Suchergebnisse für ‘korrigiert’

Kurz korrigiert (66)

Die Sache mit dem Patriotismus in Deutschland liegt “Bild” offenbar sehr am Herzen. Jedenfalls berichtet sie heute groß auf Seite zwei darüber, welche Minister eine Deutschland-Fahne im Büro haben und welche nicht (“Sind das etwa vaterlandslose Gesellen?”). Besonders interessant ist, was “Bild” unter ein Foto des deutschen Verteidigungsministers schreibt:


(Hervorhebung von uns.)

Nur heißt der Verteidigungsminister gar nicht Horst, sondern Franz Josef. Ups! Verzeihung: Franz Josef.

Mit Dank an Simon W. und Beat W. für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 15.15 Uhr: Der Patriotismusbeauftragte bei Bild.de hat Horst durch Franz Josef ersetzt.

Kurz korrigiert (65)

Die “Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika” gehört zu den Grundsätzen von Springer und “Bild”. Die Solidarität nimmt man offenbar so ernst, dass man auch mal ein bisschen schummelt, wenn es um die Frage geht, welches das stolzeste Volk ist. So schreibt “Bild” heute auf ihrer Seite 1 über die Ergebnisse einer Studie namens “National Pride in Comparative Perspective”:

Auf Platz 1 stehen übrigens die USA.

Und das ist so, wie “Bild” es aufschreibt, übrigens schlicht falsch. Bei Spiegel Online steht beispielsweise:

Den Sieg in der Disziplin “allgemeiner Nationalstolz” trugen übrigens nicht die USA davon, wie mancher vielleicht vermutet hätte. Die Vereinigten Staaten landeten hier mit 17,7 von 25 möglichen Punkten nur auf Platz zwei, hinter Venezuela mit 18,4 Zählern. Allerdings können sich die US-Amerikaner damit trösten, dass sie beim Stolz auf spezielle Leistungen die Welt anführen

Für den “Stolz auf spezielle Leistungen” gab’s zwar bloß 4 Punkte, aber vielleicht tröstet das “Bild” ja trotzdem irgendwie.

Mit Dank an Tim O. für den ausführlichen Hinweis.

Allgemein  

Kurz korrigiert (64)

Ach, vielleicht muss man das ja doch einfach noch einmal erzählen, wie das war damals, an jenem Samstagabend im Februar 1973, als Carmen Thomas als erste Frau zum zweiten Mal “Das aktuelle Sportstudio” im ZDF moderierte und dort, druckfrisch, die “Bild am Sonntag” des darauffolgenden Tages in die Kamera hielt, die unter der Überschrift “Charme allein genügt nicht, Frau Thomas!” bereits vor der Sendung einen Verriss gedruckt hatte, in dem der “BamS”-Autor behauptete, die Sendung, in der Thomas “irrsinnig nervös, unsicher vor der Kamera” gewesen sei, “mit einem lachenden und einem weinenden Auge” gesehen zu haben.

Auf jeden Fall aber sollte man sich noch einmal daran erinnern, wie Carmen Thomas vier Sendungen bzw. fünf Monate später mal versehentlich (und von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt) den Fußballverein Schalke 04 “Schalke 05” genannt hatte, woraufhin die “Bild”-Zeitung zwei Wochen später auf der Titelseite behauptete, die Moderatorin sei “im ZDF-Sportstudio gescheitert”, und um ihrem “05”-Versprecher ein ziemliches Gewese gemacht wurde, das ihr Leben veränderte.

Doch warum schreiben wir das jetzt alles noch einmal auf?

Weil jetzt, knapp 102 Jahre nach der Gründung von “Schalke 04” und gut 32 Jahre nach dem Fauxpas mit “Schalke 05”, bei Bild.de* folgende Grafik abgebildet ist:

Mit Dank an Holger S. für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 9.20 Uhr: Bild.de hat die Grafik, in dem übrigens auch das Werder-Bremen-Logo spiegelverkehrt abgebildet war, inzwischen aus dem Artikel entfernt.

*) Hinweis in eigener Sache: Nachdem das Angebot von Bild.de an diesem Wochenende komplett überarbeitet wurde, führen viele BILDblog-Links in älteren Einträgen z.Zt. leider nicht zu ihrem ursprünglichen Ziel. Wir bitten um Entschuldigung.

Wie “Bild” Bild.de korrigiert

Gestern hatte Bild.de eine Kurzmeldung aus dem Nachrichtenangebot des irischen Internet-Anbieters Ireland On-line übernommen, wonach der Schauspieler Daniel Craig bei Dreharbeiten für den “James-Bond”-Film “Casino Royal” Schwierigkeiten hatte, ein Auto mit Gangschaltung zu fahren. Bild.de behauptete:

“Der neue Agent Ihrer Majestät kann seinen High-Tech-Dienstwagen gar nicht fahren! Das meldet der irische Internet-Dienst ‘Ireland On-Line’.

James Bond voll ausgebremst — weil er nur Automatik kann (…). Statt Einfahren mit dem Aston Martin DBS gab’s für Bond deshalb erst mal ‘nen Boxenstopp.”

Um die mit allerlei Häme ausgeschmückte Meldung anschaulicher zu machen, hat Bild.de sie mit dem Foto eines Aston Martin Vanquish S (O-Ton: “ein ähnlich heißes Teil wie James Bonds neuer Flitzer”) illustriert (siehe Ausriss). Und immerhin das stimmt: In “Casino Royal” fährt James Bond u.a. ein neues Aston-Martin-Modell, den DBS, der offenbar dem Vanquish S recht ähnlich sieht.

Absurd ist die von Bild.de gewählte Bebilderung dennoch. Schließlich lässt sich das sequentielle Sechsganggetriebe eines Vanquish S nur im Tiptronic- oder Automatikmodus fahren und dürfte — wie auch der neue DBS — selbst Fahrern ohne Schaltwagen-Erfahrung kaum Schwierigkeiten bereiten.

Aber die Bild.de-Illustration ist zudem auch völlig unsinnig.

Denn die Schaltgetriebe-Schwäche des Bond-Darstellers hat rein gar nichts mit seinem “High-Tech-Dienstwagen” zu tun. Anders als Bild.de behauptet, geht es nämlich in der ursprünglichen Meldung (die auch Ireland On-Line stark verkürzt, aber korrekt wiedergab), mitnichten um den brandneuen Aston Martin DBS, sondern um ein ganz anderes Auto: den guten, alten Aston Martin DB5 (siehe Ausriss), der in den “James Bond”-Filmen “Goldfinger” (1964) und “Thunderball” (1965) sowie — als kurzes Selbstzitat — in “Morgen stirbt nie” (1997) zum Einsatz kam, aber auch im neuen “Bond” eine kleine Rolle spielen und dabei eben von Craig gefahren werden soll. Mit Schaltgetriebe. Begriffen hatte Bild.de das alles offensichtlich nicht.

Und was macht “Bild”? Druckt die korrekte Nachricht heute leicht verständlich in ihrer Seite-1-Rubrik “Verlierer” des Tages. Dort heißt es dann auch richtig, dass der Oldtimer “extra umgebaut werden” musste — was die gestrige Behauptung von Bild.de, Craig bekomme “jetzt Nachhilfe in Sachen ‘richtiges’ Autofahren” wie eine faustdicke Lüge aussehen lässt.

“Verlierer” des Tages ist laut “Bild” aber dennoch nicht Bild.de, sondern Craig.

Nachtrag, 5. März. Bild.de hat die Fehler erst noch ein bisschen verschlimmert, und dann ein bisschen korrigiert.

Wie “Bild” sich korrigiert

Vor ziemlich genau fünf Monaten erlitt der Fußballspieler Chavdar Yankov (Hannover 96) auf dem Spielfeld eine Verletzung. Die Haut an seinem Penis war eingerissen und musste mit mehreren Stichen genäht werden.

Wie berichtet, behauptete “Bild” damals mehrere Tage lang, der Spieler Benjamin Köhler (Eintracht Frankfurt) sei für die Verletzung verantwortlich gewesen. Und als sich herausstellte, dass es ganz offensichtlich nicht Köhler, sondern Köhlers Team-Kollege Christoph Spycher war, der Yankov verletzt hatte, berichtete “Bild” nicht mehr.

Zumindest bis gestern.

Allerdings (siehe Ausriss) ließ “Bild” die günstige Gelegenheit einer beiläufigen Korrektur nun leider ungenutzt verstreichen und schrieb stattdessen unter der Überschrift “Penis-Opfer hat wieder einen geilen Hammer” unverbesserlich:

“Im September hatte ihm der Stollen von Frankfurts Köhler den Penis aufgeschlitzt.”

Aber womöglich ist es ja das, was “Bild”-Chef Kai Diekmann meinte, als er mal davon sprach, auch seine Zeitung müsse “die ‘innere Wahrheit’ eines Sachverhalts (…) richtig wiedergeben”: Aus dem internen “Bild”-Archiv unkorrigierte Fehler abschreiben.

Mit Dank an Benjamin S. für den Hinweis.

Kurz korrigiert (62)

Quasi als Zusatzinformation für die Leser behauptet Bild.de seit gestern in einem Artikel über die “luder-lichsten Polizeifotos der Welt” (?), Prostitution sei “in den USA verboten, nur in der Spielerstadt Las Vegas erlaubt”.

Das ist nicht richtig. Prostitution ist fast überall in den USA verboten, außer in den meisten Bezirken von Nevada. Clark County, in dem auch Las Vegas liegt, gehört jedoch zu den wenigen Bezirken Nevadas, in denen Prostitution verboten ist.

Mit Dank an Peter R. für den Hinweis.

Nachtrag, 14:30:
Obige Bild.de-Meldung findet sich heute unter der Überschrift “Huren-Pranger” …ups, “Huren-Pranger” auch in der gedruckten “Bild”. Dort heißt es korrekt: “In den meisten Bundesstaaten der USA ist Prostitution verboten. Ausnahme: Teile von Nevada in der Umgebung der Sündenstadt Las Vegas.” (Und weil Bild.de wiederum die “Bild”-Meldung übernommen hat, steht’s dort nun zwei Mal, einmal richtig, einmal falsch.)

Kurz korrigiert (61)

Eigentlich sollte man es bei “Bild” ja am besten wissen: Der zweijährige Tim aus Elmshorn wurde im November 2005 tot in einer Sporttasche in einem Garten gefunden. Seit seinem Verschwinden damals war eine Woche vergangen.

Warum also steht in einem Text auf Bild.de über den Prozess gegen den mutmaßlichen Täter das hier?


Hervorhebung von uns

Mit Dank an Simon S. und Maja I. für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 7.2.2006:
Bild.de hat den unsinnigen Satz inzwischen ersatzlos entfernt.

Kurz korrigiert (60)

Schön, wenn eine Geschichte ihre schmissige Überschrift sozusagen gleich mitbringt – Hat man sich möglicherweise bei Bild.de gedacht, weil Madonna mit ihrem Plattenproduzenten beim Tanzen fotografiert wurde, und dies hier geschrieben:

Und im Text heißt es denn auch:

Bei Paar Nummer eins handelt es sich um Madonna (47) und ihren Plattenproduzenten Stuart Prince (27, auch als “Prince Charming” bekannt).

Soso, als “Prince Charming” ist Madonnas Produzent also auch bekannt. Allerdings offenbar nur einem sehr, sehr kleinen Kreis. Andere kennen ihn als “The Thin White Duke”, als “Jacques Lu Cont”, als “Les Rhytmes Digitales”, als “Paper Faces” oder auch als “Zoot Woman” oder “Pour Hommes”. Wem er, abgesehen von Bild.de, noch als “Prince Charming” bekannt ist, wissen wir leider nicht. Aber die meisten nennen ihn ja auch Stuart Price und nicht, wie Bild.de, Stuart Prince.

Mit Dank an Thomas N. für den sachdienlichen Hinweis.

Kurz korrigiert (59)

Es gibt Fragen in “Bild”-Überschriften, die lassen sich ganz leicht beantworten. Diese hier heute gehört dazu:

Öhm – nein.

Denn anders als Christiane “Ich weiß es” Hoffmann heute schreibt, ist Michael Ohoven keineswegs für fünf Oscars nominiert, sondern nur für einen. Die anderen vier Oscars müsste er schon dem Hauptdarsteller, einer Nebendarstellerin, dem Regisseur und dem Drehbuchautor des Films “Capote” gewaltsam entreißen.

Danke an Ron für den sachdienlichen Hinweis!

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