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“Bild” entdeckt plötzlich Laschets “Wahlkampf-Turbo”

Vergangene Woche hat die “Bild”-Redaktion entdeckt, dass der Twitter-Kanal “WDR aktuell” eine Aussage Armin Laschets zumindest verzerrt wiedergegeben (und später “klargestellt”) hat, dass die WDR-Sendung “Monitor” einen Beitrag gebracht hat, in dem sie zeigt, dass Laschet als Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen “beim Klimaschutz eher auf der Bremse steht”, und dass der ARD-“Faktenfinder” eine Aussage des Union-Kanzlerkandidaten (“Wir dürfen die Fehler von 2015 nicht wiederholen”) kritisch auf deren Inhalt überprüft hat. Und schon witterte “Bild” eine große ARD-übergreifende Verhinderungskampagne:

Ausriss Bild-Zeitung - Mit Falsch-Behauptung und Negativ-Berichten - Wollen ARD-Sender Laschet als Kanzler verhindern?

Mit den Aussagen “Wahlkampf ist Sache der Parteien, nicht des öffentlichen Rundfunks” und “Der WDR entwickelt sich vom Rot-Funk zum Grün-TV” konnte die “Bild”-Redaktion sogar Unterstützung aus der Politik für die eigene These zur Anti-Laschet-ARD einsammeln (mehr Politiker kamen im “Bild”-Artikel nicht zu Wort). Das eine Zitat stammt von einer CDU-Politikerin, der die Kritik an ihrem Spitzenkandidaten offenbar nicht schmeckt, das andere von einem CSU-Politiker, dem die Kritik an seinem Spitzenkandidaten offenbar nicht schmeckt. Überraschung.

Aber wie sieht’s denn bei der “Bild”-Berichterstattung über Armin Laschet aus?

Da gab es am Samstag einen interessanten Vorgang. Kurz nach Ende des Wahlkampfauftakts von CDU und CSU in Berlin, erschien auf der Bild.de-Startseite dieser Artikel:

Screenshot Bild.de - Wahlkampfauftakt der Union! Laschet-Rede sollte den Turbo zünden - Er hat's versucht ... - Er gibt Flut und Corona die Schuld für miese Umfrage-Werte

Laut “Gnutiez”, einer Seite, die Änderungen von Überschriften verschiedener Medien trackt, soll die Schlagzeile zuvor noch schärfer gewesen sein:

LASCHET-REDE SOLLTE TURBO ZÜNDEN
Netter Versuch

Dazu hieß es im Artikel:

Schafft CDU-Chef Armin Laschet (60) noch die Wende? Auch nach seiner Rede bleiben Zweifel.

Der gesamte Beitrag verschwand dann plötzlich und ohne irgendeinen Hinweis von Bild.de. Wer die URL heute aufruft, sieht keinerlei Inhalt. Stattdessen erschien auf der Bild.de-Startseite ein neuer Artikel. Und auf einmal konnte Armin Laschet laut “Bild”-Redaktion doch den “Wahlkampf-Turbo” zünden:

Screenshot Bild.de - Laschet zündet mit Merkel und Söder den Wahlkampf-Turbo - Kanzlerkandidat fordert Anti-Links-Schwur von SPD

Noch einmal etwas später übernahm dann “Bild”-Parlamentsbüroleiter Ralf Schuler die Deutungshoheit zum Laschet-Auftritt:

Screenshot Bild.de - Wahlkampf-Auftakt der Union - Markus Söder hat keinen Bock auf Opposition Armin Lascher Ich werde kämpfen - Zwei Fäuste und kein Halleluja

Und weil das vielleicht doch etwas zu kryptisch war (zumindest wir rätseln noch immer, ob ein ausbleibendes “Halleluja” nun was Positives oder Negatives ist), schob die Redaktion auch hier noch mal eine Überarbeitung nach:

Screenshot Bild.de - Wahlkampf-Auftakt der Union - Armin Laschet - Ich werde kämpfen

Und so wurde innerhalb kürzester Zeit auf der Bild.de-Startseite aus dem “netten Versuch” Laschets, der angeblich Flut und Corona als Ausreden nutzte, ein kämpferischer Union-Spitzenkandidat mit “Wahlkampf-Turbo”. Wir haben beim “Bild”-Sprecher nachgefragt, warum der Laschet-kritische Artikel gelöscht wurde, haben bisher aber keine Antwort erhalten.

Eine besondere Nähe zwischen Armin Laschet und dessen Wahlkampfteam auf der einen Seite und der “Bild”-Redaktion auf der anderen konnte man übrigens sechs Tage zuvor beobachten. Der stellvertretende “Bild”-Chefredakteur Paul Ronzheimer schrieb bei Bild.de über “Laschets Plan für Afghanistan”, veröffentlicht um 18:42 Uhr. Erst 43 Minuten später, um 19:25 Uhr, veröffentlichte auch Laschet diesen Plan bei Twitter – interessanterweise mit demselben Rechtschreibfehler wie im Ronzheimer-Artikel. Man fühlte sich beim Lesen an die verräterischen Fehler beim Abschreiben in der Schule erinnert. Oder anders gesagt: Das Laschet-Team muss den Afghanistan-Plan vorab an die “Bild”-Redaktion gegeben haben. Nur zur Erinnerung: Seit Juni dieses Jahres gehört Tanit Koch, Ex-“Bild”-Chefredakteurin, zu Armin Laschets Beraterteam.

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber!

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“#DankeBild ihr werdet immer besser”

Nach einem Telefonat mit einem ranghohen AfD-Politiker twitterte Martin Schmidt, Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio, vor zwei Wochen:

Screenshot eines Tweets von Martin Schmidt - Sie sagen, sie wollen mit uns nichts zu tun haben, sind aber unsere besten Wahlkämpfer, kostenfrei. Ob Corona, Migration, Klima: bei jedem Thema! Läuft für uns! Sagt mir eines der ranghöchsten Mitglieder der AfD kürzlich am Telefon über die Bild-Zeitung.

Eine solche Geschichte kann der “Bild”-Redaktion und vor allem “Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt nicht gefallen. Immer wieder betont Reichelt, wie “schrecklich” er die AfD finde. Zum Vorwurf, “Bild” sei der verlängerte Arm der AfD, sagt er, dass dies “eine Unverschämtheit” sei: “Man kann das nur dann behaupten, wenn man bereit ist, Fakten schlichtweg zu ignorieren.” Und jetzt erzählt die AfD, wie toll und hilfreich sie die Berichterstattung von Reichelt und dessen Team findet?

“Bild”-Meinungschef Filipp Piatov versuchte dann auch gleich, Martin Schmidts Geschichte zu diskreditieren. Bei Twitter schrieb Piatov:

Screenshot eines Tweets von Filipp Piatov - Der ÖR entfernt sich politisch immer weiter von der Bevölkerung und diffamiert jeden, der das kritisiert, als rechtsextrem. Davon profitiert nur die AfD. Ein 3-jähriger Junge neulich im Zug, Applaus im Abteil

Piatovs offensichtlich ausgedachte Erzählung soll wohl zeigen, dass er auch Schmidts Tweet für erfunden hält. In Sozialen Medien liest man häufiger den Vorwurf, das sei jetzt aber eine “Geschichte aus dem Paulanergarten”, also unwahr. “Bild”-Chef Reichelt retweetete Piatovs Tweet.

Nur drei Tage später zeigte sich allerdings, dass die AfD von der “Bild”-Berichterstattung tatsächlich begeistert ist. Als die Redaktion auf ihrer Titelseite von Angela Merkel forderte: “KANZLERIN, wir wollen EINIGKEIT und RECHT und FREIHEIT”, gab es zahlreiche Danksagungen von AfD-Mitgliedern und -Verbänden. Die Bundestagsabgeordnete Joana Cotar schrieb beispielsweise:

Screenshot eines Tweets von Joana Cotar - Wenn es angebracht ist, muss man auch mal Danke sagen. DankeBild

Ihr Kollege im AfD-Bundesvorstand Stephan Protschka konnte es selbst kaum glauben:

Screenshot eines Tweets von Stephan Protschka - Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass ich die Bildzeitung nochmal lesen werde. DankeBild ihr werdet immer besser. Freiheit für Deutschland. Aber normal. Wird es nur mit der AfD geben. 26. September ist Zahltag!

Guido Reil, für die AfD im Europäischen Parlament, dankte ebenfalls:

“#DankeBild” gilt immerhin bezogen auf aufrüttelnde Berichte gegen Gruppenvergewaltigungen und Mädchenmorde

Auch von der Berliner AfD kam ein Dankeschön an die “Bild”-Redaktion:

Besser spät als nie. #DankeBild für die Übernahme sämtlicher AfD-Positionen.

Und der AfD-Kommunalpolitiker Christian Breu twitterte:

#BILD hilft allen Menschen, die Opfer der skrupellosen Drangsalierungs- und #Lügenpolitiker geworden sind.
#DankeBILD

Neu ist die AfD-Begeisterung für “Bild” nicht. Bereits 2017, vor der vergangenen Bundestagswahl und nachdem die Redaktion ihr eigenes “BILD-Wahlprogramm” veröffentlicht hatte, jubelte Uwe Junge, damals Landes- und Fraktionsvorsitzender der AfD in Rheinland-Pfalz: “Endlich! Die BILD als Wahlkampfblatt für die AfD! Unser Programm in BILD veröffentlicht!” Und auch die Bundespartei stellte zum “Bild”-Wahlprogramm fest: “Hallo @BILD, nahezu ALLES hier findet sich im #AfD-Wahlprogramm!”

Mit ihrer aktuellen Berichterstattung findet die “Bild”-Redaktion übrigens nicht nur Anschluss bei der AfD. Auch in den Telegram-Kanälen vieler Verschwörungserzähler wird sie gelobt. “Spioniker” schreibt zum Beispiel: “Hammer, was die BILD jetzt raushaut! Ich glaube, der kritische Punkt ist erreicht!” und konstruiert aus der gelben Hintergrundfarbe eines Artikelbanners bei Bild.de mit Hilfe des des Flaggenalphabets, wo die Farbe Gelb für das Q steht, eine Verbindung zu QAnon. Michael Wendler sieht “Bild” als einen möglichen “Gamechanger”. Und Eva Herman empfiehlt ein Video von “Bild TV” (“Der Staat hat kein Recht mehr, zu regulieren, wie wir leben”). Die Protagonisten darin: Julian Reichelt und Filipp Piatov.

Mehr über das Verhältnis von “Bild” und AfD schreiben wir übrigens in unserem Buch “Ohne Rücksicht auf Verluste”, vor allem im Kapitel “‘Das wird man ja wohl noch sagen dürfen’ – ‘Bild’ und Rechtspopulisten”. Alle Infos dazu hier.

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Apples umstrittene Überwachung, Medien in Russland, Hessenaufteilung

1. Darum kritisieren Journalistenverbände Apple
(deutschlandfunk.de, Jan Rähm, Audio: 6:13 Minuten)
Apple plant im Rahmen der “Child-Safety”-Initiative die Überwachung von iPhones und iPads, um Abbildungen von sexualisierter Gewalt gegen Kinder zu entdecken. Wie genau funktioniert das? Und was ist technisch das Problem, an dem sich jetzt die Kritik entzündet? Wie lautet die konkrete Kritik, unter anderem von Journalistenverbänden? Und ist die Kritik berechtigt?

2. Parlamentswahl ohne Pressefreiheit
(reporter-ohne-grenzen.de)
Vor dem geplanten Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin kritisiert Reporter ohne Grenzen die massiven Einschränkungen für unabhängige Journalistinnen und Journalisten in Russland: “Die Staatsmacht in Russland geht zielgerichtet und drakonisch gegen alle vor, die Kritik üben oder einfach nur unabhängig berichten; immer mehr Kolleginnen und Kollegen müssen ihre Arbeit aufgeben oder sogar das Land verlassen. Die de-facto-Ausweisung einer angesehenen Auslandskorrespondentin ist ein alarmierendes Zeichen und zeigt vor allem eins: Bei der Parlamentswahl am 19. September haben die Menschen in Putins Russland keine freie Wahl. Bundeskanzlerin Merkel muss dafür bei ihrem Treffen mit Präsident Putin deutliche Worte finden.”

3. Nein, aus Afghanistan werden nicht nur Männer, sondern auch Frauen und Kinder evakuiert
(correctiv.org, Uschi Jonas)
Zurzeit zirkulieren Fotos, die den Eindruck erwecken sollen, es würden nur Männer aus Afghanistan evakuiert. Der “Correctiv”-Faktencheck stellt die Sache richtig: “Auf einem aktuellen Foto aus dem Inneren eines Flugzeugs der US-Luftwaffe, das Afghanen nach Kuwait evakuierte, sind Männer, Frauen und Kinder zu sehen. Es wurde manipulativ zugeschnitten. Ein anderes Foto ist bereits mehrere Jahre alt.”

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4. Zeitungsmarkt in Hessen neu aufgeteilt
(verdi.de)
Die beiden in Hessen dominierenden Zeitungsgruppen schichten ihre Tageszeitungen und Anzeigenblätter um. Die Gewerkschaft Verdi spricht von einem beispiellosen “Tauschgeschäft zur Aufteilung des Zeitungsmarktes in Hessen”. Der Medienkonzern VRM plane, den “Gießener Anzeiger”, den “Usinger Anzeiger” sowie weitere Blätter in der Region Wetterau/Vogelsberg an die Ippen-Gruppe zu verkaufen. Im Gegenzug wolle VRM von der Ippen-Gruppe das “Rüsselsheimer Echo” sowie die “Nassauische Neue Presse” in Limburg übernehmen.

5. Cytotec-Recherche gewinnt Georg-Schreiber Medienpreis und DRK-Medienpreis
(buzzfeed.de, Katrin Langhans)
Eine gemeinsame Recherche von “BuzzFeed News”, dem Bayerischen Rundfunk, “Report München” und der “Süddeutschen Zeitung” über die riskante Anwendung des Medikamentes Cytotec hat zwei Medienpreise erhalten: “Die Reporterinnen deckten auf, dass im Zusammenhang mit der Tablette in seltenen Fällen schwere Komplikationen aufgetreten waren; im Zusammenhang mit Cytotec waren Kinder unter extrem starken Wehen unter Sauerstoffmangel zur Welt gekommen, in seltenen Fällen war die Gebärmutter gerissen und es war vereinzelt zu Todesfällen gekommen. Das ging aus Gutachten, Fallstudien und Gerichtsurteilen hervor.”

6. Komprimiertes Charisma
(zeit.de, Jonas Gerding)
Wissenschaftler haben sich unter anderem mit der Frage beschäftigt, wie unsere Stimmen in Videokonferenzen wirken. Bei der elektronischen Signalverarbeitung und bei schlechtem Netz komme es zu einem Effekt, der die Stimmen von Frauen weniger charismatisch wirken lasse. Ein Problem, das sich beheben ließe, für das sich jedoch niemand verantwortlich fühle, wie Jonas Gerding erklärt.

“Ehrenmorde”, Hemdsärmliche RTL-News, Wackelige Digitalpolitik

1. Mythen und Fakten zu “Ehrenmorden”
(schantall-und-scharia.de, Fabian Goldmann)
Fabian Goldmann hat den jüngsten Fall einer in den Medien als “Ehrenmord” betitelten Tat zum Anlass genommen, Klischees zum Thema zu überprüfen und Fakten dazu zusammenzutragen: Was sind “Ehrenmorde”? Was unterscheidet sie von sonstigen Beziehungstaten? Wie viele “Ehrenmorde” gibt es in Deutschland? Wer begeht sie? Was hat der Islam damit zu tun? Wo haben sie ihren kulturellen Ursprung?
Weiterer Lesehinweis: Passend dazu gibt es ein Interview mit der Juristin Julia Kasselt, die “Ehrenmorde in Deutschland” erforscht hat. In einer weiteren Studie hat Kasselt untersucht, ob Richter wirklich einen “Kulturrabatt” für “Ehrenmörder” vergeben.

2. Die hemdsärmliche neue Nachrichten-“Primetime” von RTL
(uebermedien.de, Stefanie Menschner)
Stefanie Menschner wollte wissen, was an RTLs “Informationsoffensive” samt in den Nachmittag vorverlegter, nun ja, News-Formate dran ist und hat sich eine Woche das RTL-Programm angeschaut. Erschöpft fasst sie zusammen: “Das ganze angebliche ‘Primetime’-Programm von RTL am Nachmittag ist eher verwirrende Redundanz als offensive Information. Ich fühle mich auch nach einem zweiten ‘RTL aktuell’ nicht informierter, und nach dem dritten Clip eines witzigen Hundevideos aus dem Netz einfach sehr satt.”

3. Das wackelige Fundament der Digitalpolitik
(netzpolitik.org, Rahel Lang)
Die Stiftung Neue Verantwortung (SNV) hat die Wahlprogramme der Parteien hinsichtlich ihrer Aussagen zur Digitalpolitik untersucht. Rahel Lang hat sich die Analyse durchgelesen und fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen: “Seit Jahrzehnten ist in der deutschen Politik die Kluft zwischen den ‘technologischen Ambitionen’ und der bitteren Realität gigantisch. Da wäre zum Einen die Tatsache, dass Deutschland im europäischen Vergleich der Breitbandabdeckung hinterherhinkt. Zum Anderen geht die Digitalisierung der Verwaltung nur schleichend voran. Aus der Analyse des SNV geht hervor, dass das politische Berlin diese Schwachstellen zwar grundsätzlich anerkenne, es aber ‘ein Umsetzungsproblem’ gebe.”

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4. TikTok für Journalist:innen – so gelingt der Einstieg
(fachjournalist.de, Marcus Bösch)
TikTok ist ein Portal für kurze Videoclips, das sich vor allem an Teens und Twens richtet. Der große Erfolg der Plattform lockt jedoch immer mehr Leute außerhalb der ursprünglichen Zielgruppe an. Was muss man als Journalist oder Journalistin über TikTok wissen? Und lohnt es sich vielleicht sogar, dort selbst Inhalte anzubieten? Interessierten sei außerdem ein Blick auf die vom Autoren geführte Liste von deutschsprachigen Medien und Medienschaffenden auf TikTok empfohlen.

5. Facebook stoppt Fake-News-Kampagne gegen Corona-Impfung
(zeit.de)
Eine russische Werbeagentur soll versucht haben, weltweit Influencerinnen und Influencer für Falschinformationen über Corona-Impfungen einzuspannen. Ziel sei es gewesen, Corona-Impfstoffe in Verruf zu bringen, über deren Zulassung gerade debattiert wird: “Die Falschinformationskampagne hatte laut Facebook mehrere Stufen. Ende vergangenen Jahres sollte sie zunächst dem Impfstoff von AstraZeneca schaden. Fake-Konten verbreiteten die Behauptung, der Impfstoff verwandle Menschen in Schimpansen. Einige Monate später habe die Kampagne dann auch den Impfstoff von BioNTech und Pfizer ins Visier genommen. Zudem soll die Agentur versucht haben, ein angebliches Geheimdokument zu verbreiten, das Hacker angeblich bei einem Datenangriff auf AstraZeneca erbeutet haben sollten.”

6. Bling und Bilder
(faz.net, Axel Weidemann)
Instagram entwickelt sich weg von einer Foto-Plattform und hin zu einem Ort für Videos, was der Kunstszene laut “Guardian” gar nicht gefalle. “FAZ”-Redakteur Axel Weidemann kommentiert: “Hätte beispielsweise Andy Warhol Instagram genutzt – und das hätte er sicher – und man hätte ihm gesagt, er müsse jetzt singen und tanzen, weil das Publikum unterhalten werden will, er hätte vermutlich einen Buntstift durch sein Smartphone gerammt. Oder gesungen und getanzt.”

Uploadfilter-Gesetz, Schleichwerbung auf Insta, 10 Jahre “FragDenStaat”

1. Was sich jetzt mit dem Uploadfilter-Gesetz ändert
(spiegel.de, Patrick Beuth)
Gestern trat das lang umkämpfte Uploadfilter-Gesetz in Kraft. Patrick Beuth hat die Unternehmen hinter Youtube, Facebook, TikTok und Twitch gefragt, wie sie ihre Plattformen umgebaut haben, um Overblocking zu vermeiden. Drei der vier Befragten wollten nicht darüber reden. Der Widerstand gegen die Regelung gehe weiter: Die ehemalige Europaabgeordnete Julia Reda will die Umsetzung des Gesetzes überprüfen und hat mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte einen Aufruf gestartet.

2. Influencer:innen müssen sich vor Gericht wegen Schleichwerbung behaupten
(netzpolitik.org, Rahel Lang)
Derzeit verhandelt der Bundesgerichtshof (BGH) anhand von drei Fällen über die Kennzeichnungspflicht von Produktempfehlungen auf Instagram. Dem für September erwarteten Urteil wird große Bedeutung beigemessen: “Die anstehende Entscheidung des BGH ist ein Meilenstein in der Frage um Kennzeichnungspflicht von Produkten auf Instagram. Das Urteil des obersten Gerichts wird sich auf die Prozesse weiterer Influencer:innen, die von dem Verband abgemahnt wurden, auswirken.”

3. 10 Jahre FragDenStaat: Fortschritte sind durchaus erkennbar
(fragdenstaat.de, Arne Semsrott)
Wohl kaum eine Institution hat sich um die Informationsfreiheit in Deutschland so verdient gemacht wie die Transparenz-Initiative “FragDenStaat”. Nun feiert das mittlerweile 13-köpfige Team den zehnten Geburtstag der Plattform: “Wir sind stolz darauf, dass es uns mit FragDenStaat trotz aller Widerstände seit zehn Jahren immer besser gelingt, Menschen dabei zu unterstützen, sich für Informationsfreiheit einzusetzen und zu zeigen, was für demokratische Möglichkeiten im freien Zugang zu Informationen stecken. Mehr als 100.000 Personen haben fast 200.000 Anfragen über die Plattform gestellt.”

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4. Die Zeitungsfälscher: Wie ein skurriles Netzwerk aus Fake-Accounts auf Facebook Stimmung macht
(correctiv.org, Alice Echtermann)
Eine “Correctiv”-Recherche hat ein Netzwerk gefälschter Profile rund um die erfundene Zeitung “NRW Kurier” aufgedeckt: “Dahinter steckt ein Mann, der uns gegenüber seine Identität nicht preisgeben wollte. Er bezeichnet das Ganze als privates Kunstprojekt. Eine ‘Liebhaberei’, die er weiter betrieb, obwohl seine Seite schon seit einiger Zeit so gut wie keine Aufmerksamkeit auf Facebook mehr erzeugte. Dies ist eine Geschichte über die Skurrilität von Desinformation und über Menschen, die aus Wut über die ‘Lügenpresse’ beginnen, ‘Fake News’ zu produzieren.”

5. Kein Einzelfall
(taz.de, Jessica Ramzcik)
Der Fotojournalist Tim Mönch soll ins Visier des sächsischen Verfassungsschutz geraten sein, weil er 2019 (in rechtlich zulässiger Weise) einen rechten “Zeitzeugenvortrag” im sächsischen Leubsdorf fotografierte. Er gelte beim Staatsschutz nun als Linksextremist. Mönch wolle sich gegen diese Einstufung wehren. Das werde – trotz anwaltlicher Hilfe – jedoch “wahrscheinlich noch Jahre dauern”.

6. Wer stärkt hier eigentlich wen?
(deutschlandfunkkultur.de, Vera Linß & Dennis Kogel, Audio: 21:06 Minuten)
Die ARD hat seriöse Inhalte und sehnt sich nach jungem Publikum. TikTok hat das junge Publikum und sehnt sich nach seriösen Inhalten. Da liegt der Gedanke einer Zusammenarbeit nahe. Doch neben Zukunftschancen bietet eine derartige Kooperation auch Gefahren. Die Liste der Vorwürfe an TikTok ist recht umfassend. Erst jüngst ist das Unternehmen wieder ins Gerede gekommen: Es habe laut “Spiegel” versucht, verdeckte Spenden an die Junge Union zu zahlen (nur mit Abo lesbar).

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“Das ist schon sehr viel”, was bei “Bild TV” alles weggelassen wird

Bei “Bild TV” war am Mittwoch der Publizist und Verleger Wolfram Weimer zu Gast. Er kommentierte unter anderem einen Fall aus Leer, wo drei Asylbewerber eine 16-Jährige vergewaltigt haben sollen. Weimer sagte dazu:

Screenshot der Bild-TV-Sendung

Das Problem ist größer als öffentlich drüber geredet wird. Und wenn man sich die Zahlen vom BKA einmal anguckt, ich habe die mal mitgebracht, dann haben wir, die Zahlen sind ganz frisch, im Jahr 2020 5.719 sexuelle Übergriffe von Personen mit Zuwanderungs, also jüngster Zuwanderungshintergrund. Das heißt, das sind jeden Tag 15. Wir haben jeden Tag 15 Fälle in Deutschland. Das ist schon sehr viel.

Und wenn man sich anguckt: Die Entwicklung, im Jahr 2016 waren das nur 3.400. Natürlich: Jeder Fall ist zu viel. Aber man sieht diesen dramatischen Anstieg. Wir haben einen Anstieg um 80 Prozent in wenigen Jahren. Aus einer ganz bestimmten Tätergruppe, man weiß, das sind die 18- bis 30-Jährigen eines ganz bestimmten Milieus. Und das Problem muss adressiert werden.

Mit den “Zahlen vom BKA” dürfte Wolfram Weimer das “Bundeslagebild Kriminalität im Kontext von Zuwanderung 2020” (PDF) des Bundeskriminalamts meinen, das im Juni veröffentlicht wurde. Darin geht es um Straftaten in unterschiedlichen Deliktsbereichen, darunter auch Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Der Fokus dieser Sonderauswertung liegt auf Delikten, bei denen mindestens ein Zuwanderer oder eine Zuwanderin als tatverdächtig gelten. Das BKA schreibt dazu:

Analog den Festlegungen in der [Polizeilichen Kriminalstatistik] gilt eine tatverdächtige Person in diesem Bundeslagebild als Zuwanderer/Zuwanderin, wenn sie mit dem Aufenthaltsanlass “Asylbewerber/-in”, “Schutzberechtigte/-r und Asylberechtigte/-r, Kontingentflüchtling”, “Duldung” oder “unerlaubter Aufenthalt” registriert wurde.

Bei den Angaben handelt es sich also nicht um verurteilte Täter, sondern um ermittelte Tatverdächtige (eine Unterscheidung, mit der die “Bild”-Redaktion häufiger Probleme hat, die aber ausgesprochen wichtig ist).

Wenn man sich dieses Lagebild tatsächlich “einmal anguckt”, wie Wolfram Weimer vorschlägt, erkennt man, dass seine Wiedergabe bei “Bild TV” teils so unvollständig, so einseitig oder schlicht so falsch ist, dass wir hier für eine umfassendere Darstellung ein paar Infos hinterherschicken wollen.

Vielleicht erstmal zu Weimers Rechenfähigkeiten. Bei einer Steigerung von 3.400 Fällen im Jahr 2016 (ganz genau sind es laut BKA 3.404) auf 5.719 Fälle im Jahr 2020, kommt er auf “einen Anstieg um 80 Prozent”. Richtig gerechnet sind das allerdings 68 Prozent. Die 80 Prozent, die Weimer nennt, sind aber ganz interessant, denn es gibt in der BKA-Statistik tatsächlich eine Steigerung von etwa 80 Prozent: Bei den aufgeklärten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung insgesamt – also bei den Zahlen, die sich nicht nur auf tatverdächtige Zuwanderer beziehen, sondern auf alle Tatverdächtigen in Deutschland. 2016 waren es 37.442 Straftaten, 2020 67.656 – ein Plus von 80,7 Prozent. Das heißt also: Die Straftaten mit tatverdächtigen Zuwanderern sind im selben Zeitraum weniger stark gestiegen als die Straftaten aller Tatverdächtiger.

Eigentlich ist dieser Vergleich mit den Zahlen aus 2016 aber – ob nun bei den Zuwanderern oder insgesamt – sowieso nicht richtig sinnvoll. Denn es gab in der Zwischenzeit eine Gesetzesänderung, die die Statistik verzerrt. Da weist das BKA in seinem Bundeslagebild auch extra drauf hin:

Mit dem “50. Gesetz zur Änderung des Strafgesetzbuches – Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung” vom 04.11.2016 wurden im Sexualstrafrecht Straftatbestände geändert und neue Straftatbestände eingeführt. Dies führt im Ergebnis dazu, dass im Bereich “Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge (§§ 177, 178 StGB)” ab dem Berichtsjahr 2017 ein Vergleich mit den Vorjahreszahlen nur eingeschränkt möglich ist.

Wolfram Weimer macht es bei “Bild TV” trotzdem einfach. Hätte er ein anderes Jahr aus der Statistik genommen, hätte seine Erzählung auch nicht mehr so richtig gepasst: Für 2017 nennt das BKA 5.258 “Straftaten mit mindestens einem/einer tatverdächtigen Zuwanderer/Zuwandererin” – eine Steigerung bis 2020 von gerade mal noch 8,8 Prozent. 2018 sind es 6.046 Straftaten. Und seitdem sinkt der Wert: 2019 sind es 5.802 und 2020 die bereits erwähnten 5.719. So stellt das BKA in seinem Lagebild auch optisch extra groß heraus:

Anteil der tatverdächtigen Zuwanderer/Zuwandererinnen an Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung weiter rückläufig

Die Behörde schreibt dazu:

Während die Gesamtzahl der 2020 in der [Polizeilichen Kriminalstatistik] registrierten aufgeklärten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung im Vergleich zum Vorjahr weiter angestiegen ist (+17,4 %; 2019: +12,7 %), sanken die Fallzahlen mit mindestens einem/einer tatverdächtigen Zuwanderer/Zuwanderin im Berichtsjahr um 1,4 %.

All das bleibt bei Weimers “Bild-TV”-Auftritt gänzlich unerwähnt. Genauso der Vergleich mit den 67.656 aufgeklärten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung insgesamt in Deutschland im Jahr 2020. Dazu kein Wort von Weimer. Er nennt nur die Straftaten der tatverdächtigen Zuwanderer, liefert keinerlei Einordnung, lässt es so wirken, als wären Sexualstraftaten nur ein Zuwanderer-Problem, eine Sache “eines ganz bestimmten Milieus”. Stattdessen rechnet er 15 Fälle pro Tag aus und sagt: “Das ist schon sehr viel.” Insgesamt sind es noch viel mehr: 185 Fälle pro Tag.

Und dann noch zum Sprachlichen. Wenn Wolfram Weimer sagt: “Und wenn man sich die Zahlen vom BKA einmal anguckt, […] dann haben wir […] im Jahr 2020 5.719 sexuelle Übergriffe von Personen mit Zuwanderungs, also jüngster Zuwanderungshintergrund”, dann ist das gleich doppelt irreführend. Einmal ist nicht endgültig juristisch geklärt, ob diese Personen wirklich die Täter sind. Und vor allem wirkt seine Aussage im Kontext der “Bild-TV”-Sendung so, als würde es sich bei den “5.719 sexuellen Übergriffen” um Delikte wie Vergewaltigungen handeln. Die 5.719 Fälle aus der BKA-Statistik decken aber das gesamte Feld der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ab – von exhibitionistischen Handlungen und Erregung öffentlichen Ärgernisses bis zu sexuellem Missbrauch. Darunter auch die Paragrafen 177 und 178 des Strafgesetzbuches, in denen es um “Sexueller Übergriff; sexuelle Nötigung; Vergewaltigung” geht. Aber eben nicht nur.

Natürlich kann und soll man über Kriminalität von Zuwanderern berichten und diskutieren. Wir finden nur, dass man dann auch umfassend berichten sollte. Die einseitige Darstellung der BKA-Statistik durch Wolfram Weimer und “Bild TV” verfängt jedenfalls ganz wunderbar. In den Tausenden Kommentaren unter dem Youtube-Video sowie den Facebook- und Twitter-Posts von “Bild” gibt es reichlich Wut auf die Politik, auf “Mutti” Merkel, auf die Justiz, auf Zuwanderer. Und es gibt zahlreiche Danksagungen an die Redaktion, dass jetzt endlich mal jemand die Fakten auf den Tisch lege.

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Ohne AfD und Linke, Lokaljournalismus im Ahrtal, Selbstversuch Olympia

1. Warum AfD und Linke bei den Sat.1-Sommerinterviews fehlen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Sat.1 plant politische Sommerinterviews, bei denen die beiden Oppositionsparteien AfD und Linke jedoch nicht vorkommen. Sendersprecher Daniel Rosemann begründet dies wie folgt: “Die Sat.1-Nachrichtenredaktion hat sich entschieden, mit den vier Parteien Sommer-Interviews zu führen, die nach den aktuellen Koalitionsaussagen nach der Wahl Teil einer neuen Bundesregierung sein können.” Für “DWDL”-Redakteur Timo Niemeier kommt diese Argumentation überraschend: “Zum einen, weil der Sender diesmal in Sachen AfD eine andere Argumentation wählt und sich nicht so klar gegen die Partei positioniert, wie es Rosemann noch vor wenigen Wochen tat. Und zum anderen, weil Koalitionsaussagen, die vor einer Wahl getroffen werden, danach vielleicht gar nicht halten. Ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken ist überdies gar nicht endgültig vom Tisch, weil es von keiner der Parteien ausgeschlossen wurde.”

2. Lokaljournalismus im Dauereinsatz
(deutschlandfunk.de, Annika Schneider, Audio: 7:46 Minuten)
Die Flutkatastrophe im Ahrtal zeigt, wie wichtig gut funktionierender Lokaljournalismus ist. Seit über einer Woche berichtet die “Rhein-Zeitung” mit ihrer Lokalredaktion Ahrweiler mit zehn Reporterinnen und Reportern direkt aus dem Katastrophengebiet, unterstützt von Kräften aus der zentralen Mantelredaktion. Doch in der Region würden sich auch unseriöse Menschen tummeln, die Desinformationen streuen: Laut ZDF-Reporter Arndt Ginzel seien Mitglieder der “Querdenker”-Szene durch die Nachbarschaft gezogen und hätten fälschlicherweise erzählt, das Hochwasser sei von Bundeskanzlerin Angela Merkel geplant worden, um eine Klimadebatte zu entfachen.

3. Nürnberger Presse plant weiteren Stellenabbau
(verdi.de, Susanne Stracke-Neumann)
Schlechte Nachrichten aus Nürnberg: “Um mindestens 80 Vollzeitstellen will der Verlag Nürnberger Presse (VNP) bis Ende März 2022 die Belegschaft verkleinern. Der Verlag, der die ‘Nürnberger Nachrichten’, die ‘Nürnberger Zeitung’ und die Online-Plattform Nordbayern.de in seinem Portfolio hat, baute bereits 2019/20 nach der Verschmelzung dreier einzelner zu einer Zentralredaktion 28 Vollzeitstellen durch einen ‘freiwilligen Sozialplan’ mit Abfindungen ab.”

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4. »Ältere Menschen sind empfänglicher für Falschmeldungen«
(spiegel.de, Max Hoppenstedt & Ann-Katrin-Müller)
Fiete Stegers hat sich im Auftrag der Vodafone-Stiftung bei Faktencheckern, Forschenden, Fachjournalistinnen und Vertretern von zivilgesellschaftlichen Organisationen zum Thema Desinformation umgehört. Der “Spiegel” berichtet vorab über die Befragung. Anfällig für Desinformationskampagnen seien laut den Expertinnen und Experten vor allem Menschen, die “der transportierten Botschaft ohnehin zugeneigt sind und sich durch sie bestätigt fühlen”. Außerdem spiele laut Stegers das Alter eine Rolle: “Ältere Menschen sind tendenziell empfänglicher für Falschmeldungen als junge”.

5. Absprachen ums Preisgeld?
(sueddeutsche.de)
“Get the F*ck out of my House” ist eine ursprünglich aus den Niederlanden stammende Reality-Show, die in Deutschland bei ProSieben ausgestrahlt wurde. Die Spielidee: In einem Haus werden 100 Menschen untergebracht. Wer als Letzter das Haus verlässt, bekommt die 100.000 Euro Siegprämie. Drei Jahre nach dem Ende der Sendung streiten die Kandidaten vor Gericht um das Preisgeld. Die drei Finalisten hätten verabredet, dass – egal, wer gewinnt – der Gewinner den beiden anderen 20.000 Euro abgebe. Daran, so der Vorwurf, habe sich der Gewinner jedoch nicht gehalten.

6. Olympia als 14-Stunden-Selbstversuch: Die Geisterspiele von Tokio im nächtlichen TV-Protokoll
(rnd.de, Imre Grimm)
Imre Grimm hat einen heroischen Selbstversuch unternommen und sich eine ganze Nacht durch das Olympia-Programm gezappt. Richtige Begeisterung wollte bei ihm nicht aufkommen, denn ohne Publikum fehle etwas Entscheidendes: “Das kollektive Staunen über die Grenzbereiche des Menschenmöglichen sind das Geheimnis des Events. Aber ohne Kollektiv gibt es keine kollektive Freude. Was wäre Usain Bolt ohne seine Ehrenrunden? Für wen sollte Robert Harting in einem leeren Stadion sein Trikot zerreißen? Emotionen sind der wichtigste Rohstoff internationaler Sportevents. Von 10.000 leeren Plastiksesseln aber sind keine Gefühlsaufwallungen zu erwarten. Man kann Emotionen nicht herbeibehaupten.”

ARD vs. ZDF, Falscher “Messer-Killer”, “Hi Hitler”

1. Wie die ARD das ZDF angreifen will
(spiegel.de, Alexander Kühn & Anton Rainer)
Die neue Programmdirektorin der ARD Christine Strobl plant einen Umbau des Programms. Dem “Spiegel” liegt ein internes Papier vor, das Strobls Pläne offenlegt. Eine der Kern-Strategien bestehe darin, Erfolgsformate des öffentlich-rechtlichen Mitbewerbers ZDF zu kopieren: So wolle die ARD die ZDF-Erfolgsformate “Markus Lanz” und “heute show” mit eigenen Sendungen attackieren.
Auf Twitter kommentiert der TV-Autor Stefan Stuckmann: “Es ist ein Armutszeugnis, wenn die ARD tatsächlich glaubt, ihr größtes Problem sei die Konkurrenz zum ZDF.” Laut Stuckmann sei es “strategisch ein Schuss ins Knie, weiter munter Doppelstrukturen zu schaffen, weil es Wasser auf die Mühlen derer ist, die ARD und ZDF zusammenlegen wollen – aber eben unter der Prämisse ‘radikal Einsparen’.”

2. Ende der Parallelstruktur
(taz.de, Peter Weissenburger)
Seit über 20 Jahren gibt es bei der “Süddeutschen” eine Parallelstruktur: Auf der einen Seite die Print-Redaktion, die bei der Süddeutsche Zeitung GmbH angestellt ist, auf der anderen Seite die Online-Redaktion, die formal für die Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH tätig ist. Für die Onliner hatte dies gravierende Nachteile in Sachen Bezahlung, Arbeitszeiten und Mitbestimmung. Nun sollen beide Verlagsgesellschaften zusammengeführt werden, was jedoch nicht ohne Probleme sei.

3. “Bild” gesteht den Fehler ein und bittet um Entschuldigung
(twitter.com, Marvin Schade)
Wie das Portal “Medieninsider” berichtet (nur mit Abo lesbar), hatte die “Bild am Sonntag” am Sonntag auf der Titelseite eine falsche Person als den tatverdächtigen “Messer-Killer” von Würzburg abgebildet. Nun habe die “Bild”-Redaktion den Fehler eingestanden und (irgendwo in den Tiefen der Website versteckt) um Entschuldigung gebeten. Marvin Schade fragt, warum man das Bild benutzt beziehungsweise es nicht verpixelt habe: “Jeder Justiziar hätte aufschreien müssen. Auch, weil es anderes, wirklich verifiziertes Fotomaterial gab.”

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4. 11 Schritte zur Vernichtung: So drängen Sie Muslime aus dem öffentlichen Leben
(schantall-und-scharia.de, Fabian Goldmann)
Fabian Goldmann beobachtet seit einigen Monaten, dass in manchen Medien immer häufiger Islamismus-Vorwürfe gegen Muslime des öffentlichen Lebens erscheinen, an denen aus seiner Sicht selten etwas dran sei. In der “Welt” erscheine mindestens einmal pro Woche solch ein Text, auch “NZZ”, “FAZ”, “Berliner Morgenpost” und “Tagesspiegel” würden regelmäßig neue, angebliche Islamisten entdecken. In einem satirischen Ratgeber erklärt Goldmann die dahinterstehenden Mechanismen: “Vergessen Sie Sorgfaltspflicht, Faktentreue und Persönlichkeitsrechte! Mit diesen einfachen Schritten, richten Sie jede muslimische Karriere zugrunde und werden selbst zum Meister der Vernichtung.”

5. Die Banalisierung des Bösen
(verdi.de, Tilman P. Gangloff)
In seinem Buch “Hi Hitler” beschäftigt sich der US-amerikanische Historiker Gavriel D. Rosenfeld mit dem Nationalsozialismus in der Populärkultur. Dabei geht es auch um die zahlreichen Persiflagen auf Adolf Hitler und andere Nazi-Größen etwa in Filmen und Comics und die daraus entstehenden Folgen. Rosenfeld betrachte die Parodien als Verharmlosung des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen, was ausgerechnet dem Rechtsextremismus in die Karten spiele.

6. “Liberté, Egalité, Viertelfinalé”
(deutschlandfunk.de, Arno Orzessek, Audio: 4:23 Minuten)
Arno Orzessek zieht in seiner Deutschlandfunk-Glosse eine erste Medien-Bilanz zur laufenden Fußball-EM. Es geht um “dadaistische Wortklaubereien, sexistische Typen im Netz und den harten Kampf um die richtige moralische Haltung”.

Geld vernebelt den Verstand, “Sun”, Verunsicherung als Geschäftsmodell

1. Geld vernebelt den Verstand
(t-online.de, Florian Harms)
Vergangenen Freitag startete der Marktwirtschafts-Lobby-Verband INSM eine Anzeigenkampagne, die für breite Empörung sorgte: Die von Arbeitgeberverbänden getragene wirtschaftsliberale Denkfabrik hatte das Gesicht der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock auf den biblischen Moses retuschieren lassen, der zwei Steintafeln mit den zehn “grünen Geboten” trägt. Dazu hieß es wechselnd: “Wir brauchen keine Staatsreligion” oder “Warum uns grüne Verbote nicht ins Gelobte Land führen”. Florian Harms erinnert die Anzeige an Schmutzkampagnen in US-amerikanischen Wahlkämpfen. Er zeigt sich dabei weniger vom Vorgehen der Lobbyisten, sondern der Beteiligung vieler Medien überrascht: “Die ‘Süddeutsche Zeitung’ gehört dazu, die ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’ und ‘Die Zeit’. Alle diese Medien haben kluge Redaktionen und scharfsinnige Chefredakteure. Aber alle diese Medien sind durch den digitalen Wandel unter Druck geraten und kämpfen daher um jeden Anzeigenkunden. Wozu diese Entwicklung führt, dokumentiert die Anti-Baerbock-Anzeige: Selbst der schärfste Verstand scheint nicht dagegen gefeit zu sein, vom Dunst des Geldes vernebelt zu werden.”

2. Gegen die Lügen
(merkur-zeitschrift.de)
In einem offenen Brief stellen sich zahlreiche Kulturschaffende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hinter die Publizistin und Philosophin Carolin Emcke, der Springer-Medien und CDU Antisemitismus vorgeworfen hatten: “Wir kritisieren scharf die Form der Angriffe auf die Publizistin, die exakt das vollziehen, was Carolin Emcke in ihrem Redebeitrag formuliert und wovor sie zu Recht eindrücklich gewarnt hat: Die Beschädigung der politischen Öffentlichkeit durch mutwillig verzerrte Halbwahrheiten und bösartige Verdrehungen von Sinn, mit dem politischer Streit nicht ausgetragen, sondern ausgehöhlt wird.”

3. Verunsicherung als Geschäftsmodell
(belltower.news, Stefan Lauer)
Boris Reitschuster erfreut sich in rechten Kreisen und im “Querdenker”-Milieu besonderer Beliebtheit und hat einen prominenten Fan: Til Schweiger. Der hatte unlängst ein Selfie von sich und Reitschuster gepostet und diesen als seinen Helden bezeichnet. Für Stefan Lauer Anlass, die Methode Reitschuster näher unter die Lupe zu nehmen: “Boris Reitschuster betreibt populistischen Journalismus. Die Meinung ist klar, dann müssen nur noch die Fakten entsprechend angepasst werden. Das passiert immer mehr oder weniger unangreifbar. Konjunktive, Vermutungen und fehlender Kontext. Die Geschichte, die Reitschuster erzählt, ist immer die gleiche: die Regierung weiß nicht, was sie tut. Genausowenig wie Opposition, Forschung und Medien. Damit ist seine Strategie sehr ähnlich zu der von russischen Trollen, die er eigentlich so stark kritisiert: Verunsicherung schaffen statt aufzuklären.”

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4. Der wichtigste Ort für Journalisten? Ihr Schreibtisch!
(uebermedien.de, Olaf Storbeck)
“Achten Sie darauf, dass Ihr Büro leer ist!” Oft wird jungen Journalistinnen und Journalisten in pathetischen Worten empfohlen, ihr Büro zu verlassen und hinaus in die Welt zu ziehen, so auch in einer Rede des Schriftstellers Ferdinand von Schirach. Dabei handele es sich um einen in vielen Teilen falschen Mythos, findet “Financial-Times”-Korrespondent Olaf Storbeck: “Die wichtigste Arbeit findet am Ende eben doch am Schreibtisch statt. Das mag in den Ohren junger Journalisten langweilig klingen. Doch wer nur immer nur vor Ort ist, wessen Büro immer leer ist, der arbeitet wie ein Zehnkämpfer, der nur in einer Disziplin glänzt.”

5. Bundesamt für Justiz geht mit Bußgeldverfahren gegen Telegram vor
(zeit.de)
Das Bundesjustizministerium geht mit zwei Bußgeldverfahren gegen den Messengerdienst Telegram vor. Laut Netzwerkdurchsetzungsgesetz müsse es leicht erkennbare und erreichbare Möglichkeiten zur Beschwerde über strafbare Inhalte geben. Dies sei bei Telegram jedoch nicht der Fall. Ebenso sei unklar, wohin sich Gerichte wenden könnten, wenn jemand juristisch gegen das Unternehmen vorgehen wolle. Das Bundesamt für Justiz habe zwei Schreiben an den Unternehmenssitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten verschickt. Es bleibt spannend, ob Telegram auf eine derartige Korrespondenz reagiert.

6. Das Gift von gestern
(sueddeutsche.de, Alexander Menden)
Rupert Murdochs britisches Krawallblatt “Sun” befindet sich im wirtschaftlichen Sinkflug. Das habe mit den Folgen der Covid-19-Pandemie zu tun, wie Alexander Menden erklärt, sei aber auch den erheblichen Entschädigungszahlungen für Abhöropfer geschuldet: “Allein im Jahr 2020 zahlte News Group Newspapers Abhöropfern umgerechnet mehr als 60 Millionen Euro an Prozesskosten und Entschädigung. Im Jahr zuvor hatten sich diese Zahlungen, welche die Bilanz als ‘britische Zeitungsangelegenheiten’ auswies, auf die Hälfte belaufen.” Außerdem seien weitere Klagen anhängig, darunter eine von Prinz Harry.

“It may also be wrong data”, aber “Bild” ist sich schon sicher

Vergangene Woche kramten die gedruckte “Bild” und Bild.de einen China-Besuch der Bundeskanzlerin aus dem Archiv:

Ausriss Bild-Zeitung - Asien-Reise im September 2019 - Als Merkel Wuhan besuchte, war die Seuche schon im Anflug

Damals, im September 2019, hatten die allermeisten Menschen auf diesem Planeten wohl noch nie etwas von Coronaviren gehört, die Begriffe “Corona” und “Astra” vermutlich vor allem mit Biermarken in Verbindung gebracht. “Bild” fragt sich nun:

Grassierte Corona schon, als die Kanzlerin in Wuhan war?

Kurze Antwort: Es ist kompliziert. Manche Wissenschaftler sind der Ansicht, dass es schon deutlich früher Fälle von Corona-Infektionen gegeben haben könnte als allgemein bekannt. Eine italienische Studie, die nahelegt, das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 sei schon im September 2019 in Italien unterwegs gewesen, ist unter Wissenschaftlern umstritten. Peter Forster, der an einer phylogenetischen Analyse des Virus beteiligt gewesen ist, ist laut Deutsche Welle der Ansicht, dass es “zwischen Mitte September und Dezember 2019 zu einer erfolgreichen Ausbreitung beim Menschen gekommen sein muss”. Auch Forsters Untersuchung ist unter Wissenschaftlern umstritten.

Während die Wissenschafts-Community also noch diskutiert, sind sie sich bei “Bild” schon sicher: Im September 2019 habe sich “eine 61-jährige Frau in Wuhan” mit Corona infiziert – “nur 1500 Meter vom virologischen Institut entfernt”, schreibt die Redaktion.

Sie bezieht sich dabei auf einen Text aus dem britischen Boulevardblatt “Daily Mail”. Denn das berichtet von einem Interview der chinesischen Zeitschrift “Health Times” mit einem chinesischen Wissenschaftler, das kurz nach der Veröffentlichung von der staatlichen Zensur kassiert worden sein soll. Die “Daily Mail” erwähnt in ihrem Artikel drei mögliche Corona-Fälle, die in diesem Interview zur Sprache kommen sollen: zwei im November 2019, einer im September desselben Jahres. Zum Fall im September geht aus dem Text der “Daily Mail” allerdings weder das Geschlecht der betroffenen Person noch deren Wohnort oder Alter hervor.

Es scheint, als hätte die “Bild”-Redaktion den Text der “Daily Mail” schlicht nicht richtig gelesen: Darin ist durchaus die Rede von einer 61-jährigen Patientin, die angeblich in der Nähe eines Labors in Wuhan lebte. Dabei handelt es sich laut “Daily Mail” aber um einen der Fälle aus dem November 2019. Diese Patientin vermischt “Bild” einfach mit dem angeblichen Verdachtsfall aus dem September 2019. Inhaltlich also schon mal falsch, aber dafür laut “Bild” ganz sicher:

Am Wochenende enthüllte die britische Zeitung “Daily Mail”, dass sich bereits am 29. September eine 61-jährige Frau in Wuhan mit Corona infizierte. Nur 1500 Meter vom virologischen Institut entfernt.

Was bei “Bild” mit keinem Wort zu lesen ist: Die “Daily Mail” schreibt bei allen drei Fällen von “suspected cases”, Verdachtsfällen also, bei denen nicht gesichert ist, ob es sich tatsächlich um Corona-Fälle handelt. Besonders deutlich wird das beim angeblichen Fall aus dem September 2019, aus dem die “Bild”-Redaktion ihre Schlagzeile ableitet, und zu dem die “Daily Mail” den chinesischen Wissenschaftler mit der Aussage zitiert, dass die infizierte Person nicht getestet worden sei. Und: “The data has not been confirmed”. (Übrigens, kurzer Exkurs: Bild.de und auch bz-berlin.de betiteln weitere Texte zum “Daily-Mail”-Bericht mit: “China wusste schon seit September 2019 von Corona”. Nur gibt der “Daily-Mail”-Artikel eine derartige Schlussfolgerung gar nicht her – sondern sagt lediglich, dass ein Wissenschaftler nachträglich einen Verdachtsfall im September 2019 identifiziert haben soll.)

Und auch die “Daily Mail” lässt eine wichtige Aussage des chinesischen Wissenschaftlers weg. Das Blatt bezieht sich in seinem Artikel auf ein Mitglied der Recherchegruppe “Drastic”. Dieser Blogger sagt, er habe zumindest Teile des inzwischen zensierten Interviews der chinesischen Zeitschrift sichern können (Hinweis: Die Echtheit des Interviews beziehungsweise der Übersetzung durch das “Drastic”-Mitglied können wir nicht verifizieren). Darin auch eine nicht ganz unbedeutende Einordnung, die weder in der “Daily Mail” noch bei “Bild” zu lesen ist: “It may also be wrong data”, zitiert die chinesische Zeitschrift laut “Drastic” den Wissenschaftler, der damit die Daten der möglicherweise infizierten Person aus dem September 2019 meint.

Im “Bild”-Artikel kommt außerdem noch der renommierte Nano-Physiker Roland Wiesendanger (der sich allerdings bis zur Coronapandemie noch nie wissenschaftlich mit Viren befasst hat) zu Wort, der davon ausgeht, dass sich das Coronavirus schon im September 2019 in Wuhan verbreitet hat. “Bild” verweist auf eine Veröffentlichung Wiesendangers, die allerdings umstritten ist, weil sie, so der Vorwurf, nicht wissenschaftlichen Standards entspreche und beispielsweise keinen Peer-Review durchlaufen hat. Wiesendanger greift in seinem Paper die sogenannte Labortheorie auf, die davon ausgeht, das Coronavirus komme aus einem Labor in Wuhan. Das Dekanat der Uni Hamburg, an der auch der Physiker tätig ist, distanzierte sich von dem Papier und sprach sich dagegen aus, es überhaupt als “Studie” zu bezeichnen, sondern eher als “nichtwissenschaftlichen Aufsatz oder Meinungsäußerung”.

Das heißt nicht, dass die Labortheorie widerlegt wäre. Es gibt aber momentan eben keine handfesten Beweise dafür (und plausibel klingende Argumente dagegen). Um mehr Klarheit zu schaffen, hat US-Präsident Joe Biden unlängst die US-amerikanische Intelligence Community beauftragt zu untersuchen, ob das Virus aus einem Labor stammt. Die “Bild”-Redaktion ist sich hingegen schon jetzt ziemlich sicher:

Doch nun wurde bekannt: Corona wütete bereits lange VOR den offiziellen Meldungen in Wuhan.

Weil das Virus offenbar nicht – wie von Peking behauptet – plötzlich vom Tier auf den Menschen übersprang, sondern aus dem Labor kam.

Die US-Geheimdienste sind sich über den Ursprung des Virus hingegen nicht im Klaren, wie Joe Biden in einer Presseerklärung bekannt gab. Aber vielleicht ist die “Bild”-Redaktion der CIA ja auch einfach zwei Schritte voraus.

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