Suchergebnisse für ‘Gelb’

6 vor 9

Virtuelle Storys
(ndr.de, Video, 5:50 Minuten)
Wie Medien die Internetwelt “Second Life” erobern.

Wir armen Blogger-Seelen
(blog.handelsblatt.de, Thomas Knüwer)
Haben Sie kein Mitleid mit mir, lieber Leser. Ich bin selbst schuld. Selbst schuld, dass ich ein soziopathes, irres Wesen bin, ein Windmühlenflügelbekämpfer, der die Ausweglosigkeit seines Tuns nicht erkennt, der sich vergräbt in einer virtuellen Identität. Ich bin Schmutz, ich bin es nicht wert, ernst genommen zu werden. Behauptet ein Professor aus Calgary.

“Verleger zu werden, ist heute einfacher als früher”
(persoenlich.com, David Vonplon)
Markus Schneider, Beat Müller und Wendelin Hess haben den Verlag Echtzeit gegründet. Nicht weil sie reich werden wollen, sondern in der Überzeugung, dass sich für Bücher von den besten Journalisten des Landes ein Publikum finden wird.

Internetboom in Putins Reich
(aargauerzeitung.ch, Alexander Schrepfer-Proskurjakov)
Online-Medien gewinnen für die Meinungsfreiheit in Russland stark an Bedeutung. Der Kreml versucht, sie zu kontrollieren.

Die Kraft des Netzes (+)
(fr-online.de, Viktor Funk)
Online und mächtig – im Internet wachen kritische Köpfe über das Treiben in der Politik. Ein Video im Web kann schnell eine Karriere beenden. Oder Proteste anheizen, wie die Bilder von Saddams Hinrichtung. Der Polizei bei Fahndungen helfen. Oder ihre Übergriffe dokumentieren. Das Internet als unberechenbare fünfte Gewalt.

Weblogs, Podcasts & Co.
(lfm-nrw.de)
Eine neue Broschüre für den Umgang mit neuen Kommunikationswegen im Netz (pdf, 812kb).

Allgemein  

“Bild” als Bühne für rechte Esoterik

Erinnern Sie sich noch an Tom Hockemeyer alias Trutz Hardo? Wir schon: “Bild” hatte den verurteilten Volksverhetzer im Mai dieses Jahres beschäftigt (wir berichteten). Hernach versuchte man sich bei “Bild” auf vielfältige Weise herauszureden und veröffentlichte am 5. Juni eine “Klarstellung zu Trutz Hardo”, die immerhin mit dem Versprechen endete: “BILD wird nie wieder über diesen Mann berichten.”

Hat sie unseres Wissens auch nicht. Wirklich dazugelernt hat man bei “Bild” aber offenbar nicht.

Denn heute berichtet “Bild” über das Ehepaar Feistle (“Reiner (45) und Karin (57) F.”). Ausdrücklich weist “Bild” darauf hin, dass die beiden ein Buch geschrieben haben, das den Titel “Projekt Aldebaran” trägt und im Verlag “Freier Falke” erschienen ist. Die Feistles behaupten, sie seien von Außerirdischen entführt worden, und in ihrem Buch haben sie Berichte “anderer Betroffener” gesammelt, so “Bild”. Außerdem wollen die Feistles sich von einem “Alien-Anwalt” vertreten lassen, über den “Bild” schon gestern berichtete.

Das klingt harmlos. Allerdings sind die Feistles in der Esoterikszene offenbar keine Unbekannten: Auf seiner Internetseite vertritt Reiner Feistle die These, dass sich während der 30er und 40er Jahre “die damaligen Köpfe des Nationalregimes, speziell die Vrilgesellschaft” über das “Unternehmen Aldebaran” “Gedanken gemacht” hätten und auch “wußte, daß das deutsche Volk Abkömmlinge dieser Außerirdischen sind.” Außerdem macht Feistle selbst sich so seine Gedanken über “die vier Grundtypen der Menschen, Schwarze, die nordische weiße Rasse, die Rothäutigen (Indianer), und die gelbe Rasse”.

Und schon 1997 erschien das Buch “Unternehmen Aldebaran”, in dem die Feistles über ihre eigene Entführung berichteten. Als Autor des Buches fungierte Jan van Helsing, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Jan Udo Holey heißt. Holey ist Inhaber des “Ama Deus” Verlags, in dem “Unternehmen Aldebaran” erschien. Reiner und Karin Feistle werden vom “Ama Deus” Verlag als Autoren geführt. Ebenso wie beispielsweise Stefan Erdmann.

Im Verfassungsschutzbericht 2004 (pdf) wird Jan van Helsing (bzw. Jan Udo Holey) als “rechtsextremistischer Esoteriker” bezeichnet und maßgeblich dafür verantwortlich gemacht, dass “antisemitische Argumentationsmuster” mittlerweile auch in “Teilbereichen der eigentlich unpolitischen Esoterik salonfähig geworden” seien. Im gleichen Zusammenhang wird auch Stefan Erdmann im Verfassungsschutzbericht erwähnt.

Die Feistles tauchen nicht im Verfassungsschutzbericht 2004 auf. Dafür aber in einem Referat, das der Journalist und Historiker Stefan Meining im Jahr 2002 beim Thüringer Verfassungsschutz gehalten hat. Darin wird der “Ama Deus” Verlag als einer “der wichtigsten Knotenpunkte der rechtsesoterischen Szene Deutschlands” bezeichnet — und das Ehepaar Feistle als “Szenegrößen”. (Auf dieses Referat hatten wir übrigens schon vor einer guten Woche hingewiesen.)

Uns hätten diese Informationen ausgereicht, dem Ehepaar Feistle keine Plattform zu bieten, um ihr Buch zu bewerben.

Aber wir sind ja auch nicht “Bild”.

“Bild” ist die gefährlichste Zeitung

Wussten Sie, dass es viel gefährlicher ist, einen schwarzen Wagen zu fahren als einen gelb-grün karierten?

Gut, wir haben die genauen Zahlen gerade nicht zur Hand, aber jede Wette: Im vergangenen Jahr waren viel mehr schwarze Autos in Unfälle verwickelt als gelb-grün karierte. Also.

Was sagen Sie? Das sei Quatsch, denn es gebe ja viel mehr schwarze Autos als gelb-grün karierte und da müsste man für eine sinnvolle Angabe mit Prozentwerten arbeiten? Sagen Sie das mal dem Herrn Hoeren, der sich sonst bei “Bild” vor allem um Renten-Statistiken kümmert. Der zitierte gestern nämlich auf Seite 1 der “Bild”-Zeitung eine Statistik aus dem Jahr 2004, wonach 31.430 Verkäufer bei Arbeitsunfällen verletzt wurden — mehr als in jedem anderen Beruf.

Und was schloss “Bild” daraus?

Neue Statistik: Verkäufer ist der gefährlichste Beruf

Natürlich könnte die Überschrift trotzdem stimmen — aus reinem Zufall. Tut sie aber nicht. Im Jahr 2004 (auf das sich die “neue Statistik” von “Bild” beruft) gab es 1.259.624 Verkäuferinnen und Verkäufer* in Deutschland. Bei 31.430 Arbeitsunfällen ergibt sich daraus eine Unfallrate von 2,5 Prozent.

Maurer zum Beispiel wurden zwar nur 22.772-mal in einen Arbeitsunfall verwickelt. Da es aber auch nur 225.583 Maurer* gibt, liegt ihr Risiko, einen Arbeitsunfall zu haben, bei 10 Prozent — viermal so hoch.

*) nur sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Danke an Dietmar H., Jason M., Wolf Karsten V., Torsten W. und Andre G.!

Allgemein  

“Bild” berichtet falsch und steht nicht mal dazu

Was sich am vergangenen Sonnabend während des DFB-Pokalspiels von Borussia Dortmund gegen die TSG Thannhausen auf der Tribüne abspielte, sah offenbar nach Randale aus. In der “Bild” von Montag (und in der “BamS”) klang es dann auch danach:

"BVB-Fans nahmen Tribüne auseinander"

“Bild” und “BamS” waren offenbar nicht die einzigen, die berichtet hatten, die Dortmunder Fans hätten randaliert. Was Borussia Dortmund und die BVB-Fanabteilung veranlasste, am Montag auf ihren Internetseiten Stellungnahmen zu veröffentlichen. Auf schwatzgelb.de heißt es u.a.:

Im Gespräch mit schwatzgelb.de erklärte Alexander Graf von Schönborn, der Ehrenvorsitzende der TSG Thannhausen (…), im Stadion selbst seien zwar einige Tribünenteile beschädigt worden, er wolle hier jedoch ausdrücklich keine Absicht unterstellen.

Zumindest von Seiten der TSG hat man also keine Randale oder mutwilligen Sachbeschädigungen zu beklagen gehabt.

Gerd Olbrich, der Vorstandsvorsitzende der TSG Thannhausen, sagte uns gegenüber, dass er mit dieser Darstellung durchaus einverstanden sei.

Und die zuständige Polizeidirektion Krumbach bestätigte uns, dass es “keine strafbaren Handlungen und keine Sachbeschädigung” gegeben hat.

Die Darstellungen in “Bild” und einigen Lokalzeitungen waren also mindestens irreführend. Aber, Schwamm drüber.

Heute berichtet “Bild” wieder über den Fall. Unter der Überschrift, “Und jetzt will es keiner gewesen sein…” wiederholt “Bild” die Randale-Vorwürfe noch einmal und schreibt zur Stellungnahme der BVB-Fanabteilung:

Und jetzt stehen sie noch nicht mal dazu!

Außerdem schreibt “Bild” über die Darstellung der Dortmunder:

Die TSG Thannhausen sieht’s anders: “Die 800 BVB-Fans fielen vor allem dadurch auf, dass sie die Tribüne demolierten.”

Woher genau “Bild” dieses Zitat hat, wissen wir nicht, es gleicht jedoch auffällig einem Satz, der in einem Text auf der Internetseite der TSG Thannhausen steht. Vereinsvorstand Olbrich sagte uns jedoch, dass der Text nicht vom Verein stamme, sondern aus einer Lokalzeitung übernommen wurde und eben nicht die Haltung des Vereins widerspiegele.

Der TSG Thannhausen hat den Text zwar nicht entsprechend gekennzeichnet, vielleicht hätte “Bild” aber die Anregung am Ende der Stellungnahme der Fanabteilung etwas ernster nehmen sollen. Dort steht nämlich:

Nachfragen zu diesem Thema werden auch von den beteiligten Ordnungsbehörden oder von Graf von Schönborn (TSG Thannhausen) beantwortet.

Mit Dank an Stefan S., Nicolai M. und Arne K. auch für den Scan.

Kurz korrigiert (241-242)

Die “Bild”-Frage, ob Tour-de-France-Sieger Floyd Landis tatsächlich “Hoden-Doping” betrieben hat, oder doch eher Schulter- oder Oberkörperdoping (pdf) lassen wir besser mal unbeantwortet. Wir wissen schließlich genauso wenig wie “Bild”, ob Landis überhaupt gedopt hat. Nicht korrekt ist deshalb diese “Bild”-Behauptung:

"Floyd Landis (30) gedopt! Erstmals in der Geschichte der Tour de France ist ein Sieger des Dopings überführt worden."

Landis ist nämlich noch nicht des “Dopings überführt worden”. Bislang war lediglich die A-Probe positiv. Als des Dopings überführt gilt man jedoch erst, wenn auch die B-Probe positiv ist.

Und Doping mal hin oder her, so schnell wie “Bild” schreibt, war Landis auf der 17. Etappe der diesjährigen Tour nun auch wieder nicht:

Am Tag zuvor war der Ami böse eingebrochen, hatte in der Gesamtwertung 8:08 Minuten Rückstand. Nach der 17. Etappe plötzlich 5:42 Minuten Vorsprung.

Landis gewann zwar die 17. Etappe mit 5:42 Minuten Vorsprung. In der Gesamtwertung lag er danach jedoch noch 30 Sekunden hinter dem Führenden auf Platz drei.

Mit Dank an Philip M. und Christoph S. für die Hinweise.

Nachtrag, 29.7.2006: “Bild” hat den “Vorsprung”-Fehler heute in ihrer Korrekturspalte berichtigt und sogar noch einen weiteren kleinen Fehler (“In der Rubrik „Ich weiß es“ (27. Juli) wurde das Alter von Thomas Gottschalk in einer Bildunterschrift mit 57 Jahren angegeben. Gottschalk ist erst 56 Jahre alt.”) entdeckt. Dass darüber hinaus Radost Bokel als “Momo” natürlich nicht, wie “Bild” behauptete, der “Kinderstar aus der ‘Unendlichen Geschichte’ war, ist “Bild” offenbar auch im Nachhinein nicht aufgefallen. Und der “Vorsprung”-Fehler selbst steht nach wie vor unkorrigiert bei Bild.de

Müll auf Seite 1

Auf Seite 1 der “Bild”-Zeitung ist heute zu lesen:

Es geht um das Ende der Mülltrennung in Deutschland. Denn, so “Bild”:

Das Umweltbundesamt prüft derzeit eine neue Ein-Tonnen-Lösung (Name: “GiG”, Kurzform für “Gelb in Grau”).

Und sachkundig kommentiert wird diese Nachricht auch noch — vom “Bild”-Kommentator Willi Schmidt:

Der Gelbe Sack wird wieder gefaltet, er war nur ein Windbeutel.

Seit 13 Jahren wird getrennt, nun soll es enden. Warum erfahren wir erst jetzt die Wahrheit? Braucht man wirklich so lange, um einen Fehler im Recycling-System zu bekennen?

Das Umweltbundesamt (UBA) hält die “Bild”-Berichterstattung für “irreführend”. Artikel und Kommentar “verkürzen zudem grob”, heißt es in einer Pressemitteilung. Dort steht auch, dass es tatsächlich Untersuchungen gebe, die Mülltrennung in Deutschland zu vereinfachen und zu modernisieren — allerdings nicht, wie “Bild” behauptet, “derzeit”:

Bereits seit mehreren Jahren testen verschiedene Abfall-Entsorger Anlagen, die die Abfälle aus Haushalten vollautomatisch nach Wertstoffen wie Kunststoff, Glas, Metall oder Papier trennen. Solche Test-Anlagen stehen unter anderem in Essen und Trier. In den Medien wurde in den vergangenen Jahren bereits mehrfach über diese Anlagen berichtet.

In einem Sachstandbericht des UBA wird zudem nachdrücklich festgehalten, dass es “derzeit” keine Alternative zur Praxis der getrennten Sammlung gebe. Der Bericht stammt aus dem Jahr 2004. Und UBA-Sprecher Martin Ittershagen sagt uns, daran habe sich bis heute nichts geändert. Ebensowenig übrigens wie an der von “Bild” zitierten Meinung der FDP-Frau Birgit Homburger. Deren O-Ton steht — quasi wortgleich — nicht nur in der “Rheinischen Post” von heute, sondern beispielsweise auch im “Berliner Kurier” vom März 2004 bzw. einer FDP-Pressemitteilung von damals oder einem FDP-Antrag vom Dezember 2003.

Der UBA-Sprecher nennt die “Bild”-Meldung übrigens “kalter Kaffee” und sähe sie am liebsten mit einer “gelben Sommerlochente” bebildert. Soll er haben.

Symbolfoto XLII

Im Neckar ist offenbar eine Schlange entdeckt worden. Die Polizei sagt dazu: “Die Gefährlichkeit für Menschen ist doch als sehr gering einzuschätzen. Mäuse, Ratten und Frösche sind für das Reptil die Objekte der Begierde.” Und manche Medien haben das auch so aufgeschrieben oder, wie die “Stuttgarter Zeitung”, sogar noch einen Schlangenexperten befragt und zitiert: “Pythons sind ungefährlich”.

“Bild” nicht. In “Bild” heißt das Tier “gefährliche Würgeschlange” und die Überschrift: “Python-Alarm im Neckar” (siehe Ausriss).

Nun ja. Illustriert wird der “Bild”-Artikel derweil mit einem großen Symbolfoto, auf dem laut “Bild” “ein angriffslustiger Python“, eigentlich aber (unschwer zu erkennen an den rotbraunen, gelb geränderten, rautenförmigen Sattelflecken mit hellem Zentrum) eine Boa constrictor zu sehen ist.

Mit Dank an Manuel N. für den Hinweis und einen Schlangenfreund für den Scan.

Kurz korrigiert (124)

Franz Josef Wagner schreibt heute an die “WM-Schiedsrichter” und beschwert sich, ups, Verzeihung, beschwert sich, dass die zu viele gelbe und rote Karten zeigen. Dabei stellt er fest:

Wir operieren inzwischen in den Gehirnen und Zellen der Menschen, Flugkörper fliegen außerhalb unserer Galaxie.

Und wenn Wagner hier nicht außerirdische Flugkörper meint, dann ist das natürlich Unsinn. Der am weitesten von der Erde entfernte von Menschen gebaute Flugkörper ist nämlich die Sonde “Voyager 1”. Sie durchfliegt gerade die Grenze unseres Sonnensystems in rund 14 Milliarden Kilometern Entfernung. Das ist ganz schön weit weg. Um aber unsere Galaxie, also die Milchstraße, auf dem kürzesten Weg zu verlassen, müsste “Voyager 1” noch mal rund 1000 Lichtjahre, bzw. 9,5 Billiarden Kilometer zurücklegen – wenn sie die richtige Richtung eingeschlagen hat.

Mit Dank an Roland W. und Klemens K. für den Hinweis.

Blättern:  1 ... 18 19 20 21 22