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Wenn „Bild“ mal was checkt

Erzählt irgendjemand Unsinn, ist es immer praktisch, einen Experten zur Hand zu haben, der den Unsinn geraderückt. Bei „Bild“ gelten sie ja als Experten für Fußball (Aber der Sportteil …!“). Daher sollten wir alle dankbar sein, dass die Redaktion heute den „BILD-Check“ im Blatt und bei Bild.de macht:

Drei WM-Titel dank Bayern? Der BILD-Check

Es geht um Behauptungen von FC-Bayern-München-Präsident Uli Hoeneß zur deutschen Fußballnationalmannschaft bei verschiedenen Weltmeisterschaften:

Ausriss Bild-Zeitung - Die Hoeneß-Provokation

Hoeneß sagte der Deutschen Presse-Agentur:

Die Nationalmannschaft hat immer dann ihre erfolgreichsten Phasen, wenn der FC Bayern genügend Spieler liefert.

Und:

Ich denke an die WM-Titel 1974 und 2014, auch 1990 hatte der Kern eine prägende Vergangenheit bei uns.

Das hat sich „Bild“ mal genauer angeschaut. WM 1974:

1974 waren es sechs Spieler. Kapitän Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, „Katsche“ Schwarzenbeck, Paul Breitner, Gerd Müller und Sepp Maier schossen Deutschland zum Heim-WM-Titel. Und alle sind bei Bayern groß geworden.

Da fehlt schon mal Hans-Josef Kapellmann, der von 1973 bis 1979 beim FC Bayern München spielte. Allerdings, das halten wir „Bild“ zugute, kam Kapellmann bei der Weltmeisterschaft nicht zum Einsatz.

WM 1990:

1990 standen nur vier Bayern (Aumann, Pflügler, Augenthaler, Reuter) im Kader. Final-Torschütze Brehme und Kapitän Matthäus wechselten 1988 zu Inter.

Nun könnte man darauf hinweisen, dass Uli Hoeneß extra sagte: „auch 1990 hatte der Kern eine prägende Vergangenheit bei uns“, was auf Brehme und vor allem auf Matthäus zutreffen dürfte. Aber auch ohne die beiden waren es 1990 nicht „vier Bayern“ im Kader der Nationalmannschaft, sondern sechs: „Bild“ vergisst Jürgen Kohler, der von 1989 bis 1991 in München spielte und bei der Weltmeisterschaft 1990 viermal zum Einsatz kam, darunter auch im Finale; und Olaf Thon, der von 1988 bis 1994 beim FC Bayern München war und immerhin im Elfmeterschießen im WM-Halbfinale traf.

WM 2014:

2014 feierten sechs Bayern den WM-Titel. Neuer, Boateng, Kapitän Lahm, Müller und Schweinsteiger waren Eckpfeiler, Götze traf im Finale zum Titel.

Hier fehlt Toni Kroos, der bis zur WM für den FC Bayern München spielte und erst danach für Real Madrid. Kroos kam in Brasilien bei allen sieben Partien zum Einsatz und schoss zwei Tore.

Bei drei Weltmeisterschaften schafft es die „Bild“-Redaktion, dreimal den Kader nicht richtig durchzuzählen. Sie sind eben echte Experten.

Mit Dank an Gregor G. für den Hinweis!

Nachtrag, 14:29 Uhr: Bei Bild.de haben sie auf unsere Kritik reagiert, die jeweiligen Stellen nachgebessert und am Ende des Artikels diese Anmerkung hinzugefügt:

In einer früheren Version haben wir die Namen Hans-Josef Kapellmann (1974), Jürgen Kohler und Olaf Thon (beide 1990), sowie Toni Kroos (2014) nicht aufgeführt. Der Fehler tut uns leid. Die Redaktion hatte sich auf die jeweilige Mannschaft konzentriert, die im Endspiel auf dem Platz stand. Kroos hatte die Redaktion hierbei schon als Real-Spieler eingerechnet.

Die Begründung, dass die Redaktion „sich auf die jeweilige Mannschaft konzentriert“ habe, „die im Endspiel auf dem Platz stand“, kann allerdings nicht der Wahrheit entsprechen. Wie wir bereits geschrieben haben, stand zum Beispiel Jürgen Kohler, den die „Bild“-Medien in ihrer Aufzählung vergessen hatten, im WM-Finale 1990 von Beginn an auf dem Platz. Raimond Aumann und Hans Pflügler, die die „Bild“-Redaktion in ihre Aufzählung aufnahm, spielten hingegen keine einzige Minute im Endspiel.

Nachtrag, 16:43 Uhr: Nun hat Bild.de den Satz „Die Redaktion hatte sich auf die jeweilige Mannschaft konzentriert, die im Endspiel auf dem Platz stand.“ ersatz- und kommentarlos gestrichen.

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Judenhass? Pfui! Moslemhass? Naja.

Im vergangenen Monat hat der Verfassungsschutz eine Broschüre zum Thema „Antisemitismus im Islamismus“ herausgebracht. Darin wird unter anderem erläutert, dass im Jahr 2017 in Deutschland mehr als 100 antisemitische Vorfälle mit mutmaßlich islamistischem Hintergrund registriert wurden.

Inzwischen hat auch „Bild“ die Broschüre entdeckt — und ihr heute einen prominent platzierten Artikel auf Seite 2 gewidmet:

Großer Artikel auf Seite 2 der Bild-Zeitung - Überschrift: Verfassungsschutz warnt - Antisemitismus von radikalen Muslimen immer schlimmer!

Wenn es um Gewalt und Hetze gegen Juden geht, ist die Empörung — zurecht — gleich immer groß bei den „Bild“-Medien. Wenn es um Gewalt und Hetze gegen Muslime geht, hält sie sich dagegen in Grenzen. Als vor einem Jahr bekannt wurde, dass 2017 in Deutschland mehr als 950 islamfeindliche Vorfälle registriert wurden, war das der „Bild“-Zeitung nur eine Randnotiz wert:

Kleine Meldung auf der Titelseite der Bild-Zeitung: Mindestens 950 Angriffe auf Muslime - Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland mindestens 950 Angriffe auf Muslime und muslimische Einrichtungen wie Moscheen. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, berichtet die NOZ
(Unten links, die Sechs-Zeilen-Meldung über den Lotto-Zahlen.)

Eine Relation mit Tradition: Über Judenhass regen sich die „Bild“-Leute auch sonst viel mehr auf als über Moslemhass. Und am meisten regen sie sich auf, wenn Juden die Opfer sind und Muslime die Täter. Erst gestern schrieb Michael Wolffsohn in einem „Bild“-Kommentar, in dem es eigentlich darum geht, dass ein Gemälde von Emil Nolde wegen dessen Vergangenheit im Nationalsozialismus aus dem Kanzerlamt entfernt wurde:

Streiten kann und muss man über die Frage, ob, wo – gar im Kanzleramt? – und wie in einer Demokratie „belastete Kunst“ gezeigt werden solle. Unbestreitbar wollte Frau Merkel auch (neudeutsch) ein „Zeichen“ gegen Antisemitismus setzen.

Gegen Zeichen dieser Art ist — Merkel-Lob — weniger als nichts einzuwenden.

Es wäre freilich überzeugender, wäre diese Entscheidung zu einem weniger politisch überkorrekten (um nicht zu sagen: opportunistisch) gewählten Zeitpunkt getroffen worden. Erst recht überzeugender würde die wirkliche First Lady Deutschlands handeln, wenn ihre Regierung es nicht bei wohlfeilen Lippenbekenntnissen und leeren Gesten beließe.

Sie sollte den in Deutschland dominanten islamischen Antisemitismus wort- und tatenreich bekämpfen. Stattdessen beteiligt sich Deutschland unter ihrer Regie, gemeinsam mit Außenminister Heiko Maas an maßlos antiisraelischen und teils antijüdischen UNO-Entschließungen. Auf diese Weise werden Legenden zu Völkerrecht umfunktioniert.

So schnell gelangt man bei „Bild“ von der Vergangenheit eines deutschen Malers zum „in Deutschland dominanten islamischen Antisemitismus“ von heute.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Wir finden es richtig, groß über Antisemitismus jeder Art zu berichten. Aber warum nicht ähnlich groß über Islamfeindlichkeit?

Menschen als Schrott

Und der sensible Umgang der „Bild“-Redaktion beim Niedermachen geht heute weiter:

Ausriss Bild-Zeitung - Schalkes Schrotthaufen - Diese Schlaffis können als Erste gehen
Screenshot Bild.de - Schalkes Schrotthaufen - Diese Schlaffis können als Erste gehen

Zu dieser Geschichte schreibt Stefan Backs, früher selbst Journalist bei „Sport Bild“ und Sat.1 und heute Geschäftsführer der Fußballspielerberatung Siebert & Backs, in einem Facebook-Post:

Kritischer Journalismus ist ein Stützpfeiler unserer Gesellschaft. Ebenso unterschiedliche Meinungen, oder Diversität, wie es heute auch oft genannt wird. Ich persönlich empfinde Kritik, ist sie denn sachlich und zielorientiert formuliert, im Nachhinein meist als leistungsfördernd. Es gibt dabei Grenzen. Wenn Fußballer, Menschen, als Schrott tituliert werden, ist diese Grenze deutlich überschritten. Ausgerechnet die BILD, die noch letzte Woche rassistische Länderspiel-Fans zurecht an den Pranger stellte, leistet sich hier eine üble Entgleisung. Ich kann und muss Spieler als Journalist kritisieren. Obwohl auch dem schlechtesten von ihnen klar sein muß, daß die Leistung eines Leistungssportlers auch die Summe seines Umfeldes ist. Mit anderen Worten: Sogenannte „Streichlisten“ und Geschichten wie die obige sind ohnehin übler Populismus und ohne Hintergründe und Sachwissen hingeschrieben, um Stimmung zu machen. Um die eigenen Muskeln spielen zu lassen. Gedruckter Chauvinismus. Nichts wert. Wenn aber Menschen als Schrott bezeichnet und damit herabgewürdigt werden, sagt das mehr über den Schreiber als über das, was er transportieren möchte. Es ist mir im Übrigen ein Rätsel, daß Klubs und Spieler sich dies gefallen lassen.

Zu den Klienten der Agentur Siebert & Backs gehören auch zwei Profis des FC Schalke 04: die beiden Torhüter Ralf Fährmann und Alexander Nübel. Keiner der beiden gehört zu jenen Streichkandidaten der „Bild“-Medien, die „als Erste gehen“ können. Im Gegenteil: Nübel wird sogar positiv hervorgehoben:

„Außer Nübel könnt ihr alle gehen!“

Schalkes Fans stimmten nach dem Wie-ein-Absteiger-Auftritt in Nürnberg (1:1) lautstark über das taumelnde Team ab. (…)

Neben Nübel braucht Schalke vor allem einen Wunderheiler!

Mit Dank an Daniel M. für den Hinweis!

Ente auf Fernsehturm gesichtet

Was die „Bild“-Redaktion schon wieder alles erfahren hat:

Wie BILD aus Insiderkreisen erfuhr, soll der „Telemichel“ (279 Meter, eingeweiht 1968) künftig fest in hanseatischer Hand sein.

Der neue Betreiber: die Supermarkt-Kette EDEKA mit Sitz in der City Nord!

Klingt erst mal komisch, ergibt aber Sinn: Um den langfristigen Betrieb zu sichern, hat die Stadt vor allem einen finanzstarken Partner gesucht – und ihn nun offenbar in dem Lebensmittel-Riesen gefunden. (…)

Inzwischen sollen die Verhandlungen mit Edeka nach BILD-Informationen kurz vor dem Abschluss stehen. (…)

Eine Einigung wird in Kürze erwartet.

Oder in Schlagzeilen gegossen:

Ausriss Bild-Zeitung - Verhandlungen kurz vor dem Abschluss - Edeka übernimmt den Fernsehturm
Screenshot Bild.de - Betreiber gefunden - Edeka übernimmt den Fernsehturm

Wären da nur nicht die Spielverderber von Edeka:

Das ist eine Ente

… sagte ein Sprecher des Unternehmens dem NDR. Edeka sei wegen unzumutbarer vertraglicher Bedingungen bereits vor einigen Wochen aus den Verhandlungen ausgestiegen.

Mit Dank an Wolfgang T. für den Hinweis!

Julian Reichelts Auflagen-Märchen

Was Print angeht, ist unser Ziel, das bei Kaufzeitungen marktübliche prozentual zweistellige Auflagenminus auf das zu beschränken, was strukturell bedingt ist. Das bedeutet für uns als Redaktion, um jenen Anteil am Rückgang zu kämpfen, der nicht markt-, sondern journalistisch bedingt ist. Das scheint uns zu gelingen, denn Bild hat rund drei Prozentpunkte weniger an Auflage verloren als der Verlag prognostiziert hat und ist dazu hochprofitabel.

… sagte „Bild“-Chef Julian Reichelt neulich im Interview mit „Horizont“. Wir haben uns mal genauer angeschaut, was an dieser Aussage dran ist: Gelingt es „Bild“ wirklich, den Rückgang der Auflage auf den „strukturell bedingten“ Anteil zu beschränken?

So sieht die Auflagenentwicklung von „Bild“ und „Bild am Sonntag“ aus:

Aber wie gering oder stark verlieren „Bild“ und „BamS“ im Vergleich zur Konkurrenz?

Erstmal wäre die Frage, welchen Markt Julian Reichelt genau meint. Er könnte den Boulevardmarkt meinen. Dort nimmt „Bild“ als einzige überregionale Tageszeitung eine Sonderstellung ein. Alle andere deutschen Boulevardblätter erscheinen nur regional: die „Mopo“ in Hamburg, die „B.Z.“ und der „Berliner Kurier“ in Berlin, der „Express“ in Köln, die „tz“ und die „Abendzeitung“ in München und die „Morgenpost“ in Sachsen.

Dies ist die relative Auflagenentwicklung der deutschen Boulevardzeitungen seit 1998 (soweit reicht das Archiv der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) zurück):


(zum Knick bei der „Abendzeitung“ siehe hier)

Bei allen Blättern geht es dramatisch runter, nur die „tz“ kann sich noch einigermaßen halten. „Bild“ (-67,6 Prozent) verliert, nach „Abendzeitung“ (-73,5), „Express“ (-72,9) und „B.Z.“ (-70,6) am viertstärksten. Schaut man sich nur die Entwicklung seit 2017 an, also seit Julian Reichelt Vorsitzender der „Bild“-Chefredaktionen ist, liegt „Bild“ (-9,0) ebenfalls auf dem viertletzten Platz: Nur der „Express“ (-17,3), die Hamburger „Mopo“ (-17,2) und die ebenfalls von Reichelt verantwortete „B.Z.“ (-9,6) haben noch stärker verloren. Wirklich positiv ragt Reichelts Blatt also nicht aus dem Boulevardmarkt heraus.

Nun haben wir aber sowieso Zweifel, dass Julian Reichelt „Bild“ auf einem Level mit der „Morgenpost“ aus Sachsen oder dem „Berliner Kurier“ sieht. Zumal er in einem anderen Interview behauptete, „Bild“ halte sich in einer Liga mit „Washington Post“ und „New York Times“:

Wir sind da, wo die „Post“ oder die „New York Times“ sind, oder umgekehrt: Die sind da, wo wir sind. In dieser Liga halten wir uns

Werden wir mal nicht völlig größenwahnsinnig: Wie macht sich „Bild“ im Markt der überregionalen Tageszeitungen in Deutschland? Noch schlechter:


(die Auflage der „Welt“ ab 2005 zusammen mit „Welt kompakt“; die „Frankfurter Rundschau“ fehlt hier, da die Auflage seit 2013 nicht mehr gesondert gemeldet wird)

Auch hier verlieren alle, aber niemand verliert so stark wie „Bild“. Nicht annähernd. Und dabei ist es völlig egal, welchen Bezugspunkt man nimmt: ob seit 1998 (-67,6 Prozent), seit 2001 (-66,4), als Kai Diekmann die Chefredaktion übernahm, seit 2010 (-50,8), seit 2016 (-15,5), als Tanit Koch die Chefredaktion übernahm, oder seit 2017 (-9,0) — immer liegt „Bild“ auf dem letzten Platz.

Genauso schlecht sieht es bei der „Bild am Sonntag“ im Vergleich mit anderen Wochen- und Sonntagszeitungen aus:


(„der Freitag“ ohne IVW-Angaben für 2009 und 2010; die „FAS“ gibt es erst seit 2001)

Was sagte „Bild“-Chef Julian Reichelt noch mal im Interview mit „Horizont“?

Das bedeutet für uns als Redaktion, um jenen Anteil am Rückgang zu kämpfen, der nicht markt-, sondern journalistisch bedingt ist.

Das scheint ihm und seinem Team ganz offensichtlich nicht zu gelingen.

Dazu auch:

Der sensiblere Umgang der „Bild“-Redaktion beim Niedermachen

Die Bundesliga-Fußballer von Borussia Dortmund haben am Samstagabend 0:5 gegen den FC Bayern München verloren. Für die schwache Leistung kann man die Mannschaft, die nun auf Platz 2 der Tabelle steht und weiterhin alle Chancen auf die Meisterschaft hat, sachlich kritisieren. Oder man lässt Franz Josef Wagner so einen Brief schreiben:

Ausriss Bild-Zeitung - Post von Wagner - Liebe Borussia, Ihr müsst dringend ins Krankenhaus. Abteilung Neurologie, Psychiatrie. Ich habe Angst um Euer Gehirn. Ihr spieltet gegen die Bayern, als hättet Ihr Euren Verstand verloren. Es war ein furchtbares Spiel. Ihr hattet alle einen Black-out (engl. für Verdunkelung). Ihr habt gespielt wie Tote.

Der „Bild“-Briefonkel erklärt die BVB-Spieler zu einem Fall für die Psychiatrie, weil sie mal schlecht gespielt haben.

Kurz nach dem Suizid von Torwart Robert Enke, zitierte die „Süddeutsche Zeitung“ Walter M. Straten, der damals stellvertretender Sportressortleiter bei „Bild“ war und heute dort Sportchef ist. Auch Stratens Boulevardblatt sei …

nach dem Enke-Tod nicht einfach so zur Tagesordnung übergegangen. Über vieles sei diskutiert worden, auch über Noten, und man sei schließlich zu dem Ergebnis gekommen, bei der Benotung so weiter zu machen wie bisher, sagt Straten. Auch in seiner Redaktion soll es zu einem etwas sensibleren Umgang mit den Zensuren kommen: „Wir werden wohl mit extremen Noten etwas vorsichtiger sein“, sagt der stellvertretende Bild-Sportchef. Man werde sich einmal mehr überlegen, „ob der Spieler, der eine klare Torchance vergeben hat, oder der Torwart, der den Ball hat durchflutschen lassen, eine Sechs bekommt oder eine Fünf reicht“.

Das entpuppte sich schon damals sehr schnell als heiße Luft. Es blieb heiße Luft. Und es ist heute noch heiße Luft:

Ausriss Bild-Zeitung - Benotung der Dortmunder Mannschaft - siebenmal 6, dreimal 5, einmal 3

Ein tatsächlich sensiblerer Umgang mit Fußballern und deren Leistungen könnte sich aber nicht nur in rücksichtsvolleren Noten widerspiegeln, sondern auch in der Art, wie man über sie spricht und schreibt. Die „Bild“-Medien bezeichnen Spieler gern als „Flaschen“, als „Versager“, als „Müllhalde“, als „Deppen“. Und das immer und immer wieder. Hier mal nur die Fälle, die uns in den vergangenen zwei Monaten begegnet sind:

1. April:
Screenshot Bild.de - Damit es im Pokal klappt - Kovac-Anpfiff für Freiburg-Schlaffis

1. April:

Ohne das Mittelfeld-Duo wird’s für Stuttgarts Offensiv-Schlaffis (erst 26 Treffer) nun noch schwieriger.

31. März:
Screenshot Bild.de - Schon über fünf Monate sieglos - Preußens Auswärts-Schlaffis

25. März:
Screenshot Bild.de - Zwei freie Tage für null Leistung - 0:5-Versager werden belohnt

17. März:
Screenshot Bild.de - Überheblich, desaströs, körperlos - Funkel rechnet mit seinen Fünf-Minuten-Trotteln ab!

14. März:
Screenshot Bild.de - Richtig Scheiße - Schwartz knöpft sich KSC-Versager vor

11. März:

Warum Klos seine Versager wachrütteln will?

6. März:

Erwartet werden personelle Konsequenzen. So sollen einzelne Versager aus dem Kader fliegen. Heißer Kandidat: Amine Harit.

5. März:
Screenshot Bild.de - Welche Augsburg-Versager nimmt Trainer Lucien Favre raus?

4. März:
Screenshot Bild.de - Mannschaft, Trainer, Bosse - Der rote Trümmerhaufen

3. März:

Elf junge Männer, verkleidet als Fußballprofis! Leider waren die 96-Trikots kein Karnevalskostüm …

Viele dieser Versager werden wir in der 2. Liga nicht wiedersehen — zum Glück.

3. März:
Screenshot Bild.de - Nach 2:2 in Köln - Fans gehen auf Lautern-Schlaffis los

1. März:

Klar ist: Für den BVB kommen die Augsburger Abwehr-Schlaffis genau richtig!

1. März:

Als Malocher-Vorbild für die Mainz-Versager!

24. Februar:
Screenshot Bild.de - Hannover am Boden - Euro-Spott für Dolls Versager

23. Februar:
Screenshot Bild.de - Fans gehen auf Schalke-Versager los - Heidel-Aus! Jetzt muss Tedesco zittern

Nach dem Abpfiff eskalierte es: Ein Pfeiffkonzert, üble Beschimpfungen und Bierbecher prasselten auf die 0:3-Versager nieder.

22. Februar:

Der Trainer hatte diese Woche einmal mehr Schwerstarbeit zu leisten: Als Übungsleiter, der seinen gut bezahlten Profis wie bei den F-Junioren die Ballan- und -mitnahme erklären muss (BILD berichtete). Und als Psychologe, der Versager-Köpfe wieder frei bekommen will.

17. Februar:

Das war bei 96 in Hoffenheim nicht der Fall. Sonntag gegen Frankfurt muss die Versager-Truppe ein anderes Gesicht zeigen

7. Februar:

Samstag (15.30 Uhr) steigt DAS ultimative ABSTIEGS-ENDSPIEL. 96 – Nürnberg. Letzter gegen Vorletzter. Die Heim-Schlaffis gegen die Auswärts-Deppen.

Am 5. März veröffentlichte Bild.de einen Artikel über „Die unheimliche Macht der Fußball-Ultras“. Darin auch diese Geschichte:

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Entgleisungen der Ultras. 2016, Hannover hatte gegen Köln 0:2 verloren, rasteten die 96-Fans komplett aus: In der Nordkurve wurden die Profis vom eigenen Anhang gnadenlos niedergemacht. Der blanke Hass schlug ihnen entgegen: „Versager!“, „Wir stechen Euch ab!“, „Wir schlitzen Euch auf!“.

„Wir stechen Euch ab!“ und „Wir schlitzen Euch auf!“ wird die Bild.de-Redaktion wohl niemals schreiben. Aber mit „Versager!“ ist sie beim gnadenlosen Niedermachen schon mal gut dabei.

Dazu auch:

Mit Dank an alle Hinweisgeber!

Nachtrag, 9. April: Es gibt noch zwei weitere Aspekte zu Franz Josef Wagners Brief an die „Liebe Borussia“, auf die uns mehrere Leserinnen und Leser hingewiesen haben. Wagner schreibt „Ihr habt gespielt wie Tote“ und meint damit eine Mannschaft, die vor nicht allzu langer Zeit einen Bombenanschlag überlebt hat. Das kann man mindestens makaber finden.

Außerdem gibt es bei Wagners blödem Spruch mit der Psychiatrie, in die die BVB-Spieler müssten, noch eine andere Seite: Menschen mit psychischen Erkrankungen, die tatsächlich in eine psychiatrische Einrichtung müssen, um in einer mitunter lebensbedrohlichen Situation Hilfe zu bekommen. Dies mit einer schwachen Leistung von Profifußballern gleichzusetzen, trägt zur Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen bei.

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Von knackigen Hupen und gewinnenden Männern

Vor drei Monaten, im Januar, ernannte die „Bild“-Redaktion den Bruder des Ex-Papstes zum VERLIERER des Tages. Der Grund: seine Einstellung gegenüber Frauen.

Ausriss der Bild-Zeitung: VERLIERER - Ex-Domspatzen-Chef Georg Ratzinger (94, Bruder von Ex-Papst Benedikt XVI.) kann sich eine Frau als Chefin des weltberühmten Regensburger Chores nicht vorstellen. Meine persönliche Meinung ist, vor so vielen Buben und jungen Männern ist es doch besser, wenn ein Mann dem Chor vorsteht, so Ratzinger. BILD meint: Schiefe Töne!

Eine Woche später ging der Titel VERLIERER an eine „exklusive Männerrunde“ aus Bremen. Grund: ihr Umgang mit Frauen.

Ausriss der Bild-Zeitung: VERLIERER - Das Bremer Eiswett-Fest ist eine gute Sache. Eigentlich. Aber diesmal hagelte es neben Spenden heftige Kritik an Präsident Patrick Wendisch (61). Die exklusive Männerrunde weigerte sich, als offiziellen Vertreter der Stadt Bürgermeisterin Karoline Linnert (60, Grüne) zu akzeptieren. Seit 1828 sind Frauen bei der Eiswette unerwünscht. BILD meint: Veraltet!

Ja, da regte sie sich auf, die „Bild“-Redaktion, denn bei „Bild“ werden Frauen noch respektiert!

Okay, sagen wir: Bei „Bild“ schätzt man die „Melonen“, „Kisten“ und „Hupen“ von Frauen. Ihre Leistungen hingegen spielen im Blatt kaum eine Rolle.

Das erkennt man schon an dem täglichen GEWINNER/VERLIERER-Ranking. Bereits in unserem Jahresrückblick 2018 haben wir festgestellt, dass von den ausgezeichneten Personen im vergangenen Jahr über 80 Prozent Männer waren. Selbst Tiere und Gegenstände kamen in dem Ranking häufiger vor als Frauen.

Nachdem wir den Beitrag veröffentlicht hatten, änderte sich jedoch plötzlich etwas. Denn in den folgenden Wochen schien sich die Redaktion tatsächlich Mühe zu geben, mehr Frauen im Ranking unterzubringen: Im Januar war gut die Hälfte aller GEWINNER weiblich — ein immenser Anstieg zum Vorjahr. In dieser Zeit ernannte „Bild“ auch die oben genannten Männer zu VERLIERERN, weil sie so „veraltet“ mit Frauen umgegangen waren.

Eine feministische Revolution bei „Bild“?

Nee. Es dauerte nicht lange, da verfiel die Redaktion wieder in alte Muster. Die GEWINNER im Februar und März: Männer – 68 Prozent. Tiere und Gegenstände – 22 Prozent. Frauen – 10 Prozent.

BILDblog meint: Mannmannmann.

Lobbyarbeit statt Berichterstattung: Wie die „Bild“-Medien für die Urheberrechtsreform kämpften

Am Tag nach der Abstimmung über die EU-Urheberrechtsreform stellte ZDF-Korrespondent Florian Neuhann treffend fest:

Tweet von Florian Neuhann - Bemerkenswert, wie die Bild in einer Nachricht auf S. 1 über die Urheberrechtsreform berichtet, ohne auch nur ein einziges Wort über die Kritik zu verlieren. Nicht mal das sonst unter Journalisten so beliebte Wort umstritten fällt
Weiterer Tweet von Florian Neuhann - Habe übrigens mal nachgesehen, wie oft Bild über Proteste gegen Urheberrechtsreform berichtet hat. Gefunden habe ich nicht viel. Eine Meldung über die Demo, online etwas über Wikipedia-Protest. Im gedruckten Blatt? Offenbar: nichts.

Doch, auch in den gedruckten „Bild“-Medien gab es was zum Thema — einen Artikel. Wenige Tage vor der Abstimmung erschien in „Bild am Sonntag“:

Ausriss Bild am Sonntag - Wer für die Filter ist, bekommt sogar Morddrohungen

Auf der einen Seite CDU-Politiker Axel Voss, der für eine „gute Sache“ kämpfe und dafür „zur Hassfigur des Internets“ geworden sei, auf der anderen Seite die jungen Menschen, die „auf die Barrikaden“ gehen und nicht mal vor „Morddrohungen“ zurückschrecken würden.

Daneben beschrieb die „BamS“-Redaktion in einem vermeintlichen Erklär-Kasten noch mal, warum die Reform dringend „nötig“ sei, und beantwortete Fragen wie „Was passiert, wenn die Reform abgelehnt wird?“ (Antwort: Das wäre „ein Schlag für die Medien- und Kreativschaffenden in Europa“). Die Argumente der Kritiker wurden nicht erläutert, sie wurden nicht mal erwähnt. Unter dem Punkt „Wer kämpft für die Reform, wer dagegen?“ listete das Blatt bei den Gegnern nur den Bundesverband Deutsche Start-ups auf:

Der Bundesverband Deutsche Start-ups warnt vor der Einführung von Uploadfiltern. Junge Start-ups müssten diese zukünftig dann teuer einkaufen, weil sie die Uploadfilter nicht selbst entwickeln könnten.

Als wäre das das einzige Problem. Und als wären Start-ups die einzigen, die vor Uploadfiltern gewarnt hätten. Alle anderen Argumente, alle anderen Gegner ließ das Blatt einfach unter den Tisch fallen.

Dazu stellte die Redaktion noch eine „Sonntagsfrage“ an Passanten. Nicht etwa: „Was halten Sie von der EU-Urheberrechtsreform?“ Sondern: „Müssen Facebook, Google & Co. mehr in die Verantwortung genommen werden, damit Recht und Respekt auch im Internet gelten?“ Antwort aller Befragten: Ja.

Ausriss Bild am Sonntag mit der Straßenumfrage

Auch die anderen „Bild“-Artikel rund um die Reform waren keine Berichterstattung, sondern Lobbyarbeit. Ein Beispiel:

Ausriss Bild-Zeitung - Deutsche wollen faires Urheberrecht

Was „Bild“ nicht erwähnte: Hinter der Initiative, die die Umfrage in Auftrag gegeben hatte, steht der Dachverband europäischer Verwertungsgesellschaften, dem unter anderem die GEMA angehört. Die Initiative war extra für die Lobbyschlacht gegründet worden und hatte sich mit allen Mitteln für Artikel 13 eingesetzt.

Bereits im Februar hatte „Bild“ auf der Titelseite geschrieben:

Ausriss Bild-Titelseite - EU-Reform zum Urheberrecht - Google soll künftig an Verlage zahlen

Die Presseverlage würden durch die Reform „deutlich gestärkt“, hieß es da. Und: Es habe „heftige Diskussionen“ gegeben. Warum es die gab und was die Gegner einzuwenden hatten, verschwieg die Redaktion.

Darüber hinaus fand das Thema in den „Bild“-Medien kaum statt: Bei Bild.de gab es einen Artikel, in dem ein CDU-Politiker von vermeintlich gekauften Demonstranten erzählen durfte. Und einen Text zur Demo in Berlin. Außerdem durfte CDU-Mann Günther Oettinger im Interview erklären, „warum die Proteste gegen das neue EU-Urheberrecht unbegründet sind“. In „Bild“ und „BamS“ haben wir lediglich noch zwei kleine Artikel aus diesem Jahr gefunden: „Wikipedia heute gesperrt“ und „CDU will keine Upload-Filter für Deutschland“. Auch im Artikel zum Wikipedia-Protest verschwieg „Bild“ das Warum. Schlimmer noch: Die Redaktion stellt es so dar, als wären die Wikipedia-Autoren gegen die Stärkung der „Rechte von Künstlern, Autoren und Verlagen“:

Damit protestieren die Autoren der Plattform gegen die EU-Urheberrechtsreform, die Ende des Monats im EU-Parlament zur Abstimmung steht. Sie soll u. a. die Rechte von Künstlern, Autoren und Verlagen an ihren Inhalten besser schützen.

Passend dazu auch Franz Josef Wagner:

Ich finde den Streik von Wikipedia beschissen. Bezahlt die Autoren, die Regisseure, die Journalisten, die Forscher, die Dichter und Denker. Sie sind das Salz der Welt.

Im Übrigen hatte sich „Bild“ auch beim Wikipedia-Protest sichtlich Mühe gegeben, ihn möglichst unauffällig im Blatt unterzubringen:

Übersicht über Bild-Seite mit kleinem Wikipedia-Protest-Artikel

Deutlich sichtbarer hingegen war in den Tagen vor der Abstimmung das hier:

Übersicht über Bild-Seite mit großer Pro-Urheberrechtsreform-Anzeige
Übersicht über Bild-Seite mit großer Pro-Urheberrechtsreform-Anzeige
Übersicht über Bild-Seite mit großer Pro-Urheberrechtsreform-Anzeige

Mit Dank auch an alle Hinweisgeber!

Kurz korrigiert (526)

In Berlin und im schleswig-holsteinischen Neustadt ist jeweils ein Mann aus dem Maßregelvollzug geflohen. Die Polizei sucht derzeit öffentlich nach den zwei verurteilten Verbrechern. „Bild“ und Bild.de schreiben heute dazu:

Die zwei hoch gefährlichen aus dem Maßregelvollzug geflohenen Verbrecher sind weiter auf der Flucht. Und die Justiz kann nur hoffen, dass nichts Dramatisches passiert.

Wir sind uns auch ziemlich sicher, dass die Justiz in Berlin und die Justiz in Schleswig-Holstein und der Berliner Justizsenator und die schleswig-holsteinische Justizministerin hoffen, „dass nichts Dramatisches passiert.“ Wer hofft das schon? Sollte die „Bild“-Redaktion damit aber meinen, dass der Justizsenator oder die Justizministerin für die zwei Geflohenen zuständig sind, dann liegt sie damit falsch. Der Maßregelvollzug ist in Berlin und in Schleswig-Holstein, anders als der Justizvollzug, bei der Gesundheitssenatorin beziehungsweise dem Gesundheitsminister angesiedelt.

Das steht so auch angedeutet im „Bild“-Text („Montag präzisierte die zuständige Gesundheitsverwaltung der rot-rot-grün-regierten Hauptstadt“), was den Einleitungssatz mit der Justiz, die nur hoffen könne, umso merkwürdiger macht.

Andere Zeiten

DFB-Präsident Reinhard Grindel ist heute zurückgetreten. Dieser Schritt ist die Reaktion auf verschiedene Vorwürfe — der ausschlaggebende war wohl jener zu einer teuren Uhr, die Grindel von einem ukrainischen Oligarchen und Fußballfunktionär geschenkt bekommen hatte. Steht auch so bei Bild.de:

Screenshot Bild.de - DFB-Rücktritt nach Uhren-Skandal - Grindel: Ich bin tief erschüttert

Tick, tick, tick…

Der Druck war am Ende zu groß und seine Uhr als DFB-Boss heute Vormittag endgültig abgelaufen.

Über diesen „UHREN-SKANDAL“ berichteten zuerst die „Bild“-Medien:

Ausriss Bild-Titelseite - DFB-Präsident Grindel - Skandal um geschenkte Luxus-Uhr
Screenshot Bild.de - DFB-Präsident Grindel - Skandal um geschenkte Luxus-Uhr

Eine „geschenkte Luxus-Uhr“? Sowas würde bei „Bild“ ja niemand annehmen. Also, außer … Bei dem ganzen Wirbel um Reinhard Grindel fiel uns eine Geschichte von vor zehn Jahren ein: Damals bekam der Hamburger Sportchef der „Bild“-Zeitung Jürgen Schnitgerhans eine 1000 Euro teure Armbanduhr vom HSV-Vorstand geschenkt — also von dem Verein, über den er selbst und seine Redaktion berichteten. Schnitgerhans und „Bild“ fuhren unter anderem eine ordentliche Kampagne zugunsten des HSV-Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann.

Konsequenzen aus diesem „UHREN-SKANDAL“ bei „Bild“? Keine. Denn das hatte ja alles überhaupt nichts miteinander zu tun. Und außerdem handelte es sich ja auch gar nicht um ein Geschenk, wie der damalige „Bild“-Sprecher Tobias Fröhlich erklärte:

Hr. Schnitgerhans hat sich keine Uhr vom HSV-Vorstand „schenken lassen“. Sondern vielmehr wurde ihm diese Uhr vom gesamten HSV-Vorstand zum 60. Geburtstag als Würdigung und Anerkennung für seine 37-jährige Tätigkeit als Sportreporter für verschiedene Medien und speziell als journalistischer und kritischer Begleiter des Vereins überreicht. Dies wurde auch so in der Ansprache des Vorstands artikuliert.

Er wurde also für seine Gesamtleistung als langjähriger Sportjournalist und nicht als BILD-Reporter ausgezeichnet. Schnitgerhans schrieb über den HSV 1971 beim Sportmegaphon Lübeck, ab 1973 bei der Hamburger Morgenpost, seit 1980 für BILD. Aus diesem Grund sehen wir diese Auszeichnung nicht im Widerspruch zu unseren Leitlinien.

In diesen Leitlinien steht unter anderem:

Schon der Anschein, die Entscheidungsfreiheit von Journalisten könne durch Gewährung von Einladungen oder Geschenken beeinträchtigt werden, ist zu vermeiden.

Klar, so einen Anschein kann man natürlich auch durch Kleinreden vermeiden.

Mit Dank an @MikeGlindmeier für den Hinweis!

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