Nabelschau, Nordkurier, Jugend-TV

1. „Im Zeitalter der Selbststilisierung“
(taz.de, Michael Sontheimer)
Statt zu recherchieren, würden Journalisten immer häufiger Nabelschau betreiben, kritisiert Michael Sontheimer: „Wenn inzwischen die Journalistengeneration der Selfies glaubt, das Persönliche sei qua naturam politisch, auch wenn es nicht politisch gedacht und auf das Politische projiziert wird, ist das ein fataler Fehler. Zudem verwechseln die meisten Ich-Erzähler das Persönliche mit dem Privaten.“

2. „Zwei bekannte ZEIT-Journalisten und ihr Kampf gegen die Pressefreiheit“
(internet-law.de, Thomas Stadler)
Vor dem Landgericht Hamburg streiten zwei „Zeit“-Journalisten und das ZDF über Aussagen, die in der Satiresendung „Neues aus der Anstalt“ über diese Journalisten gemacht wurde. Als Reaktion auf den Beitrag von Thomas Stadler schreibt Jochen Bittner, weshalb er sich gezwungen sah, gegen „die weitere Verbreitung dieser falschen Tatsachenbehauptungen“ vorzugehen.

3. „Endstation Winzerfest“
(juliane-wiedemeier.de)
Juliane Wiedemeier glaubt, dass konservative Lokalzeitungsmacher eine grössere Gefahr für die Lokalzeitung sind als das Internet: „Wer wissen will, was am Ort los ist, kommt auch 2014 an der Lokalzeitung nicht vorbei. Welche jedoch inhaltlich noch im Jahr 1981 hängt – in Zeiten, als Vereine über ihre Jahreshauptversammlungen noch nicht auf ihrer Internetseite berichten konnten und Menschen ihre tägliche Mediennutzungszeit auf eine ausgedruckte Zeitung und drei Fernsehprogramme verteilten.“

4. „Warum der Nordkurier lieber die Fakten nennt“
(nordkurier.de, Jürgen Mladek)
Gregor Kochhan wirft dem „Nordkurier“ vor, es mit dem Pressekodex nicht so genau zu nehmen und liefert konkrete Verbesserungsvorschläge. Der „Nordkurier“ hält dagegen: „Durch Verschweigen erzeugt man Unsicherheit und letztlich Angst. Was sollen die Menschen denn denken, wenn öfter Polizeiautos vorm Asylbewerberheim halten und nichts davon in der Zeitung steht? Das schürt Gerüchte und Stimmungen. Wir setzen Fakten dagegen.“

5. „Panik im Mittelstand oder: Wohin driftet der Journalismus?“
(wolfgangmichal.de)
Wolfgang Michal schreibt zur Publizistik der Zukunft: „Wer heute immer noch Journalist werden will (und das wollen erstaunlicherweise immer noch viele), wird künftig davon ausgehen können, entweder über Gebühren und Steuern finanziert zu werden oder von Stiftungen, Internet-Plattformen oder Crowdfunding zu leben. Der Journalist der Zukunft wird so im weitesten Sinne dem Öffentlichen Dienst angehören und als Vermittler von Informationen um größtmögliche Neutralität, Ausgewogenheit und Distanz bemüht sein. Oder er wird im Sinne der ihn beauftragenden ‚Gemeinde‘ ganz bestimmte Ziele verfolgen und eine neue Form des Partei- und PR-Journalismus etablieren.“

6. „Aufgedeckt: So funktioniert der Zitationszirkel von Jugend-TV“
(blog.gwup.net, Bernd Harder)