweiten Satz: “Die Zeitung berichtete am Samstag unter Berufung auf den Erdöl-Informationsdienst (…)” (siehe u.a. auch Spiegel Online).
Und die Rumsbums-“BamS” schreibt: “Nach Erkenntnissen des Erdöl-Informations-Dienstes (EID) liege der Preis für ein Liter Superbenzin in Deutschland durchschnittlich bei 1,20 Euro, berichtete BILD.”
1. W Social Netzwerk: Fake-Zahlen, Rassismus und Totenstille! (metacheles.de, Sascha Pallenberg)
Der Tech-Blogger Sascha Pallenberg beschreibt das als europäische Twitter-Alternative gestartete Netzwerk W Social als scheiternde “Geisterstadt”. Eine Auswertung der öffentlich einsehbaren Daten zeige, dass über 90 Prozent der knapp 30.000 registrierten Konten inaktiv seien und auf der Plattform manipulierte Interaktionszahlen angezeigt würden. Zudem warnt Pallenberg vor einer bedenklichen politischen Schieflage.
2. “Der wahre Hauptgegner ist der Faktor Zeit” (turi2.de, Markus Trantow)
Die Geschäftsführung des “RedaktionsNetzwerk Deutschland” (“RND”) um Denni Klein und Lina Timm betont im Interview, dass Verlage sich nach massiven Reichweitenverlusten durch Google-Updates aus der Abhängigkeit großer Plattformen befreien müssen. Das “RND” setze deshalb voll auf bezahlte Abos, regionale Inhalte und direkte Kundenkontakte über eigene Newsletter statt auf flüchtige Klicks. Um mit dem rasanten KI-Wandel mitzuhalten, investiere der hinter dem “RND” stehende Verlag Madsack Millionen in eine moderne Datenplattform.
3. Was braucht junger Journalismus? (verdi.de, Susanne Stracke-Neumann)
Beim Sommerfest der Jugendpresse Deutschland habe “Zeit-Online”-Chefredakteur Jochen Wegner über Nachwuchsförderung, Berufseinstiege und die Transformation des Journalismus gesprochen. Er rate jungen Interessierten heute nur dann zum Weg in den Journalismus, wenn sie eine unbedingte Leidenschaft für Recherche, Wahrheitsfindung und Storytelling mitbringen. Neben der Erschließung neuer Ausspielwege sei die rasche Aneignung technologischer Werkzeuge mittlerweile überlebenswichtig.
4. Geschichtsamputation (kontextwochenzeitung.de, Josef-Otto Freudenreich & Johanna Henkel-Waidhofer)
Dem Archiv im Stuttgarter Pressehaus drohe das Aus. Ende des Monats verlasse der letzte verbliebene Archivar die Abteilung. Was aus den jahrzehntealten, sorgsam verschlagworteten Beständen werden soll, lasse die neue Eigentümerin, die Neue Pressegesellschaft aus Ulm, auf Anfrage komplett unbeantwortet. Vor Ort gehe derweil die Befürchtung um, dass Teile des Schatzes bereits entsorgt worden und historische Fotobestände im Schredder gelandet seien.
5. Fünf Autorinnen und ein Autor auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis (spiegel.de)
Die Jury des Deutschen Buchpreises habe die sechsköpfige Shortlist für das Jahr 2026 bekannt gegeben: Nominiert seien Werke von Shida Bazyar (“Die Lücken”), Franziska Gänsler (“Orca”), Valeria Gordeev (“Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle”), Elias Hirschl (“Schleifen”), Peggy Mädler (“Selbstregulierung des Herzens”) und Dana Vowinckel (“Anton und Alma”). Insgesamt habe das Gremium 205 Neuerscheinungen gesichtet. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung werde am 5. Oktober im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse verliehen.
6. Die ARD räumt ab, Überraschungen im Serien-Bereich (dwdl.de, Uwe Mantel)
Uwe Mantel fasst bei “DWDL” die “Nacht der Kreativen” des Deutschen Fernsehpreises zusammen, bei der vor allem die ARD Grund zum Feiern hatte: Gleich sieben der elf Auszeichnungen für die Gewerke hinter der Kamera seien an Produktionen des Ersten gegangen. Der ARD-Film “Die Nichte des Polizisten” habe sogar doppelt abgeräumt, für Buch und Schnitt.
1. Mob gegen Presse (taz.de, André Zuschlag)
Nach Recherchen über zwei extrem rechte AfD-Kandidierende für die Oldenburger Kommunalwahl sei das freie “taz”-Duo Aljoscha Hoepfner und Mieke Wolke massiven Einschüchterungsversuchen ausgesetzt. Neben gezieltem Online-Doxxing, Beleidigungen und Diffamierungskampagnen durch rechte Influencer habe eine der Porträtierten vor Veröffentlichung des Artikels mutmaßlich Hoepfners Wohnadresse ausgespäht. “Wir gehen davon aus, dass der Zweck dieses Einschüchterungsversuchs war, die Veröffentlichung des Artikels zu verhindern”, so Hoepfner.
2. AfD-Rundfunkpläne in Sachsen-Anhalt: RSF prüft rechtliche Schritte (reporter-ohne-grenzen.de)
Im Vorfeld der Wahlen in Sachsen-Anhalt kündigt die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) Gegenwehr an, sollte die AfD ihre Pläne zum Rundfunkabbau umsetzen: “Wir nehmen die Ankündigungen der AfD ernst und bereiten uns deshalb schon jetzt auf mögliche staatliche Eingriffe in die Rundfunkordnung vor”, so RSF-Geschäftsführer Christian Mihr: “Sollte eine künftige Landesregierung die Rundfunkstaatsverträge kündigen und sich abzeichnen, dass die dann entstehende Rundfunkordnung keine umfassende und freie Meinungsbildung mehr erlaubt, werden wir entsprechende rechtliche Schritte einleiten.”
3. Mit ihrem Verbot helfen Meta und Google der AfD (netzpolitik.org, Ingo Dachwitz)
Als Reaktion auf strengere EU-Transparenzvorgaben hätten Digitalkonzerne wie Meta und Google bezahlte politische Anzeigen in Europa verboten. Vor den anstehenden Landtagswahlen in drei Bundesländern habe dies zwar positive Effekte, zwinge Parteien im Internet jedoch vollends in die organische Plattformlogik. Da Algorithmen vor allem emotionale Zuspitzung, Wut und Polarisierung belohnen, profitiere hiervon überproportional die AfD, schreibt Ingo Dachwitz bei netzpolitik.org.
4. “Das ist keine Welt, in der wir leben wollen” (journalist.de, Catalina Schröder)
Die Klimaforscherin Friederike Otto erklärt im Gespräch mit dem “journalist”, wie die Zuordnungsforschung den direkten Einfluss der menschengemachten Erderwärmung auf Extremwetterereignisse wie Starkregen und tödliche Hitzewellen nachweist. Von Medien fordert Otto eine konsequentere Berichterstattung: Journalistinnen und Journalisten sollten Extremwetter verlässlich in den Klimakontext einordnen, Desinformation und deren finanzielle Hintermänner klar benennen sowie sozial gerechte, lebenswerte Lösungen in den Mittelpunkt stellen.
5. Propaganda: Die Macht der Beeinflussung (verdi.de, Till Schmidt)
Im Gespräch mit dem Verdi-Magazin “M – Menschen machen Medien” analysiert die Historikerin Alexandra Bleyer die Mechanismen moderner Propaganda. Einst wertneutral als werbende Überzeugungskommunikation verstanden, diene der Begriff heute vor allem als polarisierender Kampfbegriff. Propagandistische Strategien würden auf emotionale Schwarz-Weiß-Bilder, selektive Auslassungen und psychologische Schwachstellen setzen. Um Manipulationen wirksam zu begegnen, seien sowohl ein reflektiertes Medienpublikum als auch ein professioneller Journalismus unverzichtbar.
6. News-Charts: Nackte Tatsachen sorgen für Reichweiten-Furore (dwdl.de, Simon Pycha)
In den aktuellen “Publisher Charts” von “DWDL” für TikTok hätten die Redaktionen von “Tagesspiegel” und “rbb24” im August außergewöhnliche Reichweitenerfolge durch ihre Berichterstattung über den Berliner “World Naked Bike Ride” erzielt. Während Medienhäuser freizügige Inhalte wegen strenger Plattformrichtlinien meist vorsorglich zensieren oder meiden würden, habe der “Tagesspiegel” Verpixelungen durch gezielte Kameraperspektiven geschickt umgehen können und mit rund 117,8 Millionen Aufrufen einen Allzeitrekord der “DWDL”-Auswertung für journalistische Accounts erreicht.