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Piraterie oder Fair Use?, Stille KI-Invasion, BR ändert “Klar”-Folge

1. Verlagshäuser reichen Urherberrechtsklage gegen Meta ein
(zeit.de)
Mehrere große Verlagshäuser hätten den Social-Media-Konzern Meta und dessen Chef Mark Zuckerberg in den USA verklagt. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe für das Training seines KI-Modells Llama Millionen urheberrechtlich geschützte Werke ohne Erlaubnis genutzt. Der Verlagsverband spreche von “Piraterie”, Meta weise die Vorwürfe zurück und argumentiere, ein solches Training könne unter Umständen als Fair Use gelten.

2. Berichterstattung über Trump und Epstein ausgezeichnet
(taz.de)
Bei der Verleihung der Pulitzer-Preise seien mehrere kritische Recherchen zu Donald Trump und dessen Umfeld ausgezeichnet worden. Geehrt worden seien unter anderem die “Washington Post”, die “New York Times” und die Nachrichtenagentur Reuters. Besonders hervorgehoben werde zudem Julie K. Brown vom “Miami Herald” für ihre Berichte über Jeffrey Epstein.

3. Bundestag muss Ernst machen
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) begrüßt den Gesetzentwurf der Grünen für ein Medienauskunftsgesetz auf Bundesebene. Ziel sei es, Journalistinnen und Journalisten eine klare und rechtssichere Grundlage zu geben, um Auskünfte von Bundesbehörden zu verlangen, ohne dafür ständig vor Gericht ziehen zu müssen. Der DJV hält diesen Schritt für überfällig und verweist darauf, dass frühere Bundesregierungen ein solches Gesetz zwar angekündigt, aber nie umgesetzt hätten.

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4. BR ändert “Klar”-Folge mit Julia Ruhs nach Kritik von Eltern
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der BR habe eine “Klar”-Folge mit Moderatorin Julia Ruhs nach Beschwerden von Eltern nachträglich verändert. Einige Szenen mit Schulkindern seien entfernt, andere verpixelt worden, weil Eltern ihre Zustimmung zurückgezogen hätten. Hintergrund sei Kritik an einer Passage über den Ramadan und Konflikte an einer Schule in Berlin-Neukölln. Mehrere Eltern und auch die Schulleitung würfen dem öffentlich-rechtlichen Sender vor, die Schule in einen populistischen Zusammenhang gestellt und das eigentliche Thema verzerrt zu haben. Der BR weise die Anschuldigung zurück und erkläre, der Fokus auf Fasten als Konfliktthema und religiöse Toleranz sei von Anfang an klar kommuniziert worden.
Weiterer Lesetipp: In der MDR-Medienkolumne “Altpapier” kommentiert Klaus Raab: “Man sieht: Die Logik von Reportage- und Magazinjournalisten kann mit der Erwartungshaltung und Wahrnehmung von Menschen kollidieren, die ihre Geschichten im Kontext erzählt wissen möchten. Und nicht unter einer mitgebrachten Überschrift.”

5. Die stille KI-Invasion im Journalismus
(medientage.de, Stephan Weichert)
Stephan Weichert warnt davor, Künstliche Intelligenz im Journalismus nur als harmloses Hilfsmittel zu betrachten. Er argumentiert, dass KI schleichend Aufgaben übernehme, die bisher mit journalistischem Urteilsvermögen, Verantwortung und Sorgfalt verbunden seien. Das eigentliche Problem sei die stille Verschiebung von Zuständigkeiten zur Maschine. Weicherts Fazit: “Die eigentliche Bedrohung durch KI ist also nicht, dass von Robotern ersetzt zu werden. Sie ist weitaus unspektakulärer, aber gerade deshalb riskanter. Der Journalismus schafft sich selbst ab. Nicht aus Bosheit, sondern eher aus Trägheit.”

6. Und dann kamen sie beim “Spiegel” auf diese eine Idee
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Boris Rosenkranz kritisiert in seiner Glosse, dass die “Spiegel”-Redaktion neuerdings auffällig oft Überschriften mit “Und dann …” verwende, um banalen oder wenig wichtigen Momenten künstlich Dramatik zu verleihen. Diese Headlines würden Dinge suggerieren, die der jeweilige Text oft gar nicht einlöse. Rosenkranz sieht darin eine besondere Form von Clickbait.

Scheues Reh, Deepfake-Software, Angriff von Rechtsextremen

1. Resonanz ist wie ein scheues Reh
(mdr.de, Ralf Heimann)
In seiner aktuellen Kolumne analysiert Ralf Heimann, warum eine achtjährige und extrem aufwendige “Correctiv”-Recherche zur systematischen Vertuschung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche (nur mit kostenloser Anmeldung lesbar) medial fast völlig verpufft sei. Obwohl das Medienhaus geheime Dokumente ausgewertet habe, die eine direkte Verstrickung des späteren Papstes Joseph Ratzinger belegen würden, sei die große gesellschaftliche Empörung ausgeblieben. Heimann erklärt dieses Phänomen mit einem fehlenden Überraschungseffekt sowie einer allgemeinen gesellschaftlichen Ermüdung beim Thema Kirchenmissbrauch. Außerdem sei die öffentliche Aufmerksamkeit von der parallel erschienenen “Spiegel”-Recherche zu digitaler Gewalt (nur mit Abo lesbar) aufgesogen worden.

2. Rechtsextreme schlagen erneut in Fretterode zu
(taz.de, David Muschenich)
Die “taz” berichtet über einen erneuten gewaltsamen Angriff auf Medienschaffende im thüringischen Fretterode. Vor dem Anwesen eines Neonazis seien zwei Journalisten von “Spiegel TV” durch Pfefferspray und Schläge verletzt worden. Als Tatverdächtige gälten der Neonazi selbst sowie einer seiner Söhne. Brisant sei der Vorfall vor allem auch deshalb, weil das TV-Team just an diesem Ort eine Dokumentation über eine nahezu identische, von einem weiteren Sohn des Rechtsextremisten verübte Attacke aus dem Jahr 2018 gedreht habe, die bis heute juristisch nicht abschließend geahndet worden sei.

3. EU-Parlament stimmt für Verbot von bestimmter Deepfake-Software
(spiegel.de)
Das EU-Parlament habe für ein striktes Verbot von KI-Software gestimmt, mit der sich ohne Einwilligung sexualisierte Deepfakes von Personen erstellen lassen. Während die deutsche Justizministerin Stefanie Hubig mit ihren aktuellen Vorstößen auf die Strafbarkeit der Anwender abziele, wolle die EU direkt die Verbreitung der zugrundeliegenden Technologie und entsprechender Apps unterbinden.
Weiterer Lesetipp: Niederländisches Gericht verbietet von Grok generierte Nacktbilder: “Es ist eines der ersten Urteile dieser Art: Die KI Grok darf ihre ‘Auszieh-Funktion’ in den Niederlanden nicht mehr anbieten. Bei Verstößen drohen hohe Strafen.” (spiegel.de)

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4. 95 Prozent von der KI
(woz.ch, Renato Beck)
Die “WOZ” berichtet über den drastischen Strukturwandel bei Schweizer Medienkonzernen wie Tamedia, die den publizistischen Kernprozess des Schreibens zunehmend an Künstliche Intelligenzen auslagern würden. Laut internen Vorgaben dürfe KI dort bis zu 95 Prozent eines Artikels verfassen, ohne dass dies für die Leserschaft transparent als KI-generiert gekennzeichnet werde. Gleichzeitig würden die Verlage versuchen, sich in einer Art Grauzone abzusichern, indem sie bereits die bloße Befehlseingabe, das sogenannte Prompten, als urheberrechtliche Eigenleistung deklarieren würden.

5. “Ohne Haltung wären wir keine Journalisten, sondern Maschinen”
(dwdl.de, Jan Freitag)
Georg Restle hat gestern seine letzte Ausgabe des WDR-Politmagazins “Monitor” moderiert, für das er mehrere Jahrzehnte tätig war, viele Jahre als Redaktionsleiter und Gesicht der Sendung. Nun beginne für Restle eine neue berufliche Phase, er wechsle als ARD-Korrespondent in die kenianische Hauptstadt Nairobi. Im Interview mit “DWDL” wehrt sich Restle gegen Gerüchte einer “Strafversetzung” und betont seinen langjährigen Wunsch, wieder dauerhaft aus dem Ausland zu berichten.

6. Alexander Kluge: Filmemacher und Autor ist tot
(zdfheute.de)
Wie der Suhrkamp Verlag mitgeteilt habe, sei der einflussreiche Filmemacher, Autor und Intellektuelle Alexander Kluge im Alter von 94 Jahren in München gestorben. Kluge gelte als einer der einflussreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films und habe sich als Schriftsteller sowie als Fernsehunternehmer einen Namen gemacht, unter anderem mit seiner Produktionsfirma dctp.

KW 07/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Social-Media-Verbot für Jugendliche?
(youtube.com, Markus Feldenkirchen, Video: 1:00:10 Stunden)
In der Diskussionsrunde des „Spiegel“, in der es um ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche geht, erkennen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Risiken wie Sucht, Cybermobbing und problematische Inhalte an, favorisieren jedoch unterschiedliche Lösungsansätze. So plädiert die ehemalige Schulleiterin Silke Müller für eine klare Altersgrenze und mehr analoge Kindheit. Sascha Lobo warnt, dass ein Verbot lediglich einen unkontrollierbaren Schwarzmarkt schaffe und fordert stattdessen kindgerechte Plattform-Versionen.
Weiterer Gucktipp: Wie Social Media, Gaming und Algorithmen Jugendliche verändern: “Prof. Dr. Ruth Wendt, Professorin an der LMU München und Expertin für digitale Lebenswelten, erklärt, warum Bildschirmzeit allein wenig aussagt, welche Rolle Algorithmen, soziale Vergleichsprozesse, Gaming und psychische Gesundheit spielen und was Eltern sowie Fachkräfte wirklich über riskante Nutzung, Resilienz und Medienkompetenz wissen müssen.” (youtube.com, Aktiv gegen Mediensucht e.V., Video: 1:01:26 Stunden)

2. Gefrustet, arm und angefeindet? – Ausstieg aus dem Journalismus
(ardaudiothek.de, Michael Meyer & Katrin Aue, Audio: 16:14 Minuten)
Michael Meyer und Katrin Aue sprechen bei „Medien – Cross und Quer“ mit der Medienwissenschaftlerin Jana Rick darüber, dass immer mehr Journalistinnen und Journalisten aufgrund von Arbeitsverdichtung, sinkenden Einkünften und Anfeindungen in Berufe wie PR oder Handwerk wechseln. Experten würden diesen „Ausstieg“ mit Sorge betrachten, da der Verlust qualifizierten Personals den wichtigen gesellschaftlichen Auftrag von Medien gefährde.

3. Epstein-Files: Wann wird aus Recherche Sensationslust?
(ardaudiothek.de, Linus Lüring, Audio: 23:14 Minuten)
Linus Lüring zieht bei „BR24 Medien“ gemeinsam mit der NDR-Investigativjournalistin Anna Klühspies eine Zwischenbilanz zur Veröffentlichung der Epstein-Files. Sie erörtern die journalistische Herausforderung, in Millionen, teils geschwärzten Dokumenten relevante Inhalte zu identifizieren. Außerdem sprechen sie über die Gefahr, dass in der Flut der Daten Kontext und Einordnung verloren gehen: “Irgendwann ist das auch eine Fülle an Informationen, wo man sich dann auch nicht mehr zurechtfindet oder sich auch ein bisschen abstumpft und sagt – ach ja, auch der Name und der Name. Und dann gehen da vielleicht Geschichten verloren, die tatsächlich wichtig sind oder mehr Substanz haben.”

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4. Kontroverser Fame – warum Canceln sich auszahlt
(youtube.com, Sashka, 18:12 Minuten)
YouTuberin Sashka kritisiert am Beispiel von Gil Ofarims Dschungelcamp-Teilnahme, dass dieser trotz seines Geständnisses vor Gericht nun im TV falsche Behauptungen über einen “Freispruch” verbreite und dafür statt Ausgrenzung sogar Sympathie und hohe Gagen erhalte. Das Prinzip des “Cancelns” scheitere heutzutage oft, da Medien und Algorithmen Empörung mit Reichweite belohnen würden. Skandale würden eher als Karrierebeschleuniger denn als Bestrafung wirken.

5. Medienmarken zwischen Bierzelt, Content-Flut und kleinen Lagerfeuern
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 50:00 Minuten)
Lukas Schöne und Diana Dotzauer (BR) stellen bei „This is Media Now“ fest, dass junge Menschen trotz hoher Social-Media-Nutzung den Plattformen kaum vertrauen und eine Rückkehr zu echten Begegnungen an traditionellen Orten suchen würden. Als Konsequenz verzichte der Bayerische Rundfunk auf Großevents wie das “Puls Open Air” und fokussiere sich stattdessen auf kleinere, regionale Formate. Dotzauer betont, dass authentische menschliche Persönlichkeiten und ein intensives Community-Management der Schlüssel für Glaubwürdigkeit und Markenbindung seien.

6. Darf TITANIC das? Satire zwischen Empörungskultur und Kreativchaos
(undercover-printisnotdead.podigee.io, Marc-Oliver Bender & Karsten Reißner, Audio: 1:03:21 Stunden)
Beim “Undercover”-Podcast ist Torsten Gaitzsch zu Gast, der aktuelle Chefredakteur des Satiremagazins „Titanic“. Gaitzsch erzählt von seinem Aufstieg vom Praktikanten bis in die Führungsspitze und schildert die internen Abläufe der Redaktion. Er erklärt den dreiwöchigen Produktionszyklus, die Hintergründe zum aktuellen Titelthema und spricht über die Bedeutung von Humor-Legenden wie Otto Waalkes oder Fips Asmussen. Außerdem geht es in dem Gespräch um legendäre „Titanic“-Aktionen wie den WM-Skandal 2006.

Weimer trennt sich vorläufig, Weg für ÖRR-Reform frei, Gruseliger Spiegel

1. Weimer trennt sich vorläufig von Verlagsanteilen
(tagesschau.de)
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer gebe seine Anteile an der Weimer Media Group (WMG) für die Dauer seiner Amtszeit treuhänderisch ab und verzichte auf Gewinnausschüttungen. Hintergrund sind Berichte über den von der WMG veranstalteten Ludwig-Erhard-Gipfel, bei dem zahlende Teilnehmer womöglich Einfluss auf politische Entscheidungsträger erhalten könnten, was Weimer zurückgewiesen habe. Die bayerische Staatsregierung prüfe zudem, ob die staatliche Förderung der Veranstaltung fortgesetzt werden soll.
Weiterer Lesetipp: Ehefrau von Weimer lehnt plötzlich Verfassungsorden ab: “In die Affäre um Kulturstaatsminister Wolfram Weimer kommt Bewegung. Nun tritt auch seine Co-Gesellschafterin, seine Ehefrau Christiane Goetz-Weimer, von einer bedeutenden Auszeichnung zurück.” (t-online.de, Daniel Mützel & Carsten Janz & Annika Leister)

2. Brandenburg macht Weg für Reform von ARD und ZDF frei
(dwdl.de, Alexander Krei)
Wie Alexander Krei bei “DWDL” berichtet, habe Brandenburg als letztes Bundesland dem Reformstaatsvertrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio zugestimmt. Die Reform, die zum 1. Dezember in Kraft treten soll, sehe die Einstellung mehrerer Spartensender, die Reduzierung der Hörfunkwellen, eine Beschränkung von öffentlich-rechtlichen Textangeboten im Internet und eine Deckelung der Sportrechtekosten vor. Zudem sollen die Anstalten stärker zusammenarbeiten, eine gemeinsame digitale Plattform aufbauen und Kooperationen mit privaten Anbietern eingehen.

3. Was plant die EU-Kommission bei KI und Datenschutz?
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz & Daniel Leisegang)
Ingo Dachwitz und Daniel Leisegang haben ein Erklärstück mit den wichtigsten Fragen und Antworten zum “Digitalen-Omnibus“-Gesetzespaket der EU-Kommission verfasst. Entlang zentraler Fragen (KI-Verordnung, DSGVO-Lockerungen, Cookies/Präferenzsignale, Gerätezugriffe, Betroffenenrechte) fassen sie die Positionen von Politik, Industrie und Zivilgesellschaft zusammen und erklären das weitere Gesetzgebungsverfahren.

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4. dju mahnt Polizei zu Zurückhaltung: Schutzbereich der Pressefreiheit gilt auch für Wohnungen und journalistische Kommunikationsmittel
(dju.verdi.de)
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in Verdi begrüßt den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zur Durchsuchung bei einem Mitarbeiter von Radio Dreyeckland als wichtige Klarstellung zum Schutzbereich der Rundfunk- und Pressefreiheit. Der Schutz gelte nicht nur für Redaktionsräume, sondern auch für Homeoffice und dienstlich genutzte Geräte wie Laptops und Handys, auf denen Recherchen und Quellenkontakte stattfinden. Staatsanwaltschaften und Polizei müssten dies zwingend berücksichtigen, um wichtige Grundsätze wie den Quellenschutz und das Redaktionsgeheimnis nicht zu gefährden.

5. Mit KI gegen Femizide?
(blaetter.de, Sonja Peteranderl)
Sonja Peteranderl zeigt, wie KI-gestützte Risikoanalysen und elektronische Fußfesseln Gewalt gegen Frauen früher erkennbar machen sollen, und veranschaulicht am Beispiel Spaniens sowohl Chancen als auch gravierende Fehlbewertungen. In Deutschland gebe es einen Flickenteppich aus uneinheitlichen Risikotools, Plänen für präventive Fußfesseln und dem neuen Gewalthilfegesetz. Nötig seien klare Standards, unabhängige Kontrollen und ein umfassender gesellschaftlicher Wandel.

6. Instagram, der gruselige Spiegel
(taz.de, Eva Fischer)
Eva Fischer beschreibt, wie der Instagram-Algorithmus ihren Alltag, ihre Interessen und sogar ihre Beziehungsphasen erstaunlich genau erkennt und damit oft mehr über sie zu wissen scheint als Freundinnen und Freunde. Sie sieht die Schattenseiten wie Dopaminsucht, Schlafmangel und Echokammern, empfindet die App aber trotzdem als “mein persönliches Guilty Pleasure”: “Ja, das ist gruselig. Aber es ist auch irgendwie schön.”

Mohammed-Zeichnung, Deepfakes und Erinnerungskultur, Neue Meta-Abos

1. Wegen Mohammed-Zeichnung verhaftet
(taz.de, Wolf Wittenfeld)
Das türkische Satiremagazin “Leman” habe kürzlich “eine völlig harmlose Zeichnung von Mohammed, der im Himmel auf Moses trifft”, veröffentlicht. Daraufhin hätten am Montagabend Islamisten die Redaktion angegriffen, schreibt Wolf Wittenfeld: “Videos zeigen, wie eine aufgehetzte Menge am Montagabend mitten im Istanbuler Ausgehbezirk Beyoğlu schreiend und Steine werfend gegen ein Haus anstürmten, in dem sich die Redaktion von Leman befindet. Die Polizei war präsent, griff aber nicht ein. Stattdessen stürmten andere Polizisten die Redaktion, nahmen den Zeichner und drei weitere Mitarbeiter von Leman fest und besetzten das Gebäude.” Der Chefredakteur von “Leman” sagt, dass es sich nicht um eine Karikatur des Propheten Mohammed handele, sondern um eine zur Versöhnung aufrufende Zeichnung. Das Bild sei absichtlich falsch interpretiert worden.

2. Kartellamt erlaubt Verkauf von SWMH-Regionalzeitungen im Südwesten
(tagesspiegel.de)
Das Bundeskartellamt habe trotz eigener Bedenken den Verkauf mehrerer Regionalzeitungen der Südwestdeutschen Medienholding an die Neue Pressegesellschaft genehmigt. Damit entstehe in Baden-Württemberg ein klar dominierender Verlag. Kritiker wie der Deutsche Journalisten-Verband würden vor einer weiteren Medienkonzentration und dem möglichen Abbau journalistischer Arbeitsplätze warnen.

3. Ein kleiner Klick für Dich, ein großer Klick für Mark Zuckerberg
(digitalpolitik.ghost.io, Markus Beckedahl & Michael Kolain)
“Für 100 Euro Instagram werbefrei und der ganze Scheiß bleibt trotzdem?” Meta zwinge Nutzerinnen und Nutzer von Instagram und Facebook in der EU aktuell, entweder ein kostenfreies, aber datenbasiertes personalisiertes Werbemodell oder ein werbefreies Abo für 7,99 Euro im Monat abzuschließen. Der vorgebliche Grund sei der Digital Markets Act, der mehr Datenschutz und Wahlfreiheit schaffen soll. In der Praxis werde dies jedoch durch undurchsichtige Einwilligungsabfragen (“Pay or Consent”) untergraben.

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4. Wieviel Deepfake verträgt Erinnerungskultur?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 28:29 Minuten)
Alexander Matzkeit spricht mit Deborah Schnabel, Direktorin der Bildungsstätte Anne Frank, über den Einsatz von sogenannten KI-Reenactments in Geschichtsformaten wie den “Deepfake Diaries” des ZDF. Das Gespräch kreist um die Fragen, wie solche Technologien sinnvoll gegen geschichtsrevisionistische Tendenzen eingesetzt werden können. Außerdem diskutieren die beiden darüber, wie Erinnerungskultur in einer vielfältigen Migrationsgesellschaft vermittelt werden kann.

5. ARD schützt ihre Inhalte vor KI
(verdi.de, Volker Nünning)
Die ARD habe beschlossen, KI-Anbietern wie OpenAI und Google zu verbieten, Inhalte ihrer Webseiten zum Training von KI-Systemen zu nutzen. Man habe deshalb einen technischen Nutzungsvorbehalt eingebaut. Ziel sei es, Regeln für die sachgemäße Nutzung öffentlich-rechtlicher Inhalte in KI-Anwendungen zu verhandeln. Kritiker würden jedoch warnen, dass dadurch die Auffindbarkeit der Inhalte leiden und der öffentlich-rechtliche Journalismus geschwächt werden könnte.

6. Was krabbelt da?
(npj.news)
Bei NPJ.news, der “zentralen Online-Plattform für Nonprofit-Journalismus im deutschsprachigen Raum”, werden regelmäßig innovative, gemeinwohlorientierte Journalismusprojekte vorgestellt. In der aktuellen Folge geht es um “Was krabbelt da?”, ein Projekt, das mit Kameratechnik und Künstlicher Intelligenz das Leben von Insekten dokumentiert und damit neue Erzählformen über Biodiversität schaffe. Ziel sei es, Aufmerksamkeit für das Insektensterben zu wecken und dessen Bedeutung für Klima und Ökosystem journalistisch greifbar zu machen.

Gaza, Kommt die Digitalabgabe?, Ohrfeigen für den Journalismus

1. Journalisten müssen vor Gericht gehört werden
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen setzt sich dafür ein, dass palästinensische Journalistinnen und Journalisten, die in Gaza Opfer israelischer Angriffe wurden, beim Internationalen Strafgerichtshof offiziell als Opfer und nicht nur als Zeugen gehört werden. Ziel sei es, den betroffenen Medienschaffenden zu Gerechtigkeit zu verhelfen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

2. Kulturstaatsminister will Internetriesen zur Kasse bitten
(spiegel.de)
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer plane eine Digitalabgabe, bei der große Internetplattformen wie Google und Meta künftig zehn Prozent ihrer in Deutschland erzielten Umsätze abführen sollen. Vorbild für das Vorhaben sei Österreich, wo eine ähnliche Abgabe bereits seit 2020 gelte und keine relevanten Preiserhöhungen für Endkunden verursacht habe.

3. “TikTok ist schuld, oder nicht?”
(blog.medientage.de, Bettina Pregel)
Der Blogger und Politikberater Martin Fuchs warnt im Gespräch mit Bettina Pregel davor, gesellschaftliche Probleme wie Radikalisierung und Einsamkeit allein TikTok zuzuschreiben. Fuchs betont, dass zur demokratischen Meinungsbildung eine umfassende Medienkompetenz aller Altersgruppen nötig sei, da viele Menschen Schwierigkeiten hätten, belastbare Quellen von unseriösen Informationen zu unterscheiden.

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4. SWMH-Mediengruppe will sich von Regionalzeitungen in Baden-Württemberg trennen
(swr.de)
Die Südwestdeutsche Medienholding, unter anderem mehrheitliche Eigentümerin der “Süddeutschen Zeitung”, beabsichtige, ihre Regionalzeitungen in Baden-Württemberg wie die “Stuttgarter Zeitung” und die “Stuttgarter Nachrichten” an die Neue Pressegesellschaft (unter anderem “Südwest Presse”) zu verkaufen. Die Übernahme stehe noch unter Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung, soll aber nach Genehmigung ein neues Zeitungshaus mit rund 700.000 Exemplaren Gesamtauflage schaffen. Arbeitnehmervertreter und die Gewerkschaft Verdi seien besorgt wegen möglicher Arbeitsplatzverluste und würden vor einer zunehmenden Medienkonzentration warnen.

5. SLAPP: Ohrfeigen für den kritischen Journalismus
(dfjv.de, Gunter Becker)
Gunter Becker beschreibt in seinem Beitrag, wie Journalistinnen und Journalisten durch sogenannte SLAPP-Klagen (strategische Klagen gegen öffentliche Beteiligung) eingeschüchtert und mundtot gemacht werden sollen, insbesondere wenn sie über brisante Themen wie Korruption oder gesundheitliche Risiken recherchieren. Anhand konkreter Fälle zeigt Becker, dass SLAPP-Klagen von Behörden, Unternehmen sowie Politikerinnen und Politikern genutzt werden, um kritische Berichterstattung durch juristischen und finanziellen Druck zu unterbinden.

6. Gleichstellungsbeauftragte im ÖRR stärken
(verdi.de, Claudia Krieg)
Das Verdi-Medienmagazin “M” hat mehrere Gleichstellungsbeauftragte von öffentlich-rechtlichen Sendern (SWR, NDR, BR) dazu befragt, ob sie ihre Arbeit als effektiv für mehr Geschlechtergerechtigkeit erleben. Die Antworten würden zeigen, dass die jeweiligen Maßnahmen der Sender unterschiedlich erfolgreich und vielfältig sind. Dazu gehören Maßnahmen wie spezielle Mentoringprogramme, die Teilnahme an Initiativen wie der “50:50-Challenge” und der Einsatz von Checklisten und Schulungen, um Diskriminierung zu verhindern und das Bewusstsein für Vielfalt zu stärken.

Diskussion um Diskussionsrunden, “Bürgerreporter”, Ganzes Buch

1. Angekündigte TV-Duelle sorgen für Unmut bei Parteien
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Für den anstehenden Bundestagswahlkampf planen die TV-Sender bereits die obligatorischen TV-Duelle mit den Spitzenkandidatinnen und -kandidaten. Doch die angedachten Diskussionsrunden sorgen schon jetzt für Diskussionen, wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet: “ARD und ZDF sowie RTL wollen in einem TV-Duell Olaf Scholz und Friedrich Merz gegeneinander antreten lassen. Kritik kommt nun von den Parteien, die zu diesem Schlagabtausch nicht eingeladen sind, vor allem die Grünen ärgern sich. Die AfD kündigt eine juristische Überprüfung an.”
Weiterer Lesetipp: Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) nimmt die vorgezogene Wahl zum Anlass, die politischen Parteien aufzufordern, die Themen Journalismus und Medien in ihre Wahlprogramme aufzunehmen. “Mit ihren Wahlprogrammen geben die Parteien die politischen Linien für den Fall einer Regierungsbeteiligung vor”, so der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster: “Deshalb ist es jetzt wichtig, klare Aussagen zu existenziellen Fragen des Journalismus zu treffen.” (djv.de, Hendrik Zörner)

2. Der falsche Kautabak
(taz.de, Martin Seng)
Martin Seng beschreibt in seinem “taz”-Artikel, wie Satire-Accounts bei X (ehemals Twitter) Politikerinnen und Politiker wie Karl Lauterbach parodieren und dabei mit Deepfake-Bildern arbeiten. Er berichtet von einem eigenen Moment der Täuschung durch den Satire-Account “Karl Kautabak” und betont, dass nicht jeder die Medienkompetenz hat, solche Fakes sofort zu erkennen. Seng warnt vor der wachsenden Gefahr von Falschinformationen in den Sozialen Medien und betont die Notwendigkeit, wachsam zu bleiben, da selbst kurze Momente der Verwirrung schwerwiegende Folgen haben können.

3. Medienunternehmen haftet für “Bürgerreporter”
(lto.de, Entela Hoti)
Das Landgericht Essen habe entschieden, dass Medienunternehmen für Inhalte von “Bürgerreportern” haften, wenn diese falsche Informationen verbreiten. Im konkreten Fall habe ein “Bürgerreporter” auf der Plattform “Lokalkompass” einen Kommunalpolitiker anlasslos verdächtigt, Beihilfe zu einem Kindesmissbrauch geleistet zu haben, und damit dessen Persönlichkeitsrecht verletzt. Da das Medienunternehmen die Inhalte ohne klare Abgrenzung zu professionellen Beiträgen veröffentlicht und sich die Inhalte durch Nutzungsrechte zu eigen gemacht habe, trage es die Verantwortung für die Berichterstattung.

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4. Kann Gen Z kein ganzes Buch mehr lesen?
(boersenblatt.net, Jaqueline Weigl)
“Zunehmend berichten Professor:innen, dass junge Studierende Probleme damit haben, ganze Bücher zu lesen, auch Forscher:innen befassen sich mit mit dem Phänomen. Welche Ursachen hat das unangenehme Gefühl beim Lesen eines kompletten Buchs – und welche Konsequenzen drohen?” Jaqueline Weigl ist diesen Fragen nachgegangen und hat nicht unbedingt positiv stimmende Antworten gefunden.

5. Ausgezeichnete Beiträge: Journalismuspreis von unten 2024 vergeben
(armutskonferenz.at)
In Wien wurde zum 15. Mal der Journalismuspreis “von unten” für “tiefgründige und respektvolle Armutsberichterstattung” verliehen. In der Kategorie Print wurde Max Miller (“Profil”) für seinen Beitrag über Energiearmut ausgezeichnet, in der Kategorie Radio & Podcast Iris Haschek und Golli Marboe für “Armut ist unsichtbar” (“mental health radio”). Weitere Preise gingen unter anderem an Johannes Greß (wienerzeitung.at) in der Kategorie Online und Čedomira Schlapper (“ORF Aktuell nach Eins”) in der Kategorie Fernsehen.

6. DAZN sendet versehentlich Scientology-Werbung
(spiegel.de)
Der Streaminganbieter DAZN habe während der Übertragung der Darts-Weltmeisterschaft versehentlich einen Werbespot der umstrittenen Organisation Scientology ausgestrahlt und damit gegen den Medienstaatsvertrag verstoßen. Laut DAZN sei der Vorfall auf die automatisierte Werbevermarktung durch einen globalen Dienstleister für unverkaufte Werbeplätze zurückzuführen. Der Streamingdienst habe ausdrücklich um Entschuldigung gebeten, sich von den Inhalten des gesendeten Spots distanziert und betont, Maßnahmen ergriffen zu haben, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.

KW 34/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Warum lieben Russlands Medien Sahra Wagenknecht?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 15:24 Minuten)
Bei “Holger ruft an” spricht Holger Klein mit der Journalistin Yelizaveta Landenberger über die Frage, warum Sahra Wagenknecht so häufig in russischen Staatsmedien zitiert wird. Landenberger erklärt, dass Wagenknechts kritische Haltung gegenüber der NATO und dem Westen gut zur russischen Propaganda passe, die gern dieses Narrativ unterstütze. Darüber hinaus besprechen Klein und Landenberger, inwiefern auch deutsche Medien zu Wagenknechts Popularität in Russland beitragen und ob es noch andere deutsche Politiker oder Politikerinnen gibt, die in russischen Medien positiv dargestellt werden.

2. Was war, was ist, was wird sein? Nachrichtenjournalismus im Wandel
(ardaudiothek.de, Thomas Bimesdörfer & Michael Meyer, Audio: 16:58 Minuten)
Thomas Bimesdörfer und Michael Meyer haben sich mit dem langjährigen Chefredakteur und Hauptmoderator von “RTL Aktuell”, Peter Kloeppel, über dessen lange Karriere und die Entwicklungen im aktuellen Journalismus unterhalten. Anlass ist Kloeppels Schritt in den Ruhestand nach über 40 Berufsjahren.

3. Deepfakes und KI-generierte Desinformation: Wie Faktenchecker Lügen entlarven
(br.de, BR24 Medien, Jonathan Schulenburg, Audio: 27:50 Minuten)
In der aktuellen Folge von “BR24 Medien” geht es um KI-generierte Desinformation und Deepfakes und die Frage, wie man ihnen auf die Schliche kommen kann. Als Experten dabei sind Max Gilbert vom “BR24 Faktenfuchs”, dem Faktencheck-Team des Bayerischen Rundfunks, Josef Holnburger vom gemeinnützigen Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS) und Aljoscha Burchardt vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz.

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4. Hass im Netz: Wenn Engagierte zur Zielscheibe werden
(mdr.de, Esther Stephan, Audio: 40:21 Minuten)
“Wie beeinflussen Online-Bedrohungen die Leben der Betroffenen und welche realen Konsequenzen hat die Hetze? Warum schicken Täter Hassbotschaften, und welche Verantwortung tragen soziale Plattformen?” Unter anderem über diese Fragen hat sich Knud Vetten mit Tätern und Opfern von Hass im Internet unterhalten. Entstanden ist daraus die Reportage “Engagierte Menschen als Zielscheibe” (Video: 30:37 Minuten). Über die Recherche dazu spricht nun Esther Stephan mit Knud Vetten im MDR-Podcast “Hinter der Recherche”.

5. Wirbel um “Übergangskoalition” und starke Gaming-Community
(wdr.de, Esther Stephan, Audio: 44:42 Minuten)
Im WDR5-Medienmagazin “Töne, Texte, Bilder” werden, wie gewohnt, mehrere Themen behandelt: Zunächst geht es um die politische Debatte rund um die “Übergangskoalition” und den Umgang der Medien damit. Anschließend wird ein Blick auf die Gamescom in Köln als Treffpunkt der Gaming-Community und die Förderung von Nachwuchs-Creatoren geworfen. Weitere Themen sind eine FPÖ-Kampagne gegen den öffentlich-rechtlichen ORF in Österreich, die Geschichte der TV-Serie “Die Fußbroichs” und eine “Medienschelte” über unnötige Themen in seriösen Medien.

6. “Wie schützen wir unsere Kinder in den sozialen Medien?”
(youtube.com, Ulf Schweckendiek, Audio: 1:29:12 Stunden)
Eine Veranstaltung der “Digitalen Woche Kiel” beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Social Media auf die Persönlichkeitsentwicklung und Sozialisation von Kindern und Jugendlichen. Nach einem Impulsvortrag der Schulleiterin und Digitalbotschafterin Silke Müller sprechen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion darüber, wie Plattformen wie TikTok sowohl unterhaltsame als auch potenziell schädliche Inhalte verbreiten und welche Folgen dies für die Psyche und die sozialen Beziehungen junger Menschen hat.

Die “Bunte” und das Werbematerial, Lindemann, Gnadenlose Hetzjagd

1. “Bunte” gibt Werbematerial als eigene Interviews aus
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier thematisiert die Praxis der Zeitschrift “Bunte”, Werbematerial als redaktionellen Inhalt auszugeben. Er kritisiert, dass ein vermeintliches Interview mit einer Gynäkologin und Influencerin über Diabetes und Wechseljahre in Wirklichkeit eine geschickt inszenierte Produktwerbung für ein Blutzuckermessgerät sei. Diese habe die Zeitschrift ohne entsprechende Werbe-Kennzeichnung veröffentlicht. Die “Bunte”-Redaktion habe bereits wiederholt vorgefertigte Interviews von Unternehmen als redaktionelle Beiträge veröffentlicht, ohne deutlich zu machen, dass es sich dabei um Werbung handelt.

2. K.O.-Tropfen-Ver­dacht gegen Lin­de­mann bleibt unzu­lässig
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Wie bei “Legal Tribune Online” zu lesen, habe das Oberlandesgericht Hamburg entschieden, dass die Verdachtsäußerung des “Spiegel”, Till Lindemann habe Frauen bei Rammstein-Konzerten K.-o.-Tropfen verabreicht, unzulässig sei. Es gebe jedoch weiterhin Diskussionen über den Einsatz von Alkohol, um Frauen sexuell verfügbar zu machen. Der Rechtsstreit werde voraussichtlich weitergehen, auch wenn einige Anklagepunkte nicht weiter verfolgt würden.
Zum Thema auch ein Gucktipp: Bei Youtube beschäftigt sich Rechtsanwalt Chan-jo Jun mit den jüngsten Entwicklungen in der Causa Lindemann: Lindemann hat vor Gericht keinen Ruf mehr zu verlieren und warum wir Mandanten schlechter behandeln (youtube.com, Video: 29:43 Minuten).

3. EU-Abgeordnete kritisieren ARD und ZDF wegen Talkshows
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie “DWDL” unter Berufung auf einen Artikel der “Süddeutschen Zeitung” berichtet, kritisieren Europaabgeordnete die geringe Präsenz von Europapolitikern in den Talkshows von ARD und ZDF. In einem parteiübergreifenden Brandbrief bemängeln sie, dass nach der Europawahl nur wenige EU-Parlamentarier in den Sendungen zu sehen gewesen seien. Das ZDF weise die Kritik zurück und betone, dass man regelmäßig über europäische Themen berichte, beispielsweise in der Sendung “heute in Europa”.

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4. “Brat” for President
(taz.de, Anastasia Zejneli)
Anastasia Zejneli hat auf Social-Media-Plattformen wie TikTok nachgeschaut, wie die wahrscheinliche Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris bei der Gen Z ankommt und hat einen gewissen “Hype um ihre Person” erkannt: “Als Po­li­ti­ke­r*in auf Social-Media-Trends aufspringen kann schnell peinlich oder zu gewollt wirken. Doch im Fall der ehemaligen US-Senatorin funktioniert es. Auch weil viele der Videos von jungen Use­r*in­nen selbst veröffentlicht werden und es kein reiner Kampagnentrick ist.”

5. Die Welt als Fälschung (1)
(oe1.orf.at, Sarah Kriesche, Audio: 24:47 Minuten)
Beim österreichischen Hörfunksender Ö1 geht es um “die Welt als Fälschung”: die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die Authentizität von Inhalten wie Bildern, Texten und Filmen und das Abschreiben aus fremden Quellen. Wie können Schulen und Universitäten auf die Bedrohung des originären Wortes reagieren? Und was hat es mit Plagiatsjägern auf sich? (Hinweis des “6-vor-9”-Kurators: Der Beitrag beginnt ab Minute 1:54).

6. Helene Fischer: Die gnadenlose Hetzjagd auf ihre Familie
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 9:32 Minuten)
Mats Schönauer wirft auf seinem Youtube-Kanal “Topfvollgold” regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen von Boulevardpresse, Youtubern und Social Media. Diesmal zeigt er, wie gnadenlos die Klatschpresse seit Jahren die Sängerin und Unterhaltungskünstlerin Helene Fischer und deren Lebensgefährten Thomas Seitel verfolgt.

KW 28/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Das wohl gefälschteste Interview Deutschlands
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 6:36 Minuten)
Mats Schönauer wirft auf seinem Youtube-Kanal “Topfvollgold” regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen von Boulevardpresse, Youtubern und Social Media. Diesmal hat er ein Interview mit einem angeblichen AfD-Fan unter die Lupe genommen, das in den Sozialen Medien bereits millionenfach gesehen wurde – und das nach seinen Recherchen offenbar gefälscht ist.

2. Wie können politische Talkshows besser werden?
(br.de, Linus Lüring, Audio: 28:37 Minuten)
Im Podcast von “BR24 Medien” geht es diese Woche um die Kritik an den Sommerinterviews von ARD und ZDF mit den AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel, in denen Unwahrheiten oft unwidersprochen blieben. Die Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl betont die Bedeutung solcher Formate für den politischen Diskurs, kritisiert aber den Fokus auf Emotionen und Aufgeregtheit. Der IT-Experte Rafael Bujotzek erklärt, wo Künstliche Intelligenz helfen könnte.

3. Ex-RTL-Chef und Bestseller-Autor Stephan Schäfer
(spotify.com, Philipp Westermeyer, Audio: 54:01 Minuten)
Stephan Schäfer, ehemaliger Co-Geschäftsführer von RTL Deutschland, spricht im “OMR”-Podcast mit Philipp Westermeyer über seinen überraschenden Karrierewechsel und seinen erfolgreichen Debütroman “25 letzte Sommer”. Nach dem Ende seiner Medienkarriere entschied sich Schäfer mit knapp 50 Jahren für einen neuen Weg und erreichte auf Anhieb Bestseller-Status.

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4. Schattenseiten des KI-Hypes – mit Dr. Michael Seemann
(auch-interessant.de, Ali Hackalife, Audio: 1:31:29 Stunden)
Ali Hackalife und Michael Seemann diskutieren über die “Schattenseiten des KI-Hypes”, darunter die Frage, ob ein neuer “KI-Winter” bevorsteht, die tatsächlichen Fähigkeiten und Grenzen der Künstlichen Intelligenz sowie die Gefahr durch Vaporware und Fakes, die Aufmerksamkeit erregen sollen. Sie sprechen auch über spezifische Anwendungen wie Apples KI, den Einfluss von Survivorship Bias und falschen Überzeugungen sowie die Auswirkungen auf große Ereignisse wie die US-Wahlen.

5. Mediale EM-Bilanz und Lehren aus der Ahrtal-Flut
(wdr.de, Sebastian Sonntag, Audio: 46:28 Minuten)
In dieser Folge des WDR5-Medienmagazins “Töne, Texte, Bilder” geht es um verschiedene Medienthemen, darunter die Berichterstattung und Paywalls während der Fußball-EM. Außerdem geht es um die mangelhafte Einbindung von Medien in die Krisenkommunikation bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal und um den Brand beim “Westfalen-Blatt” in Bielefeld.

6. Verliebt, verlobt, verscherbelt – Wenn die Beziehung zur Ware wird
(youtube.com, Sashka, Video: 18:47 Minuten)
Die Youtuberin Sashka thematisiert die zunehmende Vermarktung privater Beziehungen auf Social Media. So würden manche Paare intime Momente inszenieren, um Reichweite und finanzielle Vorteile zu erzielen. Sashka beleuchtet, wie diese öffentliche Darstellung Druck auf die Beziehung ausüben und zu einer Verzerrung der Realität führen kann.

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