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KW 48/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wo stehen Lokalmedien?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 35:05 Minuten)
Im Deutschlandfunk-Podcast “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Zwickmühle des deutschen Lokaljournalismus: Während eine aktuelle Studie dessen Rolle als unverzichtbaren “Pfeiler der Demokratie” hervorhebt, kämpfen viele Häuser ums wirtschaftliche Überleben. Über diesen Spagat zwischen gesellschaftlicher Relevanz und finanziellem Mangel sprechen “MOZ”-Chefredakteur Claus Liesegang, Ralf Heimann vom Projekt “RUMS” und die Medienforscherin Leyla Dogruel.
Transparenzhinweis: Ralf Heimann hat auch schon für das BILDblog geschrieben, unter anderem die achtteilige Serie “Kleine Wissenschaft des Fehlers”.

2. Peinlich, peinlicher, ARD – Wie der ÖRR Boateng reinwaschen will
(youtube.com, Sashka, Video: 17:26 Minuten)
Sashka kritisiert in ihrem Video, dass die dreiteilige ARD-Dokuserie “Being Jérôme Boateng” wie eine reine Image-Kampagne wirke, die den durch Skandale beschädigten Ruf des ehemaligen Fußballspielers auf Kosten der Gebührenzahler aufpoliere. Statt die schweren Vorwürfe gegen ihn sachlich aufzuarbeiten, biete die Serie Boateng eine unkritische Plattform. Die Perspektiven der betroffenen Frauen und die Machtdynamiken würden weitgehend ausgeblendet.
Weiterer Lesetipp aus dem Archiv: Siehe auch unsere Berichterstattung: Die “Bild”-Redaktion hat vergessen, wie “SCHMUTZIG” sie berichtet hat (bildblog.de, Moritz Tschermak).

3. Wie erklärt man seinen Lesern, dass das Privatleben von Konstantin Wecker die Öffentlichkeit etwas angeht?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 32:49 Minuten)
Die “Süddeutsche Zeitung” (“SZ”) hat eine große Recherche über Konstantin Wecker veröffentlicht (nur mit Abo lesbar), in der es um die Beziehung des Musikers zu einer Minderjährigen geht. Holger Klein spricht mit “SZ”-Investigativchef Ralf Wiegand über die Recherche, für die es auch Kritik gebe: “Wie geht die Redaktion mit der Kritik um? Wieso hat sich die ‘Süddeutsche’ entschieden, die Geschichte – auch in dieser Detailtiefe – zu erzählen? Und was unterscheidet diesen Fall von anderen MeToo-Recherchen?”

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4. Brandon Q. Morris, wie verkauft man zwei Millionen Bücher?
(zeit.de, Jochen Wegner & Christoph Amend, Audio: 5:21:02 Stunden)
Im Podcast “Alles gesagt?” bestimmen nicht die Moderatoren Jochen Wegner und Christoph Amend das Ende, sondern allein der Gast. Diesmal nutzte Matthias Matting diese Freiheit für ein über fünfstündiges Gespräch: Der Physiker und Autor, auch bekannt unter seinem Pseudonym Brandon Q. Morris, verrät sein Arbeits- und Geschäftsmodell hinter zwei Millionen verkauften Büchern, spricht über die Unmöglichkeit des Beamens und blickt auf die Anfänge des Internets sowie auf seine Jugend in der DDR zurück.

5. Wie schützen wir die Demokratie vor Tech Bros und KI?
(wind-und-wurzeln.podigee.io, Marina Weisband, Audio: 45:09 Minuten)
Künstliche Intelligenz könnte viele Berufe obsolet machen. Besonders bitter: Die Systeme lernen mit den Werken von Journalisten, Musikerinnen und Künstlern, die sich nun plötzlich in Konkurrenz zur Maschine befinden und von dieser möglicherweise verdrängt werden. In der neuen Ausgabe von “Wind und Wurzeln” analysiert Marina Weisband diesen gigantischen Werttransfer weg von der Gesellschaft hin zu wenigen Konzernen.

6. Der Absturz von Dieter Bohlen
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 26:46 Minuten)
In seinem neuesten Video macht Mats Schönauer dem Musikproduzenten und “Pop-Titan” Dieter Bohlen schwere Vorwürfe: Bohlen schüre gemeinsam mit dem Goldhändler Dominik Kettner gezielt Panik vor einem angeblichen Wirtschaftskollaps, um daraus Profit zu schlagen. Außerdem verbreite er rechtspopulistische Narrative und Falschinformationen, um Kettners Gold-Produkte als vermeintlich einzige Rettung vor Enteignungen zu bewerben.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

Russische Staatsmedien, Schwer geschwindelt?, “Algospeak” in LA

1. Russische Staatsmedien werden trotz Verbots in Deutschland stark genutzt
(spiegel.de)
Laut einer Studie des “Institute for Strategic Dialogue” lassen sich russische Staatsmedien auch drei Jahre nach dem EU-weiten Verbot weiterhin leicht erreichen und werden in Deutschland besonders stark genutzt. Trotz zehntausender monatlicher Zugriffe auf Seiten wie “RT” oder “Ria Nowosti” sei die Umsetzung der Sperren durch europäische Provider uneinheitlich geblieben.

2. Dating, Drehbuch, Daumenschrauben: Schwindel um “Schwer verliebt”?
(dwdl.de, Christian Richter)
Im Mittelpunkt der neuen “Telegeschichte(n)” von Christian Richter steht die erste Staffel der Sat.1-Kuppelshow “Schwer verliebt”. Kandidatinnen und Kandidaten hätten sich von der Produktionsfirma unter Druck gesetzt gefühlt und unnatürliche Szenen nachstellen müssen. Eine Lokalzeitung habe damals brisante Details aus den Verträgen veröffentlicht, was bundesweite Empörung über “Schwer verliebt” und Prüfungen durch Aufsichtsbehörden auslöste.
Weiterer Lesehinweis: Den ersten Teil der Geschichte gibt es hier.

3. Demopalooza
(zeit.de, Rose Tremlett).
Auf TikTok würden Aktivistinnen und Aktivisten in Los Angeles “Algospeak” verwenden, indem sie beispielsweise Demonstrationen als “Musikfestivals” tarnen, um nicht vom Algorithmus benachteiligt zu werden. Kritiker bezweifeln allerdings, dass diese Codesprache eine Zensur wirklich umgehen lasse. Dennoch könne “Algospeak” Bewegungen nützen, weil gemeinsame Schlagworte Sichtbarkeit schaffen. Es sei jedoch nicht klar, wie TikTok damit zukünftig umgehe.

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4. Wer kann sich das Lesen leisten?
(taz.de, Jonas Kähler)
In seinem Kommentar schreibt Jonas Kähler, dass junge Menschen trotz Social Media wieder mehr läsen, und die Buchbranche dadurch wachse. Problematisch sei jedoch, dass steigende Verkaufspreise und geschlossene Bibliotheken den Zugang zu Büchern erschweren würden, und so eine “Lesekrise” drohen könnte. Kähler fordert Maßnahmen wie niedrigere Preise sowie den Erhalt von Buchhandlungen und Bibliotheken.

5. Gamescom in Köln & Gesetz gegen SLAPP-Klagen
(wdr.de, Anja Backhaus, Audio: 44:52 Minuten)
Im WDR5-Medienmagazin “Töne, Texte, Bilder” geht es um die größten Trends der Videospielmesse Gamescom und darum, wie vielfältig die Gamingwelt inzwischen geworden ist. In einem anderen Beitrag diskutieren Experten über das neue Gesetz gegen sogenannte SLAPP-Klagen, die Journalistinnen und Journalisten einschüchtern sollen. Weitere Themen der Sendung sind die Glaubwürdigkeit von Google-Rezensionen sowie die neue TV-Aufteilung der Fußball-Bundesliga zum Saisonstart.

6. Rolf Seelmann-Eggebert: Ehemaliger ARD-Adelsexperte ist tot
(ndr.de, Stefanie Grossmann & Eva-Maria Lemke)
Rolf Seelmann-Eggebert, langjähriger ARD-Adelsexperte, ist im Alter von 88 Jahren in Hamburg gestorben. Er berichtete über viele Jahre hinweg über Europas Königshäuser, prägte als Reporter und Korrespondent aber auch die Berichterstattung über den afrikanischen Kontinent und Großbritannien. Der NDR würdigt ihn als vorbildlichen Journalisten, der das Programm über sechs Jahrzehnte entscheidend mitgestaltet habe.

KW 34/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Springer-Chef Döpfner: Heikle Nähe zu Musk, Zuckerberg & Co
(youtube.com, Nils Altland & Nadia Kailouli & Paul Schwenn, Video: 22:18 Minuten)
Das “Zapp”-Gespräch mit Mathias Döpfner zeigt, wie der Springer-Chef den radikalen digitalen Umbau seines Verlags vorantreibt. Er arbeitet fast nur noch mit KI-Tools und dem Smartphone und sieht im digitalen Wandel große Chancen. Zugleich wird deutlich, dass er seit Jahren enge Kontakte zu Big-Tech-Größen wie Elon Musk und Mark Zuckerberg pflegt, obwohl deren Plattformen Springers Geschäftsmodell massiv unter Druck setzen. Kritisch bleibt die Frage, ob und wie Döpfner zwischen Innovation, Abhängigkeit und politischer Nähe zu Big Tech laviert, ohne Glaubwürdigkeit und demokratische Prinzipien zu gefährden.

2. Sensation! Die Macht des Boulevard
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 44:08 Minuten)
In der aktuellen Folge der “Medienversteher” sprechen Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer über den Boulevard-Journalismus. Es geht dabei um die Frage, warum schnelle Schlagzeilen und Geschichten über Stars so viele Menschen faszinieren, aber auch darum, wie Sensationslust, Übertreibungen und Verletzungen von Persönlichkeitsrechten das Vertrauen in Medien schwächen.

3. Sind Medien so divers wie die Gesellschaft?
(br.de, Nina Landhofer, Audio: 22:56 Minuten)
In der neuesten Ausgabe von “BR24 Medien” erörtert Nina Landhofer mit dem Aktivisten Raúl Krauthausen und der Medienwissenschaftlerin Christine Horz-Ishak, warum in Medienanstalten und Verlagen noch immer mehr Männer als Frauen arbeiten, Kolleginnen mit Migrationsgeschichte selten und Menschen mit Behinderung fast gar nicht zu finden sind.

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4. Der Fußball, die Medien und der Overload
(youtube.com, Christian Jakubetz, Video: 37:35 Minuten)
Im Podcast “Satzzeichen” spricht Christian Jakubetz mit Fußballkommentator Thomas Wagner über die Langeweile der Bundesliga, den “medialen Overload” und die Schattenseiten des Kommerz im Fußballgeschäft. Wagner berichtet, warum aus seiner Sicht viele Fans fußballmüde werden, welche Herausforderungen Reporter im Umgang mit Spielern haben und streut persönliche Anekdoten ein.

5. Spielerisch aktiv? Politisches Engagement und Gaming
(ardaudiothek.de, Michael Meyer & Kai Schmieding, Audio: 17:10 Minuten)
Gamer gelten oft als unpolitisch. Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung zeichne jedoch ein anderes Bild: Auch Vielspieler würden sich für Politik interessieren, sich in Bürgerinitiativen engagieren und ein hohes Vertrauen in die Demokratie zeigen. Ob damit das Klischee widerlegt ist, diskutieren Michael Meyer und Kai Schmieding mit Studienautor Joachim Rother.

6. Nastassja Kinski – Geschichte einer Befreiung
(arte.tv, Marie-Gabrielle Fabre, Video: 53:29 Minuten)
Die Arte-Doku zeichnet den Lebensweg der Schauspielerin Nastassja Kinski nach, die schon als Jugendliche von Wim Wenders entdeckt wurde und mit Roman Polańskis “Tess” sowie Wenders’ “Paris, Texas” Weltruhm erlangte. Es ist die “Geschichte einer Befreiung”: Immer wieder zog sich Kinski überraschend aus dem Filmgeschäft zurück, um sich von ihrer Herkunft und später ihren Rollenbildern zu lösen.

Finfluencer, Berichte aus Nahost, Verschwindet die Rezension?

1. Komm in die Gruppe!
(taz.de, Houssam Hamade)
Bei “Finfluencern” handelt es sich um Influencer, die sich auf Finanzthemen spezialisieren und über Soziale Medien Tipps zu Geld, Börse oder Anlagemöglichkeiten geben. Manche von ihnen würden seriöses Wissen vermitteln, andere jedoch ihre Followerinnen und Follower in riskante Geschäfte treiben, zum Beispiel durch Fake-Gruppen auf Whatsapp oder Telegram. Laut Fachleuten und Behörden könnten bis zu 87 Prozent der Finanztipps in Sozialen Medien potenziell irreführend sein.

2. Du ärgerst dich über die Nahost-Berichterstattung? 10 Ideen, dagegen vorzugehen
(perspective-daily.de, Stefan Mey)
Viele Menschen würden der deutschen Nahost-Berichterstattung misstrauen und empfänden sie als einseitig. Stefan Mey listet bei “Perspective Daily” zehn konkrete Möglichkeiten auf, wie Bürgerinnen und Bürger aktiv Kritik äußern oder selbst Inhalte produzieren können, um für mehr Ausgewogenheit zu sorgen.

3. Pseudo-Journalisten als Anstifter zur Hetzjagd
(verdi.de, Ralf Streck)
In Spanien würden Journalistinnen und Journalisten beklagen, dass rechtsradikale Agitatoren mit offiziellen Presseausweisen im Parlament und in Sozialen Medien hetzen, Kolleginnen und Kollegen bedrängen und “Fake News” verbreiten. Eine Parlamentsmehrheit habe deshalb einen Verhaltenskodex beschlossen, der Sanktionen wie den Entzug von Akkreditierungen vorsehe. Trotzdem würden zentrale Akteure bislang unbehelligt bleiben, obwohl ihre Hetze zu rassistischen Pogromen beigetragen haben soll, und sie weiterhin im Auftrag rechtsextremer Medien agieren würden.

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4. Verschwindet die Rezension?
(kulturundkontroverse859.substack.com, Johannes Franzen)
Johannes Franzen verteidigt die klassische Rezension als eigenständige journalistische Form, die im Unterschied zu Interviews oder Porträts ein unabhängiges ästhetisches Urteil ermögliche. Er kritisiert, dass Verlage und Sender Plätze für diese Gattung wegen schlechter Klickzahlen abbauen, obwohl Kulturjournalismus schon immer weniger Reichweite hatte. Anhand von Beispielen zeigt Franzen, dass Rezensionen durch die Verbindung von persönlichem Urteil und tiefer Analyse Diskussionen anregen können.

5. So bleiben Medienmarken auch in Zukunft gefragt
(blog.medientage.de, Lisa Priller-Gebhardt)
Carola Wargel (Ad Alliance) und Michael Fischer (Funke Mediengruppe) sprechen im Interview mit den Medientagen München darüber, wie klassische Medienmarken in einer von Google, Amazon und Meta dominierten Werbewelt sichtbar und relevant bleiben können. Sie betonen, dass journalistische Medien Vertrauen, Markenbindung und gesellschaftliche Relevanz schaffen, was kurzfristige Kampagnen der Tech-Plattformen nicht leisten können. Außerdem erklären sie, wie Print, crossmediale Inhalte, Events und neue Formate junge Zielgruppen ansprechen und Medienmarken erlebbar machen.

6. Vernachlässigen ARD und ZDF andere Sportarten?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 25:48 Minuten)
Der Medienforscher Michael Schaffrath von der TU München kritisiert, dass die Öffentlich-Rechtlichen zu viel Geld in die Berichterstattung über Fußball investieren und Randsportarten kaum berücksichtigen. Kann das noch lange gut gehen? Darüber diskutiert er im Podcast “Nach Redaktionsschluss” mit ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky und Sascha Wandhöfer aus der “mediasres”-Redaktion des Deutschlandfunks.

Handy ausgelesen, Politische Werbung gestrichen, Illegales Streaming

1. Demo dokumentiert – Handy ausgelesen: GFF geht mit einem Journalisten vor das Bundesverfassungsgericht
(freiheitsrechte.org, Maria Scharlau)
Die Gesellschaft für Freiheitsrechte und der Journalist Hendrik Torner haben Verfassungsbeschwerde eingelegt, weil Torners Handy nach einer Demonstration beschlagnahmt und ausgelesen worden sei. Sie kritisieren, dass die Polizei bei bloßem Anfangsverdacht auf alle Daten zugreifen dürfe, auch auf private und journalistisch sensible Inhalte.

2. Cool, calm & collected
(journal-nrw.de, Julia Rathcke)
Die Journalistin Julia Rathcke berichtet seit zehn Jahren über die AfD. In diesem Beitrag beschreibt sie, wie sich die Partei seit ihrer Gründung zunehmend professionalisiere, dabei aber gezielt Medienkritik und Einschüchterungstaktiken einsetze. Während anfangs journalistische Anfragen oft ignoriert worden seien, reagiere die Partei heute mit juristischem Druck und eigener Medieninszenierung. Für Journalistinnen und Journalisten bleibe die Berichterstattung über die AfD herausfordernd.

3. Hier könnte keine politische Werbung stehen
(zeit.de, Eike Kühl)
Ab Oktober wollen die Konzerne Meta und Google in der EU offenbar keine politische oder gesellschaftlich relevante Werbung mehr zulassen, da sie die Vorgaben der neuen EU-Verordnung “Transparenz und das Targeting politischer Werbung” für zu aufwendig und rechtlich unklar halten würden. Kritiker warnen, dies könne dazu führen, dass auch zivilgesellschaftliche Kampagnen und Aufrufe zur Wahl an Sichtbarkeit verlören. Zwar solle die Verordnung mehr Transparenz schaffen, sie sei jedoch schwer durchsetzbar und biete kaum wirksamen Schutz vor gezielter Desinformation.

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4. Anti-SLAPP? Ja, aber bitte ohne Wir­kung
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Der Deutsche Richterbund kritisiere den Anti-SLAPP-Gesetzentwurf des Justizministeriums als überzogen und warne vor negativen Folgen für berechtigte Klagen. Gleichzeitig schlage er eine eigene Definition von Missbrauch vor, die strategische Einschüchterung besser erfassen könne. Aus Sicht von Felix W. Zimmermann beschreibe der Vorschlag des Richterbunds zwar den Missbrauch zutreffender, “würde ihn aber überhaupt nicht mehr sanktionieren”.

5. Die Jagd nach dem neuesten KI-Gadget hilft uns nicht weiter
(journalist.de, Johannes Klingebiel)
Medienexperte Johannes Klingebiel kritisiert, dass viele Redaktionen Künstliche Intelligenz eher aus Angst davor, etwas zu verpassen, einsetzen als aus echter Überzeugung oder Notwendigkeit. Technologie werde oft unreflektiert übernommen, anstatt sie kritisch auf ihre sozialen, wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen hin zu hinterfragen. Sein Fazit: “Die entscheidende Frage sollte nicht lauten: ‘Wo kann ich KI anwenden?’, sondern ‘Welche Probleme habe ich, für die spezifische Technologien eine mögliche Lösung bieten könnten?’ Nicht: ‘Macht es mich effizienter?’, sondern: ‘Macht es besseren Journalismus möglich?'”

6. Hohe Kosten, immer mehr Anbieter: Warum das illegale Streaming wieder boomt
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
Da immer mehr Streamingdienste exklusive Inhalte anbieten und die Abo-Preise steigen, würden viele Nutzer wieder vermehrt auf illegale Streamingangebote zurückgreifen. In der Folge gehe die Polizei verstärkt gegen Betreiber und inzwischen auch gegen Nutzer solcher Plattformen vor. Allein in Bayern seien zuletzt mehrere Wohnungen durchsucht und Server beschlagnahmt worden. Besonders gefragt seien illegale Fußballstreams, da Fans für die verschiedenen Wettbewerbe oft mehrere teure Abos benötigen.

KW 29/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Welche Verantwortung tragen Medien beim Angriff auf Frauke Brosius-Gersdorf?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 28:52 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast unterhält sich Holger Klein mit der Journalistin Ingrid Brodnig über die vorerst geplatzte Wahl einer Bundesverfassungsrichterin. Sie blicken dabei auf die journalistische Begleitung durch die deutschen Medien: “Wie sollten sie mit dem Fall Brosius-Gersdorf umgehen, um sich nicht vor einen Karren spannen zu lassen? Und was können sie künftig tun, um nicht auf rechte Desinformationskampagnen reinzufallen?”
Weiterer Hörtipp: Markus Lanz und Richard David Precht sprechen in ihrem Podcast ebenfalls über das Thema: Wie die Juristin Brosius-Gersdorf zur medialen Zielscheibe wurde (Audio: 54:10 Minuten).

2. Frauenfußball auf allen Kanälen – Wie läuft die Berichterstattung?
(ardaudiothek.de, Katrin Aue & Stefan Eising, Audio: 17:16 Minuten)
Katrin Aue und Stefan Eising sprechen bei “Medien – Cross und Quer” mit Marcus Bölz, Professor für Sportkommunikation, über die Berichterstattung zur aktuell laufenden Fußballeuropameisterschaft der Frauen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welches Maß an medialer Aufmerksamkeit angemessen ist. ARD und ZDF übertrügen beispielsweise alle Spiele, andere Medien wie kicker.de seien bei dem Thema hingegen deutlich zurückhaltender.

3. RTL kauft Sky – Was steckt hinter dem Mega-Deal?
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 27:45 Minuten)
Bei “BR24 Medien” diskutiert Jonathan Schulenburg mit Torsten Zarges vom Branchendienst “DWDL” über die möglichen Folgen der geplanten Sky-Übernahme durch RTL: “Was bedeutet dieser Mega-Deal für die Medienlandschaft in Deutschland? Welche Auswirkungen hat er auf die Kunden und Mitarbeiter der Sender? Welche Chancen und Risiken hat dieser Zusammenschluss?”

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4. Hubertus Koch: “Journalismus auf Social Media: Enttäuschung, Ermüdung oder große Chancen?”
(youtube.com, Lisa-Maria Röhling, Video: 1:16:26 Stunden)
Die Universität Bremen hat gemeinsam mit Radio Bremen und dem Bremer Presse-Club zu einem Mediengespräch eingeladen, bei dem Moderatorin Lisa-Maria Röhling und der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Christian Schwarzenegger mit dem Journalisten und Filmemacher Hubertus Koch gesprochen haben. Thema ist die Rolle von Social Media im Journalismus und speziell die Frage, ob Soziale Netzwerke heutzutage noch als sinnvolle Informationsquelle dienen können. Koch bringt dabei seine eigenen Erfahrungen und Perspektiven aus seiner Arbeit auf YouTube und auf anderen Social-Media-Kanälen ein.

5. Letzte Ausgabe? Warum 2025 zum Wendepunkt für Print werden könnte
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 29:43 Minuten)
Im Podcast “Satzzeichen” spricht Gastgeber Christian Jakubetz mit den Medienwissenschaftlern Christopher Buschow und Markus Kaiser über die Zukunft der gedruckten Tageszeitungen, die 2025 vor einem historischen Wendepunkt stehen könnten. Die drei denken darüber nach, warum Printmedien mit sinkenden Abozahlen und wirtschaftlichem Druck zu kämpfen haben, und fragen, ob Lokalzeitungen künftig stärker als Community-Bildner und weniger als reine Inhaltelieferanten funktionieren sollten.

6. Wenn man in den Deutschaufsatz rhetorische Figuren einbauen soll
(instagram.com, Alex Grantl, Video: 2 Minuten)
Zum Schluss noch etwas Entspannendes: Grantls geniale Galerie gelungener Gedanken-Girlanden, geliefert von Deutschlands dynamischer Dichtkunst-Diva und pointenverliebten Profi-Poetin Hanni Hüsch (ARD).

Bürgermeister wehrt sich, RBB zahlt Entschädigung, Kein Klima fürs Klima

1. Journalisten der Deutschen Welle von israelischen Siedlern angegriffen
(spiegel.de)
Im palästinensisch verwalteten Teil des Westjordanlandes seien zwei Mitarbeitende der Deutschen Welle (DW) von radikalen israelischen Siedlern verfolgt und mit Steinen angegriffen worden. DW-Intendant Peter Limbourg habe den Angriff scharf verurteilt und die israelische Regierung aufgefordert, die Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten zu gewährleisten.

2. Gelnhäuser Bürgermeister geht juristisch gegen Axel Springer vor
(hessenschau.de, Michelle Goddemeier)
Gelnhausens Bürgermeister Christian Litzinger gehe juristisch gegen den Axel-Springer-Verlag vor. Ihm sei in der “Welt” eine Aussage zu sexuellen Übergriffen im Freibad verfälschend zugeschrieben worden. Dadurch sei fälschlich der Eindruck entstanden, er verharmlose die Taten, was zu massiven Anfeindungen und Morddrohungen geführt habe. Springer habe sich auf Anfrage des Hessischen Rundfunks noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

3. Außergerichtliche Einigung: RBB zahlt Entschädigung an Gelbhaar
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Der RBB habe sich mit dem Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar außergerichtlich geeinigt und eine Geldentschädigung für die fehlerhafte Berichterstattung über Belästigungsvorwürfe gezahlt. Die zentrale Quelle für diese Vorwürfe stellte sich später als nicht existent heraus. Der öffentlich-rechtliche Sender habe journalistische Mängel eingeräumt, den Bericht zurückgezogen und öffentlich bei Gelbhaar um Entschuldigung gebeten.

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4. MDR streicht Kemferts Klima-Podcast – mit sofortiger Wirkung
(correctiv.org, Anette Dowideit)
Der MDR habe “Kemferts Klima-Podcast” mit sofortiger Wirkung eingestellt, obwohl dieser hohe Reichweiten erzielt habe. Die Entscheidung werde mit einer ARD-weiten Bündelung von Klimaformaten und der geplanten Entwicklung eines neuen gemeinsamen Podcasts mit dem NDR begründet. Hinter den Kulissen werde jedoch spekuliert, ob politische Motive eine Rolle spielen, da Claudia Kemfert als Reizfigur für rechtskonservative Klimaskeptiker gelte.

5. “Alles außer Fußball”: DFL steigt bei Sportsender Dyn ein
(tagesspiegel.de, Michael Rossmann)
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) sei mit einem Anteil von etwa 6,5 Prozent beim Sportsender Dyn eingestiegen, der vom früheren DFL-Chef Christian Seifert gegründet wurde. Bislang überträgt Dyn getreu dem eigenen Slogan “Alles außer Fußball” verschiedene Sportarten, nur nicht Fußball. Obwohl die Beteiligung relativ überschaubar sei, werfe sie Fragen auf, findet Michael Rossmann im “Tagesspiegel”.

6. Tanzen und klatschen und tanken und quatschen
(taz.de, Johannes Drosdowski)
Seit 30 Jahren treffen sich Schlagerfans “Immer wieder sonntags” zur Aufnahme der gleichnamigen TV-Sendung, seit 20 Jahren moderiert Schlagerstar Stefan Mross die Liveshow im Ersten. Zum doppelten Jubiläum hat sich “taz”-Redakteur Johannes Drosdowski unters Publikum gemischt und seine Eindrücke unterhaltsam aufgeschrieben.

Hintergrundgespräche, Deal des Lebens, Das Ende der Kunst?

1. DJV kritisiert Gerichtsurteil zu Hintergrundgesprächen
(djv.de, Claudine Hengstenberg-Photiadis)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisiert, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) bestimmte Medien wie den “Tagesspiegel” systematisch von Hintergrundgesprächen ausschließe. Der Versuch der Redaktion, im Eilverfahren beim Bundesverwaltungsgericht einen Zugang zu diesen Gesprächen zu erzwingen, war nicht erfolgreich. Der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster sieht in der Praxis des BND einen Verstoß gegen die Pressefreiheit und fordert mehr Transparenz bei der Auswahl der eingeladenen Medien. Zudem fordert der Verband ein gesetzlich verankertes Auskunftsrecht gegenüber Bundesbehörden, wie es auf Landesebene längst existiere.
Siehe dazu auch unseren Lesetipp von gestern, in dem Jost Müller-Neuhof, rechtspolitischer Korrespondent des “Tagesspiegel”, die gängige Praxis vertraulicher Hintergrundgespräche (“unter drei”) kritisiert: “Unter drei” ist ein Demokratieproblem (journalist.de).

2. Ist es immer noch der smarteste Deal ihres Lebens, Frau Leschek?
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Wie in den “6 vor 9” bereits gestern zu lesen war, beendet RTL Stefan Raabs TV-Show “Du gewinnst hier nicht die Million”. Nun folgt bei “DWDL” ein ausführliches Interview mit Inga Leschek, “Chief Content Officer” bei RTL Deutschland. Thomas Lückerath spricht mit ihr über die Programmstrategie des Senders, die Übertragung der Spiele der 2. Fußball-Bundesliga sowie die Kooperation mit der ARD beim Eurovision Song Contest. Und er fragt Leschek, ob sie den Deal mit Stefan Raab immer noch für das Smarteste hält, was sie in ihrem Leben gemacht hat.

3. Medien-Misere in Hellas
(taz.de, Ferry Batzoglou)
Die Pressefreiheit in Griechenland stehe unter massivem Druck. Nichtregierungsorganisationen wie Reporter ohne Grenzen und Human Rights Watch sähen die Verantwortung dafür bei der Regierung Mitsotakis. Kritische Berichterstattung werde demnach durch Einschüchterung, staatliche Kontrolle und enge Verbindungen zu regierungsnahen Oligarchen systematisch behindert. Die EU habe bereits Bedenken geäußert, doch Premier Kyriakos Mitsotakis bestreite alle Vorwürfe. Das Land sei ihm zufolge “in den letzten Jahren oft Ziel von Verleumdungen geworden”.

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4. Extrem rechter Influencer und Missionar
(belltower.news, Kira Ayyadi)
Kira Ayyadi schreibt über Leonard Jäger, einen Influencer, der christlichen Fundamentalismus über Social Media verbreite und gezielt queere Menschen abwerte. Jäger sei stark mit radikalen Evangelikalen in den USA vernetzt, etwa der Heritage Foundation, und nutze seine Reichweite, um politische Inhalte mit missionarischem Eifer zu vermischen. Dabei strebe er weniger politische Macht an, sondern verfolge die Vision eines christlich-fundamentalistischen Staates.

5. Das endgültige Ende der Kunst?
(54books.de, Schwartz)
In einem Essay wird bei “54books” die Frage diskutiert, ob KI-generierte Kunst das Ende “echter” Kunst bedeute. Dem wird die Geschichte der Kunst als ständige Wiederverwertung, Imitation und Rekontextualisierung gegenübergestellt. Der Autor argumentiert, dass Kreativität nie isoliert entstehe, sondern immer auf bestehenden Vorbildern aufbaue. Trotz technischer Entwicklungen werde es stets Menschen geben, die aus innerem Antrieb schöpferisch tätig werden: “Und dann mit diesem seltsam beseelten, hyperfokussierten Blick dasitzen, kaum ansprechbar, nicht mehr wirklich präsent in der physischen Welt. Und die dann eben Kunst schaffen.”

6. For­schende können X in ihrem Hei­mat­land ver­klagen
(lto.de)
Wie das Landgericht Berlin entschieden habe, dürfen Forscherinnen und Forscher Plattformen wie X (ehemals Twitter) künftig auch in ihrem eigenen Land verklagen, nicht nur in Irland. Zwar seien sie im konkreten Fall wegen Formfehlern gescheitert, hätten aber diese wichtige grundsätzliche Klärung erreicht. Das Urteil gelte als Erfolg für die Wissenschaft, da es zukünftige Klagen auf Datenzugang nach dem Digital Services Act erleichtere.

KW 18/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Kann man sich als Sportjournalist dem Fußballkommerz entziehen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 35:52 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit Philipp Köster, Gründer und Chefredakteur des Fußballmagazins “11 Freunde”, über die Schwierigkeit, sich als Sportjournalist der zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs zu entziehen. Köster kritisiert, dass die Profivereine mittlerweile die totale Kontrolle über die Berichterstattung anstreben würden, wodurch unabhängiger Journalismus stark eingeschränkt werde und häufig mit PR verschmelze.

2. Die Trickkiste der Falschinfo
(youtube.com, Eva Wackenreuther, Video: 8:21 Minuten)
Bei “ZIB erklärt” geht es darum, wie in Sozialen Medien gezielt Falschinformationen verbreitet werden, etwa durch die Manipulation von Algorithmen mit emotionalen und provokativen Inhalten oder durch die Nutzung vermeintlicher Autoritäten. Außerdem werden typische Methoden wie das Herauspicken von Argumenten, das Verdrehen von Zusammenhängen oder das Überfluten mit Informationen vorgestellt, die dazu dienen sollen, Nutzerinnen und Nutzer zu verwirren und Kritik zu erschweren.

3. Verständlich schreiben, Teilhabe fördern – Einfache und Leichte Sprache im Journalismus
(dfjv.de, Frederike Demattio, Audio: 14:19 Minuten)
Im “Fachjournalist”-Podcast spricht Frederike Demattio mit Lisa Kreutzer, Chefredakteurin des Magazins “andererseits”, über Einfache und Leichte Sprache im Journalismus. Kreutzer erklärt, wie ihr Magazin, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam arbeiten, komplexe Inhalte verständlich aufbereitet und warum Barrierefreiheit grundsätzlich ein Qualitätsmerkmal für guten Journalismus sei.

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4. Haha! Humor im Journalismus
(bonjourno.de, Olivia Samnick, Audio: 41:07 Minuten)
“Wie machen wir deutsche Medien lustig(er)? Was heißt es, den Cringe-Olymp zu meistern? Und wie findet man überhaupt seine Stimme im Witz in den Medien?” Darüber hat sich Olivia Samnick mit der Comedy-Autorin Marie-Lina Smyrek unterhalten, die den “Funk”-Kanal “Smypathisch” betreibt.

5. Verleihung der Concordia-Preise 2025
(youtube.com, Österreichisches Parlament, Video: 1:33:10 Stunden)
Bei der Verleihung der Concordia-Preise im österreichischen Parlament wurden Johannes Greß und Christoph Mackinger für ihre Berichterstattung über ausbeuterische Arbeitsbedingungen auf Donauschiffen mit dem Menschenrechtspreis und Barbara Tóth für ihre journalistische Aufklärung einer gezielten Rufmordkampagne gegen Alexandra Föderl-Schmid mit dem Preis für Pressefreiheit ausgezeichnet. Armin Thurnher wurde für sein journalistisches Lebenswerk geehrt, insbesondere für seine jahrzehntelange Rolle als kritische, intellektuelle Stimme in der österreichischen Medienlandschaft sowie für seinen Einsatz für unabhängigen Journalismus.

6. Deutschsprachige Medien im Ausland
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 20:12 Minuten)
Bei “Satzzeichen” spricht Christian Jakubetz mit Björn Akstinat, dem Leiter der Internationalen Medienhilfe, über die Herausforderungen und Bedeutung deutschsprachiger Medien im Ausland. Anlass des Gesprächs ist der Internationale Tag der Pressefreiheit. Akstinat betont, wie wichtig es sei, lokale Medien zu unterstützen, statt ausschließlich von Deutschland aus über die Welt zu berichten.

Appell an die Künftigen, Plaudern im Wohnzimmer, Millionen für Sport

1. RSF gibt Empfehlungen an die künftige Regierung
(reporter-ohne-grenzen.de)
Kurz vor der Bundestagswahl meldet sich die Organisation Reporter ohne Grenzen mit einem Appell zu Wort: “Ohne eine vielfältige und freie Presse gibt es keine Demokratie. Wir appellieren an die künftige Regierung, dafür zu sorgen, dass dieses Grundrecht nicht geschwächt wird – insbesondere auf digitalen Plattformen.” Die vollständigen “Handlungsempfehlungen für die nächste Legislaturperiode” gibt es hier (PDF).

2. Wie neutral ist X und profitieren Populisten?
(zdf.de, Paul Krauß & Gunnar Krüger & Nathan Niedermeier & Markus Reichert)
Eine Recherche von “ZDF frontal” zeige, dass die Plattform X/Twitter Inhalte von AfD und BSW deutlich häufiger empfehle als Beiträge von anderen Parteien, was Fragen nach der Neutralität des Algorithmus aufwerfe. Zudem mische sich Elon Musk persönlich in den Wahlkampf ein, indem er bestimmte Politikerinnen und Politiker retweete und ihnen so eine enorme Reichweite verschaffe.

3. Plaudern in Wohnzimmeratmosphäre
(taz.de, David Honold)
Im laufenden Wahlkampf treten Politiker und Politikerinnen vermehrt in Podcasts auf, wahrscheinlich da sie dort ihre Botschaften in entspannter Atmosphäre vermitteln und nahbarer erscheinen können. Podcasts erreichen besonders junge Zielgruppen, lassen viel Raum für persönliche Geschichten und Emotionen und schaffen durch ihre Intimität eine stärkere Bindung zu den Zuhörerinnen und Zuhörern. David Honold hat sich einige der Formate mit Politik-Gästen angehört.

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4. Springer-Chef Döpfner nennt J.D. Vances Rede »inspirierend« und Europäer »weinerlich«
(spiegel.de)
Springer-Chef Mathias Döpfner habe in der “Financial Times” (nur mit Abo lesbar) die Rede von US-Vizepräsident J.D. Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz als “inspirierend” gelobt und die schockierten Reaktionen aus Europa als “weinerlich” kritisiert. Vance hatte behauptet, in Europa gebe es keine Meinungsfreiheit und dies sei eine größere Bedrohung als Russland oder China. Weiterhin hatte er der deutschen Politik empfohlen, auch mit der AfD zusammenzuarbeiten.

5. Droht ProSiebenSat.1 bereits der nächste Stellenabbau?
(dwdl.de, Alexander Krei)
Wie “DWDL” unter Berufung auf einen Bericht des “Manager Magazins” (nur mit Abo lesbar) berichtet, stehe der TV-Konzern ProSiebenSat.1 vor einem weiteren Stellenabbau, bei dem “rund 500 Stellen” gestrichen werden könnten. Zudem gebe es einen Machtkampf im Unternehmen, da der Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Wiele seinen Rückzug angekündigt habe und der italienische Medienkonzern Media for Europe eine Komplettübernahme anstrebe.

6. Fast 400 Millionen Euro pro Jahr für den Sport: ARD und ZDF wegen hoher Übertragungskosten in Erklärungsnot
(tagesspiegel.de, Michael Rossmann)
ARD und ZDF stünden wegen hoher Ausgaben für Sportrechte, insbesondere für Fußball, in der Kritik, würden diese jedoch als wichtigen Bestandteil ihres Programms verteidigen und betonen, dass sie ihre Budgets bereits gekürzt hätten. Außerdem würden die öffentlich-rechtlichen Sender verstärkt auf Kooperationen mit privaten Sendern setzen, um Kosten zu sparen, zum Beispiel durch die Aufteilung von Übertragungsrechten mit RTL oder den Weiterverkauf von Sublizenzen.

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