Suchergebnisse für ‘AfD’

Strache vs. Wolf, AfD-Medienzentrum, Patriotische Glücksbesoffenheit

1. Fake-News-Vorwurf nur Satire?
(faktenfinder.tagesschau.de)
In Österreich gibt es einen Konflikt zwischen FPÖ und ORF, der mit zweifelhaften Mitteln ausgetragen wird. So hat Parteichef Strache einen Facebook-Eintrag veröffentlicht, in dem er auf einem Fake-Plakat in feinstem Wutbürger-Deutsch gegen den Journalisten und Moderator Armin Wolf geätzt hat. Unter Verwendung dessen Fotos. Später löschte Strache den Beitrag, es sei nur eine „Satire-Reaktion“ gewesen. Armin Wolf will den Vorfall nicht auf sich beruhen lassen. Eine Medienanwältin sieht gute Chancen für Wolfs Klage gegen Strache.

2. Im Raster
(faz.net, Laura Meschede)
Etwas Zeit sollte man mitbringen, wenn Laura Meschede sich auf die Suche nach den über uns gespeicherten Informationen macht, aber die Zeit ist gut angelegt. Meschede spricht mit Technologie-Experten und Unternehmensberatern und berichtet über unseren Hang zur freiwilligen Überwachung und die damit einhergehenden Folgen. Am Ende ihrer zweimonatigen Recherche sieht ihr Rechner anders aus als zuvor: Statt Google erscheint dort startpage.com als Startseite, Cookies von Drittanbietern werden blockiert und sie verwendet den anonymen „Tor“-Browser.

3. Ungefiltert im Schmutz wühlen
(taz.de, Andreas Speit)
Die AfD bereitet eine eigene Abteilung vor, in der 20 Mitarbeiter rund um die Uhr und mit eigenem TV-Studio die AfD-Positionen und Themen verbreiten sollen. Laut Bundespressesprecher Christian Lüth ginge es darum, „eine Art War Room aufzubauen, der für uns unsere Inhalte ungefiltert an den Mann bringt“. Als Vorbild hat man sich anscheinend die FPÖ genommen, die seit Jahren ein professionelles Video-Team beschäftige.
Weiterer Lesetipp: Nathan Mattes hat unter der Domain www.wir-sind-afd.de umkommentiert einige Zitate von AfD-Politikern veröffentlicht. Nun ist er von der AfD verklagt worden, die die Domain für sich beansprucht. Eine Sache, die ihn im wahrsten Sinne des Wortes teuer zu stehen kommt und bei der man ihn unterstützen kann.

4. Warum bei ARD und ZDF nicht alles Gold ist
(haz.de, Imre Grimm)
„Katarina Witt könnte als letzte Überlebende zwischen brennenden Trümmern stehen, während es giftige Frösche vom Himmel regnet — sie wäre trotzdem blendender Laune.“ Imre Grimm schreibt in einer tollen Kombination aus Information und herzhaftem Rant über patriotische Glücksbesoffenheit und eskalierende Randsportexperten bei der Olympia-Berichterstattung.

5. Deutschland: NetzDG mangelhafter Ansatz gegen Online-Vergehen
(hrw.org)
„Human Rights Watch“ wendet sich ausdrücklich gegen das Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Es könne zu ungerechtfertigter Zensur führen, ohne dass dagegen Widerspruch möglich sei. Das Gesetz sollte deshalb umgehend aufgehoben werden. Außerdem stelle es einen gefährlichen Präzedenzfall für andere Länder dar, welche die Meinungsfreiheit im Netz einschränken wollen.

6. I like this guy.
(twitter.com, Jonathan Goldsbie)
Erik Haddad wurde während eines Flugs Augenzeuge einer technischen Panne. Von seinem Platz hatte er gute Sicht auf ein ramponiertes Triebwerk. Also zückte er sein Handy und stellte die Fotos samt Kurzvideo auf Twitter ein. Sofort meldeten sich Medien, welche um Überlassung des Materials baten. Einer Bitte, der er immer, sorry FAST immer entsprach …

“Bild” übernimmt Politiker-Draufhauen von AfD und “Pegida”

Es ist schrecklich anzusehen, wie sich einige Spitzenpolitiker derzeit präsentieren. Sigmar Gabriel zum Beispiel, der sich als gekränkter abgesägter Außenminister dazu hinreißen lässt, in einem Interview seine kleine Tochter zu benutzen, um Rache an der SPD und Martin Schulz zu üben:

Gabriel sagte mit Blick auf seine Zukunft: “Für mich beginnt jetzt eine neue Zeit. Zuhause freuen sich schon mal alle darauf.” Seine kleine Tochter Marie habe ihm am Donnerstagfrüh gesagt: “Du musst nicht traurig sein, Papa, jetzt hast Du doch mehr Zeit mit uns. Das ist doch besser als mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht.”

Eine Fünfjährige vorschicken und sie mit einem Spruch über das Aussehen einer anderen Person zurückschlagen lassen — das muss man erstmal für richtig halten.

Oder Olaf Scholz, dessen Versprechen, auch bei einer erneuten Großen Koalition Bürgermeister Hamburgs zu bleiben, in Anbetracht des mächtigen Postens als Finanzminister nichts mehr wert ist.

Oder Martin Schulz, der mit dem Umstoßen von unumstößlichen Positionen, ein denkbar schlechtes Bild eines Berufspolitikers abgibt.

All diese — mitunter schweren — Fehler sind traurig und tun weh, weil sie das ohnehin schwindende Vertrauen in Politiker und Politik im Allgemeinen weiter zerstören. Sie stärken die, die alle Politiker für korrupt und machtbesessen halten.

Für diese Leute, die genug haben von “den da oben im Parlament”, scheint die “Bild”-Redaktion heute einen Kommentar auf ihrer Titelseite verfasst zu haben:

Ausriss Bild-Zeitung - Übersicht über die Titelseite

DAS MEINT BILD

Erbärmlich!

Was haben SPD-Vorsitzende und Joghurt gemeinsam?

Ein sehr kurzes Haltbarkeitsdatum. So spottet man im Berliner Regierungsviertel.

Das politische Ende von Martin Schulz, erst als Vorsitzender, jetzt als Außenminister, bevor er überhaupt Außenminister wurde, bestätigt so ziemlich jedes Vorurteil, das man über Niedertracht und Charakterlosigkeit in der Politik haben kann.

Genau die Genossen, die Schulz mit dem DDR-Ergebnis von 100 Prozent zu ihrem Oberhaupt gewählt haben, erpressen wenige Monate später seinen unwürdigen Abgang herbei.

Sigmar Gabriel, der unser Land repräsentiert und Schulz wie Kanonenfutter in den Wahlkampf geworfen hat, weil er selber nicht den Schneid hatte, gegen Angela Merkel anzutreten und zu verlieren, versteckt sich im entscheidenden Moment hinter seiner fünfjährigen Tochter und legt ihr den bitterbösen und politisch vernichtenden Satz in den Mund, Papa müsse jetzt nicht mehr so viel Zeit „mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht“ verbringen.

Männer, die für ihre persönlichen Machtkämpfe ihre Töchter benutzen – das ist der Zustand unserer politischen Elite in Deutschland. Erbärmlich.

Sigmar Gabriel sagt etwas, das man ohne Zweifel kritisieren kann und vielleicht auch muss. Und daraus leitet “Bild” einen erbärmlichen “Zustand unserer politischen Elite in Deutschland” ab? Das ist populistisch. Das ist undifferenziert. Das ist verachtend. Das ist gefährlich. Das ist die Übernahme der Formulierung und der Stimmungsmache, die man sonst von AfD und “Pegida” kennt.

Mit ihrer Verallgemeinerung spuckt die “Bild”-Zeitung all den Politikern ins Gesicht, die wirklich gute Arbeit leisten, die teils irre viel arbeiten, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind, denen nicht alles egal ist, was nichts mit Posten und/oder Macht zu tun hat. Und die sich dennoch als “Volksverräter” beschimpfen lassen müssen. Das Wettern gegen “unsere politische Elite in Deutschland” auf der “Bild”-Titelseite ist davon zwar noch zwei, drei Schritte entfernt. Aber eben auch nur noch zwei, drei Schritte.

Angesprochen auf den AfDesken Kommentar seiner Redaktion, ruderte “Bild”-Oberchef Julian Reichelt bei Twitter ganz ordentlich zurück:

Getarnt als Gamer, Kehrtwende, “heute-Show” und AfD

1. Getarnt als Gamer: Einblicke in eine rechtsradikale Troll-Armee
(netzpolitik.org, Markus Reuter, Anna Biselli)
„Discord“ ist eigentlich eine Anwendung, die für die gleichzeitige Nutzung während des Spielens von Computerspielen entwickelt wurde. Doch in dem Gaming-Chat-Dienst tummeln sich auch zwielichtige Gestalten. Netzpolitik.org berichtet über die rechtsradikale Formation „Reconquista Germanica“, die von dort aus eine als Gamer getarnte Troll-Armee befehlige.

2. Geil, ein echter Krimi!
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
In der „Ostsee-Zeitung“ wird der Fall eines aus bislang ungeklärter Ursache verbrannten Mannes wie folgt eingeleitet: „Eine Nacht nach der Ausstrahlung des jüngsten Teils der Stralsund-Krimireihe im ZDF läuft die Polizei am Sonntag in der Hansestadt wieder zur Form auf: Diesmal nicht im Film, sondern in Wirklichkeit. Das hier ist keine Fiktion.“ Boris Rosenkranz berichtet über eine Reportage, „die einerseits die Wirklichkeit betont, diese andererseits aber als Krimi-Szene schildert“.

3. Österreichs Rundfunk sagt „Nein“ zu Facebook
(handelsblatt.com, Hans-Peter Siebenhaar)
Wie „Medien-Kommissar“ Hans-Peter Siebenhaar in seiner Kolumne berichtet, fordert der österreichische ORF-Manager Thomas Prantner eine Kehrtwende im Umgang mit Facebook. Der öffentlich-rechtliche Sender wolle nicht gratis zum Aufstieg des Konzerns beitragen. „Sollte der ORF mit seinem Vorhaben in Europa Schule machen, hätte das für Facebook durchaus ernste Folgen. Denn im Newsfeed von Facebook sollen künftig vor allem qualitative Medieninhalte erscheinen, die von den Mitgliedern des sozialen Netzwerkes geteilt werden. Gibt es aber weniger Inhalte der wichtigen Medienplattformen zu teilen, fehlen dem Newsfeed spannende und exklusive Inhalte.“

4. “Weißer Rauch” über dem Bundestag?
(deutschlandfunk.de, Christoph Sterz)
Der „Deutschlandfunk“ hat sich mit dem Experten für Phrasen, Binsen und Wortgeklingel Udo Stiehl über Politiker-Floskeln und Politikberichterstattung unterhalten. Stiehl haben es besonders die schiefen Bilder angetan: „Wenn Sie eine “Mietpreisbremse” nehmen – das ist ja alleine schon ein konstruiertes Wort von der Politik: Die “Mietpreisbremse” bremst angeblich was, nun soll sie verändert werden, weil sie gar nicht so wirklich bremst. Und dann heißt es, die “Mietpreisbremse wird verschärft”. Mit einer scharfen Bremse haben Sie gar nichts davon, weil dann quietscht die allenfalls.“

5. Weil uns keine Zeit mehr für Scheinheiligkeit bleibt – Unser offener Brief an die Konrad-Adenauer-Stiftung
(genderequalitymedia.org)
Die Konrad-Adenauer-Stiftung hatte in ihrem „politischen Salon“ zu einer umstrittenen Veranstaltung eingeladen: “Gender, Instrument der Umerziehung? (PDF) Bereits in der Einladung tauchten Formulierungen auf wie „Wer heute Mann ist, kann sich morgen als Frau definieren. Dass diese auf Selbstoptimierung ausgerichtete Ideologie, die in ihrer verkürzten Logik die Familie negiert, mit dem christlichen Menschenbild nichts zu tun hat, ist offenkundig.“ Dies hat die Initiative „Gender Equality Media“ auf den Plan gerufen, die sich mit einem offenen Brief an die Veranstalter wendet: „Drei Tage sind vergangen liebe Konrad-Adenauer-Stiftung, die wollten wir euch geben, damit ihr angemessen reagieren könnt, euch eine Antwort ausdenken könnt. Gekommen ist nichts. Daher nun hier, unser offener Brief an euch, mit viel Gefühl statt nur mit Zahlen, weil ihr hier kein wissenschaftliches Thema, sondern Menschenleben angegriffen habt.“

6. Sollte wohl lustig sein – ist es aber nicht
(ndr.de, Video, 0:51 Minuten)
„Zapp“ kritisiert einen Beitrag der “heute-Show“, in dem diese sich über den stotternden AfD-Sachverständigen Dieter Amann lustig macht. Amann hatte die Anwesenden zuvor über seinen Sprachfehler aufgeklärt. Mittlerweile hat sich Oliver Welke für die „heute-Show“ bei dem AfD-Sachverständigen entschuldigt. Die Redaktion habe keine Kenntnis von der Sprachbehinderung gehabt. Die AfD fordert eine öffentliche Entschuldigung in der nächsten Sendung und nutzt den Vorgang zur Stimmungsmache gegen das öffentlich-rechtliche Fernsehen.

AfD-Netzpolitik-Karaoke, Lob dem Lob, Unterirdischer Fernsehpreis

1. Karaoke im Landtag: Wie ein AfD-Politiker einen Artikel von uns als seine eigene Rede verkaufte
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz)
Im Schweriner Landtag hat ein AfD-Abgeordneter einen alten Artikel von netzpolitik.org vorgetragen und dabei so getan, als ob es seine eigenen Gedanken seien. Anscheinend, ohne auch nur annähernd zu wissen, wovon er da gerade spricht: „Er liest die komplette Rede ab — und zwar so, als würde er den Text zum ersten Mal sehen. Was der AfD-Politiker eigentlich sagen will, weiß er offenbar selbst nicht recht. Dem NDR sagt er später, er habe den Redeauftrag „kurzfristig“ übernommen — zwei Tage vorher. Ein Mitarbeiter habe den Text für ihn geschrieben. „Dumm gelaufen“ sei das.“

2. Tendenziöse Berichterstattung
(1ppm.de, Johannes Mirus)
Im „Spiegel“ erschien ein Artikel über Manipulation in der Marktforschung: “Wie Umfragen gefälscht und Kunden betrogen werden”
. Die Autoren hatten sich bei ihrer Recherche u.a. an den Unternehmensberater Johannes Mirus gewandt, der höchst unzufrieden damit ist, was der „Spiegel“ aus seinen Aussagen gemacht habe: „Leider nicht das erste Mal, dass ich mich als Stichwortgeber missbrauchen lasse, um Berichterstattung zu untermauern, die genau das Gegenteil von dem fördert, was ich für richtig halte. Ich muss dringend lernen, bei Gesprächen mit der Presse vorsichtiger zu werden und auch mal ein Gespräch abzulehnen bzw. zu beenden.“

3. Auf das Lob
(deutschlandfunk.de, Silke Burmester)
Silke Burmester ruft in ihrer Kolumne zum Lob auf: “Schreiben Sie mal eine Mail oder einen Brief an den Journalisten, die Journalistin, den oder die Sie am meisten schätzen. Schreiben Sie, rufen Sie an und sagen Sie, wie wichtig Ihnen diese Arbeit ist, wie fröhlich Sie diese macht oder wie sehr sie Sie berührt. Sagen Sie, was man einem Menschen sagt, der Aufmunterung vertragen kann.”

4. Ach Gottchen, RB Leipzig
(journalist-magazin.de, Matthias Daniel)
„Ach Gottchen, RB Leipzig“ seufzt „journalist“-Chefredakteur Matthias Daniel und meint damit die Autorisierungspraxis des Fußballclubs. Diese habe ein tolles Interview mit Ralf Rangnick, dem Sportdirektor des Fußballklubs RB Leipzig, kaputt gemacht. Daniel: „Das ganze Ärgernis Autorisierung fängt ja schon damit an, dass in der Regel gar nicht mehr der Gesprächspartner selbst sein Interview autorisiert, sondern PR-Berater oder Pressestellen schrauben an den Manuskripten herum, bis alles Lebendige herausgequetscht ist.“

5. Kritik am Königshaus ist tabu
(de.ejo-online.eu, Johanna Mack)
Es ist schlecht bestellt um die Pressefreiheit in Jordanien. Laut Verfassung herrscht in Jordanien Meinungs- und Redefreiheit. Dennoch könnten Journalisten wegen ihrer Aussagen verhaftet und sogar vor ein Militärgericht gestellt werden. Besonders empfindlich ist man, wenn es um das Königshaus geht: Kritik an der königlichen Familie sowie „die Verletzung arabisch-islamischer Werte“ seien verboten. Auch Berichte über Korruption würden mit hohen Geldstrafen geahndet werden können.

6. Reschke: “Froh, dass der Fernsehpreis nicht übertragen wurde”
(ndr.de, Anja Reschke, Video, 3:06 Minuten)
Anja Reschke mit einem Video-Kommentar über die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises. Es ist einfach nur … Ach, seht selbst …

“Kika”-Doku, AfD-Medienverhalten, Polit-Psychiatrisierung

1. Malvina, Diaa und der Hass
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Im öffentlich-rechtlichen Kinderkanal “Kika” lief Ende November eine Dokumentation über eine junge Liebe, bei der zwei Weltsichten aufeinanderprallen: Malvina ist Deutsche und Christin; ihr Freund Diaa kommt aus Syrien und ist Moslem. Darüber ist nun mediale Aufregung entstanden, die sich vordergründig am Alter der Protagonisten festmacht. Boris Rosenkranz berichtet über den aus dem Ruder gelaufenen Fall, bei dem auch der “Kika” nicht immer gut aussieht. Weitere Lesetipps: “Kika ändert Alter eines Flüchtlings in einer Doku — na und?” (Björn Vahle, “Neue Westfälische”) und “Sinnliche Aufklärung” (Martin Kaul, “taz”).

2. Wer ist der echte Steve Bannon?
(faktenfinder.tagesschau.de, Patrick Gensing)
Lange Zeit spielte der rechtsnationalistische Vordenker und Meinungsmacher Steve Bannon eine wichtige Rolle als Trumps Einflüsterer und Chef der rechten Nachrichtenseite “Breitbart”. Doch in letzter Zeit läuft es nicht gut für den Mann. Zunächst verlor er seinen Job im Weißen Haus, nun auch den bei “Breitbart”. Auf Twitter gibt es immer wieder Verwirrung um echte und vermeintliche Bannon-Zitate, was an einigen Satire-Accounts und einem Namensvetter liegt. Und an Medien, die nicht genau hinschauen, wen und was sie da zitieren.

3. Mit den Medien und gegen die Medien
(de.ejo-online.eu, Linards Udris, Daniel Vogler & Jens Lucht)
In einer Studie wurden die Inhalte der und die Resonanz auf die Facebook-Kommunikation der wichtigsten deutschen Parteien vor der Bundestagswahl 2017 untersucht. Auffällig sei die Kommunikation der AfD, die sich in fast der Hälfte ihrer Beiträge auf die Medien bezogen habe. Was den Umgang mit Medien angeht, sei sie ein Sonderfall: Nur sie bewirtschafte Themen zusammen “mit den Medien” und stelle sich gleichzeitig auch “gegen die Medien”.

4. Presserat verzeichnet rekordhohe Zahl an Beschwerden
(nzz.ch)
Beim Schweizer Presserat sind 2017 insgesamt 127 Beschwerden eingegangen, deutlich mehr als in den Vorjahren, in denen die Zahl bei durchschnittlich 80 Beschwerden lag. Das Verfahren vor dem Presserat ist für Privatpersonen kostenlos. Neuerdings will man jedoch Beschwerdeführern, die sich anwaltlich vertreten lassen, sowie Organisationen, Unternehmen und Institutionen eine Gebühr von 1000 Franken auferlegen.

5. Die Debatte um das NetzDG ist unsachlich
(internet-law.de, Thomas Stadler)
Rechtsanwalt Thomas Stadler verteidigt das NetzDG trotz bestehender Schwächen in der Gesetzesumsetzung. Den vielfach gehörten Vorwurf der Privatisierung der Rechtsdurchsetzung lässt er nicht gelten: “Die Strafjustiz wird außerdem niemals in der Lage sein, Millionen strafbarer Einzelinhalte zu verfolgen und schon gar nicht zeitnah. Wer also rechtswidrige Inhalte aus dem Netz bekommen will, muss den Plattformbetreibern entsprechende Pflichten auferlegen. Hierzu gibt es keine praktikable Alternative.” Der Gesetzgeber dürfe jedoch nicht allzu leichtfertig die fälschliche Löschung von rechtmäßigen Inhalten durch sogenanntes “Overblocking” in Kauf nehmen, weil dies die Meinungs- und Informationsfreiheit beeinträchtige.

6. “Hoffnung nach kollektiver Entlastung”
(detektor.fm, Christian Erll, Audio, 7:27 Min.)
Schon lange wird über die Zurechnungsfähigkeit des US-amerikanischen Präsidenten debattiert. Das Trump-Enthüllungsbuch “Fire & Fury” von Michael Wolff sorgt nun dafür, dass die Frage immer lauter gestellt wird. Detektor.fm hat mit “taz”-Medienredakteurin Anne Fromm über die “Psychiatrisierung der Politik” gesprochen und mit ihr diskutiert, warum eine derartige Diskussion auch Gefahren birgt.

Reporterpreis, Medien als AfD-Helfer, Morrissey-Audiomitschnitt

1. Deutscher Reporterpreis 2017 in Berlin verliehen
(reporter-forum.de)
In Berlin wurde zum neunten Mal der “Deutsche Reporterpreis” verliehen. Bei einer festlichen Gala im “Tipi am Kanzleramt” wurden die beste Reportage ausgezeichnet, das beste Interview gekürt und viele weitere Preise vergeben. Auf der “Reporter-Forum”-Seite werden die Preisträger und Nominierten aufgeführt. Aber nicht nur das — alle Texte sind als PDFs verknüpft. Also am besten die Seite bookmarken, sie ist ein Schatz an guten Geschichten. Weiterer Lesehinweis: Der Beitrag “Das ewige Immerhin” über das Geschlechterverhältnis im Journalismus und beim “Reporterpreis” (“taz”).

2. Wenig auf Abruf
(sueddeutsche.de, Christoph Fuchs)
Das EU-Parlament beschäftigte sich mit der Frage, ob Sendungen und Filme europaweit verfügbar sein sollen. Dabei geht es um Werte wie Verbraucherfreundlichkeit, aber auch um finanzielle Interessen, denn die Filmindustrie sorgt sich um ihre Einnahmen. Letztere hat nun einen Teilsieg errungen. Der aktuelle Beschluss sieht vor, dass nur Nachrichten und einige aktuelle Sendungen überall in der EU abrufbar sein sollen. Filme, Serien oder Dokus sollen auch künftig nicht ohne Weiteres zugänglich sein.

3. So einfach bringt die AfD ihre Themen in die Nachrichten
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier greift eine “dpa”-Meldung heraus, um zu zeigen, wie einfach es für die AfD ist, ihre Themen in die Nachrichten zu bringen. Es geht um eine parlamentarische Anfrage eines AfD-Abgeordneten über sich angeblich in fremder Sprache unterhaltende Polizisten und die Antwort des Berliner Senats, die von den Medien hoffnungslos aufgebauscht wurde. Niggemeier schreibt: “Es geht, wohlgemerkt, nicht darum, irgendwelche Informationen zu unterdrücken. Aber wirkliche Informationen liegen gar nicht vor. Medien hätten aus Anlass der Anfrage versuchen können zu recherchieren, wie verbreitet dieses Phänomen ist. Aber sie machen schon aus der Frage und der offiziellen Antwort eine Nachricht — und erzählen so, gewollt oder ungewollt, die AfD-Geschichte von einer Polizei, in der sich Migranten so unterhalten, dass deutsche Kollegen und Betroffene sie nicht verstehen können.”

4. Was vom investigativen Journalismus bleibt
(de.ejo-online.eu, Christian Hetzenauer & Katharina Maier & Josef Trappel)
Die Wirkkraft von “Panama Papers” und “Paradise Papers” war begrenzt: Das Interesse der Leser an den aufwändig aufgearbeiteten Leaks flaute bereits nach kurzer Zeit ab. Damit bleiben die Werbeerträge aus, und Investigativjournalismus droht zum Minusgeschäft zu werden. Auf investigativen Journalismus ganz zu verzichten, sei für Demokratien jedoch keine Option, finden die Autoren und bringen eine staatliche Förderung ins Spiel.

5. Die gespaltene Persönlichkeit
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers)
Journalisten schätzen den Austausch auf Twitter. Doch die private Meinung von beruflicher Kommunikation zu trennen, ist manchmal nicht einfach. Manche Journalisten lösen das durch das Anlegen von zwei Twitterprofilen, manche fügen den Zusatz “hier privat” an. Doch eine glasklare Trennung ist schwer bis unmöglich. Michael Borgers hat sich für den “Deutschlandfunk” in der Branche umgeschaut und stellt ein paar Vorgehensweisen vor.

6. Der Audiomitschnitt zum SPIEGEL-Interview mit Morrissey
(spiegel.de)
Der britische Sänger Morrissey behauptet auf Facebook, dass er seine kontroversen Äußerungen im “Spiegel”-Interview so nie gemacht hat. Es geht dabei unter anderem um Aussagen zu Trump, den Brexit und die #MeToo-Debatte. Der “Spiegel” hat daraufhin das Gespräch online gestellt, “auch, wenn es aus unserer Sicht selbstverständlich ist, dass im SPIEGEL veröffentlichte Interviews keine falsch oder irreführend wiedergegebenen Zitate enthalten.”

Bezahl-Reputation, Wumpehaftigkeit der AfD, Männer-Journalistenpreis

1. Wirtschaftspreise: Positive PR gegen Geld?
(ndr.de, Stefanie Groth & Inga Mathwig)
In der Wirtschaft ist es verbreitet, dass sich Unternehmen mit allerlei dekorativen Siegeln und Auszeichnungen schmücken. Ob “Beste Sales Performance”, “innovativstes Unternehmen im Mittelstand” oder “Top100”: All diese Auszeichnungen samt Gala und Promiauftritt kann man erhalten, wenn man die Teilnahmegebühr von bis zu 9900 Euro berappt. “Zapp” berichtet anhand eines Praxisbeispiels, was solche Auszeichnungen wert sind. Spoiler: Der ausgezeichnete Unternehmer sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft, wegen Verdachts auf Untreue und Betrug.

2. Unabhängiger Journalismus oder PR? Greenpeace-Magazin-Chef Stukenberg verteidigt Nominierung für Reporterpreis
(meedia.de, Kurt Stukenberg)
Als ein Beitrag des “Greenpeace Magazins” für den “Deutschen Reporterpreis” nominiert wurde, kam der Vorwurf auf, dass sich damit der Journalismus der interessengeleiteten PR öffne. In einem Gastbeitrag bei “Meedia” verteidigt der Chefredakteur die Nominierung und wehrt sich gegen einen kritischen “taz”-Beitrag. Das “Greenpeace Magazin” sei keine Mitgliederzeitschrift und sei redaktionell, inhaltlich und finanziell unabhängig.

3. Warum die AfD den Medien gerade wumpe ist
(deutschlandfunk.de, Arno Orzessek)
Es ist ein Phänomen: Vor der Bundestagswahl berichteten die Medien ausführlich über die AfD und sprangen teilweise über jedes noch so kleine hingehaltene Stöckchen. Nun, da die AfD im Bundestag sitzt, ist es erstaunlich ruhig. Arno Orzessek ordnet das Phänomen in seiner Glosse ein und erklärt, warum den Medien die AfD gerade “wumpe” ist.

4. Zahlt sich Sensationsmache aus?
(de.ejo-online.eu, Rana Khaled)
Wissenschaftler einer holländischen Universität haben untersucht, ob sich Sensationsmache auf die Sehdauer von Nachrichten-Videos auswirkt. Dazu haben sie 190 Teilnehmer unterschiedlich aufgemachte Nachrichtenbeiträge der niederländischen Hauptnachrichtensendung “Het Journaal” schauen lassen und die Sehdauer pro Beitrag gemessen. Das Ergebnis: Eine boulevardeske Aufmachung bringe die Zuschauer dazu, sich Nachrichtenbeiträge mit neutralen Inhalten länger anzuschauen. Bei negativen Inhalten aber, für die die Zuschauer sich sowieso schon interessierten, mache es keinen Unterschied. Je mehr, desto besser gelte dort also nicht.

5. Faktencheck: Wie Spiegel Online und Der Standard wegen eines Übersetzungsfehlers einer Nachrichtenagentur Fake News verbreiteten
(correctiv.org, Jacques Pezet)
Haben “Spiegel Online” und der österreichische “Standard” Fake News verbreitet, als sie über die Verhaftung einer Gruppe Rechtsradikaler in Frankreich berichteten? Dies behauptete jedenfalls die rechtsradikale Webseite “Breitbart”. In der Tat war die Nachricht falsch, was jedoch an einer Meldung der Presseagentur “AFP” lag. Agentur und Medien hätten sich nach Bekanntwerden des Fehlers entsprechend korrigiert.

6. Es ist 2017 und bei diesem Journalisten-Preis haben 100% Männer gewonnen
(buzzfeed.com, Karsten Schmehl)
Auf dem Gruppenbild des “Georg von Holtzbrinck Preises für Wirtschaftspublizistik” sieht man ausschließlich Männer. Die Organisation “Pro Quote”, die sich für mehr Frauen an der Spitze der Medien einsetzt, twitterte: “Es entsteht der Eindruck, dass auf diesem Planeten keine Frauen leben.” Und auch sonst hagelte es negative Stimmen im Netz (“Männer feiern Männer”).
Dazu passend ein weiterer Lesetipp: “ARD will Frauenanteil in Filmen und Shows erhöhen” bei “DWDL”. Und was passiert, wenn eine Frau eine Hauptrolle in einem Film spielt (wie gerade Diane Kruger in Fatih Akins neuem Film über den NSU-Komplex), kann man beispielhaft im Magazin “DB Mobil” verfolgen: Dort sei Kruger zu Problemzonen und Schönheits-Ops befragt worden, so die “taz”-Autorin Elisabeth Kimmerle in ihrer heutigen “Geht’s noch”-Kolumne.

AfD-“FAZ”-Jargon, Umfrageunsinn, Journalisten als Politikberater

1. “Staatliche Sender” – auch #FAZ-Herausgeber macht sich jetzt #AfD-Jargon zu eigen. Bedenklich.
(twitter.com, Kai Küstner)
Der WDR/NDR-Korrespondent im ARD-Studio Brüssel, Kai Küstner, kritisiert eine Formulierung von “FAZ”-Herausgeber Holger Steltzner. Dieser hat in seinem “Konjunktur-Kommentar” “Land der wirtschaftlichen Wunder” statt von den Öffentlich-Rechtlichen von den “staatlichen Sendern” gesprochen. Eine Wendung, die Küstner dem AfD-Jargon zurechnet und bedenklich findet.

2. Begeisterung für Umfragen über Jamaika-Koalition nimmt ab
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier ist genervt von den vielen sinnlosen Umfragen der Meinungsforscher zur sogenannten Jamaika-Koalition: “Die Leute sollen sagen, ob sie eine Koalition gut finden, von der zum Zeitpunkt der Frage kein einziges konkretes Vorhaben bekannt ist. Was ist das für ein Unsinn? Was für Rückschlüsse soll das auf irgendwas erlauben? Wäre nicht die einzige richtige Antwort, die man dem Mann von Infratest Dimap oder der Forschungsgruppe Wahlen geben könnte: Weiß noch nicht, rufen Sie mich nochmal an, wenn klar ist, welche Steuern die erhöhen, wie die mit Flüchtlingen umgehen, welcher Klima-Kompromiss da am Ende rauskommt?”

3. Politisches Rauchen
(taz.de, Raphael Piotrowski)
Am Dienstagabend pünktlich um 18 Uhr füllte sich der Bürgersteig vor dem “taz”-Gebäude in der Rudi-Dutschke-Straße in Berlin mit Protestrauchern, die damit an den ehemaligen “taz”- und heutigen “Welt”-Autoren und passionierten Raucher Deniz Yücel erinnern wollten. Und an seine fortdauernde Haft in der Türkei. Auch vor dem “Spiegel”-Redaktionsgebäude in Hamburg hätten Kollegen solidarisch für Deniz Yücel gequalmt.

4. „Österreich“ vervierfacht Cybermobbing-Opfer
(kobuk.at, Angelika Eva Kapeller)
Die Tageszeitung “Österreich” behauptet, “64 Prozent sind Cybermobbing-Oper”, und beruft sich dabei auf eine Studie der “AK Steiermark”, der gesetzlichen Interessenvertretung aller ArbeitnehmerInnen des österreichischen Bundeslandes Steiermark. Warum die Aussage ziemlicher Quatsch ist, erklärt “Kobuk”-Autorin Angelika Eva Kapeller: In der Studie sei zwar von 64 Prozent die Rede, dabei handele es sich jedoch um die Schüler, die von Cybermobbing-Fällen in ihrem Umfeld wüssten. Außerdem seien die Angaben für Mobbingopfer und Cybermobbing-Opfer vermischt worden.

5. Politikberatungsjournalismus
(wolfgangmichal.de)
Wolfgang Michal nennt es eine “journalistische Übergriffigkeit”, wenn sich Journalisten zu Politikberatern aufschwingen: “Ist es die Aufgabe politischer Journalisten, ständig zu erklären, was jetzt zu tun ist? Müssen sie täglich hinausposaunen, was “wir” jetzt am dringendsten brauchen? Wie Merkel die Krise noch meistern kann? Wie Jamaika zum Erfolg wird? Der politische Journalismus bietet heute ein solches Übermaß an Politikberatung, dass man bisweilen den Eindruck hat, die Redaktionen fungierten als Planungs- und Krisenstäbe des Kanzleramts und der Parteien.”

6. Montana Black: Wie PewDiePie, nur noch unreflektierter (Special)
(spieletipps.de)
In Youtube-Videos der Gamerszene herrscht schon mal ein rauer Ton, das mag man oder nicht. Bedenklich wird es jedoch, wenn sich rassistische Töne in die Videos einschleichen, wie es dem schwedischen Youtube-Star “PewDiePie” vorgeworfen wird. In einem ähnlichen Fahrwasser scheint sich ein deutscher Youtuber bewegen zu wollen, der eine Spielefirma als “Zigeuner-Söhne” bezeichnet, ein Spiel als “Drecks-Zigeuner-Spiel” beschimpft. Die Macher der Seite “Spieletipps” haben den Vorgang aufgegriffen und kommentieren: “Jemand, der ein Millionenpublikum erreichen kann, sollte sich überlegen, welche Wörter er benutzt — und vor allem auch, welche er nicht benutzen möchte. Denn so ein junges Publikum ist beeinflussbar. Es wird auch durch solche Videos sozialisiert. So entsteht eine Normalität, die nicht normal sein sollte.”

Trumps temporärer Twitter-Tod, Podcast-Boom, AfD-Dilemma

1. Mathias Döpfner eröffnet “Dialog” mit einer Lüge
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Mathias Döpfner, der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, hat öffentlich-rechtliche Medien als “Staatspresse” bezeichnet, will dies aber nicht so gesagt, geschweige denn gemeint haben. Stattdessen spricht er nun von einem “Konjunktiv-Szenario”, das böswillig missverstanden werde. Stefan Niggemeier hat die entsprechenden Textpassagen rausgesucht und kommt zu einem anderen Ergebnis: “Wer das sagt, ist nicht “böswillig” und hat nichts “missverstanden”, sondern gibt Döpfners Position korrekt wieder. Seine Empörung darüber, dass man ihm das vorhält, ist Heuchelei. Und basiert auf einer Lüge.”

2. Servus TV in Österreich: Rise Like A Phoenix
(dwdl.de, Timo Neumeier)
Vor gar nicht langer Zeit sah es noch so aus, als würde der österreichische Fernsehsender “Servus TV” dichtgemacht werden: Als Mitarbeiter des Senders einen Betriebsrat gründen wollten, sah Senderchef und “Red Bull”-Boss Mateschitz rot und kündigte die Schließung an. Eineinhalb Jahre später fährt der Sender Quotenrekorde in Österreich ein und zeigt erstmals eine eigenproduzierte Serie. (“In “Trakehnerblut” geht es um die junge Alexandra, die in Wien lebt und unerwartet Alleinerbin des Trakehner-Gestüts Hochstetten wird.”)

3. Ein neuer Player auf dem Podcast-Markt?
(deutschlandfunk.de, Sandro Schroeder & Brigitte Baetz, Audio, 5:10 Minuten)
“Amazon”-Tochter “Audible” will auch vom Podcastboom profitieren und hat gestern gleich 22 neue Produktionen vorgestellt. Es sind jedoch keine klassischen Podcasts, denn statt über iTunes und Podcast-Apps sind die Folgen nur über “Audible” abrufbar. Und dazu muss der Nutzer ein kostenpflichtiges Abo abschließen. Der “Deutschlandfunk” hat sich mit Sandro Schroeder, der auch den Podcast-Newsletter herausgibt, über den Vorstoß des Branchenriesen unterhalten.

4. Das AfD-Dilemma
(journalist-magazin.de, Michael Kraske)
Nach dem Einzug der AfD in den Bundestag wird immer noch über die Frage gestritten, ob die Medien mitgeholfen haben, die Partei groß zu machen. Der Journalist und Autor Michael Kraske ist dieser Frage in einem längeren Lesestück nachgegangen. Einen Königsweg sieht Kraske nicht, wohl aber sinnvolle Korrekturen: “Guter Journalismus über die AfD hat wie sonst auch unbequem zu sein, ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten. Vielleicht ist das im Zeitalter des weltweiten Rechtsrucks thematisch die wichtigste und zugleich schwierigste Aufgabe: mit Berichten, Reportagen und Kommentaren zu zeigen, dass Rassismus und völkischer Nationalismus eben nicht normal sind. Dass sie keine Probleme lösen, sondern furchtbare neue schaffen, die altbekannt sind.”

5. Hallo, wir sind auch da
(taz.de, Daniel Bouhs)
“Buzzfeed Deutschland” will sich im Nachrichtenbereich etablieren und hat dazu ein eigenes News-Team aufgebaut. Nun hat man sich nach dem Mitgründer des gemeinnützigen Recherchebüros “Correctiv” Daniel Drepper auch Marcus Engert an Bord geholt, den Co-Gründer des Onlineradios detektor.fm. Daniel Bouhs hat die Personalie eingeordnet. Dabei geht es auch um die Ausrichtung des Portals und mögliche Allianzen.

6. Trump Twitter account shut down by employee on last day of work
(theguardian.com, Olivia Solon)
Ein Twitter-Mitarbeiter hat an seinem letzten Arbeitstag offenbar kurz vor dem Löschen des Bürolichts auch den Twitter-Account von Donald Trump ausgeknipst. Es hat elf Minuten gedauert, bis die Alarmglocken angingen und das Konto wieder hergestellt wurde. (Manche bezeichnen diese Minuten als die schönsten der bereits Monate andauernden Amtszeit Trumps.)

Rechercheverbieter AfD, Epoch Times, Instagram-Narzissmus

1. AfD will Recherche-Netzwerke verbieten
(mdr.de)
Im Landtag von Sachsen-Anhalt ging es gestern um die Recherchenetzwerke “rechercheMD” und “Sachsen-Anhalt rechtsaußen”, die sich unter anderem mit rechtsextremen Verstrickungen der AfD in Sachsen-Anhalt befasst hatten. In den Augen der AfD-Fraktion handelt es sich um “kriminelle Vereinigungen” und einen zentralen Baustein des Linksextremismus im Land. Die AfD verlangte deshalb ein Verbot der Recherchenetzwerke durch die Landesregierung. Die anderen im Landtag vertretenen Parteien sahen die Sache anders und lehnten den AfD-Antrag ab.

2. Lebenslang Lebemann
(spiegel.de, Christoph Twickel)
Hugh Hefner ist der Gründer und Chefredakteur des US-amerikanischen Männermagazins “Playboy”. Vorgestern verstarb der exzentrische Lebemann im Alter von 91 Jahren. Im Nachruf auf “Spiegel Online” geht es um das Leben des von Feministinnen und Konservativen gleichermaßen angefeindeten Verlegers und die Höhen und Tiefen seines Bunny-Unternehmens.

3. Tadel verpflichtet
(sueddeutsche.de, Hans Hoff)
Vor Jahrzehnten schlich sich Günter Wallraff als schneidiger Boulevardjournalist “Hans Esser” bei “Bild” ein, heutzutage ist sein Namen mit Enthüllungsfilmen bei RTL verbunden. Wallraff wird am ersten Oktober 75 Jahre alt, eine Woche später strahlt RTL das Filmporträt mit dem Titel “Wallraff war hier” aus. Hans Hoff berichtet über einen hyperaktiven ewig Junggebliebenen, der sich engagiert wie eh und je.

4. Wie Journalisten mit dem Vorwurf „Lügenpresse“ umgehen
(de.ejo-online.eu, Kathrin Wesolowski)
Woher kommt der Begriff „Lügenpresse“ und müssen Medienmacher sich eigentlich ständig gegen diesen Vorwurf verteidigen? Das Medienrechercheinstitut “EJO-Online” hat eine Spurensuche in der Geschichte deutscher Medien unternommen und aktuelle Reaktionen von Wissenschaftlern und Journalisten zusammengestellt.

5. Pädophilie-Verschwörung und Panikmache: Wie die ‘Epoch Times’ auf Facebook um Klicks bettelt
(motherboard.vice.com, Theresa Locker)
Unter den Verschwörungs- und Wutmedien nimmt die “Epoch Times” alleine schon wegen ihres skurrilen Hintergrunds eine Sonderstellung ein: Die Lieblingslektüre vieler AfD-Anhänger steht der chinesischen religiösen Bewegung Falun Gong nahe. “Motherboard” hat untersucht, wie das Desinformationsmedium mit Fake News und Panikmache auf Facebook um Klicks bettelt.

6. I-Telkeit
(zeit.de, Sascha Chaimowicz)
Sascha Chaimowicz ist fasziniert von einem Instagram-Phänomen: Fotos von Menschen, die sich augenscheinlich für ganz bezaubernd halten, ihre Selbstverliebtheit jedoch hinter Ironie verstecken.

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