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KW 39/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Gefangen im Paralleluniversum: Wie uns alternative Medien bedrohen
(derstandard.at, Benedikt Narodoslawsky, Audio: 40:03 Minuten)
Auf rechten Internetportalen werde ein regelrechtes mediales Paralleluniversum konstruiert, in dem Realitäten wie der Rekord-Hitzesommer, saubere Energien oder geopolitische Konflikte systematisch ins Gegenteil verkehrt würden. Medienethiker Luis Paulitsch legt in seinem Buch und einem aktuellen Fachartikel (PDF) dar, mit welchen Mechanismen alternative Medien gezielt Klimaskepsis in der Bevölkerung schüren. Die Verbreitung solcher Desinformationen destabilisiere das Vertrauen in Fakten. Dies stelle eine wachsende Gefahr für den demokratischen Grundkonsens dar.

2. Macht Donald Trump die Medien mundtot?
(deutschlandfunk.de, Monika Dittrich, Audio: 1:25:52 Stunden)
Im generell empfehlenswerten USA-Podcast des Deutschlandfunks “Amerika verstehen” geht es diesmal explizit um die Medienstrategie Donald Trumps: “Der US-Präsident sperrt Reporter von CNN und anderen Medienhäusern aus dem Weißen Haus aus. Er beschimpft Journalisten und verklagt Zeitungsredaktionen. Dabei stehen die USA eigentlich für radikale Meinungsfreiheit, erklärt Historiker Volker Depkat.”

3. Medien und Terrorismus: Die Öffentlichkeit als Waffe
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 49:47 Minuten)
Terrorismus sei im Kern eine gewalthafte, strategisch inszenierte Kommunikation, bei der Täter die mediale Aufmerksamkeit gezielt als Waffe einsetzen. Das Verhältnis zwischen Journalismus und Terrorismus lasse sich weniger als Symbiose, sondern treffender als Parasitismus beschreiben. Attentäter würden die Aufmerksamkeitsökonomie der Medien ausnutzen, um Angst zu schüren. Redaktionen ständen wiederum unter dem Zwang, das akute Informationsbedürfnis des Publikums zu bedienen. Angesichts dessen plädiert Journalistik-Professor Tanjev Schulz für redaktionelle Besonnenheit statt vorschneller Hysterie.

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4. Wer schaut noch hin? Was passiert, wenn der Lokaljournalismus verschwindet?
(der-boell-podcast.podigee.io, Jule Eikmann, Audio: 39:28 Minuten)
Der schleichende Niedergang des deutschen Lokaljournalismus bedrohe zunehmend dessen demokratische Kontrollfunktion vor Ort. In fast jedem zweiten Landkreis existiere nur noch eine einzige Lokalzeitung. Wo Redaktionen schließen oder die Printzustellung einstellen, entstünden Informationslücken, die vermehrt durch Pseudomedien oder parteinahe Angebote gefüllt würden. Die Kommunikationswissenschaftlerin Leila Dogruel spricht sich für eine staatsferne, kriterienbasierte Redaktionskostenförderung nach skandinavischem Vorbild aus.

5. Meta haftet für Algorithmen – verändert dieses Urteil Social Media?
(youtube.com, Gavin Karlmeier, Video: 53:08 Minuten)
Im Gespräch mit Gavin Karlmeier ordnet Medienanwalt Chan-jo Jun ein Urteil des Landgerichts Frankfurt im Rechtsstreit von “Finanzfluss”-Gründer Thomas Kehl gegen den Social-Media-Konzern Meta ein, das das bisherige Providerprivileg grundlegend infrage stelle. Meta hafte demnach unmittelbar für betrügerische Werbeanzeigen mit gestohlenen Identitäten. Das Unternehmen übernehme durch algorithmische Kuration und Ausspielung die inhaltliche Kontrolle und mache sich die Beiträge zu eigen. Außerdem besprechen die beiden, wie in Karlmeiers Podcast “Haken dran” üblich, die neuesten Entwicklungen aus der Social-Media-Welt.

6. Wie die “Next Uri Geller” Zaubertricks aufgeflogen sind
(youtube.com, Philipp Walulis, Video: 23:53 Minuten)
In einer satirischen Retro-Analyse zur ProSieben-Show “The Next Uri Geller” rekonstruiert Philipp Walulis, wie das Format vor allem in Staffel 2 durch peinliche Pannen und simple Taschenspielertricks seine Glaubwürdigkeit verloren habe. Gewöhnliche Zauberkünstler seien per Vertrag als Mentalisten mit angeblich übersinnlichen Kräften inszeniert worden. Doch Live-Übertragungen hätten Tricks entlarvt, etwa durch sichtbare Spickversuche bei Zahlen-Codes oder ein manipuliertes Vorhängeschloss, das bei jedem Schlüssel aufsprang. Gellers eigene Nummern hätten den Niedergang des Hypes im deutschen Fernsehen schließlich besiegelt.

Wahlberichterstattung, No-SLAPP-Handbuch, Macrons Mission

1. “Das Vergangene ist nie tot. Es ist nicht einmal vergangen.”
(mdr.de, René Martens)
Der Medienkolumnist René Martens analysiert den Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt und geht der Frage nach, inwiefern etablierte Parteien und Medien den Diskurs zugunsten der Rechten verschoben haben. Unter Verweis auf Analysen von “Zeit”-Journalist Christian Bangel und Soziologe Oliver Nachtwey konstatiert er, dass die Übernahme harter migrations- und klimaskeptischer Narrative (“Abgrenzung durch Anpassung”) nicht zu einer Schwächung, sondern zur Legitimation des rechtsextremen Originals geführt habe (Issue-Ownership-Theorie).
Weiterer Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Da sitzt also ein Mann im ARD-Studio, wirft dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk Desinformation vor und will den Vertrag kündigen. Und die Sendung läuft weiter, als hätte er irgendwas Langweiliges zum Straßenbau zwischen Magdeburg und Halle gesagt.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:11 Minuten)

2. Es erinnert an Donald Trump
(taz.de, Mohamed Amjahid)
Nach dem Wahlerfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnt der Journalist Mohamed Amjahid vor drastischen Einschnitten für die Presse- und Rundfunkfreiheit. Ausgehend von eigenen Erfahrungen sowie von gezielten Einschränkungen für Journalistinnen und Journalisten am Wahlabend zieht Amjahid Parallelen zur Medienfeindlichkeit von Donald Trump sowie zu autoritären Entwicklungen in Polen und Ungarn. Um die Pressefreiheit wirksam zu verteidigen, müsse die Medienlandschaft aufhören, rechtsextreme Spitzenkandidaten unkritisch zu normalisieren.

3. Nius durfte Asy­l­an­wältin nicht an den Pranger stellen
(lto.de)
Das Berliner Kammergericht habe “Nius” eine identifizierende Berichterstattung über die Asylanwältin des Attentäters von Solingen untersagt und dem Onlineportal des ehemaligen “Bild”-Chefredakteurs Julian Reichelt zum Schadenersatz verpflichtet. Das Gericht habe die namentliche Nennung als unzulässige Prangerwirkung eingestuft. Formulierungen im Text hätten eine direkte Verbindung zwischen der regulären anwaltlichen Vertretung und der späteren Tat suggeriert und gravierende Diffamierungen sowie Bedrohungen gegen die Juristin provoziert. Das Urteil sei nicht rechtskräftig, eine Revision nicht zugelassen. Dagegen habe “Nius” eine Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt.

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4. Vertrauensverlust: Nachrichtenmedien unter Druck
(blog.medientage.de, Marlene Röhner)
Laut aktuellen Studien wie dem “Social-Media-Atlas 2026” und dem “Reuters Institute Digital News Report 2026” gerate die klassische redaktionelle Berichterstattung zunehmend unter Druck: 43 Prozent der Menschen in Deutschland (bei den 20- bis 49-Jährigen sogar über die Hälfte) würden Beiträge in Sozialen Netzwerken mittlerweile für glaubwürdiger als redaktionelle Nachrichten halten. Zugleich nehme die gezielte Vermeidung von Nachrichten infolge von Reizüberflutung und Krisenmüdigkeit stark zu. Dies führe dazu, dass traditionelle Medienhäuser im digitalen Raum zusehends die Kontrolle über die Distribution und die gesellschaftliche Meinungsbildung verlören.

5. No SLAPP Handbuch: Strafrecht
(verdi.de, Robert Brockhaus)
Das No-SLAPP-Handbuch der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union in Verdi befasst sich mit dem wachsenden Phänomen missbräuchlicher Strafanzeigen wegen Beleidigungsdelikten, die als strategische Klagen gegen öffentliche Beteiligung (SLAPP) eingesetzt würden, um Journalistinnen und Journalisten einzuschüchtern, finanziell zu belasten oder an deren Privatadressen zu gelangen. Für den Fall einer Strafanzeige empfiehlt der Leitfaden Betroffenen, zunächst von ihrem Schweigerecht Gebrauch zu machen. Außerdem sei es ratsam, frühzeitig Akteneinsicht zu beantragen und rechtzeitig Schutzvermerke gegen die Weitergabe der Wohnanschrift in der Ermittlungsakte zu erwirken.

6. Macrons Mission: Höchste Zeit, den Film vor Big Tech zu retten
(dwdl.de, Torsten Zarges)
Auf dem von Frankreich und Südkorea initiierten “Lumière Summit” an der Côte d’Azur habe Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron dazu aufgerufen, die Zukunft des Films gegen die Verwertungslogik von Big Tech zu verteidigen. Die Rechenleistung von Künstlicher Intelligenz dürfe nicht mit echter menschlicher Schaffenskraft verwechselt werden. Als Gegenmodell forciere der Gipfel einen “Multilateralismus des Bewegtbilds”. Kernstücke seien die von 120 Akteuren unterzeichnete “Lumière Declaration” zum Schutz von Kreativen und Urheberrechten sowie eine gemeinsame Förderpartnerschaft zwischen Frankreich und Südkorea.

Mob gegen Presse, Macht der Beeinflussung, Nackte Tatsache

1. Mob gegen Presse
(taz.de, André Zuschlag)
Nach Recherchen über zwei extrem rechte AfD-Kandidierende für die Oldenburger Kommunalwahl sei das freie “taz”-Duo Aljoscha Hoepfner und Mieke Wolke massiven Einschüchterungsversuchen ausgesetzt. Neben gezieltem Online-Doxxing, Beleidigungen und Diffamierungskampagnen durch rechte Influencer habe eine der Porträtierten vor Veröffentlichung des Artikels mutmaßlich Hoepfners Wohnadresse ausgespäht. “Wir gehen davon aus, dass der Zweck dieses Einschüchterungsversuchs war, die Veröffentlichung des Artikels zu verhindern”, so Hoepfner.

2. AfD-Rundfunkpläne in Sachsen-Anhalt: RSF prüft rechtliche Schritte
(reporter-ohne-grenzen.de)
Im Vorfeld der Wahlen in Sachsen-Anhalt kündigt die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) Gegenwehr an, sollte die AfD ihre Pläne zum Rundfunkabbau umsetzen: “Wir nehmen die Ankündigungen der AfD ernst und bereiten uns deshalb schon jetzt auf mögliche staatliche Eingriffe in die Rundfunkordnung vor”, so RSF-Geschäftsführer Christian Mihr: “Sollte eine künftige Landesregierung die Rundfunkstaatsverträge kündigen und sich abzeichnen, dass die dann entstehende Rundfunkordnung keine umfassende und freie Meinungsbildung mehr erlaubt, werden wir entsprechende rechtliche Schritte einleiten.”

3. Mit ihrem Verbot helfen Meta und Google der AfD
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz)
Als Reaktion auf strengere EU-Transparenzvorgaben hätten Digitalkonzerne wie Meta und Google bezahlte politische Anzeigen in Europa verboten. Vor den anstehenden Landtagswahlen in drei Bundesländern habe dies zwar positive Effekte, zwinge Parteien im Internet jedoch vollends in die organische Plattformlogik. Da Algorithmen vor allem emotionale Zuspitzung, Wut und Polarisierung belohnen, profitiere hiervon überproportional die AfD, schreibt Ingo Dachwitz bei netzpolitik.org.

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4. “Das ist keine Welt, in der wir leben wollen”
(journalist.de, Catalina Schröder)
Die Klimaforscherin Friederike Otto erklärt im Gespräch mit dem “journalist”, wie die Zuordnungsforschung den direkten Einfluss der menschengemachten Erderwärmung auf Extremwetterereignisse wie Starkregen und tödliche Hitzewellen nachweist. Von Medien fordert Otto eine konsequentere Berichterstattung: Journalistinnen und Journalisten sollten Extremwetter verlässlich in den Klimakontext einordnen, Desinformation und deren finanzielle Hintermänner klar benennen sowie sozial gerechte, lebenswerte Lösungen in den Mittelpunkt stellen.

5. Propaganda: Die Macht der Beeinflussung
(verdi.de, Till Schmidt)
Im Gespräch mit dem Verdi-Magazin “M – Menschen machen Medien” analysiert die Historikerin Alexandra Bleyer die Mechanismen moderner Propaganda. Einst wertneutral als werbende Überzeugungskommunikation verstanden, diene der Begriff heute vor allem als polarisierender Kampfbegriff. Propagandistische Strategien würden auf emotionale Schwarz-Weiß-Bilder, selektive Auslassungen und psychologische Schwachstellen setzen. Um Manipulationen wirksam zu begegnen, seien sowohl ein reflektiertes Medienpublikum als auch ein professioneller Journalismus unverzichtbar.

6. News-Charts: Nackte Tatsachen sorgen für Reichweiten-Furore
(dwdl.de, Simon Pycha)
In den aktuellen “Publisher Charts” von “DWDL” für TikTok hätten die Redaktionen von “Tagesspiegel” und “rbb24” im August außergewöhnliche Reichweitenerfolge durch ihre Berichterstattung über den Berliner “World Naked Bike Ride” erzielt. Während Medienhäuser freizügige Inhalte wegen strenger Plattformrichtlinien meist vorsorglich zensieren oder meiden würden, habe der “Tagesspiegel” Verpixelungen durch gezielte Kameraperspektiven geschickt umgehen können und mit rund 117,8 Millionen Aufrufen einen Allzeitrekord der “DWDL”-Auswertung für journalistische Accounts erreicht.

Der MDR und die AfD, Digitale Drogendealer, Quellen-Blackbox KI

1. Im Sturm: Der MDR, die AfD und die Macht der gefühlten Fakten
(dwdl.de, Peer Schader)
Der MDR warne sein Publikum vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit kurzen TV-Bildausfällen davor, dass die AfD den öffentlich-rechtlichen Sender bei einem Wahlsieg abschaffen wolle. Kolumnist Peer Schader schreibt bei “DWDL”, dass Fakten und Aufklärung bei der Partei kaum Wirkung hätten, da sie Sachargumente ignoriere und mit gefühlten Wahrheiten Stimmung mache. Die AfD nutze jeden Streit und jedes Chaos, um sich weiter als Opfer des Systems darzustellen: “Es ist eine Herausforderung – nicht nur für Journalist:innen und für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als solchen, sondern vielleicht für die ganze Gesellschaft: Wie soll man damit umgehen, dass ein Gegenüber jegliche Debatte verunmöglicht, indem es faktisch belegbare Probleme nicht als solche anerkennt – und stattdessen andere behauptet, die faktisch nicht oder kaum zu belegen sind?”

2. Was Zuckerberg wirklich gekauft hat
(digitalpolitik.de, Markus Beckedahl)
Markus Beckedahl kommentiert den Vergleich in Milliardenhöhe, mit dem der Social-Media-Konzern Meta einen der größten Jugendschutzprozesse gegen einen Tech-Konzern abgewendet hat: “Mark Zuckerberg hat in den USA seinen eigenen Standard mitverhandelt und ihn quasi aus der Portokasse bezahlt. Europa sollte ihn nicht kopieren. Der DSA erlaubt, dort anzusetzen, wo der Vergleich aufhört, bei der Architektur selbst. Die Werkzeuge liegen bereit. Jetzt muss Europa es auch benutzen.”
Mit erfrischender Klarheit kommentiert auch die “Wirtschaftswoche”: “Der Facebook-Konzern räumt mit dem Vergleich inoffiziell ein, dass er soziales Gift produziert und digitale Suchtmittel vertickt hat – und entgeht damit seiner Verurteilung als Drogendealer. Es ist ein historischer Sieg. Für Meta und die US-Digitalkonzerne. Sie reinigen ihre Rauschgifte künftig vom gröbsten Dreck und legalisieren sie, nachträglich und vorsorglich, frei nach Paracelsus: alles eine Frage der Dosis.” (wirtschaftswoche.de, Dieter Schnaas)

3. Guten Abend, hier ist die KI-Schau
(taz.de, Selina Hellfritsch)
Eine Studie (PDF) des Thinktanks “Agora Digitale Transformation” warne davor, dass KI-Chatbots wie ChatGPT, Gemini oder Claude zu neuen, intransparenten Gatekeepern der öffentlichen Meinungsbildung würden. Die Forscherin Vivien Benert kritisiere, dass die Quellenauswahl oft eine unkontrollierbare “Blackbox” bleibe. Zudem würden KI-Übersichten in Suchmaschinen die ökonomische Basis von Verlagen bedrohen, da seltener auf Originalquellen geklickt werde.

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4. KI-Test: Ein Chatbot fälscht Nachrichten ohne Zögern
(correctiv.org, Hanna Fröhlich & Sven Niederhäuser)
Ein Test von “Correctiv.Schweiz” zeige, dass sich mit ChatGPT in Sekundenschnelle täuschend echte Social-Media-Grafiken und Falschmeldungen im Design etablierter Schweizer und internationaler Medien (wie SRF, “NZZ” oder “New York Times”) erstellen lassen. Während andere Modelle wie Google Gemini oder Meta AI Falschinformationen oder geschützte Markenlogos weitgehend blockieren würden, generiere ChatGPT selbst gravierende “Fake News” zu Themen wie Wahlbetrug, Klimawandel oder Impfschäden. Expertinnen und Experten wie Angela Müller von “AlgorithmWatch CH” und Florian Tramér von der ETH Zürich sähen darin eine massive Gefahr für die demokratische Meinungsbildung.

5. Newsletter Netzwerk Recherche 260
(netzwerkrecherche.or, Lena Wrba & Christina Brause)
Im aktuellen Newsletter des Netzwerk Recherche (NR) blickt Christina Brause auf das sechsjährige Bestehen der NR-Fachgruppe Datenjournalismus zurück und kündigt neue Austauschformate wie die Wiederbelebung des “Datendienstags” sowie praxisorientierte Abende zu KI und OSINT an. Außerdem gibt es wie immer einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

6. Rechtsstreit um Trumps Visa-Pläne für Journalisten und Studierende
(medien.epd.de)
In den USA würden mehrere Bildungsverbände und Journalistengewerkschaften gegen die Pläne des US-Heimatschutzministeriums, die Gültigkeitsdauer von Visa für ausländische Medienschaffende drastisch von bis zu fünf Jahren auf nur noch 240 Tage zu verkürzen, klagen. Die Kläger würden gravierende Verfahrensfehler nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz rügen und sähen in der Neuregelung einen verfassungswidrigen Angriff auf die Presse- und Redefreiheit.

KW 33/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie entlarvt man Klima-Unsinn in rechtsalternativen Medien?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 20:57 Minuten)
In der neuen Ausgabe des “Übermedien”-Podcasts spricht Holger Klein mit dem Medienethiker Luis Paulitsch, der sich jüngst mit Klima-Desinformation auf rechten Portalen beschäftigt hat: “Wie kann man die Strategien rechtsalternativer Medien entlarven? Welcher Lobby-Verein taucht immer wieder in klimaskeptischen Beiträgen auf? Und was könnte auch der Klimajournalismus etablierter Medien besser machen?”

2. Banal & Teuer: Was die Regierung auf Social Media treibt
(ardmediathek.de, Anja Reschke, Video: 29:47 Minuten)
Anja Reschke thematisiert in ihrer Sendung “Reschke Fernsehen” den wachsenden Social-Media-Apparat der Bundespolitik und hinterfragt den Nutzen der millionenschweren Kampagnen auf Plattformen wie TikTok und Instagram. Allein die Bundesministerien würden über 200 Onlinekanäle betreiben, mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Social Media beschäftigen und hochdotierte Aufträge an externe Werbeagenturen vergeben. Reschke kritisiert, dass der eigentliche verfassungsrechtliche Informationsauftrag zunehmend in inhaltsarmer Selbstdarstellung und Unterhaltung untergehe.

3. Geplante Änderungen des Informationsfreiheitsgesetzes
(djv-nrw.de, Sascha Fobbe, Audio: 28:36 Minuten)
In dieser Folge des Podcasts “Ohne Block und Bleistift” des Deutschen Journalisten-Verbands NRW diskutieren Daniel Drepper (Netzwerk Recherche) und Jonas Seufert (“FragDenStaat”) über die von der Bundesregierung geplanten Reformen des Informationsfreiheitsgesetzes. Beide Journalisten warnen: Neue Hürden wie Begründungspflichten, drohende Gebührenerhöhungen und geschwächte Kontrollinstanzen würden den Zugang zu behördlichen Dokumenten drastisch beschneiden und damit die investigative Berichterstattung gefährden.

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4. Gegen Netflix & Co – Kann ein neuer TV Sender das Privatfernsehen retten?
(ardsounds.de, Leonie Thim, Audio: 27:20 Minuten)
ProSiebenSat.1 wolle einen weiteren Fernsehsender an den Start bringen: Sat.2 soll er heißen und vor allem als Abspielstation für bereits eingeführte Serien und Klassiker dienen. “Warum setzt der Konzern ausgerechnet jetzt auf Nostalgie? Ist das ein verzweifelter Versuch, Zuschauer zurückzugewinnen, oder eine überraschend kluge Strategie? Und wie steht es generell um das lineare Fernsehen?” Der Podcast “BR24 Medien” hat den Fernsehsender zu seinen Plänen befragt, Medienjournalist Steffen Grimberg ordnet das Ganze ein.

5. KI seit Tag eins: Ist morningcrunch ein Modell für den Journalismus von morgen?
(youtube.com, Paul Elvers, Video: 53:30 Minuten)
Im Podcast “KI Köpfe” erzählt “Morning-Crunch”-Mitgründer Paul Ostwald vom Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz im Redaktionsalltag seines Finanz-Newsletters. Er erläutert, wie das Start-up KI-Tools für automatisierte Datenrecherchen, Briefings und Faktenprüfungen nutzt, betont jedoch, dass der unverzichtbare Mehrwert weiterhin beim Menschen liege: Erst redaktionelle Tonalität, Humor und fundierte Kontextualisierung könnten für Leserbindung und Glaubwürdigkeit sorgen.

6. Chinas Buch-Bubble
(diary.umlauts.de, Sven Tetzlaff, Audio: 23:10 Minuten)
In der aktuellen Ausgabe seines “China Tagebuchs” beschäftigt sich Sven Tetzlaff mit der lebendigen chinesischen Literaturszene: von 24-Stunden-Buchlieferdiensten bis zur Verleihung des Lu-Xun-Literaturpreises an einen dichtenden Essenskurier. Im Mittelpunkt steht die 200-Millionen-Nutzer-Plattform “Douban” als asiatisches Pendant zu “Goodreads”. Tetzlaff kritisiert die westliche, oft angelsächsisch verengte Medien- und Literaturblase, die viele Gegenwartsdiskurse und Werke aus Asien systematisch übersehe.

Katastrophe von Ceuta, Social-Media-Verbot, Journalismus mit Lösung

1. Wie es zur Katastrophe von Ceuta kam
(belltower.news, Patrick Gensing)
Patrick Gensing argumentiert in einem Beitrag für “Belltower News”, dass die Katastrophe von Ceuta mit mindestens 88 Toten das tödliche Potenzial von Desinformation offenbart habe. Gezielte Falschmeldungen über ein spanisches Gerichtsurteil hätten die falsche Hoffnung geweckt, die Grenze sei offen. Dies habe zu lebensgefährlichen Handlungsanweisungen in Sozialen Netzwerken geführt. Gensing betont, dass Desinformation kein reines Wissens- oder Medienkompetenzproblem sei, sondern seine größte Sprengkraft dort entfalte, wo Armut herrscht.

2. Fünf erste Lehren aus dem Social-Media-Verbot
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Eine erste offizielle Evaluation des im Dezember 2025 gestarteten australischen Social-Media-Verbots für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren liefere laut netzpolitik.org keine Hinweise auf einen echten Erfolg der Maßnahme. Die meisten betroffenen Minderjährigen seien weiterhin auf Plattformen wie TikTok oder Instagram aktiv, da die Betreiber das Alter der Nutzerinnen und Nutzer nur punktuell überprüfen oder Kontrollen mit einfachen Mitteln wie falschen Altersangaben, VPNs oder der Hilfe von Eltern umgangen würden. Zudem würden viele Jugendliche auf Messenger oder Online-Games ausweichen.

3. Trump weist Berichte über Munitionsknappheit zurück
(taz.de)
US-Präsident Donald Trump habe Medienberichte über angebliche Engpässe bei Waffen und Munition infolge des Irankriegs scharf zurückgewiesen und den Urhebern vertraulicher Leaks mit langjährigen Haftstrafen gedroht. Wie die dpa unter Berufung auf Beiträge von CNN und der “Washington Post” berichtet, hätten Journalisten zuvor gemeldet, dass das US-Militär erhebliche Teile seiner Vorräte an Abfang- und Präzisionsraketen aufgebraucht habe.

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4. US-Gericht verdonnert Meta wegen Gefährdung von Kindern zu 567 Millionen US-Dollar Strafe
(spiegel.de)
Ein Gericht im US-Bundesstaat New Mexico habe den Facebook-Mutterkonzern Meta zur Zahlung von 567 Millionen US-Dollar verurteilt. Meta gefährde die psychische Gesundheit von Jugendlichen und schütze sie nur unzureichend vor sexueller Ausbeutung, so das Gericht. Die Entscheidung folge der zweiten Phase eines richtungsweisenden Verfahrens. Bereits im März sei das Unternehmen zur Zahlung von 375 Millionen US-Dollar Schadensersatz verurteilt worden, womit sich der Gesamtbetrag auf 942 Millionen US-Dollar summiere.

5. “Bunte” muss Gegendarstellung von Karl-Theodor zu Guttenberg veröffentlichen
(sueddeutsche.de)
Das Landgericht Offenburg habe den Burda-Verlag dazu verurteilt, auf der Titelseite der Zeitschrift “Bunte” eine Gegendarstellung des ehemaligen Bundesministers Karl-Theodor zu Guttenberg zu veröffentlichen. Anlass sei eine Schlagzeile aus dem Juli, in der fälschlicherweise über ein “Liebes-Aus” zwischen Guttenberg und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche berichtet worden sei. Die Kosten des Rechtsstreits trage der Burda-Verlag.

6. “Spiegel” will lösungsorientierten Journalismus stärken
(dwdl.de, Alexander Krei)
Der “Spiegel” verstärke unter dem Label “Spiegel Solutions” seine Berichterstattung über lösungsorientierte Ansätze in Politik und Gesellschaft. Wie “DWDL” berichtet, soll die von Autorin Susanne Beyer vorangetriebene Initiative in allen Ressorts aufzeigen, wo gesellschaftliche Ansätze gelingen, ohne dabei den kritischen Blick auf Missstände aufzugeben. Als neues Format werde ein Streitgespräch in Form einer “Mediation” eingeführt, bei der gegensätzliche Diskutanten nach gemeinsamen Schnittmengen suchen. Den Auftakt bilde das Aufeinandertreffen von Klimaschutz-Aktivistin Luisa Neubauer und dem CDU-Politiker Sepp Müller (nur mit Abo lesbar).

Russland desinformiert, Weniger Frauen, KI-Bücher fluten den Markt

1. Russland verstärkt vor Landtagswahlen offenbar Desinformation
(spiegel.de)
Russland habe seine zentral gesteuerten Desinformations-Aktionen im Vorfeld der anstehenden Landtagswahlen in Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern drastisch verschärft. Die Kampagnen würden darauf abzielen, etablierte Parteien (CDU, SPD, Grüne, FDP) sowie Lokalpolitikerinnen und -politiker durch gefälschte Medienbeiträge gezielt zu diskreditieren und das politische Klima zu polarisieren.

2. Weniger Frauen in Führungspositionen
(verdi.de)
Eine aktuelle Auswertung des Vereins ProQuote Medien zeige, dass der Frauenanteil in den Führungsspitzen der Leitmedien seit dem Höchststand im Jahr 2023 kontinuierlich sinke. Die Vorstandsvorsitzende Helena Ott warne vor einem anhaltenden Abwärtstrend, der die mühsam erkämpfte Repräsentation von Frauen im Journalismus gefährde. Während die “taz” mit einem Frauenmachtanteil von knapp 62 Prozent weiterhin den Spitzenplatz belege, hätten andere Medienhäuser wie die “Süddeutsche Zeitung”, die “Welt” oder die “Zeit” Verluste verzeichnet.

3. Die Vermutung war richtig: Was eine neue Studie über KI-Bücher auf Amazon beweist
(buchmarkt.de, Patrick Meier)
Ein Forschungsteam habe in der Preprint-Studie “Generative AI floods and dilutes the market for books” anhand von über 14.000 selbstveröffentlichten E-Books nachgewiesen, dass die Flut KI-generierter Titel den Buchmarkt auf Amazon KDP massiv verwässert. Wie Patrick Meier berichtet, sei das Titelangebot zwischen 2023 und 2026 etwa um das 38-Fache gewachsen, während der Gesamtumsatz nur um das rund Neunfache gestiegen sei. Der Umsatz pro verkauftem Buch sei dadurch auch bei Titeln ohne KI-Anteil um durchschnittlich ein Fünftel gefallen. Besonders stark treffe dieser Verdrängungseffekt den Abodienst Kindle Unlimited.

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4. Klimaskepsis durch »Alternativmedien«? (PDF)
(journalistik.online, Luis Paulitsch)
Eine Fachuntersuchung des Medienethikers Luis Paulitsch in der Zeitschrift “Journalistik” analysiert die systematischen Methoden deutschsprachiger rechtsalternativer Medien zum Schüren von Klimaskepsis und Ablehnung der Energiewende. Anhand von Faktenchecks etablierter Prüforganisationen identifiziert der Autor vier zentrale Muster: “(1) Angriffe gegen klimawissenschaftlichen Konsens; (2) unseriöse Quellen und »Experten«; (3) irreführende Wiedergabe; (4) Diskreditierung politischer Gegner:innen.”

5. Audio oder Video? Wie sich Podcasting durch Plattformen verändert
(dfjv.de, Brigitte Hagedorn)
Die Podcasting-Landschaft verändere sich durch die wachsende Bedeutung von Videopodcasts und empfehlungsgetriebenen Plattformen wie YouTube oder Spotify nachhaltig. Wie Brigitte Hagedorn ausführt, böten Videopodcasts erhebliche Vorteile bei der Sichtbarkeit, Hörergewinnung und Weiterverwendung von Inhalten als Kurzvideos für Social Media. Dennoch verliere der klassische Audiopodcast aufgrund seiner unkomplizierten Verbreitung via RSS-Feed und seiner Stärke als alltägliches Begleitmedium nicht an Relevanz.

6. Christian Meier wird Weimers neuer Kommunikationschef
(dwdl.de, Alexander Krei)
Christian Meier, langjähriger Medienjournalist und ehemaliger Co-Chefredakteur von “Meedia” sowie Reporter bei der “Welt”, wechsele in die Politik: Er übernehme die Leitung des Kommunikationsstabs bei Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Meier folge auf Hero Warrings, der das Haus nach rund einem Jahr in Richtung freie Wirtschaft verlasse. Zusammen mit Christiane Uhlig soll Meier künftig die strategische Kommunikation verantworten.

Ceuta-Vorgeschichte, Interaktives Theater, Schlechter Lernfortschritt

1. Marokko sieht die Schuld bei Sozialen Medien
(tagesschau.de, Stefan Ehlert)
Nach dem Massenandrang auf die spanische Exklave Ceuta habe Marokkos Innenministerium Stellung bezogen und die Verantwortung vor allem auf gezielte Falschinformationen im digitalen Raum zurückgeführt. Wie ARD-Korrespondent Stefan Ehlert berichtet, seien den Ereignissen Aufrufe und Kampagnen auf TikTok, Facebook und Instagram über eine vermeintlich mühelose Einreise vorausgegangen.

2. Keine Gel­dent­schä­d­i­gung wegen Arti­kel­serie über Helene Fischers Mut­ter­schaft
(lto.de, Xenia Piperidou)
Der Bundesgerichtshof habe entschieden, dass die Veröffentlichung einer sechsteiligen Artikelserie mit heimlich aufgenommenen Babyfotos von Helene Fischer in verschiedenen Magazinen desselben Verlags zwar rechtswidrig gewesen sei, der Sängerin jedoch kein Anspruch auf Geldentschädigung zustehe. Eine Entschädigung bei mehreren weniger schweren Eingriffen setze eine “wiederholte und hartnäckige” Verletzung des Persönlichkeitsrechts voraus. Da alle betroffenen Artikel erschienen seien, bevor dem Verlag die erste einstweilige Verfügung zugegangen sei, habe es an dieser Voraussetzung gefehlt, so das Gericht.

3. Frühes Social-Media-Konto = schlechtere Schulleistung?
(spiegel.de)
Eine im Fachblatt “Nature Human Behaviour” veröffentlichte Studie der Universität Milano-Bicocca zeige, dass Jugendliche, die bereits ab der sechsten bis achten Klasse ein Social-Media-Konto besitzen, in standardisierten Leistungstests in Mathematik und der Muttersprache signifikant schlechter abschneiden als Mitschüler, die mindestens bis zur neunten Klasse (circa 14 bis 15 Jahre) damit warten. Dieser Leistungsunterschied entspreche laut Experten dem Lernfortschritt eines halben Schuljahres.

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4. Über Trauma sprechen: Interaktives Theater bereitet Journalismusstudierende vor
(de.ejo-online.eu, Glenda Cooper)
Die interaktive Methode des Forumtheaters lasse sich wirksam einsetzen, um Journalismusstudierende auf die emotionale und ethische Belastung von Trauma-Interviews vorzubereiten. Eine Begleitstudie zu mehrjährigen Workshops zeige, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Rollenspiele und einen Perspektivwechsel nicht nur vorgefasste Vorurteile hinterfragen, sondern auch praktische Empathie und Vertrauen aufbauen können. Der geschützte Raum helfe den Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten, sensible Interviewtechniken zu entwickeln.

5. Newsletter Netzwerk Recherche 259
(netzwerkrecherche.org, Lena Wrba & Christina Elmer)
Der aktuelle Newsletter des Netzwerk Recherche schlägt einen Bogen von anstehenden Fachveranstaltungen bis hin zu medienpolitischen Entwicklungen. So stehe im September die 10. SciCAR-Konferenz in Dortmund an, die sich mit datenbasiertem Journalismus, KI-Anwendungen und der Kooperation zwischen Wissenschaft und Medien befasse. Zudem thematisiert der Newsletter aktuelle Stipendienprogramme für Lokal- und Klimarecherchen, Warnungen vor veränderten US-Visabestimmungen für ausländische Medienschaffende sowie neue Fortbildungs- und Unterstützungsangebote.

6. News-Charts: Wer Ikkimel vom TikTok-Thron verdrängte
(dwdl.de, Simon Pycha)
Bei “DWDL” hat Simon Pycha die aktuellen News-Charts auf TikTok zusammengestellt: Die “Tagesschau” habe sich in der Juli-Analyse der meistgesehenen journalistischen TikTok-Accounts den ersten Platz gesichert. Auf den Plätzen zwei und drei folgen RTL West sowie “ZDFheute”. Neben dem Jugendwort des Jahres seien im Juli vor allem Blaulichtreportagen, Warnungen vor Vibrionen und Beiträge zu neuen Geldschein-Designs die reichweitenstärksten Themen gewesen.

KW 31/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Berichten wir falsch über die Klimakrise?
(ardsounds.de, Sophie Morár, Audio: 27:16 Minuten)
In dieser Folge von “BR24 Medien” thematisiert Sophie Morár die abnehmende Präsenz der Klimakrise im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Hintergrund ist eine aktuelle Studie (PDF) der Initiative Klima° vor acht. Im Studio mit dabei: Lea Dohm, Psychologin und aktiv bei “Psychologists for Future”, Claudia Reiser, Klimajournalistin beim MDR und der ARD-Klimaredaktion, und Özden Terli, Meteorologe und Wettermoderator beim ZDF.

2. Berichterstattung über Waldbrände und Gema vs. Suno AI
(wdr.de, Steffi Orbach, Audio: 43:06 Minuten)
Die WDR5-Sendung “Töne, Texte, Bilder” deckt ein breites Spektrum aktueller Medienthemen ab: ARD-Korrespondent Michael Heussen schildert die Herausforderungen der Berichterstattung vor Ort aus den Waldbrandgebieten in Südwestfrankreich. Musikerin Ella Rohwer ordnet ein noch nicht rechtskräftiges Urteil zugunsten der GEMA gegen das KI-Musikunternehmen Suno AI ein. Außerdem geht es um die EU-Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte und den Einfluss von Künstlicher Intelligenz im israelischen Wahlkampf. Abgerundet wird die Ausgabe durch eine Glosse zum medialen Sommerloch von Philipp Anft.

3. Desinformation: Wie sie unseren Umgang mit Wissen ruiniert
(deutschlandfunknova.de, Romy Jaster, Audio: 53:53 Minuten)
In ihrem Vortrag an der Europa-Universität Viadrina warnt die Philosophin Romy Jaster von der Berliner Humboldt-Universität vor den strukturellen Folgen von Desinformation. Das Problem von “Fake News” beschränke sich nicht nur auf das Erzeugen konkreter Falschannahmen, sondern greife das Wissenssystem als Ganzes an. Durch Strategien wie das gezielte Überfluten des öffentlichen Raums mit Falschinformationen (“Flood the Zone with Shit”) werde die Aufmerksamkeit der Rezipienten überlastet und die Fähigkeit zur begründeten Urteilsbildung untergraben.

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4. Liquid Content: So verändert KI den Journalismus
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 33:41 Minuten)
Im Podcast “Satzzeichen” spricht Gastgeber Christian Jakubetz mit Sascha Devigne, Chefredakteur vom regionalen Fernsehsender Studio 47, über das Konzept des “Liquid Content”. Dabei würden gründlich recherchierte journalistische Inhalte nicht mehr starr für ein einzelnes Medium produziert, sondern dank moderner Künstlicher Intelligenz modular und flexibel für unterschiedlichste Zielgruppen und Plattformen aufbereitet: “Es geht um neue Arbeitsweisen, veränderte Berufsbilder und die Frage, wie journalistische Inhalte in einer fragmentierten Medienwelt möglichst viele Menschen erreichen können.”

5. Das goldene Zeitalter? Wie Communitys, Non-Profit-Redaktionen und TikTok den Journalismus prägen (mit Pauline Tillmann)
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 56:29 Minuten)
Bei “This is Media Now” diskutiert Lukas Schöne mit der Journalistin, Gründerin und Trainerin Pauline Tillmann über die Zukunftsfähigkeit und die Qualitätskriterien des modernen Journalismus. Tillmann vertritt die Auffassung, dass das “goldene Zeitalter des Journalismus” trotz des massiven wirtschaftlichen Drucks weiterhin bestehe. Sie plädiert für einen konstruktiven Journalismus, der Betroffene als handelnde Subjekte porträtiert, sowie für den gezielten Ausbau von Community-Formaten und die Nutzung von Plattformen wie TikTok im Lokaljournalismus.

6. Geheime TikTok-Deals enthüllt: Das dreckige Geschäft mit der Aufmerksamkeit
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 30:25 Minuten)
Mats Schönauer enthüllt mutmaßlich illegale Marketingpraktiken und Schleichwerbekampagnen, die sich gezielt an Jugendliche auf TikTok und anderen Plattformen richten: “Ich habe exklusiv Zugriff auf Dokumente bekommen, die zeigen, wie Unternehmen mit Schleichwerbung und Algorithmus-Manipulation die Plattformen und Communities täuschen.” Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

Anstalt vs. “Anstalt”, Unmut beim DLF, Trump verhökert seine Posts

1. Wir­k­lich ein “Ein­griff in die Mei­nungs- und Kunst­f­rei­heit”?
(lto.de, Jacob Hoffmann)
Das ZDF hat einen geplanten Auftritt des Rappers Danger Dan und des Pianisten Igor Levit in der 100. Ausgabe der Satire-Sendung “Die Anstalt” kurzfristig gestrichen. Die Musiker wollten dort Danger Dans antifaschistischen Song “Keine Angst” präsentieren, der sich mit dem Widerstand gegen Rechtsextremismus befasst. Die ZDF-Intendanz untersagte den Auftritt mit der Begründung, der Text überschreite die Grenze zum Aufruf zu Gewalt und zur Selbstjustiz, was den hauseigenen Programmrichtlinien widerspreche. Jacob Hoffmann ordnet das Geschehen juristisch ein.
Weiterer Lesetipp: Das ZDF hat in einem Beitrag in eigener Sache Stellung bezogen: “Keine Angst”: Warum das ZDF keinen Gewaltaufruf sendet.
Und noch ein Gucktipp: In der ZDF-Sendung “Aspekte” hat Jo Schück mit Expertinnen und Experten gesprochen: “Was sind die Hintergründe für diese Entscheidung? Wie ist dieser Song juristisch einzuschätzen? Wo sind die Grenzen der Kunstfreiheit? Und welche Mittel sind im Kampf gegen den Rechtsextremismus erlaubt?” (zdf.de, Video: 15:11 Minuten)

2. Funken für die neue Medienwelt
(taz.de, Ann-Kathrin Leclere)
Der Deutschlandfunk plane ab dem 30. November eine umfassende Programmreform, die tägliche Fachmagazine wie “Forschung aktuell” oder das Medienmagazin “Mediasres” streiche und deren Inhalte stattdessen in größere Informationsstrecken sowie monothematische Hintergrund-Podcasts einbette. In der Belegschaft und bei der Freienvertretung rege sich massiver Unmut. Auch der Deutsche Journalisten-Verband warne vor einem Verlust an publizistischer Vielfalt und fachlicher Tiefe.

3. Wissenschaftsjournalismus aus der Hölle: Der Boulevard und seine “Studien”
(kobuk.at, Sophie Tiganas)
Eine Analyse des Medienblogs “Kobuk” entlarvt den österreichischen Boulevard (“Krone”, “Oe24”, “Heute”) und dessen systematisch irreführende Berichterstattung über wissenschaftliche Erkenntnisse. Im Jahr 2025 hätten demnach fast die Hälfte von rund 1.500 untersuchten Artikeln Studien verzerrt, unvollständig oder schlicht falsch präsentiert. Die Redaktionen hätten dabei verharmlosende Werbeumfragen von Dating-Plattformen oder Firmen als “Schock-Studien” genutzt, massive methodische Mängel verschwiegen oder komplexe Nuancen in Panik-Schlagzeilen verwandelt.

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4. Untersuchung: ARD und ZDF berichten weniger über Klimakrise
(medien.epd.de)
Eine automatisierte Programmanalyse der Initiative “Klima vor acht” zeige, dass die öffentlich-rechtliche Klimaberichterstattung im ersten Halbjahr 2026 deutlich abgenommen habe. Die Kürzungen träfen laut der Untersuchung ausgerechnet ein Halbjahr mit extremen Hitzewellen. Klimafragen hätten fast nur noch dann mediale Aufmerksamkeit erhalten, wenn sie an politische Konflikte gekoppelt gewesen seien, wie den Koalitionsstreit um das Heizungsgesetz oder den Petersberger Klimadialog.

5. Wie wir Hass bekämpfen, ohne die Freiheit des Wortes zu verlieren
(netzpolitik.org, Johannes Masing)
In einer Grundsatzrede auf dem Kongress “Wehrhafte Demokratie”, dokumentiert von netzpolitik.org, warnt der Rechtswissenschaftler und ehemalige Bundesverfassungsrichter Johannes Masing vor einer inhaltlichen Aushöhlung der Meinungsfreiheit durch den Staat. Das Grundgesetz gewähre die Meinungsfreiheit im Vertrauen auf die freie Auseinandersetzung prinzipiell auch den Feinden der Freiheit. Inhaltliche Grenzen würden für Bürgerinnen und Bürger als Individuen oder Vereinigungen nicht existieren, solange Äußerungen friedlich bleiben und nicht in aggressive Rechtsgutverletzungen umschlagen.

6. Trump will sich Expresszugriff auf seine Social-Media-Posts bezahlen lassen
(spiegel.de)
US-Präsident Donald Trump wolle über sein Medienunternehmen Trump Media & Technology Group künftig den schnellen Zugriff auf seine eigenen Onlinebotschaften monetarisieren. Mit dem neuen Bezahlangebot “Truth API”, das am 1. August starten soll, könnten Abonnentinnen und Abonnenten gegen Gebühr einen lizenzierten Echtzeitzugriff auf die Beiträge reichweitenstarker Konten der Plattform Truth Social erhalten. Da Trumps Äußerungen regelmäßig weltweite Schlagzeilen auslösen und Finanzmärkte bewegen, richte sich der Dienst vor allem an Börsenhändler und Finanznachrichtendienste, für die ein Zeitvorsprung im Sekundenbruchteil entscheidend sein kann.

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