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Leistungsschutzrecht, SEO, DJV

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Digital kastriert”
(lawblog.de, Udo Vetter)
Der (der “Süddeutschen Zeitung” vorliegende!) Referentenentwurf zum Leistungsschutzrecht für Presseverlage (PDF-Datei) bestätigt für Udo Vetter die schlimmsten Befürchtungen: “Das Papier ist ein Konjunkturprogramm für Rechtsanwälte. Gleichzeitig ist es ein Kniefall vor der Verlegerlobby. (…) Fast überflüssig zu erwähnen, dass das Leistungsschutzrecht die neue Meinungsfreiheit bedroht.” Gegenteilig sieht das natürlich der prominenteste Verfechter dieses Verlegerrechts, Christoph Keese von Axel Springer, im Beitrag “Vier Gründe, warum Blogger das Leistungsschutzrecht nicht fürchten sollten”. Siehe dazu auch “Von Pressetexten sollten künftig besser alle die Finger lassen” (zeit.de, Kai Biermann).

2. “Ich breche eine Lanze für dieses Leistungsschutzrecht”
(ralfschwartz.typepad.com)
“Der deutschen Blogosphäre kann nichts Besseres passieren als das neue Leistungsschutzrecht. Hut ab vor den Verlagen und der Politik, die uns endlich zwingen, wenn wir es schon nicht freiwillig tun, innovativ, relevant, distinktiv und einzigartig zu werden.”

3. “Weit weit oben”
(journalist.de, K. Antonia Schäfer)
Wie viele Presseverlage mit hohem Aufwand und Tricks wie Republishing Suchmaschinenoptimierung betreiben, um noch mehr Besucher von Websites wie Google News erhalten. “Werden Journalisten beim Thema SEO an sich schon wortkarg, schließen sie, wenn die Rede aufs Republishing kommt, komplett die Schotten. Denn wer vorgibt, einen neuen Artikel vorweisen und ins Netz stellen zu können, tatsächlich aber nur altes Zeug aufwärmt, kann sich kritischen Fragen nach der Qualität nicht entziehen.”

4. “Oli Kahn, kein Twitter-Titan”
(stern.de, Christoph Fröhlich)
Im ZDF versucht man, zu twittern: “Jeannine Michaelsen erklärte das Prinzip Twitter so: ‘Wir folgen Harald Schmidt. Und deswegen kann Harald Schmidt jetzt auch lesen, was wir schreiben.’ Das ist doppelt falsch: Erstens können Leute, denen man folgt, die eigenen Postings nicht lesen. Und was noch viel peinlicher ist: Hinter dem angeblichen Harald Schmidt steckt nicht der ehemalige Sat1-Comedian, sondern der Internet-Showmaster Rob Vegas.” Siehe dazu auch “Der Twitter-Vorfall im ZDF deckt viel mehr auf als eine Accounteinrichtung” (kaithrun.de) und “Oli Kahns erstes Mal” (blog.zeit.de/sport-blog).

5. “Bite the hand that feeds you”
(juliane-wiedemeier.de)
Der Deutsche Journalistenverband DJV lädt ein nach Brüssel: “Zwei Nächte im Hotel, inklusive Frühstück, Transfers und ein lekker Mittagessen werden also bezahlt, und zwar, man ahnt es schon, nicht von einem der Verbände, die brauchen ihr Geld schließlich für wichtigere Dinge, sondern, das wird netter Weise immerhin dazugesagt: Von der EU-Kommission. Was sicherlich hervorragend mit dem Ziel der Reise einhergeht, ‘Sprechern oder Vertretern der Kommissare auf den Zahn (zu) fühlen’.”

6. “Uefa-Fehler führt Millionen in die Irre”
(stern.de, Katharina Miklis und Felix Haas)
Fußball: Eine vor dem EM-Spiel Niederlande gegen Deutschland aufgezeichnete und ins live übertragene Spiel hineingeschnittene Szene “beeinflusst die Wahrnehmung und verfälscht den Eindruck”.

RTL2, Golf Post, Tagesspiegel

6 vor 9

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1. “Investigativ… geht anders”
(fernsehkritik.tv, Video, 11:49 Minuten)
Der Stadtteil Hochheide in Duisburg wird in der RTL2-Sendung “investigativ” als “ein Viertel in Angst” und eine “Basis von gefährlichen Gangs” beschrieben (rtl2.de, Videos). Fernsehkritiker Holger Kreymeier macht sich bei einem Besuch vor Ort ein eigenes Bild, prüft einige der erhobenen Vorwürfe und redet ein zweites Mal mit Protagonisten der Sendung. Siehe dazu auch “RTL II soll Jungs aus Hochheide gegen Geld zu ‘Gangstern’ gemacht haben” (derwesten.de).

2. “Golf Post: Hinter den Kulissen eines neuen Golfportals”
(der-linksgolfer.de)
Ein Blick auf das Portal “Golf Post”, das in wenigen Tagen starten soll. Für den Linksgolfer scheint sich das gesamte Konzept in einen Satz zusammenfassen zu lassen: “Wie kann ich möglichst billig möglichst viel klickfähigen Content zusammenbekommen.”

3. “NME entschuldigt sich bei Morrissey”
(blogs.taz.de/popblog, Christian Ihle)
Das britische Musikmagazin NME entschuldigt sich bei Sänger Morrissey für eine Titelgeschichte von 2007: “We wish to make clear that we do not believe that he is a racist.”

4. “Ein Mehrzweck-Tool für Zeitungen: Der Ein-Wochen-Chefredaktor”
(blog.tagesanzeiger.ch, Constantin Seibt)
Constantin Seibt schlägt vor, Blattkritiken nicht von Internen, sondern konsequent von Externen durchführen zu lassen. Und die Ergebnisse täglich online zu stellen.

5. “Deutschlands meister Autojournalist”
(meedia.de, Stefan Winterbauer)
Stefan Winterbauer schreibt über die Arbeitsweise von Autojournalist Thomas Geiger: “Geigers Texte sind tatsächlich immer unterschiedlich. Es ist keinesfalls so, dass er immergleiche Text-Bausteine hin und her verschiebt. Beim Lesen fällt nicht auf, dass Thomas Geiger, Tom Grünweg, Tom Debus und Benjamin Bessinger ein und derselbe Autor sind.”

6. Rudolf Thome abgemahnt
(moana.de)
Regisseur Rudolf Thome erhält eine Abmahnung einer Hamburger Anwaltskanzlei in der Höhe von rund 950 Euro, weil er auf seiner Website zwei Kritiken des “Tagesspiegel” stehen hatte. “Wie kann dem ‘Tagesspiegel’ ein Schaden durch die Wiedergabe zweier uralter Kritiken entstanden sein, frage ich mich. Und dann kriege ich so was ausgerechnet vom ‘Tagesspiegel’, für den ich selbst 15 Jahre lang Filmkritiken geschrieben habe.” Siehe dazu auch die Perlentaucher-Feuilletonrundschau von gestern.

Griechenland, Kollaboration, Waffenruhe

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1. “Vor dem Kollaps”
(nzz.ch, Panagis Galiatsatos)
Griechische Medien und der griechische Journalismus hätten fast niemals während der vergangenen zehn Jahre warnend auf die desolate Finanzlage des Staates hingewiesen, schreibt Panagis Galiatsatos: “Ein wichtiger Grund, weshalb die Griechen so willig allerlei Verschwörungstheorien über die Pleite des Landes glauben und weshalb sie immer noch an eine schmerzlose Rückkehr zu den Verhältnissen vor der Krise glauben, liegt darin, dass niemand sie in den Jahren zuvor über die Lage des Landes aufgeklärt hatte.”

2. “Crowdsourcing im Journalismus”
(kopfzeiler.org, Johannes Kuhn)
Johannes Kuhn macht sich Gedanken zur Kollaboration zwischen den Medienhäusern und ihren Lesern: “Ich glaube, dass es in der nächsten Zeit deshalb für Medienmarken im Netz darum gehen wird, aus Kunden (wieder) Sympathisanten zu machen.”

3. “‘Zeitungen werden neu erfunden'”
(stuttgarter-nachrichten.de, Reimund Abel)
Ein Interview mit dem Chefredakteur von Sueddeutsche.de, Stefan Plöchinger: “Die angelsächsischen Medien haben einen Vorsprung von etwa fünf Jahren. An Zeitungen wie dem britischen ‘Guardian’ oder der ‘New York Times’ können wir sehr genau absehen, was man richtig machen kann, wenn man sich auf diese neue Welt einlässt.”

4. “Ramsch für Kinder”
(plus.google.com, Torsten Kleinz)
Torsten Kleinz analysiert einen Tweet, der “Spiegel Online” vorhält, “Bashing gegen die Schlecker-Mitarbeiter/innen” zu betreiben.

5. “Grandios, so was als Ausländerin zu leisten”
(spiegel.de, Egzona Hyseni)
Egzona Hyseni beschreibt ihr Dasein als Kosovo-Albanerin in Deutschland: “Ich habe zwei Kulturen und den Ausländerbonus – auch wenn er manchmal ein Malus ist. Wenn ich gute Leistungen bringe, werde ich doppelt gelobt, bei schlechten schäme ich mich doppelt so sehr.”

6. “UN-Gesandter Kofi Annan ruft Waffenruhe zwischen 16 EM-Streitparteien aus”
(der-postillon.com)
“‘Es darf nicht sein, dass Differenzen darüber, wer die beste Mannschaft Europas hat, ständig eskalieren und immer mehr Menschen mitreißen’, sagte der ehemalige UN-Generalsekretär am Montag, nachdem in den Abendstunden ein etwa 90-minütiges Gefecht zwischen Truppen aus der Ukraine und Schweden ausgebrochen war, bei dem wiederholt scharf geschossen wurde.”

Bild  

Pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft

Auch für “Bild” hört der Spaß irgendwann mal auf:

Sie legen Rohrbomben, zünden Autos an, besetzen Häuser. Und jetzt haben sie auch noch die Jagd auf unsere Deutschland-Fähnchen eröffnet!

“Sie”, das sind natürlich die üblichen Chaoten:

Pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft rufen Berliner Autonome zum stadtweiten Flaggen-Klau auf.

WARUM WOLLT IHR UNS AUCH NOCH DIE EM VERMIESEN?

Berlin wieder schwarz-rot-geilOb die Redakteure mit “uns” mal wieder “ganz Deutschland” meinen oder nur “Bild”, bleibt wie so oft unklar, aber zumindest macht die Zeitung keinen Hehl daraus, zu welchem Team sie bei der Fußball-Europameisterschaft hält (s. rechts). Es scheint, als sei es dieser Tage mindestens ebenso schlimm, gar kein Fußballfan zu sein, wie Fan eines anderen Nationalteams. Und am Allerschlimmsten sind natürlich – und damit zurück zu den Berliner Autonomen – die, die aktiv gegen die “schwarz-rot-geile” Partystimmung vorgehen.

Die Berliner Regionalausgabe erklärte gestern, was es heißt, wenn die Autonomen “jetzt” die Jagd auf “unsere” Deutschland-Fähnchen eröffnet haben:

Unter dem Motto “Capture the Flag” (deutsch: “Erbeute die Fahne”) wird seit Freitag dazu aufgerufen, alles zu zerstören, was Schwarz-Rot-Gold ist.

Die drei Männer und eine Frau, die da “vor einem Haufen geklauter Auto-Fähnchen” posieren, müssen in den drei Tagen richtig fleißig gewesen sein:

Warum wollt Ihr uns die EM vermiesen? Autonome rufen zum Flaggen-Klau auf

Andererseits steht das Foto schon seit dem 23. Juni 2010 bei “Indymedia”, was relativ eindeutig bedeutet, dass es sich bei der Beute nicht um aktuelle handelt.

Auch der “Autofähnchen-Ersatzflyer” zum Ausschneiden, von dem “Bild berichtet, ist keine aktuelle Entwicklung:

Das Flugblatt soll über den Stiel eines abgebrochenen Autofähnchens gesteckt werden.

Darauf steht: “Lieber Autofahrer. Ich habe Ihre Nationalfahne entfernt. (…) Sie produziert Nationalismus.”

Ein solches Flugblatt wurde bereits im November 2010 im Blog “Notes Of Berlin” dokumentiert.

Aber noch einmal zurück zur “Bild” im Juni 2012:

Im Internet wurde eine Broschüre veröffentlicht, die den Autonomen konkrete “Handlungsanweisungen” liefert. (…)

Dass sich die Täter mit ihrem Vandalismus strafbar machen, erwähnen sie natürlich nicht…

Nun kann man den Machern der Broschüre (PDF) durchaus vorwerfen, dass sie die strafrechtlichen Konsequenzen herunterspielen. Aber dass sich die Täter strafbar machen, verschweigen die Macher keineswegs. Sie widmen dem Aspekt “Rechtliche Konsequenzen des praktischen Antinationalismus” sogar eine ganze Seite:

Grundsätzlich ist das widerrechtliche Entfernen von Autofähnchen und anderem Fanzubehör nichts weiter als “Diebstahl geringwertiger Sachen” (§ 248a StGB), je nach Entwendungsart dann wohl in Tateinheit mit “Sachbeschädigung” (§ 303 StGB), die jeweils nur auf Antrag eines Betroffenen, z.B. der Eigentümer*innen, verfolgt werden. Das heißt, Autofahrer*innen, die ihr Fähnchen verloren haben und einen Diebstahl vermuten, müssten Anzeige erstatten.

Geschieht der Diebstahl serienmäßig und regen sich besonders viele Patriot*innen nach Lektüre der Boulevardpresse darüber auf, kann die Staatsanwaltschaft auch “wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten” halten (§ 248a). […]

Mit Dank an Uwe V., Thomas, Winz und Interessierter_Leser.

Thüringer Allgemeine, Roma, ZDF-Strand

6 vor 9

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1. “Roma, aber glücklich”
(taz.de, Paul Hockenos)
Paul Hockenos findet es “höllisch schwierig”, über Sinti und Roma zu schreiben, ohne in Klischees abzugleiten. “Wer allerdings über die Not hinausschaut, findet viele integrierte Roma aus der Unter- und Mittelschicht, die es aus dem Getto herausgeschafft haben. Wer schreibt über sie? Niemand. Es wäre schließlich nicht fesselnd genug. Das ist nicht alles: Es gibt eine nicht unerhebliche Anzahl von Slowaken, Rumänen, Ungarn und anderen, die genauso arm sind.”

2. “Brief der Redaktion der Thüringer Allgemeinen an ihren Chefredakteur Paul-Josef Raue”
(thueringerblogzentrale.de)
Die Redakteure der “Thüringer Allgemeinen” fordert von ihrem Chefredakteur Paul-Josef Raue unter anderem die “Wiedereinführung einer täglichen Redaktionskonferenz”. “Redaktionskonferenzen, wie sie in allen relevanten Zeitungen zur bewährten Praxis gehören, wurden formlos abgeschafft. Redaktionelle Belange werden allenfalls im kleinsten Kreis Ihres Stellvertreters und der beiden Desk-Chefs besprochen. In den Telefonrunden des Regional-Tisches mit den Lokalredaktionen wird diktiert statt kommuniziert.”

3. “Am ZDF-Strand”
(fr-online.de, Christoph Albrecht-Heider)
“Wie im Fernsehgarten, aber nicht wie bei einer Fußball-EM” fühlt sich Christoph Albrecht-Heider angesichts des von Katrin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn gestalteten Rahmenprogramms auf Usedom. “Wer sich für Sport interessiert, sieht mit dem Ersten besser.” Siehe dazu auch “Twitter-Gemeinde sehnt sich bei der EM 2012 nach Kerner und Co beim ZDF” (derwesten.de, Sebastian Weßling), “ZDF: Massive Ton-Probleme beim EM-Einstand” (dwdl.de, Alexander Krei) und “Kein guter Tag für den ZDF-Kommentator Thomas Wark” (mediensalat.info, Ralf Marder)

4. “Drei gute Gründe gegen Leserreporter”
(bernetblog.ch, Kathrin Herrmann)
“1. Realität wird zur Unterhaltung, 2. Denn sie wissen nicht, was sie tun, 3. Schneller, höher, weiter: Leserreporter sind Teil der wachsenden Beschleunigung im Journalismus.”

5. “Warum ich meine Statistiktools ab sofort deaktiviert habe”
(schmalenstroer.net)
“Ich habe mich dazu entschlossen, hier die Statistikfunktionen abzuschalten und ab sofort auch nicht auf die Followerzahlen und die Facebook-Likes auf meinen Seiten zu achten. Ich bin gespannt, wie dies mein Blog verändern wird.”

6. “Fußballspiele live selbst kommentieren – oder anderen dabei zuhören”
(marcel-ist-reif.de)

Computer Bild, Closer, Le Nouvel Observateur

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1. “nackt mit Bier in der Ubahn – eine Entschuldigung”
(schteif.blogspot.de, SchtieF)
SchtieF entschuldigt sich, ein Foto eines nackt U-Bahn fahrenden Mannes geteilt zu haben.

2. “ComputerBild, die Fotomontage und das Urheberrecht”
(presseschauder.de, Christoph Keese)
Christoph Keese, Konzerngeschäftsführer Public Affairs bei Axel Springer, versucht zu erklären, warum “Computer Bild” schrankenloses Kopieren propagiert. “Wegen der geschilderten Regeln zum Binnenpluralismus sage ich hier nur ganz allgemein, dass ich die Berichterstattung von ComputerBild mit Blick auf das Urheberrecht auch nicht immer optimal fand.” Siehe dazu auch “Huch. Ein Mem erschaffen?” (plus.google.com, Hanno Zulla).

3. “‘Closer ist das aggressivste Printobjekt'”
(meedia.de, ga.)
Für Medienanwalt Christian Schertz begeht das Magazin “Closer” mit seiner Berichterstattung einen “kalkulierten Rechtsbruch”. “Closer verletzt nahezu wöchentlich Persönlichkeitsrechte meiner Mandanten.”

4. “20minuten-Meldung zu YB-Fan ‘von A-Z falsch'”
(knappdaneben.net, Manuela Schiller)
Eine Rechtsanwältin wendet sich gegen eine Meldung aus der Printausgabe von “20 Minuten” über die Gerichtsverhandlung ihres Mandanten.

5. “Abschreckende Berichterstattung?”
(blog.tagesschau.de, Daniel Asche)
Daniel Asche kommt in Lemberg mit Fußballfans in Kontakt, die eine abschreckende Berichterstattung in Deutschland über die Ukraine konstatieren. “Wenn ich alles geglaubt hätte, was da zu lesen war über die Ukraine, hätte ich fast um mein Leben fürchten müssen. Dabei ist alles ganz anders. Die Menschen sind so wahnsinnig freundlich hier.”

6. “‘L’Obs’ censuré à Marseille!”
(tempsreel.nouvelobs.com, Lisa Vaturi, französisch)
Die Wochenzeitung “Le Nouvel Observateur” erscheint mit einem Titelbild, auf dem die Politikerin Marie-Arlette Carlotti zu sehen ist und verschwindet aufgrund einer dringlichen Verordnung der Behörden (“arrêté municipal pris en urgence”) von Kiosken in Marseille. Siehe dazu auch “A Marseille, la liberté de la presse muselée” (macarlotti.com, Marie-Arlette Carlotti, französisch).

FAS, Spiegel, Kicker

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1. “Wer kuscht hier?”
(gachmuretsnotiz.blog.de)
Buchhändler Gachmuret ärgert sich über die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung”, die am 3. Juni auf ihrer Titelseite unter der Überschrift “Buchhandel kuscht vor WWF” behauptete, es sei ein “kritisches Buch vom Markt verschwunden”. “Seit wann, liebe Frankfurter Allgemeine, seit wann sind ein Filialist, ein Großhändler und ein Allesverkäufer ‘der Buchhandel’? Es gab sicher einige Konzentrationsprozesse in den letzten jahren, aber noch immer besteht ‘der Buchhandel’ aus tausenden Betrieben, noch immer kommen selbst die zehn größten Filialisten zusammen auf gerade einmal 38% Marktanteil”.

2. “SPIEGEL vs. ALDI: Eine billige Polemik (1)”
(wortvogel.de, Torsten Dewi)
Torsten Dewi unterzieht die “Spiegel”-Titelgeschichte vom 30. April über den Lebensmittelhändler Aldi einer eingehenden Analyse: “All das, was der SPIEGEL als Beweise für die Skrupellosigkeit und Paranoia von ALDI ausbuddelt, könnte praktisch unverändert unter der Headline ‘Ein vorbildlicher Betrieb’ stehen. Was bei anderen lobenswert ist (klare Regeln, Energie sparen, freundlicher Umgang), ist bei ALDI eeeeevil.”

3. “Der Kicker ‘interviewt’ Sky”
(sportsaal.de)
Der Sportsaal liest ein “Kicker”-Gespräch mit Marcello Maggioni von Sky Deutschland: “Eine Werbebroschüre von Sky, unterbrochen von ziemlich unkritischen Fragen von Rainer Franzke, Mitglied der Chefredaktion und Leiter der Redaktion Südwest.”

4. “Im Begriffsbrei des Gängigen”
(stern.de, Bernd Gäbler)
Eine Zwischenbilanz der fünf ARD-Talkshows von Bernd Gäbler: “Alle Talkshows möchten stets die gleiche populäre Sau durchs Dorf jagen. Es sind einfach zu viele. Sie sind zu belanglos.”

5. “Eine kleine Fernsehkritik-Kritik”
(rueckseite-magazin.de, Lars Reusch)
Lars Reusch fragt sich, wie es Online-Portale mit sich vereinbaren können, Talkshows immer wieder als völlig belanglos einzustufen, einzelne Ausgaben jedoch ausgiebig zu besprechen. “Talkshows wollen kein unentschiedenes Publikum informieren, sondern schon in Lagern steckende Zuschauer mit den nach Lager sortierten Gästen mitfühlen und -zanken lassen. Und die Rezensionen machen exakt das Gleiche.”

6. “Das ‘geheime’ Blog des Wolfram Siebeck”
(fastvoice.net, Wolfgang Messer)

Medizinjournalismus mit Chefarztbehandlung

Es ist eine zutiefst positive Geschichte, die die “Rhein-Zeitung” ihren Lesern am Mittwoch vergangener Woche erzählte. Das Blatt berichtet im Lokalteil von einem Medikament namens Carfilzomib, das gegen eine spezielle Art von Knochenmarkkrebs helfen soll. Es ist noch nicht zugelassen, hat aber bei einem Betroffenen aus dem Verbreitungsgebiet der Zeitung, der an einem Test mit dem Mittel teilnehmen konnte, schon phänomenale Wirkung gezeigt. Er hatte sich mit seinen Beschwerden an das Stiftungsklinikum Mittelrhein gewandt, was sich laut “Rhein-Zeitung” als Glücksfall herausstellte.

Ein kleines Detail, das den Lesern bei der Einordnung dieser Bewertung und des ganzen Berichtes helfen könnte, lässt die “Rhein-Zeitung” unerwähnt: Der Artikel stammt vom Stiftungsklinikum Mittelrhein selbst. Es hat ihn als Pressemitteilung herausgegeben, samt eines Fotos (das die “Rhein-Zeitung” übernommen hat), das den Bildtext trägt: “Werner Gibbert (links) ist glücklich und dankbar, dass er durch Prof. Naumann an einer klinischen Studie teilnehmen konnte.” Die “Rhein-Zeitung” hat diese Pressemitteilung nur leicht gekürzt und sehr sachte redigiert:

Pressemitteilung Stiftungsklinikum Artikel “Rhein-Zeitung”
Klinische Studien geben neue Hoffnung Klinische Studien geben Patienten neue Hoffnung
Werner Gibberts Vater ist 1987, ein halbes Jahr nach der Diagnose “Multiples Myelom”, gestorben. 2007 hat ihn diese Form des Knochenmarkkrebses selber getroffen. “Das hat mich natürlich umgehauen”, erinnert sich der heute 61-jährige aus Wolken. “Aber die Medizin hat in letzten 20 Jahren, besonders bei der Behandlung dieser Erkrankung, große Fortschritte gemacht, da habe ich meine ganze Hoffnung hineingesetzt.” Koblenz/Wolken. Als Werner Gibberts Vater im Jahr 1987 die Diagnose “Multiples Myelom” erhielt, hatte er noch ein halbes Jahr zu leben. 20 Jahre später, im Jahr 2007, traf es dann Werner Gibbert selbst: Auch er leidet unter dieser Form des Knochenmarkkrebses. “Das hat mich natürlich umgehauen”, erinnert sich der heute 61-Jährige aus Wolken an die Zeit. Aber die Medizin hat in vergangenen 20 Jahren — besonders bei der Behandlung dieser Erkrankung — große Fortschritte gemacht”, sagt er, “da habe ich meine ganze Hoffnung hineingesetzt”. Diese Hoffnungen wurden erfüllt — Werner Gibbert wird im Stift behandelt und nimmt an einer klinischen Studie teil.
Im November 2007 unterzog er sich erstmals einer hoch dosierten Chemotherapie in der Universitätsklinik Köln. Die Blut und Knochenmarkwerte hatten sich durch diese Behandlung wieder normalisiert. „Ich wusste allerdings, dass in einigen Jahren wieder eine weitere Therapie erforderlich werden wird, denn eine 100prozentige Heilung ist bei dieser Krankheit für die Mehrzahl der Betroffenen noch nicht möglich.“ Im November 2007 unterzog er sich erstmals einer hoch dosierten Chemotherapie in der Universitätsklinik Köln. Die Blut- und Knochenmarkwerte hatten sich dadurch wieder normalisiert. “Ich wusste allerdings, dass in einigen Jahren wieder eine weitere Therapie erforderlich werden wird, denn eine 100-prozentige Heilung ist bei dieser Krankheit für die Mehrzahl der Betroffenen noch nicht möglich.”
In Köln kam Werner Gibbert erstmals mit “Klinischen Studien” in Berührung. Durch sie hatte der Beamte bei der Telekom die Möglichkeit, ein neues noch nicht zugelassenes Medikament zu erhalten, mit dem der jetzt erreichte Zustand möglichst lange erhalten werden sollte. “Ich habe überhaupt nicht daran gedacht, hier ein Versuchskaninchen zu sein! Ich habe das als Chance für mich gesehen und war froh an einer Studie teilzunehmen zu können, denn das gibt es bei weitem nicht überall.” In Köln kam Werner Gibbert erstmals mit klinischen Studien in Berührung. Durch sie hatte er die Möglichkeit, ein neues noch nicht zugelassenes Medikament zu bekommen, mit dem der erreichte Zustand möglichst lange erhalten werden sollte. “Ich habe überhaupt nicht daran gedacht, hier ein Versuchskaninchen zu sein. Ich habe das als Chance für mich gesehen.”
2011 traten bei Werner Gibbert jedoch wieder Beschwerden auf. “Ich habe gemerkt, dass mit mir irgendwas nicht stimmt”. Der Vater von drei Söhnen fuhr zwar immer noch in dreimonatigen Abständen nach Köln zur Kontrolle der Erkrankung, aber diesmal wählte er das Stiftungsklinikum Mittelrhein, um sein Unwohlsein abklären zu lassen. Die Klinik hatte er bei einem Patiententag zum Thema “Multiples Myelom” kennengelernt. Im dortigen Zentrum für Innere Medizin stellte der Klinikdirektor Prof. Dr. Ralph Naumann dann über 50% krebsbefallene Zellen in seinem Knochenmark fest. “Prof. Naumann hatte mir angeboten, an einer klinischen Studie teilzunehmen. Ich habe sofort zugesagt (…)”. 2011 traten bei Werner Gibbert jedoch wieder Beschwerden auf. “Ich habe gemerkt, dass mit mir irgendwas nicht stimmt.” Der Vater von drei Söhnen fuhr zwar immer noch in dreimonatigen Abständen nach Köln zur Kontrolle der Erkrankung, aber diesmal wählte er das Stiftungsklinikum in Koblenz, um sein Unwohlsein abklären zu lassen. Klinikdirektor Prof. Dr. Ralph Naumann stellte dann mehr als 50 Prozent krebsbefallene Zellen in seinem Knochenmark fest. “Prof. Naumann hatte mir angeboten, an einer klinischen Studie teilzunehmen. Ich habe sofort zugesagt.”
Im Herbst 2011 wurde er in eine internationale Studie aufgenommen, an der nur 800 Patienten teilnehmen. In zwei Gruppen eingeteilt erhält die erste Gruppe die “herkömmlichen” Medikamente, während die zweite Gruppe zusätzlich das neue, zu testende Medikament Carfilzomib bekommt, wie Werner Gibbert. (…) Im Herbst 2011 wurde Gibbert in eine internationale Studie aufgenommen, an der nur 800 Patienten teilnehmen. In zwei Gruppen eingeteilt erhält die erste Gruppe die herkömmlichen Medikamente, während die zweite Gruppe zusätzlich das neue, zu testende Medikament Carfilzomib bekommt — Werner Gibbert ist einer von ihnen.
(…) Und ideal war auch das Ergebnis. “Das Medikament Carfilzomib hat phänomenal bei Herrn Gibbert angeschlagen”, bestätigt Prof. Naumann hocherfreut. “Schon nach dem ersten Therapiezyklus ist ein Großteil der Krebszellen im Knochenmark verschwunden. Die vorher katastrophalen Blutwerte lagen bereits wieder im Normalbereich.” Werner Gibbert lächelt: “Mir geht es wieder richtig gut. Insgesamt dauert die Studie 18 Monate. Nach sechs Behandlungszyklen haben sich alle Parameter im Normalbereich stabilisiert, die Erkrankung ist damit praktisch nicht mehr nachweisbar. Am liebsten würde ich die Behandlung nun beenden und in Urlaub fahren, aber natürlich ziehen wir das bis zum Ende durch.” Der Erfolg kam bald: “Das Medikament Carfilzomib hat phänomenal bei Herrn Gibbert angeschlagen”, bestätigt Ralph Naumann. “Schon nach dem ersten Therapiezyklus ist ein Großteil der Krebszellen im Knochenmark verschwunden. Die vorher katastrophalen Blutwerte lagen bereits wieder im Normalbereich.” Werner Gibbert lächelt: “Mir geht es wieder richtig gut. Am liebsten würde ich die Behandlung nun beenden und in Urlaub fahren, aber natürlich ziehen wir das bis zum Ende durch.”
Prof. Naumann erklärt: “Der Vorteil der klinischen Studien liegt darin, dass die Patienten sonst nicht an diese Wirkstoffe kommen.” (…) Rund 11.000 Euro kostet ein Therapiezyklus monatlich. Alle Kosten wie auch die aufwendigen Blutuntersuchungen sowie die Fahrtkosten werden komplett von dem Hersteller des Prüfmedikamentes übernommen. Naumann erklärt: “Der Vorteil der klinischen Studien liegt darin, dass die Patienten sonst nicht an diese Wirkstoffe kommen.” Rund 11 000 Euro kostet ein Therapiezyklus monatlich. Alle Kosten werden vom Hersteller des Prüfmedikamentes übernommen.
Die Anforderungen an Einrichtungen, solche Studien anbieten zu dürfen, sind sehr hoch. Gesetzgeber und Ethikkommissionen kontrollieren streng. Neben Prof. Dr. Naumann verfügen die Ärzte der Praxisklinik für Hämatologie und Onkologie Koblenz (Prof. Dr. Köppler und Partner) über eine langjährige Erfahrung als Prüfärzte sowie als Leiter klinischer Prüfungen in Studien zur internistischen Onkologie und Hämatologie. “Im Rahmen der intensiven Zusammenarbeit von Stiftungsklinikum und Praxisklinik haben wir die Durchführung von klinischen Studien in beiden Einrichtungen aufeinander abgestimmt, um so mehr klinische Studien für unsere Patienten anbieten zu können”, erklärt Dr. Thomalla von der Praxisklinik. Demnächst startet die Folgestudie mit Carfilzomib, an der Patienten aus beiden Einrichtungen teilnehmen können. Die Anforderungen an die Einrichtungen, die solche Studien anbieten, sind hoch. Neben Naumann verfügen die Ärzte der Praxisklinik für Hämatologie und Onkologie Koblenz (Prof. Dr. Hubert Köppler und Partner) über eine langjährige Erfahrung als Prüfärzte sowie als Leiter klinischer Prüfungen in Studien zur internistischen Onkologie und Hämatologie. “Im Rahmen der intensiven Zusammenarbeit von Stift und Praxisklinik haben wir die Durchführung von klinischen Studien in beiden Einrichtungen aufeinander abgestimmt, um so mehr klinische Studien für unsere Patienten anbieten zu können”, erklärt Dr. Jörg Thomalla von der Praxisklinik. Demnächst startet die Folgestudie mit Carfilzomib, an der Patienten aus beiden Einrichtungen teilnehmen können.
Weitere Informationen unter www.stiftungsklinikum.de oder www.onkologie-koblenz.de. Weitere Informationen unter www.stiftungsklinikum.de oder www.onkologie-koblenz.de

Die Klinik hatte ihrer Pressemitteilung übrigens den Satz hinzugefügt:

Werner Gibbert ist im Vorstand der Selbsthilfegruppe Multiples Myelom, Mayen Koblenz engagiert und steht unter der Telefonnummer … gerne für ein Gespräch zur Verfügung.

Vermutlich war das die Einladung an Journalisten, sich ein eigenes Bild zu machen. Aber warum sollte die “Rhein-Zeitung” mühevoll journalistisch arbeiten, wenn die PR frei Haus kommt?

Das Projekt “Medien-Doktor”, das sich kritisch mit Medizinjournalismus auseinandersetzt, hat diese Form der Schleichwerbung entdeckt und weiß auch, dass das bei der “Rhein-Zeitung” kein einmaliges Versehen ist: Bereits im April* veröffentlichte das Blatt im Lokalteil einen scheinbar redaktionellen Artikel, der fast wörtlich der Pressemitteilung eines Klinikums entsprach.

*) Nachtrag/Korrektur, 8. Juni. Der im letzten Absatz erwähnte frühere Fall stammt aus dem April 2011, nicht dieses Jahres.

Nachtrag, 14. Juni. Der Chefredakteur der “Rhein-Zeitung”, Christian Lindner, schreibt auf Twitter, es dürfe “nicht vorkommen”, dass “nicht transparent gemacht wurde, dass ein RZ-Text über eine Klinik eine Pressemitteilung der Klinik war”.

Nachtrag, 13. Oktober. Der Presserat hat — aufgrund einer Beschwerde von BILDblog — wegen dieser Berichterstattung eine “Missbilligung” ausgesprochen. Der Artikel verstoße gegen die Richtlinie 1.3 des Pressekodex, wonach Pressemitteilungen als solche gekennzeichnet werden müssen. Die Chefredaktion der “Rhein-Zeitung” hatte es in ihrer Stellungnahme gegenüber dem Gremium bedauert, dass die journalistische Distanz nicht gewahrt wurde. Sie habe die Kritik zum Anlass genommen, die Redakteure schriftlich auf das Einhalten der journalistischen Grundsätze hinzuweisen.

EHEC, Frank Hanebuth, Griechenland

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1. “Leben auf dem Biohof – Ein Jahr nach der Ehec-Welle”
(nzz.ch, Marie-Astrid Langer)
Marie-Astrid Langer besucht den Biohof in Bienenbüttel, der vor einem Jahr unter dem Verdacht stand, EHEC-Keime in Umlauf gebracht zu haben. Inzwischen mussten alle Mitarbeiter entlassen werden, die Invasion der Journalisten am 5. Juni 2011 erlebte man so: “Noch bevor das Veterinäramt gegen 18 Uhr vorbeikam, fielen Dutzende von Journalisten auf dem Hof ein. Die Reporter kletterten über Zäune, fotografierten durch Küchenfenster, befragten die Mitarbeiter. Die Polizei vertrieb die Journalisten schliesslich vom Grundstück, ein privater Sicherheitsdienst rückte an.”

2. “Durchgezappt”
(ndr.de, Video, 3:11 Minuten)
“Bild am Sonntag” isst Erdbeertorte mit Frank Hanebuth, der angeschuldigt ist, eine Vielzahl von Delikten begangen zu haben.

3. “Nachbars grüne Wiesen”
(medienkritik-schweiz.ch, Tobias Marti)
Ein Blick auf Medienschaffende, die zwischen PR und Journalismus hin und her wechseln.

4. “Euro-Krise 2012. Nächster Gegner: die stolzen Spanier”
(pantelouris.de, Michalis Pantelouris)
Michalis Pantelouris schreibt über Journalisten, die die Krise mit Ländern zugeordneten Eigenschaften erklären. “Ich glaube, dass Journalisten, die in dieser Situation versuchen, die Krise mit ethnischen Stereotypen zu erklären, nicht nur falsch liegen, sondern unendlich ahnungslos sein müssen oder böse.”

5. “Darf man sich den ‘Grexit’ ausmalen? Ein Briefwechsel”
(faz-community.faz.net, Rainer Hank)
Wirtschaftsjournalist Rainer Hank und Ökonom Thomas Straubhaar debattieren zur Frage, ob öffentliche Überlegungen zu einem Austritt von Griechenland aus dem Euro unverantwortlich sind oder nicht.

6. “Wissenswertes aus dem Springer-Verlag”
(kraftfuttermischwerk.de, Ronny)

Lisa Feldmann, Luka Rocco Magnotta, Closer

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1. “Ist das Wirtschaftsjournalismus?”
(falter.at, Reinhard Christl)
Die Ressorts Politik und Wirtschaft hängen eng zusammen, deshalb sollten sie sich einerseits vermehrt füreinander interessieren, sich andererseits mehr der Sache als den Personen zuwenden. Die “Intelligenteren unter den Lesern” würden nämlich den Eindruck gewinnen, “dass es herzlich wenig bringt, sich etwa ein TV-Interview mit einem österreichischen Minister zur Finanzmarktkrise anzusehen. Denn erstens hat er keine Lösung anzubieten. Und zweitens spricht er über Dinge, die er selber bestenfalls halb, das Publikum oft gar nicht versteht: über EFSF, ESM, CDS, CDO und Acta.”

2. “Zweitabdruck statt Unterlassung”
(sueddeutsche.de, Katharina Riehl)
Das Klatschmagazin “Closer” druckt zwei mal ein Foto, das die Ehepaare Günter Jauch, Thomas Gottschalk und Guido Westerwelle beim Abendessen zeigt. Auf eine Unterlassungsforderung geht der Bauer-Verlag nicht ein.

3. “Kioskklatsch (KW 23): Brad, Bushido, Babs & Boris”
(klatschkritik.blog.de, Antje Tiefenthal)
Antje Tiefenthal gleicht verschiedene Klatschmagazine der Woche mit der Realität ab.

4. “Ein Drink an der Bar mit Lisa Feldmann”
(bar-storys.ch, Christian Nill)
Christian Nill spricht mit Lisa Feldmann, Chefredakteurin der Schweizer Frauenzeitschrift “Annabelle”: “Sagen wir, dass eine Frauenzeitschrift auch eine Ghettoisierung ist: Jedes special interest schliesst immer andere Themen aus. Positiv gesagt ist es eine Auswahl, die mich daran hindert, jeden Mist lesen zu müssen, der mich gar nicht interessiert.”

5. “The Queen Who Stares at Boats”
(thedailyshow.com, Video, 4:35 Minuten)
Wie begeistert CNN das 60. Thronjubiläum von Queen Elisabeth II. feiert.

6. “Das Berliner Opfer des Kanada-Kannibalen”
(vice.com, Johannes Niederhauser)
Johannes Niederhauser besucht Kadir Anlayisli in Berlin Neukölln. Er machte die Polizei darauf aufmerksam, dass sich der international gesuchte Luka Rocco Magnotta aktuell im Internet-Café befindet, in dem er angestellt ist, worauf dieser verhaftet wurde. Nun wird der Laden von Reportern belagert, Umsatzeinbussen sind die Folge.

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