Suchergebnisse für ‘BILD’

BILDblog dankt

Wir wollen uns mal wieder bedanken — bei all denen, die mit ihrer finanziellen Unterstützung dazu beitragen, dass es das BILDblog überhaupt geben kann. Nun kennen wir nicht jeden persönlich. Deswegen gibt es hier einmal im Monat einen großen Sammel-Dank.

Sollte Ihr Name noch nicht in der Liste unten auftauchen, obwohl Sie große Lust hätten, mal einen Dank vom BILDblog zu bekommen — kleiner Tipp: Es ist ganz einfach, uns zu unterstützen. Und Leuten, die einen Dauerauftrag einrichten, danken wir auch jeden Monat aufs Neue.

Für die tolle Unterstützung im März möchten wir uns bedanken bei:

Achim K., Adrian S., Alexander H., Andrea S., Andreas F., Andreas K., Andreas N., Andreas P., Andreas W., Angela Z., Anja C., Anna S., Annika C. H., Arne L., Axel V., Benedikt S., Benjamin M., Berenike L., Björn T., Bo G., Bodo S., Carsten S., Christian B., Christian L., Christian R., Christoph M., Daniel H., Dario S., David R., Dennis B. H., Dennis R., Dietmar N., Dirk A., Dominique T., Dora E., Dorothea A., Ekkart K., Fabian J. W., Fabian R., Fabian Ü., Florian J., Frank W. B., Frank W., Gregor A. K., Guido R. S., Hannes B., Hannes R. S., Hans-Christian O., Heiko H., Heiko K., Henning R., Holger B., Ingo v. L., Iris M., Jacob D., Jakob H., Jakob O., Jan N. K., Jan O. W., Jan P. S., Jan P., Jens B., Jens D., Johanna P., Johannes L., Johannes P., Johannes S., Jonas S., Jörn L., Julia T., Kai R., Katrin U., Kevin S., Klaus W., Konstantin B., Leonard B., Lutz E., Manuel O., Marc I., Marc K., Marc S., Marcel B., Marco S., Marco W., Marcus H., Marcus K., Marcus S., Margit G., Mario U., Markus K., Markus W., Martin H.-S., Martin M., Martin R., Martin S., Matthias M., Matthias R., Matthias S. S., Maximilian W., Melanie R., Menke P., Michael K., Michael R., Michael S., Michael W., Michaela G., Moritz D. B., Moritz D., Moritz K., Moritz V., Nicole P., Nils P., Oliver M., Oliver O., Peter J., Peter S., Philipp G., Philipp H., Philipp S., Philipp W., Pia K., Robert K., Sandra C. K.-W., Sascha S., Sebastian F., Sebastian J., Sebastian L., Sebastian P., Stefan R., Steve H., Sven F., Thekla I. H., Thomas A., Thomas E., Thomas H., Thomas M., Thomas S., Tilman H., Tim Ö., Tommy W., Toralf B., Torsten P., Ute S., Uwe K., Volkmar D., Wiebke S., Wolfgang B., Yannick B., Yvonne T.!

Bild.de treibt Schindlerluder mit Edward Snowdens Hotelaufenthalt

Es gibt neue Dokumente zu Edward Snowden, die eine Frage beantworten, die seine Kritiker seit einigen Jahren gerne stellen: Wo wohnte Snowden die ersten Tage nach seiner Ankunft in Hongkong? Ihre Überlegung: Keine Belege, wo der Whistleblower vom 21. bis 31. Mai 2013 unterkam — kein Beweis, dass er in dieser Zeit nicht einen Deal mit den Geheimdiensten von Russland und/oder China aushandelte. Vergangene Woche präsentierte der Journalist Glenn Greenwald auf seiner Seite “The Intercept” Rechnungen, die zeigen: Edward Snowden war genau dort, wo er auf Nachfrage immer behauptet hatte — im Hotel “Mira”.

Einer der Snowden-Kritiker, die der festen Überzeugung sind, dass es sich bei Snowden um einen Überläufer handelt, ist John R. Schindler. Der ehemalige NSA-Mitarbeiter darf im Auftrag seines Fanboys Julian Reichelt bei Bild.de seine Gedanken zu verschiedenen Themen aufschreiben. Vor einem Dreivierteljahr erklärte Schindler der Weltöffentlichkeit der “Bild”-Leserschaft den “Bild plus”-Abonnenten:

Schindler schrieb:

Drei Jahre, nachdem Edward Snowden — der amerikanische IT-Dienstleister, aus dem ein weltbekannter Prominenter wurde — in Hongkong zum ersten Mal vor die Medien trat, ist immer noch unklar, was sich wirklich in dieser aufsehenerregenden Affäre abgespielt hat.

Der ungefähre Ablauf ist bekannt. Im Mai 2013 verließ Snowden seinen Job bei der National Security Agency auf Hawaii und tauchte am 1. Juni im Hotel Mira in Hongkong auf. (…)

Doch einige wichtige Fragen sind noch offen.

Wo war Snowden vom 21. bis 31. Mai 2013?

Schindlers Aussage bei Bild.de, Snowden sei erst am 1. Juni im Hotel “Mira” aufgetaucht, stimmt nicht. Die neuen Unterlagen, die Snowdens Anwälte in Hongkong besorgt haben und die Glenn Greenwald nun veröffentlicht hat, zeigen, dass der Whistleblower bereits am 21. Mai im “Mira” eingecheckt hat — unter seinem eigenen Namen, bezahlt mit seiner eigenen Kreditkarte. Diese erste Buchung geht bis zum 30. Mai. Bereits am 29. Mai bucht Snowden zwei weitere Nächte, bis zum 1. Juni, und direkt hinterher noch mal neun weitere Nächte bis zum 10. Juni. Am 2. Juni kommen dann Greenwald und Laura Poitras, die einen ersten Teil von Snowdens Enthüllungen veröffentlichen. Der Journalist Charlie Savage hat alle Hotelabrechnungen auf seiner Seite veröffentlicht (auch eine weitere Buchung durch Snowden im “Mira” bis zum 18. Juni sowie eine frühere Buchung im Hotel “Icon”, in dem Snowden für seine erste Nacht in Hongkong am 20. Mai eingecheckt hatte).

Wie zentral die Frage nach Snowdens ersten Tagen in Hongkong für Schindler und seine Ausführungen ist, zeigt, dass dieser sie immer wieder stellt. Bereits im Sommer 2015 fragte er bei Bild.de:

Wo war Snowden während der zehn Tage im Mai 2013, nachdem er Hawaii verlassen und bevor er am 1. Juni im Hongkonger Hotel “Mira” eincheckte?

Und auch bei Twitter lässt ihn das Thema nicht los:



Jetzt hat er eine Antwort bekommen (die er natürlich nicht glaubt). Da diese Dokumente noch nicht öffentlich zugänglich waren, als John R. Schindler seinen Bild.de-Artikel geschrieben hat, kann man ihm nicht vorwerfen, davon nichts gewusst zu haben. Er konnte aber wissen, dass Edward Snowden stets beteuert hat, sich auch schon vor dem 1. Juni im “Mira” aufgehalten zu haben. Schindler hat diese Aussage einfach nicht glauben wollen oder ignoriert und das Gegenteil behauptet, was auch viel besser in seine Überläufer-Theorie passt. Julian Reichelt und Bild.de boten ihm dafür eine Plattform.

Ob Edward Snowden ein russischer Spion ist? Keine Ahnung.

Ob Edward Snowden in Hongkong Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes besucht oder sie im Hotel empfangen hat? Keine Ahnung.

Ob John R. Schindler und Bild.de eine falsche Behauptung aufgestellt haben? Scheint ganz so.

Bild  

Nichts ist so alt wie die “Bild”-Zeitung von heute

Am frühen Morgen (Mitteleuropäische Zeit) des 26. Dezember 2016 verloren die Footballer der Denver Broncos 10:33 gegen die Kansas City Chiefs.

90 Tage später ist diese Nachricht auch in der Ruhrgebiet-Redaktion der “Bild”-Zeitung angekommen. Das Blatt schreibt heute im Sportteil (mit falschem Ergebnis):

Vermutlich hat jemand beim Zusammenwürfeln des Inhalts ein altes Meldungsbein komplett auf die Seite kopiert und drucken lassen. In den anderen kurzen Sportnachrichten ist zum Beispiel zu lesen, dass bei den Fußballern von Eintracht Frankfurt eine Vertragsverlängerung mit Torwart Lukas Hradecky “bereits im Januar-Trainingslager” klappen könnte, und dass die Spieler des FC Montpellier Strafen zahlen werden müssen, wenn sie mit Übergewicht aus dem Weihnachtsurlaub zurückkommen.

Mit Dank an Timm H. für den Hinweis!

Babykatzengate, Fusselnabelschau, BILDverschwörer

1. ROG entsperrt blockierte Webseiten
(reporter-ohne-grenzen.de)
Am gestrigen Welttag gegen Internetzensur hat “Reporter ohne Grenzen” fünf zensierte Webseiten in Aserbaidschan, Katar, Saudi-Arabien, der Türkei und Turkmenistan entsperrt. Um die zensierten Seiten zugänglich zu machen, wurden die Webseiten gespiegelt und auf den Cloud-Servern großer Anbieter wie Amazon, Microsoft und Google abgelegt. “Zahlreiche autoritäre Regime sperren Inhalte im Internet, um kritische Informationen von ihren Bürgern fernzuhalten. Mit dieser Aktion protestieren wir gegen die Bemühungen von Staaten, unabhängige Informationsquellen zu sperren. Regierungen dürfen nicht nach Belieben entscheiden, was Menschen wissen und welche Meinungen sie sich bilden.“

2. Fünf Vorschläge für den Umgang mit Fake News
(sueddeutsche.de, Georg Mascolo)
Georg Mascolo macht auf “sueddeutsche.de” fünf Vorschläge für den Umgang mit Fake News. Gleich am Anfang klärt er einen beliebten Irrtum in der Fake-News-Debatte auf: “Irrtümer, falsche Einschätzungen, Übertreibungen oder schlechter Journalismus sind keine Fake News. Nur wenn Journalisten trotz späteren besseren Wissens erkannte Fehler nicht korrigieren, wird aus einem Irrtum eine Lüge. Journalismus lebt von sorgfältiger Abwägung und doppelter Überprüfung, Vereinfachung ist notwendig, darf aber die Substanz nicht verändern.”

3. Michael Wolffsohn weiß die „Wahrheit“ über sämtliche Axt-Angriffe
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Einen “außergewöhnlich dummen und gefährlichen Kommentar” nennt Stefan Niggemeier das, was der Historiker Michael Wolffsohn an unbewiesenen Behauptungen und Verschwörungsvermutungen um die Axt-Angriffe in Düsseldorf zusammengezimmert hat. “Wolffsohn ist damit nicht allein, er ist in bester rechter und rechtsextremer Gesellschaft. Man findet Leute wie ihn, die nichts mehr glauben und alles schon wissen, die eine große Verschwörung zur Irreführung der Bevölkerung vermuten, an vielen Stellen im Internet. „Bild“ verschafft ihnen Gehör.”

4. Berliner Nabelschau
(faz.net, Andrea Diener)
Zwischen 1912 und 1937 erschien in Berlin das Magazin “Die Dame”. Die Texte drehten sich um Kultur, Mode und Gesellschaft, das Frauenbild war fortschrittlich. Nun relauncht der Axel Springer Verlag das historische Magazin. Andrea Diener kann dem Unternehmen wenig Gutes abgewinnen: “Diese Zeitschrift guckt auf sich selbst, seziert die Fusseln im eigenen Nabel und stolpert dabei über die zu großen Stöckelschuhe. Man möchte ihr beim besten Willen nicht dabei zusehen müssen, Unfälle gibt es auf der Straße schon genug.”

5. Er hat CIA gesagt!
(zeit.de, Patrick Beuth)
Das Ansehen von Wikileaks hat in den letzten Jahren sehr gelitten. Kritiker werfen der Plattform vor, durch das unredigierte Veröffentlichen, Unschuldige zu gefährden, fragwürdige Botschaften zu verbreiten und einer politischen Agenda zu folgen. Wie also mit den Leaks umgehen? Patrick Beuth hat sich auf “Zeit Online” Gedanken zu diesem Problem gemacht.

6. Babykatzengate
(taz.de, Malte Göbel)
Die Literatin und Bachmann-Preisträgerin Stefanie Sargnagel muss sich seit Tagen eines absurden Shitstorms erwehren, losgetreten von der rechten österreichischen Boulevardzeitung “Kronenzeitung”. Im Zuge des “Babykatzengates” ist sie nun auch noch für 30 Tage auf Facebook gesperrt worden. Sargnagel vermutet, “weil FPÖ-Wähler und Kroneleser mein Profil gemeldet haben“. Auf Twitter hat sie den Vorgang aus ihrer Sicht zusammengefasst.

“BILD ist hier nichts vorzuwerfen”

Ernst Elitz ist Ombudsmann der “Bild”-Zeitung. Er schaltet sich ein, wenn Leser ihre politischen Ansichten falsch oder verzerrt dargestellt finden. Aber auch, wenn sie Zweifel an Fakten haben.

Seine erste Kolumne erschien am Donnerstag. Am Wochenende schrieb er gleich die nächste. Diesmal fand er sogar einen berechtigten Kritikpunkt. Nur leider schickte er die fertige Kolumne an die falsche E-Mail-Adresse. Sie landete bei uns. Wir veröffentlichen sie hier. Exklusiv bei BILDblog.

Liebe BILD-Leser,

zunächst muss ich Ihnen sagen: Julian Reichelt hat mich für meine erste Kolumne sehr gelobt. Darüber freue ich mich ganz besonders. Denn das zeigt: Er nimmt die kritische Auseinandersetzung mit BILD ernst. Aber kommen wir gleich zu den Zuschriften.

Ralf Heimann hat vor ein paar Jahren aus Versehen einen Zeitungsbericht über einen umgefallenen Blumenkübel berühmt gemacht. Seitdem lassen ihn abseitige Meldungen nicht mehr los. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht, zuletzt zusammen mit Jörg Homering-Elsner “Bauchchirurg schneidet hervorragend ab — Perlen des Lokaljournalismus”. Fürs BILDblog kümmert er sich um all die unwichtigen Dinge, die in Deutschland und auf der Welt so passieren.
(Foto: Jean-Marie Tronquet)

Ich bin den folgenden Fällen nachgegangen.

► BILD-Leser Maik Warschnitz schreibt: “Ich habe von verschiedenen Seiten gehört: Zu Karneval sind mehrere Pärchen in der Öffentlichkeit beim Liebesspiel gefilmt worden. Warum finde ich die Videos nicht bei Bild.de?”

Meine Antwort: Dafür habe ich leider keine Erklärung. Wir haben alle Aufnahmen veröffentlicht. Prominent auf unserer Startseite. Ich habe in der Chefredaktion recherchiert. Der Browser-Verlauf zeigt: Auch dort wurden sie gefunden.

Mein Urteil: BILD ist hier nichts vorzuwerfen.

► BILD-Leser Ferdinand Huhn fragt: “Früher habe ich immer gern die BILD-Korrekturspalte gelesen. Leider finde ich sie nicht mehr. Warum hat die Redaktion sie abgeschafft?”

Die Redaktion sagt: “Diese Frage hören wir oft. Die Antwort überrascht viele Leser: Wir haben die Korrekturspalte nicht abgeschafft. Im Gegenteil: Oft würden wir Fehler gern berichtigen. Aber leider ist unser Platz begrenzt. Unsere Aufgabe ist es, die wichtigsten Themen des Tages auszuwählen. Wenn dazu unserer Meinung nach ein Fehler zählt, werden wir die Korrekturspalte auch weiterhin nutzen. Sie bleibt also ein ebenso fester Bestandteil der BILD wie das kritische Urteil von Ernst Elitz.”

Mein Urteil: Stark!

► Bei der Berichterstattung über Verbrechen wirft BILD-Leser Gisbert Holunder uns vor, oft einen Teil der Wahrheit zu verschweigen. So würden in vielen Fällen lediglich Fotos veröffentlicht, die das Opfer vor der Tat zeigen.

Meine Antwort: BILD-Reporter sind auch nur Menschen. Sie können nicht gleichzeitig überall sein. Vor allem bei Verbrechen sind wir auf Augenzeugen angewiesen. Und dabei dürfen wir nicht vergessen: Das sind keine Profis. Diese Menschen sind meistens von der Situation überfordert. In ihrer Panik vergessen sie, vom Tatort ein Foto zu machen. Und oft holen sie zunächst Hilfe, statt unsere Reporter zu kontaktieren.

Mein Urteil: BILD trifft keine Schuld!

► BILD-Leser und Türkei-Kenner Hans-Eberhard Müller aus Torgau (Sachsen) fordert “deutliche Worte” zu den “Mätzchen” des türkischen Präsidenten Erdogan.

Meine Antwort: BILD hat dazu deutliche Worte gefunden. Wir werden auch weiter über die Türkei und Präsident Erdogan berichten.

Mein Urteil: BILD hat alles richtig gemacht.

► BILD-Leser Kevin Knoblikowsky möchte wissen: “Warum hat das BILD-Girl eine Hose an?”

Meine Antwort: Sie haben vollkommen Recht. Das muss nicht sein! BILD steht für transparenten Journalismus. Diese Frage müssen wir uns gefallen lassen.

Die Redaktion sagt: “Die Fotos werden uns zugeliefert. Mit Photoshop ist da nichts zu machen. Aber wir bleiben an der Sache dran.”

Mein Urteil: Hier muss sich dringend etwas ändern.

► Stichwort Kommentar!

Manche Leser sind unzufrieden mit Berichten und Formulierungen, die ihrer eigenen Vorstellung von Anstand und Redlichkeit zuwiderlaufen.

Meine Empfehlung: Stellen Sie sich nicht so an!

PS: Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von BILDblog!

Herzlichst,

Ihr BILD-Ombudsmann
Ernst Elitz

“Bild” schneidet sich Kritik zurecht

So richtig rund scheint es nicht zu laufen mit der neuen “Fußball Bild”. Seit Ende Januar liegt die tägliche “Springer”-Fußball-Zeitung bundesweit an den Kiosken (zuvor hatte der Verlag das Projekt schon in Stuttgart und München getestet), ein Mix aus zusammengewürfelten Berichten der “Bild”-Regionalausgaben und ein paar Exklusiv-Inhalten. “Meedia” berichtete vor knapp zwei Wochen, dass pro Tag “im Schnitt zwischen 48.000 und 55.000 Exemplare” verkauft würden. Der Plan, die sinkende “Bild”-Auflage durch “Fußball Bild” auszugleichen, gehe bisher nicht auf.

Und so versucht “Fußball Bild” aktuell einiges, um gemocht zu werden. Zwölf Tage kann man sie kostenlos testen, ab heute gibt es das Blatt im Abo und für die “333 schnellsten Besteller” verspricht die Redaktion sogar “einen FUSSBALL BILD Kaffeebecher” gratis.

Ein neues Werbevideo gibt es auch:

Der 20-Sekunden-Clip ist seit vorgestern online und zeigt, wie “Bild” von VfL-Bochum-Trainer Gertjan Verbeek “beschimpft” wird (von der Beliebtheit bei den Fans ist hingegen nichts zu sehen, doch dazu später mehr):

Verbeek sagt in dem “Fußball Bild”-Werbespot:

“Bild”. Nee. Warum schreibt ihr dann immer solche Scheiße? Warum spielt ihr immer zwei Parteien gegeneinander aus? Ihr seid ja Arschlocher. Das seid ihr.

Vielleicht erinnern Sie sich: Die Aussage stammt aus einer Pressekonferenz des VfL Bochum, die im September 2015 stattfand. Wir hatten damals auch hier im BILDblog darüber berichtet. Das “Arschlocher” von Gertjan Verbeek ging an “Bild”-Reporter Joachim Droll, der zuvor über angebliche Meisterambitionen Verbeeks berichtet hatte. Später entschuldigten sich der Trainer und der Vereinsvorstand für die Wortwahl, von Verbeeks Kernaussagen wollte sich der Verein hingegen nicht distanzieren.

“Fußball Bild” schnappte sich also — mit Genehmigung des VfL Bochum — die kurze Passage aus der knapp 20-minütigen Pressekonferenz (ab Minute 4:05 wird’s interessant) und fügte diese zwei Texttafeln ein, die zwischendrin eingeblendet werden:


Die Aussage soll wohl sein: Ist das nicht toll, liebe Fans, wie wir uns für euch solchen Biestern wie Gertjan Verbeek stellen und uns von ihnen sogar beschimpfen lassen? Dafür müsst ihr uns doch lieb haben.

Die erste Tafel (“VON TRAINERN BESCHIMPFT.”) gibt “Fußball Bild” allerdings auch die Möglichkeit, die Originalaufnahme zu schneiden, ohne dass man es auf Anhieb merkt. Verbeeks Kritik hatte nämlich durchaus Inhalt. Er kritisierte in einem Satz, den “Fußball Bild” weggelassen hat, die “Bild”-Berichterstattung über Flüchtlinge. Der VfL-Trainer sagte damals in voller Länge:

“Bild”. Nee. Warum schreibt ihr dann immer solche Scheiße? Warum spielt ihr immer zwei Parteien gegeneinander aus? Selbst mit Flüchtlingen dazwischen. Ihr seid ja Arschlocher. Das seid ihr.

Ein bisschen Kritik an “Bild” ist für “Bild” also in Ordnung. Richtige Kritik wird aber doch lieber rausgeschnitten.

Und dann ist da ja noch die Behauptung, dass “Bild” beziehungsweise “Fußball Bild” “von den Fans geliebt” werde. Ebenfalls im September 2015, als die “Bild”-Zeitung auf dem Höhepunkt ihrer “Wir helfen”-Imagekampagne an einem Spieltag der 1. und 2. Bundesliga “Wir helfen”-Aufnäher auf den Trikotärmeln aller 36 Mannschaften platzieren wollte, reagierten die Fans vieler Vereine in den Stadien mit “Bild”-Kritik.

Zum Beispiel die des BVB:

Und des 1. FC Köln:

Und des Karlsruher SC:

Und des FSV Mainz 05:

Und des FC Ingolstadt:

Und des SV Darmstadt 98:

Und des VfB Stuttgart:

Und des 1. FC Nürnberg:

Und des SC Freiburg:

Und des FC Schalke 04:

Und von Fortuna Düsseldorf:

Und des TSV 1860 München:

Und von Hertha BSC:

Und von Union Berlin:

Und von der SpVgg Greuther Fürth:

Und auch die Fans des VfL Bochum, für die sich “Bild” und “Fußball Bild” ja von Trainer Gertjan Verbeek heldenhaft beschimpfen lassen, schlossen sich #BILDnotwelcome an:

Mit Dank an @FeaturedMoritz für den Hinweis!

BILDblog dankt

Ohne die finanzielle Unterstützung durch unsere Leser wäre das BILDblog undenkbar. Wir können allerdings nicht auf große Reise gehen und jedem persönlich dafür danken — sonst wäre hier auf der Seite Stillstand. Deswegen veröffentlichen wir regelmäßig einen großen SammelDank. Heute ist es wieder soweit.

Sollte Ihr Name noch nicht in der Liste unten auftauchen, obwohl Sie große Lust hätten, mal einen Dank vom BILDblog zu bekommen — kleiner Tipp: Es ist ganz einfach, uns zu unterstützen. Und Leuten, die einen Dauerauftrag einrichten, danken wir auch jeden Monat aufs Neue.

Für die großartige Hilfe im Februar möchten wir uns bedanken bei:

Achim K., Achim P., Alexander G., Alexander H., Alexandra K., Amrei Z., Andre D., Andrea S., Andreas F., Andreas H., Andreas K., Andreas N., Andreas P., Andreas W., Angela Z., Anja C., Anna S., Annika C. H., Arne L., Beate M., Benedikt S., Benjamin B., Benjamin M., Berenike L., Bernd H., Bjoern T., Bo G., Bodo S., Carsten S., Christian B., Christian G., Christiane V., Christoph M., Christopher H., Claudia H., Dario S., David R., Dennis B. H., Dennis B., Dietmar N., Dirk A., Dirk W., Dominique T., Dorothea A., Eckhard S., Eike O., Ekkart K., Fabian Ü., Florian J., Florian K., Florian W., Frank W. B., Frank W., Friedhelm K., Gregor A. K., Guido R. S., Hagen S., Hanna T.-H., Hannes B., Hannes R. S., Hans-Christian O., Heiko K., Helmut B., Henning B., Henning R., Holger B., Horst R., Ingo v. L., Ingrid B., Jacob D., Jan N. K., Jan O. W., Jan P. S., Jan P., Jan Z., Jens B., Jens D., Jens F., Joern L., Johannes L., Johannes P., Jonas H., Jonas S., Jonathan B., Jorg B., Julia T., Katrin U., Klaus W., Lennart R., Leonard B., Lina B., Lukas G., Manuel O., Marc R., Marc S., Marcel B., Marco S., Marcus H., Marcus K., Marcus S., Margit G., Mario U., Marion S.-D., Marko H., Markus K., Martin H., Martin M., Martin R. F. G., Martin R., Martin S., Mathias K., Matthias M., Matthias S. S., Maximilian W., Mechthild S., Michael B., Michael K., Michael N., Michael S., Michael W., Michaela G., Micharl R., Moritz D. B., Moritz D., Moritz H., Moritz V., Nicole P., Nils P., Pascal K., Peter J., Philipp G., Philipp H., Philipp S., Philipp W., Pia K., Rahel H., Ricarda G., Robert K., Rüdiger S., Sandra C. K.-W., Sascha S., Sebastian F., Sebastian P., Stefan R., Steffen B., Steve H., Sven F., Thekla I. H., Thomas E., Thomas H., Thomas L., Thomas M., Thomas S., Tilman H., Timo S., Tobias P., Toralf B., Torsten P., Tristan S., Ute S., Uwe K., Volkmar D., Wiebke S., Yannick B., Yvonne T.!

Wer das Urteil hat, braucht für den Spott von Bild.de nicht zu sorgen

Ein ehemaliger Mitarbeiter der “Tafel” in Herford wurde vergangene Woche zu neun Monaten Haft auf Bewährung und 150 Stunden Sozialarbeit verurteilt. In seiner Position als Kassenwart hatte er in 38 Fällen Gelder des Vereins veruntreut. Von den insgesamt knapp 3400 Euro hatte der 28-Jährige, der auch in der Lokalpolitik aktiv ist, weiblichen Internetbekanntschaften Geschenke gemacht: Anzüge aus Lackleder, Unterwäsche, Duftöle.

Bild.de berichtete gestern am späten Abend über die Verhandlung (auf einen Link verzichten wir bewusst). Und schon in die Überschrift gossen die Redakteure den ersten Eimer Spott, der im Axel-Springer-Hochhaus links neben dem Tisch eines jeden Mitarbeiters immer bereitsteht:


(Alle Unkenntlichmachungen in diesem Beitrag durch uns.)

Abgesehen davon, dass es in der Verhandlung um das Geld eines Vereins ging, der Menschen kostenlos mit Lebensmitteln versorgt, hat der Fall nichts mit Essen zu tun. Dass es sich bei dem Verurteilten um einen “dicken Politiker” handelt, musste bei Bild.de offenbar trotzdem unbedingt mit rein.

Für den ersten Absatz seines Artikels hat sich der Autor dann den Eimer Spott seines Büronachbarn geliehen, damit er sich über den “Gutmenschen” auf der Anklagebank lustig machen konnte:

Er wollte armen Menschen helfen, doch dann geriet der junge Politiker und Gutmensch im Internet in die Fänge der Lust. Der Trip ins Reich der Erotik brachte ihn um den Verstand und schließlich auf die Anklagebank.

In Absatz zwei kommt der Text noch einmal zurück aufs Aussehen des Mannes — der Autor schätzt dort dessen Gewicht.

Das alles ist deswegen besonders grässlich, weil Bild.de sich keine große Mühe gibt, den Verurteilten zu anonymisieren. Zwar kürzt das Portal den Nachnamen ab, dafür zeigt es aber sowohl auf der Startseite als auch im Artikel ein Foto von ihm ohne irgendeine Verpixelung. Die Bild.de-Mitarbeiter machen ihn bundesweit zum Gespött.

Natürlich kann man über die Verhandlung berichten. Die Richterin sagte auch völlig zu Recht, dass es “besonders verwerflich” sei, “dass Sie Geld nahmen, das für bedürftige Menschen bestimmt war.” Außerdem handelt es sich um eine Person, die in der Politik aktiv ist. Aber muss man diese Person nach einem Urteil, ob man es nun für gerecht hält oder nicht, noch derart mit einem Artikel vorführen?

Die regionalen Medien — “Westfalen-Blatt”, “Neue Osnabrücker Zeitung”, “Neue Westfälische” — respektierten übrigens die Persönlichkeitsrechte des Mannes und zeigten entweder verpixelte oder gar keine Fotos von ihm.

Kopp Verlag, “Bild”-Ombudsmann, Klagesportgruppe Hoffmann

1. Veraltete Focus-Meldung über Sexualdelikt sorgt für Verwirrung
(freiepresse.de, Johannes Pöhlandt)
Unter der Überschrift “Kripo ermittelt wegen sexueller Nötigung” berichtet die Onlineausgabe des “Focus” über ein Sexualdelikt in einer Stadt in Sachsen. Der Haken dabei: Die Meldung ist mehr als ein halbes Jahr alt. Nach Angaben der “Freien Presse” sei es nicht das erste Mal, dass der “Focus” veraltete Polizei-Pressemitteilungen veröffentlicht hat.

2. Auf dem Heimatplaneten für rechtsextreme Ufologen
(faz.net, Rüdiger Soldt)
Dank allerlei wilder Verschwörungsliteratur und dem rechtspopulistischen Aufgreifen der Flüchtlingsthematik macht der “Kopp Verlag” mittlerweile zehn Millionen Jahresumsatz und beschäftigt 60 Mitarbeiter. “FAZ”-Autor Rüdiger Soldt zeichnet die Entwicklung des rechtsesoterischen Verlages nach und berichtet über einen der zweifelhaften Kopp-Kongresse.

3. Wie SRF-Gegner mit SRF reich werden wollen
(tageswoche.ch, Gabriel Brönnimann)
Gabriel Brönnimann findet heftige Worte für das, was gerade in der Schweizer Medienlandschaft passiere: “Von der aktuellen Schweizer Medienpolitik könnte sich manche Bananenrepublik eine Scheibe abschneiden.” Private Medienanbieter würden die Inhalte der Öffentlich-Rechtlichen kostenlos nutzen wollen. Mit der aktuellen Gesetzesvorlage sei es möglich, von der Bevölkerung per Gebühren finanzierte Inhalte auf privatwirtschaftlichen werbefinanzierten Portalen – gratis!, aber mit eigenen Werbeeinnahmen – weiterzuverbreiten. Die dahinterstehende Lobby nennt sich schönfärberisch “Aktion Medienfreiheit”.

4. Schlappe für Karl-Heinz Hoffmann
(br.de)
Der Rechtsextremist Karl-Heinz Hoffmann (Gründer der gleichnamigen “Wehrsportgruppe”) fühlte sich durch einen Bericht auf tagesschau.de verleumdet und klagte gegen den verantwortlichen NDR-Journalisten auf Unterlassung und Schmerzensgeld. Die Klage ist gescheitert: Das Landgericht Nürnberg-Fürth wies die Sache ab. Es ist aber noch eine weitere Klage Hoffmanns gegen einen BR-Reporter offen.

5. Perfide Petition zu „Publikationsfreiheit“: Verlagslobby verleumdet Entwurf zum Wissenschaftsurheberrecht
(netzpolitik.org, Leonhard Dobusch)
Als keinen großer Wurf, aber einen Schritt in die richtige Richtung bezeichnet Leonhard Dobusch die Modernisierungsversuche des Urheberrechts im Bereich Wissenschaft und Unterricht. Umso erschütternder sei es, dass selbst diese zaghaften und vorsichtige Schritte, das Urheberrecht zumindest an Schulen und Universitäten alltagstauglicher zu gestalten, auf großen Widerstand der Verlagslobby stoßen würden. In der Petition „Publikationsfreiheit“ würden Verlage mit Alarmismus und Halbwahrheiten operieren.

6. Betr.: Zweifel an Fakten
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
“Bild” hat seit Kurzem einen “Ombudsmann”, an dem man sich wenden kann, wenn man “Zweifel an Fakten” habe. Stefan Niggemeier hat sich sofort an die Tastatur gesetzt.

Von Bild.de lernen, heißt auf Satire reinfallen lernen

Als am vergangenen Samstag der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim in Oberhausen auftrat, und viele Türken in die dortige Arena zum Zujubeln kamen, boten sich für Bild.de ein paar tolle Motive, die man bestens für einen Artikel verwenden konnte. Dieses hier zum Beispiel:

Das Foto vom Fähnchen fanden sie bei Bild.de wohl so gut, dass sie es gleich noch mal verwendet haben, für einen Zusammenschnitt des Talkformats “Die richtigen Fragen” zum Yildirim-Auftritt. Im Vorschaubild des Videos ist wieder der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zu sehen und dazu die “klare Botschaft” “Von Erdogan lernen heißt siegen lernen.”:

Wir haben auch eine richtige Frage, liebes Bild.de-Team: Habt Ihr morgen Abend um 22:50 Uhr schon was vor? Wenn nicht: Schaut doch mal in die “NDR”-Satiresendung “extra 3” rein.

Da wird es zum Beispiel das Thema “Von Erdogan lernen, heißt siegen lernen” geben, präsentiert von Tobi Schlegl, der am vergangenen Samstag offenbar in Oberhausen war:

Seht Ihr, liebe Bild.de-Bildexperten, auf dem getwitterten Foto auch die kleine Fahne, die da noch halb zu erkennen ist? Kommt uns irgendwie bekannt vor.

Mit Dank an @Polles1895 für den Hinweis!

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