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Die irre Titelzeile ohne Stuttgart

Bei Bild.de kann man seit gestern Abend spaßeshalber einen Tipp abgeben, ob der FC Schalke 04, Werder Bremen oder der VfB Stuttgart am 19. Mai Deutscher Fußballmeister wird, denn:

Noch vier Spieltage bis zum Saisonende. Spätestens dann wissen wir, ob die Schale nächstes Jahr in Schalke, Bremen oder Stuttgart steht…

Und angepriesen wird der “Meister-Klick-Tipp” seit gestern Abend von Bild.de unter dieser Überschrift:

"Das irre Titelfinale ohne Bayern - Schalke, Werder oder Bremen: Machen Sie den Meister-Klick-Tipp!"

Mit Dank an J.W., Andreas S., Markus S., Michael K. und andere.

Nachtrag, 10.20 Uhr: Bild.de hat’s korrigiert.

Wagner-Premiere im Berliner Ensemble

Lieber Franz Josef Wagner,

wir müssen Ihnen was sagen. Die Menschen bei “Bild”, die Ihre Texte täglich einem Millionenpublikum zugänglich machen, sind nicht Ihre Freunde.

Heute zum Beispiel schreiben Sie an den “Freigänger Christian Klar”, der womöglich “ab Juli” schon am Berliner Ensemble arbeiten werde:

Na, dann werden wir uns öfter sehen. Ich gehe gern ins Theater. Heute gibt es übrigens "Der Todestanz" von August Strindberg. Schade, dass Sie erst ab Juli in Berlin sein können. Wir hätten jetzt schon offen und kritisch über das Bühnenbild reden können. Ich finde, dass die Schauspieler maßlos übertreiben und das Bühnenbild in den Hintergrund rücken. Gerne würde ich Ihre Meinung dazu hören. Ich nehme an, wir würden uns in der Sektpause zwischen dem zweiten und dritten Akt im Premierenpublikum treffen. Ich nehme an, dass ich Ihnen den Inhalt meines Sektglases ins Gesicht schütte.

Wären die Leute bei “Bild” Ihre Freunde, dann hätten sie in Ihrem Manuskript sicher unauffällig den Titel “Der Todestanz” in “Totentanz” korrigiert. Sie hätten vermutlich beiläufig das Wort “Premiere” aus dem Text entfernt, denn die Premiere ist nicht heute abend, sondern war schon im Dezember. Und sie hätten wahrscheinlich den ganzen Teil mit der “Sektpause zwischen dem zweiten und dritten Akt” herausgenommen, denn die Vorstellung ist so kurz, dass sie ganz ohne Pause auskommt.

Alternativ hätten die “Bild”-Verantwortlichen, wenn sie Ihre Freunde wären, vielleicht wenigstens den Satz “Ich gehe gern ins Theater” ersatzlos gestrichen.

Vielen Dank an Chris K. für den sachdienlichen Hinweis!

Wie blöd kann man eigentlich sein?

Nur zur Erinnerung: Die TV-Entertainerin Charlotte Roche (29) ist eine Frau, über die in den vergangenen Jahren verschiedene Medien schrieben, sie sei von “Bild”-Mitarbeitern “erpresst” worden und über die (nachdem sich “Bild” gegen diese Behauptung juristisch gewehrt hatte) man immerhin behaupten darf, dass sie von mehreren Menschen, die sich als “Bild”-Mitarbeiter ausgaben, “erpresst” worden sei. Charlotte Roche ist jene Frau, die, weil sie sich von “Bild”-Mitarbeitern “erpresst” fühlte, dem Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, ins Gesicht sagte, dass sie ihn “für einen schlechten Menschen halte — wegen der ‘Bild’-Zeitung”. Charlotte Roche kam mal mit einem BILDblog-Schriftzug auf dem Kleid in die “Harald Schmidt Show” und wurde u.a. vom “Stern” mit dem Satz zitiert:

“Man muss ein Zeichen setzen gegen die Angst vor ‘Bild’.”

Heute nun berichtet “Bild” über Boris Becker und schreibt:

"Mit Tänzerin Charlotte Roche (30) jettet Boris auch gern durch die Gegend, führte sie zuletzt zu den

Wir halten das, gelinde gesagt, für unwahrscheinlich.*

*) Bild.de inzwischen übrigens auch.

Mit Dank an Astrid K., Anne-Kirstin K., Andrea E., Rainer F. und Thomas M.

Nachtrag, 26.4.2007: “Bild” hat den Fehler tags drauf in einer Sonderausgabe ihrer Korrekturspalte ausführlichst korrigiert und bedauert.

Tot oder lebendig?

Dieser Ausriss zeigt eine Fotounterzeile in einem Bild.de-Artikel, der die Überschrift trägt “Falscher Polizist erschießt jungen Fußballer”:

"Starb an seinen schweren Verletzungen: Francesco M. (20)"

Und dieser Ausriss stammt aus demselben Artikel auf Bild.de:

"Francesco schwebt in Lebensgefahr."

Leider stimmen Fotounterzeile und Überschrift. Francesco M. erlag tatsächlich seinen Verletzungen. Als Bild.de-Leser kann man das nur erraten.

Mit Dank an Peer S., Christian Z., Thomas K., Tanja und René T.

Nachtrag, 16.25 Uhr: Der Text auf Bild.de wurde inzwischen korrigiert.

Vom Hörensagen

Neulich bei Bild.de…

Praktikant: “Sagen Sie mal, Chef, für die Fotostrecke mit Britney Spears haben wir doch dieses Nackt-Schwanger-Titelbild, wie heißt noch mal die Zeitschrift?”

Chef:Harper’s Bazaar. Stell gleich mal online.”

Praktikant: “Geht klar.”

Chef: “Aber denk dran: ‘Harper’s Bazaar’ schreibt sich mit Doppel-A!”

Praktikant: “Weiß ich doch, Chef.”

Während ihrer zweiten Schwangerschaft ließ sich die Sängerin nackt für das Cover von 'Haarper's Bazar' ablichten

Chef: “Ach, und habt ihr diese Film-Meldung gemacht?”

Praktikant: “Ich sitz’ grad dran. Hab sogar den Namen dieser Maggie Gyllenhaal nachgeschlagen, dass wir da keine blöden Schreibfehler drinhaben. Sagen Sie mir schnell nochmal den Titel des Filmes?”

Chef:The Dark Knight.”

Praktikant: “Alles klar!”

US-Schauspielerin Maggie Gyllenhaal wird den Part von Katie Holmes in "The Dark Night" spielen

Danke an Jenny D. und an Frank J. — auch für die Dialog-Idee.

Nachtrag, 16.3.2007: Während sich die “Dark Night”-Meldung unauffällig aus dem Newsticker verabschiedet hat, wurde “Haarper’s Bazar” inzwischen korrigiert.

Ist ja nur online III

Bild.de berichtet seit gestern über die Gleitschirmpilotin Ewa Wisnierska Cieslewicz, die am vergangenen Mittwoch in einen Gewittersturm auf fast 10.000 Meter Höhe gesaugt, vorübergehend bewusstlos wurde und dennoch leicht verletzt überlebte. Und heute berichtet auch “Bild”. Und es ist natürlich sehr erfreulich, dass die gedruckte “Bild” heute einen Fehler in der gestrigen Bild.de-Meldung korrigiert, in der behauptet wurde:

"Auf rund 500 Metern kam Wisnierska wieder zu sich, konnte zur Landung ansetzen."

Denn “Bild” berichtet zutreffend:

"Ewa sank auf 6900 Meter, dort wurde sie wach."

Schade nur, dass es Bild.de (wo die eigene Meldung nach wie vor auf der “News”-Seite angekündigt wird) bislang nicht gelungen ist, den Fehler selbst zu korrigieren.

Mit Dank an die diversen Hinweisgeber.

Nachtrag, 16.58 Uhr: Offenbar liest man bei Bild.de lieber BILDblog als “Bild”. (Kann man verstehen.) Jedenfalls ist der Fehler (der aus einer Meldung der Nachrichtenagentur AP stammt) korrigiert:

Als Wisnierska wieder zu sich kam, stand ihr Höhenmesser "nur noch" bei 6900 Metern.

Symbolfoto XLV

Netter Versuch.

Aber die heute von “Bild” abgebildete Boeing 747 (also das als “Jumbo-Jet” bekannte Flugzeug mit dem charakteristischen “Buckel”) wird leider auch dadurch nicht zum Airbus 330-300, dass die “Bild”-Zeitung “Airbus A330-300” draufschreibt.

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber.

PS: Bild.de zeigt das falsche Flugzeug immerhin kommentarlos.

Nachtrag, 13.2.2007: “Bild” hat’s heute in ihrer “Korrekturspalte” korrigiert.

6 vor 9

AN: PR-Frau, oder ne, doch AN: Alle
(rebellmarkt.blogger.de)
Auch im IT-Bereich hat man als Chefredakteur Probleme mit der Email. Deren Tücken ist es zu verdanken, dass ich dieses erstklassige Beispiel journalistischer Unbestechlichkeit erhalten habe.

Leider nein
(weltwoche.ch, Mark van Huisseling)
Mark van Huisseling war Juror bei «Superstar», einem Schweizer TV-Wettsingen, und hat ein paar Dinge gelernt. Hier korrigiert er sechs populäre Irrtümer über Castingshows.

So dünn wie noch nie
(werbewoche.ch, Nick Lüthi)
Die Weltwoche leidet an Magersucht. Seit Jahresbeginn hat das Blatt bis zu einem Viertel abgespeckt. Nichts Aussergewöhnliches, findet Verleger und Chefredaktor Roger Köppel.

Nur wer aus der Provinz kommt, erkennt die Welt
(sueddeutsche.de, Andrian Kreye)
Kein Geld für lange Sätze, aber den Kopf voller Bildung: Ein Nachruf auf den polnischen Schriftsteller und Reporter Ryszard Kapuscinski.

Nachrichten nicht nur für Avatare (+)
(welt.de, Ulrike Langer)
In “Second Life”, der so genannten zweiten Welt im Internet, werden immer mehr Geschäfte gemacht, die auch für die erste Welt interessant sind: Medien entdecken die neuen Märkte und Zielgruppen. Mit dabei sind unter anderem Reuters, Cnet und der Axel-Springer-Verlag.

Interview with Arianna Huffington in Davos
(secondlife.reuters.com, Quicktime-Video)
Ein Gespräch zwischen Avataren: Adam Reuters spricht im SL-Reuters-Auditorium mit Arianna Huffington, Gründerin der Huffington Post.

Verlierer des Tages (Wiedervorlage)

Man könnte meinen, eine Korrekturspalte sei dazu da, Fehler zu korrigieren. Außer bei “Bild” natürlich. Denn bei “Bild” ist die Korrekturspalte auch dazu da, Fehler zu wiederholen.

Vor zwei Wochen hatte “Bild” Jürgen Rüttgers (CDU) zum “Gewinner” des Tages gemacht, weil er in einer von der SPD bezahlten Umfrage von der Mehrheit der Nordrhein-Westfalen als beliebtester SPD-Politiker genannt worden sei.

Tatsache aber ist: Rüttgers war in einer nicht von der SPD bezahlten Umfrage von einer Minderheit der Nordrhein-Westfalen am dritthäufigsten als SPD-Politiker genannt worden.*

Zwei Wochen später ist es “Bild” nun gelungen, eine “Berichtigung” zum Thema abzudrucken:

Unter der Rubrik "Gewinner" hatte BILD am 7. Dezember 2006 berichtet, dass die SPD die Forsa-Umfrage nach dem beliebstesten SPD-Politiker, aus derer nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) als Sieger hervorging, bezahlt hat. Dies hat sich als unzutreffend erwiesen. Die SPD hat diese Forsa-Umfrage nicht bezahlt.
Man mag sich nicht vorstellen, welches juristische Hin und Her hinter den Kulissen der Formulierung “hat sich als unzutreffend erwiesen” vorangegangen ist, damit nun endlich, zwei Wochen später, auch in “Bild” steht, was sich doch eigentlich bereits am Tag der Veröffentlichung als unzutreffend erwiesen hatte. Die SPD jedenfalls möchte sich dazu nicht mehr äußern.

Und dass die heutige “Berichtigung” den dritt(!)bekanntesten(!) “SPD-Politiker” weiterhin fälschlicherweise als Beliebtheits(!)sieger(!) dastehen lässt, korrigiert “Bild” garantiert morgen nach Weihnachten im nächsten Jahr nie.

*) Ein Teil der “Bild”-Fehler stammte aus der “FAZ”. Zufälligerweise fand sich dort an Tag vor dem heutigen “Bild”-“Berichtigung” folgende “Richtigstellung”:

“Am 5. Dezember hat diese Zeitung (…) über eine Meinungsumfrage aus dem vergangenen Sommer berichtet, die den Bekanntheitsgrad nordrhein-westfälischer SPD-Politiker untersucht. Dabei war behauptet worden, die SPD selbst habe die Umfrage in Auftrag gegeben. Dies hat sich als unzutreffend erwiesen. (F.A.Z.)”

FAZ.net hat den Hinweis auf die SPD als vermeintlichen Auftraggeber der Umfrage ersatz- und kommentarlos gestrichen.

  

“Bild”-Korrekturspalte ein voller Erfolg

Es gibt sie, die guten Nachrichten über “Bild”. Die Korrekturspalte, die “Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann am 14. Juli 2006 wieder einführte — fünfeinhalb Jahre, nachdem er sie abgeschafft hatte –, ist ein voller Erfolg.

Seitdem es sie gibt, ist die Zahl der Fehler, die die “Bild”-Redaktion macht, dramatisch zurückgegangen. Das beweist eine exklusive BILDblog-Auswertung der “Bild”-Fehlerkorrekturen, die die Bundesausgabe betreffen. Danach unterläuft “Bild” aktuell rein rechnerisch nur noch in jeder vierten Ausgabe ein Fehler. Vor einem knappen halben Jahr kamen auf fünf Ausgaben nicht weniger als vier Fehler:

Voraussetzung für diese gute Nachricht ist natürlich die Annahme, dass die “Bild”-Zeitung alle Fehler, die ihr “unterlaufen”, in ihrer Korrekturspalte richtigstellt. “Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann hat bei der Wieder-Einführung der Rubrik angekündigt, hier “schnell und unkompliziert” Fehler zu korrigieren — von vollständig war nicht die Rede. Die Kriterien, nach denen sich Fehler für eine Korrektur in der Korrekturspalte qualifizieren, haben wir auch nach sorgfältiger Analyse nicht genau ergründen können. Nicht korrigiert blieben in den vergangenen Wochen zum Beispiel anatomische Fehler, demoskopische Fehler, mutmaßlich absichtliche Fehler, nachweisbar bösartige Fehler, unwichtige Fehler, astronomische Fehler, unübersichtliche Fehler, unerklärliche Fehler, peinliche Fehler, Flüchtigkeits-Fehler, Angeber-Fehler, wissenschaftliche Fehler und die üblichen Fehler. So gesehen könnte man die obige Statistik natürlich auch ganz anders interpretieren. Dann wär’s aber keine gute Nachricht mehr.

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