Al Dschasira, Abgaswerte, Ausländerfeinde

1. Al-Dschasira-Reporter profitieren von Massenamnestie in Ägypten
(dw.com)
Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat zwei Reporter des Fernsehsenders „Al Dschasira“ begnadigt. Der kanadische Journalist Mohammed Fahmi und sein ägyptischer Kollege Baher Mohammed waren 2013 festgenommen und Ende August endgültig zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sie gehören zu einer Gruppe von hundert begnadigten Häftlingen. Der harte Kurs gegen die Opposition und kritische Journalisten geht aber weiter, mehr dazu in einem Erfahrungsbericht eines deutschen Fernsehjournalisten.

2. VW-Skandal: Was wussten Auto-Journalisten?
(ndr.de, Daniel Schmidthäussler, Video, 5:10 Minuten)
Als die große Finanz- und Bankenkrise ins Rollen kam, folge schnell die Frage an alle Wirtschaftsjournalisten, warum sie die Probleme nicht haben kommen sehen. Bei den manipulierten Abgaswerten von VW jetzt das gleiche Spiel: Warum sind die Automagazine bei ihren eigenen Tests nicht stutzig geworden? „Zapp“ hat bei der Fachpresse nachgefragt.

3. Die „Huffington Post“ ist zu blöd, um Ausländerfeinden Blödheit vorwerfen zu können
(stefan-niggemeier.de)
Die „Huffington Post“ hat einen Text veröffentlicht, in dem sie generell Ausländerfeinden vorwirft, „nicht sonderlich viel in der Birne“ zu haben, und konkret Michael Stürzenberger, eine Falschmeldung zu einem Machetenangriff durch einen Flüchtling zu verbreiten. Nur: Die Geschichte scheint zu stimmen. Man bekämpfe Ausländerfeinde „nich dadurch, dass man bestreitet, dass es solche Fälle gibt“, schreibt Stefan Niggemeier: „Wenn man es tut, liefert man ihnen nur noch mehr Munition.“

4. Covering the refugee crisis on Snapchat and Periscope as „a day-by-day documentary“
(journalism.co.uk, Caroline Scott, englisch)
Während Facebook mittlerweile in den meisten Redaktionen angekommen ist, sind insbesondere jüngere Zielgruppen längst zu anderen Plattformen und Netzwerken weitergewandert. Medien wie die BBC, „Time“ und „Bild“ haben das erkannt und experimentieren mit Livestreams bei Periscope und Storytelling auf Snapchat.

5. Der missliebige Gewinner
(medienwoche.ch, Nick Lüthi)
Der Schweizer „Beobachter“ feiert sich selbst als „erneut sympathischste Medienmarke“, die „NZZ“ freut sich über den Titel der drittsympathischsten Medienmarke hinter „Beobachter“ und „Radio SRF 1“. Nick Lüthi wundert sich: „Der Superlativ stimmt nicht. In der Mitteilung zum Ranking steht deutlich: ‚Die sympathischste Medienmarke in der deutschen Schweiz ist Google. Sie lässt den traditionsreichen Beobachter knapp hinter sich.'“

6. Super Timing, wohin man auch schaut
(taz.de, Silke Burmester)
Kai Diekman stellt klar: Wer nicht unterschreiben will, dass „Bild“ ein „Bollwerk gegen Hass“ ist, der lügt. Silke Burmester dazu in ihrer Kolumne „Die Kriegsreporterin“: „Letzte Woche habe ich mich noch dagegen gewehrt, als ‚Lügenpresse‘ bezeichnet zu werden. Jetzt trage ich den Titel mit Stolz und gebe mit dem Ruf ‚Lügenpresse! Lügenpresse!‘ erhobenen Hauptes zurück nach Berlin!“