Archiv für Juni 8th, 2020

Inklusive Sprache, VW klärt seit Wochen schnellstmöglich, „NYT“

1. Intuition und Abwehr
(taz.de, Peter Weissenburger)
Inklusive Sprache in den Medien entwickelt sich langsam, aber sie entwickelt sich. Die „taz“ hat sich bei vier Sprecher-Profis nach deren Einschätzung erkundigt: bei der Deutschlandfunk-Moderatorin Ann-Kathrin Büüsker, bei „Aspekte“-Moderator Jo Schück, bei der Produzentin des Instagram-Kanals „Erklär mir mal“ Victoria Jeffries und beim Politik­-Pod­caster Ulf Buermeyer („Lage der Nation“).

2. Dunning-Kruger-Effekt: Warum sich Halbwissende für besonders klug halten
(nationalgeographic.de, Jens Voss)
In Mediendiskussionen und Kommentarspalten besonders häufig anzutreffen: der Dunning-Kruger-Effekt. Ein nach zwei US-amerikanischen Psychologen benanntes Phänomen, laut dem inkompetente Menschen ihre eigenen Fähigkeiten auffällig oft überschätzen, während sie gleichzeitig die Leistungen kompetenter Menschen unterschätzen. Jens Voss erzählt von der zugrundeliegenden Studienreihe und zeichnet nach, wann das Phänomen erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde.

3. VW-Vorstand soll Instagram-Affäre klären
(faz.net)
„Wir werden unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Öffentlichkeit nach der Beratung im Konzernvorstand schnellstmöglich über alle wichtigen Details und Hintergründe informieren“. So lautete die offizielle Stellungnahme des Volkswagen-Konzerns, nachdem er einen rassistischen Videoclip veröffentlicht hatte und nach heftiger Kritik zurückziehen musste. Das „schnellstmöglich“ liegt mittlerweile zwei Wochen zurück, doch nun gebe es „erste Ergebnisse“. Wie die aussehen, sei aber immer noch nicht bekannt – der Konzernvorstand wolle zunächst „die Erkenntnisse bewerten“.

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4. RSF begrüßt Verzicht auf Online-Durchsuchung
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Reporter ohne Grenzen (RoG) begrüßen, dass die Große Koalition auf ihr ursprüngliches Vorhaben, dem Verfassungsschutz Befugnisse zur Online-Durchsuchung zu erteilen, verzichten will. Das sei jedoch kein Grund für völlige Erleichterung, so RoG-Chef Christian Mihr: „Die Online-Durchsuchung für den Verfassungsschutz hätte das Redaktionsgeheimnis und damit eine der Säulen der Pressefreiheit in Deutschland ausgehöhlt. Es ist gut, dass die große Koalition auf diese maßlosen Pläne verzichtet. Dass der Verfassungsschutz künftig Staatstrojaner einsetzen dürfen soll, um verschlüsselte Kommunikation wie Online-Telefonate und sichere Chats abzuhören, wirft dennoch heikle Fragen auf. Wir werden genau beobachten, ob und wie die Kommunikation von Journalistinnen und Journalisten dabei geschützt wird.“

5. Meinungschef der „New York Times“ tritt ab
(sueddeutsche.de)
In einem Gastkommentar in der „New York Times“ hat der republikanische Senators Tom Cotton den Einsatz des Militärs bei den aktuellen Protesten in den USA gefordert (Überschrift: „Schickt die Truppen rein“). Das habe eine Revolte in der Redaktion ausgelöst und dem Chef der Meinungsseite den Posten gekostet.

6. ProSieben entschuldigt sich für Kommentar bei „SdS“
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Am Samstagabend sorgte ein geschmackloser Kommentar in der TV-Sendung „Schlag den Star“ (ProSieben) für Entsetzen und Empörung in den Sozialen Medien, für den Moderator und Sender jedoch noch während der Live-Ausstrahlung um Entschuldigung baten.