“Das ist ein gut gemachter Spot, natürlich haben wir auch darüber gelacht. Er lebt aber von dem alten Vorurteil, BILD würde lügen — was durch eine witzige Wiederholung jedoch auch nicht wahrer wird.”
(“Bild”-Sprecher Dirk Meyer-Bosse über den BILDblog-Werbefilm)
Ein altes Vorurteil, soso.
Als Service für Herrn Meyer-Bosse (und unsere Leser) haben wir eine kleine, unvollständige Auswahl von “Bild”-Lügen aus den vergangenen zwei Jahren zusammengestellt, der Übersicht halber grob in zehn Kategorien unterteilt:
Lügen mit Fotos
- “Bild” verlegt einen Tornado von Kanada nach Frankfurt
- “Bild” beweist durch routinemäßig leeren Stausee vermeintliche Dürre
- “Bild” gibt ein Keith-Richards-Double als Keith Richards aus, ohne den Fehler zu korrigieren
- “Bild” gibt einen völlig anderen Gegenstand als Beweisstück in einem Gerichtsverfahren aus
- “Bild” dichtet einer jungen Frau eine Rolle in einem “Privat-Porno” an
- “Bild” bastelt sich Fahndungsfotos für Brüste und Nasen
- “Bild” schreibt mit harmlosen alten Fotos einen “Justizskandal” herbei
Lügen mit Toten und Verletzten
- “Bild” und die Märchen über das “Todesvideo” von Jürgen W. Möllemann
- “Bild” erfindet Motive und Tathergang beim Selbstmordversuch eines Polizisten
Lügen mit Zitaten
- “Bild” erfindet ein Nena-Zitat
- “Bild” macht ein Mädchen zum Vergewaltigungsopfer
- “Bild” verkehrt die Aussage eines Arztes in ihr Gegenteil
- “Bild” erfindet eine Verbraucherschutzwarnung
- “Bild” legt dem Kinderschutzpräsidenten eigene Worte in den Mund
- “Bild” erfindet ein Zitat bei einer Rentenumfrage
- “Bild” spitzt ein Zitat so lange zu, bis es nicht mehr stimmt
- “Bild” verbreitet falsche Liebeserklärung an einen mutmaßlichen Mörder.
- “Bild” setzt einen Exhibitionisten in die Jury einer Miss-Wahl
Lügen mit Tieren
- “Bild” macht aus einem Fuchs einen Wolf
- “Bild” erfindet einen Skandal mit Zirkus-Tigern
- “Bild” lässt einen unbescholtenen Forscher aus Katzen Benzin machen
- “Bild” macht eine neue Hundewiese für einen zehn Jahre alten Zaun um einen Kinderspielplatz verantwortlich
Lügen zur Verteidigung
- “Bild” verfälscht gegenüber dem Presserat die Aussagen eines Gutachtens
- “Bild”-Chefredakteur gibt offenkundig falsche eidesstattliche Versicherung ab
- “Bild” bezichtigt vor Gericht ein Opfer ihrer Berichterstattung der Lüge
- “Bild” unterschlägt gegenüber dem Schwerkranken Rudi Carrell “Bild”-Berichte über seine Krankheit
- “Bild” verdreht eigene Falschmeldung im Nachhinein noch weiter
Lügen mit Wissenschaftlern
- “Bild” fälscht Zitate eines Hurrikan-Experten
- “Bild” kehrt Aussagen von Wissenschaftlern über den Einfluss des Mars auf unser Wetter ins Gegenteil um
- “Bild” macht aus einer Studie, die keinen Zusammenhang zwischen den Krankheiten eines Menschen und seinem Sternbild herstellt, den Beweis über den Zusammenhang zwischen den Krankheiten eines Menschen und seinem Sternbild
Lügen mit Terroristen
- “Bild” erfindet Terror-Drohungen gegen Politiker und Manager
- “Bild” erklärt festgenommene Neonazis zu Autonomen
- “Bild” erfindet die komplette Chronologie einer Haftentlassung
Lügen mit Politik
- “Bild” macht Opfer zum Täter
- “Bild” verleugnet den Rechtsstaat
- “Bild” montiert einen Satz von Claudia Roth in einen falschen Kontext
- “Bild” macht aus einem Tadel des Bundestages für ihre Berichterstattung ein Lob
- “Bild” entstellt Zeitungszitate über den Libanon-Krieg
- “Bild” behauptet Vorzugsbehandlung für Politiker bei der Vogelgrippe
Lügen mit Gewalttaten
- “Bild” erfindet einen Tathergang
- “Bild” unterstellt einem Schönheitschirurgen eine Vergewaltigung
- “Bild” denkt sich ein dramatisches Lynchszenario an einem Kinderhort aus
- “Bild” gibt deutschen Tatverdächtigen türkische Namen
Lügen mit Zeitangaben


“Promille-Alarm! Polizei holt Giulia Siegel aus Bar” schrieb “Bild” gestern (siehe Ausriss). Siegel soll sich, wie der Betreiber der Bar “Bild” erzählt habe, “total daneben” benommen haben. Sie sei von der Bar als DJ engagiert worden und hätte einen anderen DJ angespuckt. Danach hätte sie sich, entgegen der Aufforderung des Betreibers, geweigert, die Bar zu verlassen. Kurz vor dem vereinbarten Ende ihres Auftritts, sei dann die Polizei gekommen und habe sie aus dem Lokal “geführt” (bei Bild.de, wo der Artikel inzwischen
Am 15. und 16. März berichtete “Bild” über einen 28-jährigen Mann (siehe Ausrisse). “Bild” nannte ihn zwar Horst Z., nannte aber auch den Berliner Stadtteil, in dem er wohnt, und garnierte beide Geschichten mit einem großen Foto von Horst Z., auf dem er nicht unkenntlich gemacht war. In beiden Artikeln behauptete “Bild”, der “Kinderfänger in der Unterhose” sei “wegen Kindesmissbrauchs” vorbestraft. Zudem erweckte “Bild” in beiden Artikeln den Eindruck, als sei den Jungen etwas Schlimmes widerfahren. So fragte sie am 15. März bereits in der Unterzeile: “Was hat er ihnen nur angetan?”
Danach dauerte es zwei Wochen, bis “Bild” am vergangenen Freitag erneut über Horst Z. berichtete. Diesmal allerdings wesentlich weniger auffällig und in Form einer Gegendarstellung (siehe Ausriss), in der drei Dinge richtig gestellt wurden:
Am 19.1.2007 (also ausgerechnet wenige Tage vor einer wichtigen 


Unter einer ganz ähnlichen Überschrift (siehe Ausriss) berichtete Wincklers “Neues Blatt” übrigens 2004 auch dies:

