Flüchtlingszitat, #keinZwerg, ARD-Idiotien

1. Vergleichsweise kriminell: Das Flüchtlingszitat des Innenministeriums
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat in der vergangenen Woche erstmals bundesweit erhobene Daten zu Straftaten von Zuwanderern veröffentlicht. In dem Zusammenhang fiel die Äußerung: „Zuwanderer sind nicht krimineller als Deutsche.“, was jedoch nicht aus den Zahlen des BKA-Berichtes abgeleitet werden könne, so Medienjournalist Stefan Niggemeier auf „Übermedien“. Vermutlich sei die Aussage nicht einmal richtig, werde aber ungeprüft von vielen Medien verbreitet. Niggemeier rätselt über die Motive und fragt sich und die Leser: „Ist das die Nachrichtenroutine, in der ein korrektes Zitat erst einmal ein korrektes Zitat ist, auch wenn es inhaltlich nicht korrekt ist? Oder spielt dabei ein Wunsch der Journalisten eine Rolle, solche eine positive Nachricht zu verbreiten?“

2. Matthias Matussek und andere Leidensgenossen
(rnd-news.de, Ulrike Simon)
Ulrike Simon beschäftigt sich mit den Meldungen eines Branchendienstes, der jüngst bei Springer unrühmlich ausgeschiedene Matthias Matussek und sein umstrittener Anwalt Joachim Steinhöfel könnten eine Videokolumne bekommen: ausgerechnet bei einer zum Springer-Kosmos gehörenden Webseite. Eine etwas voreilige Meldung, denn dort ist man mittlerweile zurückgerudert. Ulrike Simon schreibt: „Matussek bleibt vorerst die „Weltwoche“, bei der ihn Roger Köppel als regelmäßiger Autor engagiert hat, und Steinhöfel lässt sich entweder auf der illustren Seite „Achse des Guten“ oder gleich im eigenen Blog aus, wo er mal dem „Welt“-Vize Ulf Poschardt unterstellt, geistige Miniaturen zu verfassen oder einen anders als er denkenden Redakteur der „Süddeutschen“ einen „gemütsverrotteten Spitzbuben“ nennt. Es ist also jeder da, wohin er gehört.“

3. Kleiner Mann – und nun? #KeinZwerg
(leidmedien.de, Lilian Masuhr)
Anlässlich des Todes des Schauspielers Michu Meszaros, der im Kostüm des TV-Außerirdischen „Alf“ steckte, hat die „SZ“ eine betextete Bilderstrecke über „Kleinwüchsige in der Showbranche“ veröffentlicht. Einige der Formulierungen des „Lobs auf die menschliche Verschiedenheit“ sorgten sowohl bei Betroffenen als auch Nicht-Betroffenen für Kritik. „Leidmedien“ schreibt, was genau an den Sätzen als störend empfunden wird. Mittlerweile hätte sich auch der Autor des Ursprungsartikels mit einer Leserbriefantwort gemeldet. Wie viel von der Eigenbeschreibung „Lernt viel und gern und von jedem immer was dazu.“ zutreffend ist, muss dabei jeder selbst entscheiden.

4. Will they stay or will they go? Brexit und die Medien
(carta.info, Fridtjof Küchemann)
Nina Trentmann arbeitet als Korrespondentin in London und verfolgt mit besonderem Interesse die Medienberichterstattung über das Referendum, den sogenannten „Brexit“. Was sie immer wieder wundere: Die klar erkennbare Parteinahme führender britischer Blätter und Sender. Dies sei in Wahlzeiten so, wo die führenden Blätter sogar Wahlempfehlungen abgegeben hätten und wiederhole sich nun beim Brexit. Einer Studie des „Reuters Institute for the Study of Journalism“ zufolge herrsche bei den führenden Medien des Landes eine Präferenz für den Brexit.

5. „Österreich“ hat eine kriminelle Dauerexplosion
(kobuk.at, Martin Straudi & Gabriele Scherndl)
Das Medienwatchblog „Kobuk“ kritisiert die Panikmache des Gratisblatts „Österreich“. Obwohl die Kriminalstatistik das Gegenteil belege, werde Österreich in „Österreich“ immer gefährlicher. In einer Chronologie der Kriminalberichterstattung zeigt man einige Beispiele für die reißerische Berichterstattung des Blatts.

6. „Beckmanns Sportschule“: Wie viele Idiotien soll diese Welt noch aushalten?
(spiegel.de, Jürgen Roth)
Die ARD-Sendung „Beckmanns Sportschule“ sorgt allerorten für Entsetzen und Verstörung. Auch Schriftsteller Jürgen Roth hat entsprechende Erfahrungen gemacht und schreibt auf „Spiegel Online“: „Der peinliche, das Laienschauspiel im läppisch-jovialen Zwinkerzwinkertonfall krönende Plauderoheim Reinhold Beckmann tapert mit seinen Gästen durch Gänge und Treppenhäuser, und irgendwann krault Horst Hrubesch auf der Couch im „Bernsteinzimmer des deutschen Fußballs“ den zehnjährigen (ja, das erfahren wir) Hund des Moderators, der gestern ausgiebig übers pittoreske Gelände strolchen durfte. Das haben sie sich beim Sat.1-Frühstücksfernsehen abgeguckt, allwo jahrelang ein Mops herumhoppelte. Hier, in dieser „etwas wahnsinnigen Männer-WG“ ist nichts mehr zu retten.“