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KW 34/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. AfD im Wahlkampf: Angriff auf ARD und ZDF
(ndr.de, Lea Eichhorn, Video: 21:56 Minuten)
Im Vorfeld der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt untersucht das NDR-Medienmagazin “Zapp”, gewissermaßen in eigener Sache, die Pläne der AfD, den Medienstaatsvertrag zu kündigen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf einen steuerfinanzierten “Grundfunk” zu reduzieren. NDR-Justiziar Michael Kühn fasst die Kündigungsdrohungen als verfassungswidrigen Angriff auf die freie Medienordnung zusammen. Das jetzige System habe seinen Grund: “Das sind die Lehren aus dem Dritten Reich”, so Kühn.

2. REICH – Das Geschäft mit dem Zweifel
(ardsounds.de, Patrick Stegemann, Audio: fünf Folgen, je zwischen 30 und 40 Minuten)
In dieser fünfteiligen investigativen Podcast-Reihe deckt ein Journalistenteam auf, wie einflussreiche Lobbyorganisationen, Denkfabriken und PR-Strategen gezielt wissenschaftliche Erkenntnisse relativieren. Das System sei historisch für die Tabak- und Alkoholindustrie entwickelt worden. Heute werde es vor allem von Öl- und Gaskonzernen für deren Desinformations- und Medienkampagnen genutzt.

3. Warum sind Sportlerinterviews immer so nichtssagend?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:11 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast unterhält sich Holger Klein mit Christian Spiller, dem Leiter des Sportressorts bei der “Zeit”. Es geht um Sinn und Zweck von Sportlerinterviews bei Großereignissen oder nach Spielen und Wettkämpfen: “Welche Interviews haben bei der Leichtathletik-EM für Aufsehen gesorgt? Wieso geben Fußballer meist so langweilige Antworten? Und wie könnte man das ändern?”

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4. DAS ist die dümmste ZDF-Talkshow des Jahres!
(youtube.com, Maurice Höfgen, Video: 1:08:59 Stunden)
Der Ökonom und Publizist Maurice Höfgen kritisiert die ZDF-Talkshow von Sarah Tacke und wirft sowohl der Redaktion als auch den Gästen gravierende ökonomische Fehlurteile sowie mangelhafte Faktenprüfung vor. Die Live-Zuschauerumfrage zur Arbeitszeit sei methodisch unbrauchbar, faktische Falschaussagen seien in der Runde unwidersprochen geblieben. Der anschließende redaktionelle Erklärungsversuch in den Sendungskommentaren habe das Problem nicht behoben.

5. Die dümmste Zeitschrift Deutschlands
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 19:45 Minuten)
Mats Schönauer zerlegt in seinem Video die Mechanismen der Regenbogenpresse am Beispiel der Zeitschrift “Meine Freizeit”. Er zeigt auf, wie Verlage mit reißerischen, oft nicht direkt justiziablen, aber vollkommen irreführenden Titelschlagzeilen hunderttausende Exemplare pro Jahr absetzen. Außerdem geht es um redaktionelle Schleichwerbung, ungekennzeichnete PR-Texte sowie absurde Ratgeber-Inhalte.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

6. Warum wir das Kino noch brauchen
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 26:47 Minuten)
Im Gespräch mit Gastgeber Christian Jakubetz erörtert Matthias Helwig, Kinobetreiber und Leiter des “Fünf Seen Filmfestivals”, warum es Millionen von Menschen immer noch regelmäßig ins Kino zieht. Es geht aber auch um die strukturellen Herausforderungen der Branche und den wachsenden Einfluss Künstlicher Intelligenz auf die Filmproduktion.

KW 31/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Berichten wir falsch über die Klimakrise?
(ardsounds.de, Sophie Morár, Audio: 27:16 Minuten)
In dieser Folge von “BR24 Medien” thematisiert Sophie Morár die abnehmende Präsenz der Klimakrise im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Hintergrund ist eine aktuelle Studie (PDF) der Initiative Klima° vor acht. Im Studio mit dabei: Lea Dohm, Psychologin und aktiv bei “Psychologists for Future”, Claudia Reiser, Klimajournalistin beim MDR und der ARD-Klimaredaktion, und Özden Terli, Meteorologe und Wettermoderator beim ZDF.

2. Berichterstattung über Waldbrände und Gema vs. Suno AI
(wdr.de, Steffi Orbach, Audio: 43:06 Minuten)
Die WDR5-Sendung “Töne, Texte, Bilder” deckt ein breites Spektrum aktueller Medienthemen ab: ARD-Korrespondent Michael Heussen schildert die Herausforderungen der Berichterstattung vor Ort aus den Waldbrandgebieten in Südwestfrankreich. Musikerin Ella Rohwer ordnet ein noch nicht rechtskräftiges Urteil zugunsten der GEMA gegen das KI-Musikunternehmen Suno AI ein. Außerdem geht es um die EU-Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte und den Einfluss von Künstlicher Intelligenz im israelischen Wahlkampf. Abgerundet wird die Ausgabe durch eine Glosse zum medialen Sommerloch von Philipp Anft.

3. Desinformation: Wie sie unseren Umgang mit Wissen ruiniert
(deutschlandfunknova.de, Romy Jaster, Audio: 53:53 Minuten)
In ihrem Vortrag an der Europa-Universität Viadrina warnt die Philosophin Romy Jaster von der Berliner Humboldt-Universität vor den strukturellen Folgen von Desinformation. Das Problem von “Fake News” beschränke sich nicht nur auf das Erzeugen konkreter Falschannahmen, sondern greife das Wissenssystem als Ganzes an. Durch Strategien wie das gezielte Überfluten des öffentlichen Raums mit Falschinformationen (“Flood the Zone with Shit”) werde die Aufmerksamkeit der Rezipienten überlastet und die Fähigkeit zur begründeten Urteilsbildung untergraben.

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4. Liquid Content: So verändert KI den Journalismus
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 33:41 Minuten)
Im Podcast “Satzzeichen” spricht Gastgeber Christian Jakubetz mit Sascha Devigne, Chefredakteur vom regionalen Fernsehsender Studio 47, über das Konzept des “Liquid Content”. Dabei würden gründlich recherchierte journalistische Inhalte nicht mehr starr für ein einzelnes Medium produziert, sondern dank moderner Künstlicher Intelligenz modular und flexibel für unterschiedlichste Zielgruppen und Plattformen aufbereitet: “Es geht um neue Arbeitsweisen, veränderte Berufsbilder und die Frage, wie journalistische Inhalte in einer fragmentierten Medienwelt möglichst viele Menschen erreichen können.”

5. Das goldene Zeitalter? Wie Communitys, Non-Profit-Redaktionen und TikTok den Journalismus prägen (mit Pauline Tillmann)
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 56:29 Minuten)
Bei “This is Media Now” diskutiert Lukas Schöne mit der Journalistin, Gründerin und Trainerin Pauline Tillmann über die Zukunftsfähigkeit und die Qualitätskriterien des modernen Journalismus. Tillmann vertritt die Auffassung, dass das “goldene Zeitalter des Journalismus” trotz des massiven wirtschaftlichen Drucks weiterhin bestehe. Sie plädiert für einen konstruktiven Journalismus, der Betroffene als handelnde Subjekte porträtiert, sowie für den gezielten Ausbau von Community-Formaten und die Nutzung von Plattformen wie TikTok im Lokaljournalismus.

6. Geheime TikTok-Deals enthüllt: Das dreckige Geschäft mit der Aufmerksamkeit
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 30:25 Minuten)
Mats Schönauer enthüllt mutmaßlich illegale Marketingpraktiken und Schleichwerbekampagnen, die sich gezielt an Jugendliche auf TikTok und anderen Plattformen richten: “Ich habe exklusiv Zugriff auf Dokumente bekommen, die zeigen, wie Unternehmen mit Schleichwerbung und Algorithmus-Manipulation die Plattformen und Communities täuschen.” Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

Straf­ver­fahren als Medie­ner­eignis, Günter Bannas, TikTok-Nonne

1. Wenn ein Straf­ver­fahren zum Medie­ner­eignis wird
(lto.de, Jakob Hoffmann)
In einer Analyse für “Legal Tribune Online” untersucht Jakob Hoffmann die Rolle der Presse im Strafprozess um Unternehmenserbin Christina Block. Live-Ticker, Podcasts und durchgestochene Prozessakten würden die Grenze zwischen Saal und Öffentlichkeit verschwimmen lassen. Hoffmann resümiert, dass Medien für Transparenz im Rechtsstaat unverzichtbar bleiben. Der Fall offenbare jedoch die verheerenden Folgen von Vorverurteilungen und gezielter Öffentlichkeitsarbeit der Prozessparteien.

2. FAZ-Journalist Günter Bannas gestorben
(medien.epd.de)
Günter Bannas, langjähriger Leiter der “FAZ”-Parlamentsredaktion und Politikberichterstatter, ist gestorben. Nach Angaben der “FAZ” habe Bannas in seiner journalistischen Laufbahn mehr als 10.000 Artikel verfasst.
Weitere Lesetipps: In seinem Nachruf schreibt “FAZ”-Herausgeber Berthold Kohler über Günter Bannas: Der Inbegriff der journalistischen Seriosität (faz.net). 2018 hat Bannas sich ein letztes Mal in der “FAZ” zu Wort gemeldet: “Unser Korrespondent hat vier Jahrzehnte lang die deutsche Politik verfolgt. Jetzt geht er in den Ruhestand. Und blickt zurück auf Szenen eines Journalistenlebens.” (faz.net) Etwa zur selben Zeit hat er in einem ausführlichen Interview mit der “taz” über Politikjournalismus gesprochen: “Ich kam mir wie ein Beichtvater vor” (taz.de, Jan Pfaff & Ulrich Schulte).

3. Von großen Umbrüchen und neuen Ideen
(journalist.de, Christoph Sterz)
Christoph Sterz beschreibt das schleichende Siechtum der klassischen Tageszeitung und den beschwerlichen Weg ins Internet. Wo Zeitungen verschwinden, würden lokale Nachrichtenwüsten drohen, in denen oft PR oder Parteipolitik die Informationslücke füllen. Rettung versprächen rein digitale Angebote. Damit solche Modelle überleben können, würden Experten jedoch neue Weichenstellungen fordern, von der Gemeinnützigkeit bis hin zu staatlicher Presseförderung.

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4. HR erzielt Überschuss von 52 Millionen Euro
(faz.net)
Der Hessische Rundfunk habe das Geschäftsjahr 2025 mit einem handelsrechtlichen Überschuss von 52 Millionen Euro abgeschlossen, wie aus dem Ende Juni genehmigten Jahresabschluss hervorgehe. Wie der öffentlich-rechtliche Sender betont, erhöhe dieser rechnerische Überschuss den tatsächlichen finanziellen Handlungsspielraum jedoch kaum. Das Ergebnis sei nämlich maßgeblich von versicherungsmathematischen Zinseffekten und Rücklagen für Pensionsverpflichtungen getrieben.

5. “Jesus wäre definitiv auf Insta”
(taz.de, Joel Schmidt)
In einem Gespräch mit der “taz” berichtet Schwester Josefine Schwitalla über den überraschenden Social-Media-Erfolg des Klosters der Ewigen Anbetung in Osnabrück. Auf dem TikTok-Kanal des Bistums beantworte sie gemeinsam mit Mitschwestern Fragen der Community zu Themen von Klostertraditionen bis zu gesellschaftlichen Streitfragen. Schwitalla betont, dass Transparenz und Einblicke in den Klosteralltag der Entmystifizierung dienen sollen, zieht jedoch klare Grenzen bei der eigenen Privatsphäre und Sexualität.

6. Das Geheimnis hinter der Bruce Willis Stimme – Eine Sync-Legende spricht
(youtube.com, Charles Rettinghaus, Video: 39:43 Minuten)
Beim Synchron-Podcast “Hollywoodgeflüster” hat Charles Rettinghaus einen Mann zu Gast, den man ausnahmsweise tatsächlich als Legende bezeichnen kann: Den Schauspieler Manfred Lehmann, der Bruce Willis, Gérard Depardieu, Dolph Lundgren und viele weitere Hollywood-Stars synchronisiert hat. “In dieser Folge erzählt der 79-jährige Westberliner von seiner Karriere als Schauspieler und Voice Actor, persönlichen Anekdoten aus Drehset und Studio, Begegnungen mit Klaus Kinski und anderen Legenden, seine Familie im Sync-Geschäft (Tochter Dascha, Schwiegersohn Dennis), und die Zukunft der Branche.”

Brief gegen ZDF-Entscheidung, KI-Zeitung, Kloppo-Soap im Stadion

1. “Wir halten die Absage für einen Fehler”
(netzpolitik.org, Erik Tuchtfeld)
In einem offenen Brief an ZDF-Intendant Norbert Himmler kritisieren mehrere Mitglieder des ZDF-Fernsehrats die Ausladung der Künstler Danger Dan und Igor Levit aus der 100. Ausgabe der Satire-Sendung “Die Anstalt”: “Wir befürchten, dass dies auch abschreckende Auswirkungen auf andere Formate haben kann. Auch aufgrund des konkreten Verfahrens und der Kurzfristigkeit der Absage entsteht zudem der öffentliche Eindruck, dass diese notwendige Debatte unterbunden werden soll. Wir halten die Absage daher für einen Fehler.”

2. Warum Kon­stantin Wecker kein “MeToo”-Fall sein soll
(lto.de, Max Kolter & Felix W. Zimmermann)
Das Landgericht Berlin habe der “Süddeutschen Zeitung” untersagt, weiter über jahrzehntelang zurückliegende sexuelle Kontakte des Liedermachers Konstantin Wecker zu damals 17-jährigen Frauen zu berichten. Der Artikel, der über Kontakte aus den Jahren 1990 bis 2015 berichte und ein Machtgefälle beschreibe, verletze Weckers Privatsphäre, so die Entscheidung des Gerichts. Es habe befunden, dass die Schilderungen vorrangig die Neugier der Leserschaft bedienen würden und keinen wesentlichen Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung böten. Die “Süddeutsche Zeitung” habe den Gerichtsentscheid als “Ausreißer-Urteil” bezeichnet und Berufung beim Kammergericht eingelegt.

3. US-Richterin stoppt Warner-Übernahme durch Paramount vorläufig
(spiegel.de)
Eine US-Bundesrichterin habe den geplanten, rund 111 Milliarden US-Dollar schweren Deal zwischen Paramount und Warner Bros. Discovery nach einer Klage von zwölf Bundesstaaten vorläufig gestoppt. Hinter Paramount stehe die Familie des Trump-Unterstützers Larry Ellison. Als Folge der Übernahme würden Kritiker eine marktbeherrschende Stellung bei Kinofilmen und die Schwächung der redaktionellen Unabhängigkeit des Nachrichtensenders CNN befürchten.

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4. “Künstliche Intelligenz ist wie ein Scharfschütze”
(taz.de, Ambros Waibel)
In einem Interview mit der “taz” verteidigt Claudio Cerasa, Chefredakteur der italienischen Tageszeitung “Il Foglio”, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Journalismus als Chance für mehr Kreativität. Das Blatt veröffentliche seit März 2025 regelmäßig KI-generierte Inhalte. Alle Artikel würden auf Cerasas eigenen Prompts basieren und redaktionell geprüft: “Der Artikel kann überarbeitet, durch einen anderen ersetzt oder korrigiert werden. Bei offensichtlichen Fehlern lassen wir diese jedoch stehen, um den Lesern die Möglichkeit zu geben, künstliche Intelligenz auch anhand ihrer Schwächen zu studieren.”

5. Für Nachhaltigkeit unverzichtbar
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) unterstützt die “Initiative 18”, die eine Erweiterung der UN-Nachhaltigkeitsziele fordere. Unabhängige Medien und Pressefreiheit sollen demnach als 18. Sustainable Development Goal (“Free, Safe & Sustainable Media”) festgeschrieben werden. Der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster betont, dass freier Journalismus eine unverzichtbare Grundlage für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und fundierte gesellschaftliche Debatten sei. Das geforderte Ziel umfasse unter anderem den Schutz von Journalistinnen und Journalisten vor Zensur und Gewalt, den Erhalt der Medienvielfalt sowie den Kampf gegen Desinformation.

6. Kloppo-Soap im Stadion: Der Deus ex Machina von Magenta
(dwdl.de, Alexander Krei)
Alexander Krei blickt auf die ungewöhnliche Rolle von Jürgen Klopp während der Fußball-WM zurück. Als Experte für MagentaTV habe dieser die Vorberichterstattung in eine Art Seifenoper verwandelt, in der er selbst als künftiger Bundestrainer im Mittelpunkt gestanden habe. Nachdem Klopp früh mit kritischen Äußerungen den damaligen Bundestrainer Julian Nagelsmann unter Druck gesetzt habe, sei er nach dem DFB-Aus im Sechzehntelfinale vollends als Retter ins Zentrum gerückt. Für die Telekom habe sich die Verpflichtung als Glücksgriff erwiesen, da man über die Verhandlungen zwischen dem DFB und Klopp aus erster Hand habe berichten können.

KW 29/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Berichten über Rechtsaußen: Wie covert man die AfD?
(youtube.com, Maria Exner, Video: 1:16:23 Stunden)
Im Interview mit Maria Exner von Publix berichtet “Spiegel”-Politikredakteurin Ann-Katrin Müller über ihren von massiven Sicherheitsmaßnahmen geprägten Alltag als AfD-Reporterin. Die extreme Rechte nutze kritische Journalistinnen und Journalisten gezielt als Feindbild und werfe sie der eigenen Anhängerschaft “zum Fraß vor”. Dass ihr dennoch regelmäßig exklusive Enthüllungen gelingen, liege an den brutalen internen Machtkämpfen der Partei: “Die hassen sich untereinander mehr als mich.” Müller kritisiert zudem die sprachliche Verharmlosung in den Leitmedien. Der Begriff “rechtspopulistisch” greife längst zu kurz, die AfD sei eine rechtsextreme Partei.
Weiterer Gucktipp: Melanie Amann – Müssen wir anders mit der AfD umgehen?: “Brauchen wir den klassischen Journalismus überhaupt noch, wenn Podcaster mit stundenlangen Höcke-Interviews ein Millionenpublikum erreichen? Melanie Amann, Chefredakteurin Digital der Funke Mediengruppe und langjährige ‘Spiegel’-Journalistin, stellt sich im Podcast ‘Zwischen den Zeilen’ bei Bettina Böttinger der existenziellen Krise ihrer Branche.” (youtube.com, Bettina Böttinger, Video: 1:11:58 Stunden)

2. Wen erreichen Newsfluencer und News Creator und warum?
(leibniz-hbi.de, Kristina Kobrow, Audio: 44:01 Minuten)
Laut der deutschen Teilstudie des Digital News Report 2026 des Reuters Institute (PDF) nutzen 13 Prozent der erwachsenen Internetuser in Deutschland Inhalte von sogenannten Newsfluencern oder News Creatoren. Bei den 18- bis 24-Jährigen seien es sogar 30 Prozent. Im Podcast “BredowCast” betonen Julia Behre und Sascha Hölig, dass diese Internet-Persönlichkeiten klassische Nachrichtenangebote nicht ersetzen, sondern vielmehr das Spektrum stark nachrichteninteressierter Menschen erweitern würden. Das Vertrauen in etablierte Medien leide durch die Nutzung nicht. Ausschlaggebend für den Erfolg von Newsfluencern seien andere Nutzungsmotive: Ihre Inhalte würden oft unterhaltsamer, verständlicher und leichter zugänglich wirken.

3. Entertainment und zu viele Experten: Die Medienbilanz der Fußball-WM
(ardsounds.de, Ingo Lierheimer, Audio: 27:16 Minuten)
Das Magazin “BR24 Medien” zieht eine kritische Medienbilanz der fünfwöchigen Fußball-Weltmeisterschaft. Trotz massiver politischer Zündstoffthemen abseits des Rasens hätten Medien das von FIFA-Chef Gianni Infantino forcierte Superlativ-Narrativ bereitwillig bedient. Statt investigativer Tiefe habe in der Berichterstattung die reine Event-Inszenierung dominiert. Kritisiert wird zudem eine regelrechte Inflation an Studio-Expertinnen und -Experten, die kaum Mehrwert böten, sowie ein zur Unterhaltung neigender Sportjournalismus, der sich zum PR-Verlängerungsarm der FIFA-Interessen mache.

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4. Lokal ist nicht egal! (mit Dennis Rink)
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 1:05:52 Stunden)
“Wer verstehen will, wie Demokratie funktioniert, muss nicht nach Berlin schauen. Oft reicht ein Blick vor die Haustür, in den Stadtrat, in die Ortsbeiräte um die Ecke. Genau dort entsteht Politik, die die Menschen im Alltag betrifft. Doch wer berichtet darüber? Wer schaut den Verantwortlichen auf die Finger? Und wer macht Themen sichtbar, die sonst kaum jemand bemerken würde?” Darüber sprechen die “Medienversteher” Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer mit Dennis Rink, dem Chefredakteur Rheinland-Pfalz VRM (“Allgemeine Zeitung” und “Wormser Zeitung”).

5. Wie gefährlich ist Social Media für Kinder, Herr Korte?
(youtube.com, Alexander Armbruster & Carsten Knop, Audio: 33:37 Miniten)
Im “FAZ”-Podcast “Digitalwirtschaft” fordert der Neurobiologe Martin Korte ein klares Alterslimit für Soziale Medien und unterstützt die Verbotspläne der EU. Bei Kindern unter zwölf Jahren zeige die Bildschirmzeit ausschließlich negative Effekte auf Sprachkompetenz und Gefühlsverarbeitung. Zudem sei das jugendliche Gehirn in der Pubertät durch den Umbau des Stirnlappens extrem anfällig für digitale Suchtreize. Plattformen wie TikTok oder Instagram würden ihre Produkte bewusst so designen, dass das Belohnungssystem getriggert werde. Korte plädiert neben einer strikten Alterszulassung für Software vor allem für die Vorbildfunktion der Eltern.

6. Hermine trifft Jesse Pinkman: Deutsche Stimmen im Talk
(youtube.com, Charles Rettinghaus, Video: 1:04:44 Stunden)
Im Podcast “Hollywoodgeflüster” von Charles Rettinghaus machen die Synchronsprecher Gabrielle Pietermann (deutsche Stimme von Emma Watson/Hermine, Selena Gomez, Emilia Clarke) und Marcel Collé (deutsche Stimme von Ashton Kutcher, Aaron Paul/Jesse Pinkman) Front gegen die umstrittenen KI-Klauseln von Streaming-Giganten wie Netflix. Collé stellt klar, dass es für ihn “keine angemessene Vergütung gibt, sich selbst abzuschaffen”, und lobt die aktuelle Haltung und den Zusammenhalt innerhalb der Sprechergemeinschaft, die das Unterschreiben dieser Verträge größtenteils verweigere. Neben der Branchenpolitik geht es in der Episode auch um die Anfänge der beiden im Studio sowie um skurrile Anekdoten um “Harry Potter” und “Two and a Half Men”.

Döpfner und eine Ansage?, “Das System Nius”, KI-Verordnung

1. Mathias Döpfner: Ärger um angebliche AfD-Ansage von ihm an Friedrich Merz
(spiegel.de)
Ein Podcast des “Redaktionsnetzwerk Deutschland” (“RND”) lege nahe, dass Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner Bundeskanzler Friedrich Merz in einem Vieraugengespräch zu einer Zusammenarbeit mit der AfD habe drängen wollen. Merz habe strikt abgelehnt, woraufhin Döpfner im Hinausgehen gesagt haben soll: “Das werden Sie noch bereuen.” In der ersten Folge von “Wenn Sie wüssten…” würden sich der Dokumentarfilmer Stephan Lamby und “RND”-Chefredakteurin Eva Quadbeck auf gut informierte Personen und weitere Indizien berufen. Springer weise die Darstellung als “glatte Lüge” zurück und spreche von einer gezielten Rufmordkampagne. Auch der Vizeregierungssprecher bezeichne das Ganze als “absurde Gerüchte”.

2. Das System Nius – hauptsache gegen “links” 
(belltower.news, Kira Ayyadi)
Kira Ayyadi argumentiert, dass sich die Kampagnen-Plattform “Nius” von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt trotz anhaltender Millionenverluste nicht an klassischen Medienkennzahlen messen lasse, sondern an politischem Einfluss. Hauptfinanzier Frank Gotthardt habe laut Branchenschätzungen bereits rund 50 Millionen Euro in das Projekt gesteckt. “Nius” produziere eine emotionalisierte Gegenöffentlichkeit gegen eine angeblich übermächtige “Kulturlinke” und richte sich gezielt an ein konservatives Publikum, das es zu einer härteren Linie dränge. Damit übernehme das Portal laut Ayyadi eine Scharnierfunktion, die die Grenze zwischen Union und AfD rhetorisch aufweiche.

3. Droht ein Verbot von Indymedia?
(taz.de, Christian Rath)
Die Innenministerkonferenz dränge in einem einstimmigen Beschluss von Ende Juni auf ein Verbot der linksradikalen Website de.indymedia.org. Dafür zuständig wäre Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Die seit 2001 bestehende Plattform habe keine Redaktion und werde vor allem von linksradikalen Gruppen genutzt. Der Verfassungsschutz stufe sie seit 2022 als gesichert linksextremistisch ein. Christian Rath kommentiert: “Eigentlich ist de.indymedia.org für die Sicherheitsbehörden aber vor allem praktisch. An einem Ort können sie alle relevanten linksradikalen Aktionen und Debatten beobachten. Dennoch ist ein Verbot nicht völlig ausgeschlossen.”

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4. Urteil zur SZ-Berichterstattung über Konstantin Wecker
(sueddeutsche.de, Meredith Haaf)
Wie die “Süddeutsche Zeitung” in eigener Sache berichtet, habe der Liedermacher Konstantin Wecker eine einstweilige Verfügung gegen das Blatt erwirkt, die den Beitrag “Weckers vergessene Frauen” betreffe. Die Redaktion habe den Text, in dem drei Frauen sexuelle Erfahrungen aus sehr jungem Alter mit dem Sänger schildern würden, vorübergehend depubliziert. Weckers Argumentation, er könne sich nicht erinnern und daher nicht Stellung nehmen, sei das Gericht nicht gefolgt, habe aber das öffentliche Informationsinteresse verneint. Die “SZ” habe Berufung beim Kammergericht eingelegt.

5. Was gilt für Deep­fakes & Co?
(lto.de, Kristina Schreiber)
Kristina Schreiber erläutert, dass ab dem 2. August die Transparenzpflichten des Artikels 50 der KI-Verordnung greifen sollen, deren Einhaltung sich oft mit bloßem Auge prüfen lasse, weshalb rasch mit Abmahnungen und empfindlichen Bußgeldern zu rechnen sei. Betreiber wie Agenturen oder Verlage müssten dann KI-generierte oder manipulierte Deepfakes klar kennzeichnen. Nach dem begleitenden Code of Practice reiche ein Hinweis in der Bildunterschrift nicht, das Label müsse unmittelbar in Bild oder Video eingebettet sein. Für erkennbar künstlerische, satirische oder fiktionale Werke gelte eine abgeschwächte Pflicht.

6. Rätselraten um verschwundenen WM-Song
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
Ein vollständig mit Künstlicher Intelligenz erzeugter, drastisch vulgärer Schlagersong der erfundenen Kunstfigur “Margot Huber” habe sich während der Fußball-WM der Männer zur inoffiziellen Hymne entwickelt und Millionen Aufrufe gesammelt. Nun sei er plötzlich von allen Plattformen verschwunden. Der Text besinge Nationalspieler wie Nick Woltemade in einem sexuellen Kontext. Der DFB zeige sich schockiert, sehe darin keine zulässige Satire und halte sich rechtliche Schritte offen. Medienrechtsanwalt Christian Solmecke halte den Text für wahrscheinlich justiziabel und betone, dass stets der Mensch hafte, der das Werk veröffentlicht.

7. Dieter Nuhr und die Meinungsfreiheit
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:34 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: In einer seiner vergangenen Sendungen von “Nuhr im Ersten” habe Dieter Nuhr in seinem Stand-up in einer Art über Frauenmorde gesprochen, die viele als geschmacklos empfanden, als Verhöhnung der Opfer. Besonders in den Sozialen Medien hagelte es Kritik. Die österreichische Zeitung “Der Standard” kritisierte Nuhr dafür, Witze über Femizide zu machen. Daraufhin verlangte Nuhrs Produktionsfirma, den Kommentar des “Standard” zu löschen. Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator den Fall.

“Nuhr gedroht”, Reiche unter KI-Verdacht, Kanzleramt bedauert

1. Nuhr gedroht
(taz.de, Florian Bayer)
Der Kabarettist Dieter Nuhr habe der österreichischen Zeitung “Der Standard” mit einer Klage gedroht, nachdem diese seinen Witz über Frauenmorde in “Nuhr im Ersten” kritisiert hatte, und Löschung des Kommentars verlangt. Auf Nachfrage der “taz” habe Nuhrs Produktionsfirma dann aber erklärt, man gehe “weder anwaltlich noch gerichtlich” gegen das Blatt vor. Florian Bayer ordnet den Fall in eine Häufung von Einschüchterungsklagen gegen österreichische Redaktionen ein. Im Fall Nuhr habe gerade die Klagedrohung die Geschichte erst groß gemacht, ganz im Sinne des Streisand-Effekts.

2. Wenn Jour­na­lismus zu Liti­ga­tion-PR wird
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Bei “Legal Tribune Online” wirft Felix W. Zimmermann dem “Spiegel” vor, seine Teilniederlage im Fall Christian Ulmen vor dem Oberlandesgericht Hamburg im eigenen Prozessbericht kleinzureden: “Der Spiegel hat in einem zentralen Punkt der Verknüpfung eines Deepfake-Verdachts mit dem Fall Ulmen eine Niederlage erlitten, die die gesamte Artikelarchitektur in Schieflage bringt. Niemand muss vom Spiegel verlangen, all diese Überlegungen gegen sich selbst episch auszubreiten. Erwarten durfte man aber eine Berichterstattung in eigener Sache, die keinen Angriff suggeriert, der nie stattgefunden hat; den wichtigsten Entscheidungsgrund nicht verschweigt und auch sprachlich journalistische Distanz wahrt.”

3. RT DE scheitert vor Gericht mit Klage gegen Sendeverbot
(dwdl.de, Alexander Krei)
Das Verwaltungsgericht Berlin habe die Klage der RT DE Productions GmbH gegen das 2022 verhängte Sendeverbot abgewiesen und das Vorgehen der Medienanstalt Berlin-Brandenburg bestätigt. Die Behörde habe dem Unternehmen untersagt, das Programm ohne die erforderliche Rundfunkzulassung in Deutschland zu veranstalten. Das Unternehmen habe argumentiert, lediglich einzelne Sendungen für die russische Muttergesellschaft TV Novosti zugeliefert zu haben. Dem sei das Gericht jedoch nicht gefolgt.

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4. Bericht: Zwei Gastbeiträge von Ministerin Reiche unter KI-Verdacht
(n-tv.de)
Der “Spiegel” äußere den Verdacht, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche habe mehrere Gastbeiträge in großen Zeitungen mithilfe von Künstlicher Intelligenz verfasst. Betroffen seien zwei am 10. April erschienene Texte. Bei einem Beitrag im “Handelsblatt” sei rund das erste Drittel mit hoher Wahrscheinlichkeit vollständig von einer KI formuliert, ein Beitrag in der “FAZ” stamme zu etwa 70 Prozent von einer KI. Das Wirtschaftsministerium habe ausweichend reagiert und erklärt, Künstliche Intelligenz sei in der Politik ein alltägliches Werkzeug. Für das “Redaktionsnetzwerk Deutschland” hatte Felix Huesmann bereits am 18. Juni auf das Thema aufmerksam gemacht (nur mit Abo lesbar).

5. Wie die NZZ versuchte mich und mein Buch Staatsräsonfunk zu diskreditieren
(youtube.com, Fabian Goldmann, Video: 6:31 Minuten)
Der Journalist Fabian Goldmann kündigt an, juristisch gegen einen “NZZ”-Beitrag über sich und sein Buch “Staatsräsonfunk – deutsche Medien und der Genozid in Gaza” vorzugehen. Der Text enthalte aus Goldmanns Sicht über 30 Falschbehauptungen, etwa ein sinnentstellend abgeschnittenes Zitat sowie erfundene Angaben über sein Privatleben. In seinem Blog hat er alle 30 Textstellen des von ihm kritisierten “NZZ”-Artikels aufgegriffen und kommentiert.

6. “Falscher Tweet, falscher Zeitpunkt, falscher Knopf”: Kanzleramt bedauert Merz-Posting zum WM-Aus
(tagesspiegel.de, Christopher Ziedler)
Ein Posting von Bundeskanzler Friedrich Merz auf X/Twitter, in dem er den deutschen Nationalspielern nach dem Aus bei der Fußball-WM für deren Einsatz dankte und sich “stolz” zeigte, habe angesichts der enttäuschenden Leistung der Mannschaft Spott bis in die eigene Partei ausgelöst. Aus dem Kanzleramt heiße es nun, der erste Tweet sei ein Versehen gewesen: “Falscher Tweet, falscher Zeitpunkt, falscher Knopf”. Im Bundespresseamt seien mehrere Varianten vorbereitet und in der Nacht die falsche veröffentlicht worden.

In Sachen Mario Voigt, Wie die Fifa Geld macht, Weimers Eigentlichkeit

1. In Sachen Mario Voigt
(faz.net)
Die “FAZ” reagiert auf eine Recherche von “FragDenStaat”, laut der der Gastbeitrag des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) von Mitte August 2025 mit Künstlicher Intelligenz generiert worden sei, und depubliziert den Artikel: “Wir veröffentlichen heute und auch künftig keine Originalbeiträge mit von KI generiertem Text. Es sei denn, die Tatsache, dass der Text von KI generiert wurde, ist der eigentliche Sinn des Beitrags.”

2. Wie die Fifa Geld macht
(taz.de, Yannik Achternbosch)
Bei der heute beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft laufen nur 60 der 104 Spiele bei ARD und ZDF. Die restlichen 44 Partien seien exklusiv bei MagentaTV zu sehen. Yannik Achternbosch ordnet diese Situation als Teil des Geschäftsmodells der Fifa ein: Fernsehrechte, Sponsoring und Tickets würden dem Verband im Vierjahreszyklus Milliarden US-Dollar einbringen. Sportökonom Christoph Breuer warne, dass die Ausweitung auf immer mehr Teams und Spiele das Produkt WM auch entwerten könne. Im Kern gehe es nicht nur um Fußball, sondern um Macht: Je mehr Geld die Fifa, auch durch die TV-Gelder, einnehme und an Mitgliedsverbände verteile, desto stabiler bleibe die Machtbasis von Präsident Gianni Infantino.

3. Wolfram Weimer baut der Eigentlichkeit ein Gehäuse
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier seziert die Rhetorik von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen Weimers Lieblingsbegriffe “Eigentlichkeit” und “Gehäuse”, die er seit Jahren in Kolumnen, Reden und Interviews verwende, oft ohne dass klar werde, was genau damit gemeint ist. Niggemeiers Fazit: “Wolfram Weimer ist ein Großproduzent heißer, nach Intellektualität riechender Luft, und die Eigentlichkeit seines Gehäuses ist ein Gebläse.”

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4. Hauptpreis des Zentralrats der Juden: Nuhr betrüblich
(campact.de, Matthias Meisner)
Matthias Meisner kritisiert die Verleihung des Leo-Baeck-Preises des Zentralrats der Juden an Dieter Nuhr. Der Preis gilt als höchste Auszeichnung des Zentralrats und soll Persönlichkeiten ehren, die sich besonders für jüdisches Leben einsetzen. Meisner stellt infrage, ob Nuhr dafür geeignet ist. Zwar positioniere er sich deutlich gegen Antisemitismus, zugleich bediene er nach Ansicht vieler Kritiker rassistische, anti-woke und antiliberale Ressentiments.

5. Der Pudding wird uns auf die Füße fallen
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Beim Blick auf die politische Debatte über verpflichtende Alterskontrollen im Internet sieht Sebastian Meineck gleich mehrere Probleme: Ausweis-Apps würden Menschen ohne passende Dokumente oder Geräte ausschließen, robuste Kontrollen die Privatsphäre gefährden und Sperren sich über VPN oder Tor umgehen lassen. Statt einer scheinbar perfekten Altersverifikation fordert Meineck eine ehrlichere Debatte über die Zielkonflikte. Strenge Alterskontrollen könnten sonst zum Grundstein eines digitalen Kontrollapparats werden.

6. Bildmarkt ächtzt unter KI-Entwicklung
(verdi.de, Susanne Stracke-Neumann)
Susanne Stracke-Neumann fasst die Ergebnisse der Umfrage “Image Market – Business Trends” (PDF) der Hochschule Hannover zusammen und zeigt, wie stark der Bildmarkt durch Künstliche Intelligenz unter Druck gerät. Auf Auftraggeberseite steige die Nachfrage nach derartigen Bildern. Als Gründe nennten Käufer die kreativen Möglichkeiten, vor allem aber Kosteneinsparungen. Die Studie zeige zudem stagnierende Honorare, einen Gender-Pay-Gap und große Skepsis gegenüber KI-Training: Über 90 Prozent der Kreativen würden es ablehnen, ihr Material dafür zur Verfügung zu stellen.

Face­book löscht zu langsam, Prebunking, “Goldener Spatz”

1. Soziale Medien: Nutzen und Risiken aus Sicht von Jugendlichen und Erwachsenen
(bpb.de)
Die Bundeszentrale für politische Bildung hat Daten des ifo-Bildungsbarometers 2025 zur Social-Media-Nutzung von Jugendlichen ausgewertet. Befragt wurden Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren sowie Erwachsene. Beide Gruppen sähen Soziale Medien überwiegend kritisch, Jugendliche aber etwas positiver als Erwachsene. Social Media gelte für viele als Risiko, sei für junge Menschen aber zugleich ein wichtiger Informations-, Sozial- und Identitätsraum.

2. Face­book löscht zu langsam
(lto.de)
Das Landgericht Frankfurt habe ein Ordnungsgeld in Höhe von 100.000 Euro gegen den Social-Media-Konzern Meta verhängt, da Facebook gerichtliche Löschanordnungen zu langsam umgesetzt habe. Hintergrund seien falsche Vorwürfe gegen einen Soldaten im Gazastreifen, der auf Facebook mit Klarnamen und Foto als Kriegsverbrecher bezeichnet worden sei. Obwohl Meta die Verbreitung untersagt wurde, seien die Beiträge noch lange Zeit online geblieben. Die Entscheidung sei noch nicht rechtskräftig.

3. Vor Desinformation schützen
(verdi.de)
Die Initiative “Prebunking Elections” von dpa, dem Verein Medienebene sowie der Günter-Holland-Journalistenschule wolle Desinformation zu Landtagswahlen nicht erst nachträglich widerlegen, sondern Menschen frühzeitig gegen typische Muster und Narrative von Falschbehauptungen sensibilisieren. Im Mittelpunkt stünden niedrigschwellige Kurzvideos für Social Media, etwa zur Erkennung von KI-generierten Bildern und Videos. Ergänzt werde die Kampagne durch lokale Formate. Dort könnten junge Menschen mit Journalistinnen und Journalisten über Desinformation und Faktenchecks sprechen.

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4. “Nius” wehrt sich juristisch gegen Werbestopp der BVG
(turi2.de, Björn Czieslik)
Wie “turi2” unter Berufung auf die “FAZ” (nur mit Abo lesbar) berichtet, gehe das rechtspopulistische Portal “Nius” juristisch gegen die Berliner Verkehrsbetriebe und die Werbefirma Wall vor. Hintergrund sei der Werbestopp für eine “Nius”-Kampagne, der nach einem Social-Media-Beitrag von Chefredakteur Julian Reichelt veranlasst worden sei. Der “Nius”-Anwalt habe darauf verwiesen, dass der Beitrag satirisch gemeint sei und unter die Meinungsfreiheit falle.

5. Zwischen FIFA, Politik und Fans: Wie Medien über die WM berichten
(ardsounds.de, Sophie Morár, Audio: 27:06 Minuten)
“Wie entsteht eigentlich das Bild, das wir von dieser Fußball-WM haben? Und lässt sich Sportberichterstattung von Politik trennen?” Darüber spricht Sophie Morár bei “BR24 Medien” mit ARD‑Reporter Holger Dahl, ARD‑Programmchef Thomas Wehrle und dem Sportpublizisten Marcus Bölz.

6. Die Welt für Kinder etwas fairer machen
(tagesschau.de, Lars Meyer)
Lars Meyer stellt das Kinder-Medien-Festival “Goldener Spatz” als zentrale Plattform für deutschsprachige Kindermedien vor. Das Festival, 1979 in der DDR gegründet, verbinde Filmprogramm, Branchenangebote und Medienpädagogik. Besonders sei, dass die wichtigsten Preise nicht von Erwachsenen, sondern von einer Kinderjury vergeben werden. Inhaltlich stehe diesmal die Frage im Zentrum, wie Kinder stärker an Gesellschaft teilhaben können.

Aus für Cosmo, Probleme des Einzelfalls, Hochkant-Hype

1. Die ARD macht schon jetzt die Medienpolitik der AfD
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Bei netzpolitik.org kommentiert Markus Reuter das Aus für den WDR-Radiosender Cosmo: “Die Abschaffung des mehrsprachigen Cosmo Radio ist eine demokratische Bankrotterklärung. Wir erleben hier eine öffentlich-rechtliche Medienpolitik, die schon heute vor den Rechtsradikalen kuscht und die braune politische Agenda in vorauseilendem Gehorsam umsetzt.”
Weiterer Lesetipp: In einer Stellungnahme (PDF) wenden sich die “Neuen deutschen Medienmacher:innen” an Rundfunkräte und Politik: “Stoppen Sie diesen Kahlschlag! Wiederholen Sie nicht den historischen Fehler von 2008, als der rbb mit dem Aus von Radiomultikulti eine tragende Säule der Vielfalt opferte. Sparzwänge rechtfertigen kein Demokratiedefizit.”

2. ver.di ruft beim WDR zum Warnstreik au
(verdi.de)
Verdi kündigt einen Warnstreik beim WDR vor der fünften Tarifrunde am 9. Juni an. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Arbeitgeberseite bislang kein ausreichendes Angebot vorgelegt habe. Verdi fordert 7 Prozent mehr Gehalt, Sonderzahlungen und Honorare, für Festangestellte mindestens 300 Euro monatlich, außerdem 200 Euro mehr Ausbildungsvergütung bei zwölf Monaten Laufzeit. Mit einem “Streikfrühstück” und einer Kundgebung in Köln wolle man den Druck auf den öffentlich-rechtlichen Sender vor der nächsten Verhandlungsrunde erhöhen.

3. Wenn Beispiele die Berichterstattung verzerren
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 28:03 Minuten)
Im Deutschlandfunk-Podcast “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, wie Beispiele die Berichterstattung prägen, aber auch verzerren können. Über strukturelle Missstände werde oft anhand einzelner Geschichten berichtet. Das könne Probleme anschaulich machen, aber auch den Blick aufs Ganze verengen. Wo Einzelfälle im Journalismus helfen und wo sie in die Irre führen – darüber diskutieren Anna Mayr (“Zeit”) und Martin Schmidt (RTL) mit Deutschlandfunk-Moderator Stephan Beuting.

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4. Die Zeit von Social Media ist vorbei
(flurfunk-dresden.de, Peter Stawowy)
Peter Stawowy argumentiert, dass die große Zeit von Social Media vorbei sei, vor allem für öffentliche Verwaltungen und demokratische Institutionen. Verwaltungen sollten prüfen, ob Aufwand, Reichweite und demokratischer Nutzen noch zusammenpassen. Die zentrale Frage sei: Dienen Soziale Netzwerke noch verlässlicher öffentlicher Kommunikation? Oder beschädigen sie inzwischen genau das Vertrauen, das Institutionen herstellen sollen?

5. “Mechanik kaum verstanden”: Die Produzenten und der Hochkant-Hype
(dwdl.de, Torsten Zarges)
Torsten Zarges beschreibt, wie die deutsche Produktionsbranche auf den Vertical-Drama-Trend reagiert. China und die USA hätten bereits Plattformen und Monetarisierung aufgebaut, in Deutschland fehle bislang eine dominante App oder eine lokale Infrastruktur. Die Branche diskutiere das Phänomen Vertical Drama zudem oft noch als Content-Trend, obwohl es eigentlich um Plattformlogik, Distribution und Themen wie das Vertical Storytelling gehe.

6. Wie politisch sollte die WM-Berichterstattung sein?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:49 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit Sportjournalist Ronny Blaschke über die Berichterstattung zur anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft: “Wie finden Medien die richtige Balance zwischen klassischen Spielberichten und politischen Recherchen zu dem Großereignis? Begegnen sich Sport- und Politikjournalisten in den Redaktionen auf Augenhöhe? Und welchen Gefahren sind Journalisten weltweit ausgesetzt, die zu problematischen Verflechtungen im Sport recherchieren?”

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