Archiv für Unsportliches

Preisrätsel: Das Spiel ist aus!

Abpiff! Bitte schickt uns keine Zuschriften mehr zu unserem Fehler-Suchspiel. Wir werden nun vermutlich die Nacht mit der Auswertung verbringen und die Gewinner (und die Fehler) morgen bekanntgeben.

Allen Mitspielern vielen Dank fürs Recherchieren!

Die andere „Bild“-Exklusiv-Geschichte über Klinsi

„Bild“ meldete gestern abend als eine der ersten Zeitungen, dass Jürgen Klinsmann seinen Vertrag nicht verlängert. Und doch sind heute nicht alle „Bild“-Leser gut informiert. Denn vor der Exklusivmeldung, dass Klinsmann aufhört, hatte „Bild“ noch eine andere Exklusivmeldung — und in einigen Ausgaben macht „Bild“ heute damit auf:

Geheimplan
Klinsi bleibt als Teamchef

Beim DFB gibt es einen Plan, wie Jürgen Klinsmann bei der Nationalelf bleibt. Er wird Teamchef und kontrolliert alles. Sein Assistent Jogi Löw rückt zum Bundestrainer auf.

Heute läse sich das natürlich besser, wenn „Bild“ aus der angeblichen Idee nicht gleich eine Tatsache gemacht hätte.

Vielen Dank an Dirk B. für den Hinweis, das Nochmal-zum-Lidl-Fahren und den Scan!

Preisrätsel: Wer findet die Bundesliga-Fehler?

Die WM ist vorbei, in einem Monat geht die Bundesliga wieder los, und bei Bild.de kann man sich in einer großen Datenbank jetzt schon über alle Spieler und Vereine informieren.

Gut, die Fehler muss man natürlich selbst korrigieren.

Roque Santa Cruz zum Beispiel ist nicht Spanier, sondern Paraguayer, Claudio Pizarro nicht Italiener, sondern Peruaner,* Owen Hargreaves ist zum Beispiel nicht Deutscher, sondern Brite.

BILDblog-PreisrätselEin Dutzend Fehler hat unser Leser Wolfgang W. in den Tabellen gefunden, und er glaubt: Es sind noch viele, viele mehr. Und weil wir dasselbe Gefühl haben, machen wir daraus das erste BILDblog-Preisrätsel: Wer uns bis heute, 17 Uhr, die meisten Fehler aus den Bundesliga-Tabellen von Bild.de schickt, gewinnt ein BILDblog-T-Shirt seiner Wahl. Einsendungen bitte an [email protected]. Leere Felder in den Tabellen zählen nicht. Bei Gleichstand entscheidet das Los.

Viel Vergnügen beim Recherchieren — und Achtung: auch andere ähnliche Tabellen im Netz sind nicht unbedingt fehlerfrei!

*) Hoppla, wir haben übersehen, dass Roque Santa Cruz und Claudio Pizarro inzwischen je zwei Staatsbürgerschaften haben…

Kurz korrigiert (134 – 135)

Ja, nö, das ist gar nicht der Zidane-Beleidiger Marco Materazzi, wie Bild.de glaubt. Das ist der italienische Kapitän Fabio Cannavaro.

Aber was will man erwarten von einem Medium, das über Oliver Kahns Auftreten bei dieser Weltmeisterschaft „doch aber trotzdem“ schreibt:

Er stand zwar keine Minute auf dem Platz, doch Oliver Kahn hat aber trotzdem ganz viele Sympathien gesammelt.

Danke für die vielen Hinweise!

Nachtrag, 9.20 Uhr. Der Satz, dass Kahn nicht auf dem Platz war, ist bei Bild.de verschwunden, als hätte er keine Minute dort gestanden. Und auch Materazzi sieht jetzt anders aus.

Hellseher bei Bild.de

Eventuell wird das Sportgericht in Rom am Dienstagabend ein Urteil im italienischen Fußballskandal sprechen. Vielleicht aber auch erst am Mittwoch. Sollte das Gericht der Anklage folgen, werden dem italienischen Fußballverein Juventus Turin die letzten beiden Meistertitel aberkannt, und er muss in die dritte italienische Liga. Am 4. Juli hatte die Anklage das gefordert. Seit Freitag beraten die Richter nun. Wie sie entscheiden, weiß noch niemand.

Mit Ausnahme von Bild.de. Dort weiß man nicht bloß, wie die Entscheidung ausgeht, nein, der Formulierung nach zu urteilen, kennt man sogar schon die Begründung – und zwar schon spätestens seit dem 5. Juli. Das ist jedenfalls das Datum, das unter diesem Text steht:

Mit Dank an Campino-84 für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 20.57 Uhr. Der Zukunfts-Beauftragte von Bild.de hat den Artikel (nach einem weiteren Blick in die Glaskugel, in die Agenturmeldungen oder auf diese Seite, wer weiß?) entfernt.

Nachtrag, 15. Juli. Jetzt hat das Sportgericht entschieden, und wir wissen: Bild.de kann doch nicht hellsehen.

Kurz korrigiert (133)

Es wäre vielleicht nicht schlecht, wenn derjenige, der die Teaser auf Bild.de beschriftet, den dazugehörigen Artikel nur eine Spur genauer durchlesen würde. Dann ließen sich solche Fehler leicht vermeiden:

Tatsächlich wählt nämlich nicht die FIFA den wertvollsten Spieler der WM, sondern die akkreditierten Medienvertreter. Entsprechend heißt es im Bild.de-Text auch unzweideutig, „Die Journalisten wählten [Zidane] zum wertvollsten Spieler der WM.“

Mit Dank an Thorsten S. für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 14.57 Uhr: Bild.de hat den Teaser flugs korrigiert.

„Erfolgreiche WM mit Klinsmann kaum möglich“

Klar: Hinterher ist man immer klüger.

Aber damit niemand auf den Gedanken kommt, die „Bild“-Zeitung und ihre prominenten Kolumnisten hätten schon immer an den Erfolg der deutschen Nationalmannschaft und ihres Trainers geglaubt, eine nicht ganz untypische Auswahl von Kommentaren der letzten zwei Jahre.

„Sport Bild“-Kolumnist Lothar Matthäus, zitiert in „Bild“, 29. Juli 2004:

Wenn er von einem Zehn-Jahres-Plan redet, sucht Klinsmann jetzt schon eine Ausrede. … Dann kann man nach einer Pleite im Jahre 2006 sagen: ich habe doch gleich gesagt, es geht nicht so schnell.

„Bild“-Kolumnist Paul Breitner, 1. August 2004:

Klinsmann hat auch gesagt, er wolle lernen. Er muss lernen, und zwar sehr viel und sehr schnell. Obgleich ich erhebliche Probleme damit habe, dass ausgerechnet die Nationalmannschaft als Lehrstätte für Bundestrainer-Azubis dienen soll.

„Bild“, 10. Oktober 2005:

Klinsi nur noch Krisi

BILD sagt, was JETZT passieren muß.

Klinsmann muß sich helfen lassen (…)

Der Krisen-Klinsi braucht nun Hilfe von erfahrenen Trainern. Von Franz Beckenbauer, der seine Unterstützung anbietet. Von Christoph Daum, mit dem sich Klinsi in Istanbul getroffen hatte. (…)

Schluß mit Experimenten

Richtig: Klinsi hat in seiner Amtszeit 11 Neulinge geholt. War bitter nötig nach dem EM-Desaster 2004. Doch in der WM-Saison muß die Zeit der Experimente vorbei sein.(…)

Schluß mit Gummi-Twist

Keine Frage: Die US-Fitmacher helfen den Spielern mit neuen Methoden auf die Sprünge. Gummi-Twist – warum mal nicht? (…)

Allerdings: Noch immer handelt es sich um eine Fußball- und keine Fitness-Mannschaft. (…) Ja, starten wir denn bei der Bodybuilder-WM?

Klinsmann muß nach Deutschland kommen

(…) Spätestens im WM-Jahr muß Klinsi Woche für Woche in der Bundesliga seine Spieler beobachten. Man kann als Boss eine WM in Deutschland nicht aus Huntington Beach/Kalifornien vorbereiten. E-Mail und Telefon sind kein Ersatz für eigene Beobachtungen und persönliche Gespräche.

„Bild“, 3. März 2006:

Der Bundestrainer lacht — und unser Fußball ist nur noch zum Weinen.

Drei Monate vor der WM haben wir keine konkurrenzfähige Elf mehr.

Kommentar von Sportchef Alfred Draxler, „Bild“, 3. März 2006:

Macht es Sinn, nur 98 Tage vor der WM noch schnell den Bundestrainer auszuwechseln?

Natürlich nicht! Obwohl Jürgen Klinsmann dieser Tage einiges tut, daß man auf diese Idee kommen könnte. (…)

Eine desolate Mannschaft, die weder seine Taktik noch seine Personal-Politik begreift. Und völlig verunsicherte Spieler, deren Selbstvertrauen unter Null sackt, sobald sie das Trikot mit dem Bundesadler anziehen. (…)

Wenn Klinsmann jetzt wirklich in dieses Flugzeug steigt, dann sollte er am besten gleich ganz in Amerika bleiben. Dann hat er nämlich nicht begriffen, wo ein deutscher Bundestrainer 98 Tage vor einer WM hingehört — nämlich nach Deutschland!

Analyse von Willi Schmitt, „Bild“, 4.3.2006:

Klinsmann hat, soviel steht fest, immer hartnäckig auf seinem Vorteil bestanden. (…)

Beim 1:4 gegen Italien hat jeder gesehen, daß der Jürgen noch viel lernen muß – so schutzlos darf man eine Elf nicht in Konter laufen lassen. Warum hört er nicht mal auf alte Taktik-Füchse wie Hitzfeld oder Rehhagel? Das wäre Stärke, keine Schwäche. (…)

Viele beschleicht eine Ahnung: Wenn es schief läuft bei der WM, dann fliegt unser blonder Held einfach davon, zurück in das sonnige Nichts.

Wieder mal.

„Bild“, 4. März 2006:

So, als sei nichts geschehen, düste Jürgen Klinsmann gestern wieder ins sonnige Kalifornien. Jetzt will der Bundestag den Nationaltrainer nach Berlin vorladen — weil es bei der WM um ein „nationales Anliegen“ gehe. Ob Grinsi-Klinsi dann das Lachen vergeht?

Kommentar von Sportchef Alfred Draxler, „Bild“, 7. März 2006:

Der verantwortliche DFB-Präsident Theo Zwanziger muß jetzt sogar darüber nachdenken, ob die Krise des deutschen Fußballs nur noch mit einem Auswechseln des Bundestrainers zu beheben ist. (…)

Klinsmann hat mit seinem unprofessionellen Verhalten inzwischen für so viel Unruhe gesorgt, daß eine erfolgreiche WM mit ihm als Bundestrainer kaum noch möglich sein dürfte.

Kurz korrigiert (129)

Bild.de, der Online-Ableger des selbsterklärten „absolut führenden Mediums“ dieser Weltmeisterschaft, zeigt ein Foto des jubelnden Diego Maradona von 1986 und schreibt dazu:

WM 1986 – Maradona jubelt über seinen zweiten WM-Titel

Diego Maradona hat 1986 seinen ersten und einzigen WM-Titel geholt. Argentinien wurde zwar auch 1978 Weltmeister, Maradona war aber damals nicht im Kader.

Danke an Arndt L. für den Hinweis!

Nachtrag, 3.7.2006: Inzwischen steht bei Bild.de unter dem Maradona-Foto nur noch: „WM 1986: Argentinien holt mit Maradona den Weltmeister-Titel!“ Das ist richtig.

Nachtrag, 19.30 Uhr. Also, ganz genau genommen war Maradona vorher doch schon einmal Weltmeister: Juniorenweltmeister 1979. Aber das hat Bild.de sicher weder gewusst noch sagen wollen.

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