Reporter beim Schlussverkauf, Mediengipfel, Übergriffe in Sachsen

1. Die Reporter am Wühltisch greifen, was sie kriegen können
(faz.net, Nina Rehfeld)
Fotos, Bücher, Kontoauszüge — nichts war sicher vor den zahlreichen Journalisten, die die Wohnung der Täter von San Bernardino durchwühlt haben. Dieser „Tiefpunkt des amerikanischen Nachrichtenfernsehens“ erinnert Nina Rehfled eher an „Szenen bei einem Schlussverkauf“ als an ordentliche Berichterstattung. Und auch andere Einschätzungen sind deutlich: „Ein medialer Sündenfall“, kommentiert Frank Patalong. Marlis Prinzing schreibt von einem Versagen der Medien. Für Johannes Kuhn handelt es sich um „ein Debakel für den Journalismus.“ Allie Jones hat einige Beispiele von „CNN“, „MSNBC“ und „Fox News“ gesammelt.

2. Amerikas Waffengesetze — „ein moralisches Verbrechen und eine nationale Schande“
(sueddeutsche.de)
Die „New York Times“ hat nach den Schüssen von San Bernardino das erste Mal seit 95 Jahren wieder einen Leitartikel auf Seite 1 gedruckt. Unter dem Titel „The Gun Epidemic“ fordert die Chefredaktion der Zeitung, dass die amerikanischen Waffengesetze verschärft werden. Hier ist der Artikel in der Onlineversion.

3. Der Mediengipfel: „Es gibt keine wertfreie Einschätzung.“
(parisprotokoll.de, Hanna Halfon, Video, 4:10 Minuten)
Der Klimagipfel in Paris ist auch ein Mediengipfel: „Über 3000 Journalisten“ seien derzeit in der französischen Hauptstadt, um über die Konferenz zu berichten, so Hanna Halfon. Dabei seien sie oft auf Einschätzungen von Lobbyisten angewiesen. Wie gefährlich ist das? Wie einflussreich? Halfon spricht mit Journalisten, Lobbyisten und Delegierten.

4. Über 25 Übergriffe auf Journalisten in Sachsen
(andi-szabo.de, Andreas Szabo)
Vom 12. Januar in Leipzig („Fahrzeug MDR-Technikers wird bei Legida-Demo beschädigt.“) bis zum 25. November in Dresden („Kameramann wird bei Pegida-Demo geschlagen, kommt leicht verletzt ins Krankenhaus. Der Angreifer und seine Begleiter werden ermittelt.“): Andreas Szabo hat 26 Angriffe auf „Journalisten, Redakteure, Techniker, Fotografen, Kameraleute oder Twitter-Reporter“ in Sachsen zusammengetragen.

5. Eine Hose ist eine Hose keine Slim-Fit Blue Acid Washed Streched-Jeans
(wuv.de, Peter Breuer)
Werbetexter Peter Breuer findet, dass sich Schreiber häufiger an Romanautor Georges Simenon und seinen „Mots matière“, den Sachwörtern, orientieren sollten. „Klare Aussagen werden viel zu häufig durch sprachliche Konventionen, berufsspezifische Floskeln und Anglizismen verstellt.“

6. Warum haben die Medien so ein Problem mit Jan Böhmermann?
(realvirtuality.info, Alexander Matzkeit)
Alexander Matzkeit wundert sich darüber, „was die restlichen Medien des Landes für ein Problem mit Jan Böhmermann​ haben“, und fragt: „Ist die deutsche Medienkaste wirklich immer noch nicht aus ihrem Jacuzzi aus Selbstgefälligkeit und Intrigantentum aufgestanden?“ Aber nicht nur in den traditionellen Medien gibt es Problemhaber: Der Youtuber „theclavinover“ antwortet auf Böhmermanns „Ich hab Polizei“: „Du hast ZDF — #WirHamInternet“.