Suchergebnisse für ‘Klima’

Medien im Trump-Fieber?, Palantir vs. “Republik”, Ofarim-Plattform RTL

1. Medien im Trump-Fieber?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 49:51 Minuten)
“Jeden Morgen neue Nachrichten aus den USA. Das nervt viele Hörerinnen und Hörer. Und sie finden: Oft sind Berichte zu oberflächlich, geben Lügen des US-Präsidenten zu unkritisch weiter. Sind die Medien im Trump-Fieber?” Über diese Frage diskutieren beim Deutschlandfunk Rieke Havertz von der “Zeit”, ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen und Medienjournalist Klaus Raab.

2. Überwachungskonzern Palantir verklagt die “Republik”
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Markus Reuter schreibt, dass der US-Überwachungskonzern Palantir gerichtlich gegen das Schweizer Magazin “Republik” vorgehe. Das Unternehmen wolle eine Gegendarstellung zu einer Recherche erzwingen, die Sicherheitsrisiken und die Ablehnung der Software durch die Schweizer Armee thematisiert habe. “Republik” habe aufgedeckt, dass das Schweizer Militär eine Zusammenarbeit wegen der Gefahr eines nicht verhinderbaren Datenabflusses an US-Geheimdienste ausgeschlossen habe.

3. Muss man für ein Volontariat beim ZDF bereits Influencer sein?
(dwdl.de, Simon Pycha)
Wie Simon Pycha berichtet, habe das ZDF mit der Abfrage von Follower-Zahlen im Bewerbungsverfahren für Volontariate eine hitzige Debatte ausgelöst. Kritiker würden befürchten, dass journalistische Kompetenz zunehmend durch bloße Selbstdarstellung und Reichweite ersetzt werden. Von Seiten des öffentlich-rechtlichen Senders heiße es zur Verteidigung, die Follower-Angabe sei kein Ausschlusskriterium, sondern solle als alternativer Kompetenznachweis für Bewerberinnen und Bewerber dienen.

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4. Lesen und lesen lassen
(taz.de, Tilman Baumgärtel)
Tilman Baumgärtel beklagt in seinem Essay, dass elaborierte Kulturtexte in der heutigen Aufmerksamkeitsökonomie kaum noch Resonanz fänden, da die Reichweite von Printmedien schwinde, und Social-Media-Algorithmen differenzierte Inhalte systematisch benachteiligen würden. Debatten entstünden heute zunehmend durch virale Posts in Sozialen Netzwerken statt durch das klassische Feuilleton. Dies führe dazu, dass Autorinnen und Autoren ihre komplexen Texte nun in verkürzten Videoformaten anteasern müssen, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden.

5. News-Podcasts: Kompass für den Krisenmodus
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Laut einer aktuellen Audio-Studie von Seven.One seien News-Podcasts im Jahr 2025 zum meistgehörten Genre im deutschsprachigen Raum avanciert und hätten mit knapp 40 Millionen Downloads sogar Comedy und True Crime überholt. Dieser Zuwachs werde maßgeblich durch das permanente gesellschaftliche Krisenklima getrieben. Internationale Studien würden diesen Trend bestätigen.

6. Wieso hat RTL Gil Ofarim so leicht davonkommen lassen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 21:46 Minuten)
TV-Kritikerin Anja Rützel äußert im “Übermedien”-Podcast ihr Entsetzen darüber, dass Gil Ofarim jüngst das RTL-Dschungelcamp gewonnen habe, obwohl er zuvor durch falsche Antisemitismus-Vorwürfe gegen einen Hotelmitarbeiter in einen Skandal verwickelt gewesen sei. Rützel wirft dem Sender vor, Ofarim eine Plattform für Unwahrheiten geboten zu haben, ohne diese in der Sendung selbst einzuordnen.

7. Wenn im Journalismus Sprache versagt
(oe1.orf.at, Rosanna Atzara & Stefan Kappacher, Audio: 30 Minuten)
Zusätzlicher Link, da mit eigener Beteiligung: Beim österreichischen Medienmagazin “Doublecheck” (Ö1) geht es um die unreflektierte Übernahme von Euphemismen und Verschleierungen durch Medien. Insbesondere bei der Berichterstattung über Femizide würden Fachleute wie Corinna Milborn neben dem “6-vor-9”-Kurator eine voyeuristische Täterperspektive bemängeln: “Stellen Sie sich vor, jeden Tag würde ein Banker von einem Kunden erschossen, weil der sein Geld verloren hat. Würden wir das ‘Finanzstreit’ nennen? Oder ‘Bankentragödie’?”

KW 05/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Zerstört das Internet die Demokratie, Ralph Hertwig?
(youtube.com, Jochen Wegener, Video: 1:22:40 Stunden)
Im Podcast “Nur eine Frage” diskutiert “Zeit”-Chefredakteur Jochen Wegner mit dem Psychologen Ralph Hertwig, ob das Internet und Soziale Medien die Demokratie zerstören. Hertwig stellt fest, dass digitale Medien zwar Wissen und Teilhabe fördern, ihre auf Aufmerksamkeit programmierten Algorithmen jedoch gleichzeitig Polarisierung und Vertrauensverlust begünstigen würden. Dennoch bleibt er optimistisch, dass sich diese negativen Effekte durch digitale Bildung und eine kluge Regulierung der Plattformen eindämmen lassen.

2. Ist die Kulturkritik zu lieb geworden?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:06 Minuten)
Holger Klein unterhält sich mit dem Literaturwissenschaftler und Kulturjournalisten Johannes Franzen über Kulturkritik: “Warum ist negative Kritik überhaupt wichtig? Gibt es in Zeiten von Social Media überhaupt noch die großen Kritiker wie Marcel Reich-Ranicki? Wieso sind das größte Problem nicht die Algorithmen, sondern die riesigen Marketingbudgets? Und was hat Goethe über Kritiker geschrieben?”

3. “Wie Medien über Krisen kommunizieren”
(youtube.com, Lisa-Maria Röhling, Video: 1:20:12 Stunden)
Wie berichten Medien über Kriege und die Klimakrise, ohne dass das Publikum abstumpft oder resigniert? Dieser Frage widmen sich die Deutschlandfunk-Journalistin Ann-Kathrin Büüsker und die Kommunikationswissenschaftlerin Stephanie Geise bei den ZeMKI-Mediengesprächen in Bremen. Sie diskutieren über die Verantwortung des Journalismus und den schmalen Grat zwischen notwendiger Aufklärung und kontraproduktivem Alarmismus.

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4. Kommt das Ende von Social Media?
(ardaudiothek.de, Linus Lüring, Audio: 31:28 Minuten)
Bei “BR24 Medien” diskutiert Moderator Linus Lüring gemeinsam mit der Medienwissenschaftlerin Alexandra Borchardt sowie mit Christian Simon vom Media Lab Bayern über die Frage, ob Soziale Medien ihren Zenit überschritten haben. Sie analysieren, warum private Interaktionen zunehmend durch passives Durchscrollen, KI-Inhalte und sogenanntes “Binge-Media” verdrängt wurden. Außerdem sprechen sie darüber, ob dezentrale Alternativen wie das Fediverse eine Antwort auf die wachsende Unzufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer sein könnten.

5. Sollten Medien auf dezentralen Netzwerken unterwegs sein?
(deutschlandfunk.de, Pia Behme, Audio: 39:37 Minuten)
Im Deutschlandfunk kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, ob Medien auf dezentralen Netzwerken wie Mastodon unterwegs sein sollten. Deutschlandfunk-Hörer Nils Schaumburg diskutiert darüber mit Martin Holland (Heise Verlag) und Marco Wähner (CAIS).

6. Was KI im Journalismus wirklich verändert – und was nicht
(youtube.com, Paul Elvers, Video: 52:19 Minuten)
Paul Elvers, “Head of AI” bei der Funke Mediengruppe, spricht mit dem Datenjournalisten Claus Hesseling über dessen Aufgabe als “KI-Lotse” beim NDR, wo er Redaktionen hilft, relevante KI-Tools zu identifizieren und sinnvoll in Arbeitsprozesse zu integrieren. Hesseling erklärt, dass Künstliche Intelligenz nicht nur zur Effizienzsteigerung diene, sondern Journalistinnen und Journalisten als kreativer “Sparringspartner” unterstütze, bessere Geschichten zu entwickeln. Abschließend diskutieren beide über die Notwendigkeit, journalistische Inhalte vor der unvergüteten Nutzung durch große KI-Konzerne zu schützen.

Schicksalsjahr 2026?, Meta ignoriert Vorgaben, Schlechter Jahrgang

1. Warum 2026 zum Schicksalsjahr werden könnte
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 38:14 Minuten)
Die KI- und Technikjournalisten Marie Kilg und Moritz Metz sowie Medienwissenschaftler Stephan Weichert diskutieren darüber, ob das Jahr 2026 durch den rasanten Einzug generativer KI zu einem Schicksalsjahr für den Journalismus werden könnte. Während Kilg dafür plädiert, die Technologie aktiv und transparent zu nutzen, um nicht den Anschluss zu verlieren, warnt Metz vor einer gefährlichen Abhängigkeit von US-Tech-Konzernen und einer schwindender Medienkompetenz bei der Jugend. Weichert mahnt ethische Mindeststandards an, da durch den KI-Einsatz eine “Verantwortungsdiffusion” drohe.

2. Meta ignoriert Transparenzvorgaben
(verdi.de, Volker Nünning)
Das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht habe im Eilverfahren entschieden, dass der Social-Media-Konzern Meta die Transparenzvorgaben des deutschen Medienstaatsvertrags bei Facebook vorläufig umsetzen müsse. Das Gericht gewichte das öffentliche Interesse an der Offenlegung der Algorithmen höher als die wirtschaftlichen Interessen des US-Unternehmens. Da Meta die Vorgaben laut der zuständigen Medienanstalt bislang ignoriere, drohe die Behörde nun mit weiteren Maßnahmen.

3. Eckart von Hirschhausen über Gesundheit, Klima, Fake News und Kirche
(evangelische-zeitung.de, Gottfried Bohl)
Der Arzt und Moderator Eckart von Hirschhausen erklärt im Interview mit der “Evangelischen Zeitung”, dass Klimaschutz, Gesundheit und der Kampf gegen Desinformation eng zusammenhängen würden. Er fordert die Kirchen auf, ihren großen Einfluss und Besitz zu nutzen und als analoge Begegnungsorte gegen die Spaltung durch Soziale Medien zu wirken. Zudem warnt er vor den Gefahren durch KI-generierte Fälschungen, sogenannte Deepfakes. Diese würden nicht nur einzelne Personen, wie ihn selbst, für Betrug missbrauchen, sie untergrüben auch das Vertrauen in Medien und Demokratie.

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4. Nach Monaten der Blockade: MDR durchschlägt den gordischen Knoten
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Nach dem Scheitern des ersten Versuchs sei Boris Lochthofen nun erfolgreich zum neuen Chef der künftig zusammengelegten MDR-Programmdirektionen in Halle und Leipzig gewählt worden. Seine Aufgabe bestehe darin, bis zum Jahr 2028 Doppelstrukturen abzubauen und die getrennten Bereiche zu einer Einheit zu formen. Die Klärung der Führungsfrage komme gerade noch rechtzeitig. Der MDR stehe angesichts der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und der politischen Drohungen durch die AfD vor einem entscheidenden Jahr.
Weiterer Lesetipp: Bericht von der 232. Sitzung des MDR-Rundfunkrat (flurfunk-dresden.de, Peter Stawowy).

5. EU-Kom­mis­sion leitet wei­tere Unter­su­chung gegen X ein
(lto.de)
Die EU-Kommission habe eine Untersuchung gegen Elon Musks Plattform X eingeleitet, weil deren KI-Programm “Grok” auf Befehl von Nutzern künstliche Nacktbilder echter Personen erstellt habe. Die Behörde prüfe nun, ob das Unternehmen gegen europäische Gesetze verstoßen habe, indem es die Risiken für Frauen und Kinder vorab nicht ausreichend bewertet und verhindert habe. X habe die Bild-Funktion inzwischen zwar eingeschränkt, dem Konzern würden bei einem bestätigten Verstoß aber dennoch empfindliche Geldstrafen drohen.

6. Oscars 2026: Die besten Filme – Ein schlechter Jahrgang!
(youtube.com, Wolfgang M. Schmitt, Video: 27:54 Minuten)
Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt hat sich den Oscar-Jahrgang 2026 angeschaut. Einigermaßen enttäuscht fragt er sich: “Warum hat ‘Sinners’ 16 Nominierungen erhalten? Weshalb steht ‘Frankenstein’ überhaupt auf der Liste? Sollte man wirklich bei ‘Hamnet’ viele Tränen verdrücken?”
Weiterer Hörtipp: Bei “Medien – Cross und Quer” sprechen Michael Meyer und Christoph Borgans mit dem Kulturjournalisten und SR-Redakteur Oliver Hottong über den Filmfestival Max-Ophüls-Preis und den deutschen Filmnachwuchs: “Welche Themen treibt die neue Generation von Filmemachern um? Wie erzählen sie? Und: Was braucht der deutsche Film, um in Schwung zu kommen?” (ardaudiothek.de, Audio: 19:05 Minuten)

Nackter Kaiser, Von Menschen gemacht, Gefälschte Schneemassen

1. Kaiser Trump ist nackt
(derstandard.at, Olivera Stajić)
Olivera Stajić warnt in ihrer Kolumne davor, dass normale journalistische Arbeit bei Donald Trump gefährlich sei, weil das nachträgliche Ordnen seiner wirren Reden den US-Präsidenten vernünftiger wirken lasse, als er eigentlich sei. Trump verbreite am laufenden Band Lügen und beschimpfe Gegner, weshalb man sein Verhalten nicht wie normalen politischen Alltag behandeln dürfe. Stattdessen sollten Medien wie im Märchen “Des Kaisers neue Kleider” ganz offen aussprechen, dass der Präsident nicht normal handele, sondern gefährlich und unberechenbar sei.

2. “Wir verkaufen keine Informationen – wir sind Gastgeber von Gemeinschaften”
(journalist.de, Catalina Schröder)
Im Interview mit dem “journalist” betont “Zeit”-Chefredakteur Jochen Wegner, dass in einer von Künstlicher Intelligenz geprägten Welt vor allem der “spürbar von Menschen gemachte” Journalismus sowie persönliche Formate wie Podcasts entscheidend seien, um das Vertrauen des Publikums zu sichern. Zwar setze auch Wegners Redaktion Technologie bereits intensiv zur Effizienzsteigerung ein, doch er stellt klar, dass KI den journalistischen Kern niemals ersetzen dürfe. Originäre Recherche und menschliche Einordnung würden unersetzbar bleiben.

3. Fakes in geordneten Bahnen
(taz.de, Ann-Kathrin Leclère)
Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka liege zwar wirklich viel Schnee, doch viele spektakuläre Bilder dazu im Internet seien per KI gefälscht und völlig übertrieben, schreibt Ann-Kathrin Leclère. Diese Fake-Fotos seien so beliebt, weil sie Emotionen wecken und ein friedliches Alltagsleben zeigen würden, das man sonst kaum aus Russland sehe.

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4. Haftbefehl-Doku und ARD-Korrespondentin von der Tann für Grimme-Fernsehpreis nominiert
(spiegel.de)
Das Grimme-Institut habe seine diesjährigen Nominierungen bekannt gegeben, zu denen unter anderem die Netflix-Dokumentation über Rapper Haftbefehl, die ARD-Journalistin Sophie von der Tann sowie der Comedian Till Reiners zählen würden. Die Geschäftsführung habe jedoch kritisiert, dass wichtige Aspekte wie eine “hochkarätige Auseinandersetzungen mit dem Thema Krieg”, der Klimakrise oder der aktuellen politischen Situation in den USA in den TV-Medien zu wenig Raum bekämen. Außerdem fehle es der Unterhaltungsbranche an Mut zu Innovationen. Insgesamt seien aus mehr als 750 Einreichungen 71 Produktionen und Einzelleistungen als Nominierte ausgewählt worden.

5. Preisverleihung: Kooperation mit Otto Brenner Stiftung
(netzwerkrecherche.org)
Nach einer einjährigen Pause schreibe die Otto Brenner Stiftung ihre Auszeichnungen für kritischen Journalismus wieder aus und prämiere dabei erstmals die beste lokale Recherche. Zudem stärke die Stiftung ihre Rechercheförderung, indem sie künftig vier statt drei Recherchestipendien vergebe und die finanziellen Mittel hierfür auf 24.000 Euro erhöhe. Die Preisverleihung finde im Rahmen einer neuen Kooperation mit dem Netzwerk Recherche (NR) am 11. Juni dieses Jahres in Hamburg als Auftakt zur dortigen NR-Jahreskonferenz statt.

6. Was aktuell auf Instagram und TikTok viral geht
(dwdl.de, Simon Pycha)
“DWDL”-Autor Simon Pycha stellt in seinem “Trend-Ticker” diverse virale Social-Media-Trends der vergangenen Wochen vor, die von humorvollen Imitationen berühmter Stars als Eulen bis hin zu nostalgischen Rückblicken auf das Jahr 2016 reichen. Neben kreativen Reaktionen auf politische Debatten zur Zusammenlegung von Bundesländern thematisiert er auch solidarische Aktionen wie lilafarbene Profilbilder als Protest gegen Femizide. Gleichzeitig weist Pycha auf problematische Entwicklungen hin, darunter verbreitete Falschmeldungen über eine angebliche KiKa-Abschaltung sowie Vandalismus an Straßenschildern.

Ringen um Spartenkanäle, Heiße Luft aus der Krone, Grok und X

1. Was bleibt, was geht? Wie ARD & ZDF um ihre Spartenkanäle ringen
(dwdl.de, Alexander Krei)
Nach dem Inkrafttreten des Reformstaatsvertrags müssten ARD und ZDF die Anzahl ihrer Spartenkanäle in den Bereichen Information und Unterhaltung drastisch reduzieren. Dies führe hinter den Kulissen zu einem komplexen Ringen um die künftige Aufteilung. Der Kinderkanal KiKa sei bestandsgeschützt, aber Angebote wie One, ZDFneo, Phoenix und ZDFinfo könnten künftig gebündelt werden. Der ARD-Vorsitzende Florian Hager habe eine Einigung für das erste Halbjahr 2026 in Aussicht gestellt, damit die Reform fristgerecht zum Januar 2027 umgesetzt werden könne.

2. Heiße Luft aus der Kronen Zeitung: Das Kern-Comeback ist wieder da
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Bei “Kobuk” berichtet Andrea Gutschi über eine von der “Kronen Zeitung” initiierte Debatte um ein angebliches Polit-Comeback von Christian Kern als SPÖ-Chef, die auf dünner Faktenlage und einer Umfrage mit fiktiven Szenarien basiere. Kern selbst und wichtige Parteiflügel würden die Gerüchte dementieren oder zurückhaltend reagieren. Medien wie die “Krone”, “Heute” und “Oe24” würden das Thema jedoch durch ständige Spekulationen und Kommentare am Köcheln halten.

3. Übermedien wird 10!
(uebermedien.de)
Die “Übermedien”-Redaktion feiert das zehnjährige Bestehen des Portals und blickt auf die Entwicklung vom Projekt der Gründer Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz zu einer etablierten Marke für unabhängige Medienkritik zurück. Das werbefreie Angebot finanziere sich ausschließlich über seine Abonnentinnen und Abonnenten und habe mittlerweile rund 3.300 Beiträge veröffentlicht. Anlässlich des Geburtstags wirbt die Redaktion mit einem speziellen Jubiläumsangebot, um den Fortbestand des kritischen Journalismus zu sichern.

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4. Regierungswechsel ohne Pressefreiheit
(verdi.de, Knut Henkel)
Nach Einschätzung der Journalistin Ronna Rísquez habe sich die Lage für Journalistinnen und Journalisten in Venezuela auch unter der Interimsregierung nicht verbessert, weshalb sie aus Angst vor Repressionen oft nur noch anonym berichten würden. Experten würden davon ausgehen, dass die neue Führung zwar wirtschaftliche Zugeständnisse an die USA mache, die autoritären Strukturen im Inneren jedoch beibehalte.

5. Wie Regierungen gegen Grok und X vorgehen
(netzpolitik.org, Laura Jaruszewski)
Laura Jaruszewski berichtet über die weltweiten Reaktionen auf die Flut sexualisierter Deepfakes durch den Chatbot Grok auf der Plattform X. Länder wie Indonesien und Malaysia hätten Grok bereits gesperrt, andere Staaten würden noch prüfen. Die EU-Kommission erwäge derweil Maßnahmen auf Grundlage des Digital Services Act. Ein Eilverfahren gelte als wahrscheinlichste Option.

6. Alle reden vom Wetter
(taz,de, Steffen Grimberg)
Steffen Grimberg thematisiert in der “taz” die aktuelle Dominanz der Wetterberichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Diese beschere den Sendern hohe Einschaltquoten, obwohl die Politik die Programmmenge kritisiere. Grimberg sieht in den Wetterextremen jedoch einen wichtigen Anlass, den Klimawandel stärker in den Fokus der Berichterstattung zu rücken. Er plädiert daher dafür, Formate wie “Klima vor 8” endlich umzusetzen.

BBC wehrt sich gegen Trump, Falsche KI-Tiere, Schabowskis Zettel

1. BBC wehrt sich gegen Trumps Milliardenklage
(spiegel.de)
Donald Trump habe in Florida Klage gegen die BBC eingereicht. Der US-Präsident fordere 10 Milliarden US-Dollar von dem öffentlich-rechtlichen Sender, der sich dagegen wehre. Trump werfe der BBC vor, ihn in einer Dokumentation durch einen fehlerhaften Zusammenschnitt seiner Rede vom 6. Januar 2021, also vor dem Sturm auf das Kapitol, diffamiert zu haben. Obwohl der britische Sender den Schnittfehler eingeräumt und um Entschuldigung gebeten habe, sieht er keine rechtliche Grundlage für Trumps Klage.

2. Falschmeldungen schüren Ängste vor Muslimen
(tagesschau.de, Lena Maurer)
In Sozialen Medien würden sich aktuell massenhaft Falschinformationen über angebliche Vorfälle auf deutschen Weihnachtsmärkten verbreiten, berichtet Lena Maurer im ARD-“Faktenfinder”. Ziel dieser Beiträge sei es offenbar, gezielt Stimmung gegen Muslime und Migration zu machen. Videos von friedlichen, angemeldeten Demonstrationen zum Jahrestag des Sturzes des syrischen Assad-Regimes würden dabei fälschlich als Erstürmung von Weihnachtsmärkten dargestellt, aus dem Kontext gerissene Aufnahmen mit erfundenen Behauptungen verbreitet und KI-generierte Bilder zur Stimmungsmache genutzt.

3. Lüneburger Gericht: Rundfunkbeitrag ist rechtens – Kritik an Böhmermann kein Grund zur Befreiung
(landeszeitung.de)
Das Verwaltungsgericht (VG) Lüneburg habe mehrere Klagen sogenannter “Beitragsblocker” gegen den Rundfunkbeitrag abgewiesen. Diese hätten mit Hilfe von Musterformularen aus dem Internet argumentiert, die Öffentlich-Rechtlichen würden durch einseitige Berichterstattung etwa zum Krieg in der Ukraine oder zur Corona-Pandemie ihren Auftrag verfehlen. Das VG sei allerdings der aktuellen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts gefolgt, wonach die Beitragspflicht erst dann verfassungswidrig sei, wenn das Gesamtprogramm über längere Zeit die gebotene Vielfalt “gröblich verfehlt”. Eine pauschale Kritik an einzelnen Sendungen oder Beiträgen reiche nicht aus. Laut einer Gerichtssprecherin seien bei der Kammer über 100 weitere ähnlich gelagerte Verfahren anhängig.

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4. Streit um den Schabowski-Zettel: Stiftung muss Verkäufer nennen
(rsw.beck.de)
Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Nordrhein-Westfalen habe entschieden, dass das Bonner Haus der Geschichte offenlegen müsse, von wem es den historischen Schabowski-Zettel für 25.000 Euro erworben hat. Geklagt hatte ein Chefreporter der “Bild”-Zeitung. Es gehe um jenen Sprechzettel, mit dem Politbüro-Mitglied Günter Schabowski am 9. November 1989 die neue DDR-Reiseregelung verkündet und mit seiner Äußerung “sofort, unverzüglich” zumindest indirekt die Maueröffnung ausgelöst habe. Das Haus der Geschichte habe dem Verkäufer des Zettels Anonymität zugesichert. Laut OVG überwiege allerdings das verfassungsrechtliche Informationsinteresse der Presse das Vertraulichkeitsinteresse des Verkäufers.

5. Klima vor acht verpasst Spendenziel und will trotzdem ins Erste
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der Verein “Klima vor acht” habe seine Spendenaktion beendet, allerdings statt der angepeilten 250.000 Euro nur rund 135.000 Euro einsammeln können. Mit dem Geld wolle er sich ins Werberahmenprogramm des Ersten einkaufen, um kurz vor der “Tagesschau” einen Spot zum Thema Klima und die Berichterstattung darüber zu platzieren. Allerdings bleibe unklar, ob dieser die Vorgaben des Medienstaatsvertrags für Wirtschaftswerbung erfüllen werde.

6. “Man vertraut der KI schon zu sehr”
(pr-journal.de)
Im Interview mit dem “PR-Journal” warnt Florian Amrhein, Pressesprecher der Heinz Sielmann Stiftung, davor, dass KI-generierte Tierbilder zunehmend professionelle Bilddatenbanken und Soziale Medien fluten würden und dabei oft biologisch falsch seien. So würden sie etwa eine falsche Anzahl an Gliedmaßen oder unrealistische Körperproportionen zeigen. Amrhein zitiert Tierfilmer Sielmann: “Künstliche Darstellungen fördern Unwissen. Heinz Sielmann hat einmal gesagt: Nur was man kennt, schützt man auch. Wenn dieser Bezug fehlt, fehlt auch das Verständnis und damit langfristig der gesellschaftliche Wille, Natur zu bewahren.”

KW 49/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie Journalisten mit eigenen Positionen in Erscheinung treten
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 32:04 Minuten)
Bei “Nach Redaktionsschluss”, dem Medienpodcast des Deutschlandfunk (DLF), geht es um die Frage, wie viel eigene Meinung und Haltung Journalistinnen und Journalisten zeigen dürfen und ob völlige Neutralität überhaupt möglich ist. Anhand von Beispielen erörtern DLF-Hörer Paul Stoop, Medienjournalist Steffen Grimberg und Elena Gorgis aus der DLF-Redaktion “Meinung & Diskurs”, welche Verantwortung Medienschaffende bei Äußerungen in Sozialen Netzwerken tragen und wie dies deren Glaubwürdigkeit beeinflusst.

2. Wissenschaft im Netz der Desinformation: Die Rolle von digitalen Medien und KI
(youtube.com, Ennio Brandt, Video: 22:51 Minuten)
Ennio Brandt warnt in seinem Vortrag vor den Gefahren wissenschaftsbezogener Desinformation, die zunehmend durch KI-Tools wie Deepfakes und automatisierte Textgeneratoren sowie durch populistische Akteure verbreitet werde. Er zeigt anhand von Beispielen aus Telegram-Kanälen und Social Media, wie Themenfelder wie Klimawandel oder Covid-19 gezielt mit Verschwörungsnarrativen verknüpft würden, um eine vermeintliche “Gegenwissenschaft” zu etablieren und gesellschaftliche Spaltung voranzutreiben.

3. Yasmine M’Barek & Nils Minkmar: Welche Zukunft hat Journalismus in digitalen Zeiten?
(youtube.com, Rüdiger Fries, Video: 2:07:45 Stunden)
Nils Minkmar und Yasmine M’Barek diskutieren im “Digital Fight Club” über die Bedrohung des Qualitätsjournalismus durch Algorithmen, Desinformation und eine zunehmend polarisierte Debattenkultur. Beide sind sich einig, dass unabhängige Medien nur durch eine stärkere Regulierung der Digitalkonzerne sowie die Bereitschaft der Gesellschaft, für glaubwürdige Berichterstattung zu bezahlen, eine Zukunft hätten.

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4. Die Liebe zum Spiel (mit Mara Pfeiffer)
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 1:12:12 Stunden)
In einer Sonderfolge ihres Podcasts “Die Medienversteher” sprechen Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer mit der Sportjournalistin Mara Pfeiffer über deren Erfahrungen in der noch immer stark männlich dominierten Fußballbranche, in der sie sich trotz massiver Online-Anfeindungen und sexistischer Kritik einen Platz erkämpft habe. Pfeiffer versteht den Sportjournalismus weniger als reine Spielberichterstattung, sondern als Schnittstelle zu gesellschaftlichen Themen wie Rassismus, Sexismus und Demokratie.

5. Ankäufe, Video, Events: Was die ARD mit Podcasts vorhat
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 32:06 Minuten)
Im Podcast “Läuft” beschreibt Leiterin Cathrin Jacob die Arbeit der neuen “Podcast-Unit” der ARD als vernetzenden “Service-Satelliten”, der durch engere Kooperation der Sender Doppelstrukturen vermeiden und hochwertigen “Hero Content” fördern solle. Angesichts eines veränderten Marktes setze die ARD verstärkt auf externe Partnerschaften und experimentiere mit Video-Podcasts.

6. Die Margen der Kunst
(youtube.com, Michael Seemann, Video: 24:47 Minuten)
Michael Seemann erklärt in seinem Vortrag, dass Macht in der Musikindustrie davon abhänge, wie schwer jemand zu ersetzen ist. Aktuell würden wenige große Musikverlage das Geschäft dominieren. Künstlerinnen und Künstler würden durch das Überangebot im Streaming und kommende KI-Konkurrenz immer austauschbarer und damit machtloser. Seemann empfiehlt den Kreativen, sich nicht auf das Urheberrecht zu verlassen, sondern sich in Gewerkschaften zu organisieren.

KW 47/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

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1. Was ist beim Grazer Amoklauf schiefgegangen?
(youtube.com, Zeitgeist, Video: 27:50 Minuten)
Das Video übt scharfe Kritik an der sensationslüsternen Berichterstattung vieler österreichischer und deutscher Medien (unter anderem “Krone”, “oe24”, “Bild”, “Auf1”, aber auch “Profil”) nach dem Amoklauf an einer Grazer Schule am 10. Juni dieses Jahres. Es wird detailliert aufgezeigt, wie Journalistinnen und Journalisten ethische Grenzen überschritten haben, indem sie traumatisierte Kinder interviewt, Falschinformationen über Motive verbreitet und den Täter durch unverpixelte Fotos und Namensnennung heroisiert haben. Dies habe auch die Gefahr von Nachahmungstaten (“Columbine-Effekt”) massiv erhöht.

2. Viel Lärm und wenig Echo? Die Weltklimakonferenz und die Medien
(ardaudiothek.de, Thomas Bimesdörfer & Stefan Eising, Audio: 19:41 Minuten)
Die Weltklimakonferenz COP30 im brasilianischen Belém ist vorüber. Thomas Bimesdörfer und Stefan Eising haben bei “Medien – Cross und Quer” Janina Schreiber aus der ARD-Klimaredaktion eingeladen und mit ihr über die medial vermittelte Wahrnehmung der Konferenz gesprochen: “Bekommt dieses Treffen auch die öffentliche Aufmerksamkeit, die sich die Veranstalter für ihr Thema erhoffen? Oder sind Großveranstaltungen dieser Art inzwischen zu Ritualen erstarrt? Ist das Ringen um einzelne Formulierungen in Abschlusserklärungen vielleicht einfach nicht spannend genug, um den Weg in die Schlagzeilen zu finden?”

3. Macht Behörden-PR dem Lokaljournalismus das Geschäft kaputt?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 28:55 Minuten)
Machen Kommunen mit ihren Aktivitäten auf Social-Media-Plattformen der Lokalpresse Konkurrenz oder verdrängen sie sogar, wie manche Verleger behaupten? Darüber spricht Holger Klein mit dem Journalisten und Rechtsanwalt Hermann von Engelbrechten-Ilow: “Lässt sich das Verbot für Kommunen, eigene Radiosender oder Zeitungen zu betreiben, so einfach auf Social-Media-Auftritte übertragen? Wie passt das mit der Pflicht zur Öffentlichkeitsarbeit zusammen, die Behörden eben auch haben? Und liegen die Probleme des Lokaljournalismus in Wahrheit nicht ganz woanders – und vor allem: viel tiefer?”

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4. Unterschätzen Medien die Gefahr von rechts?
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 34:14 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, ob Medien, auch die öffentlich-rechtlichen, die Gefahr von rechts unterschätzen. Der DLF-Hörer und Mitarbeiter des Flüchtlingsrats Baden-Württemberg Julian Staiger diskutiert darüber mit dem Kommunikationswissenschaftler Marcus Maurer.

5. Pinar Atalay, was ist Ihre Rolle in gesellschaftlichen Debatten?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 26:03 Minuten)
Bei “Läuft”, dem Medienpodcast von “epd medien” und Grimme-Institut, unterhält sich Alexander Matzkeit mit Pinar Atalay, die einige Zeit die “Tagesthemen” moderiert hat und seit September alle zwei Wochen bei n-tv eine Talkshow präsentiert: “Was zeichnet sie aus? Was bringt sie mit? Und wie sieht sie die Rolle der Medien und damit auch ihre eigene Rolle in einer polarisierten Gesellschaft?”

6. Podcast-Markt im Umbruch
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 46:19 Minuten)
Lukas Schöne spricht bei “This is Media Now” mit Sarah Berg-Türkis, Audiolead beim “Zeit”-Verlag, über die strategische Bedeutung von Podcasts. Im Fokus stehen dabei der erfolgreiche Wandel vom reinen Reichweitenmodell hin zu kostenpflichtigen Abonnements auf externen Plattformen. Zudem diskutieren die beiden darüber, wie Live-Events und nahbare Hosts dabei helfen können, in einer schnelllebigen Medienwelt eine treue Hörerschaft aufzubauen.

Springers US-Expansionsgelüste, Exilmedien unverzichtbar, Deep Nudes

1. Expansion in den USA: Axel Springer hat es auf CNN und “Wall Street Journal” abgesehen
(tagesspiegel.de, Philipp Blanke)
Der Axel-Springer-Konzern prüfe laut US-Medienberichten eine massive Expansion in den USA. Das Unternehmen habe Interesse an einer Übernahme von CNN sowie dem “Wall Street Journal”. Springer-Chef Mathias Döpfner wolle den Firmenwert durch große Zukäufe verdoppeln, da er das deutsche Mediengeschäft als weniger relevant und zukunftsträchtig ansehe. Döpfner suche in den USA zudem gezielt die Nähe zu wichtigen Tech-Bossen.

2. BBC bittet Trump um Entschuldigung
(spiegel.de)
Die BBC habe US-Präsident Donald Trump für einen irreführenden Schnitt in einer Dokumentation um Entschuldigung gebeten. Die Doku habe fälschlicherweise den Eindruck erweckt, Trump habe in einer Rede direkt zur Gewalt aufgerufen. Der BBC-Vorsitzende habe in einem Brief sein Bedauern ausgedrückt. Gleichzeitig habe der öffentlich-rechtliche Sender die rechtliche Grundlage für die von Trump angedrohte milliardenschwere Verleumdungsklage entschieden zurückgewiesen.

3. RSF: Exilmedien als Quelle
(verdi.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) betone in einem neuen Bericht, dass Exiljournalismus unverzichtbar sei, um Zensur, Kriegsverbrechen und Desinformation in autoritären Regimen aufzudecken. Als Beispiele für diese wichtige Arbeit werden Enthüllungen von Exilmedien wie “The Insider” über russische Propaganda, den Wirecard-Manager Jan Marsalek oder die Ausbeutung politischer Gefangener durch einen AfD-Politiker in Belarus genannt. RSF fordere demokratische Regierungen daher dringend auf, diese Medienschaffenden besser zu schützen und nachhaltig zu unterstützen.

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4. “Jemand macht Geld mit Fake-Nacktbildern”: Ja, die Heute-Zeitung!
(kobuk.at, Sophia Ţigănaş)
Sophia Ţigănaş kritisiert die Berichterstattung des österreichischen Boulevardportals Heute.at über sogenannte Deep Nudes. Ihr Fazit: “Bei der Berichterstattung über die Verbreitung von KI-generierten Nacktbildern im Internet ist Heute.at Teil des Problems, über das die Zeitung berichten will: Sie verbreitet ungewollte Sexualisierung und verletzt zusätzlich die Intimsphäre realer Menschen.”

5. Wie steht es um den Klimajournalismus?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 39:56 Minuten)
Vom 10. bis zum 21. November findet im brasilianischen Belém die UN-Klimakonferenz COP 30 statt. Damit rückt auch der Zustand des Klimajournalismus in den Fokus. Im Deutschlandfunk diskutieren Alexandra Endres (“Table.Media”) und Torsten Schäfer (FH Darmstadt) mit Moderator Sascha Wandhöfer darüber, welche Rolle das Klima im Alltag in deutschen Medien spielt.

6. Immer mehr Werbung im Fernsehen?! Ein Realitäts-Check
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Uwe Mantel analysiert bei “DWDL” den weit verbreiteten Eindruck, dass die Werbung im Privatfernsehen überhandnehme, und stellt klar, dass dieser täusche – jedenfalls wenn man auf die klassische Werbung schaut. Die dafür vorgesehene Zeit sei gesetzlich streng auf 20 Prozent, also zwölf Minuten pro Stunde, begrenzt und habe sich nicht erhöht. Die Wahrnehmung längerer Pausen entstehe durch eine flexiblere Verteilung der Werbeblöcke sowie durch zusätzliche Programmtrailer, Eigenwerbung und Spendenaufrufe, die nicht zur offiziellen Werbezeit zählen würden.

Mehrheit wackelt, Autoritäre Tech-Netzwerke, Keine Horrorszenarien

1. Mehrheit für Reformstaatsvertrag wackelt auch in Brandenburg
(dwdl.de, Alexander Krei)
Dem Reformstaatsvertrag für ARD und ZDF drohe in Brandenburg das Aus, da das BSW seine Zustimmung verweigere. Die Partei kritisiere die Reformen als unzureichend sowie als eine “Verengung des Meinungskorridors”. Alexander Krei schreibt: “Theoretisch könnte der Brandenburger Landtag den beiden Mediensstaatsverträgen trotzdem zustimmen – mit einer Mehrheit aus SPD und CDU. Noch ist allerdings unklar, was das für die Zukunft der Koalition [aus SPD und BSW] bedeuten würde, immerhin sieht der Koalitionsvertrag vor, dass beide Parteien nicht mit wechselnden Mehrheiten abstimmen.”

2. Wie autoritäre Tech-Netzwerke die europäische Souveränität gefährden
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Markus Reuter berichtet über die neue interaktive Website authoritarian-stack.info, auf der gezeigt werde, wie in den USA private Tech-Konzerne wie Palantir zunehmend staatliche und militärische Funktionen übernehmen. Das Projekt kartiere die personellen und finanziellen Verbindungen dieses Netzwerks, das laut den Forscherinnen und Forschern staatliche Souveränität in private Plattformen umwandele. Die Website warne davor, dass dieses autoritäre Modell nach Europa exportiert werde.

3. “Wir malen kein Horrorszenario an die Wand, sondern zeigen Lösungen”
(uebermedien.de, Annika Schneider, Audio: 37:20 Minuten)
Bei “Nice & Nötig” hat Annika Schneider mit Miriam Richter, Redakteurin des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z), gesprochen. Sie diskutierten darüber, warum die Klimaberichterstattung bei Richters Lokalzeitung überraschend erfolgreich ist. Der Ansatz bestehe darin, keine Horrorszenarien zu zeichnen, sondern lösungsorientiert über konkrete Klimaschutzmaßnahmen vor Ort zu berichten.

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4. Tödliches Mäzenatentum
(kulturundkontroverse859.substack.com, Johannes Franzen)
Johannes Franzen erörtert in seinem Essay anhand eines konkreten Beispiels die Bedeutung des investigativen Journalismus, der skrupellose Machenschaften von mächtigen Unternehmerfamilien aufdeckt. Franzen schlussfolgert, dass aggressiver Journalismus und künstlerischer Aktivismus notwendig seien, um die Komplizenschaft zwischen Institutionen und skrupellosen Mächtigen aufzudecken.

5. “Jetzt” will Journalismus neu erfinden
(taz.de, Florian Bayer)
Nach einer langwierigen Kampagne sei in Österreich das neue, rein digitale Medium “Jetzt” mit 5.900 zahlenden Mitgliedern an den Start gegangen. Es setze nach dem dänischen Vorbild “Zetland” auf ein reines Abo-Modell. Unter Chefredakteurin Hatice Akyün wolle die Redaktion einen Nachrichtenüberblick und ein bis zwei vertiefende Texte pro Tag bieten, die alle auch als Audioversion verfügbar sein sollen.

6. Co-Regis­seur von “Kau­litz & Kau­litz” muss genannt werden
(lto.de, )
Pablo Ben Yakov habe erfolgreich gegen den Deutschen Fernsehpreis geklagt, weil er bei der Nominierung der Netflix-Serie “Kaulitz & Kaulitz” nicht namentlich als Co-Regisseur genannt worden sei. Die Nichtnennung eines Miturhebers stelle eine Leugnung der Urheberschaft dar und verletze das Recht auf Urheberbenennung. Die Veranstalter hätten den Eintrag daraufhin korrigiert und Ben Yakovs Namen ergänzt.

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