Österreichs „Falter“-Feind, Licht ins EU-Dunkel, Gehälter und Honorare

1. Licht ins Dunkel der geheimen Verhandlungen zur EU-Urheberrechtsreform
(juliareda.eu)
Julia Reda sitzt seit 2014 für die Piratenpartei im EU-Parlament und ist eine profunde Kennerin der Urheberrechtsthematik. Über diese wird gerade hinter verschlossenen Türen verhandelt, im sogenannten „Trilog“ von EU-Parlament, Rat und Kommission. Reda veröffentlicht den aktuellen Verhandlungsstand — sehr übersichtlich, sehr lesenswert und ganz im Sinn der Transparenz.

2. Presseanfragen veröffentlicht
(taz.de, Ralf Leonhard)
Regelrecht verbissen hat sich Österreichs Innenministerium in die Auseinandersetzung mit der Wochenzeitung „Falter“. Das Ministerium hat sogar Interviewanfragen von Chefredakteur Florian Klenk veröffentlicht, wohl um zu zeigen, dass dieser schlecht recherchiere. Rechtlich könnte das für das Ministerium Probleme geben, wie auf futurezone.at zu lesen ist.
Ähnlich sieht es der „Standard“, der von einem Verstoß der Behörde gegen die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) spricht.
Weiterer Lesehinweis: Für alle Freunde des Popcorn-Kinos noch ein Blick auf einen Tweet des Vizekanzler-Sprechers, dokumentiert durch „Falter“-Chef Klenk.

3. Freischreiber-Report startet 2019
(wasjournalistenverdienen.de, Michael Penke)
Freischreiber, der Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten, will künftig einmal im Jahr über aktuelle Gehälter und Honorare in der Branche berichten, ein Thema, über das sonst wenig nach außen dringt. Michael Penke dazu: „Wir möchten mit dieser Datenbank auch all jene Verlage und Medien unter Druck setzen, die ihre Redakteure und freien Autoren besonders schlecht bezahlen. Denn wer nicht zahlt, verdient auch keinen guten Journalismus.“ Für möglichst aussagekräftige Werte, sind die Freischreiber auf anonyme Informationen von Journalisten und Journalistinnen angewiesen, die hier eingegeben werden können.

4. „Rassistische Texte sind nie freie Meinungsäußerung“
(jetzt.de, Sophie Aschenbrenner)
Im Interview spricht der Poetry-Slammer und Moderator Michel Abdollahi über den Poetry-Slam in Speyer, bei dem ein 14-jähriges Mädchen ein rassistisches Gedicht vorgetragen hat — und darüber, ob das künftig häufiger passieren könnte.

5. Login-Allianz der Verleger: ein Datenpool gegen die Google-Dominanz
(medienwoche.ch, Michael Ziesmann)
Die Schweizer Verlage wollen Nutzer dazu bringen, freiwillig persönliche Daten abzugeben. Mit diesem Datenpool will man bei den Werbekunden punkten und sich Googles Dominanz entgegenstellen. Dazu wurde die „Schweizer Login-Allianz“ aus AZ Medien, „NZZ“, Ringier, Somedia, Tamedia und SRG gebildet: Ab nächstem Jahr sollen sich die Nutzer mit nur einem einzigen Login registrieren und damit sämtliche Angebote nutzen können. Das Vorhaben hat jedoch mindestens einen Haken, wie Michael Ziesmann in der „Medienwoche“ ausführt.

6. Wie soll man berichten?
(deutschlandfunk.de, Brigitte Baetz & Stefan Fries, Audio, 28:39 Minuten)
Wie sollen Medien mit Rechtspopulisten umgehen? Ignorieren, um ihnen keine Bühne zu bieten, oder thematisieren, um ihnen etwas entgegen zu stellen? Und wie können Medien vermeiden, von Rechtspopulisten instrumentalisiert zu werden? Über diese und andere Fragen haben Brigitte Baetz und Stefan Fries ausführlich in einer kompletten Sendung im „Deutschlandfunk“ gesprochen.