Suchergebnisse für ‘spiegel online’

Das Ruhegeld der RBB-Spitzen, Übernahme mit Haken, Verhaberung

1. Über 1.100 RBB-Beschäftigte fordern Verzicht auf Ruhegeld
(dwdl.de, Alexander Krei)
Wie “DWDL” berichtet, haben über 1.100 Beschäftigte des öffentlich-rechtlichen Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) die Mitglieder der Geschäftsleitung in einer Protesterklärung aufgefordert, auf ihre nachvertraglichen Ruhegelder zu verzichten: “Der Anspruch auf eine lebenslange Absicherung, sobald die Tätigkeit für den RBB beendet wird, ist nicht nur moralisch schwer erträglich, sondern bedeutet eine erhebliche wirtschaftliche Belastung für den RBB.”

2. Eine Übernahme mit Haken
(profil.at, Ingrid Brodnig)
“Man muss die Frage stellen, ob Elon Musk Twitter jetzt einfach kaputtmacht.” Die österreichische Journalistin und Publizistin Ingrid Brodnig stellt fünf Thesen zu Elon Musk und dessen Twitter-Kauf auf. Ohne zu viel zu verraten zu wollen: All zu positiv fällt Brodnigs Einschätzung nicht aus.
Weiterer Lesehinweis: Nachdem Musk anscheinend alle Ethik-Expertinnen und -Experten bei Twitter entlassen hat, hat sich Volker Türk, UN-Hochkommissar für Menschenrechte, mit einem offenen Brief an den Tech-Milliardär gewandt: “Twitter ist Teil einer globalen Revolution, die unsere Kommunikation revolutioniert hat. Aber ich schreibe mit Sorge und Unbehagen über unsere digitale Öffentlichkeit und die Rolle, die Twitter darin spielt”.

3. “Whistleblowing stärkt den demokratischen Diskurs”
(netzpolitik.org, Tomas Rudl)
Kosmas Zittel vom “Whistleblower-Netzwerk” ist unzufrieden mit dem neuen Hinweisgeberschutzgesetz. Im Interview mit netzpolitik.org macht er deutlich, an welchen Stellen es seiner Ansicht nach knrischt – und das sind einige: Weder schütze das geplante Gesetz in ausreichender Weise, noch gehe es weit genug.

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4. Verhaberung behindert kritischen Journalismus
(sueddeutsche.de, Alexandra Föderl-Schmid)
Die vorwiegend in Österreich verwendete Vokabel “Verhaberung” ist eine abwertend gemeinte Beschreibung einer Verbrüderung zum Zwecke der gegenseitigen Begünstigung (auch “Freunderlwirtschaft” genannt). In Österreich scheint dieses Phänomen besonders im symbiotischen Verhältnis zwischen Journalismus und Politik zutage zu treten. Alexandra Föderl-Schmid erklärt diese spezielle Art der “Beziehungspflege”.

5. SLAPP – ein Schlag gegen die Pressefreiheit
(br.de, Ingo Lierheimer, Audio: 23:05 Minuten)
“SLAPP” ist die englische Abkürzung für strategische Klagen gegen öffentliche Beteiligung (Strategic Lawsuits Against Public Participation). Sie dienen dazu, Medienschaffende sowie Aktivistinnen und Aktivisten einzuschüchtern und von deren Arbeit abzuhalten. Das BR24-Medienmagazin war auf einer Anti-“SLAPP”-Konferenz in Straßburg und hat von dort einige Stimmen mitgebracht.

6. Nach Kritik auf Twitter: ARD entschuldigt sich für “Ratten”-Wortwahl auf “tagesschau.de”
(tagesspiegel.de)
Mit deutlichen Worten hatte ARD-Korrespondent Nils Dampz die Twitter-Übernahme durch Elon Musk kommentiert und dabei auch von “rassistischen oder verschwörerische Ratten” gesprochen. Diese Wortwahl wurde von vielen kritisiert. Daraufhin hat tagesschau.de die entsprechende Textstelle geändert und den Begriff gestrichen: “Wir bitten um Entschuldigung für die Wortwahl. Es war nie das Ziel, jemanden zu entmenschlichen.”

NSU-Akten, Grenzen der Emotionalität, “Quatschjura”

1. Kanzler kritisiert Böhmermann für Veröffentlichung von NSU-Akten
(spiegel.de)
Die NSU-Akten des hessischen Verfassungsschutzes sollten nach dem Willen der Behörde noch Jahrzehnte lang geheim bleiben, doch die Transparenzinitiative “FragDenStaat” und Jan Böhmermanns “ZDF Magazin Royale” haben sie vergangene Woche frei zugänglich gemacht (“Wir veröffentlichen, was der Verfassungsschutz 120 Jahre geheim halten wollte”). Dies wurde nun von Bundeskanzler Olaf Scholz kritisiert. Einen Schritt weiter ging der hessische Verfassungsschutz, dem von Kritikern ein “Komplettversagen” in der Behandlung des Falls vorgeworfen worden war, und stellte Strafanzeige gegen Unbekannt – wegen Weitergabe geheimer Informationen, nicht wegen der Veröffentlichung. Bei “Legal Tribune Online” kommentiert Felix W. Zimmermann die Erfolgsaussichten der Anzeige.

2. Eine Long-Covid-Doku und die Frage nach den Grenzen der Emotionalität
(uebermedien.de, Martin Rücker)
Die ARD veröffentlichte im Juni die Doku Hirschhausen und Long Covid – Die Pandemie der Unbehandelten, die Mitte Oktober aktualisiert wurde. Der Film löste einige, teils sehr deutliche Kritik aus. Martin Rücker hat sich die Sendung angeschaut und die Vorwürfe sortiert. Sein Fazit: “Die Fehler, die der Film gemacht hat, sind ärgerlich, auch deshalb, weil sie von seinem Anliegen ablenken. Sie sprechen aber nicht grundsätzlich gegen die Herangehensweise. Wenn die ARD die Haltung zeigt, solche Themen auch in Zukunft emotional und aus der Betroffenenperspektive zu zeigen, wäre das ein Gewinn.”

3. Seriosität zu verkaufen
(taz.de, Svenja Bergt)
Angeblich will Elon Musk den Trägern und Trägerinnen der blauen Twitter-Verifizierungshäkchen dafür monatlich etwa 20 US-Dollar berechnen, doch offiziell bestätigt ist dies noch nicht. Für Svenja Bergt stellen sich in diesem Zusammenhang einige Fragen: “Könnten sich denn alle Zahlungswilligen einen Haken kaufen? Oder nur die, die gleichzeitig wichtig genug sind? Gut möglich, dass die meisten die Kosten einfach hinnehmen würden – schließlich ist der Haken vor allem für Prominente und Unternehmen, Po­li­ti­ke­r:in­nen und Mul­ti­pli­ka­to­r:in­nen interessant. Möglich aber auch, dass es für Nor­mal­nut­ze­r:in­nen schwieriger wird, die Seriosität von Accounts einzuschätzen, wenn deren In­ha­be­r:in­nen aus finanziellen Gründen auf die Verifikation verzichten.”
Lesetipp: Bei “Übermedien” ordnet Frederik von Castell die komplexe Sachlage ein: Die Sache hat einen blauen Haken, Elon Musk.

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4. RSF reicht UN-Beschwerde gegen Teheran ein
(reporter-ohne-grenzen.de)
Reporter ohne Grenzen (RSF) hat beim Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen Beschwerde gegen den Iran eingelegt: “Die Vereinten Nationen müssen sich für die Freilassung iranischer Journalistinnen und Journalisten einsetzen”, fordert Vorstandssprecher Michael Rediske: “Die Schikanen gegen Medienschaffende müssen aufhören.” Darüber hinaus verurteilte die Organisation Teherans jüngste Repression gegen internationale Medien.

5. Neuer Lokaljournalismus mit Rums
(journalistik.blogs.uni-hamburg.de, Jonathan Deupmann, Audio: 40:59 Minuten)
Im Podcast der Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Uni Hamburg erzählt Journalist Ralf Heimann, wie er in Münster ein digitales, unabhängiges und konstruktives Alternativangebot mit aufgebaut hat. “RUMS” steht für “Rund um Münster” und ist ein zweimal wöchentlich erscheinender Newsletter über lokale Themen.
Transparenzhinweis: Ralf Heimann ist auch BILDblog-Autor und hat bei uns beispielsweise die Serie “Kleine Wissenschaft des Fehlers” über die Fehlerkultur in Medien veröffentlicht.

6. Ein Preis für Aufklärung über “Quatschjura”
(lto.de, Paula Binder)
Am Wochenende wurde erstmals der “Facts Heroes Award” durch die Berliner Initiative “Der goldene Aluhut” verliehen. Einer der Gewinner ist Rechtsanwalt Chan-jo Jun, der für seine “anwaltliche Zivilcourage und seine stete Aufklärung über Quatschjura” ausgezeichnet wurde. Gegenüber dem RBB erklärte Jun: “Quatschjura sieht aus wie Jura, fühlt sich auch an wie Jura, ist in Wirklichkeit aber Quatsch. Das ist eine neue Erfindung, die wir in den letzten zwei Jahren in der Pandemie erlebt haben – dass man nämlich versucht, mit juristisch klingenden Argumenten zum Beispiel Leute einzuschüchtern”.

Twitter-Übernahme, Leserbrief, Bedingte Kontrolle

1. Twitter-Übernahme wird zum Präzedenzfall für Plattformregulierung
(netzpolitik.org, Markus Beckedahl)
Nachdem nun feststeht, dass Tech-Milliardär Elon Musk Twitter übernommen hat, fragt sich netzpolitik.org-Gründer Markus Beckedahl, ob die Plattformregulierung der EU auf diesen Fall vorbereitet ist. Beckedahl rechnet mit dem Schlimmsten: “Deshalb sollten wir die Zeit nutzen, dezentrale, offene und datenschutzfreundliche Infrastrukturen zu verbessern und jene nachhaltigen Ökosysteme aufzubauen, in die wir und unsere Twitter-Timeline schlimmstenfalls hin wechseln könnte. Andernfalls haben wir, wenn alles schlechter wird, tatsächlich das Problem, was Musk gerade durch seine Übernahme angeblich verhindern will: eine weitere Zersplitterung der Öffentlichkeiten.”
Weitere Lesehinweise: Laut “Spiegel” wolle die Bundesregierung Twitter “sehr genau” beobachten und gegebenenfalls ihre Konten dort deaktivieren. Derweil nährt Neu-Eigentümer Musk schlimmste Befürchtungen, was eine mögliche Neuausrichtung des Kurznachrichtendienstes angeht. Er verbreitete ein hanebüchenes und bösartiges Verschwörungsmärchen zum Angriff auf Nancy Pelosis Ehemann (den entsprechenden Tweet hat Musk mittlerweile gelöscht). Der “Spiegel” berichtet außerdem von möglichen Monetarisierungsabsichten. So plane der neue Twitter-Boss, die begehrten Verifikationshaken im Monatsabo zu rund 20 Dollar zu verkaufen. Musk habe seinen Software-Entwicklern und -Entwicklerinnen für die Umsetzung eine Frist bis zum 7. November gesetzt – andernfalls würden sie gefeuert.

2. WDR-Redakteure fordern Klarstellung von “KStA” und “Correctiv”
(dwdl.de, Alexander Krei)
Vergangenen Freitag wiesen wir auf eine gemeinsame Recherche von “Kölner Stadt-Anzeiger” und “Correctiv” hin, in der es um ein “faktisches Arbeitsverbot” für den langjährigen WDR-Redakteur Jürgen Döschner ging. Wegen seiner kritischen Berichterstattung über die Kohleindustrie und andere Klimathemen werde Döschner geflissentlich ignoriert und arbeite trotz eines Jahresgehalts von etwa 100.000 Euro nur noch höchstens fünf Stunden im Monat. Dieser Darstellung widersprechen nun fast 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des aktuellen Dienstes im WDR-Newsroom in einem Leserbrief.

3. Eingeschmolzen
(taz.de, Bernd Müllender)
Zum Ende des Jahres werden die “Aachener Nachrichten” (“AN”) eingestellt und gehen in der “Aachener Zeitung” auf. Ein “pressegeschichtlicher Cut”, wie Bernd Müllender in der “taz” schreibt, über den jedoch niemand richtig traurig sei, wie er verwundert anmerkt. Müllender ist jedoch nicht ganz unbefangen, wie er selbst am Ende seines Textes erwähnt: “Ab Frühjahr 1945 arbeitete meine Mutter in der Anzeigenabteilung der Aachener Nachrichten. Dort verliebte sie sich in einen Kunden, der später mein Vater wurde. Ohne AN gäbe es mich und diesen Text also nicht.”

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4. Markus Schlimbach: “Meine Rechte als Rundfunkrat haben nur bedingt etwas mit Kontrolle zu tun.”
(flurfunk-dresden.de)
Markus Schlimbach ist Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Sachsen und als DGB-Vertreter auch Mitglied im MDR-Rundfunkrat. Gegenüber “Flurfunk Dresden” erzählt er, was der RBB-Skandal für den gesamten öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die Arbeit der ÖRR-Gremien aus seiner Sicht bedeutet und was sich ändern sollte.

5. MEDIA Lab: Woran liegt Journalismusmüdigkeit?
(tagesspiegel.de, Marlis Prinzing)
Junge Frauen scheinen laut einer eine Trackingstudie der Universität Zürich (PDF) nur halb so interessiert an Journalismus zu sein wie Männer. Das müsse Medien, Wissenschaft und Politik aufrütteln, schreibt Marlis Prinzing in ihrer “Tagesspiegel”-Kolumne. Allerdings stoße die Studie in ihrer inhaltlichen Aussagekraft an Grenzen.

6. Klage von Ex-Bild-Mitarbeiterin in den USA: Warum Springer Angst vor einem Prozess hat
(kress.de, Markus Wiegand)
Eine ehemalige “Bild”-Mitarbeiterin werfe dem Axel-Springer-Konzern vor, sexuelle Belästigungen durch den damaligen Chefredakteur Julian Reichelt geduldet zu haben. Die Frau sei in den USA gegen den Medienkonzern vor Gericht gezogen. Dass es Springer auf einen Prozess ankommen lässt, sei jedoch unwahrscheinlich, findet “kress-pro”-Chefredakteur Markus Wiegand und spekuliert über den weiteren Fortgang der Auseinandersetzung.

KW 43/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Kriegen “Suppen-Attacken” mehr Aufmerksamkeit als die Botschaft dahinter?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 27:40 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast ist der Wissenschaftler Simon Teune zu Gast. Der politische Soziologe beschäftigt sich unter anderem mit der Medienwirkung von Protesten. Gastgeber Holger Klein unterhält sich mit ihm über die Gemälde-Attacken der jüngsten Vergangenheit (Tomatensuppe auf Van Gogh, Kartoffelbrei auf Monet): Sind die Aktionen aus Teunes Sicht effektiv? Was unterscheidet die Klimaproteste von anderen Protesten? Und wie schaffen es Medien, mehr über die Inhalte und die Klimakrise an sich zu berichten, anstatt nur über die Aktionen?

2. WM in Katar – erst der Fußball, dann die Moral?
(sr.de, Thomas Bimesdörfer & Michael Meyer, Audio: 16:16 Minuten)
In der Sendung “Medien – Cross und Quer” des Saarländischen Rundfunks sprechen Thomas Bimesdörfer und Michael Meyer mit dem Kommunikationswissenschaftler Michael Schaffrath von der TU München über dessen Fernsehboykott zur Fußball-WM in Katar sowie über die Probleme der Berichterstattung bei dem umstrittenen Großereignis.

3. Medien und ihre Berichterstattung über Flucht und Migration
(sueddeutsche.de, Nadia Zaboura & Nils Minkmar, Audio: 22:33 Minuten)
Wie vielfältig sind Zeitungen, Sender und Onlinemedien aufgestellt? Und wie berichten sie über die Einwanderungsgesellschaft? Über diese Fragen sprechen Nadia Zaboura und Nils Minkmar mit Reem Alabali-Radovan, Bundestagsabgeordnete, Staatsministerin beim Bundeskanzler und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Die SPD-Politikerin drängt auf Veränderungen: “Wir brauchen einfach diese Diversität, es ist kein nice to have mehr, sondern es geht darum, sowohl in der Politik als auch in den Medien unsere Gesellschaft widerzuspiegeln.”

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4. Bildungsfern und faul – Medienklischees über “Hartz IV”-Empfänger
(deutschlandfunk.de, Annika Schneider, Audio: 37:30 Minuten)
Im Deutschlandfunk-Hörergespräch geht es um die Berichterstattung über “Hartz-IV”-Empfängerinnen und -Empfänger und die damit verbundenen Klischees. Es diskutieren Dlf-Hörer Andreas Meyer, der langjährige Leiter des Wirtschaftsressorts der “Süddeutschen Zeitung” Marc Beise, Politikjournalist Okan Bellikli und Annika Schneider aus der Dlf-Medienredaktion.

5. Christiane Ruff, Geschäftsführerin ITV Studios Germany
(medienmacherin.podigee.io, Freddie Schürheck, Audio: 55:28 Minuten)
Christiane Ruff ist Geschäftsführerin von ITV Studios Germany und verantwortet erfolgreiche TV-Formate wie “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!” (oft auch “Dschungelcamp” genannt), “Love Island” und “Gefragt – Gejagt”. Im Gespräch mit Freddie Schürheck geht es um Ruffs spannende Karriere mit Stationen bei RTL, Sony und dem jetzigen Posten. Es geht aber auch um die spezifischen Herausforderungen als Frau in der Medienbranche, die die “gläserne Decke” und die Frage, wie wichtig es für Frauen ist, sich gegenseitig zu supporten.

6. Mexiko: Todesrisiko Journalismus
(youtube.com, “taz”/Bernd Pickert, Video: 1:06:30 Stunden)
Mexiko ist eines der gefährlichsten Länder für Medienschaffende. Wer steckt hinter den Angriffen auf Journalisten und Journalistinnen? Wie schützen diese sich? Und ist journalistisches Arbeiten in Mexiko überhaupt möglich? Darüber diskutieren die mexikanische Journalistin Vania Pigeonutt, “taz”-Korrespondent Wolf-Dieter Vogel und “taz”-Redakteur Bernd Pickert.

KW 42/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Die vierte Gewalt – Medien auf dem Prüfstand
(ardmediathek.de, Daniel Bouhs, Video: 52:21 Minuten)
Medienkritiker Stefan Niggemeier diskutiert auf der Buchmesse mit Richard David Precht und Harald Welzer über deren neuestes Buch “Die vierte Gewalt”. Dabei geht es unter anderem um eine “Hart-aber-fair”-Ausgabe zum Thema Impfpflicht, die von Precht angegriffen wird. Niggemeier, erklärtermaßen kein Fan der Sendung, kann dem Beispiel nicht folgen: “Diese Zuspitzung auf Schwarz-Weiß, die Sie den Medien vorwerfen, fand zum Beispiel in dieser ‘Hart-aber-fair’-Sendung nicht statt. Aber in Ihrem Buch in der Zusammenfassung. Was das so ironisch macht, weil ich an vielen Stellen das Gefühl hatte, dass Sie diese Mechanismen, die Sie da beschreiben, in einem viel stärkeren Maße selbst anwenden.”

2. Auf welche Probleme stößt eine Investigativreporterin, wenn es um Tesla geht?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:39 Minuten)
Die “Verschlossene Auster”, ein vom Netzwerk Recherche verliehener Negativpreis für “den Informationsblockierer des Jahres” ging dieses Jahr an den Automobilhersteller Tesla. Das Unternehmen sei “seit Jahren dafür bekannt, Recherchen und Berichterstattung aktiv und aggressiv zu behindern”, so der Netzwerk-Recherche-Vorsitzende Daniel Drepper in der Begründung. Janine Richter, Investigativreporterin bei der “Märkischen Oderzeitung”, kann dies aus eigenem Erleben bestätigen: Teslas Fabrik in Grünheide bei Berlin ist ihr Themenschwerpunkt. Im Gespräch mit Holger Klein berichtet Richter über ihre Erfahrungen mit dem Unternehmen von Elon Musk, das noch nicht mal eine Pressestelle hat: Wie kommt sie dennoch an Informationen? Was erlebt sie bei ihren Recherchen? Wie nimmt sie Behörden und Politik im Umgang mit Tesla wahr? Und welche Risiken sieht sie für die Natur in der Umgebung?

3. IS-Prozesse: Welche Rolle spielen Journalisten?
(ndr.de, Mandy Mülling & Jochen Becker, Video: 19:12 Minuten)
Einige deutsche IS-Anhänger und -Anhängerinnen landeten in kurdischen Gefangenenlagern in Nordsyrien und haben dort mit Medienschaffenden über ihre Geschichten gesprochen – auch in der Hoffnung, nach Deutschland zurückgeholt zu werden, und auch, wenn ihnen hier eine Anklage droht. Einigen IS-Frauen sei die Rückkehr mit ihren Kindern gelungen. “Für Ermittler und Staatsanwälte ist es interessant, was Journalisten über sie wissen. Aber sollen sich Journalisten aktiv an der juristischen Aufklärung von IS-Verbrechen beteiligen?”

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4. Jochen Wegner über persönliches und publizistisches Glück.
(turi2.de, Aline von Drateln & Markus Trantow, Audio: 54:57 Minuten)
Im Podcast “turi2 Clubraum” ist Jochen Wegner zu Gast, “Zeit-Online”-Chef­redakteur und mit “Alles gesagt” selbst Podcaster. In dem Gespräch geht es um die Finanzierbarkeit von Journalismus, Werbung als Geschäftsmodell und natürlich Wegners eigenes Hörformat. Außerdem spricht er über von Maschinen erzeugte Kunst, TikTok und die Frage, warum “Zeit Online”, anders als beispielsweise die Website des “Spiegel”, die Lesedauer der eigenen Artikel nicht ausweist.

5. Die Zerstörung des Buches
(hr-inforadio.de, Anne-Katrin Eutin & David Ahlf, Audio: 48:29 Minuten)
Anlässlich der Frankfurter Buchmesse hinterfragen Anne-Katrin Eutin und David Ahlf von “Studio Komplex” die Institution Buch samt dazugehörigem Buchmarkt: “Das Medium Buch ist wie kein anderes ein Kulturgut, das Intellekt und wahren Tiefgang garantiert. Bloß: Tut es das wirklich? Wir glauben nicht und gehen sogar noch weiter: Wir glauben, dieses Image schadet uns sogar als Gesellschaft.”

6. Kommunikationsstrategien zum Klimawandel
(soundcloud.com, DJV NRW, Sascha Fobbe, Audio: 38:04 Minuten)
Bei “Block und Bleistift” unterhält sich Sascha Fobbe mit Özden Terli, Journalist, Diplom-Meteorologe und Wettermoderator beim ZDF. Terli ist besorgt wegen der Klimathematik, sieht sich und seine Kollegen und Kolleginnen jedoch mehr denn je in der Pflicht: “Natürlich könnte man jetzt sagen, ich stecke den Kopf in den Sand und sage‚ es ist sowieso alles vorbei, aber nein: Wir müssen dafür kämpfen, dass es weitergeht und dafür sind wir Journalist:innen auch da, eben die Sachen richtig darzustellen.”

Presseunfreiheit im Iran, Massenentlassungen?, Papierkrise

1. Wer Journalist ist, wird weggesperrt
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die landesweiten Proteste im Iran und die Reaktionen des iranischen Regimes darauf gehen laut Reporter ohne Grenzen (RoG) damit einher, dass immer mehr Medienschaffende in Gefängnissen verschwinden. Nur in China und Myanmar gebe es mehr Inhaftierte: “Wer derzeit im Iran auch nur unter Verdacht steht, journalistisch zu arbeiten, wird weggesperrt”, so RoG-Geschäftsführer Christian Mihr: “Teheran geht in einem alarmierenden Tempo gegen unabhängige Medienschaffende vor, momentan sind so viele von ihnen inhaftiert wie seit über 20 Jahren nicht mehr.”

2. Erster Prüfbericht wirft Ex-Intendantin Schlesinger Verstöße vor
(tagesspiegel.de, Kurt Sagatz & Joachim Huber)
Die vom RBB beauftragte Anwaltskanzlei hat einen ersten Zwischenbericht zur Affäre um Ex-Intendantin Patricia Schlesinger vorgelegt. Demzufolge soll Schlesinger unter anderem eine private Reise über den Sender abgerechnet haben. In einer Presseerklärung des Senders heißt es dazu: “So wurde etwa bei einer aus [Sicht der Kanzlei] objektiv nicht als dienstlich zu begründenden Reise nach London festgestellt, dass die ehemalige Intendantin Patricia Schlesinger diese Reise inklusive Verpflegungs- und Übernachtungskosten trotz des insgesamt fehlenden dienstlichen Charakters über den rbb abgerechnet und dabei zudem verschwiegen hat, dass sie in Begleitung ihres Mannes verreist war.”

3. Wie Katar vor der Fußball-WM mit der Presse umgeht
(deutschlandfunk.de, Maximilian Rieger, Audio: 5:15 Minuten)
Deutschlandfunk-Sportredakteur Maximilian Rieger berichtet von einer Recherchereise nach Katar. Vom Glanz der Metropole Doha und der WM-Glitzerwelt sei wenige Kilometer entfernt in der sogenannten Industrial Area nichts zu sehen und zu spüren. Und dann war da noch das Fahrzeug, das Rieger und weitere Journalistinnen und Journalisten gefolgt sei. Auf die engmaschige Überwachung reagiert die ARD, die während der WM aus Katar berichten wird, mit einem besonderen Tipp: “Wir raten grundsätzlich, keine privaten und dienstlichen Geräte mitzunehmen. Wir stellen allen Mitarbeitenden der ARD dienstliche Laptops und Handys vom SWR zur Verfügung, und die werden dann hinterher auch alle wieder plattgemacht.”

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4. Musk soll Massenentlassungen planen, Twitter beruhigt Mitarbeiter
(zeit.de)
Einem Bericht der “Washington Post” zufolge will Twitter-Eigentümer in spe Elon Musk bei dem Unternehmen etwa drei Viertel der Stellen streichen. Twitter selbst hatte einen Abbau von einem Viertel der Belegschaft ins Auge gefasst. Die Übernahme durch den Tech-Milliardär ist aber anscheinend immer noch nicht rechtsgültig vollzogen. Die von einer Richterin dafür verhängte Deadline läuft in einer Woche ab.

5. Newsletter Netzwerk Recherche 214
(netzwerkrecherche.org, Kuno Haberbusch & Albrecht Ude)
Stets eine Empfehlung wert, nicht nur für Journalistinnen und Journalisten aus dem Investigativbereich: der Newsletter des Netzwerk Recherche (NR). Die neueste Ausgabe liefert einen Überblick über aktuelle Nachrichten, Veranstaltungen, Seminare, Stipendien und Preise. Außerdem gibt es eine Nachlese zur NR-Jahreskonferenz (Schwerpunkt: Recherche in Krisenzeiten) mit vielfältigem Material, Videos und Fotoeindrücken.

6. Mangelwirtschaft
(journalist.de, Anna Friedrich)
Die Verlage leiden unter steigenden Stromkosten, müssen sich aber auch noch mit dem Problem der Papierknappheit herumschlagen. Die Papiernachfrage steige auf dem gesamten Weltmarkt. Gleichzeitig hätten viele Papierfabriken ihre Produktion auf Verpackungsmaterial umgestellt. Anna Friedrich erklärt das erstaunlich vielschichtige Phänomen und hat bei Verlagen und Druckereien nachgefragt, wie sie mit der Papierkrise umgehen wollen.

Nüsschen für die Intendanz, Chatkontrolle, Geheimhaltung

1. Ausnahmen von der Regel
(rbb24.de)
Das RBB-Rechercheteam, aktuell bestehend aus René Althammer und Jo Goll, hat sich durch die Bewirtungs- und Spesenabrechnungen der früheren RBB-Spitze um Patricia Schlesinger gewühlt und dabei allerlei interessante Posten zu Tage gefördert: Neben opulenten Arbeitsessen und Champagner seien bei der Intendanz-Abrechnung auch Kleinigkeiten wie “Sweeties (Nüsse, Schokolade) für die Fahrt nach Hamburg” aufgetaucht. Die Rechercheure kommentieren: “Ist ein Jahressalär von 303.000 Euro (plus Boni) nicht ausreichend, um persönliche Bedürfnisse nach einem Snack zwischendurch aus der eigenen Geldbörse zu befriedigen? Auch auf diese Frage dürfte der Beitragszahler eine klare Antwort haben.”

2. Europaweite Kampagne gegen Chatkontrolle gestartet
(netzpolitik.org, Emilia Ferrarese)
Ein Bündnis aus Bürgerrechtsorganisationen wendet sich mit einer Kampagne (“Stop scanning me!”) gegen die geplante europaweite Chatkontrolle. Das Vorhaben der EU-Kommission sei weder zielführend noch mit dem europäischen Recht vereinbar.
Gucktipp für weitere Informationen zur Chatkontrolle: “Alexander Lehmann hat für die Kampagne ‘Chatkontrolle stoppen!’ ein Erklärvideo produziert, das kurz und verständlich zeigt, warum das geplante EU-Gesetz wenig gegen die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen hilft, aber auf der anderen Seite gefährlich für unsere private Kommunikation ist.”

3. Wie sich Medienunternehmen vor Hackern schützen
(sueddeutsche.de, Max Muth)
Am vergangenen Montag musste die “Heilbronner Stimme” ohne gedruckte Ausgabe auskommen. Sie war Opfer eines Ransomware-Angriffs geworden, bei dem kriminelle Hacker das System verschlüsselten, um eine Art Lösegeld zu erpressen. Max Muth erklärt, wie wichtig es für Medienunternehmen ist, sich vor derartigen Angriffen zu schützen, da nicht nur Ransomware-Angriffe, sondern auch politisch motivierte Cyber-Attacken drohen.

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4. Nachdenkseiten: Einst links, jetzt Propaganda für Rechtsradikale
(volksverpetzer.de, Matthias Meisner)
Matthias Meisner beobachtet bei den “Nachdenkseiten” eine aus seiner Sicht unheilvolle Entwicklung: Das einst eher linke Portal lasse neuerdings auch deutlich Sympathien für die extreme Rechte durchblicken. Meisner geht der Frage nach, wie es dazu kommen konnte.

5. Geheimhaltungsbedürfnis der Arbeitgeber schwächt Whistleblowerschutz und demokratischen Diskurs
(whistleblower-net.de)
Das Whistleblower-Netzwerk kritisiert den Regierungsentwurf für ein Hinweisgeberschutzgesetz. Dieser stelle zwar eine Verbesserung gegenüber dem Status quo dar, werde aber der Bedeutung von Whistleblowern für Demokratie und Rechtsstaat nicht gerecht: “Nicht nur bei den privaten, sondern auch bei den öffentlichen Arbeitgebern scheint das Misstrauen gegenüber Whistleblowern tief verankert zu sein. Daher plant die Bundesregierung beträchtliche Teile der öffentlichen Verwaltung gegen Whistleblowing zu ‘immunisieren’.”

6. “Das können Sie halten, wie du willst”
(deutschlandfunk.de, Arno Orzessek)
Vor Kurzem spöttelte Markus Ehrenberg im “Tagesspiegel” über das “Du” bei den “Tagesthemen” und sprach von einer “Charmeoffensive”. Nun nimmt Arno Orzessek das Thema in seiner Glosse auf. Sein Fazit: “Wirklich egalitär und kuschelig wird es ohnehin erst, wenn Judith Rakers in der ‘Tagesschau’ den Kanzler fragt: ‘Was meinst Du, Olaf, sollen wir Selenskyi unsere Leopards geben?'”

Panne in der Causa Hildmann, Totalversagen, Zukunft von G+J

1. Attila Hildmann könnte ausgeliefert werden – Berliner Staatsanwaltschaft muss peinlichen Fehler zugeben
(stern.de, Tina Kaiser)
Wie der “Stern” berichtet, muss die Berliner Staatsanwaltschaft einen folgenschweren Ermittlungsfehler im Fall um Attila Hildmann eingestehen. Entgegen früherer Aussagen habe der flüchtige Rechtsextremist Hildmann doch nicht die türkische Staatsbürgerschaft und hätte von der Türkei nach Deutschland ausgeliefert werden können. Doppelt peinlich: Dies sei der Behörde bereits seit Ende März 2022 bekannt gewesen, ohne dass die notwendigen Schritte unternommen wurden.

2. “Das Berghain schließt für immer!” – Nope. Über ein journalistisches Totalversagen mit Ansage
(groove.de, Kristoffer Cornils)
Ein vermeintlicher “Insider” hatte das Gerücht gestreut, der bekannte Berliner Technoclub Berghain werde bald schließen. Zahlreiche Medien haben die Falschmeldung übernommen und verbreitet. Kristoffer Cornils ist der Frage nachgegangen, wie es zu diesem “journalistischen Totalversagen mit Ansage” kommen konnte.

3. Öffentlich-rechtlicher Systemfehler
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Ex-ZDF-Intendant Thomas Bellut könne mit 5,8 Millionen Euro Altersversorgung rechnen, eine RBB-Direktorin verdiene mehr als Brandenburgs Ministerpräsident. Bei den Bezügen in der obersten öffentlich-rechtlichen Ebene laufe etwas gewaltig schief, findet Joachim Huber im “Tagesspiegel”: “Da liegt kein Rechenfehler vor, das ist ein Systemfehler. Ein öffentlich-rechtlicher.”

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4. Rückschläge für große Pläne bei Bertelsmann
(verdi.de, Günther Herkel)
Bertelsmann, immerhin Deutschlands größter Medienkonzern, hat einen rigorosen Sparkurs angekündigt. Dies betreffe vor allem das einstige Flaggschiff Gruner+Jahr. Das Zeitschriftengeschäft stehe aktuell besonders unter Druck, so Konzernchef Thomas Rabe. Man werde “das Titelportfolio überprüfen und nur solche Titel mit RTL zusammenführen, die wirklich synergetisch sind”. Medienjournalist Günther Herkel interpretiert die Aussage so, dass nur Titel eine Chance haben, die sich für ein TV-Format eignen.

5. Wie Erdoğan das Internet zensieren will
(netzpolitik.org, Julien Schat)
In der Türkei ist ein neues Gesetz gegen “Desinformation” in Kraft getreten, das die Pressefreiheit auf dramatische Weise einschränke und weitreichende Folgen für die bevorstehenden Wahlen habe, wie Julien Schat berichtet. Die Opposition wolle zwar gegen das Gesetz vor das türkische Verfassungsgericht ziehen, mit einer richterlichen Entscheidung sei jedoch nicht vor dem Wahltermin zu rechnen: “Damit dürfte Erdoğans Plan, die öffentliche Meinung im Lande auch online unter seine Kontrolle zu bringen, zumindest vorläufig aufgehen.”

6. Telegram muss mehr als fünf Millionen Euro Strafe zahlen
(faz.net)
Das Bundesamt für Justiz hat hohe Bußgelder gegen den Messengerdienst Telegram erlassen: 4,25 Millionen Euro wegen Verstößen gegen das Netzwerkdurchsetzungsgesetz sowie 875 .000 Euro wegen der Nichtbenennung des Zustellungsbevollmächtigten. Die Bußgeldbescheide seien jedoch noch nicht rechtskräftig, Telegram könne noch Einspruch einlegen.

Ohrenkneiferschorle als Enkeltrick?, Owsjannikowa, WM der Schande

1. #ohrenkneiferschorle: das ZDF Magazin Royale als Enkeltrick unter den TV-Magazinen
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
Vergangene Woche (siehe die “6-vor-9”-Ausgabe vom 13. Oktober) beschäftigte sich Sascha Lobo in seiner “Spiegel”-Kolumne kritisch mit den jüngsten Böhmermann-Enthüllungen zum Präsidenten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik. Nun schaut Thomas Knüwer kritisch auf die neueste Folge des “ZDF Magazin Royale” über Weingenuss und Weinanbau. Er wirft den Magazin-Machern und -Macherinnen schlechte Recherche, Falschinformation und fragwürdige Methoden vor: “Das ZDF Magazin Royale ist nicht das einzige Medienprodukt, das so agiert. Allen voran ist dies die Vorgehensweise des Axel Springer Konzerns, egal ob bei ‘Bild’, ‘Welt’ oder ‘Business Insider’. Doch auch andere Redaktionen tragen dazu bei, wenn sie inflationär von ‘Chaos’ schreiben, fragen wie ‘irre’ etwas ist oder dass eine Entwicklung Wahnsinn’ sei.”

2. Owsjannikowa aus Russland geflohen
(tagesschau.de)
Die russische TV-Journalistin Marina Owsjannikowa hatte Mitte März in einer Nachrichtensendung des russischen Staatsfernsehens ein Anti-Kriegs-Plakat in die Kamera gehalten und war danach in einem ersten Schritt zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Im August folgte eine Anklage, sie wurde unter Hausarrest gestellt, ihr drohen bis zu zehn Jahren Haft. Owsjannikowa sei nun mit ihrer Tochter aus Russland geflohen.

3. Wie der Fußball in die Wüste kam
(faz.net, Christoph Becker)
“FAZ”-Sportredakteur Christoph Becker findet lobende Worte für die “Sport-Inside”-Redaktion des WDR. Mit ihrer vierteiligen Doku-Serie “Katar – WM der Schande” offenbare sie die tatsächlichen Fakten und Bilder hinter der Heile-Welt-Inszenierung der Veranstalter.

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4. Online-Buchhandel in Deutschland legt weiter zu
(spiegel.de)
Pünktlich zum Start der morgen beginnenden Frankfurter Buchmesse gibt es neue Zahlen zu den Buchverkäufen in Deutschland. Der Umsatz im Internetbuchhandel sei im vergangenen Jahr deutlich gestiegen: Er habe mehr als ein Viertel des Gesamtumsatzes der Buchbranche ausgemacht. Gelitten habe jedoch erneut der stationäre Buchhandel, dessen Umsatzanteil auf 39 Prozent geschrumpft sei.

5. Die BBC wird 100: Vergangenheit groß, Zukunft ungewiss
(tagesspiegel.de)
Die renommierte und weltweit bekannte BBC, die “Mutter aller öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten”, wird 100 Jahre alt. Doch die Freude über das Jubiläum ist getrübt. Die britische Regierung zeige immer weniger Interesse an der Institution BBC: “Ihr runder Geburtstag markiert, bei allen schönen Worten, eine Zukunft auf ganz ungewissem Terrain.”

6. musste sterben
(journalist.de, Sebastian Pertsch & Udo Stiehl)
Sebastian Pertsch und Udo Stiehl werfen im Rahmen ihres Projekts “Floskelwolke” einen sprach- und medienkritischen Blick auf vielbenutzte Formulierungen. Die oft in Überschriften verwendete Frage, warum eine bestimmte Person “sterben musste”, wird von ihnen als besonders zynisch empfunden: “1. Wie erwähnt muss niemand aus unnatürlichen Gründen sterben. Den suggerierten kausalen Zusammenhang gibt es nicht. 2. Die Frage ist suggestiv und deshalb manipulativ. Und 3. wird bei einer Tötung oft das Wording oder die Intention des Täters übernommen und die eigentlich betroffene Person wird ausgeblendet.”

Chatkontrolle, Owning the libs, Cyber-Angriff auf “Heilbronner Stimme”

1. Chatkontrolle darf so nicht in Kraft treten
(netzpolitik.org, Anna Biselli & Andre Meister)
Einige zivilgesellschaftliche Organisationen monierten bereits, dass die geplante EU-Verordnung zur Chatkontrolle tief in Grundrechte eingreife und von den Gerichten gekippt werden könnte. Zu dieser Einsicht ist nun auch der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags im Rahmen eines Gutachtens gekommen. netzpolitik.org hat die Ausführungen der Experten eingeordnet und das Gutachten im Volltext angehängt.

2. Kontrolle komplett
(taz.de, Jürgen Gottschlich)
Die Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat ein neues Mediengesetz verabschiedet, das vorsehe, dass Menschen, die “falsche oder irreführende Informationen über die innere und äußere Sicherheit des Landes” verbreiten oder durch ihre Nachrichten “die öffentliche Ordnung stören sowie Angst und Panik in der Bevölkerung verbreiten”, für bis zu drei Jahren in Haft kommen können. Journalistenorganisationen, Anwaltsvereine und Amnesty International seien entsetzt.

3. “Heilbronner Stimme” erscheint nach Cyber-Angriff nicht gedruckt
(sueddeutsche.de)
Die “Heilbronner Stimme” ist Opfer einer Cyberattacke geworden und erscheint am heutigen Montag nicht als gedruckte Ausgabe. Etliche Systeme der Stimme Mediengruppe seien bei dem Angriff in der Nacht auf Freitag verschlüsselt worden. Dem Unternehmen liege ein Bekennerschreiben vor, das auf einen Erpressungsversuch hindeute.

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4. Owning the libs mit Dieter Nuhr
(setup-punchline.de, Bernhard Hiergeist)
Anhand der Kabarett- und Comedysendung “Nuhr im Ersten” erklärt Bernhard Hiergeist die aus den Vereinigten Staaten bekannte “owning-the-libs”-Strategie: “Mit ‘owning the libs’ wird vor allem in den USA die Strategie bezeichnet, gesellschaftspolitisch liberal gesinnte Politiker:innen um jeden Preis zu ärgern, zu brüskieren oder (bei ihrer politischen Arbeit) zu sabotieren. Egal wie sinnvoll die Projekte oder Ansichten, sei es, Schulen oder Zufahrtsrampen für Rollstuhlfahrer zu bauen, die Grundsicherung und Löhne zu erhöhen oder Minderheiten zu schützen: Wenn es von der falschen Seite kommt, ist es abzulehnen und zu trollen. Ohne Wenn und Aber. Nuhr im Ersten hat das einfach auf Comedy übertragen.”

5. Wir haben eine Stichprobe von gut 5.000 Accounts untersucht
(twitter.com, Kontraste)
Das Politmagazin “Kontraste” hat eine Stichprobe von gut 5.000 Twitter-Accounts untersucht, die seit Beginn des Kriegs in der Ukraine Tweets von Sahra Wagenknecht geteilt haben. Man habe feststellen wollen, welche Inhalte diese Nutzerinnen und Nutzer sonst noch geteilt haben: “Am häufigsten wurde der #Querdenker-Ideologe Stefan Homburg geteilt. 56 % der Nutzer retweeteten ihn. Tweets des rechtsradikalen YouTubers Niklas Lotz teilten 44 %. Und von Alice #Weidel, der #AfD-Fraktionsvorsitzenden, waren es 32 %.” Mehr dazu gibt es in dem dazugehörigen “Kontraste”-Beitrag (Video: 8:44 Minuten).

6. Gemälde im Kanzleramt könnte ungewöhnliche Kosten verursachen
(spiegel.de)
Wenn Olaf Scholz im Kanzleramt eine Pressekonferenz abhält, ist hinter dem Podium ein großformatiges Gemälde des Malers Ernst Wilhelm Nay (Titel: “Augenbilder”) zu sehen. Zu Zeiten von Angela Merkel im Kanzleramt sei das Bild durch einen blauen Hintergrund mit Bundesadler verdeckt gewesen – darauf habe man nun verzichtet, “um einen anderen optischen Eindruck zu erreichen”. Ein Eindruck, der für Medien und Medienschaffende teuer werden könnte: “Laut der VG Bild-Kunst, die für die Wahrnehmung der Rechte zuständig ist, dürfen Fotos der Pressekonferenzen, auf denen ‘Augenbilder’ zu sehen ist, im Rahmen aktueller Berichterstattung online nur sechs Wochen gezeigt werden. Anschließend müssten sie entweder käuflich lizenziert oder gelöscht werden.”

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