Drohanrufe, Penisfotos, Filterblasenentzündung

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „‚Wir bekommen Hunderte Drohanrufe'“
(zeit.de, Kai Biermann)
Obwohl die Kölner Staatsanwaltschaft mittlerweile Ermittlungen gegen die Redtube-Abmahner prüft, gibt sich Anwalt Thomas Urmann im Interview mit Zeit Online gelassen: „Aber selbst wenn die IP-Adressen auf eine illegale Art erlangt worden wären, kann uns das juristisch völlig egal sein.“ Unterdessen werden alle Neuigkeiten zu #redtubegate bei Reddit gesammelt.

2. „Das deutsche Kino ist in der Krise“
(out-takes.de, Martin Hagemann)
„Es fehlen in Deutschland seit langem Spielfilme, die sich zwischen den Polen von wirtschaftlicher und kultureller Ausrichtung positionieren.“ Als Grund sieht Hagemann ein Finanzierungsproblem: Wirtschaftlich erfolgreiche Filme spielen den Verwertern Geld ein, nicht den Produzenten.

3. „Wer weiß, ob die Deutschen nicht Obama abhören?“
(faz.net, Patrick Bahners)
In einem einseitigen Beitrag im US-Magazin „60 Minutes“ zündet der Geheimdienst NSA neue Nebelkerzen in der Spionageaffäre: Statt um die eigenen Programme geht es um hypothetische Spionageaktivitäten Deutschlands im Weißen Haus und eine vermeintliche Hoffnung auf die Begnadigung Edward Snowdens. Die Nachricht über einen vermeintlichen Supervirus wird von Tech-Bloggern mit Skepsis gesehen.

4. „Der Penis hat hier nichts zu suchen“
(sueddeutsche.de, Katharina Riehl)
Das Magazin „Dummy“ muss zwei Seiten entfernen und ein Foto schwärzen, damit die aktuelle Ausgabe im Zeitschriftenhandel verkauft werden kann. Grund: Die „Freiwillige Selbstkontrolle im Pressevertrieb“ hatte Einwände.

5. „Meine Filterblase ist kaputt“
(lumma.de, Nico Lumma)
Heavy-User Nico Lumma über seine Twitter-Timeline: „Ich bekomme langsam den Eindruck, Twitter verkommt zu einem Werkzeug der Empörung, der permanenten Kritik an allem und jedem – und damit wird es immer schwerer, Twitter für konstruktive Themen zu nutzen.“

6. „Golden Boy der begüterten Kapitalistenhasser“
(medienwoche.ch, Ronnie Grob)
Zu dessen 70. Geburtstag porträtiert Ronnie Grob den Schweizer Journalisten und Ringier-Berater Frank A. Meyer: „Er ist ein Glückskind, ein Götterknabe, ein Golden Boy, der alle guten Zeiten voll ausgenützt hat und zum Verwundern aller die wichtigen Machtkämpfe für sich entscheiden konnte.“