Suchergebnisse für ‘r’

Allgemein  

“Bild” glaubt: “Bestie hat sich auch Adelina geholt”


Wir sehen Marc H., den mutmaßlichen Mörder des achtjährigen Felix und der achtjährigen Levke. Rechts sehen wir Levke, links Adelina. Auch Adelina wurde getötet, von wem ist bislang unklar. Lassen Sie sich also nicht davon irritieren, dass es in der “Bild”-Überschrift heißt, “Die Bestie hat sich auch Adelina geholt” – das lässt sich nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand definitiv nicht sagen, und es würde sicher, gemäß Pressekodex, eine unzulässige Vorverurteilung darstellen.

Und bei genauem Hinsehen stellt man auch fest, dass “Bild” gar nicht behauptet, Marc H. habe Adelina getötet, denn über der ca. drei Zentimeter hohen Schlagzeile steht ja in ca. ein Zentimeter hohen Buchstaben, “Polizei glaubt”. Die Titel-Schlagzeile in der Bremer “Bild”-Ausgabe sieht sogar so aus:

Nur: Beides ist falsch. Fragt man nämlich bei der Soko Levke und Felix nach, wie es Radio Bremen getan hat, kommt dies dabei heraus:

Ein Sprecher der Soko Levke und Felix hat einen Bericht der “Bild”-Zeitung dementiert, wonach es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen den Morden an Felix und Levke sowie an Adelina aus Bremen gibt. Der Polizeisprecher bezeichnet diesen Artikel als falsch. Er warf der Zeitung vor, die Arbeit der Polizei mit solchen Artikeln zu behindern.

Und wie kommt “Bild” darauf, dass die Polizei “glaubt” oder sich gar “sicher” sei, dass Marc H. auch Adelina ermordet habe? Nun, in der “Bild” Berlin/Brandenburg und online zitiert sie einen “Sprecher” der Kripo Bremen mit den Worten: “Vieles spricht dafür”. Und in der “Bild” Bremen zitiert sie einen “Ermittler” mit den Worten: “Vieles spricht dafür”.

Fragt man beim Pressesprecher der Bremer Polizei nach, erfährt man, dass es kein derartiges Statement der Bremer Polizei gebe und, dass derzeit lediglich ermittelt werde, ob es Parallelen zwischen den Morden an Levke und Adelina gibt. Und mehr hätte es dazu eigentlich nicht zu sagen gegeben.

Mit Dank für die sachdienlichen Hinweise an Tobias M. und Frauke M.

Lachen mit “Bild”

“Pamplona – Eine portugiesische Familie türmte bei einem Picknick bei Pamplona (Spanien) trockenes Holz auf, zündete es an. Fleischspieße sollten gegrillt werden. Die Familienmitglieder suchten weiteres Holz, ließen die Oma (93) auf einem Klappstuhl am Feuer sitzen. Die alte Dame kippte mit dem Stuhl um, fiel in die Flammen und verbrannte.”

So steht es in einer kleinen Meldung irgendwo auf der letzten Seite der heutigen “Bild” — und zwar unter der Überschrift:
Großmutter aus Versehen gegrillt
 
 
Nachtrag, 8.1.05:
In der spanischen Lokalpresse liest sich die Geschichte übrigens etwas anders als in “Bild” — ganz anders sogar: Von “Fleischspießen” oder “Picknick” ist darin nämlich nicht die Rede. Zusammengefasst heißt es dort, dass es sich bei der Toten um eine obdachlose, alte Frau handelte, die sich auf einem Parkplatz am Rande einer portugiesischen Siedlung in Alsasua bei Pamplona (Spanien) zwischen einem Abschleppwagen und einem Wohnmobil eine Art Lager eingerichtet hatte, wo sie sich offenbar in Decken gehüllt an einem in einer Blechtonne entzündeten Feuer wärmte, wobei die Decken in Brand gerieten, die Frau verbrannte. Und wenn selbst in einer gerade mal 3 x 9 Zentimeter großen “Bild”-Meldung schon dermaßen wenig stimmt, dann…

…will man diesen Satz lieber gar nicht zu Ende denken.

Mit Dank an Christiane L., Jens S., Sonja Z. und Gisela für Links und Übersetzung.

Allgemein  

Enthüllung

Bisher nahmen wir an, dass “Bild” all das als mit dem magischen Wort “geheim” bezeichnet, was dem Blatt bislang nicht bekannt war. Wir müssen uns korrigieren.

Heute steht da nämlich ein Artikel über Nicole Richie. Der Inhalt ist zu vernachlässigen, es handelt sich um einen (als solchen natürlich nicht gekennzeichneten) werblichen Hinweis auf das Männermagazin “Maxim”, das wie “Bild” bei Axel Springer erscheint. In diesem Artikel findet sich der Satz:

Nicci enthüllt (…) ein geheimes Brustpiercing.

Das ist erstens irreführend, weil sie das Brustpiercing keineswegs “enthüllt”, sondern auch auf den “heißen” Fotos mit verschiedenen Stücken Stoff verhüllt. Vor allem aber ist es quatsch, denn dass Frau Richie ein Brustpiercing hat, weiß die ganze Welt (oder jedenfalls jener Teil, den es interessierte), seit es im Juli 2004 den Alarm eines Metall-Detektors am New Yorker Flughafen auslöste. (Es gibt von Frau Richie auch Fotos, die ihre sekundären Geschlechtsmerkmale samt Metallschmuck zeigen, aber die können Sie sich bitte selbst im Internet suchen, Danke.)

Berichtet hat damals über den Vorfall auch — richtig: Bild Online. Wir müssen unsere Definition also korrigieren:

Mit dem magischen Wort “geheim” bezeichnet “Bild” alles, was a) dem Blatt bislang nicht bekannt war oder b) der gerade zufällig diensthabende Redakteur nicht wusste oder c) ihm egal war oder d) mit einem Produkt des Hauses zu tun hat, das ein bisschen PR gebrauchen kann.

Allgemein  

Alles ist möglich

Wir sind stolz und glücklich, Ihnen exklusiv ein Foto vom potentiellen ungeborenen Kind von Millionärswitwe Tatjana Gsell und Ferfried Prinz zu Hohenzollern zeigen zu können. Wenn Sie bitte hier klicken wollen. Je nachdem, wann Sie diese Zeilen lesen, könnte es auch schon so oder so aussehen. Oder, wenn Sie bei uns nicht so regelmäßig vorbeischauen, sogar bereits so.

Das nur, damit wir wissen, wovon wir reden, wenn “Bild” heute schreibt:

Und über den Artikel die Überschrift setzt:

Fest der Liebe bei Tatjana Gsell & Prinz “Foffi”
Wächst in ihrem Bauch schon ein Baby?

Wenn da ein Baby im Bauch von Tatjana Gsell wächst, dann ist es (laut “Bild”) heute vier Tage alt, also ein Zellhaufen, der sich gerade auf den Weg zur Gebärmutter gemacht hat. Gezeugt wurde das Baby nämlich von den beiden an Heiligabend. Also, wenn es gezeugt wurde. Denn ob es gezeugt wurde, weiß nur der liebe Gott. Als Indiz, das die Frage in der Überschrift rechtfertigt, muss dem Blatt allein die Aussage von “Prinz ‘Foffi'” dienen, dass beide am 24. Dezember ihre Verlobung mit etwas Geschlechtsverkehr gefeiert hätten (Hervorhebungen von uns):

Vielleicht ist es ja dabei passiert. Vielleicht haben wir ja einen kleinen Junior produziert. Oder eine Juniorin. Ich wäre so glücklich, wenn Tatjana schwanger würde.”

Und wenn es jetzt noch nicht geschehen sein sollte, hoffen wir nur, dass er nicht jedesmal, wenn er es erneut versucht, wieder die “Bild”-Zeitung informiert und die “Bild”-Zeitung dann “Deutschland”.

Allgemein  

Das, nicht die!

Ähm, Momentchen mal! Schon möglich, dass “bild”, wie “Bild.de” berichtet, in den von der Internetsuchmaschine Google alljährlich veröffentlichten Listen der meistgesuchten Begriffe irgendwo auf Platz 7 ist, denn in der Unter-unter-Kategorie “Popular Queries Germany” steht zwischen “christina aguilera” (Platz 6) und “britney spears” (Platz 8) tatsächlich “bild”. Aber wie berichtet “Bild.de” darüber? Na, so:

Und so:

Schließlich heißt es dann sogar:

Was natürlich endgültig Blödsinn ist, denn Platz 7 geht an “bild”, das damit “arbeitsamt” und “aldi” schlägt.

Nachtrag, 23:55:
Und die “Bild”-Zeitung vom Heiligabend macht sich deshalb sogar selbst zum “Gewinner” des Tages, hahahahahaha-ho-ho-ho-hä?!

“Jetzt” geht’s los

Bei der Größe dieses Teasers und dem Wörtchen “jetzt” könnte man eigentlich ein bisschen Aktualität erwarten. Aber nicht bei bild.de. Dass ProSiebenSat.1 die Rechte an der Serie “Desperate Housewives” gekauft hat, sagte der Chef der Senderfamilie der US-Zeitschrift “Variety” in einem Interview, das vor über einem halben Jahr erschien: am 31.05.2004. Der deutsche Branchendienst “Kress” berichtete darüber am 07.06.2004. Das Wort “jetzt” ist insofern ein leeres Versprechen, als noch kein Sendetermin feststeht. Und für das einzig möglicherweise Neue an der Geschichte, dass die Serie nämlich angeblich bei Pro Sieben laufen wird und nicht bei Sat.1, gibt es in dem bild.de-Artikel weder eine Quelle noch eine ausdrückliche Bestätigung.

Schlampig

Bild.de schreibt, dass das Auktionshaus “Christie’s” demnächst “in London” einen Aufsatz von Britney Spears aus Kindertagen veröffentliche — tatsächlich findet die Versteigerung am Freitag in New York statt. Über die Hausarbeit erstreckt sich laut bild.de ein Gekritzel mit grünem “Filzstift” — dabei ist deutlich zu erkennen und in der Auktionsbeschreibung angegeben, dass es sich um grünen Wachsmalstift handelt.

Und über solche läppischen Fehler, selbst wenn sie sich häufen, müsste man natürlich kein Wort verlieren, stünden sie nicht in einem Artikel, mit dem “Bild” der Sängerin zum x-ten Mal vorwirft, sie sei eine Schlampe, diesmal ergänzt um den Hinweis, sie sei schon als Neunjährige “eine kleine Schlampe” gewesen.

Wenn wir den Artikel richtig interpretieren, besagt er ungefähr, dass man im Kleinen ganz gut erkennen kann, was auch im Großen schiefläuft.

Gottgleich

Hans Meyer, früher Fußball-Trainer bei Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC, ist einer von wenigen, die sich getraut haben, sich gegen die Berichterstattung von “Bild” zu wehren. Der Berliner “Tagesspiegel” hat ein Interview mit ihm geführt. Meyer beschreibt darin, wie “Bild” regelmäßig Dinge aus dem Zusammenhang reiße und systematisch Angst verbreite:

“Und [die ‘Bild’-Leute] glauben, dass sie Trainer und Spieler gottgleich abstrafen könnten. Aber das Traurigste für mich ist, dass auch seriöse Blätter, solide und gute Journalisten, sogar Nachrichtenagenturen das abschreiben, was ‘Bild’ vorgibt – ohne noch einmal nachzufragen.” (…)

Welche Folgen hat diese Berichterstattung für die Wahrnehmung von Fußball?

“Sie führt dazu, dass die Leute fußballblöd werden. Das Fachliche spielt überhaupt keine Rolle. Genauso wenig wie das Normale. Sieger werden zu Titanen gemacht, Verlierer zu Versagern, die angeblich nicht kämpfen und nicht wollen. Neulich haben so genannte Fans Vaclav Sverkos von Borussia Mönchengladbach mit Bier begossen und bespuckt. Von da bis zur brutalen Gewalt ist es nur noch ein kleines Stückchen.”

Allgemein  

Exklusiv-Foto

Als die F.A.Z. vor einigen Tagen einen Reiseartikel über Lübeck mit Fotos aus Bremen illustrierte, war “Bild” das eine Meldung auf der ersten Seite in der Kategorie “Verlierer des Tages” wert.

Aber nun zu einem ganz anderen Thema.

Seit Tagen dominiert die Nachricht, dass Schauspielerin Uschi Glas einen neuen Freund hat, die Schlagzeilen von “Bild”. Die Zeitung scheint nicht die besten Kontakte zu haben; die ersten Fotos musste sie (wie gesagt) aus der Zeitschrift “Das Neue” nachdrucken, und das, was sie als “großes Exklusiv-Interview” ausgab, waren (wie gesagt) offensichtlich nur ein paar Brosamen, die neben einer großen Geschichte der “Bunten” übrig blieben.

Illustriert hat “Bild” das angebliche “Exklusiv”-Interview u.a. mit diesem Foto:

Im Goldrahmen steht:

Dieter Hermann eroberte das Herz von TV-Star Uschi Glas beim Golfen

Das mag sein. Nur ist der Mann auf dem Foto im Goldrahmen nicht Dieter Hermann (Foto). Es ist, wie das Haller Tagblatt herausgefunden hat, Alexander Erdland (Foto), der Vorstandsvorsitzende der Haller Bausparkasse.

Danke an Aurel B. für den Hinweis!

Jetzt weiß sie es auch!

Uiuiui! “Bild” berichtet schon wieder über “aufgetauchte” Nackt-Szenen. Diesmal zeigen sie aber nicht Sophie Schütt sondern Antonio Banderas und Angelina Jolie:

Zumindest sind die Szenen so heiß, daß sie aus der Endfassung des Historiendramas “Original Sin” (…) rausgeschnippelt wurden (und jetzt – o Wunder – doch noch aufgetaucht sind).

Irgendwie macht es den Eindruck, als wollte Katharina Wolf, die heute Christiane Hoffmann in ihrer “Ich weiß es!”-Rubrik vertritt, sich schon wieder mit der “offiziellen Begründung” (die sie vermutlich nur etwas verkürzt wieder gibt, die aber ansonsten durchaus nachvollziehbar ist) nicht ganz zufrieden geben, aber das nur am Rande.

Wo und wann sind diese Szenen wohl aufgetaucht? Da die DVD, auf der sie zu sehen sind, bereits – o Wunder – im Juli 2002 ganz offiziell von MGM Home Entertainment veröffentlicht wurde, und MGM – o Wunder – auf der Internetseite zum Film ganz ungeniert mit ihnen wirbt, liegt es natürlich nahe, dass sie “jetzt” (oder am Wochenende) bloß in Wolfs DVD-Player aufgetaucht sind, aber das ist selbstverständlich reine Spekulation.

Mit Dank für den sachdienlichen Hinweis an Christian W.

Blättern:  1 ... 1193 1194 1195 ... 1203