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Falscher “HEIZ-KOSTEN”-“WINTER-WAHNSINN” auf der Titelseite

Momentan wird viel über die steigenden Energiepreise gesprochen und berichtet. Das Heizen könnte in diesem Winter deutlich teurer werden als im vergangenen. Und dann kam gestern die “Bild”-Redaktion mit dieser Hammerzahl auf der Titelseite:

Ausriss Bild-Titelseite - Heiz-Kosten bis zu 650 Euro rauf! Was diesen Winter alles teurer wird und wie Sie trotzdem sparen können

Laut Bild.de herrscht bald der “WINTER-WAHNSINN”:

Screenshot Bild.de - Winter-Wahnsinn - Heiz-Kosten bis zu 650 Euro rauf

Nur leider stimmt das so nicht. Die Kostensteigerung von 650 Euro – oder genauer: 652 Euro – bezieht sich nicht auf die “HEIZ-KOSTEN” eines Musterhaushalts mit drei Personen, sondern auf dessen gesamte Energiekosten. Da gehören die Heizkosten dazu, aber nicht nur, sondern zum Beispiel auch die Kosten fürs Benzin für das Familienauto. Die “Bild”-Autoren Albert Link, Julian Röpcke und Hans-Jörg Vehlewald schreiben das selbst in ihrem Artikel:

Folge für die Verbraucher: Ein Durchschnittshaushalt zahlt (Preisstand August) in diesem Jahr 4063 Euro für Energie (Heizung, Strom, Sprit). 2020 waren es 3411 Euro. Mehrkosten: 652 Euro! Ein Anstieg um satte 19 Prozent, so die Tarifwächter von Verivox!

Auch in der Pressemitteilung des Unternehmens Verivox von Anfang September, auf die sich die “Bild”-Autoren beziehen, wird klar, dass es sich bei der Steigerung um 652 Euro um die allgemeinen Energiekosten handelt:

Die Energiekosten für einen Musterhaushalt lagen im August 2021 bei 4.063 Euro pro Jahr. Im August 2020 kostete die gleiche Menge Energie noch 3.411 Euro. Damit sind die Ausgaben für Energie innerhalb von zwölf Monaten um 19,1 Prozent gestiegen. Die Haushaltskasse eines Drei-Personen-Musterhaushalts wird mit 652 Euro zusätzlich belastet.

Es sind die zwei kraftvollsten Mittel, die der “Bild”-Redaktion zur Verfügung stehen, gesehen von Millionen Menschen: Ein Aufmacher auf der Titelseite der gedruckten “Bild”, eine Top-Story auf der Startseite von Bild.de. Da wäre es doch toll, wenn das, was dort zu lesen ist, auch stimmt.

Mit Dank an Jens für den Hinweis!

Nachtrag, 17:48 Uhr: Die “Bild”-Redaktion hat beim Onlineartikel die Überschrift geändert. Sie lautet nun:

Energie-Kosten bis zu 650 Euro rauf!

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Die “Österreich”-Affäre, Missstände im “Zockerhaus”, Lesch gendert

1. Die “Österreich”-Affäre
(falter.at, Florian Klenk)
Mögliche Scheinrechnungen und Chats legen den Verdacht nahe, dass Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz im Zusammenhang mit einem System steht, das die öffentliche Meinung mit frisierten Studien manipuliert und wohlwollende Berichterstattung in Boulevardmedien gekauft haben könnte. Dafür könnten über eine Million Euro Steuergeld verwendet worden sein. “Falter”-Chefredakteur Florian Klenk erklärt die Hintergründe eines “beispiellosen Kriminalfalls”, der derzeit Österreich erschüttert.

2. Schwulenfeindliche Entgleisungen
(sueddeutsche.de, Clara Meyer)
Die Realityshow “Das Zockerhaus” bei ZDFtivi soll eigentlich den Freundschaftsgedanken fördern, stecke jedoch voller sexistischer und schwulenfeindlicher Klischees, schreibt Clara Meyer: “Die Missstände in Das Zockerhaus werden in einem offenen Brief an das ZDF vom Verein klische*esc, der sich für Gleichberechtigung einsetzt, kritisiert. Die schwulenfeindlichen und sexistischen Bestrafungen hätten das ‘Ziel, die Männlichkeit der jungen Protagonisten in Frage zu stellen … Dadurch werden nicht nur die Protagonisten herabgesetzt, sondern insgesamt Frauen* und Homosexuelle’, heißt es in dem Brief. Dem ZDF droht nun der Negativpreis ‘Der Goldene Zaunpfahl’, den der Verein für ‘absurdes Gendermarketing’ verleiht.”

3. DW-Korrespondenten werden aufgenommen
(verdi.de)
Der Deutschen Welle ist es gelungen, neun Korrespondenten und eine Korrespondentin sowie deren Familien aus Afghanistan zu evakuieren. Nun stellen die Städte Köln und Bonn den Evakuierten Unterkünfte zur Verfügung, bis die Deutsche Welle Wohnungen für sie gefunden hat.

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4. Her mit Gesetzen!
(zeit.de, Heinrich Wefing)
Es reiche nicht, sich über den rücksichtslosen Konzern Facebook zu empören – Deutschland müsse dagegen vorgehen, findet Heinrich Wefing: “Die Bürgerrechte sichern, den digitalen Raum zivilisieren, die Menschen vor der Macht der Tech-Giganten schützen – das wäre ein lohnendes Projekt für eine Ampelkoalition. Gegen die Herrschaft der Konzerne, für Freiheit durch Regeln. Es könnte das Markenzeichen eines avantgardistischen Liberalismus werden.”
Weiterer Lesehinweis: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht verlangt eine stärkere Regulierung Sozialer Netzwerke, und auch in der EU gebe es Pläne für strengere Regeln (spiegel.de).

5. Vielfalt im TV: Ein bisschen besser, aber noch nicht genug
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Am 5. Oktober hat Elizabeth Prommer vom Institut für Medienforschung der Universität Rostock die Ergebnisse einer aktuellen “Fortschrittsstudie zur audiovisuellen Diversität” (PDF) vorgestellt. Darin geht es nicht nur um Frauen, sondern auch um die Darstellung von Menschen mit Behinderungen, ethnischen Herkünften, Personen mit Migrationshintergrund sowie Menschen aus der LGBTQ-Community. Timo Niemeier fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

6. “Mehr als Ideologie”: Harald Lesch entkräftet Argumente gegen das Gendern
(rnd.de)
“Man muss es schlicht anerkennen, dass es beim Gendern um mehr geht als Ideologie. Eine männlich geprägte Sprache trägt nachweislich zu einem männlich geprägten Blick auf die Gesellschaft bei.” In der neuesten Ausgabe des ZDF-Sendung “Leschs Kosmos” behandelt Harald Lesch das Thema Gendern und räumt mit einigen Vorurteilen auf, denn “Gendern in der Sprache wirkt sich nachweislich auf das Verhalten aus”.

Vorwürfe gegen Facebook, 30 Jahre Käpt’n Blaubär, Hashtag HandyAlarm

1. Schwere Vorwürfe gegen Facebook
(tagesschau.de, Svea Eckert & Lena Kampf & Georg Mascolo)
Als erste deutsche Medien konnten NDR, WDR und “SZ” mit der Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen sprechen und zahlreiche firmeninterne Dokumente einsehen. Demnach wisse Facebook genau, “dass mexikanische Drogenkartelle über ihre Plattform neue Auftragskiller suchen, Menschenhändler ihre ‘Ware’ anbieten und dass Instagram sehr negative psychische Auswirkungen auf Teenager habe”.
Weiterer Lesehinweis: Bei “Zeit Online” berichtet US-Korrespondentin Rieke Havertz über die jüngst erfolgte Aussage der Whistleblowerin vor US-Senatoren: Das Geschäft mit der sozialen Abhängigkeit.

2. Wenn bei “Bild” der #HandyAlarm geht
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Antje Allroggen, Audio: 6:43 Minuten)
“Bild” hat anscheinend ausgezeichnete Kontakte zu Unions-Abgeordneten, die regelmäßig Informationen durchstechen. Wenn CDU und CSU sich mit anderen Parteien zu vertraulichen Sondierungsverhandlungen über eine mögliche Zusammenarbeit treffen, könne man die Gespräche “auf Twitter quasi eins zu eins nachlesen”, so der Grünen-Politiker Cem Özdemir. Dienen solche Veröffentlichungen der Transparenz oder muss es auch geschützte Räume geben?

3. Fatale Verwechslung
(sueddeutsche.de, Aurelie von Blazekovic & Clara Meyer)
Bildverwechslungen sind immer unangenehm. Zu einer besonders unangenehmen kam es jedoch beim TV-Sender “Welt” (früher N24). Dort hatte man in einem Bericht über den Prozess gegen eine KZ-Sekretärin nicht die Angeklagte, sondern die Holocaust-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch gezeigt.

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4. “Ich gebe keinen Leser und keine Leserin auf”
(journalist.de, Ute Korinth)
Im “journalist”-Interview erklärt der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, wie er versucht, mit seinen Auftritten auch jene zu erreichen, die der Wissenschaft widersprechen oder sie verteufeln: “Ich gebe keinen Leser und keine Leserin auf. Auch die Leser*innen der Bild-Zeitung sind bedeutsam. Die muss man versuchen zu erreichen. Was wäre die Alternative? Wir können nicht jeden Tag in bestimmten Zeitungen lesen, dass alles umsonst gewesen ist, dass wir uns die Maßnahmen hätten sparen können, dass sich jetzt herausstellen würde, dass Covid nicht so gefährlich gewesen wäre. Es werden dort ja Legenden geboren, die in Konflikt zu dem stehen, was die Realität beschreibt. Dem muss man sich stellen.”

5. Ausschüttungen der VG Wort an Herausgeber und Förderungsfonds rechtswidrig
(urheberrecht.org)
Das Landgericht München hat entschieden, dass die Ausschüttungen der VG Wort an Herausgeber sowie an den Förderungsfonds Wissenschaft der VG Wort rechtswidrig waren. Geklagt hatte ein Autor, der der Auffassung war, die VG Wort habe aufgrund der besagten Zahlungen seine ihm zustehende Ausschüttungen im Zeitraum 2016 bis September 2019 unzulässigerweise gemindert.

6. 30 Jahre Käpt’n Blaubär: mit der Lizenz zum Flunkern
(rnd.de, Cornelia Wystrichowski)
Genau heute vor dreißig Jahren begann in der “Sendung mit der Maus” die TV-Karriere des Seemannsgarn spinnenden Käpt’n Blaubär. Einer der vielen Erfolgsfaktoren, neben der tollen Synchronarbeit des mittlerweile verstorbenen Wolfgang Völz: Die Figur mische Humor für Kinder mit Ironie für Erwachsene.

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“Im Folgenden hören Sie einen Kommentar von Julian Reichelt”

Das war schon praktisch für die selbsternannten “Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes”, kurz: “Pegida”. Sie mussten bei ihren islamfeindlichen Veranstaltungen einfach nur ausgeschnittene Seiten aus der “Bild”-Zeitung aufhängen und konnten sich den Plakatdruck sparen:

Screenshot eines Tweets von Patrick Bahners - Plakatdruck gespart: Pegida München hängt die Bild-Zeitung aus.

Das ist schon praktisch für die selbsternannten “Querdenker”. Sie müssen bei ihren Demonstrationen gar nicht selbst Reden halten, sondern können einfach die “Bild-TV”-Kommentare von Chefredakteur Julian Reichelt abspielen.

Gestern gab es in Dresden einen kleinen “Querdenker”-Aufmarsch. Eine Szene wurde in einem kurzen Video festgehalten: Ein Redner erzählt erst einen, tja, Witz übers Impfen und sagt dann:

Im Folgenden hören Sie einen Kommentar von “Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt vom 12.08.2021.

Und dann legt Reichelt los:

Der Staat hat kein Recht mehr, zu regulieren, wie wir leben.

Die Videoaufnahme ist dann leider schon zu Ende. Es klingt aber so, als werde der Reichelt-Kommentar von den “Querdenkern” noch weiter abgespielt – es ist zu hören, wie Reichelt zum nächsten Satz ansetzt. Offenbar handelt es sich dabei um die Tonspur eines Videos, das im “Bild”-Youtube-Kanal zu finden ist, ein Zusammenschnitt eines “Bild-live”-Auftritts von Reichelt und “Bild”-Meinungschef Filipp Piatov.

Julian Reichelt erzählt darin, dass man “uns” “zwingt und gängelt”, dass der Staat mit “uns” “wie mit Verfügungsmasse” umspringe, dass Angela Merkel “das große Projekt Impfen” vor allem für “ihre Rolle in den Geschichtsbüchern” angehe. Filipp Piatov behauptet, dass man “bei der Bundesregierung” den Eindruck habe, “man will gar nicht heraus” aus der Corona-Pandemie. Stattdessen erzähle die Regierung “Märchen”.

Zwischendruch blendet die “Bild”-Redaktion einen Bildtrenner ein: “Wir sagen, was Deutschland denkt”. Zumindest bezogen auf diese “Querdenker”-Demo gestern in Dresden stimmt das.

Dazu auch:

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“Pandora-Papers”, Frontex vs. “FragDenStaat”, Handyvideo zulässig

1. So gefährlich können die “Papers”-Recherchen sein
(deutschlandfunk.de, Isabelle Klein & Michael Borgers, Audio: 9:58 Minuten)
“Panama Papers”, “Paradise Papers”, “Luxemburg Leaks” und nun die “Pandora Papers”: Die internationalen Recherchen über kriminelle Machenschaften und fragwürdige Offshore-Geschäfte reißen nicht ab. Hintergrund sei erneut ein Datenleck mit fast zwölf Millionen vertraulichen Unterlagen, die dann mehr als 600 Journalistinnen und Journalisten aus 117 Ländern ausgewertet haben. Der Deutschlandfunk hat mit Petra Blum über den aktuellen Fall gesprochen. Blum ist Mitglied des Investigativ-Zirkels ICIJ, dem die “Pandora Papers” zugespielt wurden.

2. Frontex will kein Bargeld von FragdenStaat
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Es ist ein Vorgang, der selbst vom EU-Parlament getadelt wird: Frontex, die milliardenschwere Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache, hat die vergleichsweise kleine Transparenzinitiative “FragDenStaat” mit einer Forderung von mehr als 10.000 Euro überzogen. Arne Semsrott von “FragDenStaat” sieht darin eine Reaktion auf eine Bitte um Auskunft: “Unsere Klage ist der erste Fall, in dem eine NGO von Frontex vor Gericht die Herausgabe von Dokumenten verlangt hat. An uns soll ein Exempel statuiert werden.”
Auf Twitter berichten die wackeren Streiter für mehr Transparenz von ihrem vergeblichen Versuch einer Geldübergabe: “Wir haben heute versucht, der EU-Grenzpolizei Frontex in Brüssel 10.520,76 Euro bar zu übergeben. Aber Frontex hat die Tür nicht aufgemacht. Offenbar wurde das gesamte Gebäude nach unserer Ankündigung der Geldübergabe geräumt, Polizei war vor Ort.”

3. Han­dy­video von einem Poli­zei­ein­satz ist zulässig
(lto.de)
Weder Bild- noch Tonaufnahmen eines Polizeieinsatzes im öffentlichen Raum sind strafbar. Die Beschlagnahmung des dazu benutzten Handys sei daher nach Ansicht des Landgerichts Osnabrück rechtswidrig. “Legal Tribune Online” fasst die Entscheidung zusammen: Letztlich habe das Gericht ausgeführt, “dass gem. § 201 a StGB das Anfertigen von Bildaufnahmen im öffentlichen Raum grundsätzlich straffrei sei. Warum das Anfertigen von Tonaufnahmen in demselben Raum strenger geahndet werden sollte, sei nicht ersichtlich.”

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4. ARD-Programmdirektorin Strobl attackiert “Bild TV”: “Ausrichtung auf Spaltung der Gesellschaft”
(augsburger-allgemeine.de, Daniel Wirsching)
In einem Gespräch mit der “Augsburger Allgemeinen” wirft die ARD-Programmdirektorin Christine Strobl den Springer-Medien und der AfD vor, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk diskreditieren zu wollen. Auf den neuen Wettbewerber “Bild TV” angesprochen, antwortet Strobl: “Der ambitionierte Versuch, Zeitung und Fernsehen zusammenzubringen, ist nicht uninteressant. Aber ich finde die Art der Berichterstattung hochproblematisch: diese Art des Zuspitzens, diese Ausrichtung auf eine Spaltung der Gesellschaft und der Umgang mit Fakten.”

5. Dritte Mahnwache vor Verleger-Villa
(verdi.de, Frank Biermann)
Thomas Hoof war Landesgeschäftsführer der NRW-Grünen, bevor er das Versandhaus Manufactum (“Es gibt sie noch, die guten Dinge”) gründete. 2008 verkaufte Hoof die Firma für einen zweistelligen Millionenbetrag an das Versandunternehmen Otto und konzentriert sich seither auf seine (zweifelhaften) verlegerischen Aktivitäten. In Hoofs Verlagsbuchhandlung in Lüdinghausen tummeln sich allerlei Autoren der Neuen Rechten. Nun regt sich Widerstand von Kritikern und Kritikerinnen: “Sie haben mit zwei Mahnwachen und in Presseerklärungen bereits deutlich gemacht, was sie von Autoren des Verlages wie den AfD-Politikern Björn Höcke und Alexander Gauland, dem Verschwörungsideologen Jürgen Elsässer und dem Rechtspopulisten Acif Pirincci (‘Die große Verschwulung’) halten.”

6. WDR startet neue Newsmarke tickr im Netz
(dwdl.de, Manuel Weis)
Der WDR hat mit “tickr” ein weiteres junges Online-Newsformat gestartet. Das Angebot richte sich an Menschen unter 25 Jahren und finde auf den Plattformen Instagram und Snapchat statt. Montags bis freitags soll es dort in rund drei Minuten die wichtigsten News, Bilder und Statements des Tages im Hochkantformat geben.

“Aber Halt!”

Kann das echt alles “Zufall” sein?

… fragte “Bild”-Redakteur Julian Röpcke vor einem Monat und meinte damit ein kurzes Video des öffentlich-rechtlichen Senders rbb zum Thema Fahrradfahren in Berlin. Röpcke schrieb dazu: “Eine typische Straßenumfrage mit zufällig ausgewählten Protagonisten, so scheint es …”. Im rbb-Clip waren nämlich auch zwei Personen zu sehen, die sich zu ihren Erfahrungen im Berliner Straßenverkehr äußerten. Einer davon: Georg Kössler, der zum damaligen Zeitpunkt für die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus saß, vom rbb aber nicht als Grünen-Politiker gekennzeichnet, sondern als ganz normaler Passant präsentiert wurde. Unter anderem lobte Kössler neu entstandene Pop-up-Radwege in der Stadt, die zum Programm der Grünen gehören. Oder wie Röpcke schrieb:

Ein Radler, der den Grünen in Berlin aus der Seele spricht, so scheint es, und ihre begonnene Verkehrswende in der Stadt als Lichtblick aus der Misere sieht.

Aber Halt! Nutzern im sozialen Netzwerk Twitter fällt auf, dass der Mann kein Unbekannter ist.

Der rbb löschte das Video und bat um Entschuldigung.

Am vergangenen Freitag berichteten “Bild” und Bild.de über ein Foto der neuen SPD-Bundestagsfraktion:

Ausriss Bild-Zeitung - Nach SPD-Gruppen-Foto ohne Mundschutz - Warum dürfen sich Politiker über die Maskenpflicht hinwegsetzen Schüler aber nicht?

Dazu befragte die “Bild”-Redaktion auch eine Schülerin und zwei Schüler. Alle drei finden das Verhalten der SPD-Politikerinnen und -Politiker ziemlich daneben. So sagt Adrian Klant, dass das SPD-Foto “der reine Hohn für Lehrer und Schüler” sei. Jan-Luca Schmid fragt: “Wenn sich SPD-Politiker im Bundestag nicht an Hygiene-Regeln halten müssen, warum sollten es dann Kinder und Jugendliche tun?” Und zu Isabell Biersack schreibt “Bild”: “Über das SPD-Fotoshooting schüttelt sie den Kopf.”

Bei Adrian Klant erwähnt die “Bild”-Redaktion, dass er “Bundesvorsitzender der Schüler Union” ist, ohne weiter zu erklären, was die Schüler Union genau ist. Man erfährt nicht, dass es sich bei ihr nicht einfach um irgendeine Schülerorganisation handelt, sondern um eine CDU- und CSU-nahe. Man muss beim Begriff “Union” schon selbst drauf kommen. Aber immerhin wird die Schüler Union überhaupt erwähnt.

Jan-Luca Schmid und Isabell Biersack werden hingegen als ganz normaler Schüler und ganz normale Schülerin von “Bild” präsentiert. Dass der eine Schriftführer im Vorstand der Jungen Union Neckar-Odenwald-Kreis ist, und die andere stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union Trier, erwähnt “Bild” mit keinem Wort.

Drei Schülerinnen und Schüler befragt die Redaktion zu einem SPD-Fauxpas. Und alle drei haben einen CDU/CSU-Hintergrund, der bei zweien nicht mal erwähnt wird. Was würde “Bild”-Redakteur Julian Röpcke in so einem Fall wohl fragen?

Kann das echt alles “Zufall” sein?

Mit Dank an die Hinweisgeber!

Nachtrag, 5. Oktober: Mehrere BILDblog-Leserinnen und -Leser weisen darauf hin, dass bei ihren Kindern im laufenden Schuljahr bereits Klassenfotos aufgenommen wurden. Und dass die Kinder bei diesen Fotos, ähnlich wie beim SPD-Foto, ihre Masken abnehmen durften.

Außerdem schreiben einige, dass es in mehreren Bundesländern inzwischen keine Maskenpflicht an Schulen mehr gibt. In Berlin beispielsweise für die Klassenstufen 1 bis 6, im Saarland für alle Jahrgänge. In Bayern müssen Schülerinnen und Schüler im Schulgebäude zwar weiter eine Maske tragen, im Unterricht dürfen sie sie aber abnehmen. Im “Bild”-Artikel liest man von diesen Lockerungen nichts, obwohl die Landesregierungen den Wegfall der Maskenpflicht teilweise schon einige Tage vor Erscheinen des “Bild”-Beitrags publik gemacht haben.

Nachtrag 2, 5. Oktober: Die “Bild”-Redaktion hat auf unsere Kritik reagiert. Im Onlineartikel steht inzwischen bei Jan-Luca Schmid: “Mitglied der Jungen Union” und bei Isabell Biersack: “ist bei der Jungen Union engagiert”. Außerdem ist am Ende des Beitrags nun dieser Hinweis zu finden:

Anmerkung der Redaktion: Jan-Luca Schmid und Isabell Biersack sind Mitglieder der Jungen Union. Diese Angabe war in der ursprünglichen Fassung des Textes nicht enthalten.

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“Verschlossene Auster”, Kroymanns Ohrfeige, Rezo der neue Dutschke?

1. Verschlossene Auster 2021 geht an die Hohenzollern
(netzwerkrecherche.org, Günter Bartsch)
Die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche vergibt jährlich den Negativpreis “Die Verschlossene Auster”. Diesjähriger Preisträger sind die Hohenzollern: “Über Gerichte und Anwaltsschreiben versucht der Sprecher der Hohenzollern, Georg Friedrich Prinz von Preußen, Berichterstattung zu beschneiden, die sich um die historisch bedeutsame Frage dreht, ob seine Vorfahren dem Nationalsozialismus erheblichen Vorschub geleistet haben und ob er damit zu Recht oder zu Unrecht auf Entschädigung für enteignete Immobilien und Kunstwerke streitet”.
Weiterer Lesetipp: “Um Angriffe auf die Freiheit von Wissenschaft und Forschung und die damit verbundene Meinungsfreiheit effektiv zu verteidigen, gründet FragDenStaat einen Rechtshilfefonds”: der Prinzenfonds (fragdenstaat.de).

2. Ohrfeige für die Branche
(sueddeutsche.de, Dennis Müller)
Die Kabarettistin, Schauspielerin und Sängerin Maren Kroymann wurde bei der Verleihung des Deutschen Comedypreises mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Sie nutzte die Gelegenheit, Kritik am Umgang mit der Causa Luke Mockridge anzubringen: “Ich hätte gerne gehabt, dass Verantwortliche für diesen Preis – und auch von dem Sender – die Eier gehabt hätten, zu sagen: Wir solidarisieren uns nicht nur mit unserem beliebten Künstler, sondern mit den Frauen, die betroffen sind.”

3. Bitteres Gerichtsurteil für Online-Marketing-Profis: Münchens Online-Portal muss Content abbauen
(czyslansky.net, Michael Kausch)
Das Onlineportal muenchen.de wurde vom Münchner Oberlandesgericht (OLG) dazu verpflichtet, seine Inhalte herunterzufahren. Das Portal sei zu presseähnlich. Geklagt haben die örtlichen Tageszeitungen: die “Süddeutsche Zeitung”, die “Abendzeitung”, die “tz” und der “Münchner Merkur”. Die Stadt München habe bereits angekündigt, gegen das Urteil des OLG Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen.

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4. “Facebook interessiert sich mehr für Wachstum als für Menschen”
(zeit.de)
Die jüngste Serie von Enthüllungsberichten über Facebook geht anscheinend zu großen Teilen auf die frühere Facebook-Managerin Frances Haugen zurück. Haugen beantragte bei US-Behörden offiziell Schutz als Whistleblowerin und soll am morgigen Dienstag vor dem Kongress aussagen. Ein Facebook-Sprecher entgegnete zu den aktuellen Vorwürfen, man versuche täglich, “eine Balance zwischen dem Recht von Milliarden Menschen auf freie Meinungsäußerung und einer sicheren Umgebung für die Nutzer” zu finden.

5. Ist Rezo der neue Rudi Dutschke
(br.de, Hans Jessen)
Kann man den Youtuber Rezo mit Rudi Dutschke, der Symbolfigur der 68er-Bewegung, vergleichen? Auf gewisse Weise schon, findet Hans Jessen: “Besonders in der Befragung der älteren Generation über ihre Verantwortung für die Verhältnisse, die Jüngere als Realität vorfanden, ist eine deutliche Parallele zu Rezos Videoanalysen zu erkennen – Parallele auch deswegen, weil beide, Rudi wie Rezo, Reichweite und Wirkung in gesellschaftliche Lager erziel(t)en, weit über das originäre eigene Klientel hinaus. Das verbindet sie, und das macht sie vergleichbar.”

6. Wohnwagen-TV auf allen Kanälen: Die Camping-Chroniken von Germania
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader rechnet in seiner “DWDL”-Kolumne mit den “Wirbellosen unter den TV-Sendungen” ab, den Camping-Formaten: “Ein Fernsehen, das nicht nur gänzlich ohne Dramaturgie auskommt – sondern auch vollständig ohne Ambition der verantwortlichen Macherinnen und Macher. Kein TV-Team muss aufwändig nachhelfen, weil sich die nächste kuriose Situation fast immer von selbst ergibt: Camping-Newbies mit der Kamera zu begleiten, ist top – weil die alle Anfängerfehler nochmal von vorn machen (Adapter für den Stromanschluss!); bei den Camping-Profis dabei zu sein, ist aber genauso top – weil die für ihr “Glamping” technisch schon so hochgerüstet haben, dass das fahrende Hightechheim sich anschickt, demnächst die Moderation vom ‘K1 Magazin’ zu übernehmen.”

KW 39: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Reichelt in Rage – ZAPP gucken hilft
(ndr.de, Zapp Medienmagazin, Video: 13:48 Minuten)
Das NDR-Medienmagazin “Zapp” hatte eine Anfrage an “Bild” geschickt, über die sich “Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt bei “Bild TV” schrecklich aufregte, noch bevor der “Zapp”-Film überhaupt veröffentlicht wurde. “Zapp”-Redaktionsleiterin Annette Leiterer erklärt, worum es ging. Und natürlich ist der in Rede stehende Film “Nach Hochwasser: Wie helfen Medien im Ahrtal wirklich?” im Beitrag eingebettet. Lohnenswert auch das ebenfalls eingebettete Gespräch mit der Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling (Video, 42:45 Minuten).

2. Das Phänomen Influencer
(mdr.de)
Das MDR-Portal für Medienthemen hat ein Dossier zum Influencer-Marketing zusammengestellt: Wie wichtig sind Follower wirklich? Warum interessieren sich Influencer plötzlich so für Politik? Und was bringt die meisten Kooperationspartner? Zu diesen und anderen Themen sprechen die Influencerin Jenna Miller, der Autor Wolfgang M. Schmitt und der Agenturgründer Jörg Stark.

3. Der Märchenonkel – In 80 Jahren um sich selbst
(der-maerchenonkel.com, Tahir Chaudhry)
Jürgen Todenhöfer ist eine, zurückhaltend ausgedrückt, schillernde Persönlichkeit. Er hat gute Verbindungen in die Medienwelt: Todehöfer war 22 Jahre lang für den Burda-Verlag tätig und von 2017 bis 2018 Herausgeber des “Freitag”. Der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete gründete vor Kurzem die Partei Team Todenhöfer und trat mit ihr – mit überschaubarem Erfolg – bei der Bundestagswahl an. Im Juli dieses Jahres war Todenhöfer bereits bei “Jung & Naiv” zu Gast und betrieb dort eine Art Selbstzerstörung. Nun haben ehemalige Gefolgsleute nachgelegt und sorgen für die weitere Dekonstruktion. Das Projekt “Märchenonkel” ist als Videoserie in vier Teilen angelegt, von denen bereits die Folgen 1 (Tübinger Hexenküche, 1:32 Stunden) und 2 (Geheime Dienste, 1:37 Stunden) online sind. Vielleicht etwas länglich, aber durchaus informativ und unterhaltsam.

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4. Mit offenen Karten – Geopolitik der Sozialen Netzwerke
(arte.tv, Emilie Aubry, Video: 12:14 Minuten)
Im geopolitischen Magazin “Mit offenen Karten” (Arte) geht es in der aktuellen Folge um die Geopolitik der Sozialen Netzwerke: “Google & Co. sind längst zu politischen Playern geworden. ‘Mit offenen Karten’ fragt, worin sich der Umgang mit den digitalen Medien in Demokratien und in autoritären Staaten unterscheidet, und beleuchtet dazu zunächst das chinesische Modell, das den Bürgern den Zugang zum weltweiten Internet verwehrt.”

5. Warum ist digitale Resilienz mehr als ein Buzzword?
(wasmitmedien.de, Daniel Fiene & Sebastian Pähler, Audio: 1:00:30 Stunden)
Die neueste Ausgabe von “Was mit Medien” dreht sich um “digitale Resilienz”, ein “ganzheitliches Konzept, das insbesondere solchen Unternehmen und Organisationen unterschiedlicher Branchen helfen soll, deren Strukturen und Praktiken von der fortschreitenden Digitalisierung herausgefordert werden.” Auf welche großen Herausforderungen müssen Medienhäuser und Medienschaffende tatsächlich reagieren? Wie sehen Lösungen aus? Das verraten die “Vocer”-Herausgeber Leif Kramp und Stephan Weichert, die sich auf verschiedenen Ebenen mit der digitalen Resilienz beschäftigen.

6. Die Tanja May und ihre Methoden
(youtube.com, Übermedien, Boris Rosenkranz & Ajmone Kuqi, Video: 9:10 Minuten)
Tanja May war 20 Jahre bei “Bunte” – erst als Unterhaltungs-Redakteurin, dann als Chefreporterin, die letzten zehn Jahre als stellvertretende Chefredakteurin. Doch jetzt ist Schluss damit: May wird Unterhaltungschefin und stellvertretende Chefredakteurin von “Bild”. Boris Rosenkranz erinnert daran, mit welch zweifelhaften Methoden die Klatsch-Redakteurin bislang aufgefallen ist, und sorgt dafür, dass Tanja May endlich den ihr zustehenden Wikipedia-Eintrag erhält.

Russland droht, Nasen-OP von “Zeit Campus”, Klima-Fossile beim ZDF

1. Russland droht mit Sperrung von YouTube
(spiegel.de)
Am Dienstag hat Youtube die deutschsprachigen Kanäle des kremltreuen Senders RT gesperrt. Nun droht Russland der Onlineplattform mit Vergeltungsmaßnahmen. Man fordert das US-Unternehmen auf, die Sperrungen aufzuheben. Andernfalls könnten “Maßnahmen zur vollständigen oder teilweisen Beschränkung” gegen Youtube getroffen werden. Das russische Außenministerium spreche von einem “beispiellosen Akt der Medienaggression” und vermute eine Unterstützung vonseiten deutscher Behörden. Die Bundesregierung weist die Vorwürfe zurück – es handele sich allein um eine Entscheidung von Youtube.

2. Bearbeitetes Foto auf dem Cover von ZEIT Campus
(blog.zeit.de, Chefredaktion von ZEIT Campus)
Am Dienstag ist eine Ausgabe von “Zeit Campus” mit einem Cover-Foto der Bestsellerautorin Şeyda Kurt erschienen. Auf diesem Foto wurde ihre Nase mit einem Bildbearbeitungsprogramm verändert. Bei Instagram kommentiert Kurt: “Das ist natürlich besonders absurd, wenn das in einer Ausgabe passiert, in der es u.a. um Menschenfeindlichkeit, Schönheitsnormen und Feminismus etc geht.” Sie schlägt vor: “Für jede in Umlauf gebrachte falsche Nase sollte der Zeit-Verlag 2 Euro an die Seebrücke spenden.” Ein Vorschlag, den die “Zeit-Campus”-Chefredaktion in ihrer Bitte um Entschuldigung dezent ausklammert.

3. Volker Angres (ZDF): Fossile im Fernsehen
(klima-luegendetektor.de)
“Hä? Neue Kohlekraftwerke sind das Erste, was dem obersten Umweltjournalisten des ZDF als europäische Klimaschutzmaßnahme einfällt? Und die einzige überhaupt, die er hier vor riesigem Publikum nennt?” Der “Klima-Lügendetektor” ist entsetzt über Äußerungen des Leiters der ZDF-Umweltredaktion Volker Angres und erklärt, was Angres stattdessen hätte sagen können.

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4. Geld wie Heu
(taz.de, Wilfried Urbe)
Die Streamingdienste pumpen immer mehr Geld in den Markt. Netflix kündigte zum Beispiel jüngst an, im deutschsprachigen Raum in drei Jahren 500 Millionen Euro in lokale Inhalte investieren zu wollen. Bei dem Streaming-Riesen hätten sich jedoch über 15 Milliarden US-Dollar Verbindlichkeiten angehäuft, schreibt Wilfried Urbe: “Viele Bran­chen­be­ob­ach­te­r*in­nen gehen davon aus, dass Streaming-Anbieter aus wirtschaftlicher Sicht nur eine Chance haben: Ein noch größerer Mediengigant kauft ihn.”

5. “Bild TV” übernimmt Inhalte von ARD und ZDF ohne Zustimmung – Debatte um CC-Lizenzen im öffentlichen Rundfunk
(irights.info, Maya El-Auwad)
Die nicht genehmigte Übernahme von öffentlich-rechtlichen Inhalten durch den Privatsender “Bild TV” am Wahlabend treibt eine Debatte um CC-Lizenzen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk voran. Einer generellen Freigabe der Inhalte stünden derzeit einige Dinge entgegen, trotzdem tue sich etwas bei dem Thema, wie Maya El-Auwad bei irights.info berichtet.

6. Gruppenbild mit Dame: Wie ein grün-liberales Selfie Geschichte schreibt
(rnd.de, Imre Grimm)
Es gab kaum eine Chance, dem Bild zu entgehen: Das grün-liberale Vierer-Selfie mit den Spitzen von FDP und Grünen dominierte einen Tag die Sozialen Netzwerke – ob als Original oder abgewandelte Parodie. Imre Grimm hat dazu eine unterhaltsame Bildanalyse verfasst und zeigt, was das Netz an kreativen Einfällen hatte.

Widerlich

Gestern hat eine Jury in New York den Sänger R. Kelly schuldig gesprochen. In der Anklage ging es unter anderem um sexuellen Missbrauch Minderjähriger. Die Verkündung des Strafmaßes soll erst im Mai kommenden Jahr stattfinden.

Auch die “Bild”-Redaktion berichtet über das Urteil gegen den Musiker. Und sie versucht, mit den Geschichten der meist weiblichen Opfer noch ein bisschen Geld zu verdienen:

Screenshot Bild.de - R. Kelly des Missbrauchs schuldig - Die widerlichen Prozess-Details - Wie der Sänger Mädchen jahrelang in die Sex-Falle lockte

Lesen Sie mit BILDplus, welche furchtbaren Details über R. Kellys Missbrauch in den Verhandlungen offengelegt wurde

Für “Bild” ist kein Detail “widerlich” und “furchtbar” genug, um damit nicht doch noch ein paar Abos zu verkaufen.

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