Der frühere RAF-Terrorist Christian Klar hat sein geplantes Praktikum als Bühnentechniker am Berliner Ensemble [BE] abgesagt. Das teilte das von Claus Peymann geleitete Theater am Freitag mit.
Die Begründung: Er fürchte, dass das Theater, Direktor Peymann und er selbst Schaden nehmen könnten, heißt es in einer Erklärung.
Peymann erklärte: “Das angestrebte Leben in Normalität nach 26-jähriger Haft scheint unter diesen Umständen nicht möglich.”
Was jedoch mit “diesen Umständen” gemeint ist, darüber kann der Bild.de-Leser nur spekulieren – oder es inanderenMediennachlesen. In der Erklärung heißt es nämlich:
Nach den Erfahrungen der letzten Wochen befürchtet er, dass durch die sensationslüsterne Berichterstattung in einem Teil der Medien und die anhaltende Belagerung des BE durch Paparazzi das Theater, dessen Direktor Claus Peymann und er selbst Schaden nehmen könnten. Das angestrebte Leben in Normalität nach 26-jähriger Haft scheint unter diesen Umständen nicht möglich. Die in Lessings Theaterstück “Nathan der Weise” postulierte Idee von Vergebung und Verzeihen bleibt offenbar ein Traum. (Hervorhebung von uns.)
Anlass für Klars überraschende Absage ist offenbar die heutige Ausgabe der Boulevardzeitung “B.Z.” (siehe Ausriss mit Unkenntlichmachung von uns). Unter der Überschrift “KLAR DA!” zeigt die kleine Berliner Schwester der “Bild”-Zeitung auf der Titelseite und im Blatt “exklusiv” mehrere offenbar gestern vorm Berliner Ensemble aufgenommene Paparazzi-Fotos von Christian Klar (“die ersten Fotos von ihm seit 17 Jahren!”).
Die Bilder und Texte in der “BZ” zum Thema sind ohne Hinweise auf Fotograf und Autor erschienen, denn der Veröffentlichung wird ziemlich sicher auch eine juristische Aufführung folgen. Klar hatte, nach seiner Freilassung aus der Haft kurz vor Weihnachten, die Veröffentlichung von Fotos untersagen lassen. Er wolle und werde nicht öffentlich auftreten.
Und die Nachrichtenagentur dpa berichtet unter Berufung auf Klars Anwalt, es sei “ein Berliner Medienrechtler eingeschaltet worden, der bereits eine Abmahnung an die ‘B.Z.’ geschickt habe. Er werde das Blatt auf Unterlassung, Schadenersatz und Vernichtung des Fotomaterials verklagen”.
Bei “Bild” glaubt man aber offenbar, diese Hintergrundinfos den Lesern vorenthalten zu können müssen.
Mehr zu “Bild” und ihrem Umgang mit Ex-Terroristen auch hier und hier und hier und hier und hier.
Mit Dank an Andreas F. für den Hinweis.
Nachtrag, 21.12 Uhr: Bezüglich der “B.Z.”-Fotos wurde laut “Tagesspiegel” inzwischen eine Unterlassungsverfügung erwirkt*, die eine erneute Verwendung der Fotos untersage.
*) Nachtrag, 10.1.2009: Dass Klars Anwalt tatsächlich bereits eine Unterlassungsverfügung “erwirkt” hat, können wir bislang nicht bestätigen. Die erneute Veröffentlichung der Paparazzi-Fotos von Christian Klar in “B.Z.” und “Bild” (mehr dazu hier) erweckt zudem einen anderen Eindruck.
1. Interview mit Jay Rosen (nzz.ch)
Jay Rosen macht darauf aufmerksam, dass es in Zukunft keinen “Big Daddy” mehr im Hintergrund geben wird, der “für Werbeanzeigen sorgt, Büros bereitstellt, die Druckereien zur Verfügung stellt und sich um alles kümmert”: “Journalisten müssen lernen, unternehmerischer zu denken, eigene Unternehmen zu gründen und allein oder in kleinen Gruppen zusammenzuarbeiten.”
2. “Das Gefasel von der Ökonomisierung” (carta.info, Stephan Ruß-Mohl)
Stephan Ruß-Mohl ist der Meinung, es habe, aus dem Blickwinkel der Konsumenten gesehen, eher eine “Ent-Ökonomisierung des Mediensektors” stattgefunden: “Bis auf die Zwangsgebühr für den Rundfunk sind wir den Utopien der 68-er vom Nulltarif für lebensessentielle Güter und Dienstleistungen so nahe gekommen wie nie zuvor.”
3. “Mainzelmänner mit gelbem Engel” (blogmedien.de)
“Im ZDF-Spezial ‘Eisschrank Deutschland’ gab’s am Mittwochabend zur besten Sendezeit drei Minuten Werbung für den ADAC.”
Genau: Illustriert mit einem großen Hitler-Foto berichtet “Bild” heute über eine “spektakuläre Ausstellung”* in Peenemünde auf Usedom. Die Ausstellung wolle (wie es zwar nicht in der Überschrift, aber im Kleinergedruckten heißt) “mit dem Mythos aufräumen, die Nazis hätten ein Weltraumflugzeug – die Reichsflugscheibe – konstruiert”. Dazu zitiert “Bild” den Peenemünder Museums-Direktor mit den Worten:
“Auf obskuren Internetseiten wird dieser Mythos mit gefälschten Fotos gepflegt. Für uns ist das brauner Spuk.”
Und neben der Abbildung eines solchen gefälschten Fotos wird “Bild” noch deutlicher:
Stimmt, “solche Fotomontagen”… und “Bild” (wir berichteten):
*) Bei der “spektakulären Ausstellung” in Peenemünde handelt es sich eigentlich nur um das Projekt “Haunebu” des polnischen Konzeptkünstlers Hubert Czerepok, das die Verschwörungstheorie um die “Nazi-Ufos” rekonstruiert – und bereits im Sommer 2008 (von “Bild” unbeachtet) zweieinhalb Monate lang in einer Galerie in Berlin zu sehen war (siehe Ausstellungskatalog [pdf]). Die “Berliner Zeitung” berichtete damals deutlich angemessener und schrieb, der Künstler setze sich “mit der Frage auseinander, wie Wirklichkeit, Medien und unsere persönlichen Wahrheiten sich gegenseitig beeinflussen”.
Okay, okay: Bei der Nachrichtenagentur AFP hat es 12 Stunden und 22 Minuten gedauert, bis sie ihren Fehler bemerkt hatte. Dann aber, heute um 14.55 Uhr, verteilte AFP an ihre Kunden eine Korrektur:
BERICHTIGUNG Achtung Redaktionen
Bitte berichtigen Sie in unserer Meldung “CNN: Fernseh-Doktor soll Obamas Gesundheitsminister werden” von 02.33 Uhr durchgehend in Überschrift und Text die Amtsbezeichnung: Der CNN-Moderator Sanjay Gupta soll dem Bericht zufolge Leiter der staatlichen Gesundheitsämter in den USA werden (nicht: Gesundheitsminister). Sie erhalten im Anschluss eine berichtigte Fassung.
Und wie lange dauert es, bis Bild.de der AFP-Bitte entspricht und nicht mehr behauptet, Gupta solle “Gesundheitsminister” werden? Mindestens 3 Stunden und 36 Minuten:
Mit Dank an Mathias.
Nachtrag, 19.38 Uhr: Plötzlich hat’s doch geklappt mit der Korrektur – im Artikel (“Fernseh-Doktor soll Obamas Gesundheitsämter leiten”), im Teaser (“Fernseharzt Sanjay Gupta soll unter Obama Leiter der staatlichen Gesundheitsämter werden”), nur in der Teaser-Überschrift (“Fernseharzt als Gesundheits-Minister”) nicht. Aber auch das ist wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit.
1. Bild.de schreibt offenbar aus der NZZ am Sonntag ab (klartext.ch, Nick Lüthi)
Karl Wendl, bei bild.de für die “Zusammenhänge der Weltpolitik” zuständig (bildblog.de), schreibt eine Kolumne, die in weiten Teilen an einen Artikel in der NZZ am Sonntag erinnert. Damit konfrontiert, spricht Wendl von einen “Irrtum” – bild.de habe fälschlicherweise eine “Skizze” veröffentlicht.
2. “25 Jahre Privat-TV” (tagesspiegel.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein freut sich über ein Vierteljahrhundert Privatfernsehen und erklärt, was sich geändert hat: “Das Fernsehen ist nicht mehr pädagogisch. Das Fernsehen sendet, jedenfalls meistens, nicht mehr das, was eine gebildete Elite sich wünscht oder dem Volke, mit guten Gründen vielleicht, zuzuteilen geruht. Seit es Privatfernsehen gibt, wird gesendet, was die Leute sehen möchten.”
3. Migros stellt seine Werbung in Frage (persoenlich.com, Matthias Ackeret und Christian Lüscher)
An der Verlegertagung stellt ausgerechnet der Chef der Migros, Marktleader im Detailhandel, seine bisherige Werbestrategie in Frage. Für die klassischen Verlage ein massive Bedrohung, denn schon die Kürzung des Budgets für 2009 um 50 Millionen Franken wird massive Restrukturierungsmassnahmen nach sich ziehen.
Karl Wendl ist Bild.de-Kolumnist und schreibt seit gut zwei Jahren über nichts Geringeres als “die Zusammenhänge der Weltpolitik”. Schließlich ist Wendl viel herumgekommen: Kriegsreporter in Bosnien und im Irak war er, in Österreich langjähriges Mitglied der Chefredaktion der Wiener Info-Illustrierten “News” und zwischenzeitlich auch mal Auslandschef bei Springers “Welt am Sonntag”. 1998 spürte er (für “News”) den österreichische Millionenbetrüger Wolfgang Rieger in den Bergen vor Nizza auf, zehn Jahre später traf er (für “Bild”) Margot Honecker in Nicaragua; er interviewte Radovan Karadczic (für “News”) und Al Gore (für “Bild”). Für “Bild” beantwortete er im US-Wahlkampf u.a. auch “die wichtigsten Fragen zum ‘schwarzen Kennedy'” und andere (“Der Fluch der Kennedys: Was hat das Schicksal bloß gegen diesen Clan?”, “Ist der Krieg im Irak am Ende doch ein Erfolg?”).
Das ist schon mal schlecht. Noch schlechter ist aber, dass die im Artikel verwendeten Zitate von [Grasser] aus diversen anderen Interviews zusammengesucht waren – ohne Quellenangaben.
Schlecht war das mit den zusammengeklaubten Zitaten offenbar vor allem deshalb, weil Wendls Text damit den Eindruck erwecken konnte, als habe Grasser (der laut “Süddeutsche Zeitung” Wünsche des Magazins nach einem Interview immer abgelehnt haben soll) eine gemeinsame Sache mit der “Vanity Fair” gemacht.
Nun ja.
Wenig später jedenfalls bekam Wendl dann seinen Job bei “Bild” — und eine Bild.de-Kolumne über nichts Geringeres als “die Zusammenhänge der Weltpolitik”.
Darin schrieb er gestern über den arabischen TV-Sender Al Jazeera (siehe Screenshot [pdf]).
Man könnte auch sagen: Wendl schrieb ab — aus einem Artikel über den arabischen TV-Sender Al Jazeera, veröffentlicht am Vortag in der Schweizer “NZZ am Sonntag”, ohne Quellenangabe oder einen Hinweis auf das “NZZ”-Original, dafür aber mit kleinen Abwendlungen (“Gaza-Krieg” statt “Gaza-Krise”, siehe folgende Beispiele).
“NZZ am Sonntag”
Wendls Bild.de-Kolumne
Kein anderer Sender berichtet so ausführlich über die Gaza-Krise, keiner ist so populär und einflussreich in der arabischen Welt. (…)
Kein anderer Sender berichtet so ausführlich über den Gaza-Krieg, keiner ist so populär und einflussreich. (…)
(…) Doch die israelische Regierung tut derzeit genau das Gegenteil. Sie sucht die Nähe zum 1996 gegründeten Sender aus dem Emirat Katar. Aussenministerin Tzipi Livni versorgte den Sender vergangene Woche mit einem Exklusivinterview. Der Oppositionsführer Benjamin Netanyahu gab sich ebenfalls die Ehre, Sprecher der israelischen Regierung und der Armee tauchen im Stundentakt zu Live-Interviews und Talkrunden auf al-Jazira auf.
(…) Die Regierung in Jerusalem macht deshalb das genaue Gegenteil. Sie sucht sogar die Nähe des mächtigen TV-Kanals. Außenministerin Tzipi Livni gab dem Sender ein Exklusivinterview. Oppositionsführer Benjamin Netanyahu trat ebenfalls auf. Die Sprecher der israelischen Regierung und der Armee informieren seit Beginn der Bodenoffensive fast im Stundentakt in Live-Interviews und Talkrunden über die jeweiligen Entwicklungen.
Es sind nicht die einzigen, fast wörtlichen Übereinstimmungen. Kaum eine Info, kaum ein Gedanke in Wendls Kolumne, der sich nicht auch in der “NZZ am Sonntag”-Vorlage fände und von Wendl bloß kunstvoll auseinandergeschnippelt und neu zusammengestückelt wurde.
Aufgefallen war das alles gestern dem Chefredakteur des Schweizer Medienmagazins “Klartext”, Nick Lüthi, der nicht nur in seinem Blog darüber schrieb, sondern auch Wendl um Stellungnahme zum Plagiatsvorwurf bat. Eine Antwort erhielt Lüthi nicht.
Aber seit heute ist die aktuelle Kolumne des “Vollprofis” Wendl aus dem Angebot von Bild.de verschwunden.
Nachtrag, 20.45 Uhr: Karl Wendl weist uns darauf hin, dass Nick Lüthi von ihm inzwischen eine Antwort erhalten habe. Lüthi selbst fasst sie in einem Update seines Blog-Eintrags so zusammen:
Karl Wendls Erklärung für den “Irrtum” lautet wie folgt. Er habe der Redaktion versehentlich eine “Skizze”, statt des fertigen Artikels gemailt und das unfertige Stück sei dann veröffentlicht worden. Als er nach unserem Hinweis den “Irrtum” bemerkte, habe er die Redaktion umgehend angewiesen, den Text von der Webseite zu entfernen.*
*) Wir halten diese Erklärung für unplausibel, sind von Bild.de-Kolumnisten aber auch nichts anderes gewohnt.
Auf der Internetseite “Catholic Google” kann man sich die Ergebnisse einer Google-Suche so filtern lassen, dass für Katholiken möglicherweise anstößige Inhalte nicht angezeigt und christlich orientierte Seiten bevorzugt ausgegeben werden.
Denn der Anbieter ist keineswegs Google selbst. Google bietet nur jedem die Möglichkeit, Suchen nach eigenen Vorgaben einzuschränken. Um zu wissen, dass der “Suchmaschinen-Primus” die Katholiken gar nicht “unterstützt” oder selbst “versucht”, die Ergebnisse “nach katholischen Grundsätzen zu filtern”, hätte Bild.de nicht einmal mitdenken, sondern nur auf das Wort “Disclaimer” auf catholicgoogle.com klicken müssen. Dort heißt es:
The site is not associated or affiliated with Google.com (…)
Mit Dank an Marcel S., Michael D., Thomas S. und spass-guru.de.
Wenn’s mal wieder schneit in Deutschland, kann man aus dem Fenster schauen – oder ins Internet. Im Online-Portal des Mitteldeutschen Rundfunks steht dann:
Und natürlich zeigt der öffentlich-rechtliche MDR seinen Gebührenzahlern auch noch, wie’s aussieht auf Thüringens Straßen:
Ein schönes Foto: Schnee, Glätte, behinderter Verkehr – und gerade mal vier Stunden Wochen alt, wie uns MDR.de selbst einen Link weiter beweist:
Damals, am 3. Dezember 2008, übrigens unter der Überschrift:
P.S.: Aber natürlich machen Schneeglätte, Streufahrzeuge und Effizienzdenken beim MDR nicht an der Thüringischen Landesgrenze halt. ImGegenteil:
Über den Fußballverein TuS Koblenz schreibt “Bild” in echtem Sportberichterstatterdeutsch:
Koblenz (…) hat die Fühler nach Kickers-Stürmer Angelo Vaccaro ausgestreckt, der sich auf der Waldau nicht mehr wohlfühlt.
TuS-Trainer Uwe Rapolder hatte den Torjäger (5 Treffer) beim letzten Auswärtsspiel der Blauen vor der Winterpause in Paderborn (0:2) beobachtet.
Und jetzt für alle, die sich nicht mit (Drittliga-)Fußball auskennen:
Keine Bange, auf der Waldau, die Blauen und Kickers sind bloß gängige Synonyme (für den Fußballverein Stuttgarter Kickers), die dem Leser redaktionelle Kompetenz vermitteln sollen.
Keine Ahnung, wie “Bild” darauf kommt, Rapolder hätte Vaccaro beim 0:2 gegen Paderborn “beobachtet”. Schließlich hat Vaccaro da garnichtmitgespielt.
1. Interview mit Klaus Stimeder (derstandard.at, Harald Fidler)
Eine Erfolgsmeldung aus dem Zeitschriftenmarkt, das 2004 als “Selbstausbeutungsprojekt von Journalisten” gestartete Magazin Datum könnte überleben: “Autorenhonorare bezahlt ‘Datum’ seit mittlerweile 2 1/2 Jahren, leben davon kann mittlerweile nicht nur der Herausgeber, sondern auch eine Handvoll Angestellte. Was die Freien angeht: Nach viereinhalb Jahren und 50 Ausgaben gibt es keinen einzigen Mitarbeiter mehr, der unentgeltlich arbeitet. Und worauf wir besonders stolz sind: Das alles haben wir geschafft, ohne auch nur einen Cent Schulden zu machen. Zu verdanken ist das freilich jenen Leuten, welche in den ersten zwei Jahren nach der Gründung ihre Arbeits- und Tatkraft unentgeltlich zur Verfügung gestellt haben, weil sie an die Idee des Blattes geglaubt haben.”
2. “Stell dir vor es ist Krieg – und einer geht hin” (andremarty.com)
André Marty berichtet für das Schweizer Fernsehen “ein paar Meter neben israelischen Panzern an der Grenze zum Gaza-Streifen”. Sein Arbeitgeber macht sich Sorgen um ihn. Unter anderem, ob er den richtigen Schal trägt: “Derweil kommt aus der Redaktion in der fernen Schweiz die dringende Bitte, doch auf ein Halstuch zu verzichten, mache mich irgendwie zum Palästinenser, einer meint gar zum Taliban…” So sieht das Halstuch aus, auf mich wirkt das mehr wie ein Mittel gegen die Kälte, weniger wie eine politische Manifestation.
3. “Schnittbericht” (filmtagebuch.blogger.de, Thomas Groh)
“Zum Jahreswechsel strahlte 3sat Eisensteins Das Alte und das Neue in der neuen rekonstruierten Fassung aus – in 16:9. Was insofern verwunderlich ist, da sich dieses Bildformat erst Jahre nach Eisensteins Film etablierte. Folgerichtig wurde einfach unten und oben vom Bild was weggeknuspert, vermutlich um den Zuschauern zuhause an den neuen TV-Geräten unzumutbares wie schwarze Streifen rechts und links vom Bild zu ersparen. Mittig abgeschnittene Gesichter sind im Gegensatz dazu schließlich ohne weiteres erträglich.”